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Thema: Fälschungen zum Schaden der Post in Deutschland seit der Euroeinführung
Das Thema hat 114 Beiträge:
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Journalist Am: 07.02.2020 15:55:54 Gelesen: 6469# 90 @  
@ Journalist [#85]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag wurde erstmals auch über die 100 Cent Frauen Mi-Nr 2305 berichtet, dass diese Marke, die am 16. Januar 2003 erschienen ist, auch als Fälschung existiert. Dank einer ergänzenden Meldung zu obigen Beitrag können hier nun erstmals auch weitere Details und Bilder vorgestellt werden.

Der folgende Kleinbogen:



ist falsch. Dazu nun weitere Details - dazu liegt allerdings nur eine einzelne lose postfrische Marke vor. Der Bildvergleich zeigt hier links die Fälschung und rechts das Original:



Wie man hier schon ansatzweise sehen kann, sind die Farben leicht anders. Während bei der Fälschung links es sich eher um ein blaugrün handelt ist das Original rechts schwarzblau. Diese Farbe enthält auch die "seltenen Erden", die bei der Fälschung natürlich nicht vorhanden sind. Die Fälschung leuchtet unter UV auch grüngelb, hier gibt es nur minimale Unterschiede.

Die echte Marke ist ja in Stichtiefdruck hergestellt, die Druckfarbe ist daher unter der Lupe etwas erhaben, dies ist bei der Fälschung nicht der Fall, hier ist die Druckfarbe flächig aufgetragen. Auch die rote Farbe wird bei der Fälschung links nicht so gut getroffen, wie bei der echten Marke (schwarzkarminlila).

Weitere Infos und Unterschiede liefert ein USB-Mikroskop.

Betrachten wir dazu nun zuerst die rechte obere Ecke mit dem Namen Marie Juchacz genauer:



Oben sieht man die echte Marke, unten den gleichen Ausschnitt aus der Fälschung. Außer dem schon erwähnten nicht exakt getroffenen Farbtönen fällt auch bei der Fälschung auf, das die Details bzw. feine Linienführung des Stichtiefdrucks bei der echten Marke oben unten bei der Fälschung natürlich nur ansatzweise wiedergegeben wurden.

Dies zeigt sich aber nicht nur hier sondern auch beispielsweise beim linken Auge in Großaufnahme unter dem USB-Mikroskop:



Besonders auffällig ist aber die linke untere Ecke mit der Wertangabe:



Hier haben die Fälscher den dunkelblauen Bereich deutlich weiter in den Kragen ausgedehnt, als bei Original. Dies ist sogar mit bloßen Auge gut zu sehen.



Soweit einige Erkenntnisse zu dieser Fälschung - wer kann mit diesen neuen Erkenntnissen nun echt gelaufene Belege und oder gestempelte Marken zeigen ??

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 12.02.2020 18:50:15 Gelesen: 6217# 91 @  
@ Journalist [#86]

Hallo an alle,

vor wenigen Tagen hatte ich ja erstmals über die Fälschung der 70 Centmarke 200 Jahre Dampfschiff "Die Weser" berichtet. Dazu liegen nun neue Erkenntnisse vor.

Die Fälscher scheinen hier ein etwas größeres Rad zu drehen. Sie verkaufen diese Folienblätter nicht einzeln, sondern eingeschweißt in einer Kunststofffolie im 50er Set also fünfzig Folienblätter mit je 10 gefälschten Marken zu einem angeblichen Postpreis von 350 Euro - wie der folgende Scan eine entsprechenden gefälschten Verpackung zeigt:



Dies war die Markenseite und die Deckblattseite des Folienblatts sieht so aus:



Wer kommt hier schon auf die Idee, das der Inhalt komplett gefälscht ist ? Allerdings haben die Fälscher doch einen Fehler gemacht, aktuelle Verpackungen dieser Art der Deutschen Post besitzen einen zusätzlichen Aufkleber auf der Folie auf der Deckblattseite, diese fehlt hier natürlich.

Laut weiteren Infos versuchen die Fälscher bzw. der Vertrieb dieser Fälschungen beispielsweise durch den persönlichen Besuch bei Briefmarkenfachgeschäften und anderen Läden im Großraum Aachen Bonn Osnabrück diese Verpackungen an den Mann zu bringen.

Hier wurde also nicht nur das Folienblatt gefälscht, es wurde auch die entsprechende Verpackung der nächstgrößeren Einheit gefälscht !

