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Thema: Betrug zum Schaden der Post
Das Thema hat 164 Beiträge:
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Lutwinus Am: 28.02.2019 20:33:09 Gelesen: 13119# 140 @  
@ 10Parale [#115]

Hallo! Ich habe erst jetzt den Beitrag gesehen und denke, ich kann zur Aufkläung beitragen. Die Kopie des Briefes stammt von der Deutschen Post selbst. Sie (und einige andere kopierte Belege) ist zu Dokumentationszwecken in der Motivsammlung der Deutschen Post "10 Jahre Deutsche Einheit" zu finden.

Als Beschreibung ist dort zu lesen:

"Postkriegs-Beleg" mit den Berliner Sondermarken zum 17. Juni 1953; die Gedenkmarken erschienen lediglich acht Wochen nach dem Aufstand in der DDR. Der Beleg datiert vom 18. August 1953 (aus Sammlung Reiner Wyszomirski).

Liebe Grüße Jörg
 
Student Am: 30.06.2020 12:30:17 Gelesen: 3483# 141 @  
Diese Frankatur kam mit dem Los von Xener Xichel. Da brauchst du schon Postbeamte, die nicht genau hinsehen, damit du nicht Strafporto zahlst. Und dafür verlangt er 2 Euro.


 
Student Am: 30.06.2020 12:34:32 Gelesen: 3493# 142 @  
Frankatur von Xener Michel, zum Schaden der Post.


 
bovi11 Am: 30.06.2020 12:35:18 Gelesen: 3479# 143 @  
@ Student [#141]

Das machte Günther Schwerdt aus München alias eBay bayerline und beyerline genau so. Ich habe da 3 Kuverts von Testkäufen vorliegen, die mit 300 (Pf) Marken und kleinen Zusatzfrankaturen beklebt waren.
 
drmoeller_neuss Am: 30.06.2020 12:48:20 Gelesen: 3476# 144 @  
@ Student [#142]

Ich will Xener Xichel nicht in Schutz nehmen, aber wenn die Post die Mitarbeiter in den Filialen nicht schult, ist die Post selber daran schuld. Ich habe auch schon Briefe mit DDR-Marken bekommen, die Mark umgerechnet 1:1 in Euro. Bei den Automatenmarken hätte es die Filialie schon merken müssen.

Neulich in meinem Schreibwarengeschäft mit Zumwinkelchen: ich gebe ein frankiertes Päckchen ab, und habe den Mitarbeiter noch darauf hingewiesen, dass er die Marken stempeln muss. Seine Antwort: "wir stempeln nicht mehr" habe ich akzeptiert, und dann noch das Päckchen selbst zum vor dem Eingang stehenden DHL-Wagen gebracht (o.k., ist nichts dagegen einzuwenden, da das Päckchen dadurch noch am gleichen Tag hinausging). Natürlich kam es, wie es kommen musste: im Frachtzentrum wird erst recht nicht gestempelt, und der Paketfahrer achtet auf so etwas nicht.

Der Empfänger freute sich, er musste ohnehin etwas verschicken, und hatte schon den Karton passend frankiert und musste nur den Adressaufkleber überkleben. :)
 
DL8AAM Am: 30.06.2020 14:43:48 Gelesen: 3413# 145 @  
@ drmoeller_neuss [#144]

...., aber wenn die Post die Mitarbeiter in den Filialen nicht schult, ist die Post selber daran schuld.

Insbesondere, wenn der Schaltermitarbeiter manuell noch ein Prio-Label zu 0,00 dazuklebt. Da "muss" dann doch jeder weitere Postmitarbeiter in der Prozesskette, der üblicherweise keine zusätzliche philatelistische Spezialschulung bekommen hat, ja wirklich auch davon ausgehen, das die Frankatur "genau so" auch vollkommen in Ordnung geht.

Das ganze wirkt so, wie mit "bösen Vorsätzen", gezielt genau so gewollt und gemacht. Man muss dafür ja nur den Zeitpunkt abpassen, zu dem gerade die auszubildene Bäckerfachverkäuferin alleine Schicht hat.

