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Thema: Zehnfachfrankaturen 1948 mit Briefkastenleerung bis 10 Uhr
alemannia Am: 27.03.2017 16:45:54 Gelesen: 2766# 1 @  
Hallo zusammen.

wer kann mir die folgende Frage beantworten?

In meinem alten Michel Briefe-Katalog 2005/06 werden unter der Zuordnung Alliierte Besetzung/Zehnfach-Frankaturen Belege vom 21.6.1948 (Ende der Gültigkeit der in RM bezahlten Marken 1:1) und 23.6.1948 (Ende der Gültigkeit als Zehnfach-Frankatur) nur mit Stempelabschlag bis 10 Uhr bewertet.

Grundsätzlich ist mir schon klar, dass eine zeitliche Einschränkung angebracht war, aber warum bis 10 Uhr?

Sicherlich war an diesen Tagen ein besonders hohes Postaufkommen vorhanden, wobei bei den Zehnfachfrankaturen die Portrichtigkeit durch Addition der alten RM-Marken sicherlich vor dem Stempelabschlag zeitaufwendig war.

Mir sind Belege bekannt, die ich als echt und echt gelaufene Belege beurteile, aber einen Aufgabestempel der Tage nach 10 Uhr ausweisen.

Wären diese anders zu bewerten?


Gruß

Guntram
 
Max78 Am: 27.03.2017 17:43:33 Gelesen: 2745# 2 @  
Hallo Guntram,

in Kürze meine Meinung dazu, da man solche Bewertungen meines Erachtens ein wenig "subjektiver" betrachten sollte. Ich habe schon lange aufgehört, die Michel-Bewertungen 1 zu 1 zu sehen. Wenn Du als erfahrener Sammler, der sich in seinem Spezialgebiet sehr gut auskennt, der Meinung bist, dass es sich um eine Rarität (Kuriosität) handelt, dann wird das im Michel bestimmt nicht immer gesondert bewertet. :-)

Bei der Uhrzeit 10 Uhr geht es lediglich um die erste Briefkastenleerung vom 24.6.1948. Ich denke, dass diese Belege von Seiten Schwaneberger eine gesonderte "Bewertung" von mindestens 100 € verdienen, da es sich mit dieser Leerung ähnlich wie mit einer "Ersttagverwendung" verhält.

Alle späteren Zehnfachfrankaturen der Tage danach sind natürlich auch zeitgemäß und Kuriositäten lassen sich auch dort finden. "Offiziell" waren die Zehnfachfrankaturen vom 24.6.48 bis 31.7.1948 möglich.

mit Grüßen Max, der hofft, Deine Frage richtig verstanden zu haben
 
alemannia Am: 27.03.2017 18:09:13 Gelesen: 2730# 3 @  
Hallo Max,

da ich spezifisch die Bizone (Amerkanisch-Britische Zone) meine, passt der 24.6.48 natürlich nicht, da waren die alten RM-Marken in der Bizone frankaturungültig.

Aber sicherlich macht meine Frage auch für West-Berlin bzw. Ost-Berlin und SBZ Sinn, wo ja die Möglichkeit der Frankatur mit den alten Marken 1:1 am 24.6.48 aus der ersten Briefkastenleerung bis 10 Uhr und eine Zehnfachfrankatur bis 31.7.1948 möglich war.

Meine Frage zielt eigentlich nur auf die Festlegung 10 Uhr, warum nicht 11 Uhr?

Nur der stempelnde Postbeamte konnte doch eigentlich beurteilen, was aus der 1. Leerung stammte, musste aber auch noch die "normale" Tagespost, auch nach 10 Uhr, seiner Dienststelle mit Stempel abschlagen.

Wie ich schon schrieb, schätze ich das Postaufkommen an diesen Tagen als hoch ein, insbesondere auch die Menge an "gemachten" Belegen von Sammlern.

