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Thema: Belgien: Eingehende Belege aus aller Welt
dr.vision Am: 14.05.2018 13:10:13 Gelesen: 653# 1 @  
Moin zusammen,

ich möchte hier von Zeit zu Zeit einige Belege vorstellen und hoffe auf rege Beteiligung aus dem Forum.

Am 2.6.1906 verließ die als Drucksache umdeklarierte Postkarte den Vorort Cossipore von Kalkutta, das übrigens seit 2001 offiziell Kolkata [1] heißt, auf ihrem Weg nach Oburg in der Nähe von Mons. Das Fräulein Adressatin befand sich aber nicht mehr dort, und die Karte wurde noch am gleichen Tag nach Ostende weitergeleitet.

Interessant ist der von der Peninsular & Oriental Steam Navigation Co. Ltd. (P&O) [2] an Bord abgeschlagene Stempel des Seepost-Büros. Im Jahr 1867 wurde der notwendigen Erlaß verfügt, und am 7. Mai 1868 begann der Posttransport von Bombay zunächst nach Suez und später dann weiter nach Aden. Zu diesem Zweck wurden 5 identische Sets diverser Stempel beschafft, die sich nur durch einen Kontrollbuchstaben unterschieden (hier B). Das auf dem Stempel vermerkte Datum war das Abfahrtsdatum des Schiffes. Bei dem hier in Frage kommenden Dampfer handelte es sich um die 1892 in der schottischen Werft Caird & Co. in Greenock gebaute S.S. Himalaya II. Sie hatte eine Kapazität von 6901 Bruttoregistertonnen und wurde 1922 außer Dienst gestellt und abgewrackt. [2]

In seinem Buch „THE BRITISH SEA POST IN THE EAST" (Vol. 4) registriert Edward B. Proud den Stempel als Nr. D 38. Nach meinem Dafürhalten ist es aber die Nr. D 45. [3] Da der Autor leider verstorben ist, können sich Spezialisten hier aus dem Forum gerne zu dieser Fragestellung äußern.



Beste Grüße von der Ostsee
Ralf

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kalkutta
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Peninsular_and_Oriental_Steam_Navigation_Company
[3] Edward B. Proud, THE BRITISH SEA POST IN THE EAST (Vol.4), Kapitel 3, diverse Seiten, ISBN 187246575
 
Cantus Am: 16.05.2018 12:20:49 Gelesen: 588# 2 @  
@ dr.vision [#1]

Hallo Ralf,

du zeigst hier zwar einen recht interessanten Beleg, aber ist nicht doch deine Themenüberschrift etwas zu weit gefasst, denn schließlich werden damit gut 150 Jahre Postgeschichte und ein ganzes Land erfasst?

Viele Grüße
Ingo
 
Setubal Am: 16.05.2018 18:10:42 Gelesen: 561# 3 @  
Hallo Ralf,

danke für das Zeigen Deines sehr interessanten Briefes.

Hallo ins Forum,

vorab möchte ich anmerken, dass gerade bei eintreffenden Briefen per Schiff eine umfassende Erklärung nötig ist. Speziell auf Ausstellungen ist es den kundigen und/oder lesenden Juroren möglich, die Kenntnisse eines Ausstellers zu erkennen.

Außerdem ist es meiner Meinung nach auch für interessierte Betrachter zweckmäßig sich über die Verhältnisse und Umstände der damaligen Zeit zu informieren. (Es ist ein Unterschied, ob ich als Sammler ein Gebiet wie das mit dem gezeigten Brief von Ralf belege, oder ob ich die Plattenfehler einer bestimmten Marke, Ausgabe 1990, zeige).

Weiter so Ralf !

Die Überschrift halte ich für nicht zu weit gefaßt, schließlich ruft Ralf dazu auf, dass sich weitere an diesem Thema beteiligen.

Und damit sich die 150 Jahre Postgeschichte eines Landes noch etwas erweitern, zeige ich hier einen weiteren Beleg, den ich bereits unter Belgien allgemein vorgestellt hatte - sorry. Hier paßt er aber besser rein.

Brief vom 21. Aug. 1855 aus Pernambuco (Brasilien) über England nach Mons in Belgien.

Die englische Gebühr von 1/4 setzt sich wie folgt zusammen:

1 Sh Seegebühr bis Southampton
2 d englisches Inland
2 d Weiterleitung nach Belgien

In Belgien erhielt der Brief einen Debourse (Verrechnungsstempel) zur Erstattung der englischen Gebühren von 16 Decimen = 1/4.

Der Empfänger hatte dann zusätzlich des belgischen Inlandsportos 18 Decimen zu zahlen.

Laut handschriftlichen Vermerk (oben rechts) sollte der Brief mit dem Schaufelraddampfer "Great Western" befördert werden. Der Transport erfolgte lt. Fahrplan auch mit dem bezeichneten Schiff.

