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Thema: Tschechoslowakei Luftpost 1919 bis 1938
Das Thema hat 243 Beiträge:
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ChristianSperber Am: 25.10.2020 10:09:46 Gelesen: 11405# 219 @  
@ Detlev0405 [#217]

Hallo Detlev,

alle vier Briefe weisen vorderseitig einen Durchlaufstempel der griechischen Devisenkontrolle auf. Der von der Devisenkontrolle geöffnete Brief ist schon besonders interessant.

Gruß

Christian
 
Detlev0405 Am: 25.10.2020 14:28:50 Gelesen: 11385# 220 @  
@ ChristianSperber [#219]

Hallo Christian,

offensichtlich meinst du den Stempel



Vielen Dank - ich wusste ihn bisher nicht so recht einzuordnen. Dann sind wohl alle Auslandsbriefe durch die Devisenkontrolle zu der Zeit gegangen ? Seltsamer Weise finde ich ihn aber auch auf Transitbriefen über Athen. Weißt du näheres darüber ?

Gruß
Detlev
 
Detlev0405 Am: 01.11.2020 10:04:05 Gelesen: 10764# 221 @  
Briefe aus der Schweiz sind bekannt wegen ihrer schönen Frankaturen, zumindest im Regelfall. Ich freue mich im Gegensatz dazu über einen Freistempel auf einem Firmenbrief. Denn sie sind relativ selten auf Destinationen in die Tschechoslowakei.



Am 20.04.1936 wurde von der Transport A.-G. In Basel ein Brief zu den Kollegen des Spediteur – Verein in Prag aufgegeben. Das Porto wurde freigemacht mit einem Freistempel zu 70 Rappen der schweizerischen Post.

Fast sensationell die Beförderungszeit des Briefes. Um 12 Uhr in Basel aufgegeben, war er bereits 4 Stunden später am Flughafen in Prag angekommen. Wie war das möglich ? Nicht auf dem uns bekannten Weg von Basel über Straßburg nach Prag.

Auch wenn mir der Flugplan von 1936 der CSA nicht zur Verfügung steht, die Linie Marseille – Zürich – Prag existiert seit dem 16.05.1935 und somit liefert uns der Flugplan von 1937 den Anhaltspunkt.

Von Basel nach Zürich geht es auf einem Inlandsflug, ab Basel 12.20 Uhr an Zürich 12.45 Uhr auf der Linie 539A. [1] Hier findet der Brief um 13 Uhr die Möglichkeit zum Weiterflug direkt nach Prag und kommt dort um 15.50 Uhr an. [2] Nur so war es möglich, das der Brief um 16 Uhr am Flughafen Prag bereits seinen Empfangsstempel bekam.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3704/cls374-3.jpg
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3704/cls374-4.jpg
 
ChristianSperber Am: 01.11.2020 14:47:23 Gelesen: 10739# 222 @  
@ Detlev0405 [#220]

Hallo Detlev,

die Devisenkontrolle in Griechenland wurde am 20.8.1936 eingeführt. Es wurde Post von und nach Griechenland sowie teilweise Transitpost kontrolliert. Zur Kenntlichmachung der bearbeiteten Post diente der abgebildete Kontrollstempel.

Der gezeigte Stempel bedeutet "Prostasia Ethnikou Nomismatos" = Schutz der nationalen Währung.

Vor ein paar Jahren hatte ich mir das unten erwähnte Büchlein zugelegt, es ist im Wesentlichen eine Aufstellung der bekannten Zensurmerkmale.

Gruß
Christian

[1] G. Rhensius: Devisenkontrolle in Griechenland 1936 bid 1940 und 1948 bis 1951. Berlin, 2006.
 
Detlev0405 Am: 01.11.2020 15:35:31 Gelesen: 10735# 223 @  
@ ChristianSperber [#222]

Hallo Christian,

vielen Dank für Deine Ausführungen. Damit hast Du bestimmt nicht nur bei mir eine Wissenslücke geschlossen.

Gruß
Detlev
 
Detlev0405 Am: 08.11.2020 11:21:44 Gelesen: 10090# 224 @  
Unser heutiger Brief kommt etwas ungewöhnlich daher. Im April 1938 nach Lima geschickt und ohne Absender. Das hatte wohl seinen Grund, wenn man sich den Adressaten ansieht. Prof. Theo Buchwald war aus Wien emigriert vor der braunen Diktatur [1][2] auch in seinem Land und ihm Post zu schicken aus der Tschechoslowakei war auch da nicht ganz ungefährlich.



