Thema: Belege deutschsprachiger Versicherungsunternehmen
juni-1848 Am: 09.05.2013 12:24:06 Gelesen: 22437# 10@  
Heute legen wir einen der NORDSTERN Allgem. Versicherungs-AG vor:



Der Generalagent der Nordstern Allg. Versicherungs-AG aus Gera (Reuß) teilt einem Versicherungsnehmer in Buttstädt mit, daß sich entsprechend des Eingangs seiner Postscheckzahlung die Versicherungssumme der Inhalts-Versicherung auf nunmehr 5.400 Millionen Mark erhöht habe.

Damals konnten "zeitgemäße Nachversicherungen" sogar "formlos per Postkarte" beantragt werden und wurden dann ohne weitere Verschwendung von Mehrfachdurchschlägen als "Versicherungsschein-Nachtrag per Postkarte" policisiert ! Mit dem heutigen Protokollaufwand schlichtweg undenkbar.

Bei der Frankierung wurden die beiden Standardwerte für Fernpostkarten und Fernbriefe der vorherigen Portoperiode aufgebraucht:

100.000 Mark Queroffset (Mi. 257 im senkr. 3er-Streifen, Feld-Nrn. 4,9,14) und
250 Tausend Aufdruck auf 500 M hellrot (Mi. 295, senkr Paar).

Die Mi. 257 trägt den Plattenfehler III, bei der Mi. 295 ist die "0" des Aufdrucks 250 oben rechts gebrochen.

Die Karte wurde kurz vor Schalterschluß am Paketschalter aufgegeben: "GERA \ -4.10.23.7-8N \ * (Reuß)1 P". Die Entwertung erfolgte dort mit einem "Grobsendungsstempel".

Da die Unterstreichungen des rückseitigen Schreibmaschienentextes auf die Vorderseite der Karte durchgeschlagen sind, können wir feststellen, daß die Aufdruckmarken vorher, die Queroffset hingegen erst später nachgeklebt wurden. Das Nachkleben nahm wohl schon der Absender vor, da die großformatigen Queroffsetmarken an Paketschalten eher seltener verwendet wurden.

Ein in roten Farben leuchtendes Dokument reinsten Bedarfs aus der Infla-Zeit.

Bis bald.

(Datenbank # 2229)
 
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