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Thema: Memelgebiet: Echt gelaufene Belege
Mondorff Am: 14.04.2017 11:57:51 Gelesen: 4284# 1 @  
Französische Mandatsverwaltung Klaipéda



R-Brief vom 20.5.1924 ab KLAIPÉDA (Memel) mit rückseitig angebrachten Ankunftstempel LUXEMBOURG-VILLE vom 2.6.1924

Der Brief 2 x mit der Mi.-Nr. 233 frankiert, mit der Anschrift auf der Rückseite des Umschlags, ging an einen bekannten Briefmarkenhändler. Attest ist vorhanden.

Schöne Ostern wünscht
DiDi
 
cilderich Am: 27.05.2017 15:15:00 Gelesen: 4195# 2 @  
Hallo,

eigentlich ist das Memelgebiet ja durchaus ein Modegebiet der letzten Jahre, wie viele Auktionsangebote und oft recht beachtliche Zuschläge zeigen. Allerdings findet man dann oft viele überfrankierte, oder Satz-Briefe. Die sind trotz allem schön und auch nicht häufig, aber ein Brief wie ihn Mondorff zeigt, das ist schon etwas ganz Besonderes. Ich stelle, vielleicht nicht so spektakulär, aber bzgl. der Destination alles andere als häufig, eine gelaufene, portogerechte MeF der MiNr 222 nach Chile vor.

Beste Grüße cilderich


 
Mondorff Am: 27.05.2017 15:48:09 Gelesen: 4186# 3 @  
@ cilderich [#2]

Prima, Cilderich!

DiDi
 
hajo22 Am: 18.09.2017 16:59:42 Gelesen: 3941# 4 @  
@ Mondorff [#1]

Du hast den thread "Memelgebiet" im April eröffnet, einen Brief eingestellt und dann kam nichts mehr von Dir. War das denn alles?



Wertbrief über 5.000 M aus Memel vom 27.2.1923 nach Leipzig, Ankunft 2.3.1923. Die Gewichtsangabe von 238gr wurde auf 235gr reduziert.
Frankatur 170 M, Mi.Nr. 138(3) und 141(2):

Fernbrief bis 250gr. = 90 M
Einschreibgebühr = 40 M
Wertangabe bis 5.000 M = 40 M
-----------------------------------
Gesamt = 170 M
 

hajo22
 

Pete Am: 03.10.2017 12:02:05 Gelesen: 3858# 5 @  
Zwar nicht aus Memel, dennoch nach Memel gelaufen nachfolgend eine Paketkarte von 1922:



Hierbei handelt es sich um die Paketkarte für ein Paket mit einem Gewicht von 9,5 kg, welches am 28.09.1922 in Gommern (Bezirk Magedeburg) aufgegeben wurde. Die Karte wurde mit fünf Exemplaren der Mi-Nr. 157 von 1921 mit einem Porto von 50,00 Mark frankiert, welche seinerzeit lediglich im Innendienst aufgebraucht werden durften. Die Germania-Briefmarken selbst wurden wenige Wochen später zum 31.10.1922 ungültig.

Das Paket erhielt den Leitvermerk "Tilsit" in Ostpreußen als Grenzort und gelangte am 06.10.1922 in die Hauptpost von Memel, wo ein Tagesstempel des Gerätes mit dem Unterscheidungsbuchstaben c abgeschlagen wurde. Einem Aufkleber auf der Vorderseite nach wurde das eigentliche Paket als zollpflichtig deklariert, rückseitig befindet sich ein Handstempelabschlag des Zolls.

Gruß
Pete
 
Cantus Am: 11.09.2019 00:35:06 Gelesen: 1650# 6 @  
Von mir eine Postsache, am 27.3.1939 vom Postamt Memel nach Berlin-Köpenick gelaufen.



Viele Grüße
Ingo
 
Pete Am: 13.09.2019 10:54:06 Gelesen: 1620# 7 @  
@ Cantus [#6]

Von mir eine Postsache, am 27.3.1939 vom Postamt Memel nach Berlin-Köpenick gelaufen.

Besonderheit: Die Stadt Memel inkl. Umland wurde fünf Tage zuvor, d.h. am 22.03.1939 von Litauen an das Deutsche Reich übergeben [1], nachdem der Staat Litauen dazu genötigt wurde.

Im Hauptpostamt in Memel lagen offensichtlich noch einige alte deutsche Tagesstempel aus der Zeit vor der französischen Verwaltung (Januar 1920 - Januar 1923) vor, welche mit der Gebietsübergabe aus der Schreibtischschublade geholt und erneut zum Einsatz kamen. Der gezeigte Stempeltyp aus Memel mit dem Unterscheidungsbuchstaben b wurde zwischen ca. 1890 und 1905 produziert (und vermutlich seinerzeit auch nach Memel ausgeliefert). Ende der 1930er Jahre waren bereits andere Stempelformen in der Produktion aktuell.