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
EdgarR Am: 12.02.2020 21:44:41 Gelesen: 6179# 92 @  
@ Journalist [#91]

Ist ja durchaus ein plausibles Vorgehen und ziemlich "ungefährlich" für Fälscher/Verkäufer wie auch Käufer/Verwender: In der Regel werden die 70-er Marken mit irgendeinem Ergänzungswert aufgestockt - 10 Cent für Standardbrief oder 15 Cent (plus 2 dieser 70iger) für Großbrief. Schon fluoresziert irgendwas auf den Sendungen "richtig" - und der Brief fällt fast nie auf.

Staunend Edgar
 
Journalist Am: 14.02.2020 11:29:50 Gelesen: 6025# 93 @  
@ EdgarR [#92]

Hallo Edgar,

ja das ist eine interessante Fragestellung ob die Detektionssysteme der Post bei Mischfrankaturen von echten und gefälschten Marken dies auch erkennen können ?

@ Journalist [#91]

Nun auch noch an alle,

vom Arbeitskreis Markenheftchen e.V. (akmh) wurde mir nun noch als Ergänzung zu obigen Beitrag ein entsprechender Scan eines Aufklebers zugeschickt, der bei einem 50er Pack Folienblätter in der Regel auf der Infoseite zum Markenheft angebracht ist



und den die Fälscher vergessen haben, nachzumachen und auch anzubringen.

Die Fälschung wird aber scheinbar nicht nur über "Hausbesuche" angeboten, auch bei ebay Kleinanzeigen und bei ebay sind dort derzeit oder waren dieser Tage entsprechende Angebote zu sehen oder wurden schon verkauft.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 18.02.2020 17:44:51 Gelesen: 5806# 94 @  
@ Journalist [#93]

Hallo an alle,

eine weitere Ergänzung zu obigen Fall, nachweisbar verkauft wurden bisher mindestens 3000 gefälschte Briefmarken (6 - 50er Packungen) und weitere 3000 gefälschte Briefmarken in 6 50-er Packs sind derzeit zusätzlich im Angebot erhältlich.

Ohne weitere schon verkaufte 50er Packungen, auf die teils nur indirekt geschlossen werden kann.

Die Vermutung, das hier schell ein größeres Rad gedreht werden soll, scheint sich zu bestätigen.

Viele Grüße Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 18.02.2020 18:00:17 Gelesen: 5796# 95 @  
Mein Mitleid mit der Deutschen Post hält sich in Grenzen. Wenn man schon die Marken nicht fälschungssicher drucken kann (andere Postverwaltungen können das, zum Post Nord im Stichtiefdruck oder Nigeria mit einem Hologramm), warum sichert man dann die Verkaufspackungen nicht ab, z.B. mit einem Hologramm-Aufkleber, wie das viele Software-Hersteller machen?
 
EdgarR Am: 19.02.2020 10:55:32 Gelesen: 5678# 96 @  
@ drmoeller_neuss [#95]

Mein Mitleid mit der Deutschen Post hält sich in Grenzen.

Das meine ebenso. Aber die vorgeschlagene Abhilfe [immer schwieriger nachzumachende Briefmarken auszugeben] bleibt so lange wirkungslos so lange die DP AG alle Jahre wieder ihr Porto erhöht und dann laufend niedrige Ergänzungswerrte benötigt zum Auffrankieren: dann "sieht" die Sortier- und Aufstellmaschine im Briefzentrum [wer nicht weiß wie das geht - siehe "Sendung mit der Maus"!] nämlich eine "richtig" flouroszierende Marke auf dem Brief - da sie jedoch weder die Anzahl noch die Portowertigkeit der Marke[n] zur Kenntnis nimmt, ist für die Maschine damit der Fall in Ordnung.

Wen die Post dies vermeiden wollte dann müsste sie das US-amerikanische System übernehmen und "Forever"-Marken ausgeben: Marken die heute für 1 Standard-Inlandsporto gültig sind wären das dann auch noch in X Jahren, ungeachtet aller in der Zwischenzeit erfolgenden Preiserhöhungen. Keine Ergänzungswerte - kein Auffrankieren - nur eine Marke auf einem Brief und die kann dann [halbwegs...!] fälschungssicher gemacht werden.

Aber mal eine andere Frage in diesem Zusammenhang: Offensichtlich juckt eine Menge von ein paar zehntausend gefälschter Marken den Fast-beinahe-Monopolisten DP AG nicht wirklich. Bei einer Marken ausgebenden Privatpost (dort bewegen sich die Markenauflagen i. a. im Bereich von hunderten bis höchstens gut 10.000 Stück) wäre so ein reger Fälschungsbetrieb hingegen wohl existenzbedrohend?!
Gibt es denn in jenem Sektor überhaupt bekannt gewordene Fälschungen?

