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Thema: (?) (23/25) Fälschungen zum Schaden der Post in Deutschland seit der Euroeinführung
Das Thema hat 35 Beiträge:
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Pete Am: 01.07.2018 18:35:57 Gelesen: 4296# 11 @  
@ bignell [#6]

Ich sehe auch unten einen Unterschied, bei der Fälschung grenzt die Blume an den linken Bildrand (der eine Strich links unten), beim Original ist ein deutlicher Abstand.

Ein interessanter Gedanke! Leider nicht generell zutreffend, wie nachfolgend anhand vorliegender Originale der Mi-Nr. 3046 ersichtlich:



Wieso auch immer ist das Blumenmotiv trotz identischer Farbe (Blume und Bildrahmen) innerhalb des Bildrahmens in der Lage zu "wandern" - im Scan von links außen über die Mitte nach rechts außen. Eventuell mag dies mit der Ausgabeform dieser selbstklebenden Briefmarke, d.h. Folienblatt bzw. von der Rolle (verschiedene Rollengrößen?) abhängig sein.

Im Beitrag [#2] verwies ich auf einen bestehenden Zeichnungsunterschied zwischen echt und falsch. Journalist äußerte sich in Beitrag [#10] bereits entsprechend, dass der Blumenname bei der Fälschung neu gesetzt wurde. Ein auffallender Unterschied besteht darin, dass bei der Fälschung die Buchstaben "k" und "r" von "Kaiser krone" frei stehen, während am Original diese zwei Buchstaben durch einen waagerecht verlaufenden Strich miteinander verbunden sind. Dieser markante Unterschied lässt sich mit guten Augen bzw. mit der Lupe überprüfen.

Zusammenfassend würde ich als Merkmale zur Erkennung dieser Fälschung vermerken:

- Papier gräulich und nicht weiß, unter der Lupe kleine Flecken erkennbar
- Papier ganzflächig glänzend (Original innerhalb der Briefmarke im Regelfall unterschiedlich matt glänzend)
- gröberes Druckraster
- bestehende Zeichnungsunterschiede, u.a. bedingt durch eine Neusetzung des Blumennamens sind die Buchstaben "k" und "r" im Blumennamen nicht miteinander verbunden

Es müsste überprüft werden, ob sich die selbstklebenden Fälschungen im Wasserbad vom Trägerpapier (Bsp. Briefumschlag) ablösen lassen. Ich nehme an, dass dies nicht funktioniert.

Gruß
Pete
 
Journalist Am: 21.07.2018 11:14:42 Gelesen: 4144# 12 @  
Hallo an alle,

ich möchte heute hier aus aktuellen Posteingang eine weitere Fälschung zum Schaden der Post vorstellen. Diese Marke wurde ja schon mal vom Arbeitskreis Markenheftchen in seiner Info 6/2017 vorgestellt und dies wurde auch auszugsweise in der DBZ 2-2018 zitiert.

Anbei nun ein Ausschnitt aus einem überfrankierten Einschreibebrief aus aktuellen Posteingang mit einer Teilfrankierung dieser Marken:



Erkennbar ist diese Marke leicht an der falschen Zähnung - diese ist bei der Fälschung wellenförmig:



Wer kann hier gelaufene Exemplare aus der Kiloware zeigen ? oder sogar komplette Briefe ?

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 25.07.2018 13:46:13 Gelesen: 3985# 13 @  
Hallo an alle,

eben wurde als Vorabveröffentlichung der Artikel "Fälschung "Vogelwarte Helgoland" aus der philatelie auf der Webseite "Moderne Postgeschichte" freigeschaltet [1].

Dazu anbei nun hier auch einige ergänzende Bilder zur Fälschung:



Dies ist ein Bildvergleich der echten und der falschen Marke sowie rot markiert die zwei Stellen, an denen man mit bloßen Auge die Fälschung leicht erkennen kann.

Viele weitere Details, die aber eher nur unter der Lupe erkennbar sind, werden natürlich auch im obigen Artikel nicht nur textlich sondern auch mit ausführlich vorgestellt.

Beispielsweise wurde ja bei dieser Marke auch die Verpackung gefälscht:



Es folgt ein Vergleich links die falsche Rolle, rechts die echte Rolle von oben:



Auch die Nummern auf der Rückseite wurden gefälscht - hier allerdings noch sehr einfach und gut sichtbar:



(links die echten rechts die falschen Nummern)

Soweit einige Ausschnitte zu dieser Fälschung - viel Spaß beim Suchen in der Kiloware.

