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Thema: (?) (45) (47) Schweiz: Portomarken
Das Thema hat 49 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 03.09.2016 22:15:20 Gelesen: 20913# 25 @  
@ SH-Sammler [#23]

Guten Abend,

es handelt sich um
Büren a/a = an der Aare
Ct Bern = Kanton Bern

Der Beleg hat meines Erachtens keinerlei Bezug zu "Belgien".

Liebe Grüsse
Heinz
 
SH-Sammler Am: 03.09.2016 23:22:53 Gelesen: 20909# 26 @  
@ Heinz 7 [#25]

Hallo Heinz, guten Abend,

logisch ist es das Büren a/A im Kanton Bern. Ich gebe Dir absolut recht. Steht ja auch so auf der Adresse der Ansichtskarte.

Ich frage mich jedoch, wie denn aus dem BERN ein Belgien werden konnte. Ich habe in meiner Sammlung (bis jetzt) noch keine Belgien - Belege, also kann es kein "Copy - Paste" Versehen sein.

Hat da der Computer wieder mal sein Eigenleben geführt und eine automatische Korrektur vorgenommen?

Mich nervt es

meint der SH-Sammler
 
ginonadgolm Am: 04.09.2016 08:37:40 Gelesen: 20898# 27 @  
@ SH-Sammler [#26]

Kein Computer korrigiert automatisch, es sei denn, man hat das vorher so eingestellt.

Also: Einstellung ändern, das schont die Nerven.

Sonnige Grüße aus den regnerischen Schleswig-Holstein sendet

Ingo aus dem Norden
 
Heinz 7 Am: 07.12.2017 00:10:26 Gelesen: 16208# 28 @  
Dieses Thema ist ebenfalls schon zwischenzeitlich in der Versenkung verschwunden. Wir können es aber auch wieder beleben.



Ein Brief von Affoltern am Albis wurde 1903 gesandt nach Oerlikon. Er hätte 10 Rappen Frankierung erfordert, doch der Absender verklebte nur 8 Rappen.

Das zog eine Nachtaxierung nach sich. Diese wurde unterschiedlich angewandt. Im zweiten Verfahren 1891-1925 wurde einfach der Fehlbetrag festgestellt und nacherhoben, ohne (Straf-) Zuschlag.

Hier ist dies dargestellt:

1. durch die Kennzeichnung des geschuldeten Nachporto-Betrages in blauer Farbe "2"
2. durch die Anbringung zweier Portomarken (Zumstein Nr. 15 G (Rahmen N+K)).

Die Portomarken wurden am Ankunftsort ebenfalls abgestempelt und der Betrag von 2 Rappen vom Empfänger des Briefes kassiert.

Heinz
 
Cantus Am: 07.12.2017 01:01:12 Gelesen: 16206# 29 @  
@ Heinz 7 [#28]

Hallo Heinz,

Nachportobelege der Schweiz besitze ich reichlich, nur leider kann ich ohne Literaturstudium das Nachporto nicht erklären und für das Literaturstudium müsste ich mir die für eigentlich andere Zwecke reservierte Zeit nehmen, deshalb hatte auch ich das Thema hier nicht weiterverfolgt. Andererseits habe ich nach wie vor ein Faible für derartige Belege, insesondere für solche, die Portomarken der ersten beiden Ausgaben tragen, also bis hin zu Mi. 28. Deshalb heute einfach nur ein Nachportobeleg, gelaufen am 18.8.1908 von Heidelberg nach Emmishofen, ohne weitere Erklärung dazu, also weder nähere Bestimmung der Marken noch Erklärung des Nachportos.



Viele Grüße
Ingo
 
Heinz 7 Am: 10.12.2017 13:18:45 Gelesen: 16148# 30 @  
@ Cantus [#29]

Lieber Ingo,

das Nachporto korrekt erklären zu können, ist wirklich eine zum Teil schwierige Angelegenheit, besonders, wenn es um Auslandpost geht.

Einen hübschen Inland-Beleg mit Nachporto kann ich anbei zeigen und (vermutlich auch korrekt) erklären.