Gruß
Pete

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Klaip%C4%97da
 
Pete Am: 14.12.2019 17:30:34 Gelesen: 515# 8 @  
Wenn man genau darauf achtet, findet man gelegentlich Paketkarten aus dem Deutschen Reich, adressiert an den Ort Memel aus der Zeit der Verwaltung der Interalliierten Kommission (1920-1923), ein Beispiel siehe in Beitrag [#5] bzw. Thema in [1]. Nach Auslieferung des zur Paketkarte gehörenden Paketes verblieb die Paketkarte selbst beim ausliefernden Postamt und wurde dort eine gewisse Zeit archiviert. Man sollte meinen, dass diese Bestände des Postamtes Memel seinerzeit (nach Ablauf der Lagerfrist ?) in Sammlerhand gelangt sind.

Während Paketkarten aus dem Memelgebiet nach dem Ort XYZ aus dieser Zeit gut und teuer sind (zwei- bzw. dreistelliger Eurobetrag - ja nach verklebter Frankatur und Erhaltungszustand), kann man aus dem Deutschen Reich nach der Stadt Memel adressierte Paketkarten durchaus für einen mittleren einstelligen Eurobetrag in den Belegekisten finden, so wie das nachfolgende Beispiel, gefunden auf der diesjährigen Briefmarkenmesse in Sindelfingen.

Nachfolgend eine Paketkarte aus der Anfangszeit der Interalliierten Verwaltung von 1920:



Paketkarte vom 17.01.1920 aus Berlin-Lichterfelde nach Memel, Paketgewicht von 2 (?) kg, rückseitig Durchgangsstempel aus Memel vom 22.01.1920, Unterscheidungsbuchstabe c

Das Memelgebiet wurde wenige Tage zuvor, am 10.01.1920, aufgrund des Inkrafttretens des Versailler Friedensvertrages unter internationale Verwaltung gestellt.

Gruß
Pete

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=12434&CP=0&F=1
 
hajo22 Am: 14.12.2019 17:59:32 Gelesen: 509# 9 @  
@ Pete [#8]

Glück gehabt! Je nach Frankatur liegen die "eingehenden" Paketkarten aus dem Deutschen Reich meist bei 10 bis 20 €.

Hier eine Memel-Paketkarte aus dem Jahr 1922 nach Berlin. Solche Paketkarten liegen schon meist im unteren 3-stelligen Bereich, unabhängig von der Frankatur.



Schönen 3. Advent,
hajo22
 
Mondorff Am: 14.12.2019 23:03:35 Gelesen: 481# 10 @  
@ hajo22 [#4]

"Du hast den thread "Memelgebiet" im April eröffnet, einen Brief eingestellt und dann kam nichts mehr von Dir. War das denn alles?"

Ja Hajo. Habe den Beitrag erst jetzt wieder entdeckt. Der Brief ist aus "meiner" incomming-mail-Sammlung, in der sonst nichts von der Memel steckt.

Pardon
DiDi
 
hajo22 Am: 14.12.2019 23:17:18 Gelesen: 478# 11 @  
@ Mondorff [#10]

Dann liegt ein Mißverständnis meinerseits vor. Ich dachte Du wolltest generell Memelbelege zeigen. An ausschließlich incoming Belege nach Luxemburg hatte ich nicht gedacht, ich hatte mich schon gewundert. Nichts für ungut.

Bonsoir et à bientôt,
hajo22
 
Pete Am: 15.12.2019 10:39:16 Gelesen: 453# 12 @  
@ hajo22 [#9]

Hier eine Memel-Paketkarte aus dem Jahr 1922 nach Berlin. Solche Paketkarten liegen schon meist im unteren 3-stelligen Bereich, unabhängig von der Frankatur.

Ein sehr schönes Stück. :-)

Die Messe in Sindelfingen förderte in den günstigeren Belegekisten auch die beiden nachfolgenden Exemplare zutage.

Beleg 1: in Ergänzung zum gezeigten Exemplar aus Beitrag [#6]:



mutmaßlich "gemachte" Drucksache zu 3 Pf. aus Memel nach Hamburg, Stempeldatum 22.03.1939, Handstempelabschlag MEMEL **b

Litauen wurde zum 22.03.1939 zwangsverpflichtet, die Stadt und die Umgebung von Memel an das Deutsche Reich zurückzugeben.

Beleg 2: Nicht nur in der Stadt Memel sondern auch in der Umgebung wurde zumindest in einem Fall der alte Poststempel aufbewahrt und 1939 nach der Eingliederung des Memelgebietes in das Deutsche Reich aus der Mottenkiste geholt:



Postsache aus Drawöhnen (Memelgebiet) vom 15.04.1939 nach Riesa (Sachsen)

Zur Stempelung der Postsache wurde ein Handstempelgerät aus dem kleinen Dorf Drawöhnen (litauisch: Dreverna) verwendet, welches zwischen 1920-1922 in der Zeit der alliierten Verwaltung neu beschafft wurde (daher die Stempelinschrift "MEMELGEBIET").

Gruß
Pete
 
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