Thema: Fälschungen zum Schaden der Post in Deutschland seit der Euroeinführung
Das Thema hat 144 Beiträge:
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Journalist Am: 20.08.2020 17:02:37 Gelesen: 14414# 120 @  
@ Journalist [#114]

Hallo an alle,

vorhin wurde der oben angekündigte neue Artikel als Vorabveröffentlichung auf der Webseite "Moderne Postgeschichte" in der Hauptrubrik "Automatenmarken (ATM)" freigeschaltet [1].

viele Grüße Jürgen

[1] http://jolschimke.de/automatenmarken-atm/aufdruckfaelschungen-bei-atm-ein-aktueller-postbetrugskrimi.html
 
Journalist Am: 24.08.2020 20:01:46 Gelesen: 14425# 121 @  
Hallo an alle,

ist die Marke so selten, da noch niemand etwas gemeldet hat?

Viele grüße Jürgen
 
Vernian Am: 24.08.2020 23:09:05 Gelesen: 14384# 122 @  
@ Journalist [#121]

Die Zahl der Neuheitensammler Deutschland ist halt weiter rückläufig (ich besorge mir auch schon seit bald 20 Jahren nur noch was mir gefällt oder was durch Tausch und Postverkehr reinkommt), da gibt es vielleicht nicht mehr so viele, die die Marke (schon) haben (ich auch nicht) - und dann ist ja Urlaubszeit (viele sind verreist um C-19 als Souvenir mitzubringen).

Best

V.
 
Journalist Am: 29.08.2020 17:23:22 Gelesen: 14251# 123 @  
Hallo an alle,

ich möchte mit diesem Beitrag doch noch einmal dieses Thema etwas aus der Versenkung holen, in der Hoffnung dass nicht nur vernian sondern auch jemand anderes vielleicht doch einen Hinweis zu dem Thema geben kann -

viele grüße Jürgen
 
Winni451 Am: 29.08.2020 19:35:25 Gelesen: 14213# 124 @  
Schade, dass niemand weiterhelfen kann, auch ich nicht. Mein sehr geringer Bestand zeigt nur die "Normalform" (blaue Linie geraster).

Grüße
Winfried
 
drmoeller_neuss Am: 29.08.2020 20:17:23 Gelesen: 14184# 125 @  
Ich habe auch meinen Umschlag mit den Neuheiten von der Versandstelle getestet.

Ergebnis: Nur die gerasterte Normalform. Daher habe ich hier nicht gleich geantwortet.
 
funnystamp Am: 29.08.2020 22:01:12 Gelesen: 14154# 126 @  
Habe aus verschiedenen Verkaufsstellen Marken vorliegen, alle nur die gerasterte Normalform.

Grüße Hermann
 
Journalist Am: 30.08.2020 14:24:07 Gelesen: 14084# 127 @  
@ funnystamp [#126]

Hallo Hermann und die anderen, die hier doch etwas gemeldet haben - danke.

Diese infos helfen weiter, denn es verdichtet sich der Verdacht, das es sich doch um eine sehr gute Fälschung handeln könnte. Dazu müssen nun aber erst einige weitere Analysen durchgeführt werden, die etwas Zeit und Aufwand erfordern.

Soweit für heute neues aus der Forscherküche, Jürgen

[Beiträge [#115] bis [#127] redaktionell verschoben / Wunsch von Journalist]
 
Journalist Am: 03.09.2020 13:12:40 Gelesen: 13941# 128 @  
@ Journalist [#115]

Hallo an alle,

in den obigen Beitrag vom 17.8.2020 hatte ich ja erstmals über die naßklebende 95 Cent Marienplatz berichtet. Damals galt noch der Unschuldsbeweis und eher die zumindest ansatzweise theoretische Möglichkeit, das es sich um eine zweite Druckauflage der Deutschen Post bei einer anderen Druckerei handeln könnte.

Dies ist aber nun nicht der Fall - das bedeutet eindeutig, das es sich hier um eine professionelle neue Fälschung handelt.