Am 10.06.1938 um 12 Uhr in Bratislava aufgegeben, wurde er in Prag am Flughafen um 23 Uhr abgefertigt für den Weiterflug. Befördert wurde der Brief ab Bratislava 16.40 Uhr und Ankunft Prag 18 Uhr. [3] So konnte der Brief bereits am 11.06.1938 um 9 Uhr nach Paris auf Reisen geschickt werden, wo er um 13 Uhr eintraf. [4]

Unser Brief hatte Glück, der 11.06. war ein Samstag und konnte somit ab Paris am 12.06. auf die Südamerika Linie geflogen werden. Leider lässt sich das Datum vom Stempel in Le Bourget nicht eindeutig entziffern. Unser Brief traf somit am 16.06.1938 in Santiago de Chile ein. [5]

Die Etappe von Santiago de Chile nach Lima habe ich bereits im Beitrag [#213] beschrieben. So kam der Brief am 22.06.1938 an.

Der Brief ist mit 17.50 Kc Porto gerecht frankiert – Brief Porto ab 01.03.1937 2,50 Kc und Luftpost Porto ab 01.06.1938 nach Peru 15 Kc/5g .

Gruß
Detlev

[1] http://bmlo.de/b1028
[2] https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_B/Buchwald_Theo.xml
[3] http://www.timetableimages.com/ttimages/ok/ok38/ok38-6.jpg
[4] http://www.timetableimages.com/ttimages/ok/ok38/ok38-5.jpg
[5] http://www.timetableimages.com/ttimages/af/af3803/af383-19.jpg
 
Detlev0405 Am: 15.11.2020 06:29:22 Gelesen: 9377# 225 @  
Heute gibt es wieder Post von unserem Kpt. Hucl aus Reichenberg. Und wieder versteht er es, aus einem normalen Erstflugbeleg etwas besonderes zu gestalten.



Am 15.05.1931 wurde der Erstflug auf der Strecke Karlsbad – Marienbad – Prag und retour durchgeführt. Verantwortlich für diese Streckenführung war die CSA. Aufgegeben wurde die Karte am 13.05.1931 beim Postamt Karlsbad 1 Kennbuchstabe 7c (alter Typ). Einsatz des Stempels ab 1920, wie lange ist unbekannt. [1]

Am 15.01.1931 wurde dann der Erstflugstempel in Karlsbad für diesen Flug abgeschlagen. Das geschah früh um 6 Uhr (unten links).

Die Besonderheit eines Hucl Beleges kam dann in Prag. Er bekam beide Ankunftsstempel von Prag auf seinen Beleg. Einmal von Prag 7 und zum anderen von Prag 82. (oben links nebeneinander) Nicht genug – auch die Gebührenmarke für das Postlagernd wurde am Postamt des Flughafens Prag 82 abgestempelt.

Registriert ist der Erstflug bei Horka unter der Nummer 93b. [2]

Gruß
Detlev

[1] Monografie tschechoslowakischer Briefmarken, Prag 1988, Band 17 Teil I, Seite 283, Nummer 947
[2] Horka, Seite 135, Nummer 93b
 
Detlev0405 Am: 22.11.2020 06:35:16 Gelesen: 8870# 226 @  
Es gibt Momente im Sammlerleben, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Jahrelang gesucht und plötzlich steht er vor einem – der lang gesuchte Brief, den man unbedingt haben wollte. So ging es mir bei einem Luftpostbrief aus Kanada mit Ankunftsstempel in Prag.



Unser Brief wurde am 14.05.1934 in Vancouver / Kanada aufgegeben. Die Stadt liegt an der Westküste Kanadas und musste also den ganzen Kontinent überqueren, ehe es per Schiffspost nach Europa gehen konnte.

Kanada selbst verfügte zu dem Zeitpunkt nicht über das Streckennetz von West nach Ost und so nahm der Brief seinen Weg über die USA. Eine Karte aus dem Jahr 1936 verdeutlicht den Weg durch die USA.



Quelle [1] Pennsylvania Airlines 1936

Demzufolge ging die Flugroute von Vancouver – Seattle -Portland zum Drehkreuz Salt Lake. Von hier aus geht es weiter nach Cleveland, um umgeladen zu werden auf die Strecke nach New York. [2] Der hier gezeigte Flugplan von 1936 ist ein update des Planes von 1934.

Von New York ging es per Dampfer nach Frankreich, entweder Cherbourg oder Le Havre. Beide Städte verfügten 1934 noch nicht über Flughäfen, so das die Zustellung nach Paris per Bahn erfolgte. Am 24.05.1934 wurde der Brief um 18.30 Uhr für die weitere Luftpost in Paris aufbereitet. Doch anstatt am nächsten Morgen ab 6.30 Uhr auf die Reise mit dem Flugzeug nach Prag geschickt zu werden, ist er wohl per Bahn nach Strasbourg weiter befördert worden. So kommt es auch zu dem Stempel von Strasbourg am 25.05.34 um 5 Uhr. Und dort verladen ins Flugzeug erreichte er planmäßig Prag um 11.25 Uhr, bestätigt durch den Flughafen Stempel um 12 Uhr. [3]

Neben dem etwas verwirrenden Weg des Briefes in Frankreich tut sich noch eine zweite Frage auf. Warum gibt es keinen einzigen Transitstempel auf dem Weg durch die USA ? Ich gehe davon aus, das die Post nach Europa von Vancouver als selbstständiger Postsack auf Reisen ging und erst in Paris geöffnet wurde, um von dort aus in ganz Europa zugestellt zu werden.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/pal/pal3605/pal365-1.jpg
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/pal/pal3605/pal365-2.jpg
[3] http://www.timetableimages.com/ttimages/af/af3405/af345-10.jpg
 
Detlev0405 Am: 29.11.2020 07:54:32 Gelesen: 8282# 227 @  
Der heutige Brief kommt von einem heute sehr beliebten Urlaubsziel – der Insel Krk in Kroatien.



