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Thema: Schweiz: Portomarken
Das Thema hat 42 Beiträge:
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Manne Am: 26.05.2016 10:22:42 Gelesen: 13039# 18 @  
Hallo,

heute ein Brief aus Großbritannien nach Zürich vom 14.08.1945.

Da Herr Schreiber dort nicht mehr angetroffen wurde, leitete man den Brief nach Schwenningen zur Fa. Mauthe, hier war Herr Schreiber ein leitender Angestellte. Brief habe ich schon mal an anderer Stelle gezeigt.

Gruß
Manne


 
SH-Sammler Am: 26.05.2016 18:16:37 Gelesen: 13023# 19 @  
@ Manne [#18]
@ alle

Hallo und guten Abend an alle,

ein besonderer Beleg mit Portomarke, seht nachstehend

,

FELDPOSTKARTE aus Deutschland nach Wilen bei Wil in der Schweiz, Feldpoststempel der 26. Reserve Division.

Absender: "Schuetzengraben", nähere Ortsangaben durften aus Geheimhaltungsgründen nicht erwähnt werden.

Taxierung: Prinzipiell ist Post von Armeeangehörigen portobefreit. Dies galt aber nur innerhalb von Deutschland. Der in der Schweiz erhobene Betrag von 10 Rappen deckte das "doppelte fehlende Porto" für normale Postkarten (= 5 Rappen) ab.

Gruss

Hanspeter
 
Briefmarkentor Am: 21.06.2016 09:26:51 Gelesen: 12786# 20 @  
Nachfolgend ist eine Postkarte vom 27.07.1914 aus Binz auf der Insel Rügen nach Uzwil abgebildet.



Für diese unterfrankierte Postkarte wurden in der Schweiz 15 Rappen Nachporto erhoben (1 x Mi.-Nr. 33). Kann ein Leser erklären, wie sich dieser Betrag zusammensetzt?
 
remstal Am: 21.06.2016 13:49:46 Gelesen: 12768# 21 @  
@ Briefmarkentor [#20]

Hallo Briefmarkentor,

als Nachporto wurde nach Vorgabe der UPU erhoben das Doppelte der fehlenden Taxe, umgerechnet auf die Landeswährung. Formel: 5 fehlende Pfennig x 25 Rappen (Schweizer Auslandsbriefporto) x 2 (das Doppelte), das Ganze geteilt durch 20 Pf. (Deutsches Auslandsbriefporto) ergibt 12,5 Rappen Nachtaxe, die auf 15 Rappen aufgerundet wurden. Es war verboten die Kartenporti direkt zu vergleichen, 10 Pfennig und 10 Rappen.

Mit frdl. Gruß remstal
 
Briefmarkentor Am: 22.06.2016 08:29:06 Gelesen: 12736# 22 @  
@ remstal [#21]

Herzlichen Dank für die rasche Antwort.
 
SH-Sammler Am: 09.08.2016 13:21:09 Gelesen: 12361# 23 @  
@ remstal [#21]
@ Hilmar

Hallo Anton,

ich sehe in Deinem Beitrag [#21], dass Du Dich mit den Nachportoberechnungen auf Belegen in die Schweiz befasst hast und Dich darin gut auskennst. Nachstehend eine besondere Karte mit einem Taxzuschlag. Was ist das besondere daran?



Hier die Auflösung:

Büsingen, Deutsche Enklave bei SCHAFFHAUSEN, 19. Apr. 1915 nach Büren, Belgien. Korrekt frankierte Ansichtskarte von deutschem Gebiet in die Schweiz.

Postaufgabe jedoch in Schaffhausen zwecks Umgehung der Zensurstellen des Deutschen Reiches im 1. Weltkrieg. In Schaffhausen wurde die deutsche Frankatur aber nicht akzeptiert.

Taxierung: Doppelte Taxe für Postkarte im Fernverkehr Inland Schweiz (Schaffhausen nach Büren, BE) = 10 Rappen.

Gruss
Hanspeter
 
SH-Sammler Am: 03.09.2016 12:34:09 Gelesen: 12140# 24 @  
@ SH-Sammler [#23]

Hallo Sammlerfreunde,

hier eine Korrektur zum oben erwähnten Beleg.

Büsingen, Deutsche Enklave bei SCHAFFHAUSEN, 19. Apr. 1915 nach Büren, Belgien)

Die Karte ist nach Büren, jedoch im Kanton Bern gelaufen. Fragt sich, woher und wie denn das Belgien plötzlich auftaucht?