Mich interessieren dabei Frühdaten und Spätdaten (Stempel) bzw. ob jemand echt gelaufene Belege findet oder hier zeigen kann.

Viele Grüße Jürgen

[1] http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/faelschung-vogelwarte-helgoland.html
 
Journalist Am: 05.08.2018 18:12:04 Gelesen: 3497# 14 @  
@ Journalist [#1]

Hallo an alle,

ich habe mal eine Übersichtstabelle von Fälschungen zum Schaden der Post erstellt, die bisher in der philatelie im Zeitraum 2002 bis 2009 vorgestellt wurden. Da ich diese nicht als Exceltabelle hier direkt einbinden kann, habe ich entsprechende Bildschirmkopien erstellt:







In der ersten Spalte ist die Wertstufe, in der zweiten das Motiv, es folgt das Ausgabedatum, die Michelnummer, eine Unterscheidung ob nassklebend oder selbstklebend und hier ob Rolle oder Folienblatt, dann als Gedächtnisstütze ein Scan einer echten Marke.

In der vorletzten Spalte steht die entsprechende philatelie-Ausgabe, in der über diese Fälschung berichtet wurde und in der letzten Spalte steht der Monat und das Jahr der entsprechenden philatelieausgabe.

Insgesamt handelt es sich hier um 18 verschiedene Fälschungen, die im Zeitraum 2002 bis 2009 dort vorgestellt wurden.

Diese Tabelle soll als Anregung und schnelle Übersicht dienen, von welchen Motiven es Fälschungen gibt, die bisher bekannt sind.

Viele Grüße Jürgen
 
mediaskate Am: 08.08.2018 00:45:07 Gelesen: 3300# 15 @  
Hallo,

bin neu in diesem Forum. Als Frankaturhändler habe ich schon einige Erfahrung gemacht und möchte mich auf den Bericht äußern.

Vor kurzem wurde ja auch an anderer Stelle über einen neuen Betrugsprozess in Bochum berichtet, bei dem es um aktuelle Fälschungen zum Schaden der Post ging. Dort wurde unter anderem die Marke "Buchenwälder" genannt. Es erscheint mir daher sinnvoll, dieses Thema nicht mal da oder dort in Teilen zu erläutern, sondern in einem zusammenhängenden neuen Thread.

Kann jemand diese Fälschung mal hier als Brief oder als Marke aus seiner Sammlung zeigen ? - Das wäre toll.


Habe ein Foto der Buchenwälder angehängt, das ich selbst gemacht habe Wer sich das Bild genau ansieht wird jede Menge Fehler zum Original finden, abgesehen davon, dass die Fluoreszenz nur aufgedruckt war.


 
Journalist Am: 12.08.2018 09:12:05 Gelesen: 3115# 16 @  
@ mediaskate [#15]

Hallo Mediaskate,

danke für das Zeigen der Fotos von den gefäschten Buchenwäldern.

@ Journalist [#14]

Ergänzend zu obigen Beitrag möchte ich noch eine weitere Marke vorstellen, von der eine Fälschung zum Schaden der Post existiert. Es handelt sich dabei um die Marke "Europa" aus dem Jahr 2000 Michelnummer 2113 (Bei der folgenden Abbildung handelt es sich um die echte Marke):



Dies ist die erste Marke mit Doppelnominale, die auch gefälscht wurde. Im Michel ist diese auch als Fälschung zum Schaden der Post gelistet, es fehlen aber weitere Details, wie man diese erkennen kann. Im Buch von Wolfgang Maaßen "Echt oder falsch?" wird diese Fälschung aber ausführlicher vorgestellt. Bekannt wurde diese Fälschung laut dem Buch im September 2001 als Einzelmarke, aber auch als Zehnerbogen.

Das einfachste Kriterium beim Erkennen dieser Fälschung ist die UV-Lampe. Während die echte Marke grüngelb leuchtet, fehlt diese bei der gefälschten Marke.


Weitere relativ einfach erkennbare Merkmale sind alle nicht zur Markengestaltung notwendigen Flächen - diese sind bei der echten Marke auch als Fläche gedruckt, während diese bei der Fälschung gerastert sind (beispielsweise das "grün" der Marke.

