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Thema: Tschechoslowakei Luftpost 1919 bis 1938
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Detlev0405 Am: 26.01.2026 09:38:35 Gelesen: 35982# 457 @  
Heute gibt es wieder einen Brief aus der Frühphase der CFRNA auf der Strecke Prag – Paris und heute weiter nach London. Das Krönchen bei diesem Brief ist der Ankunftsstempel in London, was ja bei Luftpost nach England nicht unbedingt üblich ist.

Zuerst einmal eine Besonderheit – ab dem 01.05.1921 war die Gültigkeit der ersten Luftpostausgabe abgelaufen, die zweite Luftpostausgabe kam erst am 15.06.1922 heraus. In dieser Zwischenzeit erlaubte das Postministerium die Verwendung von normalen postgültigen Briefmarken, wie unser Brief zeigt, unter folgenden Bedingungen:

Aufgabe der Post am Postamt 1 in Prag bis 09 Uhr für Prag – Paris
Aufgabe an allen anderen Postämtern in Prag am Vortag bis 18 Uhr
Aufgabe an tschechoslowakischen Postämtern so, das die Flugpost am Tag des Abfluges am Postamt 1 in Prag bis 08 Uhr vorliegt
Aufgabe am Postamt Prag – Kbely am Tag des Abfluges bis 10 Uhr [1]



Unser Brief wurde am 22.06.1921 am Prager Postamt 1 Schalter 4a aufgegeben. Der 22.06. war ein Mittwoch so das der Brief am Donnerstag den 23.06.1921 nach Paris befördert wurde. [2]

Auffallend ist, das es keinen Transitstempel von Paris gibt. Ich gehe davon aus, das die Post nach England in einem gesonderten Postsack transportiert wurde und in Paris nur umgeladen wurde. Die Strecke Paris – London wurde nicht durch die CFRNA bedient sonder von der französischen Gesellschaft Compagnie des Messageries Aeriennes (CMA) seit dem 15.11.1920. [3]
Ankunft in London am 26.06.1921, wie der Stempel auf der Rückseite dokumentiert.

Wichtig zu wissen – Post von Paris nach London brauchte zu dieser Zeit auf dem Landweg 3 – 4 Tage.

Versehen wurde der Brief mit dem Luftpostaufkleber Prag – Paris [4] und dem Rahmenstempel für Luftpost in violett, der nur 1921 – 1923 verwendet wurde. [5]

Gruß
Detlev

[1] Horka, Seite 54
[2] ebenda Satz 1
[3] http://www.timetableimages.com/ttimages/complete/cma21/cma21.pdf
[4] Horka, Seite 180, NP1
[5] Horka, Seite 183, RV2b
 
Detlev0405 Am: 03.02.2026 08:35:34 Gelesen: 34709# 458 @  
Heute knüpfe ich an die Beiträge [#346] + [#348] an und kann durch konkrete Fakten die offenen Fragen aus diesen Beiträgen präzisieren und ergänzen.

Die Rede ist von der französischen Militärmission in der Tschechoslowakei ab 1919 .

Der erste Kommandeur der Mission war General Maurice Pelle, der dieser Mission vom 17.12.1919 bis zum 31.12.1920 vorstand. Aus Krankheitsgründen musste er seine Funktion ab dem 01.01.1921 an General Mittelhausser abgeben. Dieser war bis zum 31.12.1925 Chef der Mission und gleichzeitig Chef des Generalstabes der neu geschaffenen tschechoslowakischen Streitkräfte.

Bereits im Jahre 1919 wurde die Flugstaffel Breguet Bre 590 unter Führung von Kapitän Georges Marcel Lachmann geschaffen, die vornehmlich im Ungarischen – Tschechoslowakischen Krieg 1919 eingesetzt wurde. Kampfflugzeuge waren die Aufklärungs- und Bombenflugzeuge vom Typ Berguet XIV . Die ebenfalls vorhandene Salmson 2 A 2 wurde ab 1919 bereits in Versionen gebaut, die den Transport von Passagieren und Post erlaubten. Somit war bei der französischen Militärmission die Möglichkeit gegeben, eigene Post selbst zu befördern.



An diese Fakten knüpft nun unser heutiger Brief an. Auf den ersten Blick ein vollkommen französischer Brief, der eigentlich kaum etwas mit der Tschechoslowakei zu tun haben sollte. Bei genauerer Betrachtung fällt oben links am Briefrand die Bezeichnung …. (STRAKOVA AKADEMIE) auf und wenn man den Umschlag dreht auf der Rückseite der Rest des Kopfes vom Umschlag.



Der Umschlag stammt von der französischen Militäradministration, die in der Strakova Akademie in Prag ihren Sitz hatte. In dieser Akademie war zu der Zeit auch der Sitz der gesamten Regierung. Somit für General Mittelhausser gleich in doppelter Funktion – nämlich auch als Chef des Generalstabes der tschechoslowakischen Armee bis Ende 1925. [1]

Hier wird durch den aufgedruckten Stempel eindeutig nachgewiesen, das die Militärmission einen eigenständigen Kurierdienst hatte - Par les Courriers exterieurs Ministere de la Guerre Paris (durch die Kurierpost des Kriegsministeriums Paris) .



Am 08.06.1921 in Prag abgeschickt (siehe handschriftliche Notiz neben Paris), war er am 10.06.1921 bereits in Paris zur weiteren Bearbeitung. Das war nur per Luftpost möglich.

Adressiert an einen Herrn Bernard, Rechtsanwalt für die Missionen, wurde der Brief in Paris mit 40c für einen Doppelbrief und 35c Einschreiben frankiert und dem Rechtsanwalt am 11.06.1921 zugestellt.

