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Thema: Fälschungen zum Schaden der Post in Deutschland seit der Euroeinführung
Das Thema hat 68 Beiträge:
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Journalist Am: 13.02.2019 15:15:47 Gelesen: 4405# 44 @  
@ Journalist [#14]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag wurde ja mal eine Übersichtstabelle für in der philatelie veröffentlichte Fälschungen vorgestellt. Dazu nun ein Teilaspekt als Ergänzung - die Fälschungen der 55 Cent Frauen Marke Hildegard Knef. Zuerst einmal eine Übersicht der 7 bekannten Fälschungen:



Nun konnte ich eine dieser Fälschungen als 10er-Bogen eintauschen:



Zum Vergleich nun noch einmal eine echte Marke und daneben eine aus obigen Zehnerbogen:



Die hier gezeigte Fälschung ist unter UV erkennbar, den sie leuchtet bläulich (optische Aufheller). Wie man weiter sieht ist die Zähnung nicht ok und der Schwarzdruck ist unschärfer gerastert.

Wer hat von dieser Fälschung eine der anderen Varianten ?

Viele Grüße Jürgen
 
Ostfriesland Am: 21.02.2019 21:13:19 Gelesen: 3965# 45 @  
Frankaturverkauf bei Ebay Kleinanzeigen

Wer hat Kontakt mit der Kleinanzeige gehabt ?

In der Anzeige wurde:

1,45€ Briefmarken x 200 Stück (290€) für 220€
Preis: 220 €
Hat auch andere Werte angeboten z.B. 70 und 85 Cent in Mengen.

Der Verkäufer stammt angeblich aus 24143 Kiel - Gaarden, heißt vermutlich Peter [...]. Die Anzeige ist zirka 10 Tagen in Ebay Kleinanzeigen drin.

Bitte um Erfahrungsaustausch.
 
Journalist Am: 22.02.2019 20:42:17 Gelesen: 3802# 46 @  
@ Ostfriesland [#45]

Hallo,

ich hatte auch Kontakt mit dieser Kleinanzeige - bitte melde Dich mal über meine email - danke.

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 23.02.2019 15:21:58 Gelesen: 4122# 47 @  
Hallo an alle,

es sind Meldungen über insgesamt 4 neue verschiedene Fälschungen aufgetaucht, dabei handelt es sich zum einen um eine 70 Cent Marke selbstklebend (Rolle) und zwei verschiedene Folder (MH) einmal mit der Wertstufe 85 Cent und zwei wechselnden Tiermotiven sowie der heute hier erstmals gezeigten Fälschung eines weitern Folders (MH) 145 Cent mit dem Motiv Elbphilharmonie. Diese Fälschung ist leicht mit einer UV-Lampe erkennbar, denn es leuchtet nur bläulich, d.h. es gibt nur optische Aufheller vom Papier, die dieses Leuchten verursachen. Natürlich besitzt diese Fälschung auch keine weiteren Sicherheitselemente (Seltene Erden), die im Infrarot sichtbar wären. Hier schlägt das entsprechende Prüfgerät nicht an. Es folgt nun ein Scan der Vorder- und Rückseite der Fälschung:



Weiter anbei noch ein Detailausschnitt einer einzelnen gefälschten Marke mit 600 dpi



Da ich mir erst noch Originale besorgen muss, um weitere Vergleiche durchzuführen, kann ich erst im Laufe der nächsten Woche weitere Details dazu nennen.

Diese Fälschung wurde über ebay Kleinanzeigen angeboten.

Die oben genannten Fälschungen dürften, da sie aus der selben Quelle stammen, die selben Effekte aufweisen, also unter UV bläulich leuchten.

Soweit neueste Infos aus der Fälscherküche.

Viele Grüße Jürgen
 
EdgarR Am: 23.02.2019 16:34:44 Gelesen: 4100# 48 @  
"Fälschungen zum Schaden der Post" - irgendwie macht das doch keinen Sinn oder?

Wenn ich mir hier die gemeldeten Falsifikate ansehe - weit überwiegend selbstklebende - und mir den zu treibenden Aufwand vor Augen halte (die Herstellung dürfte zwar wohl technisch anspruchsloser sein als die von Euro-Geldscheinen, aber dennoch ...) dann frage ich mich unwillkürlich, ob der Aufwand für den/die Fälscher in einem darstellbaren Verhältnis zum Gewinn steht?

Wenn ich Geldscheine fälsche, dann kann ich die entweder selbst in Umlauf bringen oder über Mittelsmänner (dann natürlich für deutlich unter dem Nominalwert) in Umlauf bringen lassen. Jedenfalls habe ich für das falsche recht schnell und ziemlich viel echtes Geld.

Aber Marken? Bringe ich die selber "in Umlauf" habe ich nicht mehr davon als nur "gespartes" Porto. Oder ich muss praktisch eine Art Dienstleistungsfirma aufmachen und quasi wie ein Lettershop für große Kunden frankieren und versenden - dann ist das Risiko aufzufliegen aber schon gewaltig. Oder ich muss die gefälschten Marken mühsam selbst oder über Mittelsmänner (bei entsprechend hohem Abschlag zum Nominalwert) in zwangsläufig kleinen Tranchen (wer kauft schon, sagen wir mal, mehr als 1.000 Stück à !,45 €?) verticken. Mühsam, mühsam. Und riskant,

Also: Irgendwie macht das keinen Sinn, oder? Es wäre denn, "man" würde als Hauptzweck Falsifikate herstellen um letztlich Sammler damit zu beglücken und "abzuernten".

meint kopfkratzend EdgarR
 
Pete Am: 23.02.2019 21:16:10 Gelesen: 4016# 49 @  
@ EdgarR [#48]

"Fälschungen zum Schaden der Post" - irgendwie macht das doch keinen Sinn oder?

