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Thema: Tschechoslowakei Luftpost 1919 bis 1938
Das Thema hat 283 Beiträge:
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ChristianSperber Am: 23.05.2021 13:48:31 Gelesen: 15690# 259 @  
@ Detlev0405 [#258]

Detlev, vielen Dank für das Zeigen dieses hochinteressanten Beleges!
@Wolfgang, vielen Dank für die umfassenden Erläuterungen!

Ich kann dem nichts hinzufügen, außer dass ich mir einen Luftpostzuschlag von 4,10 Afg. auch nicht erklären kann. Aus 1935 habe ich verschiedene Belege in andere europäische Länder mit einem Luftpostzuschlag von 2,40 Afg (je 1/2 Unze oder 5 g ??), die aber wohl mit Imperial Airways befördert worden sind. Dass Dein Brief explizit mit KLM befördert werden sollte, halte ich auch für eine Besonderheit.

Zum Thema passend kann ich mit einem Luftposteinschreiben der 1. Gewichtstufe aus 1938 nach Prag dienen:



Aufgabestempel Kabul 19.11.1938
Durchgangsstempel Athen 25.11.11938
demnach Beförderung mit Imperial Aiways SW 44 (Corinna), ab Karachi 23.11., an Athen 25.11.
Vorderseitig ein Stempel der griechischen Devisenkontrolle
Ankunftstempel Prag vom 29.11. und 30.11.1938

Die Frankatur von 2,65 Afg ergibt sich wie folgt:
Brief 75 Pul
Einschreiben 75 Pul
Luftpostzuschlag 1,15 Afg
Dies bestätigt die oben zitierten Angaben von Proud.

An denselben Empfänger habe ich auch einen Brief der 5. Gewichtstufe aus dem Jabuar 1939.

Gruß
Christian

[1] Proud: Intercontinental Airmails Vol. II, S. 417 (Flugdaten) und S. 601 (Porto)
 
Detlev0405 Am: 24.05.2021 18:39:28 Gelesen: 15572# 260 @  
@ ChristianSperber [#259]

Hallo Christian,

vielen Dank für Deinen Beleg und seine Vorstellung. Damit haben wir auf einer schon sehr seltenen Destination aus Asien beide großen Luftfahrtgesellschaften aus der Zeit bis 1938 in die Tschechoslowakei - die KLM und die Imperials Airways - vertreten.

Der Prager Stempel vom 29.11.1938 von der Auslandsstelle am Prager Flughafen gegen 17 Uhr gibt mir die Gewissheit, das auch Dein Brief von Athen nach Prag auf dem Landweg befördert wurde.

Gruß
Detlev
 
Detlev0405 Am: 30.05.2021 06:47:04 Gelesen: 15079# 261 @  
Mein heutiger Brief besticht durch die Nachweise aller Etappen der Beförderung mit den notwendigen Stempeln und der Destination, auch wenn es nur Post nach Deutschland ist. Leider ist der Brief unten gelocht, was aber der Gesamtaussage der Beförderung keinen Abbruch tun sollte.



Aufgegeben wurde unser Brief in Bratislava am 02.10.1929 um 9 Uhr. Neben dem Tagesstempel sehen wir am Kopf des Briefes den Luftpostaufgabestempel von Bratislava ohne Rahmen, bis 1930 im Dienst. [1] Er wurde in 4 Farben genutzt. So konnte der Brief mit der CSA in Bratislava um 13.30 Uhr abgehen, um gegen 16 Uhr in Prag einzutreffen. [2]

Am nächsten Morgen, den 03.10.1929, wurde der Brief um 9 Uhr am Flughafen in Prag abgefertigt. Um 9 Uhr ging es von Prag mit der CIDNA nach Nürnberg und traf dort gegen 11.30 Uhr ein. [3] Der Empfangsstempel auf der Vorderseite bestätigt den Eingang. [4]

Der auf der Rückseite angebrachte Tagesstempel vom Nürnberger Flughafen verweist darauf, das es keine direkte Verbindung zwischen Nürnberg und Stuttgart per Luftpost gab und der Brief per Bahn nach Stuttgart befördert wurde.

Das Porto wurde korrekt geklebt mit 6 Kc – 2,50 Kc für das Auslandsporto, 2,50 für Einschreiben und 1 Kc für die Luftpostgebühr ab dem 21.03.1927.

Gruß
Detlev

[1] Horka, Seite 188, RV14
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/ok/ok2803/ok28-14.jpg
[3] http://www.timetableimages.com/ttimages/cidna27a.htm
[4] Michel Zeppelin- und Flugpost-Spezial-Katalog 2002, Seite 422, F 42)01
 
Detlev0405 Am: 06.06.2021 06:20:37 Gelesen: 14413# 262 @  
Heute gibt es Post aus Afrika und der Hauptakteur ist die Imperial Airways als Fluggesellschaft für den Brieftransfer.



Der Brief wurde am 28.12.1935 in Khartoum aufgegeben, einem Sonnabend. Der Stempel ist ein Luftpoststempel aus Khartoum, wenn er vollständig abgeschlagen wird „Sudan – Air Mail“ und im unteren Halbbogen „Khartoum“. Der Mittelsteg weist das Datum aus.

Am Sonntag ging ein planmäßiger Flug der Imperial Airways um 05.45 Uhr aus Khartoum ab, um über Cairo nach Athen zu fliegen. Dort kam er am 31.12.1935 planmäßig gegen Mittag ein. Das beweist der uns sehr bekannte Bandstempel von Athen auf der Rückseite des Briefes in der bekannten schlechten Qualität. [1]

Von Athen ging der Brief auf dem Landweg nach Prag weiter. Frankiert wurde der Brief mit 2x Sudan Mi.Nr. 60A.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/complete/iaw35afr/iaw35f-4.jpg
 
Detlev0405 Am: 13.06.2021 06:06:22 Gelesen: 13855# 263 @  
Ich möchte heute auf ein Problem aufmerksam machen, das den meisten wohl gar nicht so bewusst wird beim Betrachten tschechoslowakischer Inlandsbelege zur Luftpost. Dazu müssen wir uns die Bestimmungen zur Kennzeichnung von Luftpostbelegen in Erinnerung rufen – verkleben einer Luftpostmarke und eindeutige Kennzeichnung als Luftpost.



