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Thema: Kolumbien: Eisenbahn Ganzsachen
22028 Am: 28.07.2017 21:04:38 Gelesen: 1702# 1 @  
Passt sowas auch hier hinein? Eisenbahn Ganzsache von Kolumbien benutzt auf der Linie GIRARDOT - APULO - ARMENIA aus dem Jahr 1951.

Diese Ganzsachen sind eine kleine Nebensammlung von mir.


 
StefanM Am: 31.07.2017 08:11:07 Gelesen: 1665# 2 @  
Hallo 22028,

ein interessanter Beleg! Ich habe von Eisenbahn-Ganzsachen noch nie gehört, da würde es mich freuen, wenn du mehr über die Hintergründe berichten könntest.

Passt sowas auch hier hinein?

Um das zu beurteilen, muß man einfach mehr drüber wissen. Besonders natürlich, inwieweit die kolumbianische Post etwas mit den Ganzsachen zu tun hatte.

Gruß
Stefan
 
22028 Am: 01.08.2017 10:16:32 Gelesen: 1628# 3 @  
@ StefanM [#2]

Ich werde mal meine Literatur durchsehen und dann evtl. hier einen Extrakt posten. Das wenige was über diese Ganzsachen geschrieben wurde, ist halt praktisch alles in spanischer Sprache!
 
22028 Am: 12.08.2017 16:33:10 Gelesen: 1566# 4 @  
@ StefanM [#2]

Den einzigen mir bekannten Artikel zu den Eisenbahnganzsachen von Kolumbien "Ferrocarril, Servicio Postal de Remesas", erschienen im Colomphil 11, August 2001, dem Bulletin meines leider zu früh verstorbenen Freundes Dieter Bortfeldt [1] habe ich nun gefunden.

Kann hier aber keine PDF hochladen. Bei Interesse bitte melden.

[1] http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=79998#M1
 
Heinrich3 Am: 12.08.2017 17:18:10 Gelesen: 1562# 5 @  
@ 22028 [#4]

Hallo,

kann ich bitte einen Scan bekommen, wenn es nicht viele Seiten sind?

Auch dann Danke im voraus, wenn zu viel!

Mit philat. Grüßen fürs Wochenende (und darüber hinaus)
Heinrich
 
Cantus Am: 14.08.2017 09:42:46 Gelesen: 1522# 6 @  
@ 22028 [#1]

Hallo,

der abgebildete Beleg sieht für mich aus wie in Eisenbahnfrachtbrief. Eisenbahnfrachtbriefe sind jedoch in aller Regel fiskalische Formulare, vielleicht in ganzsachenähnlicher Form, jedoch keine Ganzsachen. Warum also wird dieses Formular zu den Ganzsachen gezählt? Ist hier tatsächlich der einzelne Bürger als Erwerber und Nutzer beteiligt oder ist das lediglich ein bahnpostinternes Formular, mit dem der Transport eines Gegenstandes verfügt und bescheinigt wird?

Zur Definition verweise ich auf http://www.mgsv.de/definition.htm, die allgemein gültig ist.

Viele Grüße
Ingo
 
22028 Am: 14.08.2017 09:50:42 Gelesen: 1519# 7 @  
@ Cantus [#6]

Weil auf den Umschlägen, es sind keine Formulare, steht "SERVICIO POSTAL DE REMESAS“. "Postdienst (wobei es für Remesa(s=) mehrere Übersetzungen gibt.

Die Definition auf der genannten Seite lautet:

Ganzsachen sind alle Arten postalischer Formulare, die zur Aufnahme von Daten oder Gegenständen dienen, und durch einen aufgedruckten Wertstempel oder einen gleichwertigen Vermerk die Inanspruchnahme einer im Voraus bezahlten postalischen Dienstleistung ermöglichen.
Beispiele für Ganzsachen sind Umschläge, Streifbänder, Postkarten, Postanweisungen, etc.
Wie Briefmarken verkörpern auch Ganzsachen den Wert einer postalischen Dienstleistung und sind somit Postwertzeichen. A
Abweichend von dieser philatelistischen Definition bezeichnet die Post mit dem Begriff Postwertzeichen im Falle einer Ganzsache i.A. nur den darauf befindlichen Wertstempel.


Der Wertstempel ist auf der Ganzsache, in dem genannten Fall $0,10 und es ist wie gesagt ein Umschlag.

Heute Abend zeige ich hier noch einige andere Typen.
 
mausbach1 Am: 14.08.2017 10:25:45 Gelesen: 1515# 8 @  
@ 22028 [#7]

Nach dieser Definition wären z.B. Umschläge der Deutschen Post mit dem Eindruck Postsache Ganzsachen. Und das sind sie nicht.
 
