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Thema: Farbfehldrucke
Das Thema hat 30 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 17.05.2020 19:28:24 Gelesen: 4963# 6 @  
@ Heinz 7 [#5]

Ich habe an anderem Orte schon von einem sehr seltenen Fehldruck berichtet:

Südafrika/Kap der Guten Hoffnung, 1861, sog. "Woodblocks" 1 Penny hellblau (statt rot), Michel Nr. 5 F

Es gibt aber noch ein "Gegenstück" dazu

Südafrika/Kap der Guten Hoffnung, 1861, sog. "Woodblocks" 4 Pence rot (statt blau), Michel Nr. 6 F

Besonders interessant sind natürlich Einheiten, wo ein Fehldruck mit Normalmarken zusammenhängt, wie z.B. bei diesem Stück



Hier hängt ein Fehldruck in einem Viererblock mit drei Normalmarken zusammen.

Diese "Woodblock"-Fehldrucke sind seit mehr als 100 Jahren weltberühmt. Schon 1905 listete Theodor Haas diese zwei Fehldrucke unter den wertvollsten Fehldrucken der Welt:

8. Platz = Kap der guten Hoffnung 1861, 1 P. blau, sogenannter Holzschnitt
13. Platz = Kap der guten Hoffnung 1861, 4 P. rot, sogenannter Holzschnitt

1912 wurden diese Fehldrucke wie folgt bewertet:
Gebrüder Senf
1 Penny blau 1500 Mark
4 Pence rot 2000 Mark

Leser des Themas "Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt" wissen, dass mit diesen Bewertungen die zwei Fehldrucke wirklich in der Spitzengruppe weltweit platziert sind. Und zwar seit über 100 Jahren.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 19.02.2021 16:44:38 Gelesen: 4354# 7 @  
@ Heinz 7 [#3]

(Der folgende Beitrag passt voll zu zwei Themen auf Philaseiten: „Farbfehldrucke“ und „Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt“. Ich lege ihn darum in beiden Themen ab.)

Farbfehldrucke sind grundsätzlich unscheinbare Abarten. Es benötigt philatelistische Kenntnisse, um zu erkennen, dass eine Marke in falscher Farbe vorliegt. Sieht ein Laie z.B. zum ersten Mal eine Marke DOS REALES von Spanien 1851 in blau, wird ihn das nicht sonderlich beeindrucken. Erst, wenn der Betrachter weiss, dass eine DOS REALES Marke von Spanien 1851 eigentlich IMMER orangerot sein sollte, wird er sich wundern.



Nun fängt die Philatelie an.

Ein echter Farbfehldruck ist immer unabsichtlich entstanden. Es gibt viele Briefmarken, zu denen in der Entstehungsphase vorgängig versuchsweise Farbproben erstellt wurden. Oft sind solche Farbproben („Proofs“) sehr selten. Es sind aber keine offiziellen Briefmarken und sie kommen im Normalfall nicht in eine postalische Verwendung, das heisst, Farbproben (Proofs) sollten nie gestempelt oder auf Brief vorkommen.

Echte Farbfehldrucke entstanden hauptsächlich, wenn in eine Druckplatte mit vielen Einzelklischees versehentlich ein falscher Wert eingesetzt wurde, also z.B. in eine Druckplatte, die für die Herstellung einer 6 Reales-Marke zugerichtet wurde, wurde versehentlich statt einem 6 R – Klischee ein 2 R – Klischee eingesetzt. Streng genommen sollten wir also besser von einem Wertzeichenfehldruck sprechen, statt von einem Farbfehldruck, doch die Bezeichnung Farbfehldruck hat sich eingebürgert.

Es gibt in der Philatelie eine Reihe sehr seltener Farbfehldrucke. Mehrere von ihnen sind weltberühmt, und sehr, sehr teuer. Heute denken wir in erster Linie an den Schweden-Farbfehldruck 1855: TRE SKILL. Bco. gelb statt grün (Michel Nr. 1 F) (siehe oben, Beitrag 3) mit einem Katalogwert von Deutsche Mark 4‘000‘000 (!) (Katalog 2000/2001, hrsg. 2000) oder an den Baden-Farbfehldruck von 1851: 9 Kreuzer schwarz auf blaugrün statt auf rosalila, Michel 4 F. Die Schweden-Marke ist ein Unikat, vom Baden Fehldruck kennen wir lediglich drei (anerkannte) Exemplare (zwei angeblich weitere werden mehrheitlich nicht anerkannt, siehe auch Thema: „Der Baden Fehldruck“).

Heinz
 
Heinz 7 Am: 19.02.2021 16:52:20 Gelesen: 4352# 8 @  
@ Heinz 7 [#7]

Was heute viele Briefmarkensammler nicht wissen, ist, dass der oben gezeigte spanische Farbfehldruck von 1851 (Michel 8 F) durchaus auf dieselbe Stufe gestellt werden darf, wie der Baden Fehldruck! Er ist gleich selten…

….und wurde von anerkannten Philatelisten auch durchaus hoch bewertet!