Es dürfte aus Sicht des Fälschers weiterhin lohnend sein, sonst wären in den letzten fünf bis sechs Jahren nicht derart viele verschiedene Fälschungen zum Schaden der Deutschen Post AG aufgetaucht.

Beispiel:

In einer (ausländischen) Druckerei werden im Kundenauftrag 20.000 Stück einer Briefmarke mit einer Nominale zu 1,45 Euro als Nachahmung produziert, wobei sich theoretisch die Gesamtnominale auf 29.000 Euro belaufen würde. Dabei wird seitens der Druckerei (mehr oder weniger) darauf geachtet, neben den offentsichtlichen Dingen wie Format, Motiv (Zeichnung), Zähnung/Stanzung, Art des Klebers und Farbe auch weiterführende Merkmale der Druckvorlage (Bsp. Druckraster, Verhalten unter der UV-Lampe, Bildschärfe) möglichst konsequent in der Nachahmung zu übernehmen.

Diese Fälschungen gelangen später über den Druckauftraggeber bzw. dazwischen geschaltete Mittelsmänner in kleineren Mengen (Bsp. per 1000 Stück) an Frankaturwarehändler (und von dort aus an den Endabnehmer = späterer Absender der damit frankierten Sendungen) bzw. in unterschiedlichsten Stückzahlen (durchaus auch 100 Stück und mehr pro Transaktion) direkt an mögliche Endkunden über ebay & Co., Letzteres zu einer Quote von 70 oder 80 % des Nominalpreises. Aus Sicht des Endabnehmers sollte ein gewisser Anreiz bleiben, Frankaturware unter Nominale zu kaufen.

Derzeit existieren bundesweit weiterhin genügend Absender (Unternehmen), welche für den Versand über die Deutsche Post AG die Ausgangspost mit Briefmarken und nicht mittels Absenderfreistempel oder anderen Frankierarten freimachen. Sonst gäbe es kaum derartige Angebote und Frankaturwarehändler wären brotlos.

Selbst wenn der Druckauftraggeber lediglich 50 % der Nominale als Verkaufspreis gegenüber der nächsten Vertriebsebene (Mittelsmänner) ansetzt, sollten nach Abzug der Druckkosten für den Druckauftrag bzw. Zeitaufwand für die Organisation/Planung des Vorhabens und Logistik nach Deutschland ein paar Euro übrigbleiben.

Es wäre denn, "man" würde als Hauptzweck Falsifikate herstellen um letztlich Sammler damit zu beglücken und "abzuernten".

Die Gruppe der Sammler dürfte bezüglich der potentiell für den Sammlermarkt relevanten Menge als zweifelsfrei irrelevant eingeschätzt werden bzw. müsste eine Fälschung zum Schaden der Post erst einmal auffallen und publiziert werden, damit interessierte Sammler davon erfahren. ;-)

Gruß
Pete
 
StefanM Am: 25.02.2019 08:18:43 Gelesen: 3841# 50 @  
Zurzeit gibt es diverse Angebote bei Ebay mit Frankaturware "Marke Individuell" ab 1,- Euro.



Könnten das auch Fälschungen zum Schaden der Post sein?
 
StefanM Am: 26.02.2019 08:41:56 Gelesen: 3702# 51 @  
@ StefanM [#50]

Die Gebote steigen und steigen! Für die gezeigten Angebote liegen sie jetzt bei 333,- / 71,- / 222,- Euro. Ihr findet die Angebote in der Rubrik "Briefmarken/Gültige Frankaturware" und mit dem Suchbegriff "Marke individuell".

Gruß
Stefan
 
Pete Am: 26.02.2019 18:11:26 Gelesen: 3606# 52 @  
@ StefanM [#50]

Zurzeit gibt es diverse Angebote bei Ebay mit Frankaturware "Marke Individuell" ab 1,- Euro.

Könnten das auch Fälschungen zum Schaden der Post sein?


Gegenfrage: Weshalb sollten die Angeboten der Marken falsch sein? Auf dem ersten Blick sieht es mir eher aus, als sei ein (Über-)Angebot diese Ausgabe "Marke Individuell" im Angebot. ;-) Dem zukünftigen Käufer kann es im Grunde egal sein, was die Marken ursprünglich einmal gekostet haben. Den Bewertungen nach hat der Anbieter bereits in der Vergangenheit einige Posten Frankaturware verkauft.

Nachfolgend die Fotos des betroffenen Artikels. Für jedes Angebot wurden - soweit ersichtlich - die gleichen Bilder verwendet.



