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Thema: Betrug zum Schaden der Post
Das Thema hat 151 Beiträge:
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Sachsendreier53 Am: 27.09.2018 08:20:57 Gelesen: 16883# 127 @  
Ungültige Marke Bund MiNr. 279 10 (Pf), Ausg. vom 16.11.1957, 500 Jahre Landtag Württemberg, auf Brief nach Bayreuth, gestempelt im BZ 04 am 14.2.2002. Die 10 (Pf) Marke besaß eine Frankaturgültigkeit bis zum 31.12.1959.



mit Sammlergruß,
Claus
 
Sachsendreier53 Am: 08.02.2019 09:13:43 Gelesen: 11682# 128 @  
Eilsendung nach 40882 Ratingen mit Konkurrenz - Entwurf, ausgeschnitten 100+50 (Pf), Für die Jugend, 100. Todestag von Heinrich Hoffmann (1809-1894), Motiv: Der böse Friederich", gestempelt in 04668 GRIMMA 1 / k / 15.8.1995.





Die echte, angenommene Sondermarke zum 100. Todestag von H.Hoffmann erschien am 14.4.1994

mit Sammlergruß,
Claus
 
Henry Am: 08.02.2019 10:26:49 Gelesen: 11644# 129 @  
@ Sachsendreier53 [#128]

Hier liegt kein Betrug zum Schaden der Post vor, da das erforderliche Porto mit gültigen Marken abgedeckt wurde. Der Ausschnitt des Konkurrenzentwurfs ist zusätzlich und für die DPAG nicht relevant. Es könnte sich also höchstens noch um eine Verletzung des Urheberrechts handeln, aber selbst das bezweifle ich in diesem Fall. Das wäre aber auch eine ganz andere Schiene.

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
alemannia Am: 08.02.2019 12:57:25 Gelesen: 11612# 130 @  
Hallo zusammen,

die Postgebühr betrug 9,00 DM für Eilzustellung zzg. 1,00 DM für Standartbrief bis 20 Gramm.

Als Kompaktbrief der 2. Gewichtsstufe (20-50 Gramm) wären allerdings zzgl. 2,00 DM Porto zu zahlen gewesen.

Gruß

Guntram
 
Henry Am: 08.02.2019 18:44:56 Gelesen: 11529# 131 @  
@ alemannia [#130]

Hallo Guntram,

du beziehst dich auch auf den Beitrag [#128] ? Dann liegst du mit deiner Antwort nicht richtig. Die Entwurfsmarke zeigt das Stempeldatum 15.8.95. Lt. MICHEL Gebührenübersicht betrug die Gebühr für Eilzustellung 6-22 Uhr 7,00 €. Für den Brief in der 3. Gewichtsstufe fallen 3,00 € Porto an. Macht die frankierten 10 €. Wäre der Brief einer niedrigeren Gewichtsklasse zuzuordnen, wäre er sogar überfrankiert gewesen.

Wenn der Brief allerdings in der Zeit von 22-06 Uhr zugestellt hätte werden sollen (Porto 10 €) und der 1. Gewichtsklasse entsprochen hätte (Gebühr 1), dann läge tatsächlich ein Betrugsfall vor. Ich sehe dafür allerdings keinen Anhaltspunkt. Falls du nicht [#128] gemeint haben solltest, hätte ein Hinweis auf den angedachten Beitrag mich von diesem Post abgehalten.

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
alemannia Am: 08.02.2019 19:13:13 Gelesen: 11510# 132 @  
Hallo Henry,

laut meinem Michel-Postgebühren-Handbuch betrug ab 1.9.1994 die Gebühr für Eilzustelung zwischen 6-22 Uhr = 9,00 DM (Nicht €).

Der Euro wurde erst zum 1.1.2002 als Zahlungsmittel eingeführt.

Gruß

Guntram
 
Henry Am: 09.02.2019 14:38:32 Gelesen: 11375# 133 @  
@ alemannia [#132]

Hallo Guntram,

ich bitte um Entschuldigung, du hast völlig recht. Ich muss mir doch wieder angewöhnen, auch die kleinen Ziffern im MICHEL zu beachten. Und natürlich waren es zu dem Zeitpunkt noch DM-Beträge. Das ändert allerdings nichts an der Aussage in [#129].

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
GR Am: 27.02.2019 13:05:55 Gelesen: 10687# 134 @  
Die Gültigkeit der Posthorn-Marken endete zum Ablauf des 31.12.1954. Um die 20 Pfennige für diese Karte am 15.08.1958 (!) darzustellen, bediente sich der Absender einer 2-Pfennig-Marke der Posthornausgabe.