Phile Grüße EdgarR
 
Holzinger Am: 19.02.2020 11:23:34 Gelesen: 5663# 97 @  
@ EdgarR [#96]

Gibt es denn in jenem Sektor überhaupt bekannt gewordene Fälschungen?

Sehr gute Frage - hat da jemand Erkenntnisse?
 
Journalist Am: 19.02.2020 11:52:54 Gelesen: 5649# 98 @  
@ EdgarR [#96]
@ Holzinger [#97]

Hallo EdgarR und Holzinger und an alle die hier mitlesen,

das Fälschen von gültigen Postwertzeichen ist nicht nur aus Deutschland bekannt. Auch England hat damit große Probleme. Je kleiner das Land und je kleiner die überhaupt benötigten Frankaturmarken, je geringer ist die Wahrscheinlichkeit, das hier etwas gefälscht wird. Die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden, ist relativ gering, aus meiner Sicht handelt es sich hier oft um organisierte "Geldwäsche", zwar nicht im extremen Stil aber, auch kleinere Summen rechnen sich.

Ja es gäbe verschiedene Alternativen, die Briefmarken fälschungssicherer zu machen, aber das würde je Marke teils einige Cent in der Herstellung zusätzlich kosten, und diese Kosten ist man scheinbar bei der Deutschen Post nicht bereit zu zahlen!

Man will hier am liebsten die "eierlegende Wollmilchsau", die noch weniger in der Herstellung kostet, als bisher, aber wesentlich sicherer ist. Eine eventuelle Option wären wie bei den Internetmarken oder den ATM aus den Bonn Kölner Raum zusätzliche "Fingerabdrücke" in Form eines Datamatrixcodes. Vielleicht ist diese Technologie, ja diese "eierlegende Wollmilchsau" ? - vorausgesetzt sie kann drucktechnisch und überwachungstechnisch zu vertretbaren Kosten hergestellt werden.

Bezüglich der Fälschungen von Privatpostmarken, hier soll es mal vor einigen Jahren speziell bei der Pin AG Berlin Probleme gegeben haben - hier kennen sich aber bestimmt markensammelnde Privatpostsammler besser aus als ich.

Soweit einige Ergänzungen von mir dazu - viele Grüße aus der Fälscherküche

Jürgen
 
Holzinger Am: 19.02.2020 12:04:49 Gelesen: 5641# 99 @  
@ Journalist [#98]

Mir sind eigentlich nur diese Artikel - allerdings ohne Bild - bekannt. Es ging wohl damals um die "Frosch"-Marke.

https://www.welt.de/welt_print/wirtschaft/article4420671/Post-Konkurrent-Pin-kaempft-mit-gefaelschten-Briefmarken.html

https://www.fr.de/wirtschaft/faelscher-zocken-11535417.html

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/postdienstleister-briefmarkenfaelscher-machen-pin-zu-schaffen-a-645642.html

und einige andere aus dem Nachrichtenbereich. Aus philatelistischer Sicht/Kreisen ist mir allerdings konkretes nicht bekannt. Deshalb meine Frage.
 
Pete Am: 19.02.2020 22:55:23 Gelesen: 5515# 100 @  
@ EdgarR [#96]

Aber mal eine andere Frage in diesem Zusammenhang: Offensichtlich juckt eine Menge von ein paar zehntausend gefälschter Marken den Fast-beinahe-Monopolisten DP AG nicht wirklich. Bei einer Marken ausgebenden Privatpost (dort bewegen sich die Markenauflagen i. a. im Bereich von hunderten bis höchstens gut 10.000 Stück) wäre so ein reger Fälschungsbetrieb hingegen wohl existenzbedrohend?!
Gibt es denn in jenem Sektor überhaupt bekannt gewordene Fälschungen?