Am 16.9.1902 sandte vermutlich ein Mitglied des Vereines schweizerischer Geschäftsreisender im vereinseigenen Couvert eine Sendung an den Zentralvorstand in Basel. Über den Inhalt wissen wir nicht Bescheid, vielleicht war es eine Drucksache. Dies würde das Porto erklären von nur 2 Rappen (freigemacht mit einer Zumstein Nr. 58 B).

WENN es eine Drucksache war, so hätte der Absender dies vermerken sollen! Der Postbeamte aber betrachtete dieses Couvert als Brief und stellte fest, dass dafür ein Porto von 10 Rappen geschuldet war. Er vermerkte mit blauem Stift eine grosse "8" für die fehlenden 8 Rappen.

Am Bestimmungsort in Basel wurden die 8 Rappen in Portomarken nachfrankiert. Eine Strafporto musste der Empfänger nicht bezahlen, wohl aber die Korrektur zum korrekten Betrag.

Die Portomarken sind sauber, sehr gut gezähnt, und die Stempel alle glasklar abgeschlagen. Ich schätze diesen Beleg sehr!

Heinz
 
SH-Sammler Am: 11.12.2017 08:29:54 Gelesen: 16111# 31 @  
@ Heinz 7 [#30]

Hallo Heinz,

auch ich habe einen Brief an dieselbe Adresse, mit derselben Art von Frankierung. Ich vermute, dass es da eine Abmachung mit dem Zentralvorstand gegeben hat. Die Ähnlichkeit mit Deinem Brief ist meines Erachtens zu gross, als dass es ein Zufall gewesen wäre.



"Drucksache" von BUCH (Schaffhausen) via übergeordnetes Postamt RAMSEN nach Basel, ca. einen Monat nach Deinem Brief.

Von Interesse wäre jetzt, ob der Brief zugeklebt war, was die Berechtigung für das Nachporto für die Frankatur eines normalen Briefes wäre.

Gruss

SH-Sammler
Hanspeter
 
Manne Am: 11.12.2017 09:31:16 Gelesen: 16102# 32 @  
Hallo zusammen,

hier zwei Belege aus Schwenningen nach Bern vom 02.01. und 08.01.1940.

Gruß
Manne


 
hopfen Am: 11.12.2017 13:56:33 Gelesen: 16080# 33 @  
@ Manne [#32]

An die Nachporto-Berechnungs-Experten:

Warum zweimal 25 Rappen ?

links Pk mit 6 Pf. vom 2.1.40
rechts Pk mit nur 5 Pf. vom 8.1.40

Für die Aufklärung dankt mit phil. Gruß
Horst
 
ebuphil Am: 11.12.2017 18:42:51 Gelesen: 16059# 34 @  
Bisher hat, soweit ich sehe, noch niemand Literaturhinweise zu den Schweizer Portomarken angegeben.

Ich arbeite mit einer sehr ausführlichen Studie des Schweizer Markenhändlers Axel Herms. Bei ihm kann man auch Sammelblätter mit Belegmarken zu den einzelnen Auflagen und Gruppen erhalten, die die Bestimmung wesentlich erleichtern, vor allem die der unterschiedlichen Farbtöne.
 
Heinz 7 Am: 11.12.2017 20:12:36 Gelesen: 16046# 35 @  
@ SH-Sammler [#31]

Lieber Hanspeter,

es ist interessant, dass Du einen praktisch identischen Beleg hast! Natürlich habe ich mein Couvert geprüft, es war höchstwahrscheinlich nicht zugeklebt. Aber der fehlende Hinweis (handschriftlich) "Drucksache" gab dem Pöstler m.W. das Recht, den Brief als gewöhnlichen Brief zu betrachten.

Anbei eine weitere "Knacknuss" für Porto-Experten.



In Konstanz wurde diese Postkarte am 12.12.1889 aufgegeben. Doch die Postkarte war eine Inland-Postkarte zu 5 Pfennige. Die Karte war adressiert nach "Heich. Hausen. Kanton Zürich. Schweiz". Heich ist meines Erachtens nicht korrekt, es sollte "Heisch" heissen.