Somit die Deutsche Bundespost um 2 Pfennige geschädigt.



Gruss
Gerhard
 
bovi11 Am: 27.02.2019 14:38:14 Gelesen: 10660# 135 @  
@ GR [#134]

Das ist aber keine wirkliche Schädigung der damaligen Deutschen Bundespost und erst recht kein Betrug zum Schaden der Post.

Die Post hat schließlich Anfang der 50er Jahre 2 Pfennig für die Posthornmarke erhalten und die (Teil-) Leistung hat sie dafür erst 1958 erbracht. Letztlich ist die Begrenzung der Frankaturgültigkeit von Postwertzeichen eine mehr oder weniger willkürliche Maßnahme, um bezahlte Leistungen nicht mehr erbringen zu müssen.
 
Martin de Matin Am: 27.02.2019 19:47:08 Gelesen: 10594# 136 @  
Ich zeige einen Umschlag für 19 Postzustellungsaufträge der Stadt Aachen vom 13.7.2004. Das Porto ist nur ca. zur Hälfte mit Marken verrechnet worden. Das Interessante ist, das rechts aussen ein Achterblock der Österreich MiNr. 2472 aufgeklebt worden ist. Hat hier die Stadt Aachen die Deutsche Post betrogen, oder hat die Stadt Aachen eine Sondervereinbarung mit Österreichischen- und Deutschen Post?

Auf Grund der Grösse des Umschlages, musste ich diesen in zwei Hälften einscannen und diese dann wieder zusammenfügen. Es könnte dadurch eine leichte Verschiebung Bereich der rechten 5 cent Marke ergeben haben.



Gruss
Martin
 
Christoph 1 Am: 27.02.2019 20:21:51 Gelesen: 10573# 137 @  
@ Martin de Matin [#136]

Hallo Martin,

die Stadt Aachen hatte ganz sicher keinen Sondervertrag mit der Post. Hier wurden ungültige Briefmarken verklebt, aber vermutlich ohne Absicht. Wahrscheinlich hat sich auch die Stadtverwaltung in Aachen zur Kostenersparnis bei einem Frankaturware-Anbieter bedient. Und da war eben der Zehnerbogen aus Österreich zwischen den deutschen Briefmarken. Niemand hat bemerkt, dass es sich nicht um deutsche Briefmarken handelt. Auch die Post hat es nicht bemerkt.

Das Gesamtporto von 106,40 € finde ich hier übrigens schon bemerkenswert!

Viele Grüße
Christoph
 
Martin de Matin Am: 27.02.2019 21:35:49 Gelesen: 10552# 138 @  
@ Christoph 1 [#137]

Hallo Christoph,

das mit der Sondervereinbarung war von mir ein bischen sarkastisch gemeint. Ich wollte nur zeigen das auch Behörden Postbetrug machen, ob mit Absicht oder nicht.

Übrigens werde ich in den nächsten Wochen/Monaten noch höher frankierte Postzustellungsaufträge zeigen, auch mit einem höheren Markenanteil.

Gruss
Martin
 
bovi11 Am: 27.02.2019 21:49:26 Gelesen: 10541# 139 @  
@ Martin de Matin [#138]

Ich wollte nur zeigen das auch Behörden Postbetrug machen, ob mit Absicht oder nicht.

Betrug setzt immer Vorsatz voraus. Also ohne Absicht kein Betrug.
 
Lutwinus Am: 28.02.2019 20:33:09 Gelesen: 10398# 140 @  
@ 10Parale [#115]

Hallo! Ich habe erst jetzt den Beitrag gesehen und denke, ich kann zur Aufkläung beitragen. Die Kopie des Briefes stammt von der Deutschen Post selbst. Sie (und einige andere kopierte Belege) ist zu Dokumentationszwecken in der Motivsammlung der Deutschen Post "10 Jahre Deutsche Einheit" zu finden.

Als Beschreibung ist dort zu lesen:

"Postkriegs-Beleg" mit den Berliner Sondermarken zum 17. Juni 1953; die Gedenkmarken erschienen lediglich acht Wochen nach dem Aufstand in der DDR. Der Beleg datiert vom 18. August 1953 (aus Sammlung Reiner Wyszomirski).

