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Thema: Portugal Klassik bis zum Jahr 1900
Das Thema hat 97 Beiträge:
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Pepe Am: 22.02.2018 19:51:42 Gelesen: 4147# 73 @  
Nun folgen die ersten gezähnten Marken aus dem Jahr 1867



1867 11 05, Mi 25, schwarz, gezähnt 12½, siehe [#60] ff

Nette Grüße Pepe
 
Pepe Am: 23.02.2018 21:03:47 Gelesen: 4102# 74 @  
Hier fällt im rechten Schriftband die Unterbrechung der Außenlinie auf. Plattenfehler oder Zufall?





1869 04, Mi 27, olivbraun; 1867 09 09, Mi 28, rosa

Für um die 150 Jahre alten Stücke erstaunliche Farbfrische. Dies kann ja von der gesamten Portugal Klassik behauptet werden.

Nette Grüße Pepe
 
Michael Ehrig Am: 25.02.2018 20:11:50 Gelesen: 4040# 75 @  
@ Pepe [#74]

Die Unterbrechung der Außenlinie ist einer von mehreren für die Type VI typischen Defekte des Druckstempels. Diese Defekte treten, wie gesagt, wegen des Einzeldruckverfahrens im gesamten Bogen von 28 Marken auf. Nicht jede Marke der Type VI zeigt jedoch immer alle Defekte, da sich diese erst im Laufe der Zeit durch Beschädigungen des Druckstempels einstellten oder sich Einkerbungen oder Kratzer im Druckstempel während des Druckprozesses mit Farbresten zusetzten. An der von Dir gezeigten 5 Réis-Marke der Type VI zeige ich die darauf sichtbaren Defekte mit der entsprechenden Kennzeichnung nach Vieira (in Kleinbuchstaben):



Deine Marke zeigt also die Defekte a, d, e, f, g, h, während sie die Defekte b, c und i, die bei der Type VI auch vorkommen können, nicht sichtbar sind.

Wie es sich mit den Typen der Druckstempel und den Defekten verhält ist der speziellen Produktionsmethode geschuldet. So handelt es sich bei der Herstellung der Druckstempel um ein mehrstufiges Verfahren. Ich beschreibe hier mal kurz den Herstellungsprozess bei den Ausgaben für die Marken mit geschweiften Wertbändern bzw. Wertbändern in Türbogenform.

A) Zunächst wurde der Königskopf aus einem Stück Metall in erhabener Form geschnitten/gefräst.
B) Das Metallstück (Punção Reprodutor Original = Originaler Reproduktionsstempel) mit dem plastisch gearbeiteten Königskopf wurde sodann gehärtet und dann in ein Stück weichen Metalls eingeprägt.
C) Dieses weiche Metallstück (Matriz Geral = Allgemeine Matrize) enthielt nun den Königskopf in vertiefter Form, sonst war es glatt.
D Der Graveur gravierte nun den Rest der Markenzeichnung, jedoch ohne die Wertziffern, in die Allgemeine Matrize ein. Die Allgemeine Matrize wurde nun gehärtet.
E) Von dieser gehärteten Matrize wurde mit einem weichen Metallstück ein Abdruck gefertigt, der Allgemeine Reproduktionsstempel (Punção Reprodutor Geral). Dieser enthielt das Markenbild ohne die Wertziffern.
F) Nach dem Härten wurden von diesem Allgemeinen Reproduktionsstempel, wiederum durch Eindrücken in weiches Metall, mehrere Matrizen hergestellt, nämlich so viele, wie der Markensatz an Werten enthielt. In jede dieser Matrizen wurden nun die Wertziffern eingraviert. Anschließend wurde die Matrizen gehärtet.
G) Nun wurde mittels der Matrizen für jede Wertstufe jeweils ein Reproduktionsstempel (Punção Reprodutor) aus weichem Metall hergestellt, der dann wieder gehärtet wurde.
H) Von diesem Reproduktionsstempel wurden nun für jede Wertstufe die Arbeitsstempel (Cunhos do Serviço) hergestellt, die das Markenbild - wie zuvor die Matrizen - als Vertiefungen enthielten.

Die erhabenen Stellen der Arbeitsstempel wurden beim Druckprozess eingefärbt und druckten die Farbflächen wegen des flexiblen Gegenstempels aus Leder, der sich unter dem Papier in der Druckmaschine befand, vertieft in das Papier ein, während die weißen Teile der Markenzeichnung in die farbfreien Vertiefungen des Arbeitsstempels gedrückt wurden und damit als erhaben geprägt erschienen.