Mit diesem Brief ist es möglich, meine Theorie der eigenständigen Luftpostverbindung zwischen Prag und Paris für die Militärmission zu beweisen. Inwiefern das zurück geht bis ins Jahr 1919 bedarf aber solch konkreter Post aus dem Jahr 1919.

Es ist der erste Beleg der Mittelhausser Mission, der im Rahmen der Luftpost der Tschechoslowakei besprochen wurde. Horka kennt nur Belege aus der Zeit von General Pelle. [2]

Gruß
Detlev

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Eug%C3%A8ne_Mittelhauser
[2] Horka, Seite 40, Buchstabe k)
 
Detlev0405 Am: 24.02.2026 07:50:54 Gelesen: 31354# 459 @  
Unser heutiger Brief bedarf wieder etwas kriminalistischen Spürsinn um alle Feinheiten richtig einzuordnen. Es handelt sich um einen Brief von der philatelistischen Jubiläums-Postwertzeichen- Ausstellung des Klubs tschechischer Philatelisten 1927.



Aufgegeben wurde der Brief auf der Ausstellung in Prag am 25.09.1927, dem Ersttag der Ausstellung. Sein Ziel sollte Stuttgart werden und mit Luftpost befördert werden. Entwertet wurden die Marken mit dem Sonderstempel zur Ausstellung. [1]

Versehen wurde der Brief mit dem Sonder-Einschreib-Zettel der Ausstellung.

Nun kommt die erste Besonderheit – offensichtlich gab es auf der Ausstellung keine Luftpostzettel und so wurde der Beförderungsvermerk zur Luftpost per Hand aufgetragen. In Anlehnung an den 1926–1927 in Prag üblichen Stempel wurde handschriftlich aufgetragen „Par Avion de Prague“. [2] Es handelt sich hier um eine sehr seltene Anwendung eines handschriftlichen Vermerkes.

Die zweite Besonderheit finden wir beim Porto, wobei ich vermute, das da philatelistische Absicht hinter steckt. Das Porto für einen Luftpostbrief nach Stuttgart betrug ab dem 21.03.1927 2 Kc für den Brief nach Sondertarif, 2,50 Kc für das Einschreiben und 1 Kc für die Luftpost. Macht insgesamt 5,50 Kc. Zählt man das Porto der Marken nach, kommt man auf 5,40 Kc. Am letzten Tag der Ausstellung wurde der Absender Freistempel der Ausstellung mit dem Fehlbetrag von 10 Heller abgeschlagen und somit das Porto komplettiert.

Ja geflogen ist der Brief auch. Am 03.10.1927 wurde er auf dem Flughafen Prag um 09 Uhr bearbeitet wie der Tagesstempel zeigt und der reguläre Luftpoststempel angebracht. Um 12.20 Uhr ging es von Prag ab, weiter über München um 13.50 Uhr und Ankunft in Stuttgart um 15.55 Uhr. [3] Der Bestätigungsstempel vom Stuttgarter Flughafen und ein Tagesstempel auf der Rückseite vom 04.10.1927 schließen die Beförderung ab.

Gruß
Detlev

[1]Paul Kipp, Die Sonderstempel der Tschechoslowakei von 1919 – 1939, Seite 68, Nummer 17 Typ II
[2] Horka Seite 184, RV6
[3] http://www.timetableimages.com/ttimages/complete/dlh27/dlh27.pdf
 
Detlev0405 Am: 04.03.2026 07:58:27 Gelesen: 30695# 460 @  
Unsere heutige Karte ist eine alte Bekannte – zumindest ihr äußeres Erscheinungsbild. Es handelt sich wieder um Post vom Erstflug Prag – Moravska Ostrava.



Abgestempelt am 01.07.1935 um 08 Uhr in Moravska Ostrava, erreichte sie ihr Ziel in Opava gegen 09 Uhr, wie ihr Ankunftsstempel ausweist. Auch wenn nicht gesondert ausgewiesen, kann man am Porto eine Drucksache erkennen.

Im Beitrag #313 haben wir ausführlich über diese Strecke gesprochen und ich meine Meinung dargelegt. Es ist damit der dritte Beleg ( zwei Drucksachen und eine normale Karte ), der mir bekannt ist.

Gruß
Detlev
 
Reini46 Am: 04.03.2026 16:17:11 Gelesen: 30594# 461 @  
Hallo,



Karte vom 2.5.1932 aus Friedrichshafen per Luftpost nach Haida in Böhmen. Ein roter Stempel auf Vorder- und Rückseite weist auf die Besichtigung des Luftschiffes Graf Zeppelin hin.

Ich finde weder einen deutschen noch einen tschechischen Flugpost Bestätigungsstempel, es liegt daher die Vermutung nahe, daß der Transport per Bahn erfolgte.

Im Text weist der Schreiber darauf hin, daß er noch heute nacht nach Südamerika fährt.

Und tatsächlich - am 2. Mai startete die 4. Südamerikafhrt. War er Passagier oder Mitarbeiter ?

Grüße

Reini46
 
Detlev0405 Am: 05.03.2026 05:45:14 Gelesen: 30508# 462 @  
@ Reini46 [#461]

Hallo Reini,

ich folge Deiner Vermutung, dass die Karte per Bahn befördert wurde. Per Luftpost hätte sie über Stuttgart und Nürnberg / München befördert werden müssen und besonders Nürnberg ist dafür bekannt, dass dort Transitstempel für Post nach Prag abgeschlagen wurden. Auch ein Ankunftsstempel vom Prager Flughafen wäre obligatorisch gewesen, auch bei Karten.

Den Rest Deiner Fragen kann ich leider nicht beantworten, da ich den Absender nicht entziffern kann.