Freundliche Grüsse
Hanspeter
 
Heinz 7 Am: 03.09.2016 22:15:20 Gelesen: 12122# 25 @  
@ SH-Sammler [#23]

Guten Abend,

es handelt sich um
Büren a/a = an der Aare
Ct Bern = Kanton Bern

Der Beleg hat meines Erachtens keinerlei Bezug zu "Belgien".

Liebe Grüsse
Heinz
 
SH-Sammler Am: 03.09.2016 23:22:53 Gelesen: 12118# 26 @  
@ Heinz 7 [#25]

Hallo Heinz, guten Abend,

logisch ist es das Büren a/A im Kanton Bern. Ich gebe Dir absolut recht. Steht ja auch so auf der Adresse der Ansichtskarte.

Ich frage mich jedoch, wie denn aus dem BERN ein Belgien werden konnte. Ich habe in meiner Sammlung (bis jetzt) noch keine Belgien - Belege, also kann es kein "Copy - Paste" Versehen sein.

Hat da der Computer wieder mal sein Eigenleben geführt und eine automatische Korrektur vorgenommen?

Mich nervt es

meint der SH-Sammler
 
ginonadgolm Am: 04.09.2016 08:37:40 Gelesen: 12107# 27 @  
@ SH-Sammler [#26]

Kein Computer korrigiert automatisch, es sei denn, man hat das vorher so eingestellt.

Also: Einstellung ändern, das schont die Nerven.

Sonnige Grüße aus den regnerischen Schleswig-Holstein sendet

Ingo aus dem Norden
 
Heinz 7 Am: 07.12.2017 00:10:26 Gelesen: 7417# 28 @  
Dieses Thema ist ebenfalls schon zwischenzeitlich in der Versenkung verschwunden. Wir können es aber auch wieder beleben.



Ein Brief von Affoltern am Albis wurde 1903 gesandt nach Oerlikon. Er hätte 10 Rappen Frankierung erfordert, doch der Absender verklebte nur 8 Rappen.

Das zog eine Nachtaxierung nach sich. Diese wurde unterschiedlich angewandt. Im zweiten Verfahren 1891-1925 wurde einfach der Fehlbetrag festgestellt und nacherhoben, ohne (Straf-) Zuschlag.

Hier ist dies dargestellt:

1. durch die Kennzeichnung des geschuldeten Nachporto-Betrages in blauer Farbe "2"
2. durch die Anbringung zweier Portomarken (Zumstein Nr. 15 G (Rahmen N+K)).

Die Portomarken wurden am Ankunftsort ebenfalls abgestempelt und der Betrag von 2 Rappen vom Empfänger des Briefes kassiert.

Heinz
 
Cantus Am: 07.12.2017 01:01:12 Gelesen: 7415# 29 @  
@ Heinz 7 [#28]

Hallo Heinz,

Nachportobelege der Schweiz besitze ich reichlich, nur leider kann ich ohne Literaturstudium das Nachporto nicht erklären und für das Literaturstudium müsste ich mir die für eigentlich andere Zwecke reservierte Zeit nehmen, deshalb hatte auch ich das Thema hier nicht weiterverfolgt. Andererseits habe ich nach wie vor ein Faible für derartige Belege, insesondere für solche, die Portomarken der ersten beiden Ausgaben tragen, also bis hin zu Mi. 28. Deshalb heute einfach nur ein Nachportobeleg, gelaufen am 18.8.1908 von Heidelberg nach Emmishofen, ohne weitere Erklärung dazu, also weder nähere Bestimmung der Marken noch Erklärung des Nachportos.



Viele Grüße
Ingo
 
Heinz 7 Am: 10.12.2017 13:18:45 Gelesen: 7357# 30 @  
@ Cantus [#29]

Lieber Ingo,

das Nachporto korrekt erklären zu können, ist wirklich eine zum Teil schwierige Angelegenheit, besonders, wenn es um Auslandpost geht.

Einen hübschen Inland-Beleg mit Nachporto kann ich anbei zeigen und (vermutlich auch korrekt) erklären.



Am 16.9.1902 sandte vermutlich ein Mitglied des Vereines schweizerischer Geschäftsreisender im vereinseigenen Couvert eine Sendung an den Zentralvorstand in Basel. Über den Inhalt wissen wir nicht Bescheid, vielleicht war es eine Drucksache. Dies würde das Porto erklären von nur 2 Rappen (freigemacht mit einer Zumstein Nr. 58 B).

WENN es eine Drucksache war, so hätte der Absender dies vermerken sollen! Der Postbeamte aber betrachtete dieses Couvert als Brief und stellte fest, dass dafür ein Porto von 10 Rappen geschuldet war. Er vermerkte mit blauem Stift eine grosse "8" für die fehlenden 8 Rappen.