Die Great Western wurde 1837 in England für die Great Western Steam Ship Company gebaut: 1.300 BRT - 10 Kn - Antrieb mit Dampf über 2 Schaufelräder. 1838 wurde das Schiff für den Post- Paket- und Passagierdienst auf der Route England- New York eingesetzt.

Bereits 1838 erhielt die Great Western das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung von Ost nach West. Auf der Rückfahrt aus New York auch für die schnellste Überquerung von West nach Ost.
Es war zu seiner Zeit das größte und schnellste Schiff der Welt.

1847 erfolgte der Verkauf an die Royal Mail Steam Packet Company. Ebenfalls eingesetzt auf der Nordamerika Linie.

Zu Werbezwecken wurden eine Fahrt in die Karibik und eine Fahrt nach Südamerika unternommen.

Der gezeigte Brief stammt von der Südamerikafahrt.

1856 kam die Great Western als Truppentransporter im Krimkrieg (Schwarzes Meer) zum Einsatz.

Nach Ende des Krieges wurde es 1858 außer Dienst gestellt und abgewrackt.



Rolf-Dieter
 
dr.vision Am: 08.06.2018 12:06:41 Gelesen: 469# 4 @  
Moin zusammen,

ich möchte heute die rumänische Ganzsache mit der Mi.Nr. 33, im Higgins & Gage unter der Nr. 31 katalogisiert, zeigen, die am 8. Juli 1898 vom belgischen Konsulat in Bukarest nach Sotteghem gesandt wurde. Die Ganzsache erhielt die bild- und wertgleiche Zusatzfrankatur der Mi.Nr. 102.



Beste Grüße von der Ostsee
Ralf
 
dr.vision Am: 09.06.2018 17:29:56 Gelesen: 431# 5 @  
Moin zusammen,

Orte mit dem Namen Berlin gibt es viele auf der Welt. Eine Studie der TU Berlin (Deutschland) fand 118 Plätze mit diesem Namen. [1]

Hier zeige ich eine Ansichtskarte, abgestempelt in dem kanadischen Berlin (Ontario) [2] am 20. Januar 1905 für ihre Reise nach Lüttich. Frankiert wurde mit einer Mi.Nr. 78A (King Edward VII) und entwertet mit einem Duplexstempel.

Ursprünglich war die Stadt eine Mennoniten-Siedlung und wurde nach deren Führer Ebytown genannt. 1833 erhielt sie den Namen Berlin und wurde zur heimlichen Hauptstadt der Deutschen in Kanada. Unter dem Einfluss deutschfeindlicher Strömungen während des Ersten Weltkriegs wurde die Stadt Berlin im Jahre 1916 nach einer von vielen Bewohnern boykottierten Volksabstimmung nach dem bekannten britischen Feldmarschall und Kriegsminister Herbert Kitchener, umbenannt.

Dennoch ist auch heute noch der deutsche Einfluss in der Stadt zu spüren, zum Beispiel durch das jährliche Oktoberfest, zu dem viele Gäste aus ganz Nordamerika anreisen. Außerdem gibt es einen Christkindlmarkt. [3]

Die Ansichtsseite zeigt die berühmten Niagara-Wasserfälle. [4] Diese wird der Schreiber wohl besucht haben und die Karte dann anschließend in Berlin in die Post gegeben haben, denn zwischen den beiden Orten liegen rund 150 Kilometer Distanz.



Beste Grüße von der Ostsee
Ralf

[1] https://www.berlin.de/rbmskzl/service/berlin-informationen/berlins-in-aller-welt/
[2] https://www.berlin.de/rbmskzl/service/berlin-informationen/berlins-in-aller-welt/berlins-in-nordamerika/kanada/
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Kitchener_(Ontario)
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Niagara_Falls_(Ontario)
 
dr.vision Am: 09.07.2018 16:28:27 Gelesen: 313# 6 @  
Moin zusammen,

erst einmal Dank an Ingo, der mir durch seinen Beitrag im Costa Rica Thread [1] und auch telefonisch - eine große Hilfe war, die Prägung unter der Deckklappe des Ganzsachenumschlages zu finden, und diesen zuordnen zu können. Es handelt sich um den GS-Umschlag Nr. 10 (nach Ascher) mit der Prägung „AMERICAN BANK NOTE CO. / NEW YORK", der 1911 an die Schalter kam. Wie Ingo schon schrieb, ist die Darstellung der Prägung fast unmöglich.

Der Umschlag wurde am 19. Februar 1912 in San José entwertet, bekam am 29. Februar einen Durchgangstempel von New Orleans und erreichte Namur / Namen am 14. März.



Beste Grüße von der Ostsee
Ralf

[1] https://www.philaseiten.de/beitrag/181752
 
dr.vision Am: 10.08.2018 17:15:26 Gelesen: 211# 7 @  
Moin zusammen,

ich möchte heute eine Paketkarte von Leipzig nach Brüssel zeigen. Das Paket ging am 6.7.1891 auf die Reise und wurde am 7.7.1891 in Köln weiter bearbeitet.