BTW, ich wollte die Tage mal einen Beleg scannen, den meine Frau direkt beim Schalter in Briefzentrum abgegeben hat. Sie ist zwar mit einem Philatelisten verheiratet, kannte den Unterschied zwischen DM- und Euro-Marken bzw. DBP- und Deutschland-Marklen auch nicht und hat eine uralte ziemlich vergrabbelte 1,10 DM DBP-Dauermarke neben neuen 45 Cent auf einen 155er Brief verklebt. Vollkommen ohne bösen Vorsatz. Meine Frau hat mir dann auch glaubhaft versichert, dass sie überhaupt nicht, nie und nimmer, auch je nur ansatzweise auf die Idee gekommen wäre und den Gedanken entwickelt hätte, dass die Marke keine Gültigkeit mehr haben könnte (zumal unter den Dauermarken ja auch nicht mal eine Jahreszahl steht und ein Währungszusatz fehlt ja auch). 99% aller nichtphilatelistischen Normalverbraucher wissen davon sicherlich auch nichts bzw. können den Unterschied erkennen. Das Briefzentrum nahm die Sendung ja auch problemlos an, stempelte je Marke einzeln mit einen Handstempel am Schalter ab. Erst bei der "Empfängerpost" fiel das auf, die Marke wurde nachträglich blau gekennzeichnet, der Empfänger verweigerte die Annahme und die Sendung ging mit 3,15 € Nachporto zurück. Ich konnte meine Frau nur mit viel Mühe davon abhalten, sofort den Anwalt unseres Vertrauens und den Verbraucherschutz einzuschalten, um die Post zu verklagen und auch öffentlich als gemein, dumm und betrügerisch an den Pranger zu stellen. Zumal es sich hier um eine Fristsache ging (deshalb auch die Handabgabe mit Stempelwunsch direkt am Geschäftskundenschalter im BZ). Ach, da keiner daheim war, mussten wir die Sendung Tage später bei der Post auslösen, kurz vor dem Ablauf der Lagerfrist, man kommt ja nicht täglich zu den Öffnungszeiten beim Postamt am anderen Ende der Stadt vorbei und findet dort einen freien Parkplatz.

Ich habe so zumindest einen interessant aussehenden 100%ig, lupenreinen Bedarfsbeleg gewonnen. Was ich damit sagen wollte, 99,x% aller verklebten Ungültigen haben ihren Ursprung ausschliesslich nur in der puren Unwissenheit. Beim normalen Verbraucher, wie beim normalen Postmitarbeiter. Und viele haben noch irgendwo uralte, vergilbte und übel ramponierte Restbestände ganz hinten in den Tiefen des Küchenschranks rumliegen.

In Gegensatz zu Sendungen mit philatelistischem Hintergrund - wie hier.

Gruß
Thomas
 
drmoeller_neuss Am: 30.06.2020 16:59:16 Gelesen: 3376# 146 @  
@ DL8AAM [#145]

Das ganze wirkt so, wie mit "bösen Vorsätzen", gezielt genau so gewollt und gemacht. Man muss dafür ja nur den Zeitpunkt abpassen, zu dem gerade die auszubildene Bäckerfachverkäuferin alleine Schicht hat.

Der Betrieb ist für das Personal verantwortlich, nicht der Kunde. Wenn die Auszubildende nicht alle Tätigkeiten beherrscht, darf sie eben nicht alleine Dienst machen. Und schliesslich gibt es bei der Post schon noch wichtige Sendungen, wie fristgerechte Kündigungen, Auszahlungen oder Postzustellungsurkunden. Was würdest Du dazu sagen, wenn die durch unerfahrene Postangestellte versaubeutelt werden? Oder beim Metzger, wenn Du statt Rindersteaks Schweinekottlets bekommst, mit dem netten Hinweis, dass die Auszubildende den Unterschied noch nicht kennt?

Das Briefzentrum nahm die Sendung ja auch problemlos an, stempelte je Marke einzeln mit einen Handstempel am Schalter ab. Erst bei der "Empfängerpost" fiel das auf, die Marke wurde nachträglich blau gekennzeichnet, der Empfänger verweigerte die Annahme und die Sendung ging mit 3,15 € Nachporto zurück. Ich konnte meine Frau nur mit viel Mühe davon abhalten, sofort den Anwalt unseres Vertrauens und den Verbraucherschutz einzuschalten, um die Post zu verklagen . . .

Auch hier ist die Post in der Verantwortung. Wenn der Kunde einen Brief am Schalter aufgibt, muss er davon ausgehen, dass der Postarbeiter die Sendung richtig behandelt. Sonst kann er sich den Weg zum Schalter gleich sparen und den Brief in den Briefkasten werfen. Es gab (gibt ?) ein Verzeichnis der gültigen Postwertzeichen, und da muss im Zweifelsfall der Mitarbeiter nachschauen. Ich kenne aus meinen Briefmarkenkreise auch die umgekehrten Fälle, wo die Doppelnominale als ungültig angesehen und nicht akzeptiert wurde.