Da das ganze Herstellungs- und Druckverfahren nicht gerade materialschonend verlief, mussten sowohl die Arbeitsstempel als auch die Matrizen der verschiedenen Werte abhängig von den Auflagezahlen erneuert werden (also musste der Prozess ab F) bzw. H) wiederholt werden). Da bei der Erneuerung der Matrizen die Wertziffern jeweils neu graviert werden mussten, kam es zu Unterschieden in der Stellung der Wertziffern innerhalb der Wertbänder und damit zu den verschiedenen Typen bei den Ausgaben der geschweiften Wertbänder bzw. Wertbändern in Türbogenform.

Ich hoffe das war jetzt weder zu kompliziert, noch zu langweilig.

Viele Grüße

Michael
 
Michael Ehrig Am: 25.02.2018 20:16:42 Gelesen: 4037# 76 @  
Ein kleines Rätsel hätte ich noch:

Wem fällt etwas an der im Post [#74] gezeigten 20 Réis-Marke auf? Ein kleiner Tipp: Es ist nicht die Markenzeichnung, die mir nicht gefällt.

Die Auflösung und ein paar Bilder gibt es später, muss jetzt mal für die Familie da sein.

Viele Grüße

Michael
 
Pepe Am: 26.02.2018 20:31:53 Gelesen: 3958# 77 @  
@ Michael Ehrig [#75]

Hallo und guten Abend Herr Ehrig,

das hat ja schon richtig Lehrbuchcharakter, was Sie uns hier zum Besten geben. Einfach große Klasse und hier zeichnet sich eben der Fachmann ab. Aber es ist immer wieder erstaunlich, wie tief man in die Materie eindringen kann. Und ein Prüfer muss dies auch tun. Die Philatelie erfordert für Endscheidungskräfte ein horrendes Grundwissen. Ich bin richtig froh über Leute wie Sie, die der großen Gemeinschaft ein Teil Ihres Wissens abgeben. Ich wünschte auch andere Freunde hier im Forum sehen das genauso. Aber an dieser Stelle von mir ein großes Dankeschön und hoffentlich noch viele weitere so tolle Beiträge.

Ein wenig schade, dass in diesem Sammelgebiet leider nur so wenig Leute unterwegs sind. Aufruf an die verehrte Leserschaft - mitmachen und mutig sein, es lohnt sich wirklich.

Ich will demnächst noch ein weiteres Thema eröffnen, da soll es mal um die Norweger Marken gehen. Mal sehen was daraus wird. Einige Gebiete klappen ja richtig gut wie die Schweiz und natürlich Rumänien. Aber wieso funktioniert so wenig bei den Frankreich Freunden? Und Skandinavien scheint ja Schlummerland zu sein. Das aber nur am Rande.

@ Michael Ehrig [#76]

So ist es, zig mal hatte ich diese Marke betrachtet, und nur weil Sie es angestoßen haben, die Zähnung nachgemessen. Und siehe 12½:12½:12½:13½ - eine Mischzähnung, oder?

Noch mal für Alle. Die ½ wird mit der Tastenkombination Alt+0189 geschrieben. Wenn man es lange nicht gebraucht hat, gerät so was schnell in Vergessenheit.

Und nun erst mal einen dicken Holzscheit nachgelegt. Freue mich wenn's weitergeht und nette Grüße
Pepe
 
Michael Ehrig Am: 26.02.2018 23:29:27 Gelesen: 3941# 78 @  
Hallo Pepe,

vielen Dank für die Blumen. :-)

Ich finde es ebenfalls sehr schade, dass sich nur wenige Sammler für dieses doch hochinteressante Sammelgebiet begeistern aber vielleicht gelingt es ja hier den einen oder anderen Sammler zu begeistern.

Zum Rätsel: Genau das meinte ich, die Marke ist links nachgezähnt. Mischzähnungen kamen bei den ersten gezähnten portugiesischen Ausgaben in den Zähnungen 12½ und 13½ nicht vor, die Marken wurden offiziell ausschließlich mittels Kastenzähnung des einen oder des anderen Zähnungsmaßes gezähnt (die geschweiften Wertbänder ausschließlich 12½).

