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Thema: Post aus dem Saarland oder ins Saarland 1945 bis 1956
volkimal Am: 29.10.2017 21:07:13 Gelesen: 3147# 1 @  
Hallo zusammen,

meine Mutter stammt aus dem Saarland. Daher habe ich in der Sammlung so einige Belege von oder aus dem Saarland. Da bisher sehr wenig zu diesem Sammelgebiet geschrieben wurde, möchte ich dieses Thema heute beginnen. Von mir als erstes die Post von Deutschland ins Saarland.

Das Saarland war für die Bundesrepublik Deutschland vom 1.10.1948 bis 14.7.1955 Ausland, sonst Inland. Die SBZ und später die DDR hat das Saarland nie als Ausland betrachtet.

Am 1.1.1957 wurde das Saarland als zehntes Bundesland der Bundesrepublik eingegliedert. Hier einmal die wichtigsten Portostufen:





Da meine Eltern in Selm (südliches Münsterland) wohnten habe ich mehrere Belege von der Bundesrepublik ins Saarland. Belege aus der DDR kann ich nicht zeigen. Vor allem sind es bei mir Postkarten. Ich zeige zunächst die Portostufen, die ich dort besitze. Die erste Phase mit 6 Pfennig habe ich noch nicht gefunden.

Daher als erstes die Portoperiode vom 1.3.1946 bis zum 31.08.1948:



Postkarte zu 12 Pfennig von einer Freundin meiner Mutter aus Ruhpolding vom 17.01.1947.

Soviel als erstes.

Viele Grüße
Volkmar

Redaktioneller Hinweis: Korrektur in Beitrag [#11]
 
volkimal Am: 09.11.2017 16:57:16 Gelesen: 3049# 2 @  
Hallo zusammen,

die nächste Portostufe kann ich leider auch nicht belegen. Am 01.09.1948 wurde das Porto herabgesetzt. Schon einen Monat später wurde von der Deutschen Bundespost das Auslandsporto für die Post ins Saarland eingeführt. Eine Postkarte ins Saarland kostete ab dem 01.10.1948 20 Pfennig.



Als eifriger Philatelist hat mein Vater damals die Post an seine zukünftige Frau zum Teil sehr bunt frankiert. Es sind typische Sammlerfrankaturen, mir gefallen sie aber sehr gut.

Viele Grüße
Volkmar
 
GSFreak Am: 09.11.2017 22:02:21 Gelesen: 3013# 3 @  
Hier eine Postkarte aus Penzberg (rd. 50 km südlich von München) nach Riegelsberg/Saar im Saarland vom 21.12.1948, freigemacht mit Mi.-Nr. 70 und 79 = 20 Pf. Auslandsporto



Gruß Ulrich
 
hajo22 Am: 14.11.2017 16:25:46 Gelesen: 2962# 4 @  


Nicht jeder wußte, daß das Saarland seit 1.10.1948 postalisch als Ausland zu betrachten war.

Brief aus Berlin-Charlottenburg nach Homburg/Saar, frankiert mit 20 Pf. ERP (Berlin Nr.71) entwertet mit MaSt 6.3.51 - 21h und nachfrankiert mit 10 Pf. Bauten I und diese entwertet mit Handstempel 6.3.51 - 23h.

Bei der Kontrolle war die Unterfrankatur (Auslandsbrief bis 20gr. = 30 Pf.) aufgefallen. Um Nachgebühr beim Empfänger zu vermeiden, wurde schon in Berlin nachfrankiert. Der Absender erhielt anschließend von der Post eine Gebührennachberechung über den Mankobetrag. Nachgebühren fielen m.W. in diesem Fall nicht an.

hajo22
 
volkimal Am: 24.11.2017 21:16:13 Gelesen: 2889# 5 @  
Hallo zusammen,

als nächstes zwei Mischfrankaturen der Bautenserie mit der Posthornserie aus dem Jahr 1951:



Auf der Karte vom 30.07.1951 teilt mein Vater seiner zukünftigen Frau mit, dass er am Samstag mit dem Zug kommen will.



Die beiden haben am 11. August 1951 geheiratet. Die Verlobung war ein Jahr vorher am 28. Oktober 1950. Da die Beschaffung eines Visums für das Saarland nicht einfach war, konnte von Vaters Seite nur seine Mutter an der Verlobung teilnehmen. Bei der Hochzeit war das anders. Da konnten beide Eltern, die Geschwister und auch weitere Verwandte ein Visum bekommen. Diese Karte schickte Großvater an meinen Vater. Auch er teilt mit, wann seine Familie ankommen wird.

