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Thema: Altdeutschland Preussen: Ganzsachen Umschläge
Das Thema hat 26 Beiträge:
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Magdeburger Am: 01.12.2018 16:26:53 Gelesen: 2017# 2 @  
Liebe Sammelfreunde,

von mir eine Ganzsache, welche auf den ersten Blick recht einfach wirkt:



Am 23.08.1852/53 in Stendal aufgegeben ging es nach Aken. Interessant ist jedoch die Siegelseite. Dort befindet sich die Strecken-Stempel WITTENB: (erge) - MAGDEB: (urg) und MAGDEB: (urg) - LEIPZIG:, was auch dem Laufweg entspricht. Jedoch der Stempel Cöthen-Bahnhof zeigt den Umschlagort, wo sich der erste Kreuzung-Bahnhof Deutschland befand. Der Brief ging von Köthen über Porst - Pißdorß - Osternienburg nach Aken.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Markus Pichl Am: 09.01.2019 00:47:03 Gelesen: 1870# 3 @  
Hallo,

nachstehend eine unterfrankierte Ganzsache U 26 A, mit R2 "MÜNSTEREIFEL" nebst Angabe "Enthält Muster ohne Werth" nach Frankfurt a.M.

Ein spezielles Porto, für eine Sendung "Muster ohne Werth", hat es in Preussen nicht gegeben. Ein einfacher Brief (= Gewicht von unter 1 Zoll-Loth), bei über 20 Meilen Entfernung, kostete damals von Münstereifel bis nach Frankfurt a.M. 3 Silbergroschen. Aber die Freimachung bzw. der Wertstempel lautete hier nur auf 1 Sgr. und somit war der Brief um 2 Sgr. unterfrankiert.

Bei unterfrankierten Briefsendungen wurde das bezahlte Porto nicht angerechnet und als Fehlbetrag ergeben sich hier volle 3 Sgr., jedoch galt in Frankfurt a.M. Gulden- und nicht Thalerwärung. 3 Sgr. entsprachen damals 9 Kreuzer. Diese "9" (Kr.) wurden mit Blaustift auf das Kuvert angeschrieben und waren vom Empfänger zu entrichten.



Auf der Rückseite der Distributionsstempel "D 4" aus Frankfurt a.M.

Beste Grüße
Markus
 
bayern klassisch Am: 09.01.2019 06:31:06 Gelesen: 1857# 4 @  
@ Markus Pichl [#3]

Hallo Markus,

ein interessantes Stück, aber ich darf den Text ein wenig modifizieren - bei unterfrankierten Sendungen war das verklebte Franko (Porto ist in diesem Zusammenhang etwas unglücklich ausgedrückt) immer angerechnet.

Da einfache Briefe 3 Silbergroschen (Sgr.) kosteten (das ein Muster eingelegt worden war, hatte mit der Frankatur nichts zu tun), aber nur 1 Silbergroschen frankiert worden war, war der Brief wie ein Portobrief zu taxieren:

3 Sgr. plus 1 Sgr. Zuschlag wegen Nichtfrankatur = 4 Sgr.. Postalisch entsprachen 4 Sgr. = 12 Kreuzern, von denen der eine Sgr. = 3 Kreuzer abzuziehen war, so dass noch deren 9 in Frankfurt zu bezahlen waren.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Markus Pichl Am: 09.01.2019 09:14:33 Gelesen: 1839# 5 @  
@ bayern klassisch [#4]

Hallo Ralph,

ja, da hast Du recht. Habe nicht nachgesehen und aus der Erinnerung einen Sachverhalt verwechselt.

Danke für die Korrektur.

Beste Grüße
Markus
 
bayern klassisch Am: 09.01.2019 11:38:59 Gelesen: 1815# 6 @  
@ Markus Pichl [#5]

Hallo Markus,

macht doch nichts - wenn die Guten keine Fehler machen dürften, was wäre dann erst mit den Schlechten los?