Gruß
Pete

[1] https://www.ebay.de/itm/312500607116 - Angebot per 200 Stück
[2] https://www.ebay.de/itm/312500595188 - Angebot per 300 Stück
[3] https://www.ebay.de/itm/312500610238 - Angebot per 500 Stück
 
Journalist Am: 26.02.2019 18:54:51 Gelesen: 3597# 53 @  
@ StefanM [#50]
@ StefanM [#51]

Hallo Stefan,

wie auch schon Pete geschrieben hat, glaube ich hier nicht an Fälschungen. Auf diesem Sektor ist mir und den Spezialisten auf dem Gebiet der Marke Individuell bisher nichts bekannt geworden. Weiter ergibt die Bildanalyse bezüglich des Datamatrixcodes, das dieser unterschiedlich ist. Das hier ein Fälscher auch die passenden Datamatrixcode unterschiedlich fälschen würde, würde schon einiges Verständnis und Technik auf diesem Sektor erfordern.

Zwar wurden bisher im Bereich Frankaturware selten auch "Marken Individuell" angeboten, aber es ist nicht das erste Mal, das dies passiert. Das Motiv "Jahreswechsel 2019" ist vorbei und die Aktion vermutlich abgeschrieben. Nun wird der restliche Überbestand noch möglichst effektiv zu Geld gemacht. Bei Ebay kann man da so zwischen 80 und 95% des Frankaturwarewertes erzielen, das ist immerhin mehr, als wenn man das über Frankaturwarehändler weiter veräußern würde, da die ja auch noch was verdienen wollen.

Soweit zu diesen Postings.

Nun aber noch zu der davor erfolgten Meldung über die neue Fälschung Folienblatt Elbphilharmonie:

@ Journalist [#47]

Da die Versandstelle dieses Folienblatt nicht mehr im Angebot hatte, hat der Autor sich dieses bei einem gut sortieren Fachhändler (Hans Brunner, Schwanstetten) besorgt und kann nun einige weitere einfache Merkmale der Fälschung im Vergleich zum Original nennen.

Wenn man die Originalmarke und die Fälschung direkt neben einander hat, so sieht man sofort, das die Fälschung eher bläulich aussieht, während die echten Marken eher violett aussehen. Dies sieht man auch in folgenden Scans - links die echte Marke - rechts die Fälschung:



Auch im Bereich der Wertangabe kann man deutlich mit einer guten Lupe weiteres erkennen. Bei der Fälschung ist der Bereich um die Wertangabe flächig in gelb ungerastert gedruckt, bei der echten Marken kann man ein zusätzliches rotes Raster erkennen.

Typische weitere Merkmale sind die mangelnde Konturenschärfe besonders erkennbar bei der Schrift oder der Jahreszahl. Auch die Oberfläche ist bei der Fälschung sehr glatt im Vergleich zu Fälschung. Auf der Rückseite des Folienblattes fehlt bei der Fälschung im Bereich der abgebildeten Marke der "Schatten" im Vergleich zum echten Folienblatt.

Das einfachste Merkmal hier ist aber eine UV-Lampe, den die Fälschung leuchtet bläulich.

Soweit für heute zu dieser Fälschung erste wichtige Details, weitere ausführliche Infos folgen demnächst in der philatelie.

Teil 3:

In obigen Beitrag wurde auch über eine Fälschung 70 Cent selbstklebend als Rolle berichtet. Das Motiv wurde aber noch nicht genannt, nun konnte eine dieser Fälschungen im Internet erworben werden. Es handelt sich um die 70 Cent Wangerooge, näheres zu dieser Fälschung demnächst in Kurzform auch hier.

Soweit für heute neue Infos aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
StefanM Am: 27.02.2019 07:48:48 Gelesen: 3492# 54 @  
@ Pete [#52]

Gegenfrage: Weshalb sollten die Angebote der Marken falsch sein?

Ich wunderte mich über das massive Angebot zu 1,- Euro bei beträchtlichem finanziellem Engagement für die Herstellungsaufträge bei der Post. Mittlerweile ist der Preis gestiegen. Mal sehen wo es endet.

Stefan
 
Journalist Am: 28.02.2019 18:27:48 Gelesen: 3306# 55 @  
@ Journalist [#53]

Hallo an alle,

unter obigen Beitrag hatte ich im Teil 3 auf die weitere Fälschung 70 Cent Wangerooge vermutlich aus der selben Quelle genannt. Nun liegt diese Fälschung im Original vor und es erfolgte eine erste schnelle grobe Begutachtung.

Die Fälschung ist auch wieder einfach mit einer UV-Lampe erkennbar, sie hat kein UV und leuchtet nur bläulich (optische Aufheller im Papier) genauso wie bei der Fälschung "Elbphilharmonie".

Vertrieben wird diese Fälschung als 100er Rolle mit gefälschter Verpackung. Dies ist erst das zweite Mal, nach den Hattinger Brüdern, wo nicht nur eine Fälschung hergestellt wurde, sondern auch noch die Verpackung mit gefälscht wurde - es folgt ein Scan von einer Seite der echten und falschen Verpackung:



Links handelt es sich um die echte Verpackung,rechts um die falsche Verpackung. Die gefälschte Verpackung wurde nicht einfach kopiert sondern "neu gesetzt". Dabei haben die Fälscher nicht die echte Marke genutzt sondern die Fälschung, auf der gefälschten Verpackung abgebildet. Weiter haben Sie den Schattenrand vergessen.

Erkennen kann man die gefälschte Marke mit bloßen Auge auch am großen "W" von Wangerooge, denn hier wurde bei der Fälschung ein falsches anders geformtes "W" benutzt.



