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Thema: Altdeutschland Oldenburg: Belege
Gernesammler Am: 13.04.2017 19:47:15 Gelesen: 1661# 1 @  
Hallo Sammlerfreunde,

an diesem Brief konnte ich, auch wenn es nicht mein Sammelgebiet ist, nicht vorbei gehen und möchte diesen hier zeigen, es ist ein Brief aus dem Herzogtum Oldenburg.

Schon Anfang des 17. Jahrhunderts wurde durch den Grafen von Oldenburg eine Brief und Fahrpost gegründet, die hauptsächlich von Kaufleuten genutzt wurde. Zu Anfang von privater Hand geführt wurde ab 1800 die Postregie vom Staat Oldenburg betrieben.

Am 1. Januar 1852 schloss sich die oldenburgische Postverwaltung dem Deutschen Postverein an. Sie umfasste 114 Quadratmeilen, hatte 49 Postanstalten, davon 21 Posthalter und 93 Beamte. Ab 1868 gehörte Oldenburg zum Norddeutschen Postbezirk.

Der Brief an Wilhelm Hagendorff vom 2.7.1858 wurde von Oldenburg nach Rastede einem Ort der ca. 1,6 Meilen entfernt ist spediert, gestempelt mit Rahmenstempel Zweizeilig von Oldenburg und auf der Rückseite der gleiche Stempeltyp von Rastede als Ankunftsstempel, auch ist hier ein noch erkennbares Papiersiegel zu sehen.

Das zu verklebende Franko für den Brief für eine Entfernung bis 10 Meilen war eine Marke mit einem Wert von 1/30 Thaler oder 2 2/5 Groschen oder 1 Silbergroschen, diese wurde mit einem Franco Stempel versehen.

Ich habe einmal den Text mit angehangen, sollte hier etwas interessanters stehen würde ich mich freuen wenn mir bei der Auflösung des Textes geholfen werden kann, leider hat jemand auf der Rückseite oberhalb etwas durchgestrichen.

Gruß Rainer



 
olli0816 Am: 07.02.2019 17:16:59 Gelesen: 390# 2 @  
Hallo,

hier geht es um eine Frage zu einem Beleg für die Oldenburg-Spezialisten.

Bei Auction-Galleries Hamburg wurde folgender Brief für 22.000 EURO angeboten:





Folgende Beschreibung dazu:

1859/61: ⅓ Gr. schwarz auf grün, senkrechter Dreierstreifen, farbfrisch, oben voll-, sonst meist sehr breitbandig, blauer K2 «OLDENBURG 2 4 8-1 V» auf Großteil einer Brief-Vorderseite nach Obenstrohe bei Varel, sign. Richter, sowie Foto-Attest Brettl "Dreierstreifen der Nr. 5 gehören zu den großen Seltenheiten", in der Tat sind bis dato 6 Dreierstreifen auf Brief bekannt, dies ist jedoch der einzige senkrechte Streifen!

Dazu der Link:

https://www.philasearch.com/de/i_9255_64152/75_Altdeutschland_Oldenburg/9255-A11-3226.html?breadcrumbId=1549555189.5346&row_nr=18

Unbestreitbar ist ein gestempelter Dreierstreifen Oldenburg Nummer 5 wohl nichts, was der Durchschnittssammler besitzt. Selten ist es also.

Was mir nicht ganz klar ist: Die beiden Teile der Briefvorderseite passen offensichtlich nicht zusammen. Gerade auf der Rückseite ist es sehr gut ersichtlich, auf der Vorderseite ist das "G" an keiner Stelle weitergeführt. Erst dachte ich, dass es verschoben ist, aber das kann auch nicht sein. Dieser Umstand ist im Attest nicht vermerkt und die Losbeschreibung übernimmt das, was im Attest steht.

Wenn man es genauer betrachtet, sind da zwei willkürliche zerrissene blaue Papiere mit Falz aneinandergeklebt. Oder sehe ich das falsch? Soll so etwas werterhöhend sein? Macht das Nichtbeschreiben das Attest nicht fehlerhaft? Außerdem steht im Attest, das der "Brief" nach Varel gesendet wurde. Wie kann man das feststellen, wenn die beiden Briefvorderseitenteile nicht zusammenpassen? Was sagen die Spezialisten dazu?

Grüße Oliver
 
Max78 Am: 07.02.2019 23:12:57 Gelesen: 355# 3 @  
Moin Oliver,

bin zwar kein Spezialist, aber die Teile werden wohl schon zusammengehören (Bescheinigung des Erhalts von Kohle o. Ä.):



Die Formulierung im Attest ist sagen wir mal "geschickt" gewählt. Genau genommen: zwei Briefteile als Großteil einer Briefvorderseite, die offensichtlich in mehr als nur zwei Teile gestückelt wurde. ;-)

Man hat wohl fein säuberlich das weggeschnitten, was den Marken auf lange Sicht hätte schaden können, wollte dabei aber nicht auf die übrig gebliebenen Informationen verzichten (und eine für's Auge ansehnliche "Briefform" wiedererwecken). Bei solch einer Rarität nimmt man das wohl gern in Kauf. Schnittwerk vom aller Feinsten. ;-)

lg Max
 
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