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Thema: Altdeutschland Württemberg: Mischfrankaturen in der Kreuzerzeit
Markus Pichl Am: 04.09.2017 08:45:28 Gelesen: 1276# 1 @  
Hallo,

das Sammeln von Mischfrankaturen, darunter versteht man eine Frankatur die sich mit Marken aus verschiedenen Ausgaben zusammensetzt bzw. mischt, hat einen besonderen Reiz. Derartige Frankaturen werden nicht nur auf Belegen sondern auch Briefstücken gesammelt, sie stellen ein separat in den Handbüchern katalogisiertes Thema dar.

Anmerkung: Eine Frankatur, welche sich aus verschiedenen Wertstufen einer Ausgabe zusammensetzt, nennt man "Buntfrankatur".

Die Kreuzer-Freimarken aus Württemberg sind in acht verschiedene Ausgaben eingeteilt (Einteilung und Bezeichnung nach Thoma-Handbuch):

1. Ausgabe MiNr. 1 bis 5 (Ziffernausgabe)
2. Ausgabe MiNr. 6 bis 10 (Wappenausgabe geschnitten mit Seidenfaden)
3. Ausgabe MiNr. 11 bis 15 (Wappenausgabe ungezähnt ohne Seidenfaden)
4. Ausgabe MiNr. 16 bis 19 (Wappenausgabe eng gezähnt auf dickem und dünnen Papier)
5. Ausgabe MiNr. 20 bis 24 (Wappenausgabe weit gezähnt)
6. Ausgabe MiNr. 25 bis 30 (Wappenausgabe weit gezähnt im Farbwechsel)
7. Ausgabe MiNr. 30 bis 35 (Wappenausgabe durchstochen)
8. Ausgabe MiNr. 36 bis 41 und 43 (Eirund-Ausgabe)

Die Eirund-Ausgabe kommt auch in Mischfrankaturen mit der ersten Pfennige-Werten aus 1875 vor.

Sehr selten sind Mischfrankaturen, bei denen gleiche Wertstufen aus verschiedenen Ausgaben zur Verwendung kamen. Selten ist aber auch, wenn sich die Frankatur aus verschiedenen Wertstufen zusammensetzt und die Marken aus weit auseinander liegenden Ausgaben stammen, wie im nachstehenden Beispiel auf Briefstück gezeigt.

Michel-Nr. 8 a zusammen mit MiNr. 26 a auf Briefstück. Beide Marken sauber mit dem Steigbügelstempel "ECHTERDINGEN" am 19. Juli 1864 entwertet. Somit eine ganz besondere und sehr seltene Mischfrankatur zwischen der 6 Kr.-Marke der 2. und der 3 Kr.-Marke der 6. Ausgabe, denn dies bedeutet ein Überspringen von drei Ausgaben. Die 3., 4. und 5. Ausgabe wurde übersprungen.



Es folgt ein eingeschriebener Brief aus Calw nach Köln, frankiert mit Michel-Nr. 31 b und 39 a. 3 Kreuzer Brieftaxe und 7 Kreuzer Einschreibegebühr. Die Frankatur wurde am 5.Mai.1869 mit dem zweizeiligen Langstempel "CALW" entwertet und der Einzeiler "CHARGÉ" wurde in weinroter Stempelfarbe zweimal nebengesetzt.





Die Scans wurden von mir erstellt, die Belege haben heute neue Eigentümer.

MfG
Markus
 
Markus Pichl Am: 14.10.2017 17:57:40 Gelesen: 1179# 2 @  
Hallo,

nun eine Mischfrankatur zwischen der 4. und 5. Ausgabe, Michel-Nr. 20 y und 23 a, auf eingeschriebenem Brief in der II. Gewichtsstufe von "STUTTGART 13 JUN. 1863" postlagernd nach Winterthur. Der wirkungsvolle Beleg erzielte im September diesen Jahres, auf der 158. Dr. Reinhard Fischer Auktion in Bonn, einen Zuschlag von Euro 1.250.- (Ausruf war Euro 1.000.-).







Mir fällt eben erst auf, als ich mir den Briefinhalt und die Durchgangsstempel noch einmal genau betrachtete, dass der Beleg nicht im Jahre 1862, wie im Attest und meiner Beschreibung aufgeführt ist, sondern im Jahre 1863 befördert wurde. Kontrolle ist alles.

Beste Grüße
Markus
 
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