Betrachten wir die Ausführung des sehr geehrten Philatelisten Theodor Haas. 1905 gab er ein geniales und vielbeachtetes Lehrbuch heraus, in welchem auf Seiten 480-482 die seltensten Abarten der Welt genannt wurden. Farbfehldrucke spielten eine dominierende Rolle bei seiner Beurteilung, Platz 1-3 wurden belegt von solchen Abarten. Aber die Reihenfolge wird viele von uns überraschen:

- Der Schweden-Farbfehldruck 1855 erscheint gar nicht auf seiner Liste
- Der Baden-Farbfehldruck 1851 belegt „nur“ Platz 3
- Auf Platz 1 steht der Spanien-Farbfehldruck 1851 Michel 8 F !

Und das zu nicht zu Unrecht!

Führen wir uns die Fakten vor Augen:

Vom Baden-Farbfehldruck 1851 existieren drei Stück: 2 Briefe und ein Fragment, wovon ein Brief sich seit Ende des 19. Jahrhunderts im Museumsbesitz befindet.



Vom Spanien-Farbfehldruck 1851 Michel 8 F existieren drei Stück, alle gestempelt, davon eine Marke im Paar mit einer Nummer Michel 10 (6 R. blau). Ein Exemplar der dreien ist seit Ende des 19. Jahrhunderts im Besitz eines Museums.
Die Parallelen sind verblüffend!

Die Katalogwerte der drei Farbfehldrucke entwickelten sich aber sehr unterschiedlich.

Das grosse Kohl Briefmarken Handbuch von Paul Kohl (10. Ausgabe) bewertete die Stücke wie folgt:

- Spanien: unbewertet
- Baden: RM 4‘500
- Schweden: erwähnt, aber unbewertet

An den Auktionen von Ferrary musste „der Markt“ Farbe bekennen, denn erstmals wurden alle Stücke auf dem freien Markt angeboten

- Schweden, 4. Auktion, Zuschlag FF 30‘000 plus Zuschläge, umgerechnet = CHF 16‘174 (1922)
- Baden, 8. Auktion, Zuschlag FF 120‘000 (+), umgerechnet = CHF 45‘012 (1923)
- Spanien, 5. Auktion, Zuschlag FF 130‘000 (+), umgerechnet = CHF 58‘177 (1922)

Diese Ergebnisse waren bemerkenswert, und sie bedeuteten folgende Plätze in der „Ferrary-Rangliste“

- Schweden: Rang 43
- Baden: Rand 10
- Spanien: Rang 6

Spätestens seit dieser monumentalen Auktionsserie wären also alle Kataloghersteller in der Lage gewesen, einen Katalogpreis festzusetzen. Einige taten es, andere nicht.

In den letzten 100 Jahren nahmen dann die Preisentwicklungen für die drei Superraritäten sehr unterschiedliche Entwicklungen. Während sich der Baden-Farbfehldruck 1851 und der Schweden-Farbfehldruck 1855 preislich sehr in die Höhe bewegten, konnte der Spanien-Farbfehldruck 1851 Michel 8 F Spanien dieselbe Entwicklung gar nicht verzeichnen. Im Jahr 2000 stand Spanien 1851 8 F bei „nur“ DM 225‘000 (Michel Katalog 2000/2001, hrsg. 2000), das ist viel weniger, als die DM 4 Millionen der Schweden 1 F!

Ob diese krassen Unterschiede gerechtfertigt sind, ist eine schwierige Frage.

Ich werde vielleicht später dazu weitere Erwägungen anbringen können. Im Moment fehlt mir dazu die Zeit.

Heinz
 
Martin de Matin Am: 20.02.2021 17:53:51 Gelesen: 4295# 9 @  
Den Badenfehldruck oder den Schwedenfehldruck kennen viele Sammler; auch der blaue 2 Realfehldruck ist einigen Sammlern bekannt. Aber die nachfolgend beschriebene Marke kennen wahrscheinlich nur wenige Spezialisten.

Am 10.1.1967 wurde bei Robson Lowe die Sammlung der indischen Staaten von L. E. Dawson versteigert. Dort wurde der seltenste Farbfehldruck der Welt als Los 343 versteigert und ist auf der Rückseite des Auktionskataloges in Farbe abgebildet. Die Marke ist vom indischen Feudalstaat Dschammu und Kaschmir.

Die Marke ist weder in meinem Michelkatalog noch im Stanley Gibbons Katalog noch im Handbuch der Briefmarkenkunde aufgeführt. Frits Staal erwähnt sie in seinem Buch über die Marken von Dschammu und Kaschmir.

Die Beschreibung im Auktionkatalog lautet:

4a, ERROR of Colour in red used on small piece and additionally pencancelled. Mentioned on page 100 of Sefi and Mortimer (also see footnote). The only known. Ex Ferrari and Hind.

Valuation: ?

Die normale 4 Anna ist in verschiedenen Grüntönen gedruckt worden. Diese Ausgabe wurde gemäß Gibbonskatalog zwischen 1867 und 1877 gedruckt. Bei der unten stehende Abbildung habe ich die gerisssenen Seiten des eigentlich grösseren Briefstücks beschnitten. Die runde rote Entwertung auf der Marke ist typisch für diese Ausgabe. Gelegentlich sieht man auch zusätzlich bei dieser Ausgabe die kreuzweise Federzugentwertung.



Im Auktionskatalog von Ferrari ist die Marke nicht abgebildet. Fast alle Marken von Dschammu und Kaschmir wurden in der XI. Auktion (Los 489 bis 494) versteigert. Die einzelnen Lose mit Briefmarken von diesem Gebiet bestanden aus 248 bis 3513 Marken.

