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Thema: Vorausentwertungen: Grossbritannien
filunski Am: 23.03.2015 16:57:18 Gelesen: 8224# 1 @  
Neue Entwertung aus UK?

Hallo zusammen,

letzte Woche kam bei mir ein Geschäftsbrief aus Großbritannien an. Für mich erst mal sehr ungewöhnlich und rätselhaft dabei die Entwertung der verwendeten Marke.

Hier der Brief:



Und als Ausschnitt die Marke:



Wie man sieht eine Entwertung wie durch den Wellenentwerter eines Maschinenstempels, aber nur auf der Marke!? Erst dachte ich, die hat Jemand abgemacht und einfach wieder aufgeklebt. Diese Theorie scheidet aber m.E. aus. Es handelt sich hier um einen Geschäftsbrief eines großen Unternehmens, dem ich solche Verfahren nicht unterstellen möchte. Außerdem hat die Marke die bei britischen Marken heute üblichen "Sicherheitsausstanzungen" die bei Wiederverwendung und Ablösung beeinträchtigt würden.

Kann es sein, dass diese Marke schon vor dem Aufkleben mit dieser Welle entwertet wurde, eine Art der Vorausentwertung?

Über alle Hinweise dazu würde ich mich sehr freuen, schon mal herzlichen Dank!

Beste Grüße,
Peter
 
Jürgen Witkowski Am: 23.03.2015 18:31:10 Gelesen: 8211# 2 @  
@ filunski [#1]

Genau solche Briefe habe ich auch bekommen. Ich denke, es handelt sich um Vorausentwertungen.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
doktorstamp Am: 23.03.2015 19:59:18 Gelesen: 8190# 3 @  


Da ich ziemlich oft Post nach Deutschland verschicke, habe ich solche Marken vorrätig, hier auf ihrem Folienblatt samt Bar-code und ohne jegliche Art einer Vorausentwertung.

Es mag aber sein das solche aus Firmenpost stammen. Der Inhalt ist hier entscheidend.

mfG

Nigel
 
DL8AAM Am: 23.03.2015 20:40:14 Gelesen: 8183# 4 @  
@ Concordia CA [#2]

Ich denke, es handelt sich um Vorausentwertungen.

Gut möglich, obwohl auf den entsprechenden Seiten der britischen Spezialisten für heimische Voraussentwertungen bisher nichts dazu gemeldet wurde!

Weder bei der "The Precancel Stamp Society of Great Britain (PSS-GB)"

http://www.pssgb.org.uk

noch auf der ansonsten recht guten Seite "Precancels of Great Britain"

http://gb-precancels.org

Wobei beide Seiten seit einiger Zeit auch nicht mehr gepflegt wurden (2013 bzw. 2014).

Ist die Welle aufgedruckt oder (maschinell nach-) gestempelt? Leider ist die Auflösung zu gering, um die Abbildung korrekt ansprechen zu können. Aber auch nachträglich gestempelte Vorausentwertungen sind in der Vergangenheit in GB nicht unüblich gewesen. BTW, alle bei mir hier in der letzten Zeit eingegangenen gestempelten (falls überhaupt) briefmarkenfrankierte Sendungen aus UK tragen inzwischen Tintenstrahlentwertungen, keine Maschinenstempel (mit Wellen etc.) mehr. Also, "gut möglich, dass...".

Kann es sein, dass auf dem gezeigten Beispiel auch der sonst übliche britische orangenfarbene, RM4SCC-Barcode (rechts, ca. mittig, siehe z.B. [1]) fehlt? Ich sehe nur den der DPAG unten. Auch das könnte für eine "Vor-Aussortierung" von vorausentwerteten Auslandssendungen eines Großversenders sprechen? Vielleicht, will man mit der 'optischen Briefmarke' verhindern, dass die Sendung (falls nur mit dem üblichen Entgeltbezaht-Eindruck versehen) im Ausland vom Empfänger übersehen und als unerwünschte Werbung entsorgt wird, möglicherweise war ja wirklich etwas wichtiges drin, wofür auch der Portosatz vom 97 Pence sprechen könnte ;-) Das alles könnte die Vermutung einer Vorausentwertung zumindest plausibel erscheinen lassen.