Viele Grüße

Michael Ehrig
 
Pepe Am: 27.02.2018 21:28:28 Gelesen: 3857# 79 @  
@ Michael Ehrig [#78]

Ich überlege immer noch, wie kann ich mir das Nachzähnen vorstellen? War die Marke nun ursprünglich 12½ gezähnt und hat dann jemand noch zwei zusätzliche Zähnungslöcher nachgestanzt? Erscheint mir fast unmöglich. Rechts richtigerweise 16 und links fälschlicherweise 18 Zähnungslöcher. Oder war die linke Seite aus welchen Gründen auch immer gar nicht gezähnt und wurde später nachgezähnt. So recht kann ich das noch nicht verstehen.

Trotz Lücken will ich gleich mal mit der 80 Reis weitermachen. Zum Vergleich mal die geschnittene und gezähnte nebeneinander:



1866, Mi 22 und 1867, Mi 30, beide orange und doch mit vielen Abweichungen

Nette Grüße Pepe
 
Michael Ehrig Am: 28.02.2018 23:32:47 Gelesen: 3820# 80 @  
@ Pepe [#79]

Das mit der Nachzähnung kann man sich so vorstellen (virtuelle Nachzähnung anhand einer typischen 25 Réis-Marke mit beschädigter Zähnung):

Die Marke weist an einer Seite eine defekte Zähnung auf:



Der Zähnungfälscher setzt nun im Bereich des Markenrandes sein Zähnungseisen an:



Nachdem nun der Rand nachgezähnt worden ist, sieht die Marke fast schon wieder "schön" aus:



Jetzt werden die zu langen Zähne noch ein wenig gekürzt und voilà, eine "perfekt" gezähnte Marke. Das bisschen kleinere Format merkt doch keiner und die unpassenden Eckzähne, die werden schon so schnell keinem auffallen - oder?



An der 20 Réis-Marke im Post [#74] kann man das durch die Nachzähnung verkleinerte Markenformat gut im Vergleich mit der daneben abgebildeten 25 Réis-Marke erkennen.

Bei der "Mischzähnung" der 20 Réis-Marke aus dem Post [#74] hat der Nachzähnungsbeauftragte dummerweise zum falschen Zähnungseisen gegriffen. Das passiert übrigens öfter als man denkt.

Viele Grüße

Michael Ehrig
 
Markus Pichl Am: 02.03.2018 22:47:34 Gelesen: 3718# 81 @  
Hallo Herr Ehrig,

meinen herzlichen Glückwunsch zu Ihrem heutigen Geburtstag, alles Gute und Gesundheit für das neue Lebensjahr.

Vielen Dank, für Ihre wertvollen Beiträge und ich hoffe, dass wir hier noch viele von Ihnen Lesen werden.

Habe es eben anderswo gelesen, dass Sie heute am 02.03. Geburtstag haben.

Meine angekündigte Prüfsendung, kommt noch (habe endlich die anderen Marken wieder gefunden).

Beste Grüße
Markus Pichl
 
Pepe Am: 03.03.2018 11:24:28 Gelesen: 3697# 82 @  
@ Michael Ehrig [#80]

Ich schließe mich nachträglich mit besten Grüßen und Wünschen zum Ehrentag an.

Und bedanke mich für die ausführliche Aufklärung über die Zähnungsfälscher. Zeitlich muss dies alles vor 1984 geschehen sein. Denn so lange schlummern die Marken unberührt in meinem Besitz. Bleibt die Frage, was nun tun mit solchen Fälschungen und was wäre damit geschehen, wenn ich diese bei Ihnen zur Prüfung vorgelegt hätte. Auch aus kostentechnischen Gründen. Die Mi 27 steht ja im Katalog mit 120,- M€, aber bei der auch schon vorgestellten Rumänien Mi 5 liegt der Michelwert im fünfstelligem Bereich, welche Kosten entstünden bei Prüfervorstellung?

Die Fälschungsflut, wie man hier ja oft hört wird ohnehin die Philatelie entwerten. Ist halt ähnlich wie die Dieselverfälschung. Zwar hinkt dieses Beispiel, aber die Absätze brechen so dramatisch ein und eines Tages ist diese Technik nur noch Geschichte.



1869 03 .., Mi 31 dunkellila



beide 1867, 07 27, Mi 24 und 11 05, Mi 32, dunkelblau

Von diesen beiden Ausgaben (Wertbänder geschweifte Form) kann ich nichts weiter zeigen.