Links der Ausschnitt von der echten Verpackung, rechts der Ausschnitt von der gefälschten Verpackung. Das gefälschte W ist in der Mitte deutlich erkennbar, beim echten W laufen die beiden mittleren Teile oben spitz zusammen, bei der Fälschung läuft die linke Seite im oberen Drittel der rechten Seite rein, weiter befindet sich in der Mitte bei der Fälschung eine Serife, bei dem echten W nicht. Dies werden wir auch gleich weiter unten besser sehen.

Eine weitere ungewöhnliche Besonderheit ist die Versieglung der Rollen, hier im folgenden rechts eine echte Rolle, links die Fälschung mit dem selbstgestalteten roten Pfeil:



Auch die Rollenaufwicklung und Rollengröße ist anders wie der folgende Scan zeigt:



Die echte Rolle ist kleiner und hat keinen Pappkern, wie die linke Fälschung.

Zum Schluss für heute für die erste grobe Schnellanalyse noch ein weiterer Scan:



Dieser Scan zeigt den unteren Schriftzug - links die echte Marke - rechts die Fälschung. Hier sieht man deutlich, das unterschiedliche "W" von Wangerooge - siehe die zwei roten Markierungspfeile. Weiter sieht man, das rechts bei der Fälschung das weiß einen leichten Blauschleier hat.

Unter einen Mikroskop lassen sich weitere Details finden, beispielsweise die Konturenschärfe der Schriftzüge wie der Jahreszahl. Weitere Details zu dieser Fälschung Wangerooge folgen in einer der nächsten philatelie-Ausgaben.

Der selbe Ebay Kleinanzeigen-Account hatte auch noch eine weitere vermutliche Fälschung im Angebot das Folder 85 Cent Tierkinder mit dem Iltis und den jungen Wildschweinen. Auch hier dürfte die Fälschung durch eine UV-Lampe erkennnbar sein.

Soweit weitere Neuigkeiten aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 02.03.2019 10:59:55 Gelesen: 3152# 56 @  
@ Journalist [#55]

Hallo an alle,

bei obigen Posting hat sich an einer Stelle ein kleiner Fehler eingeschlichen - tatsächlich sieht man links die echte Versiegelung einer Rolle und rechts die falsche mit dem roten Pfeil.



Weiter habe ich nun in der Zwischenzeit mal die gefälschte Rolle geöffnet - eine Nummerierung der Rolle ist nicht vorhanden, bei der echten Rolle dagegen ist die erste Marke mit der Nr. 100 zu sehen - soweit diesbezüglich eine weitere Ergänzung.

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 06.03.2019 16:46:59 Gelesen: 2944# 57 @  
Hallo an alle,

die neuesten Recherchen zu Fälschungen haben den Autor ins Bahnhofsviertel von Frankfurt, das für sein Rotlichtmilieu und seine Drogenszene bekannt ist, geführt. Aus diesem Bereich hat vor einigen Tagen ein ebay-Kleinanzeigenanbieter 144 Cent Marken (SWK - Motiv Beethovenhaus Bonn) zu günstigen Konditionen angeboten. Ein Ankaufsversuch des Autors scheiterte zwar, aber über einen Strohmann konnte er doch einige dieser angebotenen Marken zur Prüfung erhalten.

Gezeigt werden nun die entsprechenden Marken von vorne und hinten:



Diese Marke wurden ja am 16. Januar 2003 aufgrund einer Portoermäßigung des Großbriefes auf 144 Cent sowohl in naßklebender Form als 10er-Bogen als auch als Rolle herausgegeben.

Im Juni 2003 wurde das Motiv dann als selbstklebende Marke in Form eines sogenannten "Business-Bogen" (100 Stück) herausgegeben.

Dieser Business-Bogen oder ein Teil davon wurde nun als Vorlage für diese Fälschung benutzt und dürfte irgendwann in den Jahren 2003 bis 2005 gefälscht worden sein (denn ab 1. Januar 2006 betrug das neue Großbriefporto 1,45 Euro).

Das diese Fälschung nun jetzt erst auftaucht, führt zu der Vermutung, dass die Fälschung zwar vor circa 15 Jahren erfolgte, der Vertrieb aber aufgrund einer Verhaftung oder Strafe, die abzusitzen war, nicht mehr erfolgreich umgesetzt werden konnte. Nachdem nun vermutlich diese Strafe abgesessen ist und der Täter wieder in Freiheit weilt, versucht er oder Mittelsleute die über etliche Jahre im Versteck harrenden Briefmarkenfälschungen nun gewinnbringend an den Mann zu bringen.

Die Fälschung selbst ist relativ einfach - sie hat kein UV und keine Aufheller im Papier - es leuchtet also unter UV gar nicht. Wie der folgende Ausschnitt zeigt, ist die Zähnung mehr oder weniger stümperhaft sägezahnartig erfolgt.



Bekannt ist bisher von dem großen Business-Bogen nur der gezeigte Teil als Fälschung, ob dieser nur so in dieser Variante hergestellt wurde oder ob von der Fälschung auch weitere Teile des Bogens existieren, muß noch erforscht werden - wer kann hier eventuell weiterhelfen ?

Interessant wäre es auch, festzustellen, ob diese Fälschungen doch schon damals vor circa 15 Jahren genutzt wurden?