Die Postkarte wurde markiert mit einem fetten T.-Stempel (= Taxe). Warum nun 13 Rappen taxiert wurden, kann ich leider nicht genau begründen. Der Tarif soll aber stimmen, sagte mir ein Sammler.

Besonders schön, ist natürlich, dass Portomarken von ZWEI verschiedenen Ausgaben zur Verwendung kamen: eine alte 3 Rappen Marke (blau) und eine neue 10 Rappen-Marke hellgrün; Zumstein Nr. 3 II und 18 C.

Die beiden Marken sind gestempelt mit dem Stempel "HAUSEN a/A 13.XII.89"

Heinz
 
Cantus Am: 12.12.2017 13:32:01 Gelesen: 15987# 36 @  
@ Heinz 7 [#35]

Hallo Heinz,

dein Bild lässt sich leider nicht öffnen.

Ich habe hier eine Postkarte, die ursprünglich am 2.8.1906 in Berlin-Wilmersdorf aufgegeben worden war, dann aber eine Irrfahrt durch Europa antrat. Die unterschiedlichen Zustellversuche wurden mit Stempel oder Aufkleber dokumentiert, bis die Karte schließlich in Zürich ankam, wo sie aber auch nicht den Empfänger erreichte. Die Schweizer Post überklebte daraufhin das vollgeschriebene Adressfeld, um auf diesem Zettel Tax-Stempel und Portomarke unterbringen zu können.







Viele Grüße
Ingo
 
hajo22 Am: 14.12.2017 18:26:45 Gelesen: 15929# 37 @  


Postkarte von der Schweizer Himalaja-Expedition 1947. Geschrieben am 19.7. im Basis-Lager auf 4.550 m. Stempel Camp P.O. vom 28.7.1947 nach Lausanne mit 20 Rappen Nachportomarke v. 5.9.47.

hajo22
 
SH-Sammler Am: 01.03.2018 09:57:29 Gelesen: 13731# 38 @  
@ Heinz 7 [#35]

Hallo Heinz,

Du hast im Beitrag [#35] ja noch eine "Nuss", welche es zu knacken gilt, nämlich die Bestätigung des Nachportos auf der 5-Pfennig Karte von Konstanz.

Ich habe in meinem Bestand auch ein paar Karten mit Nachporto drauf. Einige davon sind ebenfalls von Deutschland. Die Schwierigkeit liegt nicht so sehr darin, wieviel an Taxe denn noch fehlt. Bei Deiner Karte fehlten 5 Pfennige, wie Du richtig schreibst.

NUR, wie viel war das in Rappen?

Auf meiner Karte befindet sich noch handschriftlicher Hinweis in blau (typisch für das Erheben der Nachporti) von 6¼ Rappen. Dies war anscheinend der umgerechnete Wert von 5 Pfennigen zu jener Zeit.

Nun die Formel zur Berechnung der Taxe. Vom 6.IX.1887 bis 30. VI.1892 galt folgendes:

Doppelter fehlender Betrag, aufgerundet auf den nächsten ganzen Rappen. Also 6¼ fehlende Taxe mal 2 ergibt 12,5 Rp., aufgerundet auf 13 Rappen.

Liebe Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
SH-Sammler Am: 12.06.2018 10:51:11 Gelesen: 11847# 39 @  
@ Manne [#32]

Hallo Manne,

ich befasse mich seit einiger Zeit vermehrt mit den Portomarken und Belegen mit den erhobenen Taxen. So versuche ich, die erhobene Taxe nachzurechnen und (für mich) zu bestätigen. Dazu muss man jedoch immer wissen, wie hoch denn die normale Taxe gewesen wäre.

Im Beitrag [#32] zeigst Du 2 Postkarten mit erhobenem Nachporto. Kannst Du mir bitte mitteilen, wie hoch die normale deutsche Auslandtaxe im Januar 1940 war?