Die Losnummern 457 bis 495 (ohne 484 und 485, scinde dawk- Marken) waren alles Marken von den indischen Staaten und wurden zusammen für 200.000 Franc zugeschlagen.

Für wieviel die Marke 1967 zugeschlagen wurde weiss ich nicht. Ebenso ist mir nicht bekannt ob sie seitdem noch einmal auf dem Markt war.

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 05.03.2021 16:49:10 Gelesen: 4191# 10 @  
Die teuerste Briefmarke von Spanien ist ein Farbfehldruck. Die zweitteuerste Briefmarke von Österreich ist ein Farbfehldruck. Die teuerste Briefmarke von Baden (bzw. von allen Altdeutschen Staaten zusammen) ist ein Farbfehldruck. Die teuerste Marke von Kap der Guten Hoffnung (bzw. von Südafrika) ist ein Farbfehldruck. Die teuerste Marke von Schweden ist ein Farbfehldruck.

Diese Auflistung liesse sich ohne Probleme noch verlängern.

Wir sehen deutlich: die Farbfehldrucke spielen im „Konzert der teuersten Briefmarken“ der Welt eine sehr wichtige Rolle (wir könnten vielleicht sogar sagen: „die erste Geige“?). Ihre Betrachtung und ihre Würdigungen in den Katalogen der Welt ist aber gelegentlich etwas „schwierig“ und uneinheitlich und über kaum eine Fragestellung dürften die philatelistischen Experten soviel Tinte (und Herzblut?) vergossen haben wie über die Echtheit/das Wesen und den Wert solcher Abarten.

Wie ist denn das eigentlich für die Schweiz? Gibt es hier auch Farbfehldrucke?

Gute Frage.

Lange Pause.

Sehen wir einmal in die Briefmarkenkataloge hinein. Das finden wir:
- Schweizer Briefmarken Katalog (des Schweizer Briefmarken-Händler-Verbandes) 2018: kein Farbfehldruck ist katalogisiert
- Zumstein Katalog, Normalkatalog (2013): kein Farbfehldruck ist katalogisiert.

Jedoch hielten die Philatelisten der Schweiz den Atem an, als am 9. Juni 2011 in Basel ein aussergewöhnliches Schweiz-Angebot zur Auktion gelangte. Ohne auf das übrige aufsehenerregende Material nun vertieft einzugehen, greife ich gleich das Top-Stück heraus, das auch die Titelseite des Kataloges zierte.



Beim ersten Blick denkt man, einen Brief von St. Imier (Schweiz, Kanton Bern) nach Mulhouse (Frankreich, Region Alsace) zu sehen, korrekt freigemacht mit zwei Strubel Marken (=Sitzende Helvetia, ungezähnt, ab 1854), 25 Rappen, zwei Marken blau zu 10 Rappen (Michel Nr. 14) und einer Marke braun zu 5 Rappen (Michel Nr. 13). Nichts Aussergewöhnliches, scheinbar, also warum kommt dieser Brief auf die Titelseite?

Sehen wir uns aber den Brief genau an! Die zwei blauen Marken zeigen nicht, wie erwartet, einen Wert von je 10 Rappen an, sondern es sind zwei 5 Rappen Marken blau. Normalerweise sind die 5 Rappen-Marken dieser Ausgabe immer braun! – Haben wir also einen Farbfehldruck?

Nun wurde (meines Wissens) dieser Brief 2011, der erstmals 1901 die Schweizer Philatelie-Szene in Aufregung versetzt hatte, zum ersten Mal öffentlich angeboten. Er gelangte früh im 20. Jahrhundert in den Besitz von Théodor Champion, einem grossen Sammler/Händler, und verblieb m.W. jahrzehntelang in seinem Besitz. Keine der grossen Schweiz-Sammlungen hatte einen vergleichbaren Brief vorzuweisen, und in den Katalogen wurde er auch unterschiedlich beurteilt, selbst im Zumstein-Katalog änderte sich über die Jahrzehnte die Beurteilung. Minutiös wurde dies aufgelistet im grossen Handbuch der Strubel Marke von Urs Hermann.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.03.2021 16:59:17 Gelesen: 4186# 11 @  
@ Heinz 7 [#10]

Der Preis, der für diesen Brief an der Auktion in Basel erwartet wurde, hatte es in sich: auf Euro 400‘000 – 500‘000 wurde Los 771 geschätzt, und – offensichtlich – sogar wesentlich höher verkauft! Die Galerie Dreyfus meldet auf ihrer homepage einen Erlös von Euro 1‘500‘000 plus 20 % = Euro 1‘800‘000.

Das ist meines Wissens der mit Abstand höchste Preis für ein Schweizer Philatelie-Stück der Geschichte.

Ich war erstmals ziemlich erschlagen, als ich diese Neuigkeiten erfuhr. Muss das Kapitel der teuersten Briefmarken der Schweiz gänzlich neu geschrieben werden? Ist dieser Brief so viel mehr wert, als all die anderen Preziosen, welche die Schweizer Philatelie zu bieten hat?

Erlauben Sie mir folgende Meinungsäusserung.

„Der Markt hat immer recht“ das ist eine Standard-Antwort von Vielen, wenn es um die Preisfestsetzung geht. Ob der wahre WERT dieses Briefes im Juni 2011 vernünftig festgelegt wurde, stelle ich in diesem konkreten Fall nun einmal ernsthaft in Frage. Ich, für meinen Teil, gebe folgende Antwort: NEIN.

