Thema: Altdeutschland: Paketbegleitbriefe
Magdeburger Am: 24.02.2013 11:28:28 Gelesen: 83933# 96@  
Liebe Sammelfreunde,

mein eigentliches Interesse gilt der Fahrpost, insbesondere der Versendung von Paketen. Dazu mal 3 Belege an J.P.Landfried in Baden von Magdeburg:

Als erstes ein Beleg vom 15.04.1862. Versendet wurde ein Paket von 3 Pfund 10 Loth.



Die Entfernung beträgt etwa 377 km was ca. 51 Meilen sind. Damit ergibt sich die Progressionsstufe 13 (48 bis 52 Meilen nach 2. Vertrag des DÖPV). So läßt sich nun auch die Gebühr berechnen:

2 Pfennige * 4 (angefangene Pfunde gelten als volle) * 13 (Progressionsstufe) = 104 Pfennige = 8 Sgr 8 Pfennige, was auf 8 3/4 Sgr aufzurunden war.

Am 06.05.1862 wurden nur ein 11 Loth schweres Paket versendet und hier würden nach obriger Formel nur 26 Pfennige heraus kommen. Jedoch wurde hier der Mindestfahrposttarif von 6 Sgr fällig.



Dazu die Siegelseite:



Beiden Belegen ist gemeinsam, dass dies vom Absender bar bezahlt wurden und auch siegelseitig nicht die Progressionsstufe notiert wurde.

Am 05.05.1862 war es ein 13 3/20 Loth, welches 175 Reichsthaler 6 1/2 Sgr in Gold enthält, auf Reisen gegangen.



Im Gegensatz wurde hier die Progressionsstufe 13 siegelseitig notiert.



Da er Porto aufgegeben wurde, hätte er spätestens vom ausgebenden Postamt taxiert werden müssen, was hier jedoch unterblieb! Auch hier wäre der Mindestfahrposttarif für das Gewicht fällig, also 6 Sgr = 21 Kreuzer. Dazu ist noch die Werttaxe von weiteren 6 Sgr = 21 Kreuzer hinzu zu rechnen. Damit ergeben sich ohne Bestellgeld 42 Kreuzer.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
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