Der benötigte Tarif von 0,80 Mark für Pakete bis 5 Kilogramm wurde mit jeweils einer Marke der Mi.Nr. 47, 48 und 50 erbracht. Dieser Tarif galt als Einheitstarif vom 1.11.1878 bis zum 31.7.1914. Es handelt sich hierbei nicht um einen Tarif des Weltpostvereins, da für Deutschland 0,50 M und für Belgien 0,30 M abgerechnet wurden.

Die dunkelblaue Paketkarte für das Ausland gab es nur in den Jahren 1888 - 1891, mit einigen Nachläufern in späterer Zeit. Paketkarten ins Ausland waren ab 1.4.1886 hellblau und vorher für Inlands- und Auslandsverwendung gelb. Alle diese Informationen gab mir ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Spezialist hier aus dem Forum. Danke nochmal dafür.

Der Absender und der Adressat, die Firma Breitkopf & Härtel [1] ist heute noch aktiv und einer der renomiertesten Musikverlage. Sie unterhält Filialen in Taunusstein, Paris und London. Die Firmenzentrale befindet sich in Wiesbaden.

Beste Grüße von der Ostsee
Ralf

[1] https://www.breitkopf.com/
 
marc123 Am: 11.08.2018 14:56:05 Gelesen: 186# 8 @  
Ich stelle hier einmal die Haupttarife für Briefe von Luxemburg nach Belgien anhand einiger Beispiele während der Zeit der Luxemburger Wappenmarken (1859-1882) vor. Für die Portotabelle (siehe: Dieter Basien und Fernand Hoffkamp, Tarife der Briefpost in Luxemburg 1852-2002, 75).

Für Frankierte Briefe galt bis zum 01.08.1867 der Tarif von 20 Centimes in die "Province de Luxemburg". Eine Marke von 20 Centimes existierte allerdings nicht. Frankaturen mit 2 x 10 Centimes sind üblich.



Brief mit Paar 10 Centimes (erste Auflage, schwarzblau) von Luxemburg nach Arlon vom 10.11.1860.

Liebe Grüße
Marc
 
marc123 Am: 11.08.2018 15:06:32 Gelesen: 185# 9 @  
Für die anderen Provinzen galten bis zum 01.08.1867, 30 Centimes. Hierfür gab es eine Marke.



Brief vom 21.04.1860 frankiert mit einer 30 Centimes erste Auflage, von Luxemburg nach Brüssel.

Liebe Grüße
Marc
 
marc123 Am: 11.08.2018 15:19:11 Gelesen: 182# 10 @  
Am 01.08.1867 wurde der Tarif geändert. Das Porto für Briefe je 15 g (vorher je 10 g) betrug nun 10 Centimes für die 30 km Zone (Bis zu 30 km vom Aufgabepostamt).



Brief von Bascharage nach Arlon. Frankiert mit einer 10 Centimes farbig durchstochen der zweiten Auflage. Das Jahr im Datumsstempel vom 26.10. ist nicht lesbar. Die Marke erschien Mitte 1868 (Kontrolldatum 30.06.68).

Liebe Grüße
Marc
 
marc123 Am: 11.08.2018 15:31:21 Gelesen: 179# 11 @  
Am 01.08.1867 wurde auch der Tarif für den Rest des Landes geändert. Das Porto für Briefe je 15 g (vorher je 10 g) betrug nun 20 Centimes. Das Kontrolldatum der ersten 20 Centimes Marke Luxemburgs war der 13.09.1867 also kurz nach der Portoänderung.



Brief von Luxemburg nach Montagne la petite vom 19.05.1871. Frankiert mit einer 20 Centimes gelbbraun der zweiten Auflage.

Liebe Grüße
Marc
 
marc123 Am: 11.08.2018 15:43:06 Gelesen: 178# 12 @  


Brief von Luxemburg Bahnhof nach Verviers, vom 10.12.1874. Frankiert mit einer 20 Centimes graubraun der dritten Auflage. Von der dritten Ausgabe der Wappenmarken (Brück) existiert keine 20 Centimes. Die hohe Auflage der hier gezeigten 20 Centimes der zweiten Ausgabe, dritte Auflage reichte bis 1881.

Liebe Grüße
Marc
 
marc123 Am: 11.08.2018 15:49:46 Gelesen: 176# 13 @  


Zweimal 20 Centimes. Gleiche Marke wie im vorherigen Beitrag. Doppeltes Porto von Luxemburg nach Antwerpen vom 03.11.1875. Eine Verwendung einer 40 Centimes wäre auch möglich gewesen.

Beste Grüße
Marc
 
marc123 Am: 11.08.2018 15:57:11 Gelesen: 174# 14 @  


Paar 10 Centimes der Brück Ausgabe auf Brief von Petingen nach Châtelet vom 06.03.1880.

Beste Grüße
Marc
 
marc123 Am: 11.08.2018 16:02:06 Gelesen: 172# 15 @  


20 Centimes der Haarlemer Ausgabe (vierte Ausgabe), von Dommeldingen nach Antwerpen, vom 06.12.1882.

Beste Grüße
Marc
 
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