Ich will das auch begründen.

1. Der Brief hat meines Wissens in 120 Jahren erst einmal (2011) zwei Kaufinteressenten gefunden, welche diesen Preis bewilligt haben (der Bieter und der Unterbieter)

2. Schwierig ist, dass meines Wissens praktisch niemand den erfolgreichen Bieter 2011 kennt. Kein grosser Sammler hat m.W. den Brief je ausgestellt und der philatelistischen Öffentlichkeit präsentiert

3. Es wäre sogar denkbar, dass die Person, die am 9. Juni 2011 den Zuschlag erhielt, den Kaufpreis nie geleistet hat oder er den Brief zurückgab oder er einen Preisnachlass erhielt

4. Zum Zeitpunkt der Auktion lagen zwar mehrere Atteste vor, jedoch nicht eines des anerkannten ersten Strubel-Experten Urs Hermann, der wenige Jahre zuvor sein bahnbrechendes grosses Handbuch zu den Strubel-Marken veröffentlicht hatte.

(Fortsetzung folgt)

Heinz
 
Meinhard Am: 05.03.2021 20:32:03 Gelesen: 4152# 12 @  
@ Heinz 7 [#10]

Die zweitteuerste Briefmarke von Österreich ist ein Farbfehldruck

Hallo Heinz,

welche Marke ist das?

Gruß, Meinhard
 
bignell Am: 05.03.2021 21:48:55 Gelesen: 4136# 13 @  
@ Meinhard [#12]

Hallo Meinhard,

er meint wohl die Nr 16 in Type II bzw Nr 17 in blau.

Liebe Grüße, harald
 
Franz G. Am: 05.03.2021 23:24:31 Gelesen: 4116# 14 @  
@ Meinhard [#12]
@ bignell [#13]

nein er meint damit die Michel 36F,



eine Marke die jeder Österreich-Sammler kennen sollte.

MfG, Franz G.
 
bignell Am: 05.03.2021 23:59:40 Gelesen: 4110# 15 @  
@ Franz G. [#14]

Hallo Franz,

das ist aber die teuerste Marke Österreichs, erzielt Preise über dem roten Merkur und der 16 II, wenn sie mal versteigert wird.

Liebe Grüße, harald
 
Franz G. Am: 06.03.2021 00:38:29 Gelesen: 4105# 16 @  
@ bignell [#15]

Hallo Harald,

aktuell ist es wohl die am höchsten notierte Marke, aber vor 8-10 Jahren war sie es noch nicht.

MfG, Franz G.
 
Meinhard Am: 06.03.2021 08:03:11 Gelesen: 4088# 17 @  
@ Franz G. [#14]

eine Marke die jeder Österreich-Sammler kennen sollte.

Leider habe ich keine und kenne diese deshalb nicht. Das mit der 16II oder 17 kann man mal hier nachlesen. (Der ANK kennt aber diese nicht!)

https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=11566&CP=0&F=20

Zwei Fehldrucke, welche angeboten werden bzw. wurden. (Die Atteste genau lesen und dann beider Marken genau vergleichen.)




Gruß,
Meinhard
 
Heinz 7 Am: 07.03.2021 11:23:25 Gelesen: 4026# 18 @  
@ Meinhard [#12]
@ bignell [#13]
@ Franz G. [#14]

Lieber Meinhard,
lieber Harald,
lieber Franz,

Franz hat die richtige Antwort gegeben. Ich meine den Farbfehldruck Oesterreich 1867, 3 Kreuzer rot statt grün, Michel Nr. 36 F. Er war im Michel Katalog 2010 mit Euro 100'000 bewertet.



Wir haben diesen Fehldruck ausführlich besprochen im Thema "Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt", Beiträge 331-340.

Schönen Sonntag!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 07.03.2021 18:11:31 Gelesen: 3991# 19 @  
@ Heinz 7 [#11]

Ich kenne Urs Hermann seit mehr als 30 Jahren. Urs ist ein Philatelist der Extraklasse, der sich unermüdlich besonders um die Geheimnisse der «Strubel»-Briefmarke gekümmert hat (Sitzende Helvetia ungezähnt, 1854-1863). Mit Akribie hat er Papier, Druck und Stempel und Entstehungsgeschichte dieser schönen Briefmarke studiert, und dank seines Adlerblicks konnte und kann er feinste Unterschiede ausmachen.

2006 fasste er seine Kenntnisse zusammen und schrieb das neue Handbuch zu den Strubel Marken. Es umfasst ca. 656 Seiten, Grösse A4. Im separaten Anhang kommen 176 Seiten mit vor allem Quellenangaben dazu. Ein massgebendes Buch. Im Thema «Vom Nutzen philatelistischer Literatur» habe ich das Buch kurz besprochen (Beitrag 107).



Urs Hermann hat sich natürlich die Briefmarken «5 Rappen blau» ganz genau angeschaut. Auf Seiten 144-160 seines Handbuches erläutert er uns seine Erkenntnisse («1.6.4.1. Die Geschichte der 5-Rappen-blau»).

