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Thema: Deutsches Reich Brustschild frankierte Belege
Markus Pichl Am: 30.04.2017 13:12:35 Gelesen: 5364# 1 @  
Hallo,

zum Themenstart möchte ich ein schönes "Briefpaar" zeigen. Beide Briefe sind von Berlin nach Wiesbaden an selbigen Empfänger gerichtet.

Inlandsbrief mit 1 Groschen großer Brustschild und Stempel "BERLIN * P.A.46. 10/2 73" nach Wiesbaden. Der Brief ist vollständig erhalten und wiegt ca. 7,5 g, er ist somit portorichtig freigemacht.



Recommandirter (eingeschriebener) Inlandsbrief mit 1 u. 2 Groschen großer Brustschild und Stempel "BERLIN P.A.46. * 28/1 73" nach Wiesbaden. Auch dieser Brief ist vollständig erhalten und er wiegt ebenfalls ca. 7,5 g (in die I. Gewichtsstufe fielen alle Briefe, mit einem Gewicht von bis zu 15 g). Die Reco-Gebühr kostete zu dieser Zeit 2 Groschen. Neben die Frankatur ist der Aufgabestempel nochmals nebengesetzt sowie der einzeilige Zackenrahmenstempel "Recomandirt." und die handschriftlich gesetzte Einschreiben-Nummer "154".



Bei den beiden Briefen handelt es sich um zwei verschiedene Berlin-Stempel der Post-Expedition 46 (bzw. Post-Amt 46). In dem einen Stempel sitzt der Stern links neben "P.A.46.", in dem anderen rechts von der Postamtsziffer. Sie sind im KBHW-Handbuch unter Nr. 648 und 649 gelistet. "KBHW" steht für die vier Autoren Kuphal, Büttner, Hoffmann und Wenzel. Das Handbuch wurde im Jahre 1991 aufgelegt.

MfG
Markus
 
Lars Boettger Am: 30.04.2017 16:52:27 Gelesen: 5333# 2 @  
Michel Nr. 19, großer Brustschild, 1 Groschen von Merzig nach Luxemburg. Der Brief lief über den Bahnhof in Luxemburg nach Redange. Weil damals Rambrouch noch kein eigenes Postamt hatte, ist kein Ankunftsstempel abgeschlagen. Briefe aus der Brustschildzeit nach Luxemburg sind nicht so selten, aber man muss schon etwas suchen, um einen zu finden.

Beste Grüße!

Lars


 
Markus Pichl Am: 30.04.2017 21:21:11 Gelesen: 5293# 3 @  
Hallo Lars,

ja, Postsendungen nach Luxemburg sind immer eine feine Sache. Schöner Beleg, den Du uns zeigst.

Nachstehend eine Postkarte von "WIESBADEN 29 11 73" nach Bad Homburg v.d.H., portorichtig mit einer 1/2 Groschen großer Brustschild frei gemacht. Bis einschließlich dem 30.06.1872 betrug das Porto für eine Postkarte 1 Groschen (bzw. 3 Kreuzer), ab dem 01.07.1872 nur noch 1/2 Groschen (bzw. 2 Kreuzer).



Auf der Rückseite wurde noch am selbigen Tag der Ankunftsstempel in Bad Homburg abgeschlagen, hierzu wurde der alte Taxis-Stempel verwendet. Die Zustellung erfolgte am nächsten Tag und dies wird durch den Distributionsstempel (Briefträgerstempel) "D 1 30/11" belegt. Die Distributionsstempel, welche in verschiedenen Orten des ehemaligen Thurn und Taxischen Postgebiet verwendet wurden, stammen ebenfalls aus der Taxiszeit.

MfG
Markus
 
Lars Boettger Am: 30.04.2017 23:42:10 Gelesen: 5262# 4 @  
@ Markus Pichl [#3]

Hallo Markus,

schon deutlich seltener ist diese Drucksache aus Köln nach Luxemburg, frankiert mit einer Michel Nr. 2, kleiner Brustschild. Die Marke hat eine recht "raue" Zähnung.

Beste Grüße!