Ja, der Frosch von PIN ist als Fälschung (oder nicht genehmigter und vergleichsweise nachlässig ausgeführter Nachdruck seitens der Druckerei - daran scheiden sich die Geister) im Jahr 2009 aufgetaucht. Das Original erschien ab Mai 2007 in einer mittleren sechsstelligen Auflage. Daraufhin wurde seitens der damaligen PIN Mail AG aus Berlin zum 01.09.2009 frühere Ausgaben der PIN Group (ausgegeben vor dem 01.06.2008) im eigenen Zustellgebiet (Berlin) als zulässige Frankatur für ungültig erklärt. Nachdem in der zweiten Jahreshälfte 2009 der hundertste postfrische (oder "PIN-frische"?) Zehnerbogen bei ebay verkauft wurde, habe ich aufgehört zu zählen. Derartige Stücke wurden auch noch Jahre danach bei ebay angeboten. Postfrisch ist diese Marke meiner Meinung nach recht häufig (auch oder vor allem (?) bedingt durch die ebay-Angebote), bedarfsgestempelt vor dem 01.09.2009 eher selten, wobei ab dem Bekanntwerden dieser Variante auch philatelistisch inspirierte Sendungen spätestens aus dem Monat August 2009 existieren. Mir liegt als Frühdatum eine Sendung (mutmaßlich Bedarf) aus dem Monat Mai 2009 vor. Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, soll diese Variante anfangs über einige wenige Shops von PIN in Berlin in Umlauf gelangt sein.



Zehnerbogen dieser Fälschung (oder illegaler Nachdruck) ohne Bogennummer



überfrankierter Kompaktbrief (C6-Sendung bis 50 g) vom 27.05.2009 aus Berlin - verklebtes Porto zu 1,04 Euro, wobei 0,90 Euro korrekt gewesen wären - anscheinend waren keine anderen Marken passend vorhanden



C6-Sendung bis 20 g vom 15.07.2009 von DE1154 (PIN Mail AG in Berlin) an den Zustellpartner DE8214

Ich würde die Existenz von gefälschten Briefmarken bei Postmitbewerbern nicht zwingend als existenzbedrohend einstufen. Es sollte allerdings im Regelfall für reichlich Wirbel bzw. Aufregung sorgen. Die deutliche Mehrheit der Sendungen ist bei (fast?) allen Postmitbewerbern briefmarkenlos (d.h. Stempel und Aufkleber als Frankiermerkmal).

Gruß
Pete
 
Journalist Am: 20.02.2020 10:15:25 Gelesen: 5444# 101 @  
@ Journalist [#94]

Hallo an alle,

ergänzend zu obigen Beitrag die neuesten Ergebnisse. Wie vermutet wurde die angebotene Menge von weiteren 2500 Stück schnell verkauft, da der vermutlich gewährte Preisnachlass bei den Käufern vermutlich dafür gesorgt hat, das Gehirn auszuschalten und nur die Dollarzeichen des schnellen Gewinns zu sehen.

Besagter Verkäufer hat so innerhalb von knapp 3 Wochen nachweislich mindestens 5000 Stück über ebay kleinanzeigen verkauft und nun natürlich seine Spuren gelöscht, da er keine neuen Angebote eingestellt hat und die zusätzlichen Alibiangebote auch gelöscht hat. Er ist so nun elektronisch nicht mehr sichtbar. Recherchen mit den vorhandenen Daten dürften ins Nirwanna führen, da es sich mit großer Wahrscheinlichkeit bei den Absenderangaben der Zusendungen um gefakte Adressen gehandelt hat - aber dies ist ja auf diesen Sektor so üblich.

Dies zeigt deutlich, wenn hier nicht sehr schnell recherchiert und von der Deutschen Post gehandelt wird, ist die Wahrscheinlichkeit bei 100 Prozent, das der Betrüger nie zur Verantwortung gezogen werden dürfte. Die einzigen Dummen in diesen Spiel sind eventuell die vermeintlichen Absender-Fakeadressen (die vielleicht sogar echt sind), die dann aber gar nicht wissen, was für ein Spiel man mit ihnen getrieben hat. Weitere Dumme sind die Nutzer dieser gefälschten Marken, die teils mehr oder weniger ahnungslos nur aus Geiz ist Geilmentalitäten, günstig Briefmarken aus dubiosen Quellen unter Postpreis kaufen.

Es gibt aber natürlich auch seriöse Quellen, die Frankaturware unter Postpreis teils in großen Mengen anbieten und handeln - dieser Geschäftszweig der Philatelie existiert schon sehr lange.

Mal sehen, wann der nun untergetauchte Betrüger wo unter anderen Namen wieder auftaucht ?

Soviel für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 20.02.2020 11:39:20 Gelesen: 5420# 102 @  
@ Journalist [#101]

Es gibt aber natürlich auch seriöse Quellen, die Frankaturware unter Postpreis teils in großen Mengen anbieten und handeln - dieser Geschäftszweig der Philatelie existiert schon sehr lange.