Hermann listet («Anfang 2006») insgesamt 22 blaue Fünfer auf, mit der wichtigen Anmerkung: «Ihre Aufnahme ins Handbuch bedeutet jedoch keinesfalls eine Echtheitsgewähr» (siehe Seite 153). Auf Seite 155 werden 20 der 22 Marken in Farbe nebeneinandergestellt, und selbst Laien können erkennen, dass es sich nicht um dieselbe Marken handelt, dass also verschiedene blaue Fünfer existieren.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 07.03.2021 18:16:00 Gelesen: 3989# 20 @  
@ Heinz 7 [#19]

Er nennt folgende mögliche Zuordnungsvarianten (Seite 157):

- Fälschung
- Farbenprobe (Essay)
- Makulatur
- Farbfehldruck
- Eigenständige Markenausgabe

Hermann nennt die Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, damit man von einem (philatelistischen) Farbfehldruck sprechen kann:

- Absicht der Herstellung von regulären Briefmarken («Der Druck erfolgte anlässlich der Herstellung kursgültiger Marken»)
- Farbfehler, weil entweder eine falsche Druckfarbe verwendet wurde (für die ganze Druckplatte) oder weil «sich in der Druckform einzelne Klischees einer anderen Wertstufe befanden (1. Irrtum)»
- «Der Druckfehler wurde nicht bemerkt und die Marken von Amtes wegen in den Postverkehr gebracht (2. Irrtum) und dort auch verwendet (3. Irrtum)»

«Farbenproben und Markenmakulatur können somit nicht als Farbfehldrucke bezeichnet werden, auch wenn sie versehentlich oder missbräuchlich ans Publikum gelangten und vielleicht sogar postalisch verwendet wurden.»

«Wird eine fehlerhafte Farbgebung während oder nach dem Druck von den offiziellen Stellen bemerkt und die Druckerzeugnisse trotzdem ganz bewusst in den Postverkehr gebracht, dann handelt es sich um eine eigenständige Markenausgabe – vielleicht mit einer sehr kleinen Auflage.»

Die Möglichkeit einer eigenständigen Markenausgabe wird nicht weiter erörtert, wohl weil sie kaum wahrscheinlich ist.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 07.03.2021 18:24:43 Gelesen: 3982# 21 @  
@ Heinz 7 [#20]

Urs Hermann schreibt:

«Das eigentliche Problem liegt jedoch in der Unterscheidung zwischen Farbfehldruck, Farbprobe und Makulatur.»

Auf Seite 157 kommt der offenbar entscheidende Schluss:

«Wenn wir die gebildeten drei Gruppen von blauen Fünfern (…) überprüfen, können wir zuerst festhalten, dass es sich in keinem Fall um Farbfehldrucke handeln kann. Die Begründungen für diese negative Einschätzung sind zahlreich: …»

(Für die Begründungen bitte ich darum, die Originalliteratur zu studieren).

Also – Grossmeister Hermann hält die 5 Rappen blau nicht für Farbfehldrucke. Das ist meines Erachtens ein ernüchternder Befund. Ich habe keine Veranlassung und keine Kapazität, dieser Meinung etwas Konstruktives entgegenzusetzen.

Lesen wir weiter (Seite 159):

«Somit bleibt als letzte Möglichkeit nur noch die Einordnung als Versuchsdrucke (Makulatur) übrig. (…).»

«Mit grosser Wahrscheinlichkeit wurden die blauen Fünfer, die mit schwarzen Rauten entwertet sind, echt postalisch verwendet.»

«Man darf (…) annehmen, dass auch Versuchsdrucke, natürlich unerlaubterweise, den Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben und hier dann sogar als Frankomarken eingesetzt wurden.»

«(…) eher unwahrscheinlich ist die Hypothese, dass die Münze versehentlich blaue Makulatur ihren 10-Rappen-Lieferungen beigemengt habe, dieser Irrtum auch von der Postverwaltung nicht bemerkt wurde, und die Marken somit über den Postschalter ganz offiziell ans Publikum gelangten.»

«Makulatur-Lieferungen aus München sind im Übergabeprotokoll vom 23. März 1854 in erheblichem Umfang erwähnt: Die 273 Blätter «bedrucktes Marken & Makulaturpapier» ergeben genügend Möglichkeiten für offizielle Entwertungstests, versehentliche Abgabe ans Publikum oder missbräuchliche Verwendung durch Private.»

«Zusammenfassend lässt sich zu den blauen Fünfern festhalten: (…)

– dass es sich um Versuchsdrucke anlässlich der Münchner 5-Rappen-Farbenproben handelt, die aufgrund ihrer schlechten Qualität als Makulatur ausgeschieden wurden
- dass einige Fünfer in kräftigerem Blau und mit blauen Rauten wohl aus den Entwertungstests von Dr. Custer stammen
- dass aber wohl auch einige Fünfer irrtümlich oder missbräuchlich aus den Münchner Makulaturbeständen in den postalischen Verkehr gelangten, und zwar noch während der Kursgültigkeit der Strubelmarken».

Ich nehme an, dass Urs Hermann es selbst am meisten bedauert, dass ihm eine eindeutige Zuordnung nicht möglich ist. Urs Hermann ist nach meinen Erfahrungen ungemein gewissenhaft; es liegt ihm fern, etwas Unbewiesenes als Tatsache darzustellen oder einfach eine Behauptung aufzustellen. Das Offenlassen der Frage mag eine unbefriedigende Konsequenz daraus sein, aber wir müssen damit leben.

Dass darum aber die Kataloge den 5 Rappen-Wert in blauer Farbe gar nicht mehr katalogisieren (und nicht mehr bewerten), ist jedoch eine Unterlassung, die ich nicht gutheissen kann. Dass die blauen 5 Rappen-Strubelmarken bestehen, postalisch echt verwendet wurden und einen Wert für Sammler haben, ist offensichtlich.