Viele Grüße
Volkmar
 
hajo22 Am: 25.11.2017 13:04:58 Gelesen: 2851# 6 @  
@ volkimal [#1]

"Die SBZ und später die DDR hat das Saarland nie als Ausland betrachtet."



Die ins Saarland adressierte Postkarte wurde demzufolge als Fernpostkarte mit 12 Pf. und nicht als Auslandskarte zu 30 Pf. frankiert. Wenn die DDR-Post das Saarland nie als Ausland betrachtet hat, warum wurde hier "Nachgebühr" über 18 Pf. verlangt und wer hat den Vermerk angebracht? Was geschah mit der Karte? Ein konkreter Absender ist nicht erkennbar. Auf der Kartenrückseite lediglich eine Rosenabbildung. Genügte die Angabe "Familie Adolf Möller/Familie Hans Möller" um den Absender zu ermitteln?

Was meinst Du dazu?

hajo22
 
volkimal Am: 27.11.2017 14:07:01 Gelesen: 2809# 7 @  
@ hajo22 [#6]

Hallo Hajo22,

im Michel Postgebühren-Handbuch hatte ich nichts über die DDR und das Saarland gefunden. Ich habe mich bei der Aussage, dass "die SBZ und später die DDR das Saarland nie als Ausland betrachtet hat" auf Manfred Kaiser verlassen. Siehe http://www.manfredkaiser.de/saar_45_pk.html

Deine Karte spricht dafür, dass er mit der Aussage nicht ganz genau war. War es zeitweise oder generell anders? Ich kann es leider nicht sagen. Kann einer von Euch nachweisen, welche Portosätze für die Post von der SBZ/DDR ins Saarland galten?

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 23.12.2017 21:15:00 Gelesen: 2588# 8 @  
Hallo zusammen,

hier noch zwei Postkarten der Bautenserie ins Saarland:



Besonders gut gefällt mir die bunte Mischfrankatur zu 20 Pfg. Es ist bei der Bautenserie die einzige Möglichkeit, mit vier verschiedenen Briefmarken das Porto von 20 Pfg. zu erreichen.

Viele Grüße
Volkmar
 
cilderich Am: 24.12.2017 18:58:05 Gelesen: 2559# 9 @  
@ volkimal [#7]

Hallo,

in der Rubrik DDR-Sondermarken habe ich Belege gezeigt ins Saarland, die alle korrekt mit dem Auslandsporto frankiert wurden. Saarland war bis zur Wiederangliederung an die BRD Ausland für die DDR. Dies kann z.B. in den entsprechenden Verfügungen eingesehen werden aber sicher auch einfacher im DDR-Universalkatalog.

Das Saarland hatte ja einen Sonderstatus und auch eigene Marken und wurde so auch vom Weltpostverein anerkannt. Es gab aber eine starke Anbindung an Frankreich; und das war ja klar Ausland. Das Saarland hatte so auch einen eigenen Status im Vergleich zu der restlichen französischen Zone.

Die entscheidende Aussage, die ich treffen möchte lautet: Für die DDR war das Saarland Ausland (Vielleicht als bonmot sei daran erinnert das Honecker ja aus dem Saargebiet gebürtig war).

Schöne Weihnachten und die besten Wünsche
 
cilderich Am: 24.12.2017 19:13:40 Gelesen: 2558# 10 @  
Hallo,

noch eine kurze Anmerkung. Der von M. Kaiser angegebene Passus angeblich der DDR zur Saar ist genau der Standpunkt den die BRD gegenüber der DDR bis zum Ende einnahm. Ich vermute Herr Kaiser ist hier irgendwie "in die falsche Zeile" geraten.

Grüße nochmals cilderich
 
volkimal Am: 20.01.2018 16:25:59 Gelesen: 1981# 11 @  
@ cilderich [#9]

Hallo cilderich,

danke für die Informationen bzgl. der Post von der DDR ins Saarland. Da ich den DDR-Universalkatalog nicht besitze habe ich leider im ersten Beitrag einen Fehler gemacht.

Leider habe ich keine Möglichkeiten mehr, den Satz "Die SBZ und später die DDR hat das Saarland nie als Ausland betrachtet." und die Portotabelle der DDR zu löschen.



Heute zeige ich einen Brief an Onkel Walter vom 09.11.1948. Ich vermute, dass er aus Augsburg kommt. Das besondere ist aber der Nachträglich entwertet Stempel aus Homburg (Saar), auf der Marke unten rechts.