Ich erinnere mich an einen Fall im ICE, wo ein Fahrgast mit einem falschen Fahrschein angetroffen wurde. Es wurde der Zugchef hinzugerufen, und die Kundin konnte glaubhaft machen, die Fahrkarte so am Schalter im Bahnhof erworben zu haben. Von einer Fahrpreisnacherhebung wurde abgesehen, der Zugchef hat alles notiert, mit dem Hinweis, hier werden wir "betriebsintern noch etwas nachschulen". Meines Erachtens ist das einzige gangbare Weg, schliesslich kann der Kunde nichts dafür, wenn der Mitarbeiter die eigenen Tarifbestimmungen nicht kennt.
 
DL8AAM Am: 30.06.2020 19:11:14 Gelesen: 3337# 147 @  
@ drmoeller_neuss [#146]

Trotzdem hat das in diesem Fall doch ein kleines Gerüchle, der Versender, als Philatelist, dürfte schon wissen, was man da tut.

Im Prinzip hast Du aber vollkommen Recht. Ich, als "dummer" Kunde, gehe in ein Fachgeschäft (aka "Postfiliale", formally known as Postamt) und will persönlich eine Dienstleistung abrufen. Dann kann ich als Kunde erwarten, dass mein Gegenüber sachkundig genug ist, mir auch die Sache zu bieten, die ich abfrage. Wenn ich als Kunde einen Brief mit spanischen Briefmarken ("ist ja alles EU" und "in Euro") abgebe und der Postler mir diese problemlos, ohne jeden Widerspruch und Einrede - so wie er ist - abnimmt, dann dürfte sich die Post später auch nicht mehr bei mir beschweren (Nachporto). Für mich spricht der Postler ja für die Post als "Ganzes", mit einer Art von "Anscheinsvollmacht". Was der sagt, muss die Post für sich "gegen sich" anrechnen lassen.

Vielleicht hätte ich meine Frau doch nicht vom Besuch des Anwalts abhalten sollen? Mal schauen, ich spreche sie nachher mal drauf an - im Freundeskreis hätte wir sogar 3 Anwälte, denen das vielleicht sogar "Spass" machen würde. ;-)

Die Post verhält sich ja in vielen Dingen fast noch so, als wären sie preussische Befehlsbeamte. Alleine schon, dass sie am Schalter aufgegebene, teure Auslandssendungen annimmt und diese, wegen Corona, einfach so - vollkommen entschädigungslos - an die Absender zurückgibt. Sie vereinnahmt dabei ja sogar selbst die Portoanteile, die eigentlich bei der erfolgreichen Erbringung der Dienstleistung der ausländischen Post zustehen würden. Zumindest müsste sie den 'unwissenden' Kunden auf eine mögliche Entschädigung selbst aktiv hinweisen. Aber das ist ja ein vollkommen anderes Thema.

Beste Grüße
Thomas
 
bovi11 Am: 30.06.2020 19:54:16 Gelesen: 3304# 148 @  
Bei der ganzen Betrachtung sollte man losgelöst von der formalen rechtlichen Betrachtung eines nicht außer Acht lassen:

Die Post hat die Währungsumstellung DM/€ 2002 dazu benutzt, par ordre du mufti die DM-Marken ab einem bestimmten Datum für ungültig zu erklären.

Eine plausible Erklärung dafür ist nicht erkennbar, denn damit hat sich die Post einen erheblichen geldwerten Vorteil verschafft, indem sie zwar Gelder für die DM-Marken eingenommen hat, dafür aber nicht die versprochenen Gegenleistungen erbracht hat. Sie hat sich damit quasi ungerechtfertigt bereichert.
 
drmoeller_neuss Am: 30.06.2020 20:26:00 Gelesen: 3288# 149 @  
@ DL8AAM [#147]

Alleine schon, dass sie am Schalter aufgegebene, teure Auslandssendungen annimmt und diese, wegen Corona, einfach so - vollkommen entschädigungslos - an die Absender zurückgibt. Sie vereinnahmt dabei ja sogar selbst die Portoanteile, die eigentlich bei der erfolgreichen Erbringung der Dienstleistung der ausländischen Post zustehen würden. Zumindest müsste sie den 'unwissenden' Kunden auf eine mögliche Entschädigung selbst aktiv hinweisen. Aber das ist ja ein vollkommen anderes Thema.