Aufgegeben wurde der Brief in Malinska am 12.08.1935. Von dort aus ging es auf dem Landweg nach Zagreb, etwa 120 km nordöstlich der Insel Krk. Die Flugpost Abfertigung erfolgte am Postamt Zagreb 1 um 9 Uhr.

Der Brief profitierte von der am 02.07.1930 eröffneten Linie (Susak) – Zagreb – Bratislava – (Praha). So wurde er um 14.15 Uhr auf Reisen geschickt und war um 15.50 Uhr bereits am Flughafen Bratislava. [1]

Das bestätigt uns auch der Ankunftsstempel in Bratislava am Telegrafenamt um 18 Uhr. Briefe, die nicht über den Flughafen Prag geleitet wurden und aus dem Ausland kamen, sind sehr selten zu finden.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3504/cls354-4.jpg
 
Detlev0405 Am: 06.12.2020 04:41:35 Gelesen: 7440# 228 @  
Offensichtlich als privater Brief aufgegeben, wurde der folgende Brief aus Mexico – City durch einen Zusatzstempel zu etwas besonderem.



Unser Brief wurde in Mexico – City am 19.05.1931 aufgegeben und versehen mit einem Sonderstempel der Luftfahrtausstellung für Handel und Industrie in Mexico 1931. Damit stach er schon besonders aus der täglichen Post hervor. Frankiert wurde der Brief mit der Mi.Nr. 607 + 638.

Seine Beförderung erfuhr der Brief im Prinzip in drei Etappen. Die erste Etappe ging von Mexico – City über Venezuela nach Natal in Brasilien. Durchgeführt wurde diese Etappe von der Pan American Airways System. [1]

In Natal wurde der Brief umgeladen auf die Südamerika Linie der französischen Luftfahrtgesellschaft Compagnie Generale Aeropostale. [2] Eine ausführliche Beschreibung der Teilstrecke von „saintex“ in seinem Beitrag [#20] in diesem Thread.

So kam der Brief am Pariser Flughafen am 27.05.1931 an. Am gleichen Tag konnte der Brief dann seinen Bestimmungsort Prag erreichen. [3] Die Villa Oluska kann man heute noch sehen. [4]

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/pa/pa3012/pa3012-2.jpg
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/complete/aerop/aerop-5.jpg
[3] http://www.timetableimages.com/i-bc/cidna31i.jpg
[4] https://cs.wikipedia.org/wiki/Soubor:Vila_Olu%C5%A1ka02.jpg
 
Detlev0405 Am: 13.12.2020 08:05:37 Gelesen: 6910# 229 @  
Unser heutiger Beitrag schließt unmittelbar an den Beitrag [#227] an. Post aus dem gleichen Land – dem Königreich Jugoslawien – aber zwei völlig verschiedene Destinationen. Der erste Brief von Zagreb, unsere heutiger von Belgrad. Innerhalb des Landes ein Unterschied von etwa 400 km.



Unser heutiger Brief wurde im Urlaubsort Dubrovnik am 25.05.1937 aufgegeben. 300 km ging es nun nördlich nach Belgrad, der damaligen Hauptstadt. Entweder auf dem Landweg oder wie im Flugplan 1938 der Aeroput im Inlandsverkehr per Flugzeug. [1] Da die Linie aber erst im Juni beflogen wurde, wohl eher auf dem Landweg. Von 1937 liegt kein Flugplan vor.

In Belgrad hatte der Brief Anschluss an die internationalen Linien. Es ging von Belgrad über Budapest nach Wien und von dort aus nach Prag, wo er am 27.05.1937 ankam gegen 13 Uhr. [2] Um 19 Uhr war der Brief dann in Piestany, seinem Bestimmungsort.

Im Gegensatz zum Brief aus dem Beitrag [#227], der durch die CLS befördert wurde, ist dieser Brief auf einer Strecke der Air France geflogen.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/aeroputi.htm
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3704/cls374-4.jpg
 
Detlev0405 Am: 20.12.2020 07:31:25 Gelesen: 6308# 230 @  
Unser heutiger Beleg zeigt sehr anschaulich, das die Eröffnung von bestimmten Streckenführungen nicht nur einem Selbstzweck dient, sondern einen praktischen Nutzen für die Bedarfspost hat.