Bei Interesse kann ich Dir die Berechnungsschritte aufzeigen.

Gruss

SH-Sammler
Hanspeter
 
jahlert Am: 12.06.2018 15:31:26 Gelesen: 11818# 40 @  
@ ebuphil [#34]

Hallo ebuphil,

ist das Kapitel 'P. Portomarken' im Zumstein Spezialkatalog Schweiz, Seiten 989 bis 1033, bekannt?

Gruß
Jürgen
 
Cantus Am: 13.06.2018 17:09:28 Gelesen: 11781# 41 @  
@ jahlert [#40]

Hallo Jürgen,

nicht jeder hat einen Zumstein-Spezial, denn der ist ziemlich teuer, auch wenn ich zugeben muss, dass sich für den Briefmarkenbereich - ganz im Gegensatz zum Ganzsachenkatalog - die Anschaffung für einen Schweizsammler lohnt. Für die Portostufe aus Deutschland heraus genügt aber ein normaler Michel-Deutschland-Katalog für Briefmarken, da sind stets irgendwo die Portotabellen mit abgedruckt.

Ich zeige hier nachstehend eine Ansichtskarte, die von Bayern aus nach Rohrschach in der Schweiz gelaufen ist, wo sie am 2.5.1902 eintraf. Wegen unzureichendem Porto wurde sie mit einem Strafporto von 15 Rappen belegt.



Viele Grüße
Ingo
 
jahlert Am: 14.06.2018 00:31:15 Gelesen: 11763# 42 @  
Lieber Ingo,

ich hatte im Beitrag [#34] Eberhards Wunsch nach 'Literaturhinweisen zu den Schweizer Portomarken' so verstanden, dass er etwas über Farben, Papier, Kontrollzeichen und Rahmentypen erfahren wollte.

Die aktuellen Schweiz-Spezial-Ausgaben aus Unterschleißheim sind inzwischen ebenso hilfreich.

Beste Grüße, Jürgen
 
ChristianSperber Am: 31.12.2020 02:48:30 Gelesen: 2352# 43 @  
@ hajo22 [#37]

Das indische Postkartenporto betrug für dsen See- und Landweg 2 Annas.

Meines Wissens ergibt sich das Nachporto wie folgt:

Doppelter Fehlbetrag * Auslandsbriefporto Schweiz / Auslandsbriefporto Indien

also

2 Annas * 30 Rappen / 3,5 Annas = 17,2 Rappen => aufrunden auf volle 5 Rappen, ergibt 20 Rappen

Gruß
Christian
 
ChristianSperber Am: 01.01.2021 13:48:42 Gelesen: 2302# 44 @  
Sendungen Pakistan - Schweiz mit Portomarken

Die Abbildung zeigt zwei Luftpostbriefe nach Pakistan aus dem Jahr 1950 und 1952, jeweils frankiert mit 12 As, die ich für meine Sammlung Pakistan bestellt habe.

Zu den Portostufen Pakistans lässt sich sagen, dass nach der Unabhängigkeit zunächst die britisch-indischen Luftpostgebühren [1] weiter galten, zumindest bis weit in die 1950er Jahre. Die Gebühr in die Schweiz betrug 14 Annas je 1/2 Unze (inclusive rate). Die Briefe waren aber nur mit 12 Annas, der Rate nach Großbritannien, frankiert. Vielen Absendern war offensichtlich nicht bewusst, dass für viele europäische Länder andere Raten als für die häufigste Destination Großbritannien galten, und so ist dies eine häufige Fehlerquelle für unterfrankierte Sendungen. Dem Fehlbetrag von 2 Annas entsprach der Taxvermerk aus Pakistan zu 24 Goldcentimes.