Lars


 
JohannesM Am: 01.05.2017 21:37:57 Gelesen: 5224# 5 @  
Leider nur eine Briefvorderseite mit einem Paar der Mi-Nr. 18 von Delitzsch nach Brehna:



Beste Grüße
Eckhard
 
Totalo-Flauti Am: 01.05.2017 22:53:34 Gelesen: 5212# 6 @  
Liebe Sammlerfreunde,

ich kann Euch einen recommandirten Brief über 15 g bis 250 g von Leipzig nach Wurzen zeigen. Um das notwendige Franco von 4 Groschen (2 Groschen für den Brief über 15 g und 2 Groschen für die Recommandation) abzubilden wurden 2 Marken der Mi. 5 verwendet.

Der Brief wurde am 25. Juni 1872 nachmittags auf der Leipziger Hauptpost aufgegeben. Die Marken wurden mit einem Zweikreisstempel entwertet. Der verwendete K2 in dieser Type ist mir erst ab dem Kaiserreich bekannt. Auf der Rückseite ist ein Wurzener Ausgabe-Stempel am 26.6. abgeschlagen worden.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.


 
stampmix Am: 20.05.2017 08:31:05 Gelesen: 5086# 7 @  
Hallo zusammen,

ein Brief nach den USA wurde am 25.6.1872 in Leipzig aufgegeben und tarifgerecht mit den 1/2- und 2 Groschen-Marken Kleiner Brustschild frankiert.



besten Gruß
stampmix
 
Lars Boettger Am: 20.05.2017 09:19:05 Gelesen: 5076# 8 @  
@ stampmix [#7]

Der Dampfer "Mosel" des Norddeutschen Lloyds lief am 26.6.1875 in Bremen aus. Am 29.6. machte sie einen Zwischenstopp in Southampton und kam am 10.7.1875 in New York an. Der Hapag-Dampfer lief erst am 30.6.1875 aus, das ist m.E. etwas zu spät. Normalerweise hat die Zulieferung von Leipzig nach Bremen innerhalb eines Tages geklappt. Kannst Du den Leitweg durch einen Ankunftsstempel auf der Rückseite belegen?

Beste Grüße!

Lars
 
stampmix Am: 21.05.2017 09:24:54 Gelesen: 5023# 9 @  
@ Lars Boettger [#8]

Hallo Lars,

leider ist die Rückseite des gezeigten Briefes blanco.

Zeigen möchte ich hier einen weiteren Brief nach Amerika, 3 Jahre später und leider in ramponiertem Zustand. Am 28.2.1875 in Berlin aufgegeben und mit den nachverwendeten 1/2 und 2 Groschen Großer Brustschild frankiert, wurde er als "Unzureichend frankirt" behandelt. Rückseitig AKS New York vom 14.5.1875. Leider kann ich nicht erkennen, warum dieser Brief nicht ausreichend frankiert gewesen sein soll.



mit bestem Gruß
stampmix
 
stampmix Am: 24.05.2017 14:34:25 Gelesen: 4974# 10 @  
Hallo zusammen,

am 5.11.1874 wurde dieser Brief in Hamburg aufgegeben und nach Genua gesandt. Tarifgerecht mit 2,5 Groschen frankiert und sauber gestempelt erreichte er Genua am 8.11.1874.



besten Gruß
stampmix
 
frankobollo Am: 28.05.2017 11:12:09 Gelesen: 4892# 11 @  
@ Lars Boettger [#8]

Hallo Lars und alle anderen Brustschildinteressenten,

dieser mit insgesamt 10 Kr (Mi.-Nr. 9 + 10, beide kleiner Brustschild) portorichtig frankierte Brief nach New York wurde am 28.3.1872 in Frankfurt aufgegeben und erreichte sein Ziel nach 13 Tagen am 10.04.1872. Zwar ist der rote NEW YORK PAID ALL-Stempel kaum zu entziffern, aber der rückseitige Ankunftstempel ist etwas aussagekräftiger.



Der zweite Brief mit den großen Brustschildmarken Mi.-Nr. 25 +26 wurde gut zwei Jahre später, am 09.04.1874 ebenfalls von Frankfurt nach New York versandt. Die Beförderung dauerte diesmal insgesamt 16 Tage.



Kannst Du oder auch ein anderer Forumsteilnehmer hier die genauen Schiffswege benennen? Und wo oder von wem wurde der PAID ALL-Stempel üblicherweise verwendet? Außerdem wüßte ich gerne, was der Stempelabdruck rechts neben dem Ankunftstempel des zweiten Briefs zu bedeuten hat.

Schon jetzt: danke für die Hinweise.