Gruß
Detlev
 
Detlev0405 Am: 14.03.2026 06:55:45 Gelesen: 29145# 463 @  
Heute habe ich einmal 2 Briefe vorzustellen und zwar aus Marokko. Dazu muss man in Erinnerung rufen, das Marokko seit November 1912 unter Protektorat Frankreichs (Französisch-Marokko) und Spaniens (Spanisch-Marokko) stand. Erst 1956 erlangte Marokko seine vollständige Unabhängigkeit. Tanger wurde zur internationalen Zone erklärt.[1]

Unter diesem Gesichtspunkt war die britische Agency eine Besonderheit, die sich im Postverkehr aus Marokko der 30er Jahre widerspiegelte. Die „British Agency“ war eine Reihe von Postämtern, die der Verwaltung von Gibraltar unterstanden. Neben der Absicherung des Postverkehrs dienten sie auch britischen Handelsinteressen und politischen Beobachtungen. [2]



Der erste Brief wurde am 11.03.1936 in Larache aufgegeben. Der nächstgelegene Flughafen ist Tanger, etwa 80 km nördlich von Larache. Von Tanger aus ging es am 13.03.1936 um 06.50 Uhr in Richtung Marseille mit der Air France, wo der Brief gegen 15.40 Uhr ankam. Der Ankunftsstempel gegen 18 Uhr von Marseille bestätigt das. [3] Auf dem Landweg wurde der Brief nach Straßburg (Stempelfragment auf der Rückseite rechts) geliefert, um von dort um 08.10 Uhr am 14.03. nach Prag weiter befördert zu werden. [4] Dort kam er um 11.05 Uhr an. Nach Chomutov wurde er auf dem Landweg zugestellt. Dieser Brief wurde mit einer üblichen Marke für die Britischen Agenturen frankiert.



Der zweite Brief lässt sich bereits an Hand des verklebten Portos eindeutig identifizieren – es ist britische Post aus Französisch-Marokko. Aufgegeben wurde der Brief am 14.08.1937 in Saffi (heute Safi). Von hier aus ging es auf dem Landweg nach Casablanca, wo er um 19.30 Uhr eintraf. Somit konnte er am 15.08.1937 um 05 Uhr mit der Air France nach Paris geflogen werden, wo er gegen 16.55 Uhr eintraf. [5]

Von Paris ging es am 16.08.1937 um 07 Uhr nach Prag, wo der Brief um 11.40 Uhr eintraf. [6] Eine Zustellung des Briefes nach Marienbad per Luftpost war möglich, dann war der auf der Vorderseite des Briefes angebrachte Flughafenstempel von Prag um 16 Uhr der Abfertigungsstempel und erklärt, warum der Stempel erst 4 Stunden nach Eintreffen in Prag angebracht wurde. 16.30 Uhr ging der Flug über Karlsbad nach Marienbad und traf dort um 17.50 Uhr ein. Das deckt sich dann auch mit dem Empfangsstempel von Marienbad um 20 Uhr.[7]

Gruß
Detlev

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Marokko
[2] https://stampaday.wordpress.com/2017/02/07/great-britain-offices-in-morocco-80-1936/
[3] http://www.timetableimages.com/ttimages/af3506.htm
[4] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3504/cls354-3.jpg
[5] http://www.timetableimages.com/ttimages/af/af37p/af37p-08.jpg
[6] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3704/cls374-3.jpg
[7] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3704/cls374-4.jpg
 
Detlev0405 Am: 24.03.2026 06:30:23 Gelesen: 28000# 464 @  
Der heutige Brief weist gleich zwei beachtenswerte Merkmale auf. Zum Ersten ist es die Destination, die so 1928 relativ ungewöhnlich war. Zum Zweiten ist das der Leitstempel von Prag.



Aufgegeben wurde der Brief am 18.05.1928 am Flughafen in Prag gegen 10 Uhr. So konnte er um 10.45 Uhr mit der Maschine der CIDNA nach Nürnberg befördert werden, Ankunft 12.45 Uhr. [1]

Das bestätigt auch der Stempel vom Flughafen Nürnberg zwischen 12 – 13 Uhr.

Von Nürnberg ging es um 15.45 Uhr weiter nach Frankfurt / Main, Ankunft 17.15 Uhr. Ab Nürnberg nun mit der DLH. Um 18.20 Uhr war Abflug nach Mannheim, wo der Brief um 18.50 Uhr eintraf. [2] Bestätigt wird das durch den Flugplatz Stempel von Mannheim zwischen 7 – 8 Uhr Nachmittag.

Von Mannheim nach Kaiserslautern ging es auf dem normalen Landweg, da Kaiserslautern keine Flugpostanbindung hat.



Viel interessanter ist jedoch der Richtungsstempel in Rot auf der Briefvorderseite. Mit ihm sollte die Zuordnung der Post in die verschiedenen Richtungen für die Flüge erleichtert werden. Er ist wie alle in der Zeit aufgelegten Stempel dieser Art in tschechisch und französisch gehalten. Bei Horka werden wir den Stempel allerdings nicht finden.

Schauen wir uns den deutschen Text zum Stempel an „Mit dem Flugzeug von Prag nach ….... , weiter mit dem Zug“ so stellen wir fest, das es sich hier wohl um einen misslungenen Text handelt. Der Brief, der diesen Stempel trägt und bis Mannheim mit Luftpost befördert wurde, führt den Stempel selbst ad absurdum.