In der Schweiz wurden 40 bzw. 45 Rappen Nachgebühr erhoben. Dies hängt mit der Erhöhung der einfachen Briefgebühr für den Land- und Seeweg von 3 1/2 auf 4 Annas zusammen. Daher wurde wie folgt gerechnet (wie im vorherigen Beitrag angegeben):

1950: 4 Annas * 40 Rappen / 3,5 Annas = 45,7 Rappen (nicht aufgerundet)

1952: 4 Annas * 40 Rappen / 4 Annas = 40 Rappen

Allerdings erfolgte die erwähnte Erhöhung in Pakistan bereits im Jahr 1949, so dass im Jahr 1950 scheinbar 5 Rappen "zu viel" kassiert wurden. Um dies zu beurteilen, müsste man die Schweizer Primärquellen kennen, anhand derer die Beamten in der Schweiz die Frankaturen überprüft hatten. Verzögerungen bei der Übermittlung der Informationen zu Änderungen sind natürlich denkbar.

Sind entsprechende Schweizer Verzeichnisse zugänglich bzw. ausgewertet worden?

Zum Beispiel für die USA gibt es entsprechende Angaben in [2]. Im dort zitierten Postal Guide wird der Oktober 1950 für die erhöhte pakistanischen Gebühr angegeben.

Ich grüße alle Mitleser und wünsche alles Gute und Gesundheit für 2021.
Christian

[1] Jeffrey Brown: Indian Airmail Postage Rates until 1956.
[2] Wawrukiewicz, Beecher: U.S. International Postal Rates, 1872-1996.
 
ChristianSperber Am: 01.01.2021 16:03:04 Gelesen: 2288# 45 @  
Ein rätselhafter Beleg Pakistan - Schweiz

Der abgebildete Dienstbrief aus Pakistan mit Aufgabestempel vom 30. März 1948 (Ort unlesbar) ist rückseitig mit Dienstmarken zu insgesamt 42 Annas frankiert. Dies entsprach einer Sendung der dritten Gewichtstufe zwischen 1 und 1 1/2 Unzen (siehe meinen vorstehenden Beitrag) und der Gewichtsangabe 31 Gramm auf der Vorderseite.

Es wurde Schweizer Nachporto in Höhe von sFr 5,75 erhoben (Stempel Genève, Nations Unies, 6. April 1948).



Scheinbar ist der Beleg richtig frankiert. Beim Erwerb des Stückes vermutete ich, dass die Dienstmarkenfrankatur nicht anerkannt worden ist. Die pakistanischen Dienstmarken durften nur für Sendungen im Inland und ins Commonwealth verwendet werden. Die Regelung war ein Relikt aus der Kolonialzeit und kaum bekannt [1], so dass die Verwendung von Dienstmarken oft unbeanstandet blieb.

Nun noch einige Einzelheiten zum vorliegenden Beleg:

Leider hat ein Banause (früherer Besitzer) den Brief rechts um ca. 4,5 cm gekürzt. Dies habe ich durch Vergleich mit einem entsprechenden vorgedruckten Dienstumschlag (On his Majesty's Service) aus meiner Sammlung festgestellt. Vielleicht wurden so wichtige Angaben zum Verständnis des Beleges vernichtet.

Die Anschrift lautet (teilweise verdeckt bzw. beschnitten)
The Director of Notification Services
Interim Commision of the Wo..
Palais des Nations
Geneva
Switzerland

Die WHO (World Health Organization) hatte seinerzeit eine Interim Commission, und Britisch-Indien war Gründungsmitglied. Ich bin mir aber nicht sicher, ob der Brief auch an eine andere internationale Organisation gegangen sein könnte.

Eine Absenderangabe kann ich nicht feststellen. Sie würde sich normalerweise vorderseitig links unten befinden und wäre von den Portomarken verdeckt. Die Absenderangabe hätte auch die Unterschrift des Registraturbeamten aufweisen müssen.

Vorderseitig befindet sich ein großes blaues T und die Angabe 575 in schwarz (überwiegend von den Portomarken verdeckt).

Rückseitig befinden sich eine beschnittene Berechnung 14 * 3 = 42 (entspricht der Frankatur) und eine weitere Berechnung, beginnend mit "25", die sich mir nicht erschließt.