Cantus Am: 14.08.2017 10:57:53 Gelesen: 1514# 9 @  
@ 22028 [#7]

Hallo,

das Wort "Postdienst" deutet eher darauf hin, dass es keine Ganzsachen sind, sondern eben ganzsachenähnliche Formulare. Auch solche Formulare tragen in aller Regel Wertaufdrucke, denn auch interne Postdienstleistungen müssen irgendwie bezahlt werden, sie bleiben aber fiskalisch, was die Bezeichnung als Ganzsache ausschließt.

Davon unabhängig finde ich es sehr wohl interessant, wenn du uns zu diesem ungewöhnlichen Thema weitere Informationen liefern würdest.

Viele Grüße
Ingo
 
22028 Am: 14.08.2017 20:45:53 Gelesen: 1487# 10 @  
@ Cantus [#9]

Hier noch eine andere, recht nette Type, der Werteindruck diesmal mit "Correo De Colombia".


 
22028 Am: 26.08.2017 16:38:06 Gelesen: 1403# 11 @  
Hier noch eine weitere Type, die sind sogar im H&G gelistet.


 
Cantus Am: 27.08.2017 02:19:28 Gelesen: 1378# 12 @  
@ 22028 [#11]

Hallo,

deine letzten beiden Belege sind zweifelsfrei sehr interessante und, zumindest hier in Deutschland, sehr selten zu sehende Ganzsachen. Etwas ganz Wesentliches unterscheidet diese beiden Ganzsachen aber von deinem ersten Beleg. Sie wurden eindeutig an als privat zu definierende Adressen gesandt, oder, genauer gesagt, entweder Absender oder Empfänger sind nichtamtlichen Charakters.

Ganz anders sieht das bei deinem ersten Beleg aus. Da verschickt eine Postdienststelle eine Information intern an eine andere Postdienststelle, das ist also eine interne Postdienstsache und damit keine Ganzsache. Auch die internen Postdienstsachen, die zum Beispiel in Deutschland, Österreich, Frankreich oder der Schweiz verwendet wurden/werden und/oder die sich auch auf den Poststransport mittels Eisenbahn beziehen, sind sämtlich keine Ganzsachen, sondern "nur" ganzsachenähnliche Formulare.

Das aber ist ja nicht weiter schlimm, denn auch die Beschäftigung mit ganzsachenähnlichen Formularen kann eine außerordentlich interessante Angelegenheit sein. Etwa ein Viertel meiner Sammlungen ist diesem Thema gewidmet.

Viele Grüße
Ingo
 
Kolarbeiter Am: 22.12.2017 20:43:31 Gelesen: 947# 13 @  
Hallo,

ich sammle seit über 20 Jahren die Eisenbahngesellschaften von Kolumbien und habe einige dieser Umschläge (war wohl auch Gegenbieter bei diesem Umschlag). In Kolumbien gab es ein Gesetz, nachdem auch private Postanstalten zugelassen werden konnten. Deshalb gibt es in Kolumbien viele private Firmen, die Postdienste erfüllten und teils auch Briefmarken ausgaben (siehe "Privat Mail Carriers" von Colomphil, Hrsg. D.Bortfeldt).

Daher ist der Status dieser "Remesas" sicher nicht mit deutschen Maßstäben zu beurteilen. Ich würde sie in Richtung Privat-Post verlegen. Im Prinzip ähnlich der Scadta-Marken. Fiskalisch sind sie auf keinen Fall. Es handelt sich eindeutig um eine Postgebühr. Die "Ferrocarril de Caldas" hat sogar eigene Marken rausgebracht, die seltener sind als die berühmten Mauritius-Marken.

Die anderen zwei oben abgebildeten Umschläge sind dagegen Ausgaben der staatlichen nationalen Post, entsprechend im Higgins und Gage Ganzsachen-Katalog registriert.

Wenn man berücksichtigt, daß es in Europa wohl kaum noch staatliche Postanstalten gibt und unsere deutschen Briefmarken auch alle nur noch Produkte einer gewerblichen Aktiengesellschaft sind, sollte man diese Stücke in jeglicher Hinsicht als sammelwürdig ansehen, Ausstellungs-Regularien hin oder her.

Viele Grüße,
Robert
 
Kolarbeiter Am: 22.12.2017 20:52:22 Gelesen: 943# 14 @  
Hier ein Brief, der vor Jahren bei ebay versteigert wurde. Ich habe leider nur ein Photo.



Dazu ein roter Ganzsachen-Ausschnitt, von dem bisher 3 Stück bekannt sind, einer auch in schwarz.


 
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