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 13.03.2019 12:18:26 Gelesen: 2737# 58 @  
@ Journalist [#55]

Hallo an alle,

ergänzend zu obigen Beitrag noch einige weitere Scans zur Unterscheidung echt - falsch der obigen Fälschung 70 Cent Wangerooge - zuerst in einer Fotomontage jeweils ein senkrechtes Pärchen aus beiden Rollen - links die echten Marken - rechts die falschen Marken:



Man sieht, das die echten Marken farblich etwas anders rüber kommen als die Fälschung. Auch der Abstand zwischen den Marken ist bei der Fälschung etwas kürzer.

Aber das einfachste Erkennungsmerkmal ist beim Schriftzug "Wangerooge" das falsche "W" im Vergleich zum echten wie die folgende Fotomontage gut zeigt:



Oben sieht man hier die echte Marke, unten die falsche Marke mit dem anderen W - dies ist mit blossem Auge leicht erkennbar - aber zusätzlich gilt unter UV - bei der falschen Marke, es leuchtet nur bläulich, da nur optische Aufheller im Papier vorhanden sind.

Soweit noch eine Ergänzung wie man diese Fälschung erkennen kann.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 27.03.2019 13:26:36 Gelesen: 2486# 59 @  
@ christel [#36]

Hallo an Christel und alle anderen,

in der April-Ausgabe der philatelie kann nun nach längeren Recherchen und teils harten Verhandlungen mit dem Ebaykleinanzeigenanbieter die von christel unter posting [#36] vermutete Fälschung bestätigt werden und sie wird in der aktuellen philatelie zusammen mit einer weiteren Fälschung aus der Blumenserie vorgestellt werden. Es ist zwar die Aprilausgabe, es ist aber kein Aprilscherz, es handelt sich um einen 36er Bogen:



Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch noch mal bei dem Ebaykleinanzeigenanbieter, dem diese Fälschung auch angedreht worden ist, der aber im Sinne der Aufklärung und Schutz vor anderen Opfern gut kooperiert hat, sodass letztendlich diese Fälschung ordentlich analysiert und vorgestellt werden kann.

Wie eine Detailaufnahme vom Schriftzug zeigt, ist die Druckqualität und Ausführung sehr unscharf:



Interessant ist allerdings, das diese Fälschungen unter UV mehr oder weniger genauso leuchten, wie die echten Marken



Wenn diese Marken nicht als ganzer Bogen angeboten werden, sondern maximal in Sechserblocks ohne Rand, so sind sie nur durch den unschärferen Druck und die schlechte Zähnung erkennbar.

Wer kann von dieser Fälschung Marken aus dem Bedarf zeigen ?

Übrigens soll es von der 400 Cent Fuchsie auch eine Fälschung geben, die unter UV gar nicht leuchtet, wer kann diese vorlegen ?

Soviel für heute Neues aus der Fälscherküche.

Natürlich suche ich auch weitere bisher nicht bekannte Fälschungen oder vermeintliche Fälschungen - bitte meldet Euch bei mir - als Journalist gewähre ich natürlich selbstverständlich Quellenschutz meiner Zuträger und Informanten im Sinne des Presserechtes.

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 07.04.2019 14:19:30 Gelesen: 2235# 60 @  
@ Journalist [#57]

Hallo an alle,

noch mal ergänzend zu der Fälschung 144 SWK Beethovenhaus Bonn einige Infos - die Originalmarke selbstklebend wurde in einem sogenannten "Businessbogen" mit 100 Stück herausgegeben. Dieser Bogen besteht aus 5 Teilen, von vorne betrachtet dem oberen Deckblatt mit 4 Marken selbstklebend, sowie jeweils 4 weiteren Teilen mit jeweils 24 Marken (8 in der Breite, 3 in der Höhe):



und der untere Teil, da nicht alles auf dem Din A4-Scanner gepasst



Von der Rückseite her sieht dieser Bogen folgerndermaßen aus:



und die restlichen 3 Teile (da es sonst nicht auf einen A4-Scanner gepasst hätte):



Von diesem unteren Teil liegt nun vom vorletzten Teil die Fälschung vor:



Der Rest ist bisher unbekannt - entweder wurde er nicht gefälscht oder er müsste irgendwo noch existieren ?

Um die Sammler damals nicht allzu stark zu belasten, wurde der Bogen als solcher nicht komplett als katalogrelevant erfasst, sondern nur eine dieser Marken - er wurde auch nicht als Markenheftchen oder Folienblatt erfasst. Spezialsammler unterscheiden hier sogar noch 2 Varianten, Details dazu liegen mir aber nicht vor.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 09.04.2019 19:45:16 Gelesen: 2033# 61 @  
Hallo an alle,

im Internet gibt es nun unter dem folgenden Link eine Gesamtübersicht über alle bisher bekannten Fälschungen zum Schaden der Post seit Euroeinführung - zumindest die, die irgendwo schon mal literaturmäßig erwähnt wurden - oft fehlen aber noch weitere Details zur jeweiligen Marke. Gelistet sind hier derzeit 50 verschiedene Fälschungen:

http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/uebersicht-faelschungen-zum-schaden-der-post-seit-euroeinfuehrung.html

Diese Übersicht ist nach Michel-Nummer sortiert - die neueste Fälschung ist oben, die älteste unten. Dazu nun auch ein Muster der Erfassung:



Während im linken Teil allgemeine Angaben über die Marke zu finden sind, ist in der Mitte zumindest ein kleiner Scan der betroffenen Marke zu sehen, da das Auge so doch leichter erkennen kann, um welche Marke es sich handelt, statt den links vorhandenen Text geistig zu analysieren. Rechts ist der Datenstand zu den entsprechenden möglichen Unterscheidungsmerkmalen erfasst. Dabei wird zum einen eine Angabe zur UV-Analyse auch farblich hinterlegt (hier in diesem Beispiel gibt es keine UV-Reaktion, daher ist hier ein grau hinterlegt). Die Angaben über das Verhalten bei Analyse mit Infrarot bezüglich des Sicherheitsaufdruckes (seltene Erden)befinden sich darunter - rechts davon gibt es eventuell weitere interessante Hinweise zur Marke und ganz rechts ob diese Marke noch als Fälschung zur Analyse benötigt wird - in diesem Fall bin ich auch leihweise an entsprechenden Objekten interessiert - schon jetzt danke für Infos dazu.

Aufgrund dieser Tabelle habe ich nun heute eine erste anonyme Spende zur Marke mit der Michelnummer 3349 Straßenbahn erhalten. Bei der ersten groben Schnellanalyse habe ich dabei festgestellt, das es sich um Fälschung 51 handelt - den im Unterschied zu der bisherigen Variante, die ohne UV war - hat diese nun UV, aber sie hat keine seltenen Erdenelemente.



(links die Fälschung rechts die echte Marke zum Vergleich)

Weitere erste grobe Merkmale:

> am deutlichsten ist die etwas fettere Jahreszahl 2017 zu erkennen.

> mit einer Lupe kann man weiter feststellen, das bei der Fälschung im Bereich der gelben "Farbbalken" links, unten und um die Wertangabe herum noch ein rotes Raster zu sehen ist, während die echte Marke nur aus einer gelben Farbe (Sonderfarbe ?) besteht.

Dies ist ansatzweise auch bei den folgenden 2 Scans aufgenommen mit 600 dpi erkennbar:



Links die Fälschung rechts die echte Marke - hier der Ausschnitt mit der Jahreszahl 2017



Links die Fälschung rechts die echte Marke - hier sieht man besonders im Bereich der Wertangabe, bei der Fälschung das rote Raster.

> Die Fälschung zeigt unter Infrarotlicht keine Reaktion auf die seltenen Erden, während bei der echten Marke diese ganzflächig vorhanden ist.

Sonst ist die Marke im Vergleich zum Original sehr gut gefälscht.

Bedanken möchte ich mich hier bei dem anonymen Spender - gesucht werden nun aber noch Informationen, in welcher Konfiguration (Bogen) diese Fälschung hergestellt wurde.

Vielleicht finden Sie ja so eine Marke im Bedarf - wer kann hier was zeigen ?

Soweit für heute neues aus der Fälscherküche - viele Grüße

Jürgen
 
Journalist Am: 14.04.2019 09:54:31 Gelesen: 1790# 62 @  
@ Pete [#2]
@ Journalist [#61]

Hallo an alle,

ich habe ja nicht nur im letzten Beitrag dazu aufgerufen, mal in der aktuellen Post nach Fälschungen zum Schaden der Post zu suchen. Einfache Hilfsmittel dazu die UV-Lampe, die Übersicht über die Briefmarken, die als gefälscht bekannt sind und eine gute Lupe als Ergänzung.

Zwar haben die Fälschungen keine Millionenauflagen, man sucht daher schon ein bisschen die Stecknadel im Heuhaufen - aber wie das erste Beispiel von Pete [#2] belegt, kann man hier doch in der Kiloware / Bedarfspost Fälschungen finden, die die Post selbst nicht gefunden hat. Dazu nun auch ein aktuelles Beispiel, was ich dieser Tage erhalten habe:



Ein typischer Fund aus der Kiloware - der Stempel sieht zwar dürftig aus - er lässt sich aber doch dem Briefzentrum 74 (Heilbronn) zuordnen (aufgrund der sehr schwach erkennbaren Werbeteile "Sinsheim - Täglich für sie geöffnet". Leider lässt sich das Datum nicht so eindeutig zuordnen, die Stempelung muss aber nach dem 1.1.2015 erfolgt sein, denn davor betrug das Porto 60 Cent.

Dieses Beispiel soll dazu anregen, das die Suche nach Fälschungen bei der Kiloware doch zu Erfolgen führt verbunden mit der Bitte, einen erfolgreichen Fund hier vorzustellen :-) - also viel Spaß beim Suchen wünscht Euch

Jürgen
 
Journalist Am: 21.04.2019 17:10:39 Gelesen: 1564# 63 @  
@ Journalist [#59]

Hallo an alle,

ergänzend zu obiger Meldung möchte ich nun hier auch noch die zweite Marke aus der selben Quelle etwas ausführlicher vorstellen - es handelt sich hier um die Fälschung 260 Cent Madonnenlilie im 36er Bogen:



Wenn die zwei Marken direkt nebeneinander liegen - links die echte und rechts die falsche - sieht man sofort, den deutlichen Unterschied in der Bildschärfe und den Details, besonders gut ist dies beim Schriftzug "Madonnenlilie" erkennbar:



Links der unscharfe Druck der Fälschung, rechts die echte Schriftzug:



Zum Abschluß noch ein Bild unter UV:



Man sieht hier deutlich, das die Fälscher zumindest die UV nachgemacht haben, was bei vielen anderen Fälschungen nicht der Fall ist. Allerdings wurde hier keine Lackschicht mit UV benutzt.