Liebe Grüße Jörg
 
Student Am: 30.06.2020 12:30:17 Gelesen: 762# 141 @  
Diese Frankatur kam mit dem Los von Xener Xichel. Da brauchst du schon Postbeamte, die nicht genau hinsehen, damit du nicht Strafporto zahlst. Und dafür verlangt er 2 Euro.


 
Student Am: 30.06.2020 12:34:32 Gelesen: 772# 142 @  
Frankatur von Xener Michel, zum Schaden der Post.


 
bovi11 Am: 30.06.2020 12:35:18 Gelesen: 758# 143 @  
@ Student [#141]

Das machte Günther Schwerdt aus München alias eBay bayerline und beyerline genau so. Ich habe da 3 Kuverts von Testkäufen vorliegen, die mit 300 (Pf) Marken und kleinen Zusatzfrankaturen beklebt waren.
 
drmoeller_neuss Am: 30.06.2020 12:48:20 Gelesen: 755# 144 @  
@ Student [#142]

Ich will Xener Xichel nicht in Schutz nehmen, aber wenn die Post die Mitarbeiter in den Filialen nicht schult, ist die Post selber daran schuld. Ich habe auch schon Briefe mit DDR-Marken bekommen, die Mark umgerechnet 1:1 in Euro. Bei den Automatenmarken hätte es die Filialie schon merken müssen.

Neulich in meinem Schreibwarengeschäft mit Zumwinkelchen: ich gebe ein frankiertes Päckchen ab, und habe den Mitarbeiter noch darauf hingewiesen, dass er die Marken stempeln muss. Seine Antwort: "wir stempeln nicht mehr" habe ich akzeptiert, und dann noch das Päckchen selbst zum vor dem Eingang stehenden DHL-Wagen gebracht (o.k., ist nichts dagegen einzuwenden, da das Päckchen dadurch noch am gleichen Tag hinausging). Natürlich kam es, wie es kommen musste: im Frachtzentrum wird erst recht nicht gestempelt, und der Paketfahrer achtet auf so etwas nicht.

Der Empfänger freute sich, er musste ohnehin etwas verschicken, und hatte schon den Karton passend frankiert und musste nur den Adressaufkleber überkleben. :)
 
DL8AAM Am: 30.06.2020 14:43:48 Gelesen: 692# 145 @  
@ drmoeller_neuss [#144]

...., aber wenn die Post die Mitarbeiter in den Filialen nicht schult, ist die Post selber daran schuld.

Insbesondere, wenn der Schaltermitarbeiter manuell noch ein Prio-Label zu 0,00 dazuklebt. Da "muss" dann doch jeder weitere Postmitarbeiter in der Prozesskette, der üblicherweise keine zusätzliche philatelistische Spezialschulung bekommen hat, ja wirklich auch davon ausgehen, das die Frankatur "genau so" auch vollkommen in Ordnung geht.

Das ganze wirkt so, wie mit "bösen Vorsätzen", gezielt genau so gewollt und gemacht. Man muss dafür ja nur den Zeitpunkt abpassen, zu dem gerade die auszubildene Bäckerfachverkäuferin alleine Schicht hat.

BTW, ich wollte die Tage mal einen Beleg scannen, den meine Frau direkt beim Schalter in Briefzentrum abgegeben hat. Sie ist zwar mit einem Philatelisten verheiratet, kannte den Unterschied zwischen DM- und Euro-Marken bzw. DBP- und Deutschland-Marklen auch nicht und hat eine uralte ziemlich vergrabbelte 1,10 DM DBP-Dauermarke neben neuen 45 Cent auf einen 155er Brief verklebt. Vollkommen ohne bösen Vorsatz. Meine Frau hat mir dann auch glaubhaft versichert, dass sie überhaupt nicht, nie und nimmer, auch je nur ansatzweise auf die Idee gekommen wäre und den Gedanken entwickelt hätte, dass die Marke keine Gültigkeit mehr haben könnte (zumal unter den Dauermarken ja auch nicht mal eine Jahreszahl steht und ein Währungszusatz fehlt ja auch). 99% aller nichtphilatelistischen Normalverbraucher wissen davon sicherlich auch nichts bzw. können den Unterschied erkennen. Das Briefzentrum nahm die Sendung ja auch problemlos an, stempelte je Marke einzeln mit einen Handstempel am Schalter ab. Erst bei der "Empfängerpost" fiel das auf, die Marke wurde nachträglich blau gekennzeichnet, der Empfänger verweigerte die Annahme und die Sendung ging mit 3,15 € Nachporto zurück. Ich konnte meine Frau nur mit viel Mühe davon abhalten, sofort den Anwalt unseres Vertrauens und den Verbraucherschutz einzuschalten, um die Post zu verklagen und auch öffentlich als gemein, dumm und betrügerisch an den Pranger zu stellen. Zumal es sich hier um eine Fristsache ging (deshalb auch die Handabgabe mit Stempelwunsch direkt am Geschäftskundenschalter im BZ). Ach, da keiner daheim war, mussten wir die Sendung Tage später bei der Post auslösen, kurz vor dem Ablauf der Lagerfrist, man kommt ja nicht täglich zu den Öffnungszeiten beim Postamt am anderen Ende der Stadt vorbei und findet dort einen freien Parkplatz.