Ich gehe davon aus, das der Stempel über ein Versuchsstadium nicht hinaus gelangte und sehr schnell wieder eingezogen wurde. Somit kann ich nach 98 Jahren seines Erscheinens eine „Neuentdeckung“ vermelden.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/dlh/sud2804/sud28-05.jpg
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/dlh/sud2804/sud28-04.jpg
 
Detlev0405 Am: 14.04.2026 05:27:53 Gelesen: 25165# 465 @  
Ein Luftpostbrief ist nicht unbedingt ein Luftpostbrief nur weil dort Luftpost drauf steht. Deshalb ist es immer angeraten, jeden Brief auf Details zu prüfen. Das trifft auch für unseren heutigen Brief zu.



Unser Brief wurde am 25.05.1934 in Vysoke Myto (Hohenmauth) um 12 Uhr aufgegeben. Der Ort liegt etwa 60 km südöstlich von Hradec Kralove (Königgrätz). Da der einzige Flug von Prag nach Berlin täglich um 11 Uhr ging, hatten die Postbeamten die Chance, den Brief schneller per Bahn zu befördern. Das erkennt man daran, das der Abfertigungsstempel vom Flughafen Prag fehlt.

Die Abfertigung in Berlin fand am 26.05.1934 7-8 Uhr statt. Auch das ist ein Beweis dafür, das der Brief bis Berlin per Bahn befördert wurde.

In Berlin am Zentralflughafen ging der Brief nach Hamburg per Luftpost. Er nutzte die RB 203, eine Besonderheit der Deutschen Lufthansa – ab Berlin 08 Uhr an Hamburg 09.10 Uhr. Es handelt sich dabei um die Lufthansa Post- und Frachtstrecken, die die schnellsten und ausschließlich Luftfracht vorbehaltenen Beförderungsmöglichkeiten darstellten. [1] Das heißt auch hier war kein Flugzeug im Spiel. Da es sich aber um eine Beförderung im Auftrag der DLH handelte, erhielt der Brief auch den Ankunftsstempel von Hamburg – Fulsbüttel. Um 3-4 Uhr Nachmittag trifft der Brief am Zielpostamt ein.

Es ist mein erster Brief, der mit den Lufthansa Post- und Frachtstrecken nachweislich befördert wurde.

Gruß
Detlev

[1] https://www.timetableimages.com/ttimages/complete/dlh34/dlh34-07.jpg
 
Detlev0405 Am: 24.04.2026 05:25:16 Gelesen: 22164# 466 @  
Unser heutiger Brief kommt etwas merkwürdig daher. Obwohl alles gegen eine Luftpostbeförderung spricht, ist er ordnungsgemäß per Luftpost befördert worden. Dabei weißt er nur zwei verschiedene Ortsstempel auf – Podebrady und Bagdad.



Aufgegeben wurde unser Brief am 31.01.1939 gegen 12 Uhr (einen Dienstag) im Postamt von Podebrady. Das liegt ungefähr 60 km östlich von Prag. Der einzig logische Weg war der zum Flughafen Prag. Normaler Weise gab es hier einen Bearbeitungsstempel vom Flughafen Prag. Es gibt keinen. Auch der zweite Schritt des Fluges bleibt im Unklaren. Entweder ging der Brief von Prag nach Berlin oder Wien. Beide Transitstempel finden wir nicht. Während Wien immer einen Bearbeitungsstempel auf Briefe setzte, hat sich das mit der Besetzung Österreichs im März 1938 geändert – Wien war Bestandteil des Deutschen Reiches.

Beide Flughäfen lagen auf der Strecke London – Kabul, die von der Deutschen Lufthansa betrieben wurde. [1]

Sowohl in Berlin als auch in Wien ging der Brief am 03.02.1939 ab über Budapest – Belgrad – Athen – Rhodos und Damaskus. Dort übernachtete der Brief um am 04.02.1939 in Baghdad anzukommen.

Der Ankunftsstempel auf der Rückseite des Briefes in Baghdad bestätigt die ordnungsgemäße Luftpostbeförderung mit der DLH. Von Baghdad nach Teheran ging der Brief am Sonnabend Vormittag.

Gruß
Detlev
 
Detlev0405 Am: 04.05.2026 05:52:06 Gelesen: 20116# 467 @  
Aufklebbarer Frachtbriefzettel der ČLS im internationalen Luftpostverkehr (ca. 1928–1938)

Im Zusammenhang mit der Beförderung von Luftpostsendungen durch die Československá letecká společnost (ČLS) sind bislang in der philatelistischen Literatur nahezu ausschließlich postalische Dokumente wie Belege, Stempel und tarifliche Aspekte behandelt worden. Dagegen fehlen Hinweise auf interne Transport- und Abfertigungsunterlagen der Fluggesellschaft selbst weitgehend.

Ein bislang nicht publiziertes Dokument stellt ein aufklebbarer Frachtbriefzettel der ČLS dar, der nach Aufbau und Gestaltung eindeutig der operativen Luftfrachtabwicklung zuzuordnen ist.



Beschreibung des Formulars

Das vorliegende Stück ist dreisprachig (Tschechisch / Deutsch / Englisch) beschriftet und trägt die Bezeichnung:

„Nákladní list čis.“
„Frachtbrief Nr.“
„Consignment Note No.“

Weiterhin ist ein Feld für den Bestimmungsort („Letiště určení“) vorgesehen.

Die einzelnen Felder sind jeweils mit gepunkteten Linien zur handschriftlichen Eintragung versehen. Die Rückseite ist vollständig gummiert, was eindeutig belegt, dass es sich um ein aufzuklebendes Dokument handelt und nicht um ein loses Formular.

Funktion und Verwendung

Aufgrund der Kombination aus Formularcharakter und Gummierung ist das Stück als aufklebbarer Frachtbriefzettel zu interpretieren. Seine Funktion lag nicht in der postalischen Dokumentation, sondern in der praktischen Durchführung des Lufttransports.

