Thema: Moderne Postgeschichte: Freimachung (DV) im Fenster
DL8AAM Am: 17.01.2011 15:41:30 Gelesen: 108462# 1@  
@ Pete

Pete,

nachmals besten dank für Deine regelmäßigen Feedbacks auf meine Beiträge! Das Thema "moderne" Postbehandlung ist oftmals wirklich noch etwas schwieriger zu blicken, als Übersee-Schiffpostmitnahmebriefe des 19. Jahrhunderts ;-))

Hier gleich die nächsten auffälligen Belege:

@ Pete [PC Freimachungen:Frankit#12]: Ich tippe hier auf eine Genossenschaft, sprich einen Zusammenschluss mehrerer Absender von Briefen, die mit der gesamten Briefmenge versuchen, durch Konsolidierung Rabatte bei der Einlieferung ins DPAG-Briefzentrum zu bekommen. Eine Konsolidierungsnummer K.... ist hierbei nicht notwendig.


Ausschnitte des oberen Teils von 3 Fensterbriefen der "Knappschaft Bahn See" aus Bochum, frankiert per "DV-Freimachungsvermerk bei Fensterbriefumschlägen mit Postabrechnungsnummer und Freimachung im Fenster", wie es in Postdeutsch so schön heisst. Abbrechnungsnummer ist in diesem Fall die 02840.

Nun zu dem (mir) auffälligen Punkt: Zwei der Umschläge zeigen eine K-Kennung (K4000 für den Konsolidierer "Williams Lea") [ohne Sendungsnummer], während der untere Beleg lediglich eine Sendungsnummer zeigt ohne die Konsolidiererkennung. Jetzt sind wir wieder beim Thema der "Form der Kennzeichnung" bzw. dessen "Kennzeichnunsgpflicht". Von der Form des Sprays könnten diese gleichen Ursprungs sein. Vielleicht stammt der Spray ja direkt vom einlieferenden Großversendungskunden? Und "Williams Lea" gibt diese Chargen unbehandelt 1:1 an die Post weiter? Und bei der Sendung ohne der K-Kennung hat die Knappschaft (oder eine "Genossenschaft" um die/der Knappschaft) selbst konsolidiert eingeliefert? K-Kennungen ohne direkte Sendungsnummern sieht man ja häufiger. Ich tippe Sendungsnummern (zur Rückverfolgbarkeit) stecken dann im Fenster, in der Infozeile über der Adressierung?


Zwei Briefe ("Freimachung (DV) im Fenster") der Abbrechnungsnummer 21030 und konsolidiert über " K7001".

Wer steckt eigentlich hinter dieser K-Kennung? Ein sparkasseneigenes Konsolidierungsunternehmen? Vielleicht eine dieser genannten "Konsolidierungsgenossenschaften"? Bisher fiel mir diese K7001-Kennung nur bei diversen Sparkassen aus dem gesamten Bundesgebiet auf, bis ...
... bis mir der obere Beleg in die Hände fiel. Der stammt von der "Santander Consumer Bank AG, 30154 Hannover". Also doch kein reines Sparkassenunternehmen? Warum sollte denn eine interne Sparkassengenossenschaft auch für ihre direkte "Konkurenz vor Ort" - durch Postkonsolidierung - einen finanziellen Vorteil reinholen sollen?

Es sieht aber zumindest auf jeden Fall dannach aus, als ob dieser Berliner "Unternehmung" eine "all-in-one"-Dienstleistung anbietet, d.h. sie erhält vom Kunden nur einen Datensatz und übernimmt dann vom Druck, über das Eintüten bis zum Versand sämtliche Tätigkeiten. Siehe auch die sehr ähnlichen Druckvermerke auf der Rückseite der beiden oben gezeigten Briefe:



Leider sagt mir bzw. Google die Rücksendeadresse für die Kontoauszüge der Sparkasse Hannover "Postfach 11 04 80, 10834 Berlin" bisher nichts.

Ich suche HÄNDERINGENDst Hintergrundinformationen zum Thema "Freimachung (DV) im Fenster". Die Abrechnungsnummern entsprechen wohl einer Art von Kennzeichnung des einlieferenden Unternehmens, ähnlich wie bei den K-Kennungen für Konsolidierer. Einige Abrechnungsnummern können wohl einem einzelnen Absender, während andere sammeleinliefernden Post"behandlungs"unternehmen zugeordnet werden können. Gibt es bereits eine philatelistische Bearbeitung dieser Nummern, Auflistungen mit entsprechenden Zuordnungen? Ich habe einmal einige erfasst, wollte aber das rad nicht neu erfinden.

Auch verstehe ich nicht den Unterschied von Briefen mit diesem Hinweis auf die "Freimachung (DV) im Fenster" in der Frankierzone und Briefen, die zwar auch eine DV-Freimachung im Fenster haben, aber keinen solchen Hinweis aufweisen. Hinweise gibt es mit und auch ohne Abrechnungsnummer, also ist die Ausweisung dieser Nummer in der Frankierzone wohl kein Abgrenzungskriterium.

Sind diese Hinweise ein "auslaufendes Modell"? Zuerst hatte ich vermutet, dass ein 2D-Matrixkode im Fenster einen etwaigen Hinweis unnötig macht, aber es gibt aktuell (noch?) beide Formen im Posteingang zu finden. Möglicherweise auch nur ein möglicher Resteaufbrauch oder eine noch laufende "Übergangszeit"?

Literatur zum Thema DV und "Freimachung (DV) im Fenster" konnte ich leider nicht ergooglen (auch keine Hinweise darauf).


Eine INFOPOST zu 25 Cent der Bausparkasse Schwäbisch Hall (10/2010) und ein STANDARDBRIEF zu 55 Cent von Max Bahr (12/2010) beide mit einer DV-Franktur im Fenster.

Nochmals besten Dank Pete und
Gruß
Thomas
 
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