Grüße von Frank
 
hajo22 Am: 09.07.2017 15:17:56 Gelesen: 4754# 12 @  


Wertbrief zu 700 RM (Gewicht 25 gr) aus Prostken vom 24.12.1875 nach Königsberg in Preußen, Ankunft 25.12. Es wurde auch an Weihnachten bei der Post gearbeitet.

Frankiert mit 2x2 1/2 Gr. Brustschild (Nr. 29) und 5 Pfge. (Nr. 32).

Mangels Unterlagen kann ich das Porto leider nicht aufdröseln.

hajo22
 
Markus Pichl Am: 09.07.2017 16:18:01 Gelesen: 4740# 13 @  
Hallo hajo22,

ein ganz wunderbarer Brief, den Du uns hier zeigst.

Gemäß ab 01.01.1875 geltenden Postgebühren setzt sich das Porto wie folgt zusammen.

Wertbriefe bis 250 g Gewicht und über 10 Meilen Entfernung kosteten 40 Pfge Porto, hinzu kommt die Versicherungsgebühr von 5 Pfg je angefangene 300 Mark (mindestens jedoch 10 Pfge). Soll heißen, die Entfernung von Prostken nach Königsberg ist über 10 Meilen (= 40 Pfge) und der Wertbetrag ist mit 700 Mk ausgewiesen (3 x 5 Pfge = 15 Pfge). Dies ergibt ein Gesamtporto von 55 Pfge

Die 2 1/2 a. 2 1/2 Gr.-Marke (MiNr. 29) konnte bis einschließlich dem 31.12.1875 als 25 Pfge-Marke aufgebraucht werden. Zwei Stück sind verklebt, dies sind dann 50 Pfge plus die Marke zu 5 Pfge macht zusammen 55 Pfge.

Belege, mit Mischfrankaturen zwischen Freimarken der Ausgaben Brustschild und Pfennige, sind beliebt und es gibt hierzu das im Jahre 1998 von Herrn Wiegand veröffentlichte Handbuch. Darin sind alle bis dahin bekannt gewordenen Mischfrankaturen gelistet, hierzu gehört Dein schöner Wertbrief nicht. Somit ein frischer, bisher nicht gelisteter Beleg. Hinzu kommt, dass die Frankaturkombination MiNr. 29 + 29 + 32 dort auch nicht zu finden ist (dafür zahlreiche andere Belege, mit anderen Kombinationen zwischen MiNr. 29 + 32). Ein weiteres i-Tüpfelchen stellt dar, dass der dort gelistete, am spätesten verwendete ganze Beleg auf den 22.12.1875 datiert (nur ein Briefteil mit MiNr. 19 + 33 datiert noch später, auf den 28.12.75).

Dein wunderbarer Beleg hat bestimmt für viele Sammler einen hohen "Schlabberlechzhabenwillfaktor". Wenn ich vor Hitze nicht schon dahinschmelzen würde, dann würde ich es wegen Deinem Beleg.

MfG
Markus
 
hajo22 Am: 15.07.2017 10:55:37 Gelesen: 4697# 14 @  
@ Markus Pichl [#13]

Danke für die Info zum Wertbrief.

Da Dir offensichtlich diese Mischfrankaturen gefallen, hier noch ein Exemplar:



Faltbriefchen frankiert mit 2 Gr. (Nr.20) und 10 Pfe. (Nr.33) = 30 Pf. für einen Brief nach Frankreich (bis 10 gr.).

Die Marken entwertet mit Hufeisenstempel Strassburg im Elsaß vom 6.4.1875, die Adresse gerichtet in eine Ortschaft (Ortsname kann ich nicht entziffern) im Département Côte d'Or. Grenzübergangsstempel "Allemagne Avric. Paris 7.4.75" und "PD"-Stempel (bezahlt bis zum Adressaten).

hajo22
 
Magdeburger Am: 08.09.2017 17:12:54 Gelesen: 4458# 15 @  
Hallo Zusammen,

hier mal ein Paketbegleitbrief, nicht ganz vollständig:



Höchstwahrscheinlich am 02.02.1872 wurde 2 Loth 30 Gramm schweres Paket vom Amtsgericht Grönenberg, zugehörig zu Melle, nach Magdeburg gesendet. Die Entfernung beträgt 30 Meilen und damit Progressionsstufe 6. Frankiert ist dieser Beleg mit 4 Groschen, wie notiert. Eine Marke ist fast halbiert worden. Meines Wissens wären jedoch 5 Groschen als Mindestfahrposttarif fällig gewesen.