Unsere heutige Karte wurde per Luftpost auf der Strecke Prag – Brno befördert. Am 30.06.1927 um 8 Uhr auf dem Prager Flughafen aufgegeben. So konnte sie den Flug um 9 Uhr erreichen, um gegen 10.20 Uhr in Brno anzukommen. Das deckt sich mit dem Ankunftstempel in Brno am gleichen Tag um 12 Uhr. [1] Ordnungsgemäß wurde auch eine Luftpostmarke zu 50 Heller verklebt und der rote Luftpost Beförderungsstempel vom Prager Flughafen angebracht. [2]

Die Besonderheit dieser Karte liegt im Vermerk „Drucksache“ - Tiskopis. Vom 01.01.1922 bis zum 28.02.1937 galt für Drucksachen ein Tarif von 20 Heller / 50g. [3] Der Luftpost Tarif für das Inland betrug ab dem 01.06.1925 für Drucksachen 20 Heller. [4] Somit beträgt das korrekte Porto 40 Heller.

Wir haben aber keine Luftpostmarke zu 40 Heller. Somit musste bei Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen immer die 50 Heller Marke verwendet werden, gleichzeitig eine Überfrankatur vorgenommen werden. Somit gibt es richtig frankierte Drucksachen mit Luftpostbeförderung nur bei Verstoß gegen die rechtlichen Bestimmungen.

Zugegeben eine sehr seltene Konstellation und nicht oft vorkommend. Somit die Auflage einer 40 Heller Luftpostmarke in der 2.Emission nicht gerechtfertigt hat.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/ok/ok2803/ok28-08.jpg
[2] Horka, Seite 183, RV2a
[3] Spezialkatalog für Sammler tschechoslowakischer Briefmarken und Ganzsachen, Prag 1988, Seite 534, Tabelle 6.3.12
[4] Horka, Seite 192, Tabelle 47
 
Detlev0405 Am: 20.06.2021 06:22:25 Gelesen: 13141# 264 @  
Unser heutiger Brief wirft viele Fragen auf – obwohl es doch nur um einen Luftpostbrief von Prag nach Wien geht. Die Strecke, die durch Belege wohl am umfangreichsten während der 1.Republik dokumentiert ist. Und doch – diese Strecke im Jahre 1922 wird weder durch Horka noch durch Mahr ausführlich dokumentiert. Dabei war diese Strecke für die CFRNA das Tor zum Balkan.



Unser Brief ist in Prag am Postamt 1 UB 4a aufgegeben worden. Dieser Stempel wurde an diesem Postamt von 1919 – 1926 verwendet. [1] In Wien wurde der Brief mit dem Flugpoststempel für seine Ankunft bestätigt.

Einen Flugplan der CFRNA aus dem Jahre 1922 gibt es offensichtlich in der Literatur nicht.

Zum Zeitpunkt meiner Veröffentlichung des Beitrages gibt es keine ausführlichen Beiträge zur Luftpost auf der Strecke Prag – Wien durch die CFRNA im Jahr 1922.

Bekannt ist, das die CFRNA die Strecke vom 01.05. - 13.08.22 ohne Luftpostbeförderung flog. [2] Am 14.08. war der erste Postflug nach Wien. [3] Während Horka das unter [3] als Einzelflug darstellt, ist Mahr der Meinung [2], das die Flüge bis zum 21.09. aktiv weiter geführt wurden. Das gleiche findet sich beim Erstflug nach Bukarest am 22.09.1922 . Erst beim Erstflug am 29.10.22 sind beide Quellen der gleichen Meinung – die Flüge wurden bis zum 15.11.22 fortgesetzt. Prag – Wien sind 46 Briefe befördert worden, für die anderen beiden Etappen lediglich nur je 2 Exemplare auf dem Erstflug. Stellt sich die Frage – wie viel Post wurde im täglichen Betrieb tatsächlich befördert. Auch in der französischen Literatur fand ich keine Auskunft zur Menge der beförderten Post.

Zum Porto ist zu sagen, das ich mich hier auch im Bereich der Spekulation befinde. Ab dem 01.01.1922 kostete ein Auslandsbrief 2,50 Kc. Der Luftpostzuschlag nach Wien ab dem 14.08.22 1 Kc je 20g . Frankiert ist der Brief mit 4 Kc anstelle von 3,50 Kc und somit als Sammlerbrief einzustufen, der die am 15.06. ausgegebene 2.Luftpostausgabe mit entsprechendem Brief auf den Weg bringen sollte.

Kann nun der berechtigte Einwand erfolgen, das der Brief unter frankiert ist. Ja und nein. Express kostete zu dieser Zeit allein 5 Kc. Somit fehlen also 4,50 Kc. Wir finden aber von der österreichischen Post keinen Nachporto Vermerk. Und das wohl aus gutem Grund. Zum Erstflug Prag – Wien gab es die Weisung, das die Post mit Express Aufkleber zu versehen ist, ohne ihn mit der entsprechenden Gebühr zu belasten. [4] Offensichtlich ignorierte die österreichische Post nun den Aufkleber, da keine spezielle Behandlung über das Telegrafenamt Wien erfolgte. Wir sind 6 Wochen nach dem Erstflug. (Arbeitshypothese)

Ich würde mich sehr freuen, wenn auch andere Sammler ihre Bedarfsbelege auf dieser Strecke im Jahr 1922 veröffentlichen würden und somit vielleicht mehr Informationen zu dieser wohl doch sehr vernachlässigten Etappe und Zeit zusammen kommen würden.

Gruß
Detlev

[1] Monografie tschechoslowakischer Briefmarken, Prag 1988, Band 17, Teil I, Seite 467 Nr. 1859
[2] Mahr, Seite 108, Tabelle 3. Flugtrasse
[3] Horka, Seite 75, Tabelle 22
[4] Mahr, Seite 104, Abbildung 122
 
Detlev0405 Am: 27.06.2021 06:05:46 Gelesen: 12496# 265 @  
Heute begeben wir uns wieder einmal nach Südamerika. Unsere heutige Post kommt aus Uruguay, konkret aus Montevideo. Der Brief wurde von Montevideo bis Prag ausschließlich mit französischen Luftfahrtgesellschaften befördert.



Als erstes fällt ein ausgefallener R – Zettel von Montevideo auf. Auf der einen Seite gezähnt, zeigt er auf der rechten Seite die deutlichen Spuren des Abrisses aus dem Aufbewahrungsständer für die Rolle der R – Zettel.

Als zweite Besonderheit der nachvollziehbare Stempel für die Berechnung des Portos. Somit war für jeden sichtbar, wie sich das Porto zusammen setzt, auch wenn ich es nicht interpretieren kann. Wenn ich das aber zusammen zähle, komme ich auf 166 Cents, verklebt an Briefmarken wurden aber nur 156 Cents. Die Blaue 15 wird wohl das Gewicht des Briefes angeben.