Hier sollte man als Postkunde nachhaken, zumindest für die Fälle, bei denen bereits bei der Annahme bekannt war, dass keine Verbindung in das Ausland bestanden hat. Das gilt natürlich nur für die Annahme am Schalter. Den Einwurf in den Briefkasten kann die Post nicht kontrollieren, hier ist jeder Postkunde selbst dafür verantwortlich, was er einwirft.

Wenn die Sendung aber unterwegs wegen Corona "gestrandet" war, kann man der Post keinen Vorwurf daraus machen.

@ bovi11 [#148]

Eine plausible Erklärung dafür ist nicht erkennbar, denn damit hat sich die Post einen erheblichen geldwerten Vorteil verschafft, indem sie zwar Gelder für die DM-Marken eingenommen hat, dafür aber nicht die versprochenen Gegenleistungen erbracht hat. Sie hat sich damit quasi ungerechtfertigt bereichert.

Ich will die alte Leier nicht wieder anwerfen, aber es bestand eine Umtauschfrist. Jeder Sammler konnte selbst entscheiden, ob er umtauschen wollte. Ich war leider auch nicht konsequent genug, und habe die Bund-Olympia-Blocks behalten. Heute bekomme ich nicht mehr 20 Cent dafür. Alles andere wurde umgetauscht. :D

Im übrigen laufen "private" Dienstleistungsgutscheine nach drei Jahren ab. Strassenbahnfahrscheine sogar nach einem Jahr, obwohl sich die Tarifstruktur nicht ändert. Es geht noch schlimmer als die Post.

Auch hier viele Grüsse an die sonst so gescholtene Deutsche Bahn, die in der Corona-Zeit sehr kulant war, und mir den Anteil der BahnCard 100 erstattet hatte, den ich im Home-Office nicht nutzen konnte. Die Bahn hätte sich auch auf den Standpunkt stellen können, dass die Züge während der Corona-Krise gefahren sind, und es mein Problem war, dass ich das Angebot nicht genutzt habe.
 
bovi11 Am: 30.06.2020 20:40:29 Gelesen: 3276# 150 @  
@ drmoeller_neuss [#149]

"Ich will die alte Leier nicht wieder anwerfen, aber es bestand eine Umtauschfrist. Jeder Sammler konnte selbst entscheiden, ob er umtauschen wollte. Ich war leider auch nicht konsequent genug, und habe die Bund-Olympia-Blocks behalten. Heute bekomme ich nicht mehr 20 Cent dafür. Alles andere wurde umgetauscht. :D

Im übrigen laufen "private" Dienstleistungsgutscheine nach drei Jahren ab. Strassenbahnfahrscheine sogar nach einem Jahr, obwohl sich die Tarifstruktur nicht ändert. Es geht noch schlimmer als die Post."


Das ist doch gar nicht die Frage. Rechtlich mag das ja so sein, wie es ist; gleichwohl hat die Post sich einen ganz erheblichen Vermögenszuwachs verschafft. Zudem besteht durchaus ein gewissen Unterschied zwischen Post und "normalen" Unternehmen. Die Historie darf man hierbei nicht aus dem Blick verlieren. Die Post hatte irgendwann (zu DM-Zeiten) auch mal erklärt, die ausgegebenen Marken seien unbegrenzt frankaturgültig.

Im Ergebnis ist das aber müßig und ich werde die Sache hier nicht weiter vertiefen.
 
DL8AAM Am: 30.06.2020 21:09:53 Gelesen: 3258# 151 @  
@ drmoeller_neuss [#149]

Wenn die Sendung aber unterwegs wegen Corona "gestrandet" war, kann man der Post keinen Vorwurf daraus machen.