Ich meine, dass das Nachporto einem Fehlbetrag von 25 Annas entsprach (Formel wie in den vorherigen Beiträgen):

2 * 25 Annas * 40 Rappen / 3,5 Annas = 571,4 Rappen => aufgerundet 5,75 Franken

Ich kann mir aber nicht vorstellen, wie man auf den Fehlbetrag von 25 Annas gekommen ist.

1. Ansatz: Behandlung als unfrankierter Brief, der aber tatsächlich mit Luftpost befördert worden ist

Könnte der Vermerk "T 575" ein pakistanischer Taxvermerk in Goldcentimes sein? Dann stimmt aber nur die Größenordnung (richtig wären anhand mir vorliegender belege aus 1948 je Anna Fehlbetrag 14 Goldcentimes, insgesamt 588 Goldcentimes). Eine Nachgebührenerhebung in Höhe der Goldcentimes wäre aber falsch.

42 Annas Fehlbetrag würden nach obiger Formel ein weitaus höheres Nachporto erfordern. Ebenfalls der Ansatz, das Doppelte der Schweizer Gebühr anzusetzen [2). Das Schweizer Porto für einen entsprechenden Brief nach Pakistan betrug meines Wissens 45 + 20 + 7 * 60 Rappen = 4,85 Franken [3].

2. Ansatz: Veraltete Informationen zu den Postgebühren

Im vorherigen Beitrag habe ich ein entsprechendes Beispiel gezeigt, und daher wollte ich den Weg weiterverfolgen.

Die Vorgängergebühr Britisch-Indien - Schweiz betrug 1946:

für den See- und Landweg: 3,5 Annas bis 1 Unze, 2 Annas je weitere Unze
Luftpostzuschlag: 20 Annas je 1/2 Unze

Im Juni 1947 erfolgte die Umstellung auf die inklusive Rate von 14 Annas je 1/2 Unze [4].

Vor Juni 1947 hätte der Brief also 3 1/2 + 2 + 3 * 20 = 65 1/2 Annas gekostet.

23 1/2 Annas entspricht aber auch nur der Größenordnung des Fehlbetrages von 25 Annas. Rechnet man mit 2 * 3 1/2 Annas für den Seepostanteil , würde es rechnerisch aufgehen.


Die Hypothese der Anwendung der veralteten Gebühr überzeugt mich aber auch nicht wirklich. Eine derartige Beanstandung von Briefen 1947 / 1948 ist mir nie zuvor aufgefallen.

Hat ein Mitleser eine Idee zu der erfolgten Nachgebührenerhebung oder einen anderen Beitrag zur Lösung dieses Rätsels?

Vielen Dank an alle Beitragenden, und alles Gute!
Christian

[1] Siehe hiezu meinen Beitrag im Indien-Report 104 (Januar 2011), S. 20 http://www.fg-indien.de
[2] Michael Furfie: Postage Due in Switzerland. The Basics. Postage Due Mail Study Group Journal 2 (Juni 1997)
[3] Kohl in Postgeschichte 62 (April 1995)
[4] Jeffrey Brown: Indian Airmail Postage Rates until 1956.
 
SH-Sammler Am: 02.01.2021 10:20:11 Gelesen: 2248# 46 @  
@ ChristianSperber [#44]

Hallo Christian,

vielleicht helfen Dir die Tabellen mit dem Brieftarif der Schweizer Post und den zu addierenden Luftpostzuschlägen.

,

Im Weiteren versuche ich jeweils, die Berechnung der Nachporti nach zu vollziehen, jedoch ohne eine Garantie der 100% korrekten Berechnung abgeben zu können.

Im Beitrag [#43] berechnest Du das Nachporto einer Postkarte korrekt mit der Formel “Doppelter Fehlbetrag * Auslandsbriefporto Schweiz / Auslandsbriefporto Indien”.

Im Folgebeitrag [#44] wird es schwieriger, da wurde in 2 unterschiedlichen Arten berechnet. Einerseits hat Pakistan den Fehlbetrag mit den 24c notiert, welcher von der Schweizer Post übernommen und verdoppelt in Rechnung gestellt werden könnte. Anderseits sollte die Schweizer Post die Berechnung des Nachportos aus Schweizer Sicht überprüfen.