Viele Grüße
Volkmar Werdermann
 
briefefan Am: 21.01.2018 22:33:20 Gelesen: 1902# 12 @  
@ volkimal [#1]
@ hajo22 [#6]
@ volkimal [#7]
@ cilderich [#9]

Hallo ihr alle,

bei Strobel, Die Aufnahme des Postverkehrs in Deutschland nach der Besetzung 1945 bis 1950, 6. Auflage, gibt der Autor beim 1.10.1948, als die westdeutsche Post nach dem Saarland die Auslandsgebühren einführte, folgendes an:

Aus der SBZ und DDR nach dem Saargebiet gelten jedoch offiziell immer die Inlandsgebühren ... Später empfiehlt die Post der SBZ/DDR den Absendern, die Sendungen nach den Auslandsgebühren freizumachen, um Nachgebühr im Saarland zu vermeiden. Ab Dezember 1949 nimmt die Post der DDR Pakete, die nach den Inlandsgebühren freigemacht sind, nur auf eigene Gefahr des Absenders an.

Damit erklären sich verschiedene eurer Fragen. Die Nachgebühr und der Stempel "Nachgebühr" in [#6] stammen von der Post des Saarlandes. Ein sehr schöner Beleg.

Grüße von briefefan.
 
GSFreak Am: 24.01.2018 13:32:48 Gelesen: 1776# 13 @  
@ hajo22 [#6]

Im neuen Rundbrief 84 (Februar 2018) der ArGe DEUNOT findet sich ein vierseitiger Beitrag von Walter Gabriel und Jürgen Spilker: "Nachgebühr auf Sendungen ins Saarland 1948-1951".

Hierin wird u.a. eine Amtsblatt-Verfügung der Postverwaltung der SBZ gezeigt: Nr. 108/1948 "Postverkehr nach dem Saargebiet; Zur Behebung von Zweifeln wird darauf hingewiesen, daß für Postsendungen nach dem Saargebiet nach wie vor die Inlandsgebühren zu erheben sind."

Eine für die beiden Autoren ungelöste Frage ist, wie auf Sendungen ins Saarland die Nachgebühr berechnet worden ist. Sie haben anhand von Belegen fünf Berechnungsverfahren (Methoden) "herausgefunden". Nicht alle Nachgebühr-Belege lassen sich jedoch durch diese fünf Methoden erklären. Es bleibt also noch Raum für weitere Forschung.

Gruß Ulrich
 
volkimal Am: 24.02.2018 17:44:03 Gelesen: 1220# 14 @  
@ briefefan [#12]
@ GSFreak [#13]

Hallo briefefan und Ulrich,

herzlichen Dank für eure Ergänzungen. Dann galt für Post aus der DDR ins Saarland also doch der Inlandstarif. Ich bin gespannt auf das Heft der ArGe DEUNOT. Normalerweise bekomme ich es mit einiger Verzögerung für die Poststempelgilde.

Vielleicht wird dann ja auch geklärt, wie es zu der Nachgebühr auf der Karte von Hajo22 im Beitrag [#6] kommt.

Hier von mir auch ein Nachgebühr-Beleg - allerdings von der Bundespost ins Saarland.



Der Glückwunsch zu Hochzeit an meine Eltern hätte mit 20 Pfg. freigemacht werden müssen. Wer hat die Nachgebühr vermerkt hat und in welcher Währung die 20 Pfennig oder Francs berechnet worden sind - ich weiß es nicht. Vielleicht kann mich einer von Euch aufklären.

Viele Grüße
Volkmar
 
hannibal Am: 30.03.2018 17:29:40 Gelesen: 998# 15 @  
Hallo Volkmar,

wie die nachfolgend gezeigte Karte von Johnsdorf nach Wadern/Saar zeigt wurde das mit dem Porto aus der SBZ/DDR ins Saarland sehr unterschiedlich gehandhabt.

SBZ Ganzsache 36-01 mit 202Avx und 215a (Porto für Auslandskarte 30 Pfg) (10) JOHNSDORF über ZITTAU 2 15.1.49.-17



Ich habe noch ein paar Belege aus der frühen DDR-Zeit, die alle als Auslandsbriefe freigemacht worden sind.

Viele Grüße und schöne Osterfeiertage
aus der Lausitz

Peter
 
volkimal Am: 08.07.2018 11:43:44 Gelesen: 148# 16 @  
Hallo zusammen,

dieses Thema habe ich in der letzten Zeit etwas vernachlässigt. Auf die Nachgebühr möchte ich im Moment nicht näher eingehen. Da warte ich auf das nächste Heft der ArGe DEUNOT, das demnächst kommt. Dort wird noch einmal etwas dazu stehen.

Von meiner Seite daher eine 20 Pfg. Heuß Postkarte mit anhängender Antwortkarte vom 28.04.1955 Michel P 22:



Postkarte von meinem Vater an meine Mutter als diese auf Heimatbesuch in Limbach war.

Viele Grüße
Volkmar
 
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