Thema: Moderne Postgeschichte: Konsolidierer und deren Kodes
Pete Am: 24.10.2011 21:03:01 Gelesen: 655705# 35@  
@ DL8AAM [#33]

Diese Kodierung erinnert mich stark an Privatpost-Sendungen, wie sie mir "ähnlich" von TNT und von der CITIPOST Hannover bekannt sind. Vielleicht hilft ja die Identifikation dieser Kodierung, um den Konsolidierer etwas näher zu kommen? Vermutlich ein Konsolidierer der auch eine Privatpost unterhält? Pete, how ?

@ DL8AAM [#34]

Bleibt noch die Frage nach der rückseitigen Nicht-DPAG rosaroten Kodierung ...

Erst einmal danke für die Info, zu wem die Nummer K4005 gehört. :-)

Zum Thema Codierung und Konsolidierung:
Du liegst mit dem Gedankengang nicht so falsch, dass ein Konsolidierer eine Privatpost unterhalten könnte. In relativ vielen Fällen gilt die Gleichung in umgekehrter Reihenfolge: 1. Briefdienstleister und 2. Konsolidierer.

Große Konsolidierer sortieren die vom Absender eingelieferten Sendungen nicht per Hand sondern maschinell nach dem ausschlaggebenden Kriterium, um im Nachhinein den Nachlass auf das Porto der Deutschen Post zu erhalten - dem Postleitbereich, erkennbar an den ersten beiden Ziffern der Postleitzahl. Als Zeichen der maschinellen Sortierung wird rückseitig eine Codierung aufgebracht. Vorderseitige Frankier- (bzw. Codiermerkmale wie Codierbalken und UPOC) sind eher hinderlich, sofern diese in die von der DPAG beanspruchte Frankierzone hineinreichen (und in solch einem Fall im Nachhinein manuell einzeln überklebt werden müssten).

Bei Mitbewerbern der DPAG dient die Codierung auf der Briefrückseite zusätzlich zur vorderseitigen Codierung einer besseren bzw. gründlicheren maschinellen Sortierung. Bei Konsolidierungsbriefen ist eine vorderseitige Kodierung durchaus hinderlich und nicht alle Sendungen sind im ersten Durchlauf maschinenlesbar. Ich kann mir gut vorstellen, dass die rückseitige Codierung vor allem für einen zweiten Sendungslauf benötigt wird, bei dem
- Sendungen sortiert werden, die im ersten Durchlauf nicht maschinenlesbar waren und am PC nachbearbeitet wurden und/oder
- im zweiten Sendungsdurchlauf eine Feinsortierung nach Postleitbereich gewährleistet werden soll, nachdem im ersten Durchlauf auf z.B. die Postleitbereiche 01- 09; 10- 19; 20- 29; sortiert wurde, während die Briefsortiermaschine bereits die vollständige Postleitzahl im ersten Durchlauf einlas und in der Codierung auf der Briefrückseite verewigte.

Für den zweiten Punkt muss man auch den Platzbedarf einer Briefsortiermaschine für C6-Briefe bedenken. Bei ca. 95 Postleitbereichen bundesweit bedarf es (je nach Briefsortierschema) einer entsprechenden Anzahl an Sortierfächern, in denen nach Postleitbereich vorsortierte Sendungen landen; hinzu kommen Fächer für nicht maschinell lesbare Sendungen und ggf. einige sonstige Fächer.

Aufgrund der bisher gezeigten Codierung (auf der Briefklappe der Briefrückseite) kann ich nur vermuten, dass die Codierung durch das C6-Briefsortiermaschinenmodell des Herstellers Böwe, Bell & Howell aufgebracht wurde. Sendungen anderer Konsolidierer weisen eine vergleichbare Codierung in der Mitte der Briefrückseite auf (vermutlich verursacht vom C6-Briefsortiermaschinenmodell des Herstellers Pitney Bowes).

Die auf konsolidierten Sendungen normalerweise erkennbare fortlaufende Nummerierung sowie K-Nummer dürfte, sofern aufgespritzt, in einem nachgelagerten Arbeitsgang bzw. weiteren Sendungsdurchlauf ebenfalls von einer Briefsortiermaschine aufgebracht worden sein.

Gruß
Pete
 
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