Thema: Neu auf Philaseiten: Forumbereich Rundsendungen
Cantus Am: 28.12.2024 05:01:37 Gelesen: 3146# 22@  
@ Nicky [#15]

Guten Abend Nicky, guten Abend allerseits,

Richard hat mich auf dieses Thema hier aufmerksam gemacht und auch nachdem meine drei Vorredner Koban, filunski und Christoph_1 schon so manches erklärt haben, denke ich, durchaus noch mit einigen Hinweisen und Erklärungen ergänzen zu können. Dazu muss ich jedoch deutlich in der Zeit zurückgehen.

Ich sammle seit meiner Kindheit mit unterschiedlichem Elan, zuerst die typischen Bund-, Berlin- und DDR-Briefmarken, eben so, wie mein Taschengeld das zuließ. Später kamen dann andere Länder und vor allem auch ältere Marken hinzu und auch die ersten Belege, nur mit Marken frankiert, fanden den Weg in meine Sammlungen. Zu der Zeit gab es aber noch kein Internet und Tauschkontakte waren rar und schwer herzustellen. Ich war damals auch noch in keinem einzigen Briefgmarkensammlerverein Mitglied, wäre ich es jedoch gewesen, hätte ich sicherlich an den vereinsinternen Rundsendungen mit fast nur losen Briefmarken teilnehmen können, die gegen Bezahlung entnommen werden konnten. Als Privatperson ohne Vereinsbindung konnte man jedoch nur mit bestimmten Händlern in Verbindung treten, die einem dann Auswahlen speziell zum gewünschten Sammelgebiet zuschickten, nicht jedoch Rundsendungen, wo alles Mögliche enthalten sein konnte.

Im Jahr 1984 entschied ich mich dann, mich vom Sammeln loser Briefmarken weitgehend zu trennen und fortan überwiegend Ganzsachen zu sammeln, dabei vor allem solche, die alle anderen Sammler um mich herum nicht interessierten, denn so hatte ich kaum Konkurrenz zu befürchten, wenn ich auf der Suche nach Sammlungserweiterungen war. Ich hatte damals in (West-)Berlin gelebt, wo es allerlei Briefmarkenfachgeschäfte gab, die in ihren Beständen auch solches Material hatten, das ich suchte.

Nach einer gewissen Zeit hatte ich aber fast ausnahmslos alle Händlerbestände durchgearbeitet und stand dann vor der Frage, wo ich weiteres Material herbekommen könnte. Es gab damals vereinzelte Anbieter wie Herrn Ihmann, Herrn Schlake oder Herrn Nörber, die aus eigenen Beständen Rundsendungen zusammenstellten und an kaufbereite Interessenten hinausschickten, da deren Angebote aber nicht immer zu meinen Sammelgebieten passten, mussten andere Quellen erschlossen werden.

Als Erstes wurde ich Mitglied im Berliner Ganzsachen-Sammler-Verein, der bis heute mein überregionaler Heimatverein ist, wo es aber in unregelmäßigen Abständen auch vereinsinterne Belegerundsendungen gegen Bezahlung gibt. Als Zweites trat ich damals in den IPC e.V. Ein, der in Briefmarkenzeitungen Werbung für seine Rundsendungen machte; dort lernte ich damals unseren Sammlerfreund Jahnnusch kennen. Da eines der damals noch bestehenden Briefmarkensammelgebiete Frankreich war, wurde ich zusätzlich noch Mitglied der ARGE Frankreich, wo es ebenfalls Rundsendungen gab, und zwar getrennt nach Marken einerseits und Belegen andererseits. Alle diese Vereinsmitgliedschaften, für die natürlich recht geringe Jahresbeiträge zu zahlen sind, in aller Regel monatlich nur so viel, wie eine Schachtel Zigaretten oder ein Glas Bier kosten, haben mir nicht nur neue Bekanntschaften gebracht, sondern waren kräftig daran beteiligt, meine Sammlungen auszubauen. Es lohnt sich also grundsätzlich auch noch in der heutigen Zeit immer, möglichst überregionalen Vereinen beizutreten, wenn diese Rundsendungen anbieten, die das eigene Sammelgebiet fördern können.

So um die Jahrtausendwende herum rief mich der langjährige Rundsendeleiter der ARGE Frankreich an und machte Werbung für die Rundsendungen des Deutschen Altbriefsammlervereins, die er ebenfalls leitete; so wurde ich auch dort Mitglied und habe es bis heute nicht bereut, gegen überschaubare Jahresbeiträge vielfältige internationale Belegerundsendungen zu überwiegend sehr moderaten Preisen zu erhalten.

Alle diese und sicherlich auch andere Vereinsrundsendungen werden aus Dubletten der Vereinsmitglieder zusammengestellt und dann den Rundsendeteilnehmern gegen Bezahlung angeboten. Diese vereinsinternen Rundsendungen sind also eine Art Verkaufsveranstaltung, dafür in aller Regel überwiegend zum eigenen Sammelgebiet passend. Ich empfehle daher jedem, der ernsthaft sammelt und seine Ergänzungen nicht nur im Abo oder über Auktionsangebote beziehen möchte, solche Vereinsmitgliedschaften, wobei die überregionalen Vereine und Arbeitsgemeinschaften sicherlich die bessere Alternative zu irgendwelchen regionalen Sammlergemeinschaften sind, da diese durch natürlichen Sammlerschwund im Aussterben begriffen sind, was auf die Erstgenannten nicht zutrifft.