Wer kann hier diese gefälschte Marke zeigen?

Viele Grüße Jürgen
 
Ron Alexander Am: 12.08.2018 16:31:58 Gelesen: 3037# 17 @  
@ Journalist [#16]

Hallo Jürgen,

habe meine Dubletten durchgeschaut, konnte aber nichts finden.

Was mir vor kurzem bei MiNr. 3046 aufgefallen ist unter UV Licht:



Die mittlere Marke leuchtet richtig weiß, die anderen nicht. Wenn ich sie im vollen Dublettenbestand betrachte dann springt sie einen schon fast an. Als würde man UV Licht auf ein weißes Papier richten. Würde fast sagen, Marke gedruckt auf ein anderes Papier unter UV licht erkennt man auch dünnere Stellen, hält man die Marke in der Hand bzw. Pinzette fällt nichts auf. Da ich hier einen UV Unterschied sehe, passt es nicht wie von Dir weiter oben gezeigt.

Lege ich beide Marken übereinander, unten Original, die fragliche Marke darüber so stimmt der Druck überein, keine Abweichungen:



Grüße,
Ron
 
Journalist Am: 13.08.2018 10:29:10 Gelesen: 2944# 18 @  
@ Ron Alexander [#17]

Hallo Ron,

beim Thema "Wiederverwendete PWZ" hatte ich schon mal am Rande erwähnt, das aus mir noch nicht bekannten Gründen bei der Betrachtung von abgeweichten modernen Briefmarken unter UV-Licht, so wie von dir auch geschildert, sehr große Unterschiede auftreten können.

Was hier die Ursache ist, ist mir noch nicht klar, ob es am Abweichprozeß liegen könnte, der die UV-Schicht beeinflusst oder ... ? eine Kombination aus verschiedenen Ursachen .... ?

Ich würde dies aber eher in diesem Tread nicht weiter verfolgen bzw. lieber nur im dem Tread "Wiederverwendete PWZ" weiter diskutieren wollen, damit wir uns hier nicht verzetteln.

Wie schon mal an anderer Stelle auch geschrieben, ist natürlich die UV-Lampe schon mal ein erstes wichtiges Hilfsmittel beim groben überprüfen von Marken, ob es sich um eine Fälschung handeln könnte.

Sie hilft etwa zu 60% weiter. Je nach gefälschter Marke gibt es dann weitere teils mit bloßen Auge erkennbare Details, die helfen die Fälschung schnell zu erkennen. Bei der obigen Marke Kaiserkrone ist dies besonders die Schrift "Kaiserkrone" - ausführliche Details und Abbildung werden in der nächsten philatelie vorgestellt werden.

Ein weiteres sehr günstiges Hilfmittel habe ich jetzt durch einen Bekannten gezeigt bekommen - eine 60fach-Lupe mit LED-Beleuchtung, mit der man schnell bestimmte Details anschauen kann oder sich die Raster an einer bestimmten Stelle betrachten kann.

Diese 60fach-Lupe kommt aus China und wird von vielen Anbietern zu unterschiedlichen Preisen von circa 2 Euro bis 10 Euro angeboten. Ich habe nun so eine Lupe zu Testzwecken in China für 1,75 Euro incl. Versandkosten incl. Batterien und Kunstlederbeutel zum Unterbringen bestellt. :-)

Allerdings muss ich nun noch circa 4 Wochen warten, bis diese hier in Deutschland ankommt. Spätestens in Sindelfingen kann ich diese dann tatsächlich zeigen bzw. testen, ob sie das verspricht, was diese auf den ersten Anschein her suggeriert.

Soweit für heute viele Grüße Jürgen
 
Shinokuma Am: 13.08.2018 20:34:50 Gelesen: 2864# 19 @  
Hallo Jürgen,

ich habe so den Eindruck, dass Du hier der Experte in Sachen Fälschungen zum Schaden der Post bist.

Daher meine Frage: Sind bereits Fälschungen der Mi.Nr. 2311 bekannt?

Mir ist kürzlich unter dem Mikroskop ein gravierender Unterschied bei der Rasterung des unteren rechten Sockels aufgefallen. Typ I und Typ II unterscheiden sich sowieso, aber ich habe eine einzige Marke, die noch eine dritte Rastervariante aufweist.

