Thema: Thomas Schantl Gruppe / Primus schliesst NICHT für immer
drmoeller_neuss Am: 02.02.2024 12:23:27 Gelesen: 3511# 18@  
@ Richard [#17]

Herr Maassen fasst nur noch einmal selbst die bereits genannten Allgemeinplätze zusammen. Der journalistisch bessere Weg wäre gewesen, Herrn Schantl persönlich zur Situation zu befragen.

Möglicherweise ist der Spruch von der Geschäftsschliessung der Werbeagentur herausgerutscht oder war gar nicht freigegeben gewesen. Die Angelegenheit ist schon heikel. Wenn es ein Versehen war, wäre Herr Schantl gut beraten, das klarzustellen und den Wortlaut zu entschärfen, zum Beispiel von der "Übertragung meiner Firmengruppe" zu sprechen.

Es kann passieren, dass Lieferanten, Kunden und Mitarbeitende im Unternehmen keine Zukunft mehr sehen, und kündigen. Banken können aus dem gleichen Grund die Finanzierung zusammenstreichen.

Kritisch wird es für Unternehmen, die ihren Warenbestand neu bewerten müssen, weil Zweifel an der Fortführung der Unternehmenstätigkeit bestehen. Nach dem Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit wird der Abschluss unter der Annahme aufgestellt, dass das Unternehmen für die absehbare Zukunft seine Geschäftstätigkeit fortführt (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB).

Wenn aufgrund dieser Regel das Vorratsvermögen, sprich der Warenbestand, nicht mehr zum Anschaffungswert, sondern zum niedrigeren beizulegenden Wert zu bilanzieren ist, kann ein Unternehmen schon in finanzielle Schieflage rutschen, da die Aktiva zusammenschmelzen. Im schlimmsten Fall droht die Insolvenz.

Man sieht schon, es macht einen Unterschied, ob ein Trödelmarkthändler einen lockeren Spruch herauslässt und verkündet, "Ende des Jahres höre ich auf", oder der Inhaber einer gesunden Firmengruppe mit 140 Mitarbeitenden.
 
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