OK, aber dann sollte sie zumindest die "weitergehenden" Portoanteile von sich aus erstatten. Ein dicker Brief in die USA, womöglich mit Zusatzleistungen, kostet halt etwas mehr, als ein Inlandsbrief. Und zurück kommt halt nur ein normaler unzustellbarer Inlands-Landbrief. Ein "Verrechnen" des Inlandsanteils fände ich da auch vollkommen akzeptabel, aber nicht das komplette Einbehalten auch des Portoanteils der ausländischen Post. So eine Verrechnung wäre vertretbar in den Fällen, in denen die Unmöglichkeit der Weiterleitung bei der Annahme am Schalter (oder beim Einwurf) noch nicht bekannt war, wenn aber "das Land" bereits auf der "geht gerade nicht-Liste" stand und der Postler vor Ort die Sendung trotzdem ohne Risikoansprache ("Wollen Sie es trotzdem versuchen?") annimmt, dann gehe ich als Kunden natürlich immer davon aus, das der Postler, als kundiger Fachverkäufer, etwas Tagaktuelleres weiss, als ich oder der externe Webmaster der Post. Dann würde ich die komplette Entschädigung und ein ganz dickes Sorry der Post erwarten - und keine einfache Rücksendung mit lieblosen Hinweisstempel unter vollen Einbehalt der 10 € Porto. Das wäre vollkommen OK, wenn ich trotz der "Sperrliste" eine Sendung besseren Wissens über einen Briefkasten eingeliefert hätte (was sicherlich unsere lieben Philatelisten öfters gemacht haben, um so an interessante RTS-Belege zu kommen ... ja, warum auch nicht).

Auch wenn das ein interessantes Thema ist, wir gleiten leider zu sehr ab ;-) Sorry! Zurück zum (vermeidlichen) Postbetrug ;-)

Beste Grüße
Thomas
 
DL8AAM Am: 08.09.2020 00:58:57 Gelesen: 1626# 152 @  
@ DL8AAM [#145]

BTW, ich wollte die Tage mal einen Beleg scannen, den meine Frau direkt beim Schalter in Briefzentrum abgegeben hat. Sie ist zwar mit einem Philatelisten verheiratet, kannte den Unterschied zwischen DM- und Euro-Marken bzw. DBP- und Deutschland-Marken auch nicht und hat eine uralte ziemlich vergrabbelte 1,10 DM DBP-Dauermarke neben neuen 45 Cent auf einen 155er Brief verklebt. Vollkommen ohne bösen Vorsatz. Meine Frau hat mir dann auch glaubhaft versichert, dass sie überhaupt nicht, nie und nimmer, auch je nur ansatzweise auf die Idee gekommen wäre und den Gedanken entwickelt hätte, dass die Marke keine Gültigkeit mehr haben könnte (zumal unter den Dauermarken ja auch nicht mal eine Jahreszahl steht und ein Währungszusatz fehlt ja auch). 99% aller nichtphilatelistischen Normalverbraucher wissen davon sicherlich auch nichts bzw. können den Unterschied erkennen. Das Briefzentrum nahm die Sendung ja auch problemlos an, stempelte je Marke einzeln mit einen Handstempel am Schalter ab. Erst bei der "Empfängerpost" fiel das auf, die Marke wurde nachträglich blau gekennzeichnet, der Empfänger verweigerte die Annahme und die Sendung ging mit 3,15 € Nachporto zurück. Ich konnte meine Frau nur mit viel Mühe davon abhalten, sofort den Anwalt unseres Vertrauens und den Verbraucherschutz einzuschalten, um die Post zu verklagen und auch öffentlich als gemein, dumm und betrügerisch an den Pranger zu stellen. Zumal es sich hier um eine Fristsache ging (deshalb auch die Handabgabe mit Stempelwunsch direkt am Geschäftskundenschalter im BZ). Ach, da keiner daheim war, mussten wir die Sendung Tage später bei der Post auslösen, kurz vor dem Ablauf der Lagerfrist, man kommt ja nicht täglich zu den Öffnungszeiten beim Postamt am anderen Ende der Stadt vorbei und findet dort einen freien Parkplatz.

Hier nun - leider etwas verspätet - der Scan (Beschreibung siehe oben)



Erste Entwertung bei der Sendungsannahme am 12.06.2020 (BRIEFZENTRUM 37 bc), anschliessend durchlief der Brief die Sortieranlage, siehe Tintenstrahlspray vom 15.06.2020 (ma Briefzentrum 31), Benachrichtungslabel vom 17.06.2020, Abholung am 24.06.2020.

Für mich am Rande noch etwas interessanter, das Rücksendelabel mit der Formularnummer 912-651-000 (4.10).

Gruß
Thomas
 
saeckingen Am: 08.09.2020 08:23:08 Gelesen: 1587# 153 @  
@ DL8AAM [#152]

Kann mir jemand die Zusammensetzung des Nachentgeltes von 315 Cents erklären?
 
saeckingen Am: 08.09.2020 08:28:24 Gelesen: 1586# 154 @  
@ DL8AAM [#147]

Alleine schon, dass sie am Schalter aufgegebene, teure Auslandssendungen annimmt und diese, wegen Corona, einfach so - vollkommen entschädigungslos - an die Absender zurückgibt.