Ich zeige hier mal Fotos der 3 Rastertypen. Sollten die hier nicht gut erkennbar sein, sende ich auf Anfrage auch gerne die Fotos als E-Mail-Anhang direkt.





Links ist Typ I zu sehen, rechts die normale Typ II und unten die abweichende Variante.

Die Unterschiede lassen sich sogar mit einer Lupe gut erkennen, wenn auch nicht so präzise.

Beste Grüße
Gunther
 
Journalist Am: 14.08.2018 18:30:40 Gelesen: 2787# 20 @  
@ Shinokuma [#19]

Hallo Gunther,

bezüglich der Mi-Nummer 2311 (deutsch französische Freundschaft) 55 Cent sind mir bisher keine Fälschungsinfos bekannt.

Vom Winkel her sieht die untere aber für mich erst mal so aus wie Typ II, es sieht allerdings so aus als ob hier das rot wie bei Typ I gedruckt wurde - vielleicht handelt es sich ja hier um eine 3 Variante oder Mischform ?

viele Grüße Jürgen
 
Shinokuma Am: 20.08.2018 19:27:18 Gelesen: 2657# 21 @  
Hallo Jürgen,

vielen Dank für Deine "Expertise". Das ist genau das, was mir auch aufgefallen war. Die rosaroten Rasterpunkte sind bei der 3. Variante, wie ich sie jetzt mal nenne, ebenso wie bei Type I im 45° Winkel aufgetragen, während sie bei Type II deutlich sichtbar im 15° Winkel parallel zur gelben Farbe erscheinen.

Gibt es eigentlich bei der Post eine Anlaufstelle, wo man nach dem Vorhandensein einer dritten Druckvariante fragen könnte? Und macht es Sinn, sich diesbezüglich an die Redaktion des Michel-Kataloges zu wenden?

Vielen Dank im Voraus für Deine Bemühungen!

Mit besten Grüßen
Gunther
 
Journalist Am: 23.08.2018 12:04:14 Gelesen: 2562# 22 @  
@ Shinokuma [#21]

Hallo Gunther,

ja bis vor circa 2 Jahren gab es bei der Bundesdruckerei mal einen Kontaktmann, der solche Fragen, aber auch Fragen zu Plattenfehlern beantwortet hatte. Aber dieser Kontakt wurde auch aus Kostengründen wegrationalisiert. Wenn auch andere Sammler das selbe nachweisen könnten, könnte man dies sicherlich auch der Redaktion des Michel-Kataloges melden - aber solange hier nur eventuell eine Marke vorliegt, ist das erst einmal nicht sehr aussagekräftig.

Bezüglich der leichten Untersuchbarkeit der Rasterung von Briefmarken habe ich ja in China eine 60-Fach-Lupe mit LED-Beleuchtung bestellt. Wenn die in circa 4 Wochen da ist, werde ich die ausführlich testen, diese könnte aufgrund ihres günstigen Preises eventuell für jeden Philatelisten zukünftig gute Dienste tun und so die philatelistische Forschung voranbringen - aber hier ist noch etwas Geduld angesagt.

Nun aber noch eine Info - vorhin habe ich als Vorabveröffentlichung der Artikel mit der ausführlichen Analyse der Fälschung 60 Cent "Kaiserkrone" aus der Dauerserie Blumen im Internet freigeschaltet. Dazu nun anbei hier auch noch drei ausgewählte Bilder zum Einstieg:







Weitere ausführliche Bilder findet ihr unter dem angegebenen Link.

Viele Grüße Jürgen

http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/faelschung-60-cent-kaiserkrone.html
 
Journalist Am: 16.09.2018 12:19:39 Gelesen: 2341# 23 @  
Hallo an alle,

in der neuesten DBZ Nr. 20 vom 14. September 2018 ist auf Seite 6 eine auf den ersten Blick unscheinbare Info "Gefälscht" zu finden, die extrem interessant ist:



In diesem Kurzbeitrag wird berichtet, dass derzeit bei der Post von 4 Freimarken (Dauerserie - Blumen) sowie von 16 Sondermarken "gefährliche Fälschungen zum Schaden der Post" existieren. Diese werden als Michel-Nummern namentlich gelistet.