Diese wird dieser Tage teils in Kontigenten von bis zu 100.000 Stück verschiedenen Frankaturwarehändlern im Ankauf angeboten. Die ersten Angebote dieser Fälschung wurden mir allerdings bereits schon Anfang / Mitte Juli gemeldet. Da aber die Prüfung der "Seltenen Erden" ok war, hatte ich diesen ersten Warnhinweis leider nicht weiter sorgfältig betrachtet.

Bei dieser Fälschung wurden erstmals die "seltenen Erden" genauso gedruckt bzw. eingesetzt wie bei der echten Marke !!!

Es gibt aber glücklicherweise doch einige andere Unterschiede, um diese zu unterscheiden siehe auch

@ Journalist [#116]

Bei der Fälschung hat die blaue Linie kein Raster - bei der echten Marke gibt es aber eins ! - dies ist das einfachste Kriterium.



Links die echte rechts die falsche Marke.

Derzeit laufen verschiedene Detailuntersuchungen zur Drucktechnik und zur Art der Fälschung der "Seltenen Erden". Wenn hier entsprechende weitere Ergebnisse vorliegen, wird hier darüber natürlich berichtet werden - außerdem ist natürlich ein entsprechender Artikel in der philatelie in Vorbereitung.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 04.09.2020 09:18:01 Gelesen: 13867# 129 @  
Hallo an alle,

bezüglich der Erkennbarkeit der gefälschten Marken im Postbetrieb liegt nun auch ein Scan vor der testweise abgeschickt wurde:



Wie man dem Ausschnitt entnehmen kann, wurde die Sendung am 20.8. anstandslos gestempelt und unerkannt zum Empfänger befördert. Ob es nun nur in diesem BZ Probleme mit der Erkennung der Fälschung gibt oder auch in anderen oder sogar generell, lässt sich zur Zeit aber noch nicht abschließend sagen.

Interessant ist übrigens auch wie diese Großmengen angeboten werden, nicht ordentlich geblistert sondern in großen Stapeln in Klarsichthüllen. Wer hier nicht schon stutzig wird, hat verloren.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 04.09.2020 09:28:40 Gelesen: 13862# 130 @  
@ Journalist [#129]

Ob es nun nur in diesem BZ Probleme mit der Erkennung der Fälschung gibt oder auch in anderen oder sogar generell, lässt sich zur Zeit aber noch nicht abschließend sagen.

Bist Du Dir sicher, dass die Post die Fälschung wirklich nicht erkannt hat? Möglicherweise ist Dein Poststück bereits intern registriert und photographiert worden, und man wartet nur noch auf weitere Beweisstücke.

Es ist unklug, beim ersten Auftreten bereits zuzuschlagen, um damit die Mittelsmänner zu warnen.
 
Journalist Am: 07.09.2020 09:13:29 Gelesen: 13757# 131 @  
@ drmoeller_neuss [#130]

Hallo,

ja ich bin mir hier sicher, dass das Poststück nicht registriert wurde, denn wie man auch bei der Briefankündigung sehen kann, sind die gespeicherten Sendungsbilder nicht gerade von hoher Qualität. Außerdem zählen vor Gericht ja nur tatsächlich vorgelegte bzw. dokumentierte Briefe - siehe auch der Artikel in der philatelie "Aufdruckfälschungen bei ATM - ein aktueller Postbetrugskrimi".

Ben_11 hat übrigens mal ausgerechnet, wie viel Papier bzw. welche Zeit man benötigt um diese 100.000 gefälschten Marken zu drucken. Ohne Rüstzeit der Maschinen würde man bei einer Rollenoffsetdruckmaschine etwa 4000 Meter Papier benötigen - bei einer Bogenoffsetdruckmaschine wäre es identisch nur das es halt eine entsprechende Anzahl von Papierbögen wäre. Die Zeit zum Druck beträgt nur knapp 20 Minuten, also kein großer Arbeitsaufwand für eine professionelle Druckerei oder für ein nettes Nebengeschäft eventuell unterbezahlter Drucker in einem ärmeren Land im Osten.