Ich habe zwei Auslandssendungen zurückerhalten, die ich über Briefkästen eingeliefert hatte. Bei beiden habe ich in kurzer Zeit den vollen Portosatz zurückerstattet bekommen. Eine kurze eMail mit Bankverbindung für die Erstattung und einem Foto der retournierten Sendung war dafür nötig.

Grüße
Harald
 
Journalist Am: 08.09.2020 09:05:59 Gelesen: 1572# 155 @  
@ saeckingen [#153]

Hallo,

bezüglich des Nachentgelt hat sich der Mitarbeiter aus meiner Sicht verrechnet, richtig wären 310 Cent gewesen. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus der Grundgebühr für einen Großbrief von 200 Cent und dem fehlenden Entgelt von 110 Cent zusammen also 310 Cent - denn anerkannt wurden richtig 45 Cent - das Porto Inland Großbrief wäre ja 155 Cent gewesen, es fehlen also 110 Cent.

Berechnet wurde das Nachentgelt auch vermutlich nicht im Eingangs-BZ sondern eher noch beim zweiten Durchlauf im Abgangs-BZ - denn Eingangssendungen werden nicht noch mal auf Nachentgelte geprüft. Hier besteht sonst die Gefahr, der unnötigen Doppelprüfung. Aus Laufzeitgründen wurde der Brief daher auch nicht mehr mit einen gelben Aufkleber versehen und an den Absender zurück geschickt.

@ Student [#141]

Am Schalter die Annahmekräfte werden bezüglich gültiger oder ungültiger Briefmarken nicht mehr geschult. Die Kontrolle findet nur im Abgangsbriefzentrum statt und hier auch nur stichprobenartig manuell statt. Solange mindestens eine Marke, egal welcher Wertstufe in Euro nun dabei klebt kann dies auch eine Maschine nicht erkennen. Es ist also reiner Zufall oder schon eher ein 5er im Lotto das man bei so etwas erwischt wird.

Viele Grüße Jürgen
 
DL8AAM Am: 08.09.2020 14:45:30 Gelesen: 1520# 156 @  
@ Journalist [#155]

Am Schalter die Annahmekräfte werden bezüglich gültiger oder ungültiger Briefmarken nicht mehr geschult. Die Kontrolle findet nur im Abgangsbriefzentrum statt

Ich hatte spasseshalber zwischenzeitlich sogar einen befreundeten Juristen (Richter) mal diesbezüglich ("beim Bier") angesprochen und er bestätigte mir (privat), wie auch schon drmoeller_neuss oben schrieb, wenn der Mitarbeiter den Brief so am Schalter angenommen hat, dann kann ich als Kunde davon ausgehen, dass dieser "für die Post sprach", die verklebte Frankatur gilt dann eben als "post-akzeptiert", zumal er die Sendung sogar per Hand (Handrollstempel) am Kundenschalter (im BZ) gestempelt hatte. Das die Post ihr Personal nicht mehr schult, muss ich mir als Kunde nicht anrechnen lassen, das geht auf die Kappe der Post.

Es hätte folglich auch kein Nachporto erhoben werden dürfen, selbst eine Rücksendung an den Absender - wie hier nach der Annahmeverweigerung - wäre eigentlich nicht korrekt gewesen. Falls uns nachweislich dadurch ein Schaden entstanden wäre, wäre die Post sogar (möglicherweise) schadensersatzpflichtig geworden, bei einem "echten" Verschulden (u.U.) sogar unabhängig von den AGB.

Schade man hätte sich vielleicht doch wehren und nicht einfach anstandslos bezahlen sollen. Aber wer klagt sich wegen 3,15 € durch alle Instanzen, außer man macht das aus "Spass und Hobby" - und ich kann mir für mich wirklich schönere Hobbydinge vorstellen. ;-) Dann zahlt man eben die 3,15 € und scannt in der gewonnenen Zeit ein paar FRANKITs für unsere Datenbank ein. ;-)

Beste Grüße
Thomas
 
achim11-76 Am: 08.09.2020 15:23:34 Gelesen: 1503# 157 @  
Nicht das die Oma mal versehentlich noch einen Dolfi verklebt. ^^
 
drmoeller_neuss Am: 08.09.2020 16:31:54 Gelesen: 1478# 158 @  
@ DL8AAM [#156]

Dann hake doch bei Deinem befreundeten Richter noch einmal nach.