Bezüglich der Dauerserie Blumen (Freimarken) werden folgende 4 Nummern gelistet:

2507 - 145 Cent Schwertlilie nassklebend
2547 - 100 Cent Tränendes Herz nassklebend
3043 - 60 Cent Kaiserkrone nassklebend
3189 - 70 Cent Schokoladen Kossmee nassklebend

Bei mindestens zwei Fällen bezüglich der Sondermarken geht aus der scheinbar der DBZ vorgelegten Abbildung nicht eindeutig hervor, ob es sich um eine nassklebende oder selbstklebende Variante handelt.

Dazu später aber einmal mehr - betrachten wir heute nur die genannten Blumenmarken.

Bekannt ist ja hier dass bezüglich der 60 Cent Kaiserkrone und der 70 Cent Schokoladen Kosmee Fälschungen in selbstklebender Form existieren. Von nassklebenden Fälschungen liegen hier bisher keine Meldungen vor. Das läßt darauf schließen, das auf dem der DBZ vorgelegten Übersicht über aktuelle Fälschungen, zwar immer das richtige Motiv abgebildet ist, aber nicht immer die richtige Variante (nassklebend oder selbstklebend).

Obige Aufstellung müsste also mit großer Wahrscheinlichkeit bei der 60 Cent und 70 Cent bezüglich der Michel-Nummer etwas anders lauten.

Ob dies auch auf die anderen beiden genannten Motive der Blumenserie zutrifft, ist bisher nicht bekannt.

Festzuhalten bleibt aber, dass es bezüglich der Blumenserie mindestens 5 verschiedene Fälschungen in der Bedarfspost zu finden gibt (55 / 60 / 70 / 100 / 145 Cent).

Wer kann hier entsprechende Fälschungen von der 55 Cent, der 100 Cent und der 145 Cent zeigen ?

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 12.10.2018 13:23:21 Gelesen: 1896# 24 @  
@ Journalist [#23]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag wurde ja eine Aufstellung aus der DBZ gelistet, in der über insgesamt 20 verschiedene aktuelle Fälschungen berichtet wird. Dieser Beitrag wurde in fast der selben Form auch im folgenden Briefmarkenspiegel abgedruckt.

Bei den Sondermarken ist auch die Marke aus der Serie "Mikrowelten" mit dem Motiv "Blüte Odermennig" gelistet. Der Autor aus der DBZ war sich hier aber nicht ganz sicher, ob es sich um die naßklebende Variante (Michelnummer 3193 - erschienen am 3. Dezember 2015) oder um die selbstklebende Variante (Michelnummer 3206 - erschienen am 2. Januar 2016 in 100er Rollen (Markenboxen) erschienen ist. Dabei hat sich bei der selbstklebenden Variante das Motiv "Blüte Odermennig" immer mit dem Motiv "Kieselalge" abgewechselt.

Aufgrund einer neuen Meldung kann nun festgestellt werden, das es sich bei der Fälschung um eine etwas simple Fälschung der selbstklebenden Variante mit der Michelnummer 3206 handelt. Die Fälschungen wurden allerdings nicht in der Rolle sondern als Bogenware auf Silikonpapier gedruckt. Im folgenden wird nun zuerst ein postfrischer 4-er-Bogen (falsch) vorgestellt:



Zum Vergleich dazu noch einmal die echte Marke:



Diese Fälschung ist am einfachsten an der falschen simplen Stanzung zu erkennen, die eher sägezahnartig ist. Auch unter UV-Licht ist die Marke gut zu erkennen, denn sie hat keine UV und leuchtet daher nur bläulich.



Es gibt viele weitere einzelne Details, die teils mit blosen Auge, teils mit einer guten Lupe schnell erkennbar sind. Besonders hilfreich ist dabei eine 60-fach Lupe mit LED-Beleuchtung, die man bei Ebay zwischen 2 und 6 Euro aus China teils schon mit Batterien erhalten kann.

Beispielsweise ist die Wertangabe bei der Fälschung gerastert, beim Original aber flächig gedruckt.

Soweit für heute einmal wieder neues aus der Fälscherküche - viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 13.10.2018 17:59:03 Gelesen: 1790# 25 @  
@ Journalist [#23]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag wurde ja ein kurzer DBZ-Beitrag erwähnt, in dem 16 verschiedene Sondermarken mit Michelnummer gelistet sind, die als Fälschungen zur Zeit aktuell auf dem Markt sind.