Zumindest bei aktueller Frankaturware bezweifle ich die Seriösität solcher Quellen. Es mag natürlich verzweifelte Sammler geben, die immer "Zehnmal Bund postfrisch" gekauft haben und von heute auf morgen aufgeben.

Ich vermute eher Selbstständige, die den Finanzamt Briefmarkenquittungen vorlegen und Mailing-Aktionen verkaufen, und damit den Gewinn schmälern. Macht 45% Steuerrabatt, die Marken gehen mit 30% Abschlag heraus, bleiben immer noch 15% über.

Vermutlich ist es der Post egal, bzw. die Gegenaktionen kosten mehr als der eigentliche Schaden.

Die Bahn hat das Problem der gefälschten Fahrkarten mit Einführung des QR-Code in den Griff bekommen.
 
Briefmarkenburny62 Am: 21.02.2020 23:33:27 Gelesen: 5192# 103 @  
Es gibt aber natürlich auch seriöse Quellen, die Frankaturware unter Postpreis teils in großen Mengen anbieten und handeln - dieser Geschäftszweig der Philatelie existiert schon sehr lange.

Einer dieser Quellen sind Briefmarkensammlungen Bund, welche eher mau, aber den postfrischen Anteil ab der Eurozeit haben. Immer zu sehen bei Auktionen. Verkauft werden diese Sammlungen immer (mit Zuschlag 70-75% Postpreis), Alben und Rest der Sammlung für lau. :)

Gruß
Briefmarkenburny
 
Journalist Am: 25.02.2020 19:29:00 Gelesen: 4976# 104 @  
@ Journalist [#101]

Hallo an alle,

da besagte Quelle anscheinend doch noch einen größeren Vorrat hat, wurden in den letzten Tagen weitere circa 5.000 Stück angeboten und anscheinend auch verkauft, den die besagten verschiedenen Kleinanzeigen waren nach wenigen Stunden nicht mehr vorhanden, das Geschäft läuft also doch noch sehr gut und nun könnten locker circa 10.000 Stück in knapp 3 Wochen verkauft worden sein.

Es dürfte also nur eine Frage der Zeit sein, bis aus aktuellen Briefmaterial auch solche mit Fälschungen auftauchen könnten, natürlich als Mischfrankatur. Achtet also auf die 70 Cent Dampfschiff "Die Weser".

Wer allerdings versucht, diese Fälschungen abzuweichen, dürfte wenig Erfolg haben, den diese Fälschungen sind in der Regel nicht oder nur sehr schwer abweichbar.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße

Jürgen
 
Journalist Am: 14.03.2020 08:18:00 Gelesen: 4327# 105 @  
@ Journalist [#57]
@ Journalist [#60]

Hallo an alle,

bezüglich obiger Fälschung wird es in der nächsten Tagen auch einen ausführlichen Artikel in der philatlie geben - hier der passende Link zur Vorabveröffentlichung:

http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/die-besonderheiten-des-business-bogens-beethoven-haus.html

Die Fälschungen sind nicht nur an der mangelhaften Zähnung gut zu erkennen:



Auch unter UV sind diese leicht erkennbar:



Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße

Jürgen
 
Journalist Am: 09.04.2020 16:59:26 Gelesen: 3703# 106 @  
Hallo an alle,

wir haben zwar Corona-Zeiten, aber die Fälscher arbeiten trotzdem - mir liegen derzeit zu 3 verschiedenen neuen Fälschungen erste Infos vor - sobald ich hier die entsprechenden Originale habe, werde ich weitere Infos mitteilen.

Bei den Portostufen soll es sich um eine selbstklebende 80 Centmarke handeln, sowie zwei naßklebende Marken zu 155 Cent und 270 Cent.

Von letzteren beiden müsste ich, wenn alles klappt bis spätestens Ende nächster Woche sowohl die Originale als auch die zugehörigen Fälschungen zum Vergleich vorliegen haben.

Soweit erste inoffizielle Infos aus der Fälscherküche.

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 22.04.2020 19:20:00 Gelesen: 3242# 107 @  
@ Journalist [#106]

Hallo an alle,

im obigen Beitrag hatte ich ja schon angedeutet, das es neue Fälschungen gibt. Eine davon ist die 270 Cent naßklebend Fritz Bauer aus dem Jahr 2019 mit der Michelnummer 3502 herausgegeben am 2. November 2019. Es handelt sich dabei um eine naßklebende Briefmarke.

Erstmalig wurde dabei auch der EAN-Code mit gefälscht.

