Thema: (?) (21) Rumänien: Ein seriöses Briefmarkenland ?
10Parale Am: 11.01.2013 17:45:57 Gelesen: 13688# 3@  
Liebe Rumänien-Sammler,

was hier beschrieben wird, ist für den Sammler sicherlich bedauerlich. Ich selbst habe jahrelang von der Romfilatelia in Bukarest als Interessent viel Werbepost erhalten, aber als ich nicht anbiss, - die Gründe wurden von Vorgängern beschrieben - blieb die Mühe eines Tages aus.

Ich kenne die Situation in Hermannstadt (Sibiu). Wer am Postschalter steht, braucht Geduld, viel Geduld. Aber in Deutschland ist das ja auch schon so. Es gab (zumindest im letzten Jahr) in Hermannstadt noch ein Seiteneingang im Postgebäude, wo man 2 x in der Woche Öffnungszeiten und Sammlermarken anbot. Jedoch muss man nehmen, was auf Vorrat ist, wer mit der Fehlliste kommt, wird enttäuscht sein. Die Bedienung ist sehr freundlich.

Ich habe es aufgegeben, Neuheiten zu sammeln, was mir durch Kontakte nach Rumänien ins Haus geliefert wird, mache ich gerne zu einem Sammlerstück.

Ich möchte hier auch das Gebaren der Romfilatelia bzw. der rumänischen Post nicht verteidigen. Aber man sollte sich bewusst werden, und hier spreche ich Gedanken aus, die vielleicht in Rumänien gedacht werden, dass dieses Land jahrzehntelang unter dem herrschenden Kommunismus gelitten hat. So, und dann ist plötzlich Kapitalismus und man kann und darf endlich Geld verdienen. Während wir die Sammelleidenschaft seit Jahrzehnten in deutschen Landen üben und gedeihen lassen, hat dort eine Art Frühkapitalismus begonnen, der sicherlich nicht alle Ansprüche bedienen kann. Ich bin ganz und gar nicht einverstanden mit dieser "Ausgabepolitik", wo es fast unmöglich ist, an reguläre Schalterbögen zu kommen. Aber ich akzeptiere den Status Quo. Ich bin auch überzeugt, das sich dieser Status Quo eines Tages ändern wird.

Die Fragestellung dieser Rubrik nach der Seriösität des Briefmarkenlandes Rumänien beantworte ich dennoch positiv. Gerade auch deshalb, weil dieses Land am Rande der EU eine große philatelistische Vergangenheit aufweist. Der abgebildete Einschreibebrief, der mir heute ins Haus geflattert ist, zeigt, das die rumänische Post sich dieser Vergangenheit bewusst ist. Als ich im Jahr 2011 in Rumänien weilte, wollte ich einer Bekannten ihr Briefmarkenalbum abkaufen, denn es befanden sich einige schöne postfrische Marken drin. Sie verlangte einen exorbitanten Preis. Ich habe gesagt, dass mir der Preis zu hoch wäre. Sie meinte, ich könnte es mir ja leisten, ich komme aus dem Schlaraffenland Deutschland. Ich habe gelacht und gesagt: "Du hast Recht."

Ich hoffe dennoch, niemand verliert jetzt die Lust an der rumänischen Philatelie.

10 Parale


 
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