Ich bin der Auffassung, dass der Post in jedem Fall das Entgelt für die Beförderungsleistung zusteht. Die Post hat allerdings kein Recht, die Sendung zurückzubehalten oder gar zurückzuschicken, da die Post die Sendung am Schalter angenommen und Gelegenheit zur Prüfung der Frankatur hatte. Eventuelle Verzögerungen und zusätzliche Aufwände kannst Du als Schadensersatz gegen die Post geltend machen.

Die Post könnte Dir aber eine Zahlungsaufforderung zur Zahlung des Differenzbetrages zuschicken. Eventuelle Bankspesen gehen zu Lasten der Post, da die Post die Frankatur nicht überprüft hat.

Das dürfte Dir zumutbar sein und rechtlichen Bestand haben. Die Fahrt zur Post und das Auslösen der Sendung und Zahlung des Nachentgeltes in bar ist sicher nicht zumutbar.

Im übrigen vertrete ich die Ansicht, dass die absichtliche Frankatur mit ungültigen Marken als Betrug geahndet werden kann.

Es kommt natürlich auf den Einzelfall an. Nehmen wir an, die Postangestellte fragt Dich, "sind das Euro-Marken" und Du antwortest mit "Ja", könnte Betrug gegeben sein. Wenn Du antwortest, "das weiss ich leider nicht, habe die Marken in meiner Portokasse gefunden", ist das kein Betrug, wenn die Post die Frankatur ohne weitere Prüfung akzeptiert.

Du hast aber keine Garantenpflicht. Du musst nicht die Post darauf hinweisen, "schauen Sie bitte genau auf die Marken, vielleicht sind die nicht mehr gültig".

Betrug setzt strafrechtlich Vorsatz voraus. Das ist auch das Leid vieler Einzelhändler, die abends 10-Baht-Stücke oder 1-Real-Stücke aus Brasilien in der Kasse haben. Man muss schon zweimal hinschauen, um diese ausländischen Münzen von Euros unterscheiden zu können. Wer damit absichtlich zahlt, begeht Betrug. Dann muss aber schon die Polizei in der Kleidung etliche Baht- oder Real-Stücke finden. Die meisten Leute sind aber so klever, und erzählen, dass das Kleingeld wohl unbemerkt vom letzten Urlaub in der Tasche zurückgeblieben ist, oder man es selbst als Wechselgeld bekommen hat.

(dazu auch OLG Köln, 16. 1. 1987 — Ss 754/86)

Fazit: das absichtliche Verwenden von ungültigen Postwertzeichen ist keine Bagatelle. Und bei manchen ebay-Händlern kommt das so häufig vor, dass man nicht mehr an einen Zufall oder Versehen glauben mag.
 
DL8AAM Am: 08.09.2020 18:48:41 Gelesen: 1458# 159 @  
@ drmoeller_neuss [#158]

Da stimme ich Dir komplett zu.

Das es auch anders, d.h. richtig geht, dafür hier ein Beispiel aus dem Firmenposteingang



Auch hier wurde eine alte, ungültige "Deutsche Bundespost"-Marke aus DM-Zeiten verklebt. Aber in diesem Fall hat der Postler am annehmenden Schalter im Briefzentrum 36 (Fulda) es rechtzeitig gemerkt, hat die Marke ausgeXt und der Kunde musste die 1,00 Euro am Schalter nachfrankieren (mit einer Digitalmarke, Geräte-Nr. F1010D354B). Die "guten" Marken wurden mit einem Handstempel des Briefzentrums 36 entwertet; 14.04.2020.

Aber es geht auch mal anders "anders", hier ein weiteres Beispiel des gleichen Absenders, ebenfalls direkt im Briefzentrum 36 am Schalter abgegeben. Hier wurde die vorgeklebte Frankatur in voller Höhe akzeptiert und es wurde vom Postler nur noch ein Einschreibe-(Schalter-)Label verklebt:



Die 80er (80 Pfennig - Deutsche Bundespost "Kind und Verkehr" von 1983) war nicht mehr postgültig. Alle Marken wurden am Schalter mit dem Handstempel BRIEFZENTRUM 36 ga am 15.05.2020 anerkannt und regulär entwertet. Wobei der Brief, als Einwurfeinschreiben versendet, sehr wahrscheinlich sowieso überfrankiert wurde, vielleicht war es dem Postler deshalb einfach auch nur egal, das er die 80er mitgestempelt hat. ;-)

Ob hier ein bösartiger Betrugsvorsatz des Versenders vorliegt, mag ich nicht behaupten, insbesondere da man die Sendung ja persönlich am Schalter vorgelegt hat. Gut möglich, dass hier jemand einfach den Altbestand an postfrischen Briefmarken aus der hinteresten Ecke der Wohnzimmerschublade verbrauchen wollte.