Zuerst einmal ein Bogenausschnitt der echten Marken (Oberteil) mit EAN-Code:



Vergleicht man nun die Marken unter UV 365 Nanometer so kann man keine Unterschiede erkennen, es fehlt hier auch die oft typische Lackierung, in der UV versteckt ist, trotzdem haben die gefälschten Marken fast identische UV-Eigenschaften, zumindest nach der ersten Schnellanalyse.

Eine Untersuchung mit einer 30-fach Lupe mit LED-Beleuchtung brachte so gut wie keine wesentlichen Unterschiede, die Fälschung wurde in sehr guter Qualität reproduziert.

Mit einer Phosporlampe kann man aber ansatzweise den ersten Unterschied erkennen:



Bei der echten Marke sind die seltenen Erden im Bereich des Körpers von Fritz Bauer ausgespart und nicht vorhanden - dies kann man ansatzweise mit einer Phosporlampe erkennen. Der auf diesem Foto scheinbar etwas grauere Bereich des Hintergrundes im Vergleich zum weißen Hintergrund im Bereich des EAN-Codes zeigt deutlich den Bereich in dem die seltenen Erden in einer Grundbeschichtung in einem farblosen Lack aufgetragen wurden.

Mit dem Infrarotlaserpointer werden diese Ergebnisse bestätigt.

Unter dem USB-Mikroskop kann man an vielen Stellen oft keine großen oder nur minimale Unterschiede feststellen wie die folgenden 3 Ausschnitte zeigen - links immer das Original - rechts die Fälschung:







Beim letzten Vergleich kann man zumindest unter der 1 von 1903 ansatzweise leichte Rasterunterschiede erkennen.

Soweit erste Infos zu dieser neuen Fälschung.

Bei der zweiten Fälschung aus der selben Quelle handelt es sich um eine vergleichbare sehr gute Fälschung mit ähnlichen Fehlern, die ansatzweise auch mit einer Phosporlampe erkennbar ist oder aber mit einen Infrarotlaserpointer eindeutig mangels Reaktion erkennbar ist.

Hier wurde erstmals eine Zuschlagsmarke gefälscht - weitere Details zu dieser Fälschung (die auch als solche vorliegt) folgen allerdings hier erst kurz vor der Veröffentlichung und Vorstellung dieser Fälschung in der nächsten philatelie in der Juniausgabe 2020. Sie müssen sich daher an dieser Stelle hier noch etwas gedulden - danke für ihr Verständnis.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche - viele Grüße

Jürgen
 
Journalist Am: 14.05.2020 17:29:49 Gelesen: 2504# 108 @  
@ Journalist [#107]

Hallo an alle,

die obige Fälschung hat eine sehr gute Qualität. Wie schon in der Schnellanalyse festgestellt, ist ein Unterschied unter UV-Licht 365 nm nicht erkennbar !

Wie oben auch schon erwähnt, kann man mit einer Phosporlampe (256 nm) ansatzweise sehen, wo die seltenen Erden versteckt sind. Diese wurden in einem ersten Druckschritt in einer farblosen Schicht im Druckraster 45 Grad aufgetragen wie folgender Scan zeigt:



Eine ausführliche Darstellung dieser Fälschung, die seit Ende März angeboten wird, ist in einigen Tagen in der Juniausgabe der philatelie zu finden.

Dort wird außerdem die aus gleicher Quelle stammende sehr gute Fälschung einer Zuschlagsmarke (Jugendmarke) vorgestellt werden.

Die Fälscher wussten hier sehr gut Bescheid und haben eine sehr gute Arbeit geleistet. Die Druckraster sind bei der Zuschlagsmarke sogar identisch zum Original sowohl bezüglich der Rasterwinkel als auch bezüglich der Punktgröße. Soweit einige erste weitere Infos vorab - viele Grüße aus der Fälscherküche

Jürgen
 
Journalist Am: 16.05.2020 08:17:48 Gelesen: 2370# 109 @  
@ Journalist [#106]
@ Journalist [#107]
@ Journalist [#108]

Hallo an alle,

die zwei obigen genannten Fälschungen 270 Cent Fritz Bauer und die 155 Cent + 55 Cent Zuschlagsmarke müssen spätestens Anfang März gedruckt worden sein, denn erste Versuche, diese Fälschungen zu verkaufen, konnten nun schon vom 27. März 2020 nachgewiesen werden. Der bisherige Schwerpunkt der Angebote dieser Fälschungen kommt aus dem Großraum Hamburg. Gedruckt wurden diese gefälschten Marken scheinbar in größerer Auflage.