Am 15.05.1935 wurde durch die CLS die Strecke Prag – München – Zürich – Genf – Marseille eröffnet. Auf dieser Strecke wurde auch der Brief vom 05.03.1938 in Prag abgesandt, um in Marseille am 06.03.1938 anzukommen. [1] Hier wurde der Brief umgeladen auf eine Air France Strecke direkt nach Casablanca. Von Marseille ging es über Barcelona nach Alicante und Tanger, um in Casablanca anzukommen. [2]

Der Ankunftsstempel vom 06.03.1938 erscheint realistisch, wenn der Brief den Flug auf der Südamerika Strecke erreicht hat. Mit diesem Flug ist der Brief am gleichen Tag auf der Strecke Marseille – Casablanca zu befördern. [3] ( siehe rechts außen den Flugplan ). Sowohl Marseille als auch Casablanca haben ihre Spuren auf der Rückseite des Umschlages hinterlassen.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3710/cls370-8.jpg +
http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3710/cls370-7.jpg
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/complete/af37/af37-4.jpg
[3] http://www.timetableimages.com/ttimages/complete/af37/af37-6.jpg
 
Detlev0405 Am: 27.12.2020 09:40:28 Gelesen: 5851# 231 @  
Post nach Deutschland aus der Tschechoslowakei ist eigentlich sehr viel vertreten. Besonders Destinationen zu großen Flughäfen gibt es reichlich, weswegen so manche Preisvorstellung auf verschiedenen Plattformen einem ernsthaften Sammler nur ein Schmunzeln hervorrufen. Spannender wird es bei Destinationen nach Deutschland, die abseits der großen Routen liegen, wie unser heutiger Brief.



Am 07.08.1934 wurde der Brief in Rosenthal I aufgegeben. Zu dieser Zeit gehörte der Ort zum Gerichtsbezirk Reichenberg, heute ist das ein Stadtteil von Reichenberg / Liberec. Per Einschreiben wurde der Brief auf dem Landweg nach Prag zum Flughafen gesandt, was der vorderseitige Empfangsstempel um 7 Uhr bestätigt. Danach erfolgte die Abfertigung zum Flug – siehe rückseitiger Stempel um 9 Uhr. Um 11.25 Uhr ging der Brief auf Reisen nach Halle/Leipzig mit der CSL, wo er um 13.00 Uhr ankam. Hier wurde er umgeladen auf eine regionale Verbindung der DLH nach Erfurt. Abflug 16.45 Uhr – Ankunft 17.25 Uhr. [1] Bestätigt wurde die Ankunft in Erfurt mit dem Stempel Mi.Nr. F 32)03. Auf dem Landweg ist der Brief dann nach Mühlhausen befördert worden, was auch der Ankunftsstempel um 23 – 24 Uhr bestätigt.

Das Porto könnte mit 5,50 Kc stimmen – 2,50 Kc für den Brief und 3 Kc für bis zu 60g Luftpost ab dem 05.06.1930. Dabei wurde aber übersehen, das in der Periode bis zum 28.02.1937 für Deutschland ein Sondertarif von 2 Kc für einen Brief galt.

Es ist davon auszugehen, das es ein Doppelbrief war (40 g). Luftpost also 2 Kc, normaler Brief 2 Kc und Zuschlag für den Doppelbrief noch einmal 1.20 Kc. Gesamtes Porto also 5,20 Kc und somit um 30 Heller über frankiert.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3405/cls345-4.jpg
 
Detlev0405 Am: 03.01.2021 07:50:59 Gelesen: 5381# 232 @  
Der heutige Brief sollte eigentlich keinen Eingang in meine Sammlung finden, doch ein glücklicher Umstand verhalf ihm dazu. Ursprünglich von Südafrika nach England geschickt, musste er weitergeleitet werden in die Tschechoslowakei.



Am 20.08.1935 wurde unser Brief per Luftpost in Johannesburg aufgegeben. Frankiert wurde der Brief mit einer Mi.Nr. 87. Ich gehe davon aus, das für den am darauf folgenden Tag, Mittwoch den 21.08., die Zeit zu kurz war, um noch als Luftpost befördert zu werden. Somit ging er am 24.08.1935 auf die lange Reise, um am 02.09.1935 in London einzutreffen. Das stimmt dann auch mit den angebrachten Stempeln in Johannesburg und London überein. [1]

Dabei ging es quer über Afrika und Europa – konkret Johannesburg – Nairobi – Khartum – Kairo - Athen – Paris – London. [2]

Pech für den Brief, der Adressat war in London schon abgereist und zwar nach Brno. So wurde er vom Cumberland Hotel in London weiter geleitet in die Tschechoslowakei. Der Weiterflug sollte am 06.09.1935 erfolgt sein und zwar auf der Strecke London – Rotterdam – Essen – Halle/Leipzig – Prag. [3] [4]

Am 07.09.1935 um 7 Uhr wurde der Brief am Flughafen Prag abgefertigt. Von Prag ab 7 Uhr erreichte der Brief gegen 8 Uhr Brno. [5] Auch auf der Vorderseite wird die letzte Etappe durch den violetten Ankunftsstempel von Brno bestätigt.