Der Zettel diente vermutlich zur Kennzeichnung von:

- Luftpostsäcken
- Transporttaschen für Einschreib- und Wertsendungen
- Sammelumschlägen zwischen Flughäfen

Die vorgesehenen Eintragungen ermöglichten eine eindeutige Zuordnung der jeweiligen Transporteinheit innerhalb der Luftfrachtabwicklung. Insbesondere die Frachtbriefnummer und der Bestimmungsflughafen erlaubten eine Identifikation im Rahmen der Übergabe zwischen den beteiligten Stationen.

Einordnung in den Luftpostprozess

Die Luftpostbeförderung der Zwischenkriegszeit erfolgte in mehreren klar voneinander getrennten Ebenen:

1. Postverwaltung
Erstellung von Kartenabschlüssen bzw. Dispatch-Listen zur Dokumentation der übergebenen Sendungen.

2. Fluggesellschaft (hier ČLS)
Physische Beförderung der Sendungen zwischen den Flughäfen.

3. Empfang und Weiterleitung
Kontrolle und Weitergabe an die Bestimmungspostämter.

Während Kartenabschlüsse die übergebenen Sendungen auflisten, kennzeichnete der hier behandelte Frachtbriefzettel die konkrete Transporteinheit selbst. Er stellt somit das Bindeglied zwischen der postalischen Dokumentation und der praktischen Durchführung des Transports dar.

Bedeutung für die Forschung

Das Fehlen entsprechender Hinweise in der Literatur erklärt sich durch die Natur solcher Dokumente. Es handelt sich um reines Verbrauchsmaterial der Bodenabfertigung, das nach Gebrauch in der Regel vernichtet wurde. Ungebrauchte Exemplare sind daher als Zufallsüberlieferung zu betrachten.

Der vorliegende Frachtbriefzettel erlaubt erstmals eine unmittelbare Einsicht in die interne Organisation der Luftpostbeförderung durch die ČLS. Er ergänzt die bislang vor allem auf postalische Quellen gestützte Forschung um eine wesentliche logistische Komponente.

Gruß
Detlev
 
Detlev0405 Am: 13.05.2026 22:26:22 Gelesen: 18343# 468 @  
Der heutige Brief repräsentiert eines der beliebtesten Teil Gebiete der Tschechoslowakei als Sammelbereich – die Karpaten Ukraine. Interessant ist die Tatsache, das trotz seiner Lage im Gebiet der Tschechoslowakei in den 30er Jahren der Anteil von Tschechen und Slowaken in seiner Hochzeit nur 4,7 % betrug.



Unsere heutige Karte weist eine Besonderheit auf – es ist ein Erstflug mit anschließender Weiterbeförderung per Luftpost ins Ausland.

Aufgegeben wurde der Brief am 06.05.1929 in Ushgorod um 08 Uhr zum Flug nach Prag. Am Flughafen erhielt sie den Flugplatzstempel von Ushgorod um 09 Uhr. [1] Der Erstflug kam etwa gegen 16 Uhr in Prag an (erkenntlich am Bestätigungsstempel vom Prager Flughafen) [2]) Damit ist der Erstflug abgeschlossen [3][4]

Ein weiterer Flughafen Stempel von Prag am 07.05.1929 um 11 Uhr zeigt uns an [5], das die Karte nun nach Bukarest befördert wurde. Am 08.05.1929 wurde der Empfang in Bukarest auf der Rückseite bestätigt.

Weiterleitungen nach einem Erstflug sind eher ungewöhnlich, öfters findet man Zuleitungen zu einem Erstflug.

Gruß
Detlev

[1] Horka, Seite 179, Nr. R9
[2] Horka. Seite 177, Nr. R157d
[3] Horka, Seite 107, Nr. 84d
[4] https://www.timetableimages.com/ttimages/ok30.htm
[5] Horka, Seite 1177. Nr. 157b/b
 
Detlev0405 Am: 24.05.2026 05:42:29 Gelesen: 15001# 469 @  
Bei unserer heutigen Karte sind es zwei Momente, die uns in Begeisterung versetzen sollten. Zum Einen haben wir einen Beleg Mitte der 20er Jahre nach Zürich und zum Zweiten einen handschriftlichen Beleg eines der berühmtesten Sammler und Experten für die Tschechoslowakei.



Unsere Karte wurde am 19.06.1924 in Prag – Vinohrad aufgegeben. Absender ist der große Sammler und auch Briefmarken Prüfer Ing. Jaroslav Sula. Neben Captn. Huchl war er einer der beiden berühmtesten Sammler der 20er Jahre, wobei Captn. Huchl sich mehr auf Luftpost konzentrierte.

Am 20.06.1924 wurde die Karte am Flughafen Prag gestempelt und mit dem Richtungsaufkleber „Luftpost Prag Straßburg“ versehen. Somit konnte der Flug um 09 Uhr in Richtung Straßburg starten, wo sie gegen 13 Uhr ankommt. [1] Hier wird die Karte umgeladen und per Bahn nach Zürich befördert. Es gab zu dieser Zeit noch eine zweite Strecke, die Post aus Prag nach Zürich benutzen konnte – über Wien. Hier ging es bis Innsbruck und von dort per Bahn nach Zürich. Erst im Jahr 1928 wurde die durchgehende Luftpostbeförderung Prag – Wien – Insbrück – Zürich sichergestellt. Auf der Strecke Prag – Nürnberg – München – Zürich wurde der Luftpost Verkehr im Jahre 1927 beim Sommerverkehr erstmalig sichergestellt.

Die Karte gibt einen kleinen Einblick in die Tätigkeit von Ing. Sula beim Ausbau seines Händlernetzes.