Beste Grüße
Thomas
 
drmoeller_neuss Am: 08.09.2020 19:39:39 Gelesen: 1429# 160 @  
@ DL8AAM [#159]

Über den unteren Brief kann man nur spekulieren. Vielleicht war es ein Kompaktbrief und der Absender wollte Übergabe-Einschreiben. Das wäre 3,45 EUR Porto (und endlich weiss ich, für was man eine 3,45 EUR Briefmarke braucht). Auf dem Brief klebten 90+80+95+58. Am Schalter wurde die ungültige Marke erkannt, und Marken zu 95 Cent und 10 Cent dazu frankiert. Da es am Schalter keine Marken zu 2 Cent gab, musste 3 Cent überfrankiert werden, also 3,48 EUR. Dann kam leider der falsche Aufkleber auf den Brief. Das passiert schon einmal am Schalter. In der Corona-Zeit ist aber ein Übergabe und Einwurf-Einschreiben im Prinzip das gleiche, bei einem Übergabe-Einschreiben muss der Briefträger aber noch ein "Q" vor seine Unterschrift machen.

Trotzdem schöne Bedarfsbriefe, die immer seltener werden.
 
achim11-76 Am: 09.09.2020 07:22:03 Gelesen: 1384# 161 @  
Stöbert doch mal in euren Beständen. Wer kann Belege zeigen mit den ältesten ungültigen Marken (dazufrankiert oder vllt auch nur damit frankiert), die durchgerutscht sind ?
 
MS Sammler Am: 19.09.2020 10:51:05 Gelesen: 1036# 162 @  
Moin,

auf einem Einschreibe-Brief möchte ich euch heute zwei chemisch behandelte Marken zeigen, die unter UV-Licht keinerlei Färbung mehr aufweisen. Die Marken haben es aber doch noch durch die Sortiermaschiene geschafft. Evtl. wollte der Absender auch mit einem Handstempel Abschlag gegen die Auffindung der Fälschungen entgegenwirken. Aber das nur als Vermutung. Den entfernten Stempel kann man noch mit dem bloßen Auge erkennen.



Gruß vom Jungsammler Leon.
 
EdgarR Am: 19.09.2020 12:55:37 Gelesen: 1008# 163 @  
@ MS Sammler [#162]

Hallo Leon,

man kann es auf Deinem Foto nicht sicher erkennen, aber ich würde eher vermuten dass die oberen beiden "nicht-UV-leuchtenden" Marken Fälschungen sind (schau mal in diesen langen und sehr ausführlichen Themensstrang [1]) und dass der Absender die Sortiermaschine einfach so ausgetrickst hat dass er die zwei unteren, normal UV-leuchtenden Marken dazu pappte. Bei krummem Porto wie Großbriefportop plus Einschreibegebühr ist solche Stückelung ja unverdächtig. Die "dumme" Sortiermaschine "sieht" nur den UV-Leuchtfleck und damit ist für sie alles OK. Sie zählt ja weder die Markenanzahl noch den Portobetrag nach.

Phile Grüße EdgarR

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?CP=4&F=1&ST=11642&full=1
 
MS Sammler Am: 19.09.2020 13:45:09 Gelesen: 992# 164 @  
Moin Edgar,

deine Erklärung stimmt natürlich. Aber es handelt sich um chemisch entfernte Stempel. Ich hätte den Brief und die Marken noch mal abscannen müssen. Das hole ich hiermit nach. Man sieht bei der Linken Marke ganz gut, das sich der blaue Himmel in der Mitte etwas dunkel verfärbt hat. Bei der Rechten Marke ist die silberne Schrift "Deutschland" sehr dünn. Das "c" fehlt fast komplett. Außerdem wurden die beiden Marken mit einem Klebestift aufgebracht, denn die Ecken heben sich vom Brief ab, was bei selbstklebenden Marken nicht der Fall sein sollte.



Lieben Gruß Leon.
 

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