Wer kann von dieser Fälschung echt gelaufene Belege oder Frankaturausschnitte zeigen ?

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 12.05.2019 09:12:30 Gelesen: 1078# 64 @  
@ Journalist [#27]
@ Journalist [#43]

Hallo an alle,

ergänzend zu obigen Beiträgen zur Fälschung Max Liebermann kann ich nun einen Briefausschnitt einer gelaufenen Fälschung zeigen, der von der Post nicht erkannt wurde:



Der Briefausschnitt stammt aus aktuellen Posteingang vom 25. Februar 2019 - wie man hier sehen kann, ist die Entwertung der Großbriefsortieranlagen scheinbar bisher nicht in der Lage Fälschungen zu erkennen.

Bei der Fälschung handelt es sich um die Variante A siehe auch folgender Link:

http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/faelschung-mh-92-max-liebermann.html

Diese ist mit UV-Lampe erkennbar, aber noch besser mit dem Infrarotlaserpointer, der auf seltene Erden anspricht, sofern diese vorhanden sind. Dies war hier nicht der Fall, daher sieht man hier mit diesem Infrarotlaserpointer auch keine typische grünliche Reaktion.

Man kann diese Fälschung aber auch mit blosen Auge an den "weißen Tüchern" erkennen. Beim Original haben diese einen Grünstich bei der Fälschung A fehlt dieser Grünstich.

Dies zeigt, das man doch Fälschungen in der Kiloware oder aktuellen Tagespost finden kann - wer kann weitere echt gelaufene Fälschungen zeigen ?

Viele Grüße Jürgen
 
Ben 11 Am: 12.05.2019 14:09:55 Gelesen: 1032# 65 @  
@ Journalist [#64]

Hallo Jürgen,

ist die Entwertung der Großbriefsortieranlagen scheinbar bisher nicht in der Lage Fälschungen zu erkennen.

Das würde ich etwas anders formulieren. Die Sortieranlage hat wohl die gelbe UV-Fluoreszenz und die grüne IR-Fluoreszenz der 20-Cent-Marke erkannt und die Entwertung eingeleitet. Eine Überprüfung der Portorichtigkeit erfolgte jedoch nicht, obwohl die Verteilung der IR-Fluoreszenz auf dem Papier diese ermöglichen könnte. Mischfrankaturen stellen somit ein Problem dar, das technisch lösbar wäre, praktisch aber wohl nicht umgesetzt wurde.

Viele Grüße
Ben.
 
Journalist Am: 15.05.2019 17:44:24 Gelesen: 871# 66 @  
@ Journalist [#32]

Hallo an alle,

in obiger Meldung wurde ja bereits die erste Fälschung der Blumenmarke "Schwertlilie" (145 Cent) in Rollenform kurz vorgestellt. Weiter gab es bisher unbestätigte Aussagen, dass von diesem Motiv weitere Fälschungen vorliegen sollen.

Dies kann nun mit heutiger Meldung bestätigt werden. Vor kurzem wurden bei ebay 50 Kleinbogen des Motivs Schwertlilie als "gültige Frankaturware" angeboten und erfolgreich versteigert. Der Versand erfolgte aus Hannover. Nicht nur der Höchstbietende sondern auch die unterlegenen Bieter bekamen ein nachträgliches Angebot. Verkauft wurden so mindestens 1000 bis 5000 Marken, die allerdings gefälscht sind, wie die folgenden ersten Bilder und eine erste grobe Schnellanalyse ergeben hat. Gekauft haben dürften diese Marken hauptsächlich Online-Versandhändler bei ebay, die so ihre Portokosten weiter mit gültiger Frankaturware unter Postpreis aufpeppen wollen.



Gezeigt wird oben rechts ein gefälschter 6er Teil eines Kleinbogens sowie rechts unten daneben eine echte Marke im Vergleich.

Wie man leicht sieht, sind die Fälschungen etwas matter und nicht kräftig wie bei der echten Marke. Wie schon auch an anderer Stelle mehrmals erwähnt, ist hier besonders wieder der Schriftzug "Schwertlilie" unscharf gedruckt. Dies liegt daran, das bei der echten Marke keine Passerverschiebungen vorkommen, zum anderen aber auch an einer separaten sauberen Buchstabenumrandung, die bei der Fälschung fehlt.



Betrachtet man weiter die Zähnung, besonders von der Rückseite so ergeben sich weitere Unterschiede, diese scheint ohne eine Messung vorgenommen zu haben, etwas größer bezüglich der Löcher und wenn man mit einer 60-fach Lupe schaut, sogar leicht konisch nach innen und die Fälschungslöcher weißen eine bräunliche "Randfärbung" auf.



Bezüglich des Schriftzuges "Schwertlilie" gibt es allerdings auch Kleinbogen, die nicht ganz so schlecht aussehen, wie das erste Bild, wie der folgende Scan eines anderen gefälschten Kleinbogens zeigt:



Die Marken weißen oberflächlich eine schwache Fluoreszenz auf, es scheint sich hier um eine Oberflächenbeschichtung zu handeln.