Mir geht es hier jedoch noch um die Paketausgabe, welche im Postamt erfolgte, was mit dem Rahmenstempel A + Posthorn mit Jahresangabe, bestätigt wurde.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 08.09.2017 17:32:07 Gelesen: 4453# 16 @  
@ Magdeburger [#15]

Lieber Magdeburger,

Traumbrief mit tollem Stempel - genau so, wie du ihn suchst.

Briefe mit 4 normalen Marken hat doch jeder - da finde ich diese "Halbierung" umso besser.

Das mit dem Franko von 5 Sgr. ist aber doch etwas sonderbar, weil nicht nachtaxiert.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Heinz 7 Am: 08.09.2017 18:31:27 Gelesen: 4440# 17 @  
@ Magdeburger [#15]

Hallo Ulf,

ich nehme aber an, dass der Absender 4 "volle" Marken verkleben wollte (4 Groschen), nicht nur 3.5. Seine zweite Marke war "einfach" etwas gar schlecht behandelt worden, und der Absender rechnete mit der Grosszügigkeit des Postbeamten (dass dieser diese defekte Marke dennoch voll akzeptiert).

Dass dabei ein Groschen (dennoch) fehlte, das wusste ich gar nicht! Reichten vier Groschen nicht aus?

Heinz
 
Magdeburger Am: 09.09.2017 12:21:17 Gelesen: 4389# 18 @  
@ Heinz 7 [#17]

Hallo Heinz,

m.E. ist der Brief vom Postbeamten selbst mit Marken beklebt wurden. Dies erklärt auch besser, dass die "halbe" Marke anerkannt wurde. Es gab keinen Grund, dies in Magdeburg anzuzweifeln.

@ bayern klassisch [#16]

So weit mir bekannt, galten die Gebühren des Norddeutschen Bundes auch noch zu dieser Zeit. Warum nicht nachgerechnet wurde, bleibt ein Rätsel. Die Siegelseite ist nicht vollständig, wäre jedoch ungewöhnlich wenn dort eine Nachtaxe notiert worden wäre. Dann hätte das Paket auch mit zugestellt werden können.

Hallo Zusammen,

dazu dann noch dieser Beleg:



Dieser Paketbegleitbrief aus Althaldensleben, welcher am 20.02.1872 dort aufgegeben wurde, kam noch am gleichen Tag in MD an. Es lag praktisch um die Ecke, auch ist bekannt, dass es einen regelrechten Postaustausch zwischen beiden Orten statt fand. Hier reichte der Mindestfahrposttarif von 2 Groschen natürlich aus. Der Domkreuzgang liegt gegenüber des Postamtes und so wurde sogar 2 x das Paket zugestellt, dass erst einmal erfolglos am gleichen Tage und am Folgetag klappte es.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
briefmarkenwirbler24 Am: 23.01.2019 17:46:38 Gelesen: 1164# 19 @  
Guten Abend allerseits,

aufgegeben wurde der Brief am 29.11.1872 in "Leipzig Postamt N°2" und adressiert nach Thalwil bei Zürich.

Siegelseitig finden wir einen Transitstempel von Zürich (30.11.) und den Ankunftsstempel von Thalwil vom 01.12.1872.

Zur Frankatur verwendete man 2x Mi.Nr.19, 1 Groschen "Adler mit großem Brustschild", also insgesamt frankogerecht 2 Groschen laut dem Postvertrag vom 01.09.1868 bis zum 30.06.1875 zwischen dem Norddeutschen Bund und der Schweiz.



Ich habe mal spaßeshalber etwas über den Schreiber und den Empfänger des Briefes recherchiert und konnte folgendes finden:



Leon Rosenzweig wurde am 29.07.1840 in Czernowitz (Ukraine) als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren. Er arbeitete zunächst einige Zeit selbst als Kaufmann in Bukarest, bevor er 1871 nach Czernowitz zurückkehrte und dort eine Bank eröffnete. Während seiner Zeit als Kaufmann machte er viele Geschäftsreisen nach Deutschland, England und Frankreich und Italien. Neben seiner Tätigkeit als Kaufmann verfasste Rosenzweig zudem Lustspiele und "Dramatische Sprichwörter" 1864 sowie 1865 in Leipzig über den Verlag Fritsch und Theile. Später ergänzte er seine Werke um Novellen und Humoresken.
Einerseits war Leon Rosenzweig ein typisches Beispiel für die Schicht emanzipierter bildungsbürgerlicher Juden und andererseits produzierte er als einer der frühesten jüdischen Autoren deutschsprachige Kleinepik und dramatische Literatur, die wiederum beispielhaft für die Nachahmung zeitgenössischer deutscher Trivialliteratur in der Bukowina (Buchenland) ist.