Gruß
Detlev

[1] https://www.timetableimages.com/ttimages/cidna23a.htm
 
Detlev0405 Am: 05.06.2026 05:50:03 Gelesen: 12964# 470 @  
Fragt man Luftpost Sammler nach der kürzesten internationalen Strecke der tschechoslowakischen Luftfahrtgesellschaft kommen viele auf die Strecke Prag – Dresden. Sie ist mit etwa 120 km sehr kurz, aber Rekordhalter bleibt die Strecke Bratislava – Wien mit etwa 55 km.

Belege auf der Strecke Prag – Dresden sind wegen ihres attraktiven Empfangsstempel in Dresden im großen roten Rechteck sehr begehrt. Unscheinbarer kommt die Gegenstrecke zur Geltung.



Unsere Karte wird in Dresden am 26.07.1928 zwischen 15 – 16 Uhr am Flughafen aufgegeben. In Prag wurde die Ankunft gegen 17 Uhr quittiert. Die DLH gibt im Flugplan vom April 1928 den Flug 15.40 Uhr an, Ankunft in Prag gegen 16.30 Uhr. Also liegen die Angaben im Rahmen der geplanten Flüge. [1]

Die Destination Dresden – Prag ist unter entsprechenden Luftpostbelegen relativ selten zu finden. Sie macht auch wenig Sinn, wenn die Karte anschließend nach Tetschen zugestellt werden soll. Dresden – Tetschen auf dem Landweg sind etwa 50 km, Prag – Tetschen etwa 70 km. Nun mache sich jeder seinen Reim darauf.

Gruß
Detlev

[1] https://www.timetableimages.com/ttimages/dlh/sud2804/sud28-05.jpg
 
Detlev0405 Am: 13.06.2026 07:09:59 Gelesen: 10445# 471 @  
Unser heutiger Brief zeigt deutlich, das nicht alles was machbar erscheint auch sinnvoll ist. Am 21.04.1927 wurde die Strecke Wien – Brno – Gleiwitz – Breslau – Berlin in Betrieb genommen durch die DLH. Sie stand in unmittelbarer Konkurrenz zur Strecke Wien . Prag – Berlin, die genau einen Monat zuvor eröffnet wurde durch die DLH, CLS und ÖELAG. Während letztere Linie 3 Hauptstädte miteinander verband, wurde die Linie über Breslau aus ökonomischer Spekulation heraus auf die Verbindung von wirtschaftlichen Zentren aufgebaut. In der Praxis bewährte sich diese Strecke aber nicht. Bereits zum 01.10.1928 wurde diese Strecke wieder eingestellt.



Unser Brief wurde als Drucksache am 02.05.1927 in Brno aufgegeben. Um 13.20 Uhr ging der Flug ab Brno, um gegen 16.40 Uhr in Breslau einzutreffen. [1]

Interessanter sind die Nebengeräusche, die dieser Brief hinterlässt. Bis zum August 1927 waren Luftpostbriefe aus Brno nur erkennbar am Stempel von Brno 2. Das trifft bei unserem Brief zu. Wir haben auch einen Ankunftsstempel von Breslau in Rot. [2] Sehen wir uns Horka an zu diesem Flug, wird die Aufnahme des Regelbetriebes auf der Strecke für den 09.05.1927 angegeben. [3]. Das entspricht wohl nicht der Realität wie unser Brief zeigt. Und es deckt sich mit der Feststellung im Flugplan der DLH [1] Linie 15, wonach die Betriebseröffnung am 21.04.1927 war und seitdem der Flugdienst täglich sicher gestellt wurde.

Bedarfspost auf dieser Strecke gehört zu den Seltenheiten der tschechoslowakischen Luftpost.

Gruß
Detlev

[1] https://www.timetableimages.com/ttimages/complete/dlh27/dlh27.pdf Linie 15
[2] Zeppelin- und Flugpost-Spezial-Katalog 2002, Seite 417, F-15
[3] Horka, Seite 83, Tabelle 28
 
becker04 Am: 21.06.2026 09:04:34 Gelesen: 8889# 472 @  
Guten Morgen,

von mir heute ein Brief aus Karlstad (Schweden), der mit Sicherheit von Berlin nach Prag geflogen wurde. Empfängerort war Pressnitz (Přísečnice) eine Stadt in Westböhmen, die seit 1974 in einem Stausee "versunken" ist. [1]

Aufgegeben am 7.8.1931 (Freitag) in Karlstad, Ankunft am nächsten Tag - Samstag 8.8.1931 - in Berlin-Zentralflughafen, 2-3 Stunden später in Prag 82 Flughafen. Am Montag früh (10.8.1931) Ankunft in Pressnitz (Přísečnice). Dort wurde festgestellt, dass sich der Empfänger in Prossnitz (Prostějov) einer Stadt in Mähren [2] befindet. Also neuer Bestimmungsort - rot unterstrichen - auf den Umschlag. Für die Ankunft dort gibt es leider keinen Nachweis.



Noch einen schönen Sonntag!
Klaus

[1]https://de.wikipedia.org/wiki/P%C5%99%C3%ADse%C4%8Dnice
[2]https://de.wikipedia.org/wiki/Prost%C4%9Bjov
 
Detlev0405 Am: 22.06.2026 06:43:46 Gelesen: 8699# 473 @  
@ becker04 [#472]

Guten Morgen Klaus,

von Seiten der Beförderung kannst Du über Deinen Brief froh sein - Du hast alle Nachweise für eine Luftpostbeförderung von Schweden bis in die Tschechoslowakei. Von Karlstad ging der Brief entweder per Postflug (da habe ich keine Unterlagen für) oder auf dem Landweg nach Göteborg. Am 07.08.1931 um 10.30 Uhr von Göteborg nach Kopenhagen, wo er um 12.05 Uhr eintraf. Am 08.08.1931 ging es von Kopenhagen weiter nach Berlin um 09.05 Uhr, um dort gegen 12.20 Uhr einzutreffen. Der rote Stempel auf der Briefvorderseite bestätigt die Ankunft in Berlin. Auf der Rückseite findest du den Stempel vom Zentralflughafen in Berlin über die Weiterverarbeitung des Briefes nach Prag zwischen 13 - 14 Uhr. Um 15.05 Uhr ging der Brief auf Reisen nach Prag, wo er am Flughafen gegen 17.15 Uhr ankam. Der Flughafenstempel um 18 Uhr bestätigt die Ankunft. [1] Damit ist die Luftpost abgeschlossen.