Viele Grüße Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 07.09.2020 11:48:44 Gelesen: 13727# 132 @  
@ Journalist [#131]

ja ich bin mir hier sicher, dass das Poststück nicht registriert wurde, denn wie man auch bei der Briefankündigung sehen kann, sind die gespeicherten Sendungsbilder nicht gerade von hoher Qualität. Außerdem zählen vor Gericht ja nur tatsächlich vorgelegte bzw. dokumentierte Briefe - siehe auch der Artikel in der philatelie "Aufdruckfälschungen bei ATM - ein aktueller Postbetrugskrimi".

Die gleichen Untersuchungen und hoch aufgelösten Scans, die Du gemacht und hier gezeigt hast, kann auch die Deutsche Post machen. Wenn das unter Zeugen passiert und vernünftig dokumentiert wird, ist das auch gerichtsfest, selbst wenn das "Corpus delicti" nicht mehr vorhanden ist.

Wenn ein einzelner Brief mit einer Fälschung von der Post angezeigt wird, wird man dem Absender nichts vorwerfen können. Der Absender wird behaupten, die gefälschte Marke mit ein paar anderen auf einem Tauschtag gutgläubig erworben zu haben. Eine Hausdurchsuchung wird man bei dieser "Bagatelle" auch nicht erwirken können und an die Hintermänner kommt man gar nicht heran. Bei tausenden von Briefen sieht es schon anders aus. Deswegen ist es für die Deutsche Post besser zu warten und unauffällig Beweise zu sammeln. (die Stasi hat genauso gearbeitet, und peinlichst darauf geachtet, an den beanstandeten Poststücken keine Spuren zu hinterlassen und Verzögerungen bei der Zustellung zu vermeiden).

Ben_11 hat übrigens mal ausgerechnet, wie viel Papier bzw. welche Zeit man benötigt um diese 100.000 gefälschten Marken zu drucken. Ohne Rüstzeit der Maschinen würde man bei einer Rollenoffsetdruckmaschine etwa 4000 Meter Papier benötigen - bei einer Bogenoffsetdruckmaschine wäre es identisch nur das es halt eine entsprechende Anzahl von Papierbögen wäre. Die Zeit zum Druck beträgt nur knapp 20 Minuten, also kein großer Arbeitsaufwand für eine professionelle Druckerei oder für ein nettes Nebengeschäft eventuell unterbezahlter Drucker in einem ärmeren Land im Osten.

Das Problem liegt nicht im Druckverfahren. Inzwischen bekommt jede Hinterhofdruckerei den Offsetdruck in der gleichen Qualität wie die Bundesdruckerei hin. Das Problem liegt doch eher auf der Beschaffungsseite. Wo kann ich Postwertzeichenpapier mit der gleichen Gummierung und Zähnungsmaschinen mit der gleichen Zähnung wie für die Post beschaffen? Ich vermute auch, dass irgendeine "offizielle" Wertzeichendruckerei an diesem Krimi beteiligt ist.

Im übrigen sind in den letzten beiden Jahrzehnten einige Wertzeichendruckereien liquidiert worden. Halbfertige Druckprodukte aus der Konkursmasse überschwemmen den Markt als seltene "Abarten" und werden zum Teil sogar zur Frankatur verwendet, siehe Tansania. Auch hier wäre ein Missbrauch denkbar.

Ist das Fälschen von Briefmarken nur ein Problem der Deutschen Post? Zumindest in den Niederlanden gab es ähnliche Probleme, weswegen alle Guldenmarken vor knapp zehn Jahren als ungültig erklärt wurden. Auch in Italien wurde fleissig gefälscht, und die betroffenen Dauermarken ausser Kurs gesetzt. In Irland hat es den 1-Pfund-Wert aus der Dauerserie Architektur getroffen (Nr. 502). Die Fälschung wurde aber meistens zur Zahlung von Rundfunkgebühren verwendet und seltener auf Briefen.
 
