Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Deutsches Reich Inflationsbelege
Das Thema hat 10514 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 21 121 221 321 331 341 351 361 371 381 391 401 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420   421  oder alle Beiträge zeigen
 
inflamicha Am: 23.04.2024 20:50:10 Gelesen: 80529# 10490 @  
@ stampmix [#10489]

Guten Abend!

Die 100 Mio-Marke gibt es allerdings öfter als Einzelfrankatur, auch wenn man der Michel-Briefebewertung glauben mag.

Die 12 Mark findet man hingegen meist als Mehrfach- und Mischfrankatur, so wie hier:



Durch den krummen Nennwert musste man zwar etwas mehr rechnen, aber weg sollten diese Marken ja auch. Für obigen Brief von Düsseldorf nach Berlin, aufgegeben am 4.6.1923 (PP 13), für den 100 Mark fällig wurden, nahm der Absender 8 Stück der 240 und füllte den fehlenden Rest mit 4 mal Mi 187 a zu 100 Pfg. auf.

Gruß Michael
 
Dulfen1 Am: 23.04.2024 22:36:19 Gelesen: 80416# 10491 @  
Moin,

hier eine Auslandsdrucksache von Berlin nach Genf vom 03.11.1923 frankiert mit Mi.320A und 321A = 80 Mio. Porto

Für Drucksachen bis 50 Gramm wurden lt. Michel in der PP 22 als Porto 40 Mio. Papiermark verlangt.

Diese Drucksachen-Postkarte weist die Maße von 180 X 140 mm auf, also doppelt so groß wie üblich.

Gab es für großformartige Drucksachen Portoaufschläge ?



Karte wurde mittig stark gefaltet und links und rechts sichtbar von der Nachbarkarte abgetrennt.

Liebe Grüße Ulf
 
inflamicha Am: 24.04.2024 09:34:11 Gelesen: 80016# 10492 @  
@ Dulfen1 [#10491]

Hallo Ulf,

mit der Größe hat das nichts zu tun. Die Gebühr errechnete sich nur aus dem Gewicht- je 50 g 40 Millionen Mark. Wahrscheinlich hing hier keine Nachbarkarte im Sinne von einer weiteren eigenständigen Drucksache dran, sondern eine Antwortkarte, vielleicht sogar mehrere Teile (ein Abriss ist ja auf beiden Seiten sichtbar, solche mehrteiligen Drucksachen sind mir bekannt). Dadurch lag das Gewicht über 50 g und die nächst höhere Gebührenstufe kam zum Tragen.

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 25.04.2024 21:19:53 Gelesen: 78178# 10493 @  
Guten Abend,

ein schönes Beispiel für den Aufbrauch kleiner Wertstufen:



Der Brief der Puppenfabrik Hugo Wiegand in Waltershausen/Thüringen an eine Firma in Friedrichroda wurde am 5.10.1923 (PP 19) abgesandt. Die Post verlangte 2 Millionen Mark für ihre Dienste. Der Absender verwendete für die Freimachung 40 Stück der Mi 275 a mit einem Nennwert von 50.000 Mark. Da auf der Vorderseite nicht ausreichend Platz für die Menge an Marken war, nutzte der Absender auch die Rückseite des Umschlages.

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 27.04.2024 13:57:46 Gelesen: 75161# 10494 @  
Hallo,

zu den etwas selteneren Einzelfrankaturen zählen solche der 1 Milliarde Mark Rosette durchstochen:



Hier klebt diese Marke auf einem Brief der Holzhandlung Siepmann in Hagen/Westfalen an eine Maschinenfabrik in Oedingen Kreis Meschede vom 9.11.1923 (PP 23). Die Marke erschien am 5.11.1923 an den Postschaltern, bereits am 12.11.1923 erhöhte die Post ihre Gebühren wieder. Unter der Marke sieht man, im Laufe der Jahre etwas verblasst, die Monogrammstempel der Prüfer Nawrocki, Kobold und Peschl- in den Anfangsjahren von Infla Berlin fanden Kollektivprüfungen statt.

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 28.04.2024 19:24:03 Gelesen: 69496# 10495 @  
Guten Abend,

ein eingeschriebener Ortsbrief der 2. Gewichtsstufe (>20 bis 100 g):



Am 3.9.1923 (PP 17) wurde der R-Brief von der Maschinen- und Werkzeugfabrik Samsonwerk GmbH Berlin an das Bankgeschäft Koppel & Co. dortselbst verschickt. Das Porto für den Brief betrug 45.000 Mark, dazu kamen 75.000 Mark für das Einschreiben. Der Absender verklebte die Mi-Nrn. 253, 255 (2), 280 und 284 (3). Bis auf die Marke zu 20.000 Mark sind alle Werte mit der Firmenlochung "S.W." für Samson-Werk versehen.