Nach Pressnitz wurde der Brief auf dem Landweg befördert, wo die Ankunft auch per Stempel belegt ist. Er kam dort gegen 08 Uhr an. Mehr kannst Du nicht erwarten. Nach Prostejov wurde der Brief wohl auf Grund eines Nachsendeantrages weiter geleitet. Das ist eine Post interne Leistung, die nach außen nicht dokumentiert wird.

Gruß
Detlev

[1] https://www.timetableimages.com/ttimages/dlh/dlh3105/dlh315-2.jpg
 
Detlev0405 Am: 04.07.2026 09:57:57 Gelesen: 6030# 474 @  
Heute gbt es mal wieder einen Erstflugbeleg und zwar auf der Strecke München – Prag – Breslau. Die Strecke war nicht besonders stark frequentiert, was sich auch im eigentlichen Betrieb widerspiegelte. Die Strecke wurde nur im Sommer betrieben. Im Jahre 1934 und 1935 wurde sie überhaupt nicht betrieben, bevor sie 1936 eingestellt wurde. Es war eine Verluststrecke für die DLH, da Fürth als Drehkreuz in den Westen ein ernster Konkurrent war für München.



Unser Brief wurde am 19.04.1927 zwischen 11 – 12 Uhr Vormittags in München aufgegeben. Ab München ging der Flieger um 12.55 Uhr, um in Prag gegen 15.25 Uhr anzukommen. Der rote Ankunftsstempel für den Erstflug in Prag bestätigt gegen 16 Uhr die Ankunft. [1]

Auf dem Landweg gelangte der Brief nach Olomouc, dem Zielort des Briefes. Hauptmann a.D. Rudolf von Kulmburg war ein Militär Feldpilot ab 1906 und nach dem Krieg Philatelist.

Gruß
Detlev

[1] https://www.timetableimages.com/ttimages/complete/dlh27/dlh27.pdf - Linie 162
 
Detlev0405 Am: 25.07.2026 11:41:49 Gelesen: 3061# 475 @  
Unser heutiger Brief dokumentiert den Vorteil mancher neu eröffneten Linie in den späten 30er Jahren. Am 15.05.1937 wurde die Strecke Prag – Venedig mit der CSA und Ala Littoria eröfnnet. Diese führte in Österreich über Klagenfurt und das nutzt unser heutiger Brief aus.



Am 31.05.1937 um 17 Uhr wurde der Brief in Mährisch Ostrau nach Graz aufgegeben. Auf dem Landweg wurde er nach Prag zum Flughafen befördert, wo er am 01.06.1937 um 07 Uhr zur Luftpostbeförderung bearbeitet wurde. Somit konnte er um 08.35 Uhr in Richtung Bratislava (an 09.55 Uhr , ab 10.15 Uhr) nach Klagenfurt (an 11.55 Uhr) auf Reisen gehen. In Klagenfurt wurde der Brief umgeladen auf eine österreichische Fluglinie und erhielt dafür den Bestätigungsstempel in Klagenfurt um 15 Uhr. Nach knapp einer Flugstunde traf der Brief um 15.55 Uhr in Graz ein. [1]

Innerhalb von nicht einmal 24 Stunden erreicht somit der Brief seinen Zielort.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3704/cls374-4.jpg
 
Briefuhu Am: 26.07.2026 13:33:51 Gelesen: 2847# 476 @  
Luftpostbrief vom 28.07.1937 von Brüssel nach Türmitz (Trmice), Ankunft in Prag (Praha Letiste = Flughafen) am 29.07.1937, frankiert wurde mit Belgien Michel Nr. 419, 280 und 282.



Schönen Gruß
Sepp
 
Detlev0405 Am: 29.07.2026 07:36:40 Gelesen: 2160# 477 @  
@ Briefuhu [#476]

Hallo Sepp,

in meinen Augen ein schöner Bedarfsbeleg zur am 05.04.1937 eröffneten Strecke Prag - Brüssel und zurück. Am 28.07. um 20 Uhr am Flughafen abgefertigt (siehe Stempel Rückseite), konnte er am 29.07-1937 um 09 Uhr auf der Strecke 508 in Richtung Prag abfliegen.[1] Ankunft in Prag war um 11.50 Uhr.[2] Das dokumentiert auch der Ankunfststempel auf der Vorderseite.

Durchgeführt wurde der Flugbetrieb von der CSA in Kooperation mit der Sabena (belgische Fluggesellschaft). Auf eine Besonderheit muß geachtet werden - 1935 fand der Zusammenschluss zwischen der CSA (verantwortlich für den nationalen Flugverkehr) und der CSL (verantwortlich für den internationalen Flugverkehr) statt. Ab sofort gibt es nur noch eine Fluggesellschaft in der Tschechoslowakei als CSA.

Gruß
Detlev

[1]http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3704/cls374-1.jpg
[2]http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3704/cls374-4.jpg
 
Briefuhu Am: 29.07.2026 08:09:46 Gelesen: 2140# 478 @  
@ Detlev0405 [#477]

Hallo Detlev,

vielen Dank für Deine Erläuterungen, die so in meine Sammlung kommen.