Dabei wurde auch die selbstklebende Michelnummer 2350 (Fregatte aus Elfenbein) gelistet, die am 2. Juni 2016 als 100er Marken-Box erschienen ist. Später (?) wurde diese auch noch als 500er Rolle angeboten und verkauft. Dazu folgt ein Bild einer echten Marke:



Von dieser Marke existieren nun sogar 3 verschiedene Fälschungen. Zwei davon lassen sich leicht mit einer UV-Lampe erkennen. Eine Variante leuchtet unter UV gar nicht (ist einfach grau). Außerdem sind die Details beim Schiff unschärfer, soweit erste Infos dazu.

Die zweite Fälschung dieser Marke leuchtet unter UV vor allem im Bereich des weißen Randes bläulich. Ein weiteres erstes zusätzliches Kriterium ist mit einer 60-fach Lupe gut erkennbar, während bei der echten Marke der äußere Rand weiß ist, ist er bei dieser Fälschungsvariante mit einem gelben "Raster" versehen bzw. gelblich gesprenkelt. Auch das Reflexionsverhalten der Marken ist unterschiedlich. Bei der Fälschung gibt es gegen das Licht betrachtet eine wesentlich stärkere Reflexion, als bei der echten Marke, die eher matt reflektiert.

Die dritte Fälschung ist mit einer UV-Lampe auf den ersten Blick nicht so einfach zu erkennen. Die Fälschung leuchtet ähnlich wie die echte Marke, es sieht nur etwas schwächer (leicht gesprenkelt) aus. Auch bei dieser Fälschungsvariante sind die Details unschärfer als bei Original. Hier ist ein weiteres Merkmal, der etwas dunklere Druck des Schriftzuges " Jacob Zeller ... 1620".

Soweit eine erste Info zu dieser Fälschung beziehungsweise den 3 verschiedenen Fälschungs-Varianten dieses Motivs.


Wer kann hier entsprechende Marken aus der Kiloware oder der Bedarfspost zeigen ?

Das wärs für heute aus der Fälscherküche - viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 19.10.2018 20:14:18 Gelesen: 1662# 26 @  
@ Journalist [#23]

Hallo an alle,

in der Aufstellung der DBZ werden bezüglich der dort gelisteten 16 als Fälschungen existierenden Sondermarken auch die Michelnummern 3147 und 3148 genannt. Dabei handelt es sich um folgende Marken:



Bei den Marken handelt es sich um selbstklebende Marken aus einem Markenfolder mit gemischter Anordnung. Dieses wurde auch gefälscht. Dazu ein passender Bildausschnitt der Fälschung:



Erkennbar sind die Fälschungen beispielsweise mit einer UV-Lampe, die Marken leuchten nicht geblichgrün sondern eher bläulich bzw. nur zart gelblich. Erkennbar sind die Marken aber auch an der schlechten Stanzung besonders in der Mitte, d.h. entweder an der linken bzw. an der rechten Seite der Marke, wie obiges Bild zeigt.

Beide Marken sind aber auch noch am unschärferen Druck erkennbar, dies ist beispielsweise am ehesten am Nummernschild der Autos sichtbar.

Während bei der Fälschung der Schriftzug "Klassische Automobile" und die Jahreszahl der Herausgabe auch im weißen Bereich etwas gerastert sind und dadurch nicht so scharf und deutlich wirken, sind sie bei den echten Marken nur weiß und dadurch auch konturenschärfer.

Soweit einige erste Details zu dieser Fälschung - wer kann hier echt gelaufene Belege oder Marken aus der Kiloware zeigen ?

Das wärs für heute aus der Fälscherküche - viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 30.10.2018 19:49:13 Gelesen: 1451# 27 @  
@ Journalist [#23]

Hallo an alle,

in der oben erwähnten Aufstellung der DBZ ist die im folgenden erstmals kurz vorgestellte Fälschung mit der Michel-Nummer 2974 ("Die Rasenbleiche - Max Liebermann 240 ct MH 92) nicht erwähnt. Diese Fälschung konnte der Autor nun in Sindelfingen auf der dortigen Briefmarkenmesse gegen eine andere Fälschung eintauschen.