Journalist Am: 10.09.2020 10:27:33 Gelesen: 13600# 133 @  
Hallo an alle,

die Fälschungen sind vor allem ein Problem der großen Länder, wo auch viele Briefmarken benötigt werden - also Deutschland, Großbritannien und einigen anderen Ländern. Hier scheint aber jedes Land seine eigene Strategie oder Nicht-Strategie zu verfolgen, aber darüber habe ich leider nicht sehr viele Erkenntnisse.

Interessant ist allerdings, das die Franzosen, seit einiger Zeit bei ihren Sicherheitsbalken auch die "Seltenen Erden" benutzen, aber in einer anderen Zusammensetzung. Dazu wurden erste Analysen vorgenommen. Wenn diese abgeschlossen sind, soll darüber berichtet werden. Leider haben sich einige dieser geplanten Analysen coronabedingt verzögert. Seit wann die Franzosen dieses zusätzliche Sicherheitselement nutzen, ist bisher nicht bekannt. Erkennbar ist dies allerdings derzeit nur einfach mit einen IR-Laserpointer, soweit dazu.

Mit heutigen Datum wurde außerdem die Gesamtübersicht der bisher bekannten Fälschungen zum Schaden der Post seit Euroeinführung aktualisiert. Aufgenommen wurde zum einen obige genannte Mi-Nr. 3538 Marienplatz und ein ältere Fälschung, die in der letzten Zeit gemeldet wurde (70 Cent selbstklebend Penauts - Snoopy) Mi-Nr. 3371 - der passende Link dazu ist am Ende dieses Beitrags zu finden.

Damit sind hier nun 69 bekannte Fälschungen seit 2002 gelistet.


Soweit für heute neues aus der Fälscherküche

Jürgen

http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/uebersicht-faelschungen-zum-schaden-der-post-seit-euroeinfuehrung.html
 
Journalist Am: 26.09.2020 14:14:05 Gelesen: 13049# 134 @  
@ Journalist [#128]

Hallo an alle,

wenn man sowohl ein Original als auch eine Fälschung hat, kann man unter UV-Licht auch einen weiteren Unterschied deutlich feststellen:



Die echten Marken haben eine doppelt so intensive UV-Reaktion, wie die Fälschung, die scheinbar nur in einem dünnen Dispersionslack vor dem Druck aufgetragen wurde.

Soweit eine weitere Ergänzung zu dieser Fälschung.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 27.10.2020 13:52:25 Gelesen: 12035# 135 @  
@ Journalist [#134]

Hallo an alle,

vorhin wurde zu obiger Fälschung als Vorabveröffentlichung der in einigen Tagen in der philatelie 521 - Novemberausgabe erscheinende Artikel "Professionelle Fälschung: Marienplatz" freigeschaltet - siehe auch der Link am Ende dieses Beitrags. Eine Spektralanalyse des zusätzlichen Sicherheitselements "Seltene Erden" kam zum Ergebnis, das die Deutsche Post vermutlich diese Fälschung maschinell nicht erkennen kann.

Allerdings lässt sich diese Fälschung aufgrund einiger deutlicher Rasterfehler doch deutlich am besten an der blauen Linie erkennen:



links sieht man die echte Marke, bei der die blaue Linie gerastert ist, rechts die Fälschung ohne Rasterung.

Der Autor vermutet weiter, das aus dieser Quelle mit großer Wahrscheinlichkeit weitere Fälschungen auftauchen werden, da die Fälscher scheinbar über das entsprechende Wissen und die Ausstattung verfügen, neue Briefmarken schon knapp 3 Monate nach Erscheinen in einer Auflage von mindestens 100.000 Stück schnell mal so herstellen zu können.