Die Strecke London – Brno wurde durch die CLS bedient, während bis London die Imperial Airways den Brief beförderte.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/iaw/iaw3501f/iaw351-5.jpg
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/complete/iaw35afr/iaw35f-3.jpg
[3] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3504/cls354-1.jpg
[4] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3504/cls354-4.jpg
[5] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3504/cls354-4.jpg
 
Detlev0405 Am: 10.01.2021 14:07:37 Gelesen: 4833# 233 @  
Unsere heutige Karte ist außergewöhnlich und wahrscheinlich ein Unikum. Sie wurde von einem Urlauber abgeschickt und sogar zweimal postalisch behandelt. Aber der Reihe nach.



Am 25.05.1931 gibt ein Urlauber eine Grußkarte nach Breslau auf, in der er sowohl sein Hotel benennt als auch seine gute Ankunft. Ordnungsgemäß wird die Karte nach Deutschland mit 1.50 Kc frankiert und am 26.05.1931 in Janske Lazne aufgegeben. Irgendjemandem fiel auf, das die Karte noch 1 Kc benötigte, um als Luftpost befördert werden zu können. Also wurde nach frankiert und am 28.05.1931 noch einmal gestempelt. So kam es dazu, das auf der gleichen Karte zwei verschiedene Stempeltypen abgeschlagen wurden.

Bei der Suche nach der Beförderung der Karte bin ich auf eine Besonderheit 1931 gestoßen. Die Strecke von Janske Lazne nach Breslau ist genauso lang wie nach Prag. Also wäre eine Beförderung auf dem Landweg nach Prag und von dort per Flugpost nach Breslau ein Schelmenstreich. Deshalb finden wir auch keinen Beförderungsstempel vom Prager Flughafen. Viel näher liegt der Flughafen Hirschberg (heute Jelenia Gora), nämlich etwa 40 km. Also auf dem Landweg nach Hirschberg und von dort mit dem Flugzeug nach Breslau. [1] Das eine Beförderung per Flugpost erfolgte, zeigt der Ankunftsstempel von Breslau.

Luftpostaufgabe Stempel von Hirschberg sind laut Michel Spezialkatalog nicht bekannt, im Gegensatz dazu Ankunftsstempel.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/dlh/dlh3105/dlh315-4.jpg
 
Detlev0405 Am: 17.01.2021 09:34:53 Gelesen: 4303# 234 @  
Briefe aus Afrika in die Tschechoslowakei haben in der Regel zwei wesentliche Fluglinien, die diese befördern. Einmal die Air France und deren Vorgänger und zum zweiten die Imperial Airways. Geschuldet ist das der kolonialen Geschichte beider Staaten auf diesem Kontinent.



Unser heutiger Brief kommt aus Algerien und wurde in Oran am 09.08.1937 um 11.15 Uhr aufgegeben. Dabei ist es interessant, sich die Karte der Flugpostverbindungen der Air France für diese Region anzusehen. [1] Eine Möglichkeit ist die Beförderung auf einer Inland Strecke von Oran nach Algier und dann über Marseille nach Paris. [2]

Ich favorisiere aber die Verbindung direkt von Oran über Alicante, Barcelona, Toulouse nach Paris. [3] Dafür spricht auch ein fehlender Durchgangsstempel in Algier. Da der Brief die Air France bis Prag nicht verlässt, finden wir in Paris auch keinen Durchgangsstempel.

Trotzdem können wir bestimmen, das der Brief in Paris am 12.08.1937 um 6.25 Uhr abgeflogen ist, um gegen 11.40 Uhr in Prag einzutreffen. Das deckt sich dann auch mit dem vorderseitigen Ankunftsstempel von Prag um 12 Uhr. [4]

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/af/af37p/af37p-04.jpg
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/af/af37p/af37p-06.jpg
[3] http://www.timetableimages.com/ttimages/af/af37p/af37p-08.jpg
[4] http://www.timetableimages.com/ttimages/af/af37p/af37p-06.jpg
 
Detlev0405 Am: 24.01.2021 09:30:37 Gelesen: 3797# 235 @  
Inlandsbriefe bereiten manchmal mehr Kopfschmerzen als die kompliziertesten Flugverbindungen aus aller Welt in die Tschechoslowakei. So geht es mir auch mit unserem heutigen Brief.



Der Brief wurde in Bratislava am 02.04.1938 aufgegeben und ging nach Prag. Leider ist der Stempel von Bratislava genau an der Stelle schwach abgeschlagen, wo die Uhrzeit steht. Ich gehe davon aus, das es 19 Uhr sein soll. Wichtig ist der violette Rahmenstempel von Bratislava, der eindeutig die Luftpostaufgabe bestätigt. [1]

Im Gegensatz zu dem Beleg im Beitrag [#83] haben wir hier auch einen Ankunftsstempel vom Prager Flughafen. Aber genau er ist es, der die Kopfschmerzen bereitet. Laut Flugplan 1938 gab es für den Brief nur eine Flugverbindung – ab Bratislava am 03.04. 06.50 Uhr und Ankunft in Prag um 08.50 Uhr mit Zwischenstation in Brno. [2] Von Prag nach Nove Mesto wurde der Brief auf dem Landweg befördert.