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Max78 Am: 09.01.2019 15:00:53 Gelesen: 1782# 7 @  
Hallo zusammen,

hier noch eine U 26 Preussens, die man anhand einer längeren Gummierung von der U 23 mit kurzer Gummierung (siehe Bild 3) unterscheiden kann. Die blauen Stempel des Königreich Hannover lassen eine relativ genaue Bestimmung der Verwendungszeit zu. Hannover verlor seine Posthoheit am 20.09.1866 (danach preußische Provinz). Die preussische U 26 und "Folgeganzsachen" verloren ihre Gültigkeit am 31.12.1867.

Northeim - Lauenstein (heute Salzhemmendorf), wahrscheinlich versendet am 2.4.1867:



Bild 3 (kurze Gummierung einer U 23):



Diese Ganzsachenumschläge sind was die Qualität des Papiers betrifft, nicht unbedingt die 1. Wahl. Es kommt häufig vor, dass man auf "gebleichte Ware" stösst, bei denen Stockflecken oberflächlich behandelt wurden. Na ja, meine hier ist was andere Dinge betrifft nicht gleich die 1. Wahl. ;-)

mit Grüßen Max
 
Cantus Am: 22.03.2019 16:13:00 Gelesen: 1515# 8 @  
Von mir ein Ganzsachenumschlag zu 1 Silbergroschen der Ausgabe vom September 1851 mit Nummer im Wertstempel, ich kann aber nicht erkennen, welche. Da der Brief an einem 27.8. gestempelt worden ist und die nächsten Umschläge im November 1852 zum Verkauf gelangten, gehe ich davon aus, dass dieser Brief am 27.8.1851 von Nordhausen an Fräulein Thusnelde Hoffmann in Quedlinburg gelaufen ist.



Viele Grüße
Ingo
 
hajo22 Am: 07.11.2019 17:25:09 Gelesen: 1091# 9 @  
Ganzsachenumschlag Preussen 3 Sgr. (Kat.U3B, Schilling mit Stempelnummer 1) und Zusatzfrankatur Preussen 2 Sgr. (Kat.Nr.3) aus Danzig vom 18.5.(ohne Jahr) per Einschreiben nach Berlin (kein Ankunftsstempel). Couvert bis 1 Loth über 20 Meilen = 3 Sgr. + Einschreibtaxe 2 Sgr. = gesamt 5 Sgr.

Auf dem Ganzsachenumschlag zeigen sich 3 Entwertungs-Variationen: Tintenstrich, Ortsstempel (Danzig) und preussischer Nummernstempel für Danzig (304).



Auch kleine Sachen können Freude machen.

hajo22
 
hajo22 Am: 17.12.2019 19:15:02 Gelesen: 876# 10 @  
Ganzsachenumschlag Preussen 3 Sgr. Wappenserie (Kat. U 25 B) und Zusatzfrankatur 3x1 Sgr. Wappenserie (Nr. 16) als Begleitbrief für ein Paket im Gewicht von 2 Pfund aus Bromberg 11.11.1865 nach Berlin.

Ankunftsstempel Berlin 12.11. und Ausgabe "Packet-Bestellung II" 13/11.





hajo22
 
bayern klassisch Am: 17.12.2019 19:24:02 Gelesen: 873# 11 @  
@ hajo22 [#10]

Was für ein Brief! Da passt alles - großes Kino und so schön können Preussenbriefe sein!

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
10Parale Am: 05.01.2020 20:33:24 Gelesen: 782# 12 @  
Ich habe mich hier gut eingelesen und einige Sachen gelernt, die ich auf den folgenden Beleg anzuwenden versuche. Der Beleg glänzt nicht durch sein Aussehen, aber er trägt interessante Stempel und Informationen, so wie es sich Cantus [1] wünscht. Absender ist Wilhlem Rogge in Lingen.