Aufgegeben wurde der Brief am 04.03.1932 in Montevideo. Mit der Compagnie Generale Aeropostale (einem Vorläufer der Air France) ging der Brief auf große Reise nach Marseille. Leider verfüge ich von 1932 nicht über den Flugplan, so dass ich hier die Route aus dem Flugplan von 1928 darstelle. [1] Warum der Brief nicht zum Endpunkt der Strecke nach Paris befördert wurde, vermag ich nicht zu erklären. Der Stempel vom Flughafen Straßburg weist aber darauf hin, das Marseille der Endpunkt der Südamerika Reise war und von dort nach Straßburg transportiert wurde.

Mit der CIDNA ging es von Straßburg nach Prag und von dort auf dem Landweg nach Ceska Kamenice. [2]

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/complete/aerop/aerop-5.jpg
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/cidna/cid3204x/cid32x-2.jpg
 
Detlev0405 Am: 04.07.2021 06:29:42 Gelesen: 11857# 266 @  
Wer nach der Öffnung der Grenzen im Jahre 1990 in die damalige CSSR gereist war, dem fielen viele LKW´s mittlerer und großer Tonnage auf, meist blau gehalten und wahre Bremsklötze im Straßenverkehr. Es waren LKW´s vom Typ „Avia“ - der Firma, die in der ersten Republik Marktführer bei der Bereitstellung von Flugzeug Zubehör war und auch Flugzeuge produzierte.



Unser heutiger Brief ist ein Firmenbrief von „Avia a.s.“ . Auch wenn es ein Fenster Brief ist und somit der direkte Adressat ein Geheimnis bleibt, erzählt er uns genug. In Prag 55 am 29.01.1936 um 19 Uhr aufgegeben, wird er am Flughafen Prag um 21 Uhr abgefertigt. Der Ankunftsstempel von Boulogne-Billancourt, einem südwestlichen Vorort von Paris, bestätigt die Luftpostbeförderung zwischen Prag und Paris. Ich gehe davon aus, das der Brief am 30.01. um 14.05 Uhr von Prag abflog in Richtung Nürnberg, Ankunft 15.30 Uhr. Hier ging es weiter um 15.40 Uhr über Straßburg (17 Uhr) nach Paris. Dort kam dann der Brief um 19.15 Uhr an. [1] Boulogne-Billancourt war unter anderem der Firmensitz von „Farman“ in Frankreich.

In der ersten Republik firmierte die Firma „Avia a.s.“ als reiner Flugzeugproduzent. [2]

Der Brief ist Porto gerecht frankiert – 2.50 Kc Briefporto und 1 Kc für das Luftpost Porto.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3504/cls354-3.jpg
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Avia_(Flugzeughersteller)
 
Detlev0405 Am: 11.07.2021 06:59:46 Gelesen: 11345# 267 @  
Sie gehört mit zu den ältesten Strecken der CFRNA/CIDNA und nimmt eine Schlüsselposition für die Fluggesellschaft ein. Die Streckenverbindung in die Türkei erschließt ihr den Balkan. Am 29.10.1922 fand der Erstflug nach Istanbul von Prag aus statt – bitte nicht nach Belegen zu dem Flug suchen, es existieren nur 2 Stück.



Im Beitrag [#171] habe ich einen Beleg aus der Türkei gezeigt, heute kann ich einen Beleg in die Türkei zeigen. Unser Brief geht von Prag nach Istanbul.

Am 04.10.1929 am Prager Flughafen um 14 Uhr aufgegeben. Von der CIDNA habe ich leider nur einen Flugplan von 1927 [1] zur Verfügung. Aber die Deutsche Lufthansa war so nett, die Strecke der CIDNA in ihrem Streckenplan mit aufzunehmen unter der Nummer 462. So ging der Brief am 04.10. um 14.10 Uhr in Richtung Wien ab, um dort gegen 15.55 Uhr anzukommen. Am 05.10. ging es von Wien um 6.15 Uhr weiter, um über Budapest, Belgrad und Bukarest gegen 18.10 Uhr in Konstantinopel anzukommen. [2] Der Ankunftsstempel von Istanbul auf der Rückseite bestätigt die Beförderung.

Beim Porto gibt es ein kleines Problem. Ein Brief kostet 2,50 Kc und das Flugpostporto ab 01.04.1927 2 Kc in die Türkei. Der Brief ist also 50 Heller unter frankiert. Ab dem 13.04.1922 galt nach Bukarest ein verringertes Porto von 2 Kc. Vielleicht lag hier eine Verwechslung vor.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/cidna27a.htm
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/dlh/dlh2905/dlh295-4.jpg
 
Detlev0405 Am: 18.07.2021 06:36:34 Gelesen: 10756# 268 @  
Bereits in der 1.Republik gab es auch ausländische Interessenten an der Luftpost der Tschechoslowakei und das besonders aus Österreich. So kommt es dazu, das auch der österreichische Flugpostsammlerverein sich um Erstflugbelege bemühte.



Unser heutiger Beleg ist vom Erstflug Piestany – Zlin von der Strecke Brno – Zlin – Piestany. Peinlich gegenüber dem österreichischen Verein, der Flug wurde vom 01.05.1937 auf den 03.05. verlegt.

Es wurden die Einheitsstempel von Piestany und Zlin abgeschlagen und somit sollte der Flug dokumentiert werden. [1]

Einen weiteren Stempel vom 03.05.1937 gibt es weder von Piestany noch von Zlin. Bei abgehender Post von Brno zum Erstflug gibt es für geflogene Belege den Zusatzstempel in Kastenform von Brno 2, obwohl auch hier der Stempel vom 01.05.1937 verwendet wurde. [2]

Bei unserer Karte können wir davon ausgehen, das es sich um eine ausschließliche Gefälligkeit handelt. Bestärkt wird diese Aussage durch den Fakt, das die Post um 7 Uhr abging und um 6 Uhr bereits in Zlin war.

Gruß
Detlev

[1] vergleiche Horka Seite 144, Nr. 120
[2] vergleiche Horka Seite 144, Abbildung 126
 
Detlev0405 Am: 24.07.2021 17:42:15 Gelesen: 10108# 269 @  
Unser heutiger Beleg ist kein kompletter Brief, sondern nur eine Briefvorderseite. Da er aus der frühen Periode der tschechoslowakischen Luftpost stammt, hat er für meine Zwecke genügend Aussagekraft.