Gruß

Guntram
 
JohannesM Am: 27.03.2017 19:06:27 Gelesen: 2714# 4 @  
@ alemannia [#5]

Die Frist endete ja eigentlich um 0.00 Uhr, aber da nicht beweisbar war, wann der Brief im Kasten landete hat man die Briefe der ersten Leerung noch anerkannt.

Möglicherweise gab es die amtliche Anordnung, das alle Belege der ersten Leerung mit 10.00 Uhr zu stempeln sind - unabhängig von der tatsächlichen Uhrzeit?

Beste Grüße
Eckhard
 
LH-Sammler Am: 22.06.2017 22:09:01 Gelesen: 2621# 5 @  
Zehnfachfrankatur vom 19.6.1948

Habe letzte Tage diesen Brief aus Seppenrade (heute Lüdinghausen/bei Münster) letzte Tage gekauft. Zuhause habe ich das Stempeldatum dann mit 19.6.1948 entziffert. Habe bislang nirgendwo etwas über das Datum 19.6. gelesen. Wer kann helfen?

Gruß Hans-Jürgen.


 
JohannesM Am: 22.06.2017 22:27:59 Gelesen: 2606# 6 @  
@ LH-Sammler [#5]

Der 19.6.48 war ein Samstag, normalerweise hätte man noch bis Sonntagnacht zum zum alten Tarif (24 Pf.) frankieren können, vielleicht wußte das der Absender nicht, wahrscheinlicher ist aber, das der Postler am Montag vergaß das Datum zu verstellen.

Beste Grüße
Eckhard
 
alemannia Am: 22.06.2017 23:00:01 Gelesen: 2589# 7 @  
Hallo zusammen,

der Tarif für einen Fernbrief Inland war auch über den 20.6.1948 hinaus mit 24 Pfennig bis 31.8.1948 unverändert.

Die Möglichkeit der Frankatur mit 1 Marke zu 24 Pfennig der II. Kontrollratsgabe endete allerdings mit der 1. Briefkastenleerung am Montag, dem 21.6.1948.

Danach waren die Marken nur noch zeitlich beschränkt mit 1/10 als Zehnfachfrankatur gültig.

Gruß

Guntram
 
GSFreak Am: 12.03.2019 23:44:07 Gelesen: 1290# 8 @  
Hier eine 12 Pf. Ganzsache II. Kontrollratsausgabe (P 962) mit 9 Ganzsachenausschnitten (alle ebenfalls P 962) als Zehnfachfrankatur. Ortswerbestempel (16) MARBURG vom 23.06.1948, 10 Uhr.



Gruß Ulrich
 
alemannia Am: 13.07.2020 14:49:08 Gelesen: 611# 9 @  
Bahnpost: Zehnfachfrankatur vom 23.6.1948 aus der ersten Briefkastenleerung

Hallo zusammen,

in welcher Form erfolgte die Behandlung von zehnfachfrankierten Bahnpost-Belegen am 23.6.1948?

Grundsätzlich waren Zehnfachfrankaturen aus der ersten Briefkastenleerung des 23.6.48 zulässig.

Bahnpost-Stempel weisen keine Uhrzeit aus.

Wurden bei Strecken, die am Tag mehrfach befahren wurden,ab der 2. Befahrung die Zehnfachfrankaturen beanstandet?

Oder denke ich da einfach zu speziell?

Hier zwei Belege vom 23.6.1948:



Der erste Beleg lief als Zehnfachfrankatur, der zweite wurde mit einer neuen 44 I zusätzlich frankiert.

Gruß
Guntram
 
JohannesM Am: 13.07.2020 19:26:59 Gelesen: 553# 10 @  
@ alemannia [#9]

Hallo Guntram,

die Briefe wurden wohl in den Briefkasten am Zug eingeworfen und da wird es wohl im Ermessen des Bahnpostlers gelegen haben ob er die Frankatur akzeptiert. Falls man über einen Fahrplan von 1948 verfügt könnte man ja mit Hilfe der Zugnummer feststellen, ob das der erste Zug war.

Beste Grüße
Eckhard
 
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