Der Ganzsachenumschlag wurde vorder- wie rückseitig mit "blauen" Stempel abgeschlagen, also sind sie dem Königreich Hannover zuzuordnen [7]. Daraus zitiere ich Max78:

Die blauen Stempel des Königreich Hannover lassen eine relativ genaue Bestimmung der Verwendungszeit zu. Hannover verlor seine Posthoheit am 20.09.1866 (danach preußische Provinz). Die preussische U 26 und "Folgeganzsachen" verloren ihre Gültigkeit am 31.12.1867.

Lt. Gummierungsdefinitionen müsste es sich um eine Ganzsache U 26 handeln, die also irgendwann innerhalb der ca. 15-monatigen Verwendungszeit gelaufen ist. Wie ich weiterhin lesen konnte (siehe Bayern klassisch klassische Portoerläuterung in [#4] kostete ein einfacher Brief 3 Silbergroschen. Da die Ganzsache unterfrankiert war, wurde ein Nachporto von 2 Silbergroschen beim Empfänger fällig.

Der Empfänger hatte sein Domizil in Oldersum, welches 1744 durch die Eingemeindung Ostfrieslands zu Brandenburg preußisch wurde. Da frage ich mich aber, weshalb der Stempel dann auch blau abgeschlagen wurde? Oder gehörte Olderslum zu Hannover?

Liebe Grüße

10Parale


 
bayern klassisch Am: 05.01.2020 20:50:54 Gelesen: 778# 13 @  
@ 10Parale [#12]

Hallo 10Parale,

Lingen an der Ems nach Oldersum waren keine 90 km - daher denke ich, dass die Ganzache mit 1 Groschen korrekt frankiert worden war.

Die blaue 2 animiert zu denken, dass es ein Nachporto sein könnte, aber das glaube ich nicht, weil

1. dann der Brief hätte sehr schwer sein müssen (schwere Ganzsachen gab es kaum einmal),

2. die Entfernung nahelegt, dass es ein einfacher Brief innerhalb von Preussen war und

3. die 2 zu klein geschrieben wurde, was leicht dazu geführt hätte, dass man sie übersieht; ich denke daher, dass es eher eine Nummerierung vom Empfänger war (2. Brief oder so ähnlich).

Liebe Grüsse und just my 2 cents
 
Cantus Am: 06.01.2020 00:18:39 Gelesen: 751# 14 @  
@ 10Parale [#12]

Hallo,

im Gegensatz zu deiner Wahrnehmung finde ich, dass das ein sehr schöner Umschlag ist. Man muss da wohl unterscheiden, denn ich sehe das als Ganzsachensammler mit besonderem Blick auf die Poststempel vom Königreich Hannover. Für einen Ganzsachensammler ist es wichtig, dass eine Ganzsache entsprechend des Wertstempels und ohne irgendwelche Zusatzfrankaturen innerhalb des jeweiligen Gültigkeitszeitraums verwendet worden ist. Das trifft hier zu. Des weiteren ist die Destination Oldersum selten anzutreffen, also ist ein erhaltener Ganzsachenumschlag nach Oldersum schon einmal etwas Besonderes.

Das Königreich Hannover verlor zwar 1866 seine Unabhängigkeit und wurde als Folge durch die preußische Annektion zur preußischen Provinz Hannover, ob aber die bis dahin gebräuchlichen Poststempel sofort in allen Orten, also auch in so kleinen wie Oldersum, sofort gegen preußische Poststempel ausgetauscht wurden bzw. werden konnten, ist mir nicht bekannt.

Bei der kleinen blauen 2 auf der Vorderseite vermute ich ebenso wie Ralph eine Notiz des Empfängers, mehr nicht.

Viele Grüße
Ingo
 
10Parale Am: 06.01.2020 19:34:28 Gelesen: 708# 15 @  
@ Cantus [#14]
@ Bayern klassisch (#13)

Wie man hinten sieht, wog die Ganzsache 15 gramm. Also gut, in Portoauslegung bin ich keine Leuchte und die Fakten sprechen für sich. Vielen Dank.