Ich habe so zumindest einen interessant aussehenden 100%ig, lupenreinen Bedarfsbeleg gewonnen. Was ich damit sagen wollte, 99,x% aller verklebten Ungültigen haben ihren Ursprung ausschliesslich nur in der puren Unwissenheit. Beim normalen Verbraucher, wie beim normalen Postmitarbeiter. Und viele haben noch irgendwo uralte, vergilbte und übel ramponierte Restbestände ganz hinten in den Tiefen des Küchenschranks rumliegen.

In Gegensatz zu Sendungen mit philatelistischem Hintergrund - wie hier.

Gruß
Thomas
 
drmoeller_neuss Am: 30.06.2020 16:59:16 Gelesen: 655# 146 @  
@ DL8AAM [#145]

Das ganze wirkt so, wie mit "bösen Vorsätzen", gezielt genau so gewollt und gemacht. Man muss dafür ja nur den Zeitpunkt abpassen, zu dem gerade die auszubildene Bäckerfachverkäuferin alleine Schicht hat.

Der Betrieb ist für das Personal verantwortlich, nicht der Kunde. Wenn die Auszubildende nicht alle Tätigkeiten beherrscht, darf sie eben nicht alleine Dienst machen. Und schliesslich gibt es bei der Post schon noch wichtige Sendungen, wie fristgerechte Kündigungen, Auszahlungen oder Postzustellungsurkunden. Was würdest Du dazu sagen, wenn die durch unerfahrene Postangestellte versaubeutelt werden? Oder beim Metzger, wenn Du statt Rindersteaks Schweinekottlets bekommst, mit dem netten Hinweis, dass die Auszubildende den Unterschied noch nicht kennt?

Das Briefzentrum nahm die Sendung ja auch problemlos an, stempelte je Marke einzeln mit einen Handstempel am Schalter ab. Erst bei der "Empfängerpost" fiel das auf, die Marke wurde nachträglich blau gekennzeichnet, der Empfänger verweigerte die Annahme und die Sendung ging mit 3,15 € Nachporto zurück. Ich konnte meine Frau nur mit viel Mühe davon abhalten, sofort den Anwalt unseres Vertrauens und den Verbraucherschutz einzuschalten, um die Post zu verklagen . . .

Auch hier ist die Post in der Verantwortung. Wenn der Kunde einen Brief am Schalter aufgibt, muss er davon ausgehen, dass der Postarbeiter die Sendung richtig behandelt. Sonst kann er sich den Weg zum Schalter gleich sparen und den Brief in den Briefkasten werfen. Es gab (gibt ?) ein Verzeichnis der gültigen Postwertzeichen, und da muss im Zweifelsfall der Mitarbeiter nachschauen. Ich kenne aus meinen Briefmarkenkreise auch die umgekehrten Fälle, wo die Doppelnominale als ungültig angesehen und nicht akzeptiert wurde.

Ich erinnere mich an einen Fall im ICE, wo ein Fahrgast mit einem falschen Fahrschein angetroffen wurde. Es wurde der Zugchef hinzugerufen, und die Kundin konnte glaubhaft machen, die Fahrkarte so am Schalter im Bahnhof erworben zu haben. Von einer Fahrpreisnacherhebung wurde abgesehen, der Zugchef hat alles notiert, mit dem Hinweis, hier werden wir "betriebsintern noch etwas nachschulen". Meines Erachtens ist das einzige gangbare Weg, schliesslich kann der Kunde nichts dafür, wenn der Mitarbeiter die eigenen Tarifbestimmungen nicht kennt.
 
DL8AAM Am: 30.06.2020 19:11:14 Gelesen: 616# 147 @  
@ drmoeller_neuss [#146]

Trotzdem hat das in diesem Fall doch ein kleines Gerüchle, der Versender, als Philatelist, dürfte schon wissen, was man da tut.