Bitte melden Sie daher ihnen merkwürdig erscheinende Marken - auch anonyme Zusendungen von gefälschten Marken zur Analyse sind willkommen, den jede Info auf diesem Sektor hilft, das Puzzle schnell zu lösen.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen

http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/professionelle-faelschung-marienplatz.html
 
Journalist Am: 28.12.2020 08:06:38 Gelesen: 9168# 136 @  
@ Journalist [#135]

Hallo an alle,

nicht nur bei Corona rollt scheinbar die 2. Welle. Nachdem die Fälscher in der ersten Welle versucht haben im Direktvertrieb ohne große Spuren zu hinterlassen, ihre Ware an den Mann zu bringen, scheint nun die 2. Welle bei ebay begonnen zu haben.

Innerhalb weniger Tage wurden von einem Anbieter während Weihnachten mindestens 7200 naßklebende Marienplatz als Frankaturware von einem Verkäufer aus einer Millionenstadt aus Norddeutschland verkauft und der Verkauf läuft weiter.

Da nur Vorkasse gilt und da keine Reklamation (Rückgabe) vorgesehen ist, dürfte der Käufer in diesem Fall nach der Lieferung und der Prüfung mit einer Lupe, ob es sich hier tatsächlich um die Fälschung handelt (blaue Linie ohne Raster) keine Chance mehr haben, sein Geld zurück zu bekommen.

Angeboten werden diese nach einen ersten Lockvogelangebot a 100 Stück nun per 1000 Stück auf einen Schlag.

Die erste Rund des Verkaufs war scheinbar nicht so erfolgreich, wie gewünscht und nun dürfte so versucht werden die Ware unter das Volk zu bringen.

viele Grüße Jürgen
 
philapit Am: 28.12.2020 09:56:48 Gelesen: 9151# 137 @  
Hallo Journalist,

ich hatte Ende September in Görlitz folgendes Erlebnis auf dem Polenmarkt auf polnischem Gebiet. Nachdem ich mir dort neue Steckalben für billiges Geld 3.00 für 16 seitiges Album verschweißt angeschaut hatte wurde ich von einem älteren Mann angesprochen ob ich Interesse an Briefmarken hätte. Mir wurde dann eine 1000-er Rolle 1,55 € Blumen für 500.00€ angeboten.

Als ich darauf antwortete das es sich wohl um Fälschungen handelt, wurde das nicht einmal verleugnet. Als ich weiterging wurde mir noch hinterhergerufen 400.00. Ich möchte noch erwähnen das der ältere Herr, sehr gepflegt wirkte und akzentfrei deutsch sprach. Es wurden auch an 2 Ständen Alben mit deutschen Bund Marken -DM Werte in Massen xx und als Blickfang und zum Kauf animierend € Marken in größeren Mengen mit beigelegt.

Was muß der Post wohl für ein Schaden entstehen?

Es war jede Menge Polizei auf diesem Markt unterwegs! An alle ehrlichen Sammler nur der Rat - Vorsicht !

Jede Menge Spitzenwerte zu Preisen die schwindlig machen. Sicher alles Fälschungen.

Erfolgreiches 2021 und bleibt gesund
philapit
 
Journalist Am: 16.02.2021 15:55:06 Gelesen: 7018# 138 @  
@ Journalist [#136]

Hallo an alle,

der obige Verkäufer wurde Anfang Januar von Ebay gelöscht, weshalb verrät Ebay natürlich nicht. Ob sich nun Käufer beschwert haben, nachdem Sie vermutlich festgestellt haben, das es sich um gute Fälschungen gehandelt hat, werden wir nicht erfahren. Insgesamt scheint Verkäufer zumindest laut den sichtbaren Dingen, mindestens verschiedene Auktionen mit einer Gesamtsumme von circa 12000 bis 15000 Marken verkauft zu haben. Was davon ausgeliefert wurde, ist leider nicht bekannt.

Nun aber noch zu einer neuen zwar relativ primitiven Fälschung, aber Fälschung bleibt Fälschung. Bei ebay Kleinanzeigen bietet zur Zeit ein Anbieter naßklebende Briefmarken an - Preis VB.