Es geht um einen Brief von Prag über Straßburg nach Colmar in Frankreich. Er ging per Flugpost und war ein Einschreiben. Das Porto war wie folgt zu der Zeit – 2,50 Kc jeweils für das Briefporto und Einschreiben seit dem 01.01.1922 und 1 Kc für das Luftpost Porto. Das galt ab dem 01.06.1923 und ganze 9 Monate bis Ende Februar 1924. Viel interessanter, der Brief wurde am Erst Tag dieser neuen Porto Periode gestempelt.

Was mich aber veranlasst, diese Vorderseite zu zeigen, ist die Dienstleistung Einschreiben. Frankreich und die Tschechoslowakei waren Mitglieder der UPU. Sie waren somit auch verbunden durch den Weltpostvertrag vom 26.05.1906. In den Artikeln 6 und 8 wird die Bearbeitung von Einschreiben prinzipiell geregelt, in zwischenstaatlichen Verträgen zwischen den Staaten erweitert. [1]



Unser Brief weist einen ordnungsgemäßen Ankunftsstempel vom Postamt in Colmar auf. Und das als Nachweis für das Einschreiben. Es zirkulieren aber viele Einschreiben aus der Zeit von 1922 – 1924 besonders nach Frankreich, die keinerlei Ankunftsstempel haben. Während man bei einem normalen Luftpostbrief (die auch mit Stempel am Ankunftsflughafen bestätigt wurden) noch von einem Durchrutscher reden kann, ist ein Einschreiben ohne Ankunftsstempel mit Preisen von bis zu 1.000 € aktuell einfach nur ein no go. Hier sollte von jedem Interessenten äußerste Vorsicht angebracht sein, zumindest eine Prüfung veranlasst werden.

Gruß
Detlev

[1] Deutsches Reichsgesetzblatt Band 1907, Nr.41, Seite 593 - 635
 
Detlev0405 Am: 31.07.2021 17:10:35 Gelesen: 9508# 270 @  
Heute ist Post unterwegs nach dem Iran, eine ziemlich seltene Destination. Adressat ist in Teheran die iranische Gesellschaft der Skoda Werke.



Am 17.06.1937 gegen 12 Uhr wurde der Brief in Plzen aufgegeben. Am gleichen Tag gegen 18 Uhr erfolgte die weitere Bearbeitung am Flughafen in Prag mit dem dementsprechenden Luftpost Stempel.

Nun beginnt das Suchen, weil keine Transitstempel weiter angebracht wurden. Am 18.06. ging der Brief um 12.05 Uhr über Wien ( 13.10 ) nach Budapest – Ankunft am Freitag gegen 14.25 Uhr. [1]

Hier wartete der Brief bis zum Samstag, den 19.06.1937 auf den Anschluss mit dem Flug der KLM in Richtung Ostindien. Um 11.30 Uhr ging der Flug in Richtung Bagdad los, um dort am Sonntag den 20.06.1937 gegen 17.30 Uhr anzukommen. [2] Am Montag, den 21.06. wird die Ankunft auch in Bagdad durch einen Stempel bestätigt.

Von hier aus ging es auf dem Landweg nach Teheran, um dort am 26.06.1937 anzukommen. Inwiefern hier spezielle bilaterale Postverbindungen existierten wie die Overland Mail zwischen Bagdad und Haifa, entzieht sich meiner Kenntnis.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3704/cls374-4.jpg
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/kl/kl37b/kl37b-04.jpg
 
Detlev0405 Am: 07.08.2021 18:36:16 Gelesen: 8937# 271 @  
Heute bekommen wir Post aus Mittelamerika, genauer aus San Salvador, der Hauptstadt von El Salvador. Auffallend die Gestaltungsmöglichkeiten durch die Post in El Salvador.



Am 20.06.1933 wurde der Brief nach Prag aufgegeben, wo er 12 Tage später eintraf. Im Gegensatz zu Südamerika Briefen, die meist über Natal den Weg über den Ozean antraten, ist bei Ländern aus Mittelamerika eher der Weg über New York zu erwarten. So auch in unserem Fall.

Der 20.06. war ein Dienstag und so hatte der Brief Anschluss an den Flug der Pan American Airways von San Salvador nach Bronsville am 21.03. einem Mittwoch. [1] Dort kam der Brief am Donnerstag früh um 9 Uhr an.

Von Bronsville geht es weiter nach Dallas und von dort aus entweder nach Columbus und weiter per Bahn nach New York oder nach Cleveland, Zwei Möglichkeiten per American Airways. [2] Am 23.06.1933 kam der Brief in New York an.

Von hier aus ging es per Schiff nach Frankreich. Da die Verschiffung und Überfahrt etwa 5-6 Tage beanspruchte, gehe ich davon aus, das der Brief am 30.06. oder 01.07. von Paris aus per Luftpost nach Prag weiter geleitet wurde.

Der Ankunftsstempel von Prag am 02.07.1933 bestätigt meine Annahme. Somit fungierte der Stempel der Auslandsabteilung wieder einmal als Ankunftsstempel für Luftpost.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/pa/pa33/pa33-4.jpg Tabelle 9
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/aa/aa3212/aa3212-2.jpg siehe Karte
 
Detlev0405 Am: 15.08.2021 08:13:45 Gelesen: 8389# 272 @  
Heute haben wir wieder einen Brief aus Rio de Janeiro, eigentlich in den 30er Jahren nichts besonderes mehr. Meist gingen diese Briefe nach Europa über Natal, nur dieser nicht.



Unser heutiger Brief ging von Rio de Janeiro über New York nach Bratislava. Als der Brief am 04.08.1931 aufgegeben wurde, war gerade das Flugboot der Deutschen Lufthansa, die DOX in Rio. [1]

Und so kam es, das unser Brief auf eine Reise nach New York ging mit der legendären DOX – siehe Sonderstempel der DOX. Nein, eine Zeitersparnis war das nicht, denn der Brief kam in New York erst am 27.08.1931 an. Auf der Rückseite ist ein entsprechender Ankunftsstempel von New York angebracht. [2] [3]
Ab New York wurde der Brief dann per Schiffspost nach Europa befördert. Gut 5 - 6 Tage 1931 für die Überfahrt kalkuliere ich. Aber wann ein Schiff in New York abging, kann ich nicht bestimmen. Kommt das Schiff in Cherbourg oder Marseille an? Aber spätestens am 03.09.1931 war der Brief in Frankreich.