Im Prinzip hast Du aber vollkommen Recht. Ich, als "dummer" Kunde, gehe in ein Fachgeschäft (aka "Postfiliale", formally known as Postamt) und will persönlich eine Dienstleistung abrufen. Dann kann ich als Kunde erwarten, dass mein Gegenüber sachkundig genug ist, mir auch die Sache zu bieten, die ich abfrage. Wenn ich als Kunde einen Brief mit spanischen Briefmarken ("ist ja alles EU" und "in Euro") abgebe und der Postler mir diese problemlos, ohne jeden Widerspruch und Einrede - so wie er ist - abnimmt, dann dürfte sich die Post später auch nicht mehr bei mir beschweren (Nachporto). Für mich spricht der Postler ja für die Post als "Ganzes", mit einer Art von "Anscheinsvollmacht". Was der sagt, muss die Post für sich "gegen sich" anrechnen lassen.

Vielleicht hätte ich meine Frau doch nicht vom Besuch des Anwalts abhalten sollen? Mal schauen, ich spreche sie nachher mal drauf an - im Freundeskreis hätte wir sogar 3 Anwälte, denen das vielleicht sogar "Spass" machen würde. ;-)

Die Post verhält sich ja in vielen Dingen fast noch so, als wären sie preussische Befehlsbeamte. Alleine schon, dass sie am Schalter aufgegebene, teure Auslandssendungen annimmt und diese, wegen Corona, einfach so - vollkommen entschädigungslos - an die Absender zurückgibt. Sie vereinnahmt dabei ja sogar selbst die Portoanteile, die eigentlich bei der erfolgreichen Erbringung der Dienstleistung der ausländischen Post zustehen würden. Zumindest müsste sie den 'unwissenden' Kunden auf eine mögliche Entschädigung selbst aktiv hinweisen. Aber das ist ja ein vollkommen anderes Thema.

Beste Grüße
Thomas
 
bovi11 Am: 30.06.2020 19:54:16 Gelesen: 583# 148 @  
Bei der ganzen Betrachtung sollte man losgelöst von der formalen rechtlichen Betrachtung eines nicht außer Acht lassen:

Die Post hat die Währungsumstellung DM/€ 2002 dazu benutzt, par ordre du mufti die DM-Marken ab einem bestimmten Datum für ungültig zu erklären.

Eine plausible Erklärung dafür ist nicht erkennbar, denn damit hat sich die Post einen erheblichen geldwerten Vorteil verschafft, indem sie zwar Gelder für die DM-Marken eingenommen hat, dafür aber nicht die versprochenen Gegenleistungen erbracht hat. Sie hat sich damit quasi ungerechtfertigt bereichert.
 
drmoeller_neuss Am: 30.06.2020 20:26:00 Gelesen: 567# 149 @  
@ DL8AAM [#147]

Alleine schon, dass sie am Schalter aufgegebene, teure Auslandssendungen annimmt und diese, wegen Corona, einfach so - vollkommen entschädigungslos - an die Absender zurückgibt. Sie vereinnahmt dabei ja sogar selbst die Portoanteile, die eigentlich bei der erfolgreichen Erbringung der Dienstleistung der ausländischen Post zustehen würden. Zumindest müsste sie den 'unwissenden' Kunden auf eine mögliche Entschädigung selbst aktiv hinweisen. Aber das ist ja ein vollkommen anderes Thema.

Hier sollte man als Postkunde nachhaken, zumindest für die Fälle, bei denen bereits bei der Annahme bekannt war, dass keine Verbindung in das Ausland bestanden hat. Das gilt natürlich nur für die Annahme am Schalter. Den Einwurf in den Briefkasten kann die Post nicht kontrollieren, hier ist jeder Postkunde selbst dafür verantwortlich, was er einwirft.

Wenn die Sendung aber unterwegs wegen Corona "gestrandet" war, kann man der Post keinen Vorwurf daraus machen.

@ bovi11 [#148]

Eine plausible Erklärung dafür ist nicht erkennbar, denn damit hat sich die Post einen erheblichen geldwerten Vorteil verschafft, indem sie zwar Gelder für die DM-Marken eingenommen hat, dafür aber nicht die versprochenen Gegenleistungen erbracht hat. Sie hat sich damit quasi ungerechtfertigt bereichert.