Bei der gefälschten Zuschlagsmarke handelt es sich um die Michel-Nr. 3487 aus der Jugendmarkenserie - der dortige Höchstwert 155 Cent + 55 Cent mit dem Motiv "Mopsfledermaus".

Hier schon mal dazu ein Scan der echten Marken (Bogenoberteil mit EAN Code):



Ausführliche Details zu beiden Fälschungen können Sie in einigen Tagen in der Juniausgabe der philatelie lesen. Wie üblich, wird aber hier auch schon vorher ein Link angekündigt, in dem sie diesen Artikel als Vorabveröffentlichung im Internet lesen können. Diese Freischaltung wird circa Mitte nächster Woche erfolgen.

Soweit weitere Infos aus der Fälscherküche - viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 21.05.2020 15:46:45 Gelesen: 2136# 110 @  
@ Journalist [#86]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag hatte ich ja schon mal erste Details der Fälschung Dampfschiff "Die Weser" vorgestellt. In der nächsten philatelie wird diese Fälschung ausführlich im Vergleich zum Original vorgestellt. Unter dem folgenden Link finden Sie schon jetzt die Vorabveröffentlichung dieses Artikels[1].

Da Links ohne Bilder doch sehr trocken sind noch zwei weitere Bilder als Vergleich zu dieser Fälschung hier:



Der Teilausschnitt der Jahreszahl 2016 - links die echte Marke mit der flächig gedruckten Jahreszahl, rechts die Fälschung und noch ein weiterer Teilausschnitt:



Links die echte Marke mit dem flächigen Druck der Wertangabe 70 und rechts die Fälschung.

Am Wochenende wird dann noch der zweite Artikel als Vorabveröffentlichung freigeschaltet werden, in dem über die Fledermausfälschung berichtet wird.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche - viele Grüße Jürgen

[1] http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/faelschung-folienblatt-62-die-weser.html
 
Journalist Am: 24.05.2020 08:33:35 Gelesen: 1900# 111 @  
@ Journalist [#110]

Hallo an alle,

wie oben schon angekündigt wurde gerade eben auch der zweite Artikel über Fälschungen mit dem Titel "Erste Fälschung einer Zuschlagsmarke" als Vorabveröffentlichung aus der philatelie (Juni-Ausgabe 2020) im Internet freigeschaltet [1].

Daraus auch noch hier einige ergänzende erste Bilder, zuerst von der Mopsfledermaus:



Es handelt sich hier um einen Vergleich der echten Marken oben und der Fälschung unten unter UV-Licht mit 256 Nanometer (Phosphorlampe). Oben sieht man deutlich, das die Seltenen Erden (das zusätzliche zweite Sicherheitselement für Briefmarken) als Sicherheitsaufdruck nur im inneren Bereich der Marke mit Ausnahme eines circa 2 mm breiten Randes im Bereich der Zähnung als erster Druckgang in einer farblosen Schicht gedruckt wurde.

Zusätzlich noch abschließend zur Mopsfledermaus ein Ausschnitt der Gesichtszüge der Fledermaus:



Links das Original und rechts die Fälschung mit wesentlich ausführlicher Detailierung der Gesichtszüge ohne die typischen Rosetten. Diese Fälschung hat die beste Qualität, die der Autor bisher gesehen hat. Die Druckraster und Abstände der Druckpunkte und die Druckwinkel sind bei der Fälschung identisch !!!

Auch bei der zweiten Marke aus der selben Quelle findet man im Druck selbst nur minimale Unterschiede:



Diese Abbildung zeigt einen Bildausschnitt der Krawatte im unteren Teil - links die echte Marke - rechts die Fälschung. Der Hauptunterschied bei dieser zweiten Fälschung ist aber auch wieder nur der fehlende Sicherheitsdruck mit den Seltenen Erden.

Gedruckt wurden diese Fälschungen im Offsetdruck, solche Maschinen haben einen Durchsatz von 4 Meter pro Sekunde, hier wurden also nicht gerade wenige Marken als Fälschung hergestellt.

Erkennbar sind diese Fälschungen für einen Sammler in der Regel nur mit einer Phosphorlampe, da unter UV mit 365 Nanometer keine Unterschiede zwischen der Fälschung und dem Original existieren. Mal sehen, was aus dieser Quelle noch alles an Fälschungen auftauchen könnte ?