Ich gehe davon aus, das der Postbeamte am Prager Flughafen vergessen hatte, den Stempel eine Stunde vorzudatieren.

Gruß
Detlev

[1] Horka Seite 188 , RV 15
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/complete/cls38/cls38-08.jpg
 
Detlev0405 Am: 31.01.2021 07:56:02 Gelesen: 3331# 236 @  
Kombinationen von Inland und Auslandsetappen bei einem Flug sind immer eine interessante Verbindung auch bei tschechoslowakischen Flügen.



Unser heutiger Brief wurde am 06.05.1932 in Brno aufgegeben und sollte nach Zürich gehen. Die Uhrzeit des Tagesstempels von Brno ist schwer zu entziffern, ich gehe von 8 Uhr aus. Damit konnte der Flug nach Prag um 10.45 Uhr starten, um in Prag gegen 12.10 Uhr anzukommen. [1] Auf der Rückseite befindet sich der Bestätigungsstempel vom Prager Flughafen.

Trotz des Leitvermerkes über Wien wurde der Brief am 07.05.1932 um 10 Uhr in Richtung München abgefertigt, wo er um 12.35 Uhr eintraf. Um 12.50 Uhr konnte es von München weiter gehen nach Zürich und traf dort um 14.40 Uhr ein. [2[ [3] Der Ankunftsstempel vom Flugplatz Zürich um 16 Uhr bestätigt die Destination des Fluges.

Gruß
Detlev

[1] https://www.timetableimages.com/i-or/ok32a.jpg
[2] https://www.timetableimages.com/ttimages/dlh/dlh3205/dlh325-1.jpg
[3] https://www.timetableimages.com/ttimages/dlh/dlh3205/dlh325-2.jpg
 
Detlev0405 Am: 07.02.2021 07:19:11 Gelesen: 2605# 237 @  
Unser heutiger Beitrag schließt unmittelbar an den Beitrag [#93] an und schließt den Bereich Schweden gleichzeitig ab. Es ist schon interessant, wie sich von 1930 bis 1938 die Verbindungen in die Tschechoslowakei entwickelt haben.



Der erste Brief wurde am 30.09.1930 in Göteborg abgeschickt. Das komplizierte an diesem Brief – der Stempel vom Flughafen Leipzig war in die Beförderungsroute unterzubringen. Und es gab keine Standardbeförderung. Um 12 – 1 Uhr aufgegeben, wurde der Brief mit dem neu eingerichteten Nachtflugverkehr um 20.05 Uhr abgeschickt und traf um 6 Uhr in Berlin ein. [1] Der Flug wurde durch die schwedische Luftfahrtgesellschaft AB Aerotransport durchgeführt. Der Flugplan von 1930 stand mir nicht zur Verfügung, so das ich die Flugverbindung an Hand von 1932 zeige.

Nun kommt es zu einem Unikum. Anstatt um 08.50 Uhr von Berlin nach Prag zu gehen und dort um 11.20 Uhr einzutreffen, landete der Brief im falschen Postsack. So geht es um 08.30 Uhr in Richtung Leipzig und von dort um 12.15 Uhr nach Prag, wo er dann um 14.30 Uhr eintraf. [2] Das deckt sich dann auch mit dem Ankunftsstempel um 17 Uhr in Prag. Der Durchgangsstempel von Leipzig auf der Destination Göteborg – Prag wird wohl eher selten anzutreffen sein.



Diese Karte kommt aus dem tiefsten Schweden im Nordwesten und wurde wohl auf dem Landweg nach Stockholm gebracht. Dort ging es auf dem Weg der Luftpost nach Berlin, was uns auch der rote Bestätigungsstempel vom Berliner Luftpostamt dokumentiert. Auf dem Landweg wird sie schlussendlich an den Bestimmungsort in die Tschechoslowakei gebracht. Die Karte dokumentiert einen der gängigen Transportwege für Post aus Schweden.



Unser letzter Brief von 1938 zeigt sehr deutlich die weitere Entwicklung der Luftfahrt innerhalb weniger Jahre an Hand der Verbindung zwischen Schweden und der Tschechoslowakei. Am 27.10.1938 in Stockholm aufgegeben, hatte der Brief die Möglichkeit sowohl am 28. als auch am 29.10. auf Reisen zu gehen. Abflug in Stockholm 09.25 Uhr und Ankunft in Berlin um 13.10 Uhr. Von hier aus ging es dann weiter um 14.50 Uhr, um in Prag um 16.50 Uhr einzutreffen. [3] Da der Ankunftsstempel in Prag am 30.10.1938 um 8 Uhr aufzeigt, gehe ich davon aus, das der Flug am 29.10. statt fand.