Nette Grüße Pepe
 
Michael Ehrig Am: 03.03.2018 17:17:20 Gelesen: 3678# 83 @  
@ Markus Pichl und Pepe

Vielen Dank für die Glückwünsche!

@ Pepe

Zur Frage, welche Kosten beim Prüfen einer gefälschten oder verfälschten Marke entstehen, gibt die Ziffer 10.3 der Prüfordnung des BPP folgende Auskunft:

"10.3. Die Vergütung für als falsch oder verfälscht zu kennzeichnende Prüfgegenstände beträgt jeweils bezogen auf einen echten, gleichartigen Prüfgegenstand entweder bis zu 1% des MICHEL-Katalogwertes gemäß Ziffer 10.2., oder wenn ein solcher nicht feststellbar ist, bis zu 2,5 % des Handelswertes, den der Prüfer nach billigem Ermessen schätzen darf. Die Höhe der Mindestvergütung für jede Prüfsendung und jeden einzelnen Prüfgegenstand gemäß Ziffer 10.2. bleibt unverändert."

D. h. also ganz konkret im Falle der Mi 27 beträgt 1% des Katalogwertes 1,50 Euro (bei 150,- Euro Katalogwert). Da dieser Betrag unterhalb der Mindestvergütung nach Ziffer 10.2 der Prüfordnung liegt, würde dann die Mindestvergütung von 3,00 Euro pro Marke erhoben werden. Ziffer 10.2 besagt allerdings auch, dass die Mindestvergütung pro Prüfauftrag nicht unter 25,00 Euro liegen soll. Daher lohnt es sich eigentlich immer bei Marken, die nicht allzu teuer sind, mehrere Stücke zu einer Prüfsendung zusammenzufassen.

Was würde jedoch mit der Marke an sich geschehen? Nun, das ist die Prüfordnung des BPP ebenfalls recht klar in der Aussage, nach Ziffer 7.1 in verbindung mit Ziffer 7.4 bin ich verpflichtet, das Stück rückseitig mit dem Stempel "falsch" und dem dazu quergestellten Prüfzeichen zu versehen. Dass der Marktwert einer solchen Marke dann weit unterhalb des Marktwertes eines Altdiesels ohne Rußfilter liegt, ist offensichtlich.

Viele Grüße

Michael Ehrig
 
Michael Ehrig Am: 03.03.2018 18:40:09 Gelesen: 3669# 84 @  
Doch kommen wir wieder zu einigen Belegen der gezähnten Ausgabe D. Luís I Wertbänder in geschweifter Form. Übrigens ist die Ausgabe portugiesisch als fita curva (gebogene Bänder) wesentlich unkomplizierter benannt.

Hier ein einfacher Inlandsbrief zum Standardtarif von 25 Réis:



Dieser Brief ist ein gutes Beispiel dafür, dass man als Portugal-Sammler, wenn es um Belege geht, durchaus Abstriche an die Qualitätsansprüche machen muss, die man an mitteleuropäisches Material gewöhnlicher Weise zu stellen gewohnt ist. Nicht nur das portugiesische Klima ist der Papiererhaltung nicht gerade zuträglich, zusätzlich zeichnen sich die gezähnten Prägedruckausgaben häufig noch durch Zähnungsmängel aus, die zum Teil darauf zurückzuführen sind, dass viele Postbeamte auch noch Jahre nach der Einführung der Zähnung die Marken mit der Schere aus dem Bogen trennten oder auch dass die Zähnung mit dem Papier und der Drucktechnik nicht wirklich zusammen passte. So konnte es immer wieder passieren, dass sich die Marken beim Trennen aus dem Bogen statt an der Zähnung an der Prägung lösten. Diese Mängel sollten allerdings bei losen Marken nicht toleriert werden, da es davon in der Regel genügend gut erhaltenes Material gibt.

Hier nun ein Brief der zweiten Gewichtsstufe nach Spanien. Aufgrund des Postvertrages von 1863 mit Spanien war es bereits ab dem 1. Februar 1863 möglich, einen Brief bis zum Empfänger zum Tarif von 35 Réis pro 7½ Gramm freizumachen. Zum 1. August 1867 wurde diese Regelung dahingehend geändert, dass nun Briefe pro 10 Gramm Gewicht zum Tarif von 25 Réis freigemacht werden konnten. Der gezeigte Brief ist mit 50 Réis für ein Gewicht von über 10 bis 20 Gramm freigemacht.