Wenn man sich hier die vorliegenden Bilder des Anbieters genau anschaut, sollte man schon vorsichtig werden, den die Zähnung der nicht ganz so deutlich fotographierten Häufchen sehen doch sehr gewagt und amateuerhaft aus.

Dieser Anbieter hat alle gängigen vier verschiedenen Inlandsportostufen im Angebot 60 Cent, 80 Cent, 155 Cent und 270 Cent. Ich möchte nun hier heute als erstes die 270 Cent zeigen. Es handelt sich hier um die Marke mit dem Motiv Ernst Barlach:



Das Bild sagt ja schon sehr viel, lustig ist die Zähnung, die wohl an eine selbstklebende Marke erinnern soll. Mit der Größe der Marken hat es der Fälscher auch nicht so genau genommen. Teilweise ist die Landesbezeichnung Deutschland nur unvollständig zu erkennen und die Jahreszahl 2020 ist nur bei einer von den 3 abgebildeten Marken lesbar. Auch die Positionierung der Zähnung ist nicht besonders präzise, dies erkennt man beispielsweise an der Wertangabe und den Abständen dieser Zähnung dazu.

Viele Opfer wird der Verkäufer vermutlich nicht finden, man kann dies eher als "Laienfälschung" betrachten, aber trotz dieser laienhaften Arbeit wurden hier gültige Briefmarken nachgemacht.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 17.03.2021 10:33:27 Gelesen: 5637# 139 @  
@ Journalist [#138]

Hallo an alle,

der obige Anbieter bei ebay-Kleinanzeigen ist zwar verschwunden, aber ich möchte hier der Vollständigkeit halber auch noch die zweite der vier von ihm gefälschten Marken zeigen:

Zuerst einmal das Original Beethoven selbstklebend:



Dazu im Vergleich seine Werke:



Dabei ist die unterste Fälschung eine Rarität. :-)

Wer findet hier den Fehler des Fälschers ?

Viel Spaß beim Suchen.

Überraschend wird dieser Tage von einem ebay-Verkäufer vor allem 62 Cent selbstklebend Blumen ohne Gummi ohne Stempel angeboten, die Marken scheinen mal im Wasserbad gelegen zu haben, ob hier die Stempel chemisch entfernt wurden, ist nicht erkennbar, dazu brächte man die Originale.

Überraschend ist aber, das diese nicht alltäglichen Portostufen zu 60 Cent und 62 Cent erst jetzt nach doch so langer Zeit auftauchen.

Soweit für heute neues aus der Fälscherküche viele Grüße

Jürgen
 
EdgarR Am: 06.04.2021 13:02:01 Gelesen: 4550# 140 @  
Wenn ich hier so lese

mit welchem Aufwand und mit welcher Rafinesse die Fälscher zu Werke gehen um hunderte- bis tausenderweise Euros auf Kosten der DP AG abzuzocken und mit welchem technischen Aufwand und welchen raffinierten Erfindungen umgekehrt die DP AG bemüht ist das Nachmachen von Postwertzeichen zu erschweren und/oder gefälschte Briefmarken im Postgang zu erkennen und herauszufischen ...

dann wundere ich mich umso mehr, dass ein Inlandsbrief < 20 Gramm - also derzeit Porto 0,80 € - dieser Tage auf so schlicht-primitive Art wie hier:



mit einer seit langem ungültigen DM-Zeit-Marke zu 110 Pfennigen (also so ca. 0,56 €) völlig unbeanstandet und unbeachtet befördert werden kann?

Angeblich ist doch die Farbtönung der Floureszenz der "neuen" €-Nominalen gegenüber der alten DM-Nominalen extra verändert worden? Und weder das seltsame unpassende Porto noch die Tesastreifen, die die Marke oben und unten halten haben Mensch noch Maschine zum Stutzen gebracht?