Zuerst zeige ich nun mal die echte Marke:



Erschienen ist diese als MH 92 am 2. Januar 2013.

Im Michel Spezial wird diese Postfälschung kurz beschrieben mit gröberen Raster und damit unschärferen Druck.

Unter UV leuchtet die Fälschung nur schwach gelb grünlich im Vergleich zur echten Marke. Ein weiterer Unterschied sind die weißen Tücher auf der Wiese. Bei der echten Marke wirken diese eher etwas schmutzig bzw. das Grün der Wiese scheint scheinbar etwas durch. Bei der Fälschung hingegen sehen die Tücher viel heller und weißer aus. Auch das Glanzverhalten unterscheidet sich. Während bei der Fälschung alles gleichmäßig glänzend wirkt, ist dies bei der echten Marke eher nur im Bereich der farbigen Teile zu sehen und nicht im weißen Bereich. Es folgt nun ein Bild der Fälschung:



Soweit eine erste kurze Analyse und Vorstellung dieser Postfälschung - wer kann hier echt gelaufene Fälschungen zeigen ?

Viele Grüße Jürgen
 
Ben 11 Am: 31.10.2018 23:20:11 Gelesen: 1377# 28 @  
@ Journalist [#27]

Guten Abend Jürgen,

Im Michel Spezial wird diese Postfälschung kurz beschrieben mit gröberen Raster und damit unschärferen Druck.

In meinem von 2016 steht davon noch nichts.

Ich denke aber, größere Rasterpunkte und -abstände allein reichen für den unscharfen Druck nicht aus. Bei der "Saskia" von Rembrandt aus 2006 gibt es im niederländischen Druck größere Rasterpunkte und -abstände, jedoch keine Unschärfe. Überprüfe bitte mal an den Liebermann-Marken die Rasterwinkel von Schwarz und Magenta im Vergleich zum Original.

Ich schicke Dir die Tage die Untersuchungsergebnisse zu den "klassischen Automobilen", dort erkennst Du den Unterschied auch.

Viele Grüße
Ben.
 
peno Am: 01.11.2018 19:59:39 Gelesen: 1261# 29 @  
@ Journalist [#18]

Lieber Jürgen,

mit Interesse und wie bei mir üblich auch mit Verspätung habe ich die Anmerkungen gelesen und bin dabei über deine 60fach-Lupe mit LED-Beleuchtung gestolpert. Ist sie mittlerweile bei Dir angekommen und konntest Du sie schon ausprobieren? Für nähere Informationen dazu (Foto, Größenangaben, Link usw.) wäre ich Dir dankbar.

Liebe Grüße
peno
 
Journalist Am: 01.11.2018 20:59:15 Gelesen: 1233# 30 @  
@ Ben 11 [#28]

Hallo Ben,

die Info mit der Postfälschung habe ich aus dem Michel Spezial Band 2 2017, anscheinend wurde diese dort das erste mal erwähnt.

Da dem Michel hier oft Details fehlen, sind diese Angaben dort bisher nicht immer optimal bzw. 100% richtig. Hier muss schrittweise noch die eine oder andere Richtigstellung bzw. Verbesserung der Details erfolgen - soweit dazu.

@ peno [#29]

Hallo Peno und an alle anderen,

anbei nun hier im folgenden 3 Scans zur genannten 60-fach Lupe mit LEED-Beleuchtung.

Jedem dem ich diese Lupe vorgeführt hatte, war begeistert und ich hätte sofort viele verkaufen können.







Die obigen Scans sind Bildschirmkopien vom letzten Kauf von mir von einem der Anbieter, der diese dort für 2,18 Euro incl. Versandkosten und Batterien angeboten hatte. Lieferzeit circa 8 Wochen aus China.