Gruß
Detlev

[1] https://www.timetableimages.com/ttimages/ab1/ab3205/ab32-08.jpg
[2] https://www.timetableimages.com/ttimages/dlh/dlh3005/dlh305-3.jpg
[3] https://www.timetableimages.com/ttimages/complete/dlh38b/dlh38-6.jpg
 
Detlev0405 Am: 10.02.2021 08:03:35 Gelesen: 2142# 238 @  
@ Detlev0405 [#69]

Der tschechische Sammlerfreund Miloslav Stepanek hat sich die Mühe gemacht und die Bleistift Notiz auf der Vorderseite des Briefes im Beitrag [#69] zu entziffern und zu übersetzen. Sie lautet:

„Odesláno cestou obyèejnou, ježto letecký provoz via tuzemský let ??? v zimní dobì ????

Übersetzt heißt es: Verschickt auf gewöhnlichem Wege, da der Flugverkehr via Inlandsflug ??während der Winterzeit ??? (Am Schluss Namenskürzel)“

Ich bedanke mich bei Herrn Stepanek ausdrücklich, zumal diese Bemerkung Konsequenzen hat.

Wenn ich das nun richtig interpretiere, ist dort einer in philatelistischen Kreisen bekannter Persönlichkeit ein Zweifel aufgekommen, ob zu dieser Zeit am 24.12.1936 Luftpostbeförderungen vorgenommen wurden.

Ich habe zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Möglichkeit gehabt, auf die Flugpläne zuzugreifen. Die Möglichkeit hat mir Wolfgang Rotter erst später eröffnet.

Ja es ist diskussionswürdig diese Randnotiz. Ich will auch begründen warum. Es gibt tatsächlich zwei Fakten, die sich inhaltlich widersprechen. Zuerst das Standardwerk von Horka. Für ihn sind die Flüge zum 30.10. eingestellt worden. Obwohl wir es mit internationalen Trassen zu tun haben, sowohl über Ushgorod nach Moskau als auch nach Bukarest.

Weiterhin wären die Flugpläne der CSA/CLS zu beachten. Von 1936 liegt mir leider keiner vor. Also greife ich auf den am 04.04.1937 erschienen Flugplan zurück.

Ich denke es ist unstrittig, dass es sich hier um einen Bedarfsbrief handelt. Der 24.12. war ein Donnerstag. Die Linie nach Ushgorod wurde nach dem Flugplan am Dienstag, Donnerstag und Samstag bedient. Aufgegeben am Flughafen gegen 12 Uhr hatte der Brief die Möglichkeit, um 12.15 Uhr nach Ushgorod zu fliegen, wo er dann um 14.45 Uhr eintraf. [1]

Im Kopf des Flugplanes gibt es Einschränkungen des Flugplanes zeitlich gesehen bis zum 02.10. . [2]

Demgegenüber steht die Abfertigung des Briefes am Flughafen in Prag mit entsprechendem Stempel. Das hätte ja wohl mit dem Hinweis, dass der Flugverkehr eingestellt wurde, mit einem entsprechenden Vermerk der Post dem normalen Postweg zugeleitet werden müssen. Und das Label für Flugpost durchgestrichen. Zumindest erklärt das den fehlenden Stempel von Ushgorod.

Wie war der Brief dann über 750 km Entfernung innerhalb so kurzer Zeit zu den Feiertagen zustellbar ? Der Brief hatte genau 24 Stunden Zeit, am Zielort anzukommen.

Gruß
Detlev

[1] https://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3704/cls374-4.jpg
[2] https://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3704/cls374-1.jpg
 
Detlev0405 Am: 14.02.2021 12:39:03 Gelesen: 1634# 239 @  
Heute kann ich an den Beitrag [#232] anschließen und einen Brief vorstellen, der direkt von Südafrika in die Tschechoslowakei ging.



Am 01.06.1937 wurde der Brief in Johannesburg aufgegeben. Schön frankiert mit einem waagerechten Paar der Mi.Nr. 109/110 und einem beeindruckenden Einschreibstempel von Johannesburg – Rissikstr.

Der Tagesstempel von Johannesburg ist ebenfalls mit der Rissikstr. ausgewiesen und die Uhrzeit auf 12.45 Uhr angezeigt.

Mit der Imperial Airways ging der Brief am 02.06., einem Mittwoch, von Johannesburg um 6 Uhr auf die Reise. Am Donnerstag in der folgenden Woche traf der Brief in Athen ein. Es war der 08.06.1937, wie auf dem Ankunftsstempel aus Athen auf der Rückseite ausgewiesen. [1]

Da der Brief in Athen um 3 Uhr Morgens abgefertigt wurde, konnte er um 5.50 Uhr auf die Reise geschickt werden. Um 8.40 war er bereits in Sofia , in Belgrad um 9.30 Uhr und in Budapest 11.20 Uhr. Von hier aus ging es aber erst am nächsten Tag um 12.05 Uhr mit der CLS Verbindung von Budapest über Wien nach Prag weiter, wo der Brief um 18.35 Uhr eintraf. [2] Der Stempel der Auslandspost Stelle, der hier auch als Flugpostbestätigungsstempel fungiert, bestätigt das um 21 Uhr. Von hier aus wurde der Brief auf dem Landweg nach Prostejov zugestellt.