Da gab es aber eine Diskrepanz, also hat man sich wohl in der Mitte mit der Nachgebühr von 45 Rappen getroffen.

Die korrekte Berechnung “aus Sicht der Schweizer Post” wäre folgende gewesen:
Doppelter Fehlbetrag 4 Anna, multipliziert mit Schweizer Briefporto ins Ausland [Grundtaxe Auslandbrief 40 Rp. plus 2x Flugpostzuschlag 5-10 gr (bis ½ Unze) = 100Rp, also 140,
dividiert durch Auslandbrieftaxe Pakistan von 14 Anna.
4 x 140 / 14 ergibt 40 [Rappen] Nachgebühr.

Dieser Betrag wurde auf dem Brief aus dem Jahr 1952 denn auch erhoben, und nicht die geschriebenen 24c, beim T-Stempel, verdoppelt zu 48 [Rappen].

Gruss

SH-Sammler
Hanspeter
 
ChristianSperber Am: 03.01.2021 10:46:29 Gelesen: 2197# 47 @  
@ SH-Sammler [#46]

Hallo Hanspeter,

vielen Dank für Deine Hinweise zu meinen Belegen in meinem Beitrag [#43], insbesondere zu den Portostufen der Schweiz nach Pakistan.

Ich habe aber bislang keine Hinweise dafür gefunden, dass die Schweizer Nachgebührenerhebung auf Basis des doppelten Betrages in Goldcentimes der Absenderverwaltung oder durch einen Vergleich des Auslandsbriefportos einschließlich der Luftpostzuschläge erfolgen sollte. Kennst Du hierzu Näheres?

Gruß
Christian
 
ChristianSperber Am: 03.01.2021 10:53:10 Gelesen: 2195# 48 @  
@ ChristianSperber [#45]

Eine kleine Ergänzung zur Beschreibung meines Briefes in Beitrag [#45]:

Die vorderseitige Angabe "2/10" oben links bedeutet 2 Rupien / 10 Annas, entspricht also der rückseitigen Frankatur.
 
SH-Sammler Am: 03.01.2021 14:00:17 Gelesen: 2176# 49 @  
@ ChristianSperber [#44]
@ ChristianSperber [#47]

Hallo Christian,

zu den Goldcents habe ich keine näheren Angaben. Ich weiss nicht, ob 24 Goldcent im Jahr 1950 gleich 24 Rappen entsprachen. Das war wohl ca. 1900 noch so, aber 1950?

Seit Gründung der UPU bis Ende 1975 schrieb die UPU die Regeln der Nachtaxierung von un- resp unterfrankierten Auslandbriefen vor. Bei der Schweizer Post war seit 01.04.1879 bis 31.12.1975 auf ungenügend frankierten Briefen immer der doppelte Betrag der fehlenden, (und umgerechneten) Frankatur die Basis für das Erheben des Nachportos. Dabei wird mit dem Basistarif für einen Brief ins Ausland gerechnet. Dieser Basistarif fusste auf dem Landweg. Bei Luftpost wurde bis weit in die 1950-er Jahre mit den Gewichtsstufen gerechnet. Mit den zunehmenden Flugverbindungen wurde Standard-Briefpost jedoch nur noch per Flugzeug, ohne Zuschlag, transportiert. Der Landweg resp Schiffspost von Pakistan und anderen Überseestaaten in die Schweiz kam gar nicht mehr zur Diskussion. Ob diese “Umstellung” schleichend resp auf ein bestimmtes Datum eingeführt wurde, kann ich nicht sagen. Das war wohl auch abhängig von den Flugverbindungen.

Hier noch der Berechnungsmodus für das Nachporto in der Schweiz, diese Aufstellung ist aus dem Spezialkatalog Zumstein.



Zu Deinem Folgebeitrag [#45] habe ich mir auch Gedanken gemacht. Dieser ist wirklich eine Knacknuss, bin noch am hirnen.

Gruss

SH-Sammler
Hanspeter
 

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