Vergleicht man den weißen Bereich so stellt man weitere Unterschiede fest, bei den echten Marken zeigen sich die weißen Flächen eher glatt und matt während diese bei der Fälschung eher etwas glänzender sind und eine "rauhere" Oberfläche zeigen.

Betrachtet man die Marken mit einem Infrarotlaser mit 980 Nanometer, so sieht man bei der Fälschung keine Reaktion, bei der echten Marke sieht man besonders im Bereich der grünen Flächen eine grünliche Fluoreszenzreaktion.

Ob es von diesem Motiv noch andere Fälschungsvarianten gibt, steht derzeit noch nicht fest, der Autor will es aber auch nicht ausschließen.

Eine genauere Analyse und Vorstellung wird noch erfolgen - soweit für heute neues aus der Fälscherküche.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 19.05.2019 10:15:30 Gelesen: 668# 67 @  
@ Journalist [#66]

Hallo an alle,

ergänzend zu obiger erster Meldung nun ergänzende Bilder mit einem USB-Mikroskop. Da ich hier noch am Üben bin, könnten die Bilder manchmal noch nicht so optimal sein, aber Übung macht den Meister. :-)

Zuerst noch einmal ein Vergleich des Schriftzuges "Schwertlilie"



Links beim Original sieht man die extrem saubere Abgrenzung des Schriftzuges, der durch eine separate Linie sauber abgegrenzt wird. Rechts die Fälschung ist zwar nicht ganz schwarz aufgenommen, aber man sieht deutlich die fehlende saubere separate Linie, die das Weiße vom Rest trennen soll.

Vergleicht man weiter die Wertangabe und den Schriftzug "Deutschland", so kann man hier unter dem Mikroskop weitere Details erkennen - speziell bei der 5 ist im rechten Teil der Farbauftrag nicht richtig satt, sondern das weiße "schimmert" etwas durch.



Betrachtet man weiter die Serifen, so sieht man das diese eher etwas "grobschlächtiger" sind, als die feinen Enden beim Original - siehe beispielsweise beim "s" von Deutschland.

Zum Schluß noch einmal ein Blick auf die Rückseite bzw. die Zähnungslöcher:



Beim Original links sind die Abstände zwischen den Löchern größer als bei der Fälschung. Weiter sind die Löcher bei der Fälschung etwas größer und man sieht hier sehr schön den braunen Rand als wie wenn die Löcher mit einem Laser von der Rückseite her reingebrannt wurden ? und so einen leicht konischen Eindruck mit angesenkter Kante hinterlassen - zumindest sieht es so für den Autor auf den ersten Blick aus.

Wer kann diese Marken auf Belegen oder aus der Kiloware zeigen ?

Soweit weitere Details zu dieser Fälschung aus der Fälscherküche.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 05.06.2019 18:02:51 Gelesen: 289# 68 @  
@ Pepe [#38]
@ drmoeller_neuss [#39]
@ Ben 11 [#40]
@ Pepe [#41]
@ Ben 11 [#42]

Hallo an obige Autoren und an alle,

die in obigen Beitrag erstmals vorgestellte Postfälschung der Europamarke Gastronomie (Michel-Nr. 2457 - herausgegeben am 12. Mai 2005) liegt mir nun auch leihweise als postfrisches Original vor. Daher möchte ich ergänzend zu obigen Beiträgen einige weitere Fakten bringen. Dazu zuerst noch einmal beide Marken mit 600 dpi im Vergleich - oben die echte Marke, unten die Fälschung, die auch im 10er Bogen gefälscht wurde:



In der philatelie 348 vom Juni 2006 wurde diese Fälschung vom Autorengespann Wilhelm van Loo und Wolfgang Maassen vorgestellt. Dort wurde erwähnt, das die Fälschung nur schwierig über die sogenannte Differenzmethode erkannt werden könnte.

Aufgrund der neueren Forschung und der vorliegenden gefälschten postfrischen Marke, können nun aber weitere teils auch einfache Erkennungsmerkmale kurz erläutert werden.

Die UV-Reaktion bei 365 nm ist bei der Fälschung, viel schwächer als beim Original. Am leichtesten erkennbar ist die Fälschung aber mit einem Infrarotlaserpointer mit 980 nm. Während hier speziell im weißen Bereich und im Bereich der orangenen und violetten Farbe ein deutliches Infrarotsignal zu sehen ist, während im schwarzen Bereich dieses fast nicht sichtbar ist, ist bei der Fälschung hier im weißen Bereich überhaupt keine Reaktion zu sehen.

Nun hat aber nicht jeder so einen Infrarotlaserpointer. Es gibt aber auch weitere optische Merkmale, die unterschiedlich sind.

Die Jahreszahl 2005 ist bei der Fälschung etwas fetter (rechts) als beim Original (links):



Ein weiteres Merkmal ist der Schriftzug "Deutschland", dieser ist bei der Originalmarke etwas fetter als bei der Fälschung rechts:



Auch der Schriftzug Gastronomie wirkt bei der Fälschung rechts etwas schlanker und dünner als bei der echten Marke (links):



Soweit einige erste ergänzende Infos zu dieser Fälschung.

Soweit für heute neues aus der Fälscherküche - viele Grüße

Jürgen
 

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