Es wäre wünschenswert, wenn man zu diesem Thema nähere Fakten aus UK erfahren, oder auch nur Belege (mit Absenderinformationen zur Dokumentation), sehen könnte. Klingt zumindest sehr interessant! Leider scheint sich auch wieder einmal zu bestätigen, dass modernere postalische Entwicklungen von den meisten Philatelisten in der Gegenwart (bestenfalls) übersehen, wenn nicht gar ignoriert werden ;-) Meine Googleversuche waren bisher zumindest erfolglos.

Gruß
Thomas

[1]: http://www.philaseiten.de/beitrag/91278
 
Jürgen Witkowski Am: 23.03.2015 21:33:07 Gelesen: 8171# 5 @  
@ DL8AAM [#4]

Die Entwerterwellen stammen von einem Tintenstrahlgerät, wie man auf dem Scan gut erkennen kann.

Es ist nur unten ein orangefarbiger Strichkode auf dem Beleg, wie er bei der Deutschen Post üblich ist. Ich habe ihn durch Farbveränderung sichtbar gemacht.

Absender ist der englische Herrenausstatter Charles Tyrwhitt ( http://www.ctshirts.de ).





Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
DL8AAM Am: 23.03.2015 21:52:26 Gelesen: 8162# 6 @  
@ Concordia CA [#5]

Vielen Dank Jürgen,

das unterstützt die Annahme einer Vorausentwertung!

Die Entwerterwellen stammen von einem Tintenstrahlgerät

Sauber gesprayt, ganz im Gegensatz zu den typischen Tintenstrahlentwertern aus den Royal Mail Briefzentren. ;-)

Sollte es etwa sein, dass wir in unserem deutschen Philaforum, diese Formen früher als in UK selbst beschrieben haben sollten? Sicherlich haben wir aber die passenden Googlesuchbegriffe nur falsch gesetzt und deshalb noch nichts gefunden, hi.

Gruß
Thomas
 
klinhopf Am: 25.08.2016 21:19:56 Gelesen: 7035# 7 @  
@ Concordia CA [#5] und [#1]

3 Marken mit Stempeldarstellungsnuancen

Als Ex-VE-Sammler weltweit konnte ich die Marken LOSE sammeln und zuordnen (ohne GB, ist mir tatsächlich neu!) - Frage nun an die GB-Experten:

Gibt es eine solche Wellenstempelentwertung NUR bei den (gezeigten) Marken als VE / Vorausentwertung ?

Oder anders gefragt: ist JEDE Marke mit einer solchen Wellenstempelentwertung ein VE ?

Das würde bedeuten, dass es in GB ansonsten KEINE Wellenstempelentwertung gibt !

Oder muß der VE-Sammler GB im GANZEN oder als Briefausschnitt sammeln ?

Sorry, bin hierauf aufmerksam geworden unter "Ähnliche Themen", ohne weiter recherchiert zu haben.

Mit phil. Gruß
Ingo Pfennig
 
Jürgen Witkowski Am: 30.08.2016 21:47:56 Gelesen: 6972# 8 @  
@ klinhopf [#7]

An einer einzelnen Marke werde ich im Gegensatz zu etwa den US-Vorausentwertungen oder denen aus Belgien oder Frankreich kaum erkennen können, dass es sich um eine Vorausentwertung (VE) handelt.

Der britischen "Stempelbibel" [1] ist zu entnehmen, dass von der Royal Mail ab den 1990er Jahren zunächst bei Massenaussendungen von Wohltätigkeitsorganisationen, später auch bei gewerblichen Massenaussendungen, die Entwertung der Marken durch den Absender gestattet wurde. Da die Festlegung auf bestimmte Stempelformen und -farben anscheinend nicht erfolgt ist, rechnet man für die Zukunft mit einer Vielzahl unterschiedlicher Stempeltypen.

Zurück zur Ausgangsfrage: Eine Dokumentation wird nur durch ganze Belege, kaum jedoch durch einzelne Marken möglich sein.

Mittlerweile kann ich einen weiteren Beleg des Versenders Charles Tyrwhitt zeigen, bei dem es sich ebenfalls um eine VE handeln dürfte.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen

[1] Bill Pipe: Collect British Postmarks, 8th Edition, Stanley Gibbons LTD London and Ringwood
 
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