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Thema: Stempel bestimmen: Wer kennt diesen Stempel ?
Das Thema hat 1219 Beiträge:
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PeterPan100 Am: 19.08.2017 15:02:42 Gelesen: 136348# 1195 @  
Hallo zusammen,

mir fiel diese Karte von Bayern in die Hände. Der Zweizeiler NEUBURG a.D. ist mir noch nicht bekannt. Ich tippe auf einen Notstempel, weil vielleicht der normale Tagesstempel defekt war. Wie auf der Kartenrückseite zu ersehen, stammt die Karte aus dem Jahr 1872. Es moniert ein Herr Gutneder die fehlende Lieferung von bestelltem Kaffee.

Über nähere Hinweise zu dem Stempel würd ich mich freuen.

viele Grüße
Wolf

 
Roda127 Am: 19.08.2017 15:09:29 Gelesen: 136347# 1196 @  
@ PeterPan100 [#1195]

Hallo,

zu dem Stempel kann ich im Moment nichts sagen, aber er heißt Neustadt a.D.

Beste Grüße
Roda127
 
PeterPan100 Am: 19.08.2017 15:38:00 Gelesen: 136334# 1197 @  
@ Roda127 [#1196]

Du hast natürlich völlig recht. Kommt davon wenn man nebenbei noch den Nachrichten im Radio zuhört.

viele Grüße
Wolf
 
Markus Pichl Am: 20.08.2017 17:30:49 Gelesen: 136204# 1198 @  
@ PeterPan100 [#1195]

Hallo Wolf,

es handelt sich hierbei um einen zweizeiligen Aushilfsstempel in Groteskschrift. Solche Aushilfsstempel gibt es aus vielen Orten und kamen immer dann zum Einzsatz, wenn ein Poststempelgerät zur Reparatur eingesendet oder aufgrund Unbrauchbarkeit ein neues bestellt wurde.

Zitat aus dem Handbuch "Bayern Pfennigeausgaben, 2. Auflage" von Peter Sem:

Diese Stempel waren nicht bei den einzelnen Postexpeditonen verfügbar, sondern mußten von den Oberpostdirektionen angefordert werden. Dies geschah folgendermaßen:

1) Anforderung der Aushilfsstempel mit genauer Begründung, warum.
2) Zusendung des Aushilfsstempels.
3) Absendung des fehlerhaften Stempels (zur Reparatur bzw. zum Ersatz).
4) Erhalt des neuen oder reparierten Stempels.
5) Rücksendung des Aushilfsstempels.


Solche Aushilfsstempel sind relativ selten zu finden, aufgrund ihrer kurzen Einsatzzeit. Es waren zwei Metalleisten, eine Schriftleiste für den Ortsnamen und eine für das Datum. Diese beiden Leisten wurden in einen Stempelkopf eingesetzt, dabei war es möglich, die Datumsleiste nach oben oder unten zu setzen. Soll heißen, es gibt, vor allem aus Neustadt a.d. bekannt, Stempelabschläge bei denen das Datum oben und der Ortsnamen unten steht oder halt auch "normal", wie bei Deiner Karte.

Die Ganzsachen-Postkarte ist eine P 18, verausgabt im Jahre 1879. Die rückseitig vom Absender aufgeschriebene Jahreszahl soll dann wohl "1882" heißen, auch wenn sie optisch wie 1872 aussieht.

Beste Grüße
Markus
 
PeterPan100 Am: 20.08.2017 18:20:08 Gelesen: 136185# 1199 @  
Hallo Markus,

vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen. War so im Detail noch neu für mich. Aufgrund des Erscheinungsdatum der Ganzsache hast Du mit dem Datum sicher recht. 1882 passt jedenfalls besser.

viele Grüße
Wolf
 
Journalist Am: 25.12.2017 19:16:46 Gelesen: 95169# 1200 @  
Hallo an alle,

in einem Postsparbuch habe ich folgende 2 Stempel von Moosburg Oberbayern gefunden:



Ich vermute mal, das vor Moosburg im Kreis die entsprechende PGLZ steht - dazu zwei Fragen - kann mir jemand sagen, welche Zahl das sein müsste und zweitens handelt es sich hier um ein Frühdatum dieses Stempels bzw. ist der bekannt ?

Schon jetzt recht herzlichen Dank im voraus für die Antwort(en).

