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Thema: DDR Dauerserie Walter Ulbricht Bogennummern
Robeat Am: 29.09.2017 21:25:23 Gelesen: 2771# 1 @  
Servus,

eine andere Frage dazu, manche Bogennummern wurden von links lesbar aufgedruckt, manche von rechts. Gibt es da auch Wert und Typenunterscheidungen?

Beste Grüße
Robeat
 
WUArtist Am: 30.09.2017 07:58:50 Gelesen: 2746# 2 @  
Hallo Robeat,

bei den unterschiedlich angebrachten Bogenzählnummern (BZN) gibt es keine Wertunterschiede. Aber warum immer gleich nach dem Wert fragen, viel interessanter ist die Frage, warum sind sie unterschiedlich angebracht?

Das hängt mit der Stellung der Schalterbogen im Druckbogen zusammen. Dazu kannst Du ein Schema mit allen Einzelheiten einsehen unter „ArGe DDR-Spezial“ – „DS W. Ulbricht“ – „Bogen“ (Doppelklick zur Vergrößerung).

Viel Spaß wünscht
WUArtist


 
Robeat Am: 30.09.2017 10:19:48 Gelesen: 2726# 3 @  
Servus,

danke nochmal für die Antwort, Das Schema kannte ich bis jetzt auch noch nicht - so tiefgehend habe ich mich damit wie gesagt nicht befasst. Das klärt natürlich die Frage, warum die Nummern unterschiedlich angebracht wurden.

Wertfrage hatte ich nur deshalb gestellt, da ich diesen verkaufen möchte, mir nützen die Bogenteile ja nichts ich sammle solche Sachen nicht. Und zum Tauschen habe ich hier niemanden, der so etwas sammelt. Daher werde ich diese wohl an einen Liebhaber verkaufen - in dessen Sammlung sind die besser aufgehoben.

LG Robert Vogel
 
besso Am: 24.07.2022 07:03:15 Gelesen: 212# 4 @  
@ Robeat [#1]

Hallo Robeat,

Ich habe mich umgestellt von "Bogenzähler" auf Bogennummern. Hätte das schon vor 10 Jahren machen sollen, hätte mir viel Korrektur-Arbeit erspart. Es ist nicht Purismus sondern Sinnfälligkeit die mich bewog es letztlich zu tun, denn bei Bund/Berlin, aber auch DDR-Aufbau gibt es Ziffern UND Buchstaben, bei denen man natürlich nicht mehr von „Zählern“ sprechen kann. Allumfassend Grundsätzliches über Bogennummern zu schreiben hieße, es bei Deutschland anzusiedeln, aber da würde es niemand finden. Bei Ulbricht ist es besonders wichtig, weil die Bogennummer-Positionenen hier fundamental wichtig sind und in der Bogenanalyse nicht handhabbar beschrieben sind. Oder weiß jeder, was "000|0|0 bis 000-|00" bedeutet?

Wird aber etwas länger als gewohnt. Will man Grundsätzliches verständlich aufbauen und nicht nur sagen, nimm das als Endergebnis. Und jetzt weiß ich nicht, wie man Bilder bei Philaseiten IN den Text einbindet und nicht nur am Ende. Über mehrere Seiten ginge der Zusammenhang verloren. Weißt Du wie?

Zum Schluß muß ich Dich darauf hinweisen, daß der hier abgebildete Druckbogen falsch ist. Die Bogennummern auf die Außenseiten der Druckbahn zu verlegen ist zwar technisch machbar, aber technisch blanker Unsinn Einen Doppel-Nummerator zu trennen in zwei Einzel-Nummeratoren mit einer Verbindungsstange über die ganze Bahn ist nicht einfach nur teurer, es behindert den Drucker beim Einfädeln der Papierbahnen. Gödel hatte nie sowas Unsinniges gebaut und die DDR hätte nie Aufpreis dafür bezahlt und nach dem Kauf auch nie so was selbst umgebaut, die Drucker hätten es nicht zugelassen. Trotzdem wird dieser in der Bogenanalyse von Lemcke/Dölz sehr unglücklich gestaltete Druckbogen seit fast 20 Jahren immer wieder zitiert, und nie angezweifelt. Gibt es denn keinen einzigen Techniker unter den tausenden Ulbricht-Freaks (ich hasse Anglismen)?

Tschüs besso
 
achim11-76 Am: 24.07.2022 10:21:16 Gelesen: 193# 5 @  
Also zum besseren Verständnis - die Bögen waren im Grossdruckbogen nicht kopfstehend zueinander, sondern in Normalstellung.

Und die Bogenzählnummern bzw das Nummeratorenwerk hat dann in der Mitte auf dem Zwischensteg zwei Nummern abgeschlagen, wodurch die dann einmal beim zerteilten Druckbogen auf der linken und auf der rechten Seite erscheinen - richtig ?
 
besso Am: 24.07.2022 14:49:25 Gelesen: 181# 6 @  
@ achim11-76 [#5]

Hallo achim,

Sinn war, zur Erleichterung der Abrechnung im Schalterdienst auf den linken Seiten aller vier Formen die Reihenwertzahlen zu haben, da die einzelnen Schalterbögen von links nach rechts aufgebraucht wurden. Diese Reihenwertzahlen sollten nicht durch Bogennummern gestört werden. Folglich mußten die Bogennummern auf die rechten Seiten der vier Formen. Da aber der Nummerator immer in der Mitte zwischen beiden Bahnen druckte mußte die rechte Bahn kopfgedreht werden, damit deren rechte Seite in die Mitte zu liegen kommt. Man spricht auch von Wenden der rechten Bahn und somit von Wendedruck.

Übrigens "Großdruckbogen" ist sicherlich verständlich, aber unüblich. Besser ist Druckbogen, der in allen Fällen das umfaßt, was ein Druckvorgang beim Plattendruck oder eine Umdrehung beim Walzendruck aufs Papier bringt. Ein Druckbogen kann dann 1 oder 2 oder 3 oder 4 oder noch mehr Formen als Nutzen haben. Man spricht dann vom 1-Formendruck oder 4-Formendruck wie hier bei Ulbricht. Der Ausdruck Druckbogenform ist eine überflüssige Ulbricht-Eigenkreation und wird von keinem Sammler anderer Gebiete verstanden.

Jetzt verständlich, daß die rechte Bahn doch kopfstehen muß?

besso
 
achim11-76 Am: 24.07.2022 19:03:17 Gelesen: 152# 7 @  
Hi Bessso,

danke nochmal für die genaue Erklärung..jetzt ist es wirklich verständlich geworden..manchmal fällt der Groschen halt nur Pfennigweise :)

Ulbricht ist jetzt nicht so mein Haupt - Interessengebiet aber die DDR hat ja alles zu Geld gemacht, was man verkaufen konnte auch Bogenteile von Marken die es eigentlich nur in Rollen gab (glaube das war die 1,- M ? ) sind daher Kehrdrucke mit Zwischensteg bekannt, die für Sammler produziert und verkauft wurden ?

LG Achim
 
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