Am Bestimmungsort in Basel wurden die 8 Rappen in Portomarken nachfrankiert. Eine Strafporto musste der Empfänger nicht bezahlen, wohl aber die Korrektur zum korrekten Betrag.

Die Portomarken sind sauber, sehr gut gezähnt, und die Stempel alle glasklar abgeschlagen. Ich schätze diesen Beleg sehr!

Heinz
 
SH-Sammler Am: 11.12.2017 08:29:54 Gelesen: 7320# 31 @  
@ Heinz 7 [#30]

Hallo Heinz,

auch ich habe einen Brief an dieselbe Adresse, mit derselben Art von Frankierung. Ich vermute, dass es da eine Abmachung mit dem Zentralvorstand gegeben hat. Die Ähnlichkeit mit Deinem Brief ist meines Erachtens zu gross, als dass es ein Zufall gewesen wäre.



"Drucksache" von BUCH (Schaffhausen) via übergeordnetes Postamt RAMSEN nach Basel, ca. einen Monat nach Deinem Brief.

Von Interesse wäre jetzt, ob der Brief zugeklebt war, was die Berechtigung für das Nachporto für die Frankatur eines normalen Briefes wäre.

Gruss

SH-Sammler
Hanspeter
 
Manne Am: 11.12.2017 09:31:16 Gelesen: 7311# 32 @  
Hallo zusammen,

hier zwei Belege aus Schwenningen nach Bern vom 02.01. und 08.01.1940.

Gruß
Manne


 
hopfen Am: 11.12.2017 13:56:33 Gelesen: 7289# 33 @  
@ Manne [#32]

An die Nachporto-Berechnungs-Experten:

Warum zweimal 25 Rappen ?

links Pk mit 6 Pf. vom 2.1.40
rechts Pk mit nur 5 Pf. vom 8.1.40

Für die Aufklärung dankt mit phil. Gruß
Horst
 
ebuphil Am: 11.12.2017 18:42:51 Gelesen: 7268# 34 @  
Bisher hat, soweit ich sehe, noch niemand Literaturhinweise zu den Schweizer Portomarken angegeben.

Ich arbeite mit einer sehr ausführlichen Studie des Schweizer Markenhändlers Axel Herms. Bei ihm kann man auch Sammelblätter mit Belegmarken zu den einzelnen Auflagen und Gruppen erhalten, die die Bestimmung wesentlich erleichtern, vor allem die der unterschiedlichen Farbtöne.
 
Heinz 7 Am: 11.12.2017 20:12:36 Gelesen: 7255# 35 @  
@ SH-Sammler [#31]

Lieber Hanspeter,

es ist interessant, dass Du einen praktisch identischen Beleg hast! Natürlich habe ich mein Couvert geprüft, es war höchstwahrscheinlich nicht zugeklebt. Aber der fehlende Hinweis (handschriftlich) "Drucksache" gab dem Pöstler m.W. das Recht, den Brief als gewöhnlichen Brief zu betrachten.

Anbei eine weitere "Knacknuss" für Porto-Experten.



In Konstanz wurde diese Postkarte am 12.12.1889 aufgegeben. Doch die Postkarte war eine Inland-Postkarte zu 5 Pfennige. Die Karte war adressiert nach "Heich. Hausen. Kanton Zürich. Schweiz". Heich ist meines Erachtens nicht korrekt, es sollte "Heisch" heissen.

Die Postkarte wurde markiert mit einem fetten T.-Stempel (= Taxe). Warum nun 13 Rappen taxiert wurden, kann ich leider nicht genau begründen. Der Tarif soll aber stimmen, sagte mir ein Sammler.

Besonders schön, ist natürlich, dass Portomarken von ZWEI verschiedenen Ausgaben zur Verwendung kamen: eine alte 3 Rappen Marke (blau) und eine neue 10 Rappen-Marke hellgrün; Zumstein Nr. 3 II und 18 C.

Die beiden Marken sind gestempelt mit dem Stempel "HAUSEN a/A 13.XII.89"

Heinz
 
Cantus Am: 12.12.2017 13:32:01 Gelesen: 7196# 36 @  
@ Heinz 7 [#35]

Hallo Heinz,

dein Bild lässt sich leider nicht öffnen.

Ich habe hier eine Postkarte, die ursprünglich am 2.8.1906 in Berlin-Wilmersdorf aufgegeben worden war, dann aber eine Irrfahrt durch Europa antrat. Die unterschiedlichen Zustellversuche wurden mit Stempel oder Aufkleber dokumentiert, bis die Karte schließlich in Zürich ankam, wo sie aber auch nicht den Empfänger erreichte. Die Schweizer Post überklebte daraufhin das vollgeschriebene Adressfeld, um auf diesem Zettel Tax-Stempel und Portomarke unterbringen zu können.