Gruß
Detlev

[1] https://www.timetableimages.com/ttimages/iaw/iaw36f/iaw36f-2.jpg
[2] https://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3704/cls374-4.jpg
 
Detlev0405 Am: 21.02.2021 06:16:31 Gelesen: 887# 240 @  
Unser heutiger Beitrag schließt an den Beitrag [#193] an. Es ist Post aus Piestany, die auf dem Weg der Luftpost über Prag nach Straßburg gelaufen ist. Somit fand sich doch noch ein Brief, der direkt von Piestany per Luftpost verschickt wurde.



Am 15.08.1938 um 13 Uhr aufgegeben, erreichte der Brief die Maschine um 13.20 Uhr nach Prag, wo er um 14.40 Uhr eintraf. Bestätigt auf der Rückseite mit entsprechendem Stempel vom Prager Flughafen. [1] Weiter ging es erst am nächsten Tag um 13 Uhr von Prag. In Straßburg traf der Brief dann um 15.05 Uhr ein. Bestätigt wird das durch einen Stempel von Straßburg um 15.45 Uhr. [2]

Das interessanteste an dem Brief ist aber das Porto. Der Brief kostet 2,50 Kc, daran hat sich nichts geändert. Womit der Postbeamte nicht zurecht kam, war das Luftpost Porto. Seit dem 02.05.1933 galt ein Tarif von 1 Kc für die Luftpost nach Frankreich, somit wäre er richtig frankiert. Ab dem 16.05.1938 gab es nach Frankreich kein gesondertes Luftpost Porto. [3] Somit war der Brief um 1 Kc über frankiert.

Gruß
Detlev

[1] https://www.timetableimages.com/ttimages/complete/cls38/cls38-08.jpg
[2] https://www.timetableimages.com/ttimages/complete/cls38/cls38-07.jpg
[3] Horka Tabelle 48 Seite 194
 
Detlev0405 Am: 28.02.2021 05:51:42 Gelesen: 460# 241 @  
Auf meinen heutigen Beleg habe ich etwas neidisch geschaut. Nein nicht wegen der Destination, sondern wegen der Beförderungsgeschwindigkeit. Während ich bei meiner Post aus Deutschland 3 -5 Tage warte, hat diese Karte den Weg von Kutna Hora nach Algier in 48 Stunden geschafft.



Am 20.12.1937 In Kutna Hora aufgegeben, wurde die Karte auf dem Landweg nach Prag befördert. Hier wurde sie am Flughafen in Prag bearbeitet. Leider weist der Flughafenstempel keine Uhrzeit auf. Von hier aus ging es um 09.40 Uhr auf den Weg nach Marseille, wo die Karte um 15.20 Uhr eintraf. [1] [2] Auf der Strecke wurde sie mit der CLS befördert.

In Marseille angekommen, wurde umgeladen. Ab hier übernahm die Air France die weitere Beförderung. Am 22.12.1937 ging es um 07.45 Uhr ab Marseille und kam in Algier um 13.30 Uhr an. [3] Der Stempel von Algier um 15 Uhr bestätigt die Ankunft.

Die Karte ist Porto gerecht frankiert, für die Karte 1.50 Kc und die Luftpostbeförderung nach Algerien ab dem 01.06.1937 2 Kc.

Über das A zwischen den Stempeln bin ich mir nicht im Klaren, möglicher Weise ein Richtungsstempel am Flughafen Marseille für Algerien (Hypothese).

Gruß
Detlev

[1] https://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3710/cls370-6.jpg
[2] https://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3710/cls370-7.jpg
[3] https://www.timetableimages.com/ttimages/complete/af37/af37-6.jpg
 
DERMZ Am: 28.02.2021 06:57:33 Gelesen: 452# 242 @  
@ Detlev0405 [#241]

Guten Morgen Detlev,

wenn ich es mal sagen darf, einfach nur toll, was Du alles in diesem Thema zeigen kannst. Respekt!! Ich lese immer gerne mit.

Beste Grüße Olaf
 
Detlev0405 Am: 28.02.2021 14:56:01 Gelesen: 408# 243 @  
@ DERMZ [#242]

Hallo Olaf,

danke für Deine Worte, eine kleine Anerkennung neben der Aufnahme dieses Threads in die Forschungsberichte der ARGE Tschechoslowakei. Ich schaue mir auch regelmäßig die Beiträge zu den Flugzeugtypen an, dort bekomme ich auch wertvolle Hinweise für mich.

Geste Grüße Detlev
 

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