Der Brief erreicht Prag 7 ( Flughafen Standort ) am 09.09.1931. Es ist aber kein typischer Luftpost Bestätigungsstempel abgeschlagen worden. Es sind also 6 Tage Differenz zwischen Frankreich ( egal wo er ankam ) und Prag. Ich gehe davon aus, dass der Brief nach New York kein Flugzeug mehr von innen gesehen hat. Auch nicht auf der Strecke Prag - Bratislava.

Trotzdem ist dieser Brief mit der Destination DOX und Bratislava sehr selten, da dieser Flug nur einmal statt fand.

Gruß
Detlev

[1] http://www.aerophilatelie.de/katalog/katcuts/ka10_04.htm
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Dornier_Do_X siehe Abschnitt Geschichte
[3] http://www.aerophilatelie.de/katalog/katcuts/ka10_06.htm
 
Detlev0405 Am: 21.08.2021 15:10:28 Gelesen: 7761# 273 @  
Post aus Indien ist immer spannend, vor allem was die Mitte der 30er Jahre betrifft. Indien demonstriert seine Bestrebungen nach Unabhängigkeit auch durch das Etablieren eigener Luftfahrtgesellschaften im Inland Verkehr.



Unser heutiger Brief ging von Bombay nach Gablonz in der Tschechoslowakei. Am 23.09.1935 gegen 18.30 Uhr aufgegeben, konnte er am nächsten Tag mit der Tata Airlines um 10.30 Uhr auf Reisen gehen nach Karachi. Dort kam er gegen 18 Uhr an. Somit hatte er Anschluss an die internationalen Fluglinien. [1]

Der 24.09. war ein Dienstag und damit hat der Brief am 25.09.1931, einem Mittwoch, Anschluss an den Flug der Imperial Airways um 9 Uhr nach Europa. So kam der Brief am Samstag den 28.09.1931 um 14.40 Uhr in Athen an. Der Stempel auf der Rückseite von Athen bestätigt den 28.09. als Ankunftstag. [2]

Von Athen ging es auf dem Landweg nach Jablonec, dem Bestimmungsort.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/i-gj/il35sui.jpg
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/complete/iaw35aus/iaw35u-2.jpg
 
Detlev0405 Am: 28.08.2021 15:05:02 Gelesen: 7235# 274 @  
Heute gibt es wieder Post für die Bata a.s. aus Zlin, aber für die Filiale in Cameroun – Afrika. Es ist eine der seltensten Destinationen, die ein tschechoslowakischer Brief bis 1939 zurückgelegt hat. Folgerichtig reichte weder mein Wissen noch meine Literatur aus, um die folgende Strecken Beschreibung zu erstellen. So entstand die Beschreibung in bewährter Zusammenarbeit mit Wolfgang Rotter = saintex, dem ich auf diesem Weg herzlich danke.



Abgestempelt wurde der Brief in Zlin am 06.03.1936 um 18 Uhr. So konnte er am nächsten Tag um 07.10 Uhr den Flieger von Piestany über Brno nach Prag – Ankunft 9 Uhr - erreichen. [1] Der Stempel vom Flughafen Prag am 07.03.38 um 9 Uhr bestätigt die Beförderung.

Nach Marseille nahm der Brief von Prag aus den Weg ab 14.05 Uhr, über Nürnberg an 15.30 Uhr und weiter um 15.45 Uhr nach Paris an 19.15 Uhr. Zu beachten ist, dass wir uns nicht im Sommerflugverkehr befinden. [2] Die Linie 471 wird ganzjährig geflogen durch die Air France.

Der Vollständigkeit halber muss aber auch auf eine zweite Möglichkeit hingewiesen werden. Der Brief wird nur bis Straßburg befördert und geht von dort per Bahn nach Marseille. Für beide Beförderungswege gibt es keinen definitiven Beweis auf dem Beleg.

Der abgeschlagene Stempel von Marseille vom 13.03.1936 ist als Abfertigungsstempel für den Afrika Flug zu betrachten.

Am 14.03.1936 wurde der Luftpostbrief dann weiter mit der Luftpostverbindung Marseille – Kongo – Madagaskar bis Niamey (Niger) befördert. Diese Strecke wurde einmal wöchentlich im Wechsel von der französischen Fluggesellschaft Regie Air Afrique und der belgischen Fluggesellschaft Sabena beflogen. Abflug in Marseille war jeweils am Samstag um 8 Uhr. Wie sich aus den im Internet veröffentlichten Flugplänen der beiden Gesellschaften ergibt, wurde der Flug vom 14.03.1936 durch ein Flugzeug der belgischen Sabena durchgeführt. [3]

In Niamey traf der Brief Flug planmäßíg am Montag 16.03. oder Dienstag 17.03. ein und hatte hier Anschluss Richtung Süden an die Flugverbindung nach Cotonou (Dahomey), wo der Brief ausweislich des rückseitigen Ankunftsstempels am 17.03.1936 (Dienstag) ankam. Den letzten Teil der Strecke von Cotonou nach Douala legte der Brief auf gewöhnlichem Weg mit dem Schiff zurück.


[4]

Für die Strecke ab Niamey (ich verfüge eben nicht über so ein Detailwissen bei so exotischen Zielen) lasse ich den Experten sprechen, in dem ich ihn hier auszugsweise wörtlich zitiere:

"③ Die Verbindung Niamey – Cotonou wurde von der französischen Fluggesellschaft Aeromaritime hergestellt. Ein Flugplan der Aéromaritime für die Teilstrecke Niamey – Cotonou liegt mir auch nicht vor. In der Luftpostliste ist sowohl als Tag des Abfluges in Niamey  als auch der Ankunft in Cotonou der Dienstag angegeben. Die Aéromaritime setzte auf der Teilstrecke Niamey – Cotonou einmotorige Maschinen des Typs Caudron C.510 Pélican ein. Bei dem Erstflug am 07.07.1935 startete das Flugzeug in Cotonou um 9:30 Uhr und landete in Niamey um 15:35 Uhr. Man muss sich den Flugplan (wohl) so vorstellen, dass der Anschlussflug der Aéromaritime nach Cotonou in Niamey startete, sobald die aus dem Norden ankommende Maschine gelandet war und Post und Passagiere umgestiegen waren. Und mehr als eine Wüstenpiste dürfte der Flugplatz in Niamey damals auch nicht gewesen sein.

④ Die Aéromaritime  war eine Tochtergesellschaft der französischen Reederei Chargeurs Réunis, zu deren Fahrtgebiet insbesondere die französischen Kolonien an der afrikanischen Westküste zählten. Es spricht daher eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Luftpostbrief die letzte Teilstrecke von Cotonou nach Douala an Bord eines Schiffes dieser Reederei zurück gelegt hat."