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 01.05.2024 17:05:26 Gelesen: 54938# 10496 @  
Hallo,

eingeschriebene Drucksachen sind nicht häufig, hier eine aus der PP 15:



Die R-Drucksache von Leipzig nach Mittweida wurde am 7.8.1923 abgeschickt, vorschriftsmäßig mit offener Briefklappe. Frankiert wurde sie mit Mi 248 und 252 für ein Gewicht bis 25 Gramm = 1.200 Mark (200 Porto + 1000 R-Gebühr).

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 03.05.2024 21:29:32 Gelesen: 43126# 10497 @  
Guten Abend,

heute eine eingeschriebene Postkarte aus Berlin-Lichterfelde:



Die Karte mit der Vierteljahresrechnung für den Bezug der Zeitschrift "Die Arbeiterversorgung" vom 8.6.1923 (PP 13) ist nach Weilheim/Württemberg adressiert. Zum Fernpostkartenporto in Höhe von 40 Mark kamen 80 Mark Einschreibgebühr. Für die zusammen 120 Mark verklebte der Absender je eine Mi 241 und 268 b.

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 05.05.2024 21:14:16 Gelesen: 32016# 10498 @  
Guten Abend,

vorschriftsmäßig mit offener Briefklappe:



Der attraktive Werbeumschlag der Firma Emil Hermes Merscheid-Solingen reiste ab 6.8.1916 (PP 2) in der Sendungsart Geschäftspapiere nach Salzburg in Österreich-Ungarn. Für 10 Pfg. konnten Geschäftspapiere bis 250 g Gewicht versandt werden. Frankiert wurde mit 2mal Mi 85 II, nach Österreich galt der Inlandstarif.

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 08.05.2024 21:24:35 Gelesen: 27595# 10499 @  
Guten Abend,

hier eine Teilbarfrankatur:



Der Brief von Reiboldsgrün nach Marienberg in Sachsen vom 31.8.1923 (Letzttag der PP 16) musste mit 20.000 Mark frankiert werden. Der Absender hatte bereits Marken für 10.000 Mark aufgeklebt: 3 mal Mi 250, 4 mal Mi 269 und einmal Mi 278 X. Links ist handschriftlich vermerkt "/ noch 10 Tausend Mark /", vielleicht vom Absender, vielleicht auch schon vom Postbeamten. Letzterer vereinnahmte jedenfalls die fehlenden 10.000 Mark in bar und bestätigte den Vorgang mit einem rot eingerahmten "10 Geb bez" sowie seinem Namenskürzel.

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 09.05.2024 18:36:10 Gelesen: 26890# 10500 @  
Guten Abend,

eine sauber gestempelte Mehrfachfrankatur aus der PP 14:



Für den Brief der Deutschen Bank in Berlin W 8 nach Dresden vom 20.7.1923 waren 300 Mark zu entrichten. Der Absender verklebte 10 Stück der Mi 243 a mit dem Bergarbeitermotiv. Als dieses erstmalig 1921 auf einigen Pfennigwerten auftauchte erregte es Kritik, weil die Arbeiter als Linkshänder dargestellt waren. Für die 1923 erscheinenden Markwerte wurde das Motiv deshalb einfach gespiegelt und voilà - alles hatte seine Ordnung.

Gruß Michael
 
muemmel Am: 09.05.2024 21:36:02 Gelesen: 26788# 10501 @  
Guten Abend,

auch von mir gibt es heute einen Fernbrief, aber mit Zusatzleistung "eingeschrieben":



Das schwergewichtige Teil wurde am 29.10.23 (Portoperiode 21) vom oberschlesischen Beuthen nach Berlin verschickt. Für die Frankatur wurden insgesamt 26 Millionen Mark verklebt (4 x MiNr. 316 AP plus 1 x MiNr. 318 AP). Davon entfielen 10 Millionen auf die R-Gebühr und 16 Millionen auf das Porto. Dies war genau der Betrag, den die Reichspost für die Beförderung eines Fernbriefs der 3. Gewichtsstufe (>100-250 g) haben wollte.

In diesem Fall haben wir es daher mit einem Sahneteilchen zu tun, vorausgesetzt man weiß, wie selten Orts- und Fernbrief ab der 3. Gewichtstufe sind. Dazu noch eingeschrieben und als Beifang die primären Feldmerkmale PP 8 (Sprung) und PP 23 (PE 1). Das hat schon was.

