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Thema: (?) (4) Feldpost Siebenjähriger Krieg 1756-1763
Jürgen Witkowski Am: 19.03.2018 22:26:28 Gelesen: 2661# 1 @  
In meiner postgeschichtlichen Heimatsammlung schlummert ein französischer Feldpostbrief, bei dem ich Schwierigkeiten habe, ihn komplett zu erklären.

Geschrieben wurde er am 3. Oktober 1761 in Steyll, das ist der alte Name für Steele, heute ein Stadtteil von Essen. Der Brief war gerichtet an

Monsieur De Millot
Pititeur generaldes gabelles du roi???
a aix en provence

Mit meinen sehr mäßigen Kenntnissen der französischen Sprache interpretiere ich

Herr De Millot
Generaloberer der königlichen Salzsteuer oder Hauptkontrolleur der königlichen Salzmagazine
in Aix en Provence

Der Feldpoststempel der französischen Niederrheinarmee ARM:DU•B:RHIN ist der früheste auf Essener Stadtgebiet nachgewiesene postalisch verwendete Stempel, den nächsten Stempel gab es erst 1801.

Was mich wundert ist, dass neben dem Stempel noch einmal Monsieur steht. Könnte das "Gekrakel" unter dem Stempel eine Paraphe sein, die beispielsweise die Rechtmäßigkeit der Feldpostsendung bestätigt?

Ferner kann ich den mit anderer, sehr viel dunkelerer Tinte geschriebenen Vermerk, der mich an die Zahl 21 erinnert, nicht deuten.

Wer kann helfen, den Brief zu entschlüsseln?



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
bignell Am: 19.03.2018 22:39:09 Gelesen: 2654# 2 @  
@ Jürgen Witkowski [#1]

Hallo Jürgen,

A Monsieur Monsieur De Millot = An den Herrn (Anrede) Herrn von (Titel) Millot
pititeur général de gabelles du roy = Generaloberer der Steuern [1] des Königs

Das doppelte Monsieur war normal, gibt auch viele Briefe aus der Zeit mit Herr Herr - zur Unterscheidung von Adeligen, Herr Baron etc, denke ich.

Die 21 ist die Portoangabe, die hatte der Empfänger zu zahlen, Frankoangaben waren rückseitig notiert (aber das mag in Frankreich anders gewesen sein).

Das Datum interpretiere ich als 3 9bre (Settembre) 1761 = 3.9.1761.

Lg, harald

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Gabelle
 
volkimal Am: 19.03.2018 22:41:47 Gelesen: 2648# 3 @  
@ Jürgen Witkowski [#1]

Hallo Jürgen,

das Gekrakel ist ein "A". Das doppelte Monsieur war damals üblich. Siehe z.B. http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=40003

Viele Grüße
Volkmar
 
Jürgen Witkowski Am: 19.03.2018 23:15:54 Gelesen: 2641# 4 @  
@ bignell [#2]
@ volkimal [#3]

Lieber Harald, lieber Volkmar,

vielen Dank für die rasche Hilfe zur Interpretation der Briefvorderseite. Auf der Siegelseite sind keinerlei Vermerke.

Der Brief weist innen zwei Seiten Text auf. Hat jemand eine Idee, worum es dabei geht?



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
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