Ich wünsche noch ein frohes Fest und viele Grüße

Jürgen
 
Jürgen Witkowski Am: 25.12.2017 19:33:04 Gelesen: 95160# 1201 @  
@ Journalist [#1200]

Zumindest mit der Postgebietsleitzahl (PGLZ) kann ich Dir mit Hilfe des des Ortsverzeichnisses I der Reichspost aus Mai 1944 weiter helfen. Dort ist (13b) Moosburg (Oberbay) aufgeführt.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
hopfen Am: 25.12.2017 22:13:47 Gelesen: 95109# 1202 @  
@ PeterPan100 [#1195]
@ Markus Pichl [#1198]

Ist dieses NEUSTADT a. D. = Neustadt an der Donau ?

Ist in den Beiträgen leider nicht er-/geklärt worden !
 
Markus Pichl Am: 26.12.2017 12:44:39 Gelesen: 94961# 1203 @  
@ hopfen [#1202]

Nun, es gab augenscheinlich, nach Stempelhandbuch von Herrn Dr. Helbig, sieben verschiedene Gemeinden im Königreich Bayern die auf "Neustadt" lauteten.

Aber nur eins davon, liegt an der Donau bzw. führt die sinngemäße Abkürzung "a.D." im Stempel. Da auch der Schreiber auf der Rückseite "a/D" dem Wort Neustadt folgen lässt, könnten dies erhebliche Indizien dafür sein, dass nicht Neustadt a. Aisch, a. Haardt, a. Kulm, a. Main, a. Saale, oder a. Waldnab gemeint ist.

Beste Grüße und frohe Weihnachten
Markus
 
Altmerker Am: 08.02.2018 20:58:43 Gelesen: 56816# 1204 @  
@ Postgeschichte [#698]

Ich habe gerade aktuell einen Straßburger Postkontrollstempel vorliegen, der eine rechteckige Form hat.



Zur Lesbarkeit habe ich den Stempel mal gedreht.

Freundlich grüßt
Uwe
 
Stempelingo Am: 15.04.2018 18:58:16 Gelesen: 38055# 1205 @  
Hallo liebe Sammler,

ich brauche einmal eure Mithilfe. Ich komme mit dem Namen im Poststellenstempel Ree / über Wesel nicht weiter. in meinen amtlichen Ortsverzeichnissen der Reichspost ist er durchgehend von 1938 bis 1944 gelistet. Nur kann ich ihn nicht in meinen Ortsbüchern finden. Ich möchte gerne wissen, was Ree seinerzeit gewesen war. Bitte in der Zeit bis zum Ende des deutschen Reichs 1945 bleiben. Eine Häusergruppe? Eine Gastwirtschaft mit Poststelle II? Bitte keine Spekulationen wie vielleicht oder könnte. Vielen Dank für die Mithilfe.

Der Absender war die Möbelfabrik Heinrich Lenneps & Co aus Mehr / über Wesel im damaligen Kreis Rees mit Sitz in Wesel. Sie ist am 10.9.1941 im Leitpostamt Wesel abgestempelt. Die Karte ist keine der bekannten Stempelvorlagekarten von Stirl / Chemnitz. Obwohl es der selbe Empfänger gewesen ist, handelt es sich hier um eine Karte mit reinem Geschäftstext.


 
hopfen Am: 15.04.2018 19:50:59 Gelesen: 38007# 1206 @  
@ Stempelingo [#1205]

Aus wikipedia: "Zu Mehr zählen die Bauerschaften Lohrwardt, Overkamp-Ree und Moshövel.
 
JohannesM Am: 15.04.2018 20:07:15 Gelesen: 37989# 1207 @  
@ Stempelingo [#1205]

Die Ortsnamenhilfe gibt Ree als Ortsteil von Rees an.

Beste Grüße
Eckhard
 
Stempelingo Am: 15.04.2018 21:07:32 Gelesen: 37941# 1208 @  
Vielen Dank für eure Hilfe. Mein Müller Ortsbuch von 1938 sagt Overkamp, Bauerngut, 102 Einwohner, Post REE über Wesel und Lohrwardt, Bauerngut, 39 Einwohner, Post REE über Wesel,. Beide Orte gehörten zur damaligen Gemeinde Haffen-Mehr. Also war Ree ein Teil des Bauerngutes Overkamp.

Noch einmal vielen Dank !
 
Stempelingo Am: 15.04.2018 22:02:43 Gelesen: 37894# 1209 @  
Der Brief mit dem Landpoststempel Ützdorf / über Bernau bei Berlin ist vom 12.2.1941. Dienststempel Volksdeutsche Mittelstelle, Lager Ützdorf. Das Kürzel Wol. könnte für Wolhyniendeutsche Umsiedler stehen. In dieser Sache einfach mal nachschauen (Googeln u.s.w.) Da findet sich bestimmt was.
 