Kopfschüttelnd EdgarR
 
achim11-76 Am: 06.04.2021 13:11:56 Gelesen: 4543# 141 @  
Also wenn das noch geht, vielleicht mal zu Testzwecken einen Testballon mit Marken - Veteranen aus den 60er Jahren loslassen und gucken was passiert.
 
lueckel2010 Am: 06.04.2021 16:06:43 Gelesen: 4508# 142 @  
@ achim11-76 [#141]

Selbstverständlich geht das! Misch einfach eine "leuchtende" Marke unter die "Frankatur". Wenn Du Glück hst, bekommst Du eine "so" produzierte "Rarität" kostenfrei ins Haus geliefert. Maschinen sind manchmal als "dumm" einzustufen und heutige Postmitarbeiter leider gelegentlich auch!

Wenn Du allerdings Pech hast, wird Dir ein erhöhtes Einziehungsentgelt (auch pauschalierter Schadenersatz genannt) "abgeköpft", das meines Wissens 50.00 € beträgt.

Es gilt daher eine Interessen- bzw. Risikoabwägung: Schaffung einer "Rarität" oder monetärer Verlust!

Moin aus Ostfriesland, "lueckel2010"
 
Journalist Am: 06.04.2021 17:39:39 Gelesen: 4479# 143 @  
@ EdgarR [#140]

Hallo EdgarR und an alle,

diese Prüftechnik kann wahlweise auch abgeschaltet werden.
Dies passiert oft zum Ende der Schicht kurz vor dem Abgang, da die eventuell ausgeschleusten Belege noch zeitnah überprüft werden sollen. In diesem abgeschalteten Zustand wird alles gestempelt, egal ob eine Marke vorhanden ist oder nicht, es erfolgt ganz einfach ein entsprechender Maschienstempelabschlag.

Anders wäre es wenn diese Technik immer laufen würde und nicht manuell je nach Personal an oder ausgeschaltet werden kann.

Viele Grüße Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 15.05.2021 17:10:10 Gelesen: 2026# 144 @  
Auf Alibaba bin ich auf folgende Wertzeichendruckerei in der Volkrepublik China gefunden: Shanghai Zhongtian Technology Co., Ltd. [1].

Mit über 1000 Angestellten, davon 50 in Forschung und Entwicklung scheint der Betrieb keine kleine Hinterhofklitsche zu sein. Laut der Alibaba-Einträge wurden dort Briefmarken für Australien, Großbritannien und den USA gedruckt.

Es gibt genau eine (!) Bewertung von einem Kunden aus Polen (!), der sich für die hervorragende Qualität bedankt.

Möglicherweise hat diese Sicherheitsdruckerei im offiziellen Auftrag Briefmarken für Großbritannien und Australien gedruckt. Supermärkte wie AlbertHeijn können ihre Rabattmarken in China herstellen lassen. Die Philippinen und viele afrikanische Länder haben in letzter Zeit einige Sondermarken in China drucken lassen.

Ehrlich gesagt, kann ich es aber nicht glauben, dass die staatliche Post der USA in der Volksrepublik China Briefmarken drucken lässt. Zumindest die Bilder lassen den Eindruck entstehen, dass einige Markenausgaben aus den USA aus China kommen.

Die Königliche Post (Royal Mail) aus dem Vereinigten Königreich warnt vor gefälschten Briefmarken [2] [3].

Hier sollte einmal die Deutsche Post genauer nachforschen. Vielleicht war man in dem chinesischen Unternehmen sogar fest im Glauben, im Auftrag der Postverwaltungen gehandelt zu haben. Dieser Fehleinschätzung unterlag vor knapp 70 Jahren die renommierte österreichische Staatsdruckerei, die die Schwindelausgaben für Malakku Seletan gedruckt hatte. Diese Cinderellas fanden damals reisenden Absatz, weil sie in einer offiziellen Staatsdruckerei in sehr guter Qualität hergestellt wurden.







[1[ https://shzhongtian.en.alibaba.com
[2] https://personal.help.royalmail.com/app/answers/detail/a_id/14308/~/what-is-stamp-fraud%3F
[3] https://www.dailyrecord.co.uk/news/scottish-news/royal-mail-crackdown-crooks-cash-12246684
 

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