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Thema: Deutsche Abstimmungsgebiete Marienwerder Mi. 21: Echt oder falsch ?
Markus Pichl Am: 17.05.2018 03:28:18 Gelesen: 203# 1 @  
Hallo,

gestern habe ich mich den halben Tag mit Marienwerder MiNr. 21 beschäftigt.

Prof. Dr. Klein BPP und zugleich Gründer des VP hatte die echten Aufdrucke von MiNr. 21 II in drei Klischeetypen eingeteilt, welche sowohl mit schwarzer, als auch in roter Farbe auf Urmarken DR MiNr. 94 B II aufgedruckt wurden. Ferner gibt es selbige Marken, mit einem vierten Klischee, ebenfalls in schwarz und in rot im Buchdruck überdruckt, welche als Aufdruckfälschungen gelten (hingegen diese von Herrn Richter als echte Aufdrucke signiert wurden).

Sowohl Thilo Nagler VP, als auch Matthias Bock BPP, beide zeichnen sich als Prüfer für dieses Sammelgebiet in ihrem jeweiligen Verband verantwortlich, sind hier im Forum Mitglied und ich erhoffe mir in diesem Thema, dass sich möglichst beide beteiligen.

Anfangen, mit dem "Löcher in den Bauch fragen", möchte ich aber mit MiNr. 21 I, welche heute im Michel wie folgt katalogisiert ist:

1 Mark dunkelkarminrot, Aufdruck Blockschrift schwarz

Von einer echten MiNr. 21 I liegt mir leider kein Bild vor, nur von einer als Neudruck von Herrn Prof. Dr. Klein gekennzeichneten Marke, welche kürzlich auf ebay angeboten wurde.



Interessant erachte ich aber, dass in alten Katalogen die heutige MiNr. 21 I nicht in schwarzer sondern in roter Überdruckfarbe katalogisiert ist.

Michel Europa 1923 weist den sogen. Blockschrift-Aufdruck in rot aus:



Auch der Michel Deutschland Spezial 1936 schreibt "rot" als Überdruckfarbe:



Bemerkenswert ist der Hinweis im Sott-Katalog aus dem Jahre 1927. Dort werden alle mit großen Typen überdruckten Marken zu einer Mark als Essay bezeichnet, welche sich zum Teil auf durch die Post beförderten Belegen befinden und pauschal eine spekulative Intention für derartige Stücke ausgewiesen wird. In gestempelt sind nur solche Aufdrucke mit großen Typen mir bekannt geworden, welche zur Aufdrucktype II = Mediävalschrift gehören.



Wie wird jetzt aus einem Essay eine Freimarke und wie wird aus roter nun eine schwarze Aufdruckfarbe in der Katalogisierung im Michel-Katalog?

Nebenbei vermerkt, Abbildungen von den im Jahre 1936 im Michel erwähnten Paketkarten suche ich noch heute.

Hoffe, dass mir die Prüfer meine Fragen beantworten können.

Beste Grüße
Markus
 
Thilo Nagler Am: 17.05.2018 10:20:30 Gelesen: 150# 2 @  
@ Markus Pichl [#1]

Wie wird jetzt aus einem Essay eine Freimarke und wie wird aus roter nun eine schwarze Aufdruckfarbe in der Katalogisierung im Michel-Katalog?

Hallo Markus,

da hast du dich von der Beschreibung in den alten Katalogen etwas in die Irre führen lassen. Es wird nicht die Aufdruckfarbe (die in der Regel immer schwarz ist) beschrieben, sondern die Farbe der Urmarke - hier "1 Mk rot". Sobald die Farbe des Überdruckes von Schwarz abweicht, wird die Überdruckfarbe beschrieben. So auch in deinen Beispiel-Abbildungen der Kataloge.

Beste Grüße

Thilo
 
Markus Pichl Am: 17.05.2018 11:20:57 Gelesen: 126# 3 @  
@ Thilo Nagler [#2]

Hallo Thilo,

ooops, da hast Du recht, da bin ich voll hereingeplumpst.

Gut, dann ist geklärt, dass die Aufdruckfarbe der MiNr. 21 I immer schon in Schwarz katalogisiert war.

Aber was ist von dem Vermerk im Scott-Katalog zu halten, der diese Marken, 21 I und 21 II, als Essays aufführt und gestempelte Stücke unter spekulative Intention stellt? Im Michel werden diese Aufdrucke ja auch heute noch als "Versuchsaufdrucke" bezeichnet. Wenn es Versuchsaufdrucke bzw. Essays sind, müsste dann nicht wenigstens die MiNr. 21 I als Essay oder Probedruck gelistet sein und nicht als Freimarke? In den alten Michel-Katalogen ist ein Preis für MiNr. 21 I in gestempelter Erhaltung notiert (auch noch im Michel-Spezial 1971, damals mit DM 900.-bewertet), heute nicht mehr. Haben sich diese gestempelten Exemplare als Fälschungen bzw. Neu- oder Nachdrucke erwiesen? Die Auflage von 21 I soll ja nur 20 Stück (= ein Bogen) betragen. Woher kommt diese Auflagenanzahl, aus amtlichen Unterlagen oder ist es eine geschätzte Anzahl?

Gestempelte Stücke von MiNr. 21 II a und 21 II b habe ich in Online-Archiven von Auktionshäusern aufstöbern können. Was ich aber nicht finden kann und mich auch nicht erinnern kann, so etwas schon einmal in Auktionskatalogen gesehen zu haben, sind Paketkarten, die mit Marken der MiNr. 21 frankiert sind. Sind Dir Abbildungen solcher Paketkarten oder sogar solche im Original bekannt?

Beste Grüße
Markus
 
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