Schöne Grüße
Mümmel
 
philast Am: 09.05.2024 21:59:31 Gelesen: 26766# 10502 @  
Hallo,

heute ein Gelegenheitsstempel von Münster (Westfalen) 2 28.8.22 zur Gewerbeschau im September 1922.

Die Postkarte DP 4 ist privat verwendet und mit Freimarken zu 1,50 Mk freigemacht.

Interessant ist dass im Tagesstempel die Uhrzeitgruppe und die Datumsgruppe vertauscht sind.



Grüße
philast
 
philast Am: 09.05.2024 22:09:21 Gelesen: 26752# 10503 @  
@ philast [#10483]

Hallo,

anbei noch ein weiterer Beleg an ein Mitglied im Freikorps Lützow [1]. Das Freikorps Lützow war zu diesem Zeitpunkt in München.



Grüße
philast

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Freikorps_L%C3%BCtzow
 
philast Am: 10.05.2024 08:14:42 Gelesen: 26335# 10504 @  
@ philast [#10502]

Leider habe ich mich verschrieben. Das Datum ist der 23.8.22.

Grüße
Philast
 
axelotto Am: 10.05.2024 19:11:39 Gelesen: 25843# 10505 @  
@ muemmel [#10501]

Und dazu noch ein Spätdatum von II Berlin NW 40 g (8) vom 30.10.1923

Stempel etwas vermatscht aber noch leserlich.

Gruß Axel
 
muemmel Am: 12.05.2024 21:42:01 Gelesen: 21644# 10506 @  
Guten Abend,

im Beitrag [#10501] hatte ich am 9.Mai einen eingeschriebenen Fernbrief der 3. Gewichtstufe vorgestellt und in dem Zusammenhang erwähnt, dass solche generell - also auch ohne Einschreiben - als selten einzustufen sind. Dass diese Behauptung nicht aus der Luft gegriffen ist ergibt sich aus einer Ausewertung der Belege-Datenbank inflaseiten.de.

Aus einer Gesamtzahl von etwas mehr als 17.400 Belegen wurden dabei 5.610 Fernbriefe und 1.113 Ortsbriefe gezählt, also solche die während der Inflationszeit in den Grenzen des Deutschen Reichs unterwegs waren. Das allein sagt natürlich noch überhaupt nichts weiter aus, vielmehr zeigt die Aufschlüsselung nach Gewichtstufen die Relationen.



Das Gros sehen wir bei den Briefen der 1. Gewichtstufe (GW) mit einem Anteil von 80 Prozentund darüber. Das konnte man so oder so ähnlich erwarten. Dass Briefe der 2. GW aber noch nicht einmal die Marke von 20 Prozent erreicht, hat mich dann doch überrascht. Mit anderen Worten, man muss solche bereits als deutlich seltener einstufen. Die Zahlen für die 3. und 4. GW sprechen für sich und untermauern die These, dass es sich bei solchen tatsächlich um Seltenheiten handelt.

Ähnliche Untersuchungen kann man auch für Drucksachen und Auslandsbriefe durchführen. Auch wenn in diesen Fällen die Zahl der Gewichtstufen teils größer ist, sieht es tendenziell nicht viel anders aus.

Hübsche Grüße
Mümmel
 
Hansi Am: 15.05.2024 20:49:30 Gelesen: 18063# 10507 @  
Aus der Infla Ecke mal wieder ein netter Beleg, Fernbrief I. Gewichtsstufe vom 15.10.1923 frankiert mit 12 Stück der 250 tausend und 20 Stück zu 100 tausend was die verlangten 5 Mio ausmacht.

SUCKOW BZ. CÖSLIN

Sreiseitig geöffneter Beleg, tut dem ganzen für mich aber keinen Abbruch.

Grüße



[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Kreisobersegmentstempel auf Belegen - Kreisstempel mit Segment oben"]
 
inflamicha Am: 19.05.2024 19:12:12 Gelesen: 11608# 10508 @  
Guten Abend,

ein eiliger Brief nach Ludwigslust:



Der Brief an den Generalanzeiger für Philatelie wurde am 11.5.1923 (PP 13) auf den Weg gebracht. Fernbriefporto 100 Mark und Eilzustellgebühr 120 Mark summierten sich auf 220 Mark, wofür 3 mal Mi 244 b und 2 mal Mi 246 a verklebt wurden. Die Markenentwertung erfolgte mit dem Stempel Stuttgart Bahnhof.

