Thema: (?) (11) Marken ablösen: Moderne Privatpost
Stefan Am: 22.09.2011 20:04:55 Gelesen: 13519# 6@  
@ trabantfreund [#1]

Gibt es hier jemanden, der eine Idee hat, wie man die Marken einiger moderner Privatpost-Anbieter vom Papier bekommt?

Vor mehreren Monaten hatte ich ca. ein halbes Kilo Privatpostbriefmarken (Briefstücke) gekauft und zuerst mit beschädigten Briefmarken herumexperimentiert. Dabei bemerkte ich, dass nicht zwingend die Art der Befestigung (nass-/selbstklebend) auf einem Papierstück als erstes Entscheidungskriterium dienen sollte, wie man Marken abweicht. Briefmarken auf Briefstücken sind i.d.R. entwertet, wobei je nach Stempelfarbe für den Handstempel bzw. Frankieranlage beachtet werden muss, dass diese wasserlöslich sein kann. Ausgaben einiger Briefdienstleister sollte man dadurch direkt als (optisch ansprechend zurechtgeschnittenes) Briefstück belassen.

Mehrere Privatpostunternehmen verwenden Frankieranlagen zur Frankierung normaler markenloser Geschäftspost, aber auch zur Entwertung von mit Briefmarken frankierten Sendungen von Privatkunden. Insbesondere ein Frankiermodell bzw. die dazu verwendete Stempelfarbe ist wasserlöslich und verläuft bei Kontakt mit Wasser. Dieses Frankiergerät bzw. die dazugehörende Stempelfarbe kommt auch bei Absenderfreistempeln der DPAG zum Einsatz: Dein Modell von Frankotyp-Postalia, deren Kennung u.a. mit F50; F56 oder F72 beginnt (Bsp.: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=16110#M32 ). Entwertungen mit derartiger Stempelfarbe kommen u.a. häufig auf Marken von Post Modern (Niederlassung Dresden), SVZ Schwerin und RPV Cottbus vor.



Nassklebende Marken lassen sich normalerweise ohne Schwierigkeiten ablösen. Bei selbstklebenden Ausgaben müsste man nach der Druckerei unterscheiden, welche die Briefmarken hergestellt hat. Informationen zur herstellenden Druckerei erscheinen meist in den Neuheitenkatalogisierungen der ArGe Merkur Privatpost. Insbesondere in den Jahren 2005 - Anfang 2008 wurden viele Ausgaben diverser (großer) Briefdienstleister von einer Druckerei produziert. Dazu gehören teilweise u.a. auch die von trabantfreund angesprochenen Ausgaben von PIN, konkret die selbstklebenden Marken der PIN Group (Januar 2007 - Anfang 2008). Diese Marken (Bsp. Motiv Pusteblume bzw. Comicfigur wie Frosch) lassen sich durchaus vom Briefstück ablösen, bedürfen allerdings hinterher einer Sonderbehandlung. Dort muss vorsichtig der selbstklebende Leim mit einer Pinzette häppchenweise vom Markenuntergrund abgezogen bzw. im Einzelfall der Leim mit dem Finger auf der Markenrückseite Millimeter für Millimeter zusammengerollt werden. Die Beschädigungsquote (dünnen Stellen im Papier, sog. "Fenster") bei anfänglichen Versuchen ist bei dieser Methode recht hoch. Marken, die diese Behandlung "überleben", lassen sich hinterher wie auf normalem Wege abgelöste Marken ins Album stecken.

Bei der PIN Group ist im Allgemeinen darauf zu achten, dass die blaue Stempelfarbe von Handstempeln (insbesondere PIN Berlin) durchaus mehr oder weniger wasserlöslich ist (bisher festgestellte Ausnahme: PIN Essen).



@ drmoeller_neuss

Deine angesprochene Variante müsste man einmal bei selbstklebenden Ausgaben verschiedener Briefdienstleister ausprobieren. Hast du noch etwas Pinselreiniger zuhause?

Gruß
Pete
 
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