 
Michael Ehrig Am: 03.03.2018 19:04:59 Gelesen: 3664# 85 @  
Und hier noch ein leider nicht sonderlich gut erhaltener Beleg über Frankreich nach Hamburg.



Der Tarif von 140 Réis, hier dargestellt durch je eine Marke zu 20 und zu 120 Réis, galt gemäß dem zweiten portugiesisch-preußischen Postvertrag von 1867 ab dem 1. Juli 1867 für einen einfachen Brief bis zu 10 Gramm Gewicht nach Preußen bzw. über Preußen in die Länder des deutsch-österreichischen Postvereins.

Viele Grüße

Michael Ehrig
 
Setubal Am: 03.03.2018 19:29:14 Gelesen: 3657# 86 @  
Hallo ins Forum,

anbei auch ein Brief aus Portugal - nach Para an der Amazonas Mündung in Brasilien.

80 Reis war die Gebühr für einen Übersee Brief bis 10 gr. (1.9.1871 - 30.6. 1877)
Diese Gebühr kam zur Anrechnung für die Beförderung mit einem Schiff, dessen Reederei keinen Postvertrag mit Portugal hatte.



Rolf-Dieter
 
Setubal Am: 03.03.2018 19:33:19 Gelesen: 3655# 87 @  
Zum Vergleich ein Brief, der mit einem "Vertragsschiff" befördert wurde.

Hier betrug die Gebühr im gleichen Zeitraum 150 Reis.



Rolf-Dieter
 
Setubal Am: 03.03.2018 19:40:55 Gelesen: 3652# 88 @  
Und um noch ein bißchen Verwirrung in die Portostufen zu bringen - hier ein Brief mit bezahltem Inlandsporto, belegt mit der 25 Reis Marke und der bezahlten Seegebühr lt. Taxvermerk im aptierten Stempel P.Transatlantico in rot.

In der Portoperiode vom 13.1. 1851 - 30.9. 1859 betrug die Gebühr 120 Reis für einen Brief bis 2 Oitavos (ca 8 gr = 1/4 Unze)



Rolf-Dieter
 
Setubal Am: 03.03.2018 19:47:34 Gelesen: 3645# 89 @  
Bis zum Beitritt Portugals in den Weltpostverein verlangte die portugiesische Post auch für Transitbriefe Zahlung des Inlandsportos für Portugal. Dies bewirkte, dass aus Übersee eintreffende Briefe an Forwarder gingen, die diese Gebühr zahlten und dann der portugiesischen Post übergaben.

Hier am Beispiel eines Briefes aus Rio de Janeiro über Portugal nach Zürich in die Schweiz.



Rolf-Dieter
 
Pepe Am: 05.03.2018 21:47:29 Gelesen: 3606# 90 @  
@ Michael Ehrig [#83]

Ich danke sehr für diese Aufklärung und hoffe nicht mit solchen Fragen zu nerven. Ich weiß ja - heute kann man das alles im Netz verfolgen und schnell abklären. Dennoch meine ich, es wird niemanden schaden hier etwas mehr zu erfahren. Vielleicht lesen ja auch jüngere Sammler oder angehende Sammler mit und denen ist in jedem Fall ein guter Dienst erwiesen. Ich habe den Beizettel mit dem Vermerk 'Zähnung verfälscht' ergänzt und beschlossen die Marke in der Sammlung zu lassen.

@ Michael Ehrig [#84]

Ja diese Briefe sind natürlich herrlich anzusehen. Obwohl ich mich immer frage, hat noch niemand eine Wunderchemikalie gegen Stockflecken erfunden? Man weiß nicht, ob solche Belege noch weitere 100 Jahre überstehen.

@ Setubal [#86] bis [#89]

Wirklich interessante Belege und hier in diesem Thread Salz in der Suppe. Macht Spaß.

Nette Grüße Pepe
 
Pepe Am: 05.03.2018 22:24:05 Gelesen: 3601# 91 @  
@ Pepe [#90]

Bevor die Ausgabe 'Wertbänder in Türbogenform' folgt stelle ich die alten ostdeutschen Katalogseiten LIPSIA vor. Meine Sammlung hat der Altsammler nach diesem Katalog gesammelt und die Prüfer nach diesem geprüft. Michel fasst ja diese Ausgabe in zwei Sätzen zusammen. Überschrift 1870, 12 Werte. 1879, 3 Werte. LIPSIA hat zeitlich in drei Sätzen unterteilt. Folglich stimmen dann die Nummern nicht mehr überein. Und die Prüfungssignaturen passen auch nicht mehr so recht.