Mir genügt es zu wissen, dass der Stempel von Oldersum (damals zählte der Marktflecken ca. 1100 Einwohner) nicht so oft auf Ganzsachen Preußens anzutreffen ist. Es wäre nun, weitere Stempel - möglichst vor und um 1866 - von Oldersum zu finden.

Die Ganzsache erhält einen besonderen Platz in meiner Sammlung.

10Parale
 
mausbach1 Am: 08.01.2020 11:20:28 Gelesen: 643# 16 @  
FREUDENBERG 26/5 6-7



MiNr. U 12 A

An
Fräulein Auguste Müller
in
Versmold.
 
hajo22 Am: 08.01.2020 16:32:05 Gelesen: 622# 17 @  
Preußen Ganzsachenumschlag zu 9 Kreuzern (Kat. U 38) aus Frankfurt a.M. vom 30.10.1867 nach Nürnberg, Ankunft am nächsten Tag.



Verwendungszeit der preußischen Ganzsachenumschläge in Guldenwährung vom 1.7.-31.12.1867 (im früheren Postgebiet von Thurn und Taxis incl. Hohenzollern).

hajo22
 
Cantus Am: 08.01.2020 18:56:56 Gelesen: 604# 18 @  
@ 10Parale [#15]

Hallo 10Parale,

ich habe mich nochmals zum Hannoveraner Stempel von Oldersum sachkundig gemacht. Danach wurden die Poststempel von Hannover nur nach und nach gegen solche von Preußen ausgetauscht und es gibt bis heute keinen verlässlichen Nachweis, bei welchem Postamt oder welcher Poststelle wann welcher Stempel ausgetauscht wurde. So soll es z.B. bei kleinen abgelegeneren Orten (das würde hier zutreffen) auch vorgekommen sein, dass die Stempel von Hannover bis zur Gründung des Deutschen Reichs in Gebrauch waren.

Viele Grüße
Ingo
 
Martin de Matin Am: 08.01.2020 20:31:54 Gelesen: 588# 19 @  
@ 10Parale [#12]
@ Cantus [#18]

Nach dem "Altdeutsche Staaten Spezialkatalog" von Thomas Henke gibt es den blauen Zweikreisstempel von Oldersum als Entwertungsstempel auch auf Marken des Norddeutschen Postbezirks aber nicht mehr auf Marken des Deutschen Reichs. Auf Marken des Norddeutschen Postbezirks wird er deutlich niedriger bewertet als aus preussischen Marken.

Gruss
Martin
 
mausbach1 Am: 09.01.2020 08:50:42 Gelesen: 539# 20 @  
FREUDENBERG 24/12



MiNr. U 8 A von Freudenberg nach Medebach (NRW Hochsauerlandkreis)
Rückseite: Wird nicht angenommen
Unterschrift: Heinrich Frese
 
bayern klassisch Am: 09.01.2020 11:10:31 Gelesen: 518# 21 @  
@ hajo22 [#17]

Sehr schönes Stück - von diesen Ganzsachen gibt es m. E. nach Bayern nicht viele, also eher einstellig, aber zweistellig. Dazu noch vorn und hinten schön gestempelt, da kann man nicht meckern.

Danke fürs Zeigen dieses Rosinchens sagt bayern klassisch
 
10Parale Am: 08.02.2020 11:07:59 Gelesen: 246# 22 @  
@ bayern klassisch [#21]

Wieder was dazugelernt. Schöner Beleg!

Liebe Grüße

10Parale
 
Martin de Matin Am: 08.02.2020 11:23:17 Gelesen: 240# 23 @  
@ 10Parale [#22]

Ich bemängel nicht den Bug, sondern den Ganzsachenumschlag. Die Ganzsache ist nicht von Preussen, sondern von