Gruß Michael
 
beethoven_2014 Am: 22.05.2024 23:06:54 Gelesen: 7097# 10509 @  
Ich habe auf ebay versehentlich einen Belegeposten ersteigert.

Zuerst eine Stempelfälschung.

Eine 323B mit Stempel Kostanz 04.11.23 (Falschstempel lt. Infla Bericht Nr. 13)

Offensichtlich hatte man sich nicht die Mühe gemacht auf den Erstausgabetag (05.11) zu achten.


 
beethoven_2014 Am: 22.05.2024 23:28:35 Gelesen: 7077# 10510 @  
Der zweite Beleg ist eine geschwärzte Nachnahme mit Vorderseitigem Stempel "Rudo... 17.12.22" und ".... 16.12.22 (Saale)"

Rückseitig mit Stempel "Halle 16.12.22 (Saale)"

Frankiert mit 2 Mark (224) und 3 * 5 Mark (194) könnte dem Porto einer Drucksache (5 Mark) mit Nachnahme (12 Mark) also gesamt 17 Mark entsprechen.



[Redaktioneller Hinweis: Die beiden fehlenden (unsichtbaren) Abbildungen wurden am 23.05. bei Mitglied angefordert] Danach werden die Beiträge verschoben, da es in diesem Thema NUR um Belege geht und es um Fälschungen geht
 
muemmel Am: 23.05.2024 23:57:28 Gelesen: 4918# 10511 @  
Guten Abend,

hier zeige ich einen eigentlich unspektakulären Fernbrief der 1. Gewichtstufe, der am 6.11.23 (Portoperiode 23) von Berlin nach Elberfeld auf der Reise war (Wuppertal gab es damals noch nicht).



Was das Porto betrifft, waren 500 Millionen nur die halbe Miete. Anscheinend hatte der Absender noch Restbestände in kleineren Werten in der Portokasse und verklebte daher auf der Rückseite einen Block mit 25 Marken zu 20 Millionen. So stimmte es also mit dem Porto.



Vorne wurde ein Tagesstempel sauber abgeschlagen, aber damit der Postbeamte keine Sehnenscheidenentzündung davon trug, bediente er sich zur Entwertung der Marken auf der Rückseite eines "Grobsendungsstempels". Solche wurden vielfach von den Postlern in Eigenregie angefertigt, um der damaligen Markenflut Herr zu werden. Hier anscheinend eine Platte mit Gumminoppen oder so ähnlich.

Da es sich hier um ein 25er-Klischee von einem Schalterbogen handelt, sind natürlich auch alle primären Feldmerkmale vorhanden sofern sie nicht durch die Stempelfarbe unkenntlich gemacht wurden. Allseits bekannt das Merkmal PP 8 (Sprung mit der Haupttype) und als kleines Sahneteilchen eine Korrekturtype des Merkmals PP 23 (PE 1).

Gut´s Nächtle
Mümmel
 
beethoven_2014 Am: 24.05.2024 00:37:27 Gelesen: 4874# 10512 @  
Ein Brief von Cranz nach Königsberg, frankiert mit 40 Pfg.mit Stempel CR.NZ 29.11.20.

Der Ort hatt sich in aus den Angaben des Absenders ergeben.

Offensichtlich in einer militärischen Angelegenheit zumal im 2 WK. eine Funkaufklärungsanlage zur Peilung von Feindsendern stationiert sein soll [1].

Ich vermute das fr. auf der Vorderseite bezieht sich wahrscheinlich auf das Wort "Franko".



[1] Quelle: Geschichtsspuren.de
 
inflamicha Am: 25.05.2024 13:49:19 Gelesen: 1448# 10513 @  
Hallo,

ein Ortsbrief aus der PP 25:



Der Brief innerhalb Mageburgs vom 24.11.1923 war mit 10 Milliarden Mark zu frankieren. Der Absender wählte eine durchstochene Mi 336 BP zur Freimachung.

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 26.05.2024 19:47:15 Gelesen: 10# 10514 @  
Guten Abend,

heute ein Dienst-Faltbrief:



Der Brief von der Gerichtsschreiberei des Amtsgerichtes Hirschberg in Schlesien wurde am 8.1.1921 (PP 5) an den Gemeinde-Waisenrat in Seiffersdorf Kreis Schönau/Katzbach gesandt. Für die nötigen 40 Pfg. Freimachung sorgte ein waagerechtes Paar der D 19 a.

Gruß Michael
 

Das Thema hat 10514 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 21 121 221 321 331 341 351 361 371 381 391 401 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420   421  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.