So erreichte der Brief nach 15 Tagen seinen Zielort. Das Porto setzt sich wie folgt zusammen - 2,50 Kc für das Briefporto, 2,50 Kc für Einschreiben und 3 Kc Luftpostporto ab dem 12.07.1935 nach Kamerun. Also Porto gerecht frankiert.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3704/cls374-4.jpg
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3504/cls354-3.jpg
[3] http://www.timetableimages.com/ttimages/airafr/raf36/raf36-4.jpg
[4] http://www.timetableimages.com/ttimages/airafr/raf36/raf36-3.jpg
 
Detlev0405 Am: 04.09.2021 13:03:57 Gelesen: 6676# 275 @  
Heute kommt unser Brief aus Vietnam, aus Indochina zur Zeit der Aufgabe des Briefes. Das Land war zu dieser Zeit Bestandteil der französischen Kolonien.



Für das Gebiet von französisch Indochina benötigt man ein umfangreiches Wissen, so dass ich wieder saintex = Wolfgang Rotter konsultierte. Und richtig, seine Darstellungen lösten für mich das Transportproblem von Hanoi nach Saigon.

„Die Beförderung der Luftpost von Hanoi nach Saigon erfolgte 1935 noch auf dem Landweg mit der Eisenbahnverbindung Hanoi – Saigon (TRANSINDOCHINOIS) und auf der Teilstrecke Tourane – Nha Trang, auf der die Eisenbahnverbindung erst 1936 fertiggestellt wurde, auf der parallel zur Küste verlaufenden Schnellstraße „Route Mandarine“). “ [3]

Ich persönlich hatte Probleme mit der Strecke, da die durchgehende Bahnlinie erst 1936 fertig gestellt wurde.

In Saigon angekommen, konnte der Brief mit der Air France nach Europa und bis Prag befördert werden. Der Aufgabetag am 15.02.1935 gegen 18 Uhr in Hanoi war ein Freitag. So konnte der Brief auf der von Wolfgang beschriebenen Strecke bis Sonntag Morgen nach Saigon kommen. Dort ging der Brief am 17.02.35 auf eine 9 tägige Reise bis nach Marseille. Ankunft am 25.02.1931. [1]



Von Marseille wurde der Brief per Bahn am 26.02.1935 nach Straßburg befördert. Der Brief wurde am 27.02. Von Straßburg ging es am 27.02. um 08.10 Uhr nach Prag, wo der Brief gegen 11.05 Uhr eintraf. Der Stempel von der Auslandsabteilung des Flughafens Prag auf der Rückseite des Briefes bestätigt bestätigt den Flugverlauf. [2]

Der Leitstempel Saigon – Marseille ist ein normaler Leitstempel für die Luftpost. Spezialisten unterscheiden jedoch viele Untertypen und ich zitiere wieder Wolfgangs Ausführungen dazu:

"Der Hinweistempel war von Anfang 1931 bis Anfang 1935 in Hanoi im Einsatz und wurde dort auf Luftpostbriefen aus der Provinz Tonkin angebracht, die ab Saigon mit der Fluggesellschaft Air Orient bzw. (ab Oktober 1933) Air France auf der Strecke Saigon – Marseille befördert wurden. Unterhalb der Streckenangabe befand sich bei diesem Hinweisstempel eine Linie, auf der der Postbeamte den endgültigen Bestimmungsort des Briefes (über Marseille hinaus) handschriftlich eintragen konnte. Bei diesem Hinweisstempel werden zwei Haupttypen unterschieden: 1.Linie unter der Streckenangabe ausgeführt als gepunktete Linie (Einsatzzeit Anfang 1931 bis Anfang 1934) 2. Linie ausgeführt als durchgezogene Linie(Einsatzzeit März 1934 bis Anfang 1935). Darüber hinaus wird teilweise auch noch nach den Abmessungen des Stempels weiter differenziert (44x14mm 1932 bzw. 44x13mm 1931-1935)." [4]

Der Brief hatte die schnellstmögliche Beförderung hinter sich gebracht, auch wenn er etwas ramponiert ist durch die fehlende Marke.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/complete/af34/af34-3.jpg
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3504/cls354-3.jpg
[3] Gerard Collot/Alain Cornu, Ligne Nogues.Histoire aérophilatélique AIR ORIENT AIR FRANCE 1911-1941 Paris 1992 Seiten 250-252
[4 ] Jan C. ter Welle, Jusqu’à Hand Stamps and other Route Indications, 1. Aufl. 2012 Seiten 146-147
 
Detlev0405 Am: 11.09.2021 07:04:37 Gelesen: 6063# 276 @  
Es gibt manchmal Zufälle beim sammeln, die das Herz höher schlagen lassen. Das war auch der Fall bei mir, als ich zwei Briefe aus London nach Budweis bekam, die sowohl den gleichen Absender als auch Empfänger hatten und doch sehr verschieden transportiert wurden.



Der erste Brief wird am 10.02.1930 in London abgeschickt gegen 19.15 Uhr fliegt in Richtung Berlin, wo er um 19.20 Uhr in Berlin mit einem Tagesstempel versehen wurde. Zusätzlich wurde auf der Vorderseite der Bestätigungsstempel nach Michel F 9-06 des Luftpostamtes Berlin abgeschlagen. [1] Die Deutsche Lufthansa beförderte den Brief auf der Strecke London – Amsterdam – Hannover – Berlin. Leider verfüge ich nicht über den Winterflugplan. [2] Der Weg von Berlin nach Budweis ging über Prag per Bahn und so war der Brief am 12.02.1930 gegen 11 Uhr am Ziel.



Der zweite Brief wurde am 05.09.1934 in Sutton um 16.30 Uhr, einem Stadtteil von London, aufgegeben. Von London ging es über München und Prag nach Budweis.

Sowohl in München als auch Prag wurden die jeweiligen Luftpostbestätigungsstempel angebracht. Von Prag ging auch hier die Weiterbeförderung nach Budweis per Bahn.

Beide Beförderungswege unterscheiden sich zeitlich kaum.

Gruß
Detlev

[1] Michel Zeppelin- und Luftpost-Spezial-Katalog 2002, Seite 414
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/dlh/dlh2905/dlh295-1.jpg
 
Detlev0405 Am: 18.09.2021 16:21:53 Gelesen: 5702# 277 @  
Luftpost aus Frankreich ist für die Tschechoslowakei Mitte der 30er Jahre etwas ganz normales. Daher ist es für jeden möglich, sich Belege mit einer kompletten Dokumentation des Weges durch entsprechende Stempel zu suchen und auch zu finden.



