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Thema: Grösseren Teil einer Sammlung zu verkaufen - aber wie ?
Artaios71 Am: 20.10.2017 00:21:19 Gelesen: 863# 1 @  
Suche Prüfer und Biete 50 % - 50 % Beteiligung !

Hallo Sammlerfreunde !

Ich möchte einen größeren Teil der Sammlung meines Großvaters veräußern !
Da die Sammlung von ihm und von meinem Urgroßvater aufgebaut wurde und beide Briefträger bei der Post waren, weiß ich durch jahrelangen Unterricht 😊Von beiden und anderen Philafreunden, dass sich mehrere begehrte Sammlerstücke darunter befinden.

Da ich aber selbst momentan eine Scheidung hinter mir habe und Geld benötige, deshalb wähle ich diesen Weg und biete jedem Prüfer eine 50 % Beteiligung bei jedem verkauften Stück. Im Gegenzug für die jeweiligen Atteste !

Ich denke das ist ein faires Angebot. Ein Posten Altdeutschland ca 500 Marken das wäre der Anfang - mit guten und weniger guten Werten. Es handelt es sich um ein paar Tausend Briefmarken insgesamt.

Dann Komplettbögen Seltenheiten.

Auch ein paar bestätigte Inflationsbriefe bereits bestätigt durch Infla Berlin geprüft. Dann ein kleiner Posten von ca 100 Brustschilden.
Ein kleiner Posten Kolonien.
Seltene Stempel von Aussig auf echt gelaufenen Briefen.
Zeppelinpost und und und !
Danzig ist auch ein guter Posten dabei.
Deutsches Reich !
Nachkrieg
Auch ein größerer Posten Bayern ist dabei.
Auch hier etliche Sahnestücke !

Da ich ganz böse Erfahrungen mit sogenannten seriösen Händlern hatte, deshalb suche ich auf diesem Weg einen ehrlichen Fachmann ! Da manche so dummfrech waren, anders kann man es nicht sagen. Die bei einem Test meinerseits sang und klanglos durchfielen.

7 von 10 Händlern äußerten sich "Massenware", "wertlos" und noch einiges mehr.
Aber 100 Euro würden sie trotzdem für alles geben 😡!

2 waren noch unverschämter und wollten sie für mich gleich entsorgen wollen.

Der einzigste und ehrlichste, der mir die Wahrheit sagte und meinten ich soll diesen Weg hier wählen. Da es mehrere einzelne Sahnestücke darunter befinden die sich aber nur "Geprüft" gut verkaufen lassen.

Lange Rede - kurzer Sinn !

Wer Interesse hat meldet sich einfach !


 
Richard Am: 20.10.2017 10:02:17 Gelesen: 734# 2 @  
@ Artaios71 [#1]

Hallo Artajos,

die führende europäische Prüfervereinigung BPP hat seinen Mitgliedern in den "Verhaltensrichtlinien für BPP-Mitglieder" [1] genau ein solches "Entlohnungsmodell" untersagt:

§ 2 Pflichten gegenüber den Auftraggebern
  
4. Der Prüfer darf sich für die Prüfung nur eine Vergütung versprechen lassen oder annehmen, die den in der Prüfordnung festgelegten Grundsätzen entspricht; unzulässig sind insbesondere Beteiligungen an einem Verkaufserlös des Auftraggebers oder eine Vergütung für den Fall des Ankaufs der Marke durch den Auftraggeber.

Der Prüfer darf sich für seine Prüfung nur von seinem Auftraggeber eine Vergütung versprechen oder gewähren lassen.


Schöne Grüsse, Richard

[1] https://www.bpp.de/de/Verhaltensgrundsaetze.html
 
drmoeller_neuss Am: 20.10.2017 13:26:57 Gelesen: 709# 3 @  
Ich möchte hier keine Lanze für Briefmarkenhändler brechen. Manche verhalten sich wirklich wie die Axt im Walde, um es höflich auszudrücken. Und zum Entsorgen taugt dieser Posten wirklich nicht, wie man es inzwischen leider bei vielen Bund-/Berlin-Anfängersammlungen raten muss.

Auf der anderen Seite würde ein wenig mehr Realität Artaios71 auch nicht schaden. Was wir sehen, ist ein durchaus interessanter Posten, aber in unterschiedlicher Qualität. Und "Sahnestücke" bringen eben nur ihr Geld, wenn auch die Qualität "Sahne" ist. Das sehe ich hier nicht. Der Markt ist brutal, und Prüfer müssen ehrlich bleiben.

Trotzdem bietet ein solcher Posten "Chancen", um in der blumigen Sprache von Auktionatoren zu sprechen. Fast wertlose Massenware findet sich neben besseren Farben und Stempeln.

Leider funktioniert das Geschäftsmodell 50% - 50% dafür nicht. Wer soll für das Aussortieren der billigen Marken bezahlen? Ein Händler lebt vom Verkauf seiner Briefmarken. Gönnen wir ihm den Lohn eines durchschnittlichen Handwerkers, muss er an einem solchen Posten 1000 EUR Bruttoumsatz machen. Die kann er aber nur mit den "Sahnestücken" machen, die er noch vorher heraussuchen und zum Prüfen schicken muss. Dann bleibt auf der Ankaufsseite eben nur 100 EUR über.

Oder Artaios71 macht sich selbst die Mühe und sortiert das Material vor. Natürlich wird es passieren und sich nicht vermeiden lassen, dass eine vermeintlich teure Marke zum Prüfen eingeschickt wird, die auf dem Markt noch nicht einmal die Prüfgebühr erlöst. Diesen Verlust müssen die "guten" Marken mit ausbaden.

Ein fairer Weg wäre es, die Sammlung auf den Philaseiten in einer Auktion anzubieten. Dafür wird der Posten am besten grob aufgeteilt, d.h. Infla separat, Klassik separat nach Ländern etc.

Das bereits geprüfte Material wird einzeln gezeigt. Der "Markt" sorgt für einen gerechten Preis. Dieser berücksichtigt natürlich das Risiko, ungeprüftes Material in unterschiedlicher Qualität zu erwerben. Auf den Philaseiten fallen keine Provisionen an, weder für den Käufer noch für den Verkäufer.

Eine Einlieferung in ein Auktionshaus wäre natürlich eine Alternative. Dann übernimmt der Autionator die Arbeit für das grobe Vorsortieren und die Beschreibung und den Verkauf und event. Prüfungen. Das geht vom Verkaufserlös ab (ca. 20% Abzug für den Einlieferer, Aufschlag für den Käufer ebenfalls ca. 20%). Die Konkurrenz unter solchen Posten ist natürlich groß. Man darf sich keinen Illusionen hingeben, und der Auktionator möchte nicht Kataloge mit blumigen Beschreibungen füllen, sondern verkaufen.
 
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