Baber Am: 21.05.2018 14:09:35 Gelesen: 27783# 1210 @  
Wer kann diesen Ort in der ehemaligen österreichischen ungarischen Monarchie entziffern?



Dake
Baber
 
Jürgen Witkowski Am: 21.05.2018 14:34:57 Gelesen: 27768# 1211 @  
@ Baber [#1210]

Es dürfte sich um den böhmischen Ort SELTSCHAN heute Sedlčany handeln.

Siehe auch hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Sedl%C4%8Dany

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Baber Am: 21.05.2018 16:49:39 Gelesen: 27711# 1212 @  
@ Jürgen Witkowski [#1211]

Hallo Jürgen,

danke, das liest sich gut, wenn man den Namen weiß.

Gruß
Bernd
 
mumpipuck Am: 23.05.2018 17:04:27 Gelesen: 27058# 1213 @  
Nein, kein Sonntagsrätsel! Ich weiß die Lösung auch nicht!

Der Abschlag ist aus der Tagespost und sehr wahrscheinlich vom 03.05.2018. Leider typisch für die heutige Stempelqualität. Das lesbare Fragment, dass für mich nach "..STER NORDSEEKÜ..." aussieht, hat mich neugierig gemacht.

Die Postleitzahl beginnt mit "26". Danach könnte eine 3 oder 5 kommen. Also wohl Niedersachsen. Vielleicht kennt ja jemand aus der Gegend den Stempel ?



Herzliche Grüße
Burkhard
 
ginonadgolm Am: 23.05.2018 18:32:17 Gelesen: 27013# 1214 @  
@ mumpipuck [#1213]

Hallo Burkhard,

der Ort heißt WURSTER NORDSEEKÜSTE mit der PLZ 27639.

Beste Grüße
Ingo aus dem Norden
 
mumpipuck Am: 23.05.2018 19:42:31 Gelesen: 26976# 1215 @  
Alle Achtung, Ingo!
 
dr.vision Am: 02.06.2018 13:59:24 Gelesen: 18600# 1216 @  
Moin zusammen,

auf dieser Ganzsache von Belgien nach Schweden aus dem Jahre 1889 befindet sich ein Stempel, den ich nicht zuordnen kann.

Wer kann helfen?



Danke im Voraus und beste Grüße von der Ostsee
Ralf
 
LOGO58 Am: 02.06.2018 14:41:24 Gelesen: 18569# 1217 @  
@ dr.vision [#1216]

Hallo Ralf,

bei dem Stempel dürfte es sich um einen schwedischen Bahnpoststempel handeln.

PKXP = Postkupéexpedition = Postschaffnerabfertigung (siehe PKXP in unserer Stempeldatenbank).

Leider kann ich dir nicht sagen, auf welcher Strecke er abgeschlagen wurde. Aber da gibt es hier im Forum einige Experten.

Grüße aus dem Norden
Lothar
 
dr.vision Am: 02.06.2018 14:46:04 Gelesen: 18567# 1218 @  
@ LOGO58 [#1217]

Moin Lothar,

danke für den Tipp.

Beste Grüße
Ralf
 
dr.vision Am: 02.06.2018 16:22:30 Gelesen: 18506# 1219 @  
@ dr.vision [#1216]
@ LOGO58 [#1217]

Moin zusammen,

ich habe mal einen Spezialisten (basalt44) angeschrieben, der mir auch prompt geantwortet hat. Hier seine Erklärung:

Diese PKXP-Stempel wurden ab 1868 bis in den 1950 Jahren in Schweden verwendet.

Dein Stempel mit den Angaben No. 2 C. INR. U wurde ab 1882 bis 1908 auf verschiedenen Bahnpoststrecken verwendet, die nur durch das Stempeldatum unterschieden und erkannt werden können.Lt. dem Stempeldatum 30.10.1889 wurde der Brief auf der Bahnpoststrecke von Malmö nach Nässjö befördert. Stempelabschläge können ab 1.12.1878 bis 30.9.1903 vorkommen.

Übrigens war diese Bahnpoststrecke (Södra stambanan) eine der ersten Bahnpoststrecken in Schweden. Die Verkehrsübergabe erfolgte bereits 1864.


Damit kann ich den Beleg einstellen. Danke an alle Mitleser.

Beste Grüße von der Ostsee
Ralf
 

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