So geht es auch unserem heutigen Brief, aufgegeben am 13.07.1937 um 10.30 Uhr im 17.Pariser Bezirk. Von dort aus ging es zum Pariser Flughafen, wo der Brief noch am gleichen Tag für die Luftpostbeförderung abgefertigt wurde. Die Beförderung erfolgte am 14.07.1937 um 7 Uhr ab Paris über Strassburg – Nürnberg nach Prag, wo der Brief um 11.40 Uhr eintraf. Das wird auch auf der Vorderseite durch den Ankunftsstempel des Prager Flughafens um 12 Uhr bestätigt. [1]

In Prag wurde der Brief umgeladen und konnte um 16.20 Uhr auf die Reise nach Brno gehen. Eine Stunde später war er gegen 17.20 Uhr am Zielort angekommen. Bestätigt wird das sowohl durch den Tagesstempel von Brno auf der Rückseite [2] als auch den violetten Ankunftsstempel am Flughafen Brno. [3]

Somit wurde der gesamte Weg postalisch dokumentiert. Auffallend ist auch die Einzelfrankatur Frankreich Mi.Nr. 310.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3704/cls374-3.jpg
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3704/cls374-4.jpg
[3] Horka, Seite 187, RV12
 
Detlev0405 Am: 26.09.2021 09:33:00 Gelesen: 5327# 278 @  
Werbemittel für den Luftpostverkehr in der Tschechoslowakei treffen wir bis 1939 ganz verschiedene an. An erster Stelle sind die Briefmarkenausgaben zu nennen, von denen es 3 verschiedene gab. Danach kommen die Sonderstempel der Post, vornehmlich für die Eröffnungsflüge der verschiedenen Fluglinien bei Erstflügen von und nach Orten der Tschechoslowakei. Hier reihen sich auch nahtlos die Flugpostbestätigungsstempel der jeweiligen Flughäfen ein. Auch Werbestempel kamen hier hinzu. Ein sehr schönes Werbemittel waren auch die von der CSL, CSA und Bata herausgegebenen FFL Karten. Vgl. [#27]



Unsere heutige Werbung ist von der CIDNA, neben der CSA und CSL eine der 3 großen Luftfahrtgesellschaften in der Tschechoslowakei der 30er Jahre. Meines Erachtens handelte es sich um eine Postwurfsendung, die in Prag an die Haushalte verteilt wurde. Ob auch in anderen grossen Städten, entzieht sich meiner Kenntnis. Das Werbemittel hat die Form eines Briefumschlages, dessen Vorderseite bedruckt wurde.

Der Luftpostaufkleber NP3 wurde aufgedruckt. (1) Auf der linken Seite sind die wesentlichen Zielorte der CIDNA vermerkt worden. Die Unterseite ziert ein Spruch bezüglich der Luftpostbeförderung in den Orient.

Für uns wichtig ist der oben rechts angebrachte Kasten mit den Post Tarifen. Der Brief hat keinen der üblichen Druckvermerke, der uns eine Orientierung über das Herausgabe Jahr geben konnte. Die Werbung wurde vor dem 07.10.1933 gedruckt, da an dem Tag die CIDNA offiziell in der Air France aufging. Die angegebenen Tarife lassen den Schluss zu, das dieser Werbebrief nicht vor dem 05.06.1930 gedruckt wurde. (2) Dabei ist zu beachten, das hier 2,50 Kc für das Briefporto und der Luftpostaufschlag in einem vereinigt wurde.

Gruß
Detlev

(1) Horka, Seite 182, NP3
(2) Horka, Seite 192 ff.
 
Detlev0405 Am: 15.10.2021 15:08:01 Gelesen: 4061# 279 @  
Heute habe ich mal richtige Weihnachtspost – aufgegeben am 24.12.1936 in Richtung Südamerika. Unser heutiges Ziel ist Argentinien.



In Prag 1 wurde der Brief am 24.12.1936 gegen 14 Uhr aufgegeben. Bereits um 15 Uhr wurde der Brief am Postamt am Flughafen weiter bearbeitet. Seinen Weg konnte der Brief erst am 25.12.antreten und zwar um 10.40 Uhr in Richtung Nürnberg, wo er um 12.10 Uhr ankam. Um 12.20 Uhr ging es weiter in Richtung Paris, Ankunft gegen 15.05 Uhr. [1]

Der 26.12.1936 war ein Samstag und somit ist der rückseitige Stempel vom Pariser Flughafen ein Abfertigungsstempel für die Post nach Südamerika. Am Sonntag ging der Brief von Paris nach Buenos Aires ab. Am Mittwoch den 30.12.1936 konnte somit der Brief in Buenos Aires eintreffen. [2] Der Stempel auf der Rückseite des Briefes bestätigt die Annahme.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/af/af3610/af360-07.jpg
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/af/af3610/af360-11.jpg
 
Detlev0405 Am: 25.10.2021 19:06:47 Gelesen: 3169# 280 @  
Die wohl seltensten Luftpostbelege in der Periode der 1. Republik der Tschechoslowakei sind Postformulare, die echt per Luftpost befördert wurden. Im Beitrag [#203] habe ich bereits eine Geldüberweisung vorgestellt, die diese Kriterien erfüllt.Heute stelle ich ein weiteres Formular vor.



Es handelt sich hierbei um ein Anschreiben zu einem Luftpostfrachtbrief, mit dem nachweispflichtige Luftpostsendungen registriert befördert wurden. Das Formular fand seinen Einsatz bei der rumänischen Post. Eingeschriebene Briefe wurden auf dem Formular aufgelistet und im Briefumschlag verpackt und befördert. In unserem Fall geht die Beförderung von Bukarest Flughafen zum Prager Flughafen. Am 24.09.1929 ging der Brief mit dem Formular in Bukarest ab und traf in Prag am 25.09.1929 gegen 10 Uhr ein. Der Beweis der Luftpostbeförderung kann nur an Hand der Luftpoststempel beider Standorte erbracht werden.