Der Empfänger war kein geringerer als das Unternehmen "Schwarzenbach & Landis".

Die Robert Schwarzenbach & Co AG wurde 1829 in Thalwil (Kanton Zürich) gegründet und stellte Seidenstoffe her. 1928 war Schwarzenbach mit 28'000 Angestellten und einem Umsatz von 267 Millionen Schweizer Franken das grösste Textilunternehmen der Welt, wobei ein Grossteil des Umsatzes in den USA erzielt wurde. 1829 machte sich Johannes Schwarzenbach-Landis (1804–1861) als Seidenfabrikant selbständig. 1832 gründete er zusammen mit seinem Vater Joseph Schwarzenbach-Kölliker und seinem Schwager Jakob Näf-Schwarzenbach die Seidenweberei Näf & Schwarzenbach mit Geschäftssitz im Ägertli, Gemeinde Thalwil. Der neue Geschäftssitz in zwei Wohnhäusern (Ferggstube) an der Seestrasse wurde 1846 mit einer Seidenwinderei und -zwirnerei erweitert. 1874 wurden 633'240 Laufmeter Seidenstoffen im Verkaufswert von 2,2 Millionen Franken produziert und verkauft. Eigene Verkaufsbüros wurden ab 1877 in London, Lyon, Berlin, New York, Como und Mailand gegründet.



Auf dem linken Bild sieht man Robert Schwarzenbach und rechts die Seidenweberei Schwarzenbach um 1920.

Wer Interesse an diesem Thema hat, einfach den untenstehenden Links folgen.

https://books.google.de/books?id=T6KFN40miHoC&pg=PA55&lpg=PA55&dq=leon+rosenzweig+leipzig&source=bl&ots=AqHkSWv5kK&sig=ACfU3U2mbMym-v98XDf05l-OwRLzU4HqxA&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwiBke_8o4TgAhURLFAKHWFCAKAQ6AEwAHoECAgQAQ#v=onepage&q=leon%20rosenzweig%20leipzig&f=false

https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Schwarzenbach_%26_Co

Liebe Grüße

Kevin
 
Fips002 Am: 04.09.2019 20:13:26 Gelesen: 348# 20 @  
Brief aus Leipzig 16.5.1872 nach Chicago.

Ab 01.01.1872 Einführung der Gewichtsangaben in Gramm, Progression 15 Gramm.

5 Groschen-Frankatur (Kleiner Schild 3 (2), 4 (2), 5) der 2. Gewichtsstufe (blaue "2" links oben, über 15 bis 30 Gramm) via Bremen und New York nach Chicago mit rotem Eingangsstempel CHICAGO ILL PAID ALL JUN 3 und grauschwarzen L1 FRANCO von Bremen. Befördert wurde der Brief mit dem Dampfer "Hermann" des Norddeutschen Lloyd.

Dass der Brief nicht wie gewöhnlich bei der Ankunft mit dem New Yorker PAID ALL Einkreisstempel, sondern erst in Chicago gestempelt wurde, lässt den Schluss zu, dass in Bremen schon eine Vorsortierung nach verschiedenen US-Staaten erfolgt war. Das Dampfschiff "Hermann" verließ Bremen am 18.5.1872 (Sonnabend) und kam am 01. Juni 1872 in New York an, Ankunft in Chicago am 03. Juni 1872.

Die Postdampfschiffe des Norddeutschen Lloyd verkehrten von Bremen einmal wöchentlich und zwar jeden Samstagvormittag via Southampton nach New York.

Die auf diesen Weg beförderten Briefe sind an den grauschwarzen und blauen Einzeilern FRANCO zu erkennen.





Dampfschiff "Hermann", Jungfernreise am 17.12.1865. Im Nordatlantik-Dienst bis 1892, 1893 an England verkauft und 1896 verschrottet.

Dieter

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Schiffspost und Schiffspoststempel"]
 
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