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen

[1] http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/erste-faelschung-einer-zuschlagsmarke.html
 
Journalist Am: 28.05.2020 11:35:45 Gelesen: 1727# 112 @  
@ Journalist [#111]

Hallo an alle,

ergänzend zu obiger Meldung noch der Hinweis das auch die entsprechende Übersichtstabelle mit bisher bekannten Fälschungen zum Schaden der Post seit Euroeinführung auf der Webseite "Moderne Postgeschichte" aktualisiert wurde [1].

Mit dem heutigen Datenstand sind somit mindestens 67 verschiedene Fälschungen zum Schaden der Post seit Euroeinführung bekannt - vermutlich gibt es aber noch die eine oder andere Fälschung die dem Autor bisher noch nicht gemeldet wurde und daher dürften es realistisch schon über 70 Fälschungen seit 2002 geben.

Daher hier nochmals der Aufruf an alle, melden Sie bitte zum einen in der obigen Übersicht noch nicht gemeldete Fälschungen zum Schaden der Post seit Euroeinführung oder senden Sie leihweise diese zur Ansicht und Prüfung zu - schon jetzt danke an alle Informanten. Die eingehenden Informationen werden nach dem deutschen Presserecht selbstverständlich quellenrechtlich anonym behandelt.

Auch anonyme Zusendungen mit gefälschten Marken sind willkommen.

Weiter werden auch noch dort zwar gelistete teils etwas ältere Fälschungen gesucht, die aber im Original noch nicht zur Prüfung vorgelegen haben. Auch hier bittet der Autor um weitere Zusendungen - es ist auch im begrenzten Umfang ein Tausch Fälschung gegen Fälschung vorstellbar, um die Forschungssammlung weiter ausbauen zu können.

Schon jetzt vielen Dank an die bisherigen Informanten und Tipgeber - machen Sie weiter so, damit diese Fälschungen hier vorgestellt werden können.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen

[1] http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/uebersicht-faelschungen-zum-schaden-der-post-seit-euroeinfuehrung.html
 
Journalist Am: 07.06.2020 18:35:22 Gelesen: 1371# 113 @  
@ Journalist [#111]

Hallo an alle,

die gefälschte Mopsfledermaus ist auch für die Motivarbeitsgemeinschaft Zoologie e.V. interessant und sie hat mit Erlaubnis des Autors diesen Teil des Artikels auf ihrer interessanten Webseite unter "News" eingestellt [1] - dazu hier erst einmal eine Bildschirmkopie der entsprechenden Seite zur Info und dann der passende Link für Zoologiesammler



Soweit noch eine interessante Ergänzung zu dieser Fälschung.

Viele Grüße Jürgen

[1] https://www.arge-zoologie.de/index.php/saeugetiere/264-hoehere-saeugetiere-eutheria/fledertiere-chiroptera/glattnasen-vespertilionidae/241-die-gefaelschte-mopsfledermaus
 
Journalist Am: 06.08.2020 19:51:55 Gelesen: 227# 114 @  
Hallo an alle,

am 8. Juli 2020 ging in Saarbrücken vor dem dortigen Amtsgericht nach zwei Jahren und drei Sitzungen ein Betrugsprozeß um Briefmarkenfälschungen zu Ende. Die erste Verhandlung fand am 3. Dezember 2018 statt, die zweite nach einer Coronaverschiebung erst vor kurzem am 22. Juli 2020 und die letzte mit dem Urteilsspruch dann am 8. Juli 2020. Der Autor war extra an diesem Tag vor Ort und hatte auch die vorherigen Sitzungen beobachten lassen bzw. selbst beobachtet.

Dazu ist nur derzeit ein neuer Artikel für die Septemberausgabe der philatelie in Vorbereitung mit dem Titel "Aufdruckfälschungen bei ATM - ein aktueller Postbetrugskrimi".

In diesem Artikel geht es nicht nur um den dortigen behandelten Fall, es zeigt auch sehr gut die Schwachstellen des derzeitigen Vorgehens durch die Post und die Gerichte gegen die Fälscher auf.

Die Leser dieser Rubrik werden die Vorabveröffentlichung, die in circa 10 Tagen erfolgen wird, schon hier als erste erfahren.

Benutzt wurde Original Vordruckpapier mit dem Motiv Post Tower Bonn und Brandenburger Tor, obwohl laut dem Verpackungsmaterial, dieses ja ordentlich dokumentiert werden sollte, wie folgender Scan zeigt:



Soweit neues aus der Fälscherküche - viele Grüße

Jürgen
 

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