Ein Flugplan der CIDNA vom Jahr 1929 liegt mir nicht vor. Im Horka existiert zumindest der Nachweis, dass auf der Strecke vom 01.04. bis zum 15.11.1929 der Flugverkehr statt fand. [1]

Ein vergleichbares Exemplar des Formulars findet sich bei Horka. [2]

Gruß
Detlev

[1] Horka, Seite 75, Tabelle 22
[2] Horka, Seite 62, Abbildung 51
 
Detlev0405 Am: 05.11.2021 18:34:13 Gelesen: 1960# 281 @  
Post nach Italien stellt einen bei der Bestimmung der Beförderung nicht selten vor ein paar Probleme. Das liegt vor allem daran, das ab Wien nach Italien eine Vielzahl von italienischen Fluggesellschaften aktiv waren und somit die Suche nach der richtigen erschwert wird.



Unser heutiger Brief ging von Prag nach Merano in Italien. Am 30.10.1934 in Prag 55 aufgegeben, wurde er noch am gleichen Tag gegen 21 Uhr am Flughafen abgefertigt. Am 31.10. konnte er somit über die Strecke Prag – Brno nach Wien um 07 Uhr befördert werden. Dort kam er gegen 12.20 Uhr an. Das funktionierte aber nur, weil der 31.10. ein Mittwoch war.

Weiter ging es von Wien um 12.45 Uhr auf der Strecke 401 über Klagenfurt nach Venedig, wo der Brief gegen 15.40 Uhr eintraf. [1] Von Venedig musste der Brief auf den Landweg nach Meran befördert werden, wo er letztendlich am 01.11.1934 gegen 10 Uhr eintraf.

Bei der Frankatur stellt sich die Frage, ob sie Porto gerecht ist oder dem Sammlerbedarf entspringt. Wir haben ein Briefporto von 2.50 Kc, Einschreiben von 2,50 Kc und eine Express Beförderung 5 Kc. Bleiben 10 Kc für die Luftpostgebühr. Für 20g wurden 1,50 Kc erhoben, das gleiche für jeweils weitere 20g. Also decken die 10 Kc ein Gewicht von 140g ab mit einem Minus von 50 Heller für die Post. Es bleibt also jedem selbst überlassen, wie er die 20 Kc Porto einstuft.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls3504/cls354-4.jpg
 
Detlev0405 Am: 17.11.2021 04:28:23 Gelesen: 900# 282 @  
Post von und nach Wien von Prag aus hat den großen Vorteil, das es sehr reichlich gab und wir uns den verschiedenen Portostufen widmen können.



Ausgangspunkt ist eine Ganzsachen Karte CDV 39 der tschechoslowakischen Post zu 50 Heller. Die Zusatz Frankatur ist die Mi Nr. 200 zu 100 Heller. Also gesamt frankiert mit 150 Heller. Geflogen wurde die Karte am 12.09.1928 gegen 15 Uhr und kam in Wien gegen 17 Uhr an. Leider kann ich nur einen Flugplan von 1929 vorweisen. [1]

Beim Porto wird es etwas undurchsichtig. Wir befinden uns in der Portoperiode vom 01.01.1922 bis zum 28.02.1937. Als Karte würde ein Porto von 150 Heller aufgerufen werden, Luftpostzuschlag ab dem 21.03.1927. Nach Österreich galt ein Sondertarif von 120 Heller für Karten. Also 20 Heller unterfrankiert. Unten links auf der Karte wurde der Vermerk Drucksache angebracht. Damit würde der Tarif von 20 Heller zum Zuge kommen. Das Erstaunen setzt ein, wenn man die Luftpostgebühr für die Portoperiode vom 21.03.1927 bis zum 04.06.1930 aufruft. Für Drucksachen wird ein Preis von 160 Heller aufgerufen. Damit liegen wir auch bei einer Unterfrankatur von 30 Heller. [2]

Offensichtlich hatten auch die Postbeamten ihre Probleme mit ungewöhnlichen Portostufen in dieser Zeit, oder ich.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls2904/cls29-4.jpg
[2] Horka , Seite 197, Tabelle 48
 
Detlev0405 Am: 26.11.2021 07:30:18 Gelesen: 226# 283 @  
Wir haben wieder ein mal Post, die einen extra langen Weg hinter sich hat. Sie kommt aus Indonesien und dort vom Ort Medan. Es ist Post vom Fotoatelier Uhlenhuth.



Der erste Brief wurde am 08.11.1934, einem Donnerstag, in Medan auf Reise geschickt. Erste Besonderheit – der Brief musste nach Alorstar im heutigen Malaysia auf geliefert werden, um Anschluss an die Strecke Batavia – Amsterdam der KLM zu bekommen. Das geschah mit Hilfe eine lokalen Tochtergesellschaft der KLM, der Königlichen Niederländisch-Indischen Luftfahrtgesellschaft (KNILM). Der Service Medan – Alorstar war so abgestimmt, das die Passagiere und die Post immer Anschluss an den KLM Flug nach Europa hatte. Ab Medan um 05.30 Uhr immer Donnerstags, Ankunft in Alorstar um 08.50 Uhr (am Beispiel des Sommerflugplanes 1933). [1]

In Alorstar ging es am Donnerstag weiter über Rangoon – Calcutta – Karachi – Bagdad – Cairo – Athen nach Rom in unserem Fall, wo der Brief am 14.11.1934 ankam. Es war ein Mittwoch. [2]

Von Rom ging es am 15.11.1934 um 7.35 Uhr nach Venedig, Ankunft 09.50 Uhr. Von Venedig sollte es um 10.20 Uhr nach München gegangen sein – Ankunft 12.20 Uhr – um dort weiter geleitet zu werden gegen 14.40 Uhr nach Nürnberg, Ankunft 15.45 Uhr. Nur so konnte der Brief am 16.11.1934 gegen 11.30 Uhr in Prag eintreffen und von der Auslandsabteilung des Flughafens gestempelt werden.



Der zweite Brief auf der Route wurde im Juli 1933 gesendet. Ich habe nur den Flugplan bis April 1933. Es besteht die Möglichkeit, das der 2.Brief noch die direkte Strecke der KLM Batavia – Medan – Bankok erwischt hat. Auf jeden Fall endete seine Reise am 12.07.1933 in Budapest. [3] Von dort aus wurde der Brief auf dem Landweg nach Teplitz weiter geleitet. Was irritiert ist die Tatsache, das das Einschreiben in Teplitz nicht von der Post mittels Stempel quittiert wurde.

Gruß
Detlev

[1] http://www.timetableimages.com/ttimages/knilm/kni3305/kni33-4.jpg
[2] http://www.timetableimages.com/ttimages/complete/kl34b/kl34b-3.jpg
[3] http://www.timetableimages.com/ttimages/kl/kl3211bat/kl3211-3.jpg
 

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