Thema: (?) (1736) Altdeutschland Bayern: Schöne Belege
bayern klassisch Am: 27.08.2014 13:56:49 Gelesen: 435608# 390@  
Liebe Sammlerfreunde,

eine der Marken, um die sich einige Geheimnisse ranken, ist eine der häufigsten von Bayern überhaupt, die Nr. 9.

Die wichtigsten farblichen Merkmale dieser Marke möchte ich hier nach dem Erhalt einer Prüfsendung des lieben Franz Stegmüllers kurz aufzeigen.

Der Standard im Farbenbereich ist die sog. 9a, eine Marke mit schwankendem Rot. Hier ein Beispiel:



Der Brief von Regensburg nach Straubing aus dem Jahr 1865 zeigt einen guten Druck bei mittlerem Rot.

Interessanter Weise lief der Brief auch in die andere Richtung, jedoch wollte hier der Absender nichts dafür bezahlen. Weil der Brief im Rahmen seiner Rundreise auch noch erheblich an Gewicht zugenommen hat, wog er doppelt schwer und kostete so statt 6 Kr. Franko nun 12 Kr. Porto seinen Empfänger.



Seltener, aber weiß Gott keine Rarität, ist die sog. 9b, die dunkelrote Schwester der 9a.



Hier auf Brief aus Augsburg vom 5.9.1866 an den Baron von Welser, ein berühmtes Handelshaus für Kaiser und Könige im ausgehenden Mittelalter (Fugger und Welser zu Augsburg). Man achte auf die schöne Farbe und den guten Druck auf sättigendem Papier.

Zu den kleinen Seltenheiten gehört aber die sog. 9c, eine Marke, die sich viele Sammler im Album wünschen, aber die nicht viele haben, jedenfalls nicht in schön, oder gar auf Brief.



Hier ein frisches Stück aus Ludwigshafen am Rhein vom 10.12.1867 nach Otterberg in typischer dunkler Farbe auf dickem, kartonartigen Papier, welches die Farbe nicht gut aufnahm und daher etwas spröde Drucke hinterließ.

Die 2. Besonderheit liegt im Aufgabestempel, den sehr seltenen Typ "7 A" von Ludwigshafen. 7 A wird mit 7 Uhr Abends gedeutet, doch gibt es in der Primärliteratur keine Hinweise auf diese Halbkreisstempeltype überhaupt.

Es gibt nur wenige Orte Bayerns, die überhaupt mit dieser Stempeltype bedacht wurden und Ludwigshafen dürfte der seltenste davon sein - ich kenne den Stempel nur von Ende 1866 in wenigen Abschlägen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
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