Ich bin inzwischen seit vielen Jahren Mitglied bei den Philaseiten und habe hier, vor allem durch viele Beiträge Anderer angeregt, auch eine Liebe zu Poststempeln entwickelt. Da ich seit mehr als 40 Jahren sowieso stets den gebrauchten Zustand einer Marke oder einer Ganzsache vorgezogen habe, da man nur so das Datum der Verwendung feststellen kann, passte das Thema Stempel ganz hervorragend als Ergänzung dazu. Du wirst bei deinen vielfältigen postfrischen Sammelgebieten sicherlich festgestellt haben, dass es immer schwieriger wird, noch passende Ergänzungen für kleines Geld zu bekommen, denn bei rasantem Rückgang von Briefmarkenfachgeschäften, aber auch von Mitgliederbeständen in regionalen Vereinen bietet kaum noch jemand lose Briefmarken für kleines Geld an, von der PPA (Philaseiten-Auktion) einmal abgesehen. Statt dessen bleiben dann meist nur noch die oft preislich völlig überhöhten Angebote bei Ebay, Delcampe, Oldthing usw., bei denen zum gekauften Los auch immer noch irgendwelche, oft völlig überhöhten Portokosten hinzukommen. Da macht dann das Sammneln oft nicht mehr so viel Spaß wie früher.

Vor diesem Hintergrund hatte ich vor allerlei Jahren beschlossen, Belegeüberbestände, die sich bei mir aus verschiedenen Aufkäufen, aus dem fast kalendertäglichen Posteingang, aber auch aus verschiedenen Großspenden für diesen Zweck bei mir angesammelt hatten, kostenlos an mögliche Interessenten aus dem Kreis der Philaseitenmitglieder, aber auch unter Berücksichtigung einzelner Anderer, die mir persönlich als Sammlerkameraden wichtig sind, in Form von Rundsendungen weiterzugeben. Da zuvor schon Jürgen Jahn seinen, ebenfalls kostenlosen, Briefmarkenrundsendedienst ins Leben gerufen hatte, habe ich für meinen Teil Rundsendungen mit nur Belegen gestartet. Der Inhalt setzt sich überwiegend aus Material ab etwa Anfang der 1970er Jahre zusammen, stammt ein großer Teil der Belege doch aus Preisausschreiben- oder Tagespost, es gibt in jedem Paket aber auch immer wieder Ausgefallenes zu entdecken, denn ich versuche stets, den Inhalt abwechslungsreich zu gestalten.

Im Laufe der Zeit sind es immer mehr Teilnehmer geworden, gegenwärtig so etwa 20 an der Zahl. Natürlich kommt es vor, dass jemand in so einer Rundsendung überhaupt nichts findet, das sind aber die Ausnahmen, weil entweder das Sammelgebiet zu klein ist oder derjenige nur noch die ausgefallenen Pretiosen sucht. Wer jedoch ganz allgemein orientiert ist und auch stets nach Poststempeln Ausschau hält, wird wohl auch immer wieder etwas finden, was sich als Entnahme lohnt. Das Einzige, was dabei wichtig ist, ist die Rücksichtnahme auf die, die nach Einem dran sind, weshalb es sich verbietet, alles Interessante zu einem beliebten Sammelgebiet zu entnehmen, denn dann würden ja die Nachfolgenden nichts mehr vorfinden. Sobald ich die Pakete der Post übergeben habe, habe ich keinerlei Kontrolle mehr zu dem, was im Laufe der Rundsendung mit dem Inhalt passiert, das Einzige, was ich am Ende feststellen kann ist die Tatsache, dass in aller Regel mehr als die Hälfte dessen, was ich anfangs beigefügt hatte, verschwunden ist und die Beigaben aller Teilnehmer insgesamt deutlich weniger Platz im Paket einnehmen als das, was ich losgeschickt hatte.

Inzwischen gehen meine Bestände deutlich zur Neige. Ich habe zwar noch die Tagespost der letzten Monate, Reste einer Spende von Michael Mallien und Reste einer Spende aus der Gegend von Mönchengladbach, in zwei Postpakete der Größe M passt aber sehr viel hinein, weshalb ich noch nicht abschätzen kann, ob es noch für zwei oder mehr Rundsendungen ausreicht oder ob ich vielleicht die Packungsgröße verringern sollte.

Nach einer sehr schlechten Erfahrung, die ich leider machen musste, denn schließlich verschenke ich ja die Belege anstatt sie, wie Andere, über die PPA zum Kauf anzubieten, nehme ich nur noch solche Personen als Teilnehmer auf, die sich innerhalb der Sammlergemeinschaft der Philaseiten durch regelmäßige fachliche Beiträge mit auch Bildern bekannt gemacht haben und die sich nicht nur hinter einem Kunstnamen verstecken, sondern ihre Kontaktdaten schon bei der Anmeldung veröffentlicht haben. Wir sind ein Sammlerkreis Gleicher unter Gleichen und da können wir niemanden gebrauchen, der sich nur deshalb bei den Philaseiten registriert hat, um Andere auszuspähen oder als Teilnehmer einer meiner Rundsendungen eines der gut gefüllten Pakete zu unterschlagen und dann nie wieder etwas von sich hören zu lassen, wie es leider schon vorgekommen ist.

Ganz allgemein lässt sich zusammenfassend sagen, dass du auf der Suche nach Briefmarken bei Jahnnusch an der richtigen Adresse bist, wenn du dagegen Belege unterschiedlicher Art suchst, ohne dich vor vornherein schon festzulegen, dann wäre ich gegenwärtig noch der richtige Ansprechpartner.

Viele Grüße
Ingo
 
Quelle: www.philaseiten.de
https://www.philaseiten.de/thema/15745
https://www.philaseiten.de/beitrag/356796