Schönen Gruß
Sepp
 
Detlev0405 Am: 04.08.2026 06:30:23 Gelesen: 1056# 479 @  
Besonders begehrt bei Luftpost Sammlern sind Belege von und nach Danzig. Das gilt nicht nur für deutsche Luftpost sondern ebenfalls für Post in Verbindung mit der Tschechoslowakei. Hier gibt es sogar zwei Möglichkeiten des Transportes – einmal über Berlin und zum anderen über Warschau. Und wenn der berühmte Luftpost Sammler Ing, Jaroslav Sula den Beleg veranlasst kann man sicher sein, das es etwas Besonderes wird.



Unsere Karte wurde am 03.11.1925 am Prager Flughafen aufgegeben, wie der abgeschlagene Stempel zeigt. [1] Zusätzlich wurde der Bestätigungsstempel in Rot angebracht. [2] Geflogen wurde auf der Strecke nach Warschau mit der CIDNA. Ich beziehe mich hier auf den Flugplan von 1927, weil hier der Flugplan bis zum 15.11.1927 gültig ist, während der Flugplan 1923 nicht so lange aktiv war. Abflug ab Prag um 08.30 Uhr und Ankunft in Warschau um 12.30 Uhr. [3] Der Ankunftstempel am Warschauer Flughafen ist auf der Rückseite unleserlich, dafür der rote Bestätigungsstempel für Luftpost der polnischen Post deutlich sichtbar. Der zweite Stempel von Warschau wurde am 03.11.1925 um 19 Uhr abgeschlagen und deutet somit auf die weitere Bearbeitung hin.

Wir wechseln nämlich die Fluggesellschaft. Die Strecke von Warschau nach Danzig wird durch die Aerolloyd bzw. Aerolot bedient. Das ist eine polnische Gesellschaft, die von 1922 – 1928 aktiv war.

In Warschau startet die Karte um 08.30 Uhr und kommt um 11.30 Uhr in Danzig an. [4] Die Ankunft wird bestätigt durch den roten Stempel von Danzig 5. [5]

Gekrönt wird die Karte mit dem Richtungsaufkleber Prag – Warschau. [6]

Gruß
Detlev

[1] Horka, Seite 177, R2 Nummer 157a
[2] Horka, Seite 183, RV2a
[3] http://www.timetableimages.com/ttimages/cidna27a.htm
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Aerolloyd#/media/Datei:Skany_dokumentow_historycznych_068.jpg
[5] Zeppelin- und Flugpost-Spezial-Katalog 2002, Seite 418, F 21)
[6] Horka, Seite 181, NP1d
 
BeNeLuxFux Am: 04.08.2026 08:54:10 Gelesen: 1025# 480 @  
Hallo,

hier ein schöner Luftpostbrief vom 26.09.1937 mit der Bearbeitungsuhrzeit 24 Uhr von Brünn nach Freiburg /Breisg.

Versendet wurde der als Luftpost und Eilsendung verschickte Brief vom Motorsportjournalisten Ernst Rosemann, der aus Brünn vom Großen Masaryk-Preis berichtete, welcher am selben Tag stattfand. Das Rennen wurde von schweren Unfällen überschattet. Sieger wurde Rudolf Caracciola auf einem Mercedes-Benz W 125. Als Zweiter kam Manfred von Brauchitsch (ebenfalls Mercedes-Benz) ins Ziel, der dritte Platz ging an Hermann Müller und Bernd Rosemeyer (Auto Union). Bei einem Unfall während des Rennens kam der deutsche Rennfahrer Hermann Lang mit seinem Wagen von der Strecke ab und fuhr in die Zuschauermenge, wobei zwei Zuschauer starben, und mehrere Menschen verletzt wurden.

Der Brief ging am 26.09.1937 aus Brünn in Richtung Prag ab, wurde dort am 27.09.1937 um 8 Uhr für die Luftpost bearbeitet und erreichte letztlich erst am folgenden Tag, dem 29.09.1937, zwischen 5 und 6 Uhr Freiburg im Breisgau.

Grüße, Stefan



 
Detlev0405 Am: 05.08.2026 13:39:00 Gelesen: 780# 481 @  
@ BeNeLuxFux [#480]

Hallo Stefan,

ich denke mal Du unterliegst bei Deinem Brief einem Irrtum. Er ist meiner Meinung nach nie per Luftpost befördert worden.

Ich versuche mal meine Meinung zu begründen. Der Stempel zum Tode von Massaryk am Flughafen Prag ist niemals zu Abfertigungszwecken eingesetzt worden. [1] Das Porto würde uns auch Probleme bereiten. Ab dem 01.03.1937 galten folgende Tarife: Brief Sondertarif Deutschland 2 Kc, Eilpost 5Kc und Luftpost je 20 Gramm 1 Kc. Wie Du aber deutlich erkennen kannst, ist der Brief mit 24 Gramm ein Doppelbrief (siehe die 24 unter den Marken). [2] Somit wäre das Porto Brief 3.20 Kc, Eilpost 5 kc und Luftpost 2 Kc gewesen - also 10.20 Kc. Bei Eilpost auf dem Landweg 8,20 Kc. Auf die 20 Heller haben die Beamten wohl verzichtet und ihn auf dem Landweg weiter geschickt.

Auffallend ist auch, das in Freiburg/Breisgau nicht der vorhandene Luftpostbestätigunsstempel eingesetzt wurde. [3]

Somit sollten meine Zweifel ausreichend begründet sein.

Gruß
Detlev

[1] Horka, Seite 175, 2.Absatz
[2] Horka, Seite 192 ff.
[3] Zeppelin- und Flugpost-Spezial-Katalog 2002, Seite 422, Nummer F38
 

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