Und warum nun der Michel die erste Zähnung von Portugal statt mit Zähnung A mit Zähnung B beschreibt, kann ich nicht nachvollziehen. Der Altsammler hatte damals in Ostberlin schon einen Michel und auf den Beizetteln die Lipsianummer oben und Michelnummer unten notiert. Da wird es unübersichtlich. Beispiele folgen später.



Im Michel werden die Zähnungen mit B, C, D bezeichnet und es folgt noch eine E, welche in den 70igern noch nicht bekannt war. Ich muss alle Zähnungen nachprüfen und scannen.

Bis dahin erst mal nette Grüße Pepe
 
Pepe Am: 20.03.2018 22:08:08 Gelesen: 3244# 92 @  
Und da ist er wieder. Hat etwas gedauert, aber Familie geht vor.

Nun also eine neu gemusterte Ausgabe mit gerade auslaufenden Schriftbändern oder Wertbänder in Türbogenform. Das ging ab 1870 los. Nun wurde auch das Stecherzeichen weggelassen. Zahlreiche Zähnungen wurden eingeführt und erprobt und es kam ab 1871 gestrichenes Papier zum Einsatz. Im Lipsia Kreidepapier genannt. Das ist wohl das gleiche, jedoch ist Kreidepapier noch etwas aufwändiger in der Herstellung und es lässt die Farben noch wirkvoller erscheinen. Mir persönlich erscheint das Kreidepapier hochwertiger in der Qualität.



1871 01 01, Mi 34 x C, schwarz / x gewöhnliches Papier, C gez.: 13½, schwarz ist hier wieder mehr grau



1871 01 15, Mi 35 x C, gelb. Beizettel zeigt oben Lipsia unten Michelnummer. Geprüft wurde damals nach Lipsia von Kretzschmar.

Hier ist die unterschiedliche Katalogisierung verwirrend. Schade und ich wüsste gerne mal wie es die Portugiesen katalogisch regeln.
Und nun kommen auch noch neue Stempelformen hinzu, deren genaue Formbezeichnung ich nicht weiß.?


1875 08 02, Mi 36, beide B 12½ gezähnt, links x normales Papier, rotbraun, rechts y Kreidepapier, lilabraun


1871 04, Mi 37, beide B gezähnt, links x Papier, olivgrün?, rechts y Papier, Farbe?

Nette Grüße Pepe
 
Pepe Am: 21.03.2018 21:35:15 Gelesen: 3220# 93 @  
Die fast letzten Ovalstempel mit Balken und Nummern:



1870 11, Mi 38 x B, rosa; 1871 02, Mi 39 x B, grün.

Beide erschienen nur auf Normalpapier.

Nette Grüße Pepe
 
Pepe Am: 27.03.2018 20:14:29 Gelesen: 3014# 94 @  
Schon wieder tief gesunken und deshalb an die Oberfläche gebracht.



1870, Mi 40 x B, (rot)-orange, linke Marke mit auffallender Beschädigung im Raster oben links ?

nette Grüße Pepe
 
Pepe Am: 29.03.2018 21:29:50 Gelesen: 2959# 95 @  
Zum Frühling noch etwas Gelbes:



1871, Mi 40 y b B, am 20. JAN 92 entwertet

Wiederholung: y = gestrichenes Papier, b = Farbe orangegelb, B = Zähnung 12½

Die Profis lächeln. Aber ein Neuling lernt dazu.

Den Portugalsammlern schöne Festtage und nette Grüße
Pepe
 
Setubal Am: 30.03.2018 10:14:14 Gelesen: 2945# 96 @  
Na, wenn das nicht das gelbe vom Ei ist.

Auch Dir schöne Ostern von so einem Portugal-Begeisterten.

Rolf-Dieter
 
henrique Am: 30.03.2018 14:33:43 Gelesen: 2925# 97 @  
Hallo an alle Portugalfreunde,

auch von mir ein schönes Osterfest.

Zur Information: JA mich gibt es noch, werde mich bald wieder einbringen.

Herzliche Grüße
Henrique
 

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