Viele Grüße
Ingo
 
hajo22 Am: 14.12.2017 18:26:45 Gelesen: 7138# 37 @  


Postkarte von der Schweizer Himalaja-Expedition 1947. Geschrieben am 19.7. im Basis-Lager auf 4.550 m. Stempel Camp P.O. vom 28.7.1947 nach Lausanne mit 20 Rappen Nachportomarke v. 5.9.47.

hajo22
 
SH-Sammler Am: 01.03.2018 09:57:29 Gelesen: 4940# 38 @  
@ Heinz 7 [#35]

Hallo Heinz,

Du hast im Beitrag [#35] ja noch eine "Nuss", welche es zu knacken gilt, nämlich die Bestätigung des Nachportos auf der 5-Pfennig Karte von Konstanz.

Ich habe in meinem Bestand auch ein paar Karten mit Nachporto drauf. Einige davon sind ebenfalls von Deutschland. Die Schwierigkeit liegt nicht so sehr darin, wieviel an Taxe denn noch fehlt. Bei Deiner Karte fehlten 5 Pfennige, wie Du richtig schreibst.

NUR, wie viel war das in Rappen?

Auf meiner Karte befindet sich noch handschriftlicher Hinweis in blau (typisch für das Erheben der Nachporti) von 6¼ Rappen. Dies war anscheinend der umgerechnete Wert von 5 Pfennigen zu jener Zeit.

Nun die Formel zur Berechnung der Taxe. Vom 6.IX.1887 bis 30. VI.1892 galt folgendes:

Doppelter fehlender Betrag, aufgerundet auf den nächsten ganzen Rappen. Also 6¼ fehlende Taxe mal 2 ergibt 12,5 Rp., aufgerundet auf 13 Rappen.

Liebe Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
SH-Sammler Am: 12.06.2018 10:51:11 Gelesen: 3056# 39 @  
@ Manne [#32]

Hallo Manne,

ich befasse mich seit einiger Zeit vermehrt mit den Portomarken und Belegen mit den erhobenen Taxen. So versuche ich, die erhobene Taxe nachzurechnen und (für mich) zu bestätigen. Dazu muss man jedoch immer wissen, wie hoch denn die normale Taxe gewesen wäre.

Im Beitrag [#32] zeigst Du 2 Postkarten mit erhobenem Nachporto. Kannst Du mir bitte mitteilen, wie hoch die normale deutsche Auslandtaxe im Januar 1940 war?

Bei Interesse kann ich Dir die Berechnungsschritte aufzeigen.

Gruss

SH-Sammler
Hanspeter
 
jahlert Am: 12.06.2018 15:31:26 Gelesen: 3027# 40 @  
@ ebuphil [#34]

Hallo ebuphil,

ist das Kapitel 'P. Portomarken' im Zumstein Spezialkatalog Schweiz, Seiten 989 bis 1033, bekannt?

Gruß
Jürgen
 
Cantus Am: 13.06.2018 17:09:28 Gelesen: 2990# 41 @  
@ jahlert [#40]

Hallo Jürgen,

nicht jeder hat einen Zumstein-Spezial, denn der ist ziemlich teuer, auch wenn ich zugeben muss, dass sich für den Briefmarkenbereich - ganz im Gegensatz zum Ganzsachenkatalog - die Anschaffung für einen Schweizsammler lohnt. Für die Portostufe aus Deutschland heraus genügt aber ein normaler Michel-Deutschland-Katalog für Briefmarken, da sind stets irgendwo die Portotabellen mit abgedruckt.

Ich zeige hier nachstehend eine Ansichtskarte, die von Bayern aus nach Rohrschach in der Schweiz gelaufen ist, wo sie am 2.5.1902 eintraf. Wegen unzureichendem Porto wurde sie mit einem Strafporto von 15 Rappen belegt.



Viele Grüße
Ingo
 
jahlert Am: 14.06.2018 00:31:15 Gelesen: 2972# 42 @  
Lieber Ingo,

ich hatte im Beitrag [#34] Eberhards Wunsch nach 'Literaturhinweisen zu den Schweizer Portomarken' so verstanden, dass er etwas über Farben, Papier, Kontrollzeichen und Rahmentypen erfahren wollte.

Die aktuellen Schweiz-Spezial-Ausgaben aus Unterschleißheim sind inzwischen ebenso hilfreich.

Beste Grüße, Jürgen
 

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