Aus meiner Sicht und auch der positiven Rückmeldung fast aller Sammler, denen ich diese Lupe gezeigt hatte, kann ich diese nur allen Sammlern empfehlen, egal ob sie nun Fälschungen oder was anderes sammeln. Für Unterwegs auf einem Tauschtag, das optimale kostengünstige Instrument.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 04.11.2018 16:55:28 Gelesen: 1089# 31 @  
@ Journalist [#23]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag hatte ich ja erstmals auf den DBZ-Beitrag aus der Ausgabe 6 über aktuelle Fälschungen hingewiesen:



Da hier nur die Michelnummern gelistet sind, habe ich nun diese Daten in eine Tabelle mit Abbildungen umgewandelt, damit man leichter einen Überblick haben kann, welche Motive gefälscht vorliegen können. Dazu nun die passende Tabelle in zwei Teilen:



Die Werte sind in der Tabelle nach Michelnummer aufsteigend sortiert. An einer Stelle war scheinbar nicht ganz eindeutig klar, ob es sich um naßklebende oder selbstklebende Marken handelt - allerdings dürfte das Motiv richtig sein - daher an dieser Stelle noch die Fragezeichen.

Bekannt ist ja mittlerweile auch, daß es beispielsweise von der Fregatte aus Elfenbein mindestens 3 verschiedene Fälschungen gibt. Es ist daher nicht auszuschließen, das es auch von den anderen hier gelisteten Motiven nicht nur eine sondern zwei oder mehrere Fälschungsvarianten / Auflagen geben könnte !

Ich hoffe diese Tabelle hilft beim Suchen nach Fälschungen - viel Spaß wünscht Euch dabei

Jürgen
 
Journalist Am: 23.12.2018 16:34:57 Gelesen: 495# 32 @  
@ Journalist [#23]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag wurde ja auch die 145 Cent Blumenmarke (Schwertlilie) naßklebend zitiert, das diese als Fälschung vorliegen soll. Dazu kann ich nun die ersten Bilder zeigen:



Gezeigt wird hier ein vorhandener 5-er-Streifen einer der bekannten Fälschungen. Diese ist leicht durch eine UV-Lampe erkennbar. Die Marke leuchtet gar nicht, man sieht ansatzweise nur bläulich leuchtende Papierfäden. Natürlich ist auch die Zähnung speziell bei den Ecken merklich mangelhaft. Diese Marken waren auch nummeriert, wie die Rückseite des 5-er-Streifen zeigt. Auch die Gummierung sieht eher wie ein aufgetragener "Sprühlack" aus, als die glatte gleichmäßige Gummierung der echten Marken.



Wie auch schon bei anderen Blumenmarkenfälschungen aufgefallen, ist die Schrift (Schwertlilie) bei der Fälschung nicht gerade besonders deutlich im Vergleich zum Original erkennbar, soweit eine erste grobe Schnellanalyse.

Außerdem gibt es Aussagen, das diese Marke auch in einer anderen gefälschten Variante vorliegen soll.

Soweit viele Grüße

Jürgen
 
Ben 11 Am: 23.12.2018 17:08:27 Gelesen: 475# 33 @  
@ Journalist [#32]

Hallo Jürgen,

die gelben Punkte ausserhalb des Markenbildes kommen mir ja sehr bekannt vor. Kannst Du die mal vergrößert darstellen?

Ich wünsche ein frohes Fest und besinnliche Tage.

Viele Grüße
Ben.
 
ReinierCornelis Am: 24.12.2018 18:49:03 Gelesen: 384# 34 @  
Journalist,

"Yellow dots" oder "Machine Information Code" bei alle Farbendruckern oder Kopierapparaten.

Seit 19.03.1999 bei Briefmarken benutzt! Australien!





Meine Bogen hat 20.03.1999.
 
Ben 11 Am: 25.12.2018 09:56:19 Gelesen: 328# 35 @  
@ ReinierCornelis [#34]

Hallo Rein,

vielen Dank für Deinen Hinweis! Wusste ich's doch: irgend was war mit diesen gelben Punkten. Ich werde der Spur mal nachgehen und die Punkte genauer erforschen.

Ich hatte vor kurzem die Gelegenheit, eine andere Marke mit solchen Merkmalen zu untersuchen.



145er "Fregatte aus Elfenbein", selbstklebend auf Folienstreifen. Nach meiner Einschätzung ist das kein Kopierer oder ähnliches, sondern Digitaldruck von der Rolle. Ähnlich könnte das bei der 145er "Schwertlilie" auch gewesen sein. Sind die gelben Punkte wirklich eine Codierung, ließe sich zum Beispiel neben dem Druckdatum auch die Gerätenummer der Maschine herausfinden.

Ich wünsche noch erholsame Tage zwischen den Jahren.

Viele Grüße
Ben.
 

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