Ich will die alte Leier nicht wieder anwerfen, aber es bestand eine Umtauschfrist. Jeder Sammler konnte selbst entscheiden, ob er umtauschen wollte. Ich war leider auch nicht konsequent genug, und habe die Bund-Olympia-Blocks behalten. Heute bekomme ich nicht mehr 20 Cent dafür. Alles andere wurde umgetauscht. :D

Im übrigen laufen "private" Dienstleistungsgutscheine nach drei Jahren ab. Strassenbahnfahrscheine sogar nach einem Jahr, obwohl sich die Tarifstruktur nicht ändert. Es geht noch schlimmer als die Post.

Auch hier viele Grüsse an die sonst so gescholtene Deutsche Bahn, die in der Corona-Zeit sehr kulant war, und mir den Anteil der BahnCard 100 erstattet hatte, den ich im Home-Office nicht nutzen konnte. Die Bahn hätte sich auch auf den Standpunkt stellen können, dass die Züge während der Corona-Krise gefahren sind, und es mein Problem war, dass ich das Angebot nicht genutzt habe.
 
bovi11 Am: 30.06.2020 20:40:29 Gelesen: 555# 150 @  
@ drmoeller_neuss [#149]

"Ich will die alte Leier nicht wieder anwerfen, aber es bestand eine Umtauschfrist. Jeder Sammler konnte selbst entscheiden, ob er umtauschen wollte. Ich war leider auch nicht konsequent genug, und habe die Bund-Olympia-Blocks behalten. Heute bekomme ich nicht mehr 20 Cent dafür. Alles andere wurde umgetauscht. :D

Im übrigen laufen "private" Dienstleistungsgutscheine nach drei Jahren ab. Strassenbahnfahrscheine sogar nach einem Jahr, obwohl sich die Tarifstruktur nicht ändert. Es geht noch schlimmer als die Post."


Das ist doch gar nicht die Frage. Rechtlich mag das ja so sein, wie es ist; gleichwohl hat die Post sich einen ganz erheblichen Vermögenszuwachs verschafft. Zudem besteht durchaus ein gewissen Unterschied zwischen Post und "normalen" Unternehmen. Die Historie darf man hierbei nicht aus dem Blick verlieren. Die Post hatte irgendwann (zu DM-Zeiten) auch mal erklärt, die ausgegebenen Marken seien unbegrenzt frankaturgültig.

Im Ergebnis ist das aber müßig und ich werde die Sache hier nicht weiter vertiefen.
 
DL8AAM Am: 30.06.2020 21:09:53 Gelesen: 537# 151 @  
@ drmoeller_neuss [#149]

Wenn die Sendung aber unterwegs wegen Corona "gestrandet" war, kann man der Post keinen Vorwurf daraus machen.

OK, aber dann sollte sie zumindest die "weitergehenden" Portoanteile von sich aus erstatten. Ein dicker Brief in die USA, womöglich mit Zusatzleistungen, kostet halt etwas mehr, als ein Inlandsbrief. Und zurück kommt halt nur ein normaler unzustellbarer Inlands-Landbrief. Ein "Verrechnen" des Inlandsanteils fände ich da auch vollkommen akzeptabel, aber nicht das komplette Einbehalten auch des Portoanteils der ausländischen Post. So eine Verrechnung wäre vertretbar in den Fällen, in denen die Unmöglichkeit der Weiterleitung bei der Annahme am Schalter (oder beim Einwurf) noch nicht bekannt war, wenn aber "das Land" bereits auf der "geht gerade nicht-Liste" stand und der Postler vor Ort die Sendung trotzdem ohne Risikoansprache ("Wollen Sie es trotzdem versuchen?") annimmt, dann gehe ich als Kunden natürlich immer davon aus, das der Postler, als kundiger Fachverkäufer, etwas Tagaktuelleres weiss, als ich oder der externe Webmaster der Post. Dann würde ich die komplette Entschädigung und ein ganz dickes Sorry der Post erwarten - und keine einfache Rücksendung mit lieblosen Hinweisstempel unter vollen Einbehalt der 10 € Porto. Das wäre vollkommen OK, wenn ich trotz der "Sperrliste" eine Sendung besseren Wissens über einen Briefkasten eingeliefert hätte (was sicherlich unsere lieben Philatelisten öfters gemacht haben, um so an interessante RTS-Belege zu kommen ... ja, warum auch nicht).

Auch wenn das ein interessantes Thema ist, wir gleiten leider zu sehr ab ;-) Sorry! Zurück zum (vermeidlichen) Postbetrug ;-)

Beste Grüße
Thomas
 

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