Mindestens eine Erwähnung der 5 Rappen-Marke blau sollte meines Erachtens in den Katalogen erfolgen. Sonst fehlt eine Briefmarke, die 1894-2006 für die Schweiz-Philatelie bedeutend war.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 25.03.2021 00:57:05 Gelesen: 3755# 22 @  
@ Heinz 7 [#21]

(Kopie des Beitrages: Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken):

"Ich erwähnte vor zwei Wochen, dass die 5-Rappen-Strubel Marke blau statt braun seit der Herausgabe des Strubel Handbuches 2005 von massgebenden Philatelisten anders beurteilt wird, als im 20. Jahrhundert (vgl. die dann vorherrschende Meinung bzw. Katalogisierungen). Der Offizielle Katalog des Schweizer Briefmarken-Händler-Verbandes hat die Katalogisierung dieser Marke in ihrem sonst sehr detailfreudigen Katalog offenbar gestrichen (siehe z.B. SBK 2018).

Es dürfte nun für Philatelisten interessant sein, dass im Michel-Katalog sich noch nichts geändert hat. Wir finden im Online-Katalog (Abfrage heute) die Notierung

"13 II F Fehlfarbe grünlichblau 40000,00 €"

...als wäre nichts geschehen. Preis und Katalogisierung entsprechen exakt dem Print-Katalog von Michel 2010. Hier wird also gesagt, dass es bei den Berner Drucken eine "Fehlfarbe" gegeben habe.

Es ist für Philatelisten natürlich keine einfache Situation. Wem sollen sie nun folgen?

Ich wiederhole mich: zumindest ein Hinweis auf die Existenz dieser blauen Marke sollte in keinem Katalog fehlen. Welche Beurteilung dazu dann geschrieben wird, steht natürlich in der Verantwortung des zuständigen Katalog-Redaktors.

Im Michel Katalog 2000/01 war die Notierung noch etwas anders:

"13 II AymF hellblau statt braun - 40'000" (Anmerkung: das müssen damals noch Deutsche Mark gewesen sein).
Dazu sogar noch folgender Hinweis:
"Diese Marke ist, wie Briefe beweisen, damals unerkannt als 10-Rappen-Marke verwendet worden."
Da hatte der Redaktor bestimmt den Brief aus Beitrag 731 im Kopf."

In diesem Thema ist der Brief in Beitrag 10 gezeigt

@ Heinz 7 [#10]

Heinz
 
Heinz 7 Am: 07.08.2021 00:02:47 Gelesen: 2899# 23 @  
Am 13./14.10.1947 veranstaltete Harmer London eine Auktion in London. Nach meiner Information erzielte dabei Los 412 das höchste Ergebnis für ein Einzellos (Ergebnisse für Sammlungen blieb also ohne Berücksichtigung). Es handelte sich um einen seltenen Fehldruck.

Rhodesia 1910-1916. Error of colour. £1 scarlet and reddish mauve, Stanley Gibbons 166b, Viererblock, ungebraucht.



Leider war das Foto schwarzweiss, darum ist nun Phantasie gefragt.

Normalfarbe ist übrigens:

S.G. 166 £1, rose-scarlet & bluish black

Es gibt auch eine S.G. 166a: Farbe: crimson and slate-black.

Heinz
 
merkuria Am: 07.08.2021 10:05:55 Gelesen: 2863# 24 @  
@ Heinz 7 [#23]

Damit wir diese Marke doch noch in Farbe bewundern können, hier den Link zu einem Beitrag in welchem auch auf die Hintergründe dieser Rarität etwas eingegangen wird! [1]

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] https://www.philaseiten.de/beitrag/247837
 
Heinz 7 Am: 09.08.2021 21:32:02 Gelesen: 2789# 25 @  
@ Heinz 7 [#23]
@ merkuria [#24]

Danke für die interessanten Informationen und die zwei Farbfotos.

Ich habe ebenfalls eine Sammlung gesucht, in welcher dieser Wert vertreten war, und wo im Auktionskatalog ein Farbfoto gezeigt wird. Wie erwartet habe ich in der riesigen Sammlung "Rhodesia 1910-13 Double Heads" von Robert Gibbs (Sotheby's London, 21.-23.10.1987) tatsächlich zwei Stanley Gibbons Nummern 166 b gefunden: Lose 1433+1434. Das schönere Exemplar der zwei zeige ich hier; es stammt vom Bogenrand.



Die Beschreibung des Auktionskataloges passt: "S.G. 166b Error. Scarlet and reddish-mauve"

Es fällt mir auf, dass dieses Foto dunkler ist als das Foto im obigen Beitrag; da ist die Marke deutlich heller/roter.

Beide Einzelmarken hatten im Auktionskatalog 1987 einen Schätzpreis von GB£ 7'000 - 9'000. 1987 war das doch recht viel Geld.

Ich nehme an, dass diese Marke bei Michel mit Nummer Nr. 118 b katalogisiert wurde. "1 £ violett/karmin". Da finde ich einen Katalogwert von immerhin Euro 14'000 (Michel 2010)

Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.10.2021 19:14:50 Gelesen: 2359# 26 @  
@ Heinz 7 [#25]

Sowohl Leon N. Williams als auch Donna O'Keefe beziehen sich bei ihren Beiträgen zu einem seltenen Farbfehldruck auf die Zeitschrift "The London Philatelist". Auf Seite 326-327 des (ersten) Jahrganges dieser Zeitschrift soll zum ersten Mal auf einen Farbfehldruck der Pazifik-Insel Fidschi hingewiesen worden sein.

Ich fotographiere anbei die Meldung aus dieser Zeitung.




Es wird hier folgender Farbfehldruck besprochen:
"Fiji, 1881 (April) 2d. error of colour: ultramarine instead of yellow-green“

Die Marke hatte die Katalognummer Stanley Gibbons 95a (Stanley Gibbons Katalog „Stamps of the world 1939“). Im Michel Katalog 1968/69 habe ich die Marke nicht gefunden, ebenso wenig wie im Katalog Michel „Wertvolle Briefmarken aus aller Welt“ (2010). Scott listete die Marke als No. 41b (Scott 2000).

O'Keefe schrieb 1987 eine ausgezeichnete Beschreibung und Würdigung dieser Briefmarke. Im Büchlein „Linn’s Philatelic Gems 3“ auf Seite 58-62 behandelte sie diese Marke, „The Fiji error“. Dort heisst es, dass 50'000 Briefmarken der 2d bestellt wurden (nicht nur 5'000 Stück).

Im Zeitschriftenbeitrag 1892 erfahren wir, dass - bis auf 1 Ausnahme - angeblich alle Marken (auftragsgemäss) zerstört worden seien ("they were all destroyed, with the exception of one specimen"). Das einzige Stück sei für GB£ 50 an einen Pariser Sammler verkauft worden; gemeint war Philipp La Renotière de Ferrary.

Diese Marke tauchte 1923 auch tatsächlich als Los 326 an der 7. Ferrary-Auktion auf. Aber die Marke wurde nicht als Einzellos, sondern als Sammellos angeboten und nicht fotographiert. Los 326 umfasste 164 Briefmarken! Das Los wurde dann für einen geringen Betrag an Arthur Hind verkauft, der offenbar gut aufgepasst hatte.

Ob damals wirklich nur das eine Exemplar bekannt war, wissen wir heute nicht genau. 1926 gab Edward D. Bacon bekannt, dass in der Sammlung des Königs Georg V. auch eine solche Marke vorhanden ist. 1933 wurde beim Verkauf der Sammlung Cox ein weiteres Exemplar angeboten und seit einiger Zeit wissen wir, dass in einem Archiv eine vierte Marke vorhanden ist: Im Archiv von Crown Agents‘ Philatelic Security and Printing Archive befand sich Marke 4. Datum des Einganges unbekannt. Sie kam später in die British Library Collection.

Wir wissen also, dass mindestens 4 Briefmarken nicht vernichtet wurden. Ein Protokoll spricht gar von "nur" 49'940 vernichteten Stücken, zur produzierten Menge von 50'000 fehlen demnach sogar 60 Marken. Allerdings sind bis heute nur die hier genannten 4 Marken aufgetaucht.

Ich habe im Thema "die berühmtesten und wertvollsten Marken der Welt" geschrieben, dass eine der vier Marken 1983 unrettbar verloren ging: sie verbrannte in einem australischen Buschfeuer, das auf die Häuser einer Stadt übergegriffen hatte! Es war dies Exemplar I. der Kartei Leon Williams „Encyclopaedia of rare and famous stamps“, Band 2: „2. The Biographies“ 1997.

1992 wurde Marke 3 zum Verkauf angeboten (The Peter Robertson Collection).



Dieser Farbfehldruck kam also nie zur Ausgabe und ist darum weniger wertvoll als Farbfehldrucke, die an den Postschalter gelangten. Aber - die oben gezeigte Marke ist natürlich eine ganz grosse Seltenheit!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 12.11.2021 21:32:13 Gelesen: 2131# 27 @  
Kolumbien ist ein vielfältiges Gebiet. Es gibt kolumbianische Staaten mit eigenen Ausgaben. Michel katalogisiert eine Ausgabe von Neugranada von 1859 als Nrn. 1-5, die Ausgabe von 1860 als Nrn. 6-8, die Ausgabe von 1861 als Nrn. 9-11.

Die vierte Ausgabe von 1862 wurde von den Vereinigte Staaten von Kolumbien herausgegeben (Nrn. 15-17). Die 5. Ausgabe folgte 1863 (Nrn. 18-21). Die 5. Ausgabe bestand aus vier Werten:

5 Centavos gelb = Mi. no. 18
10 Centavos blau = Mi. no. 19
20 Centavos rot = Mi. no. 20
50 Centavos grün = Mi. no. 21

Nun wurde bei der Produktion ein 50 C.-Klischee in eine Druckform der 20 Centavos-Marke eingesetzt. Der 50 C.-Wert wurde darum rot gedruckt = Farbfehldruck. So, wie wir das von anderen Ländern auch kennen.



Michel katalogisiert(e) die Marke 50 C. rot als 21 F. Im Katalog 1968/69 (Übersee Band 2) war dieser Fehldruck hoch bewertet:
*: DM 50'000
Federzug: DM 15'000
gestempelt: DM 25'000

Aktuelle Werte habe ich keine. Im Senf 1912 wurde Alt-Kolumbien etwas anders katalogisiert, aber die Nummer 21 ist dieselbe (50 Cent. grün), die Nummer 21b ist der Fehldruck (50 Cent. rot).

1912 galten folgende Preise:
*: Mark 500
Federzug: Mark 350
gestempelt: Mark 400

In der Studie Haas 1905 wurde dieser Fehldruck auf Platz 22 der Fehldrucke aufgelistet (Seite 481)!

Die oben gezeigte Marke wurde 2011 angeboten von David Feldman in New York, als Los 20025 (Auktion 4.3.2011). Warum die Marke im Scott-Katalog nur mit $ 5'500 bewertet war, weiss ich nicht. Der Schätzpreis von Los 20025 war US$ 2'000. Den Zuschlag kenne ich nicht.

Heinz
 
Martin de Matin Am: 12.11.2021 22:22:39 Gelesen: 2118# 28 @  
@ Heinz 7 [#27]

Auch bei Ferrary wird man bei dem Fehldruck fündig, allerdings in besonderer Form. Bei der VII. Auktion wurde ein Siebenerstreifen der rote 20c als Los 186 versteigert. In der Mitte des Streifens befand sich ein Fehldruck der 50c rot; der Zuschlag war 9500 Fr.



Im Michel von 1988 war der Preis ungebraucht 30.000 DM und gebraucht 15.000 DM.

Gruss
Martin
 
Richard Am: 16.11.2021 15:06:50 Gelesen: 2022# 29 @  
@ Martin de Matin [#28]

Im Michel von 1988 war der Preis ungebraucht 30.000 DM und gebraucht 15.000 DM.

Hallo Martin,
Hallo Heinz,

im Michel 2020/2021 wird die Marke 21 F ungebraucht mit 22.000 Euro bewertet, das sind rund 7.000 Euro mehr als 1988.

Gebraucht wird 7.000 Euro notiert, somit rund 500 Euro niedriger als 1988.

Schöne Grüsse, Richard
 
Heinz 7 Am: 16.04.2022 01:04:59 Gelesen: 794# 30 @  
@ Heinz 7 [#21]

Über den Schweizer "Farbfehldruck" "Strubel 5 Rappen blau statt blau" habe ich in diesem Thema schon viel geschrieben: Beitrag 10-11-19-20-21-22. Wir mussten erfahren, dass der verschiedentlich erwähnte "Farbfehldruck" in Wahrheit gar keiner ist.

Als solcher wurde er aber beschrieben, als er 2011 in Basel an einer Auktion angeboten wurde und angeblich auch zugeschlagen wurde, zu einem Rekordpreis, siehe

@ Heinz 7 [#10]

Ich habe vor Kurzem einen anderen Auktionskatalog studiert, bei welchem ein ähnlicher Brief im Mittelpunkt stand:



Wir sehen einen Brief von Rapperswil nach Wädenswyl, freigemacht mit einer blauen Strubel-Marke. Dies wäre eigentlich eine 10 Rappen-Marke, aber hier finden wir eine Marke mit nur 5 Rappen! Und offenbar hat der Postbeamte das sogar bemerkt, denn er schrieb handschriftlich: "zu wenig 5". Ob er sich über diese ungewöhnliche Marke nicht sehr gewundert hat, können wir, 165 Jahre später, nicht mehr eruieren.

Der Brief war auf der Frontseite des Auktionskataloges von "Hobbyphilatelie, Umkirch. Auktion vom 8. September 1998". Offenbar wurde der Brief damals gut verkauft, gemäss "Bolaffi 1999" erfahren wir folgende Daten:

Ausruf: US$ 125'720 (gemäss Bolaffi) =?= DM 220'000 (gemäss Auktions-Katalog) => Kurs 1.75 (pro $)
Zuschlag: US$ 297'150 (gemäss Bolaffi) = DM 520'000 (?, bei demselben Kurs)
Endpreis: US$ 362'520 (gemäss Bolaffi) = DM 634'400 (?, bei demselben Kurs)
Umrechnung (gem. Bolaffi) = Euro 398'770

Es ist mir nicht klar, warum Bolaffi beim Endpreis 22% höher liegt, als bei Hammerpreis, denn die Kommission war nur 17 %.

In Bolaffis Statistik wurde der Brief also registriert mit Preis US$ 362'520, das ist ein sehr hoher Preis. Ausserdem scheint eine Umrechnung von DM 1.75 / US$ vorzuliegen (1998), aber im Buch wird dann doch auch umgerechnet: 1 US$ = 1.10 Euro

Ferner erregt aber der Lostext unser Interesse:

"FARBFEHLDRUCK (Probedruck), 5 RAPPEN BLAU STATT BRAUN..." - Das finde ich unglücklich, denn der Begriff Farbfehldruck sollte für einen Probedruck wohl nicht verwendet werden.

Unten im Lostext steht dann noch etwas Erstaunliches:

"Der Champion-Brief mit 2 mal 5 Rappen dunkelblau, der vor einigen Jahren für 1 Million Schweizer Franken den Besitzer wechselte..." Wohlgemerkt: das wurde 1998 geschrieben, also lange vor der Auktion in Basel (2011). Von diesem "Riesen-Ergebnis" wusste ich bisher nichts. Damit hätte der oben gezeigte Brief mit den ZWEI blauen 5 Rappen-Marken gleich zweimal siebenstellig abgeschlossen (einige Jahre vor 1998 und 2011)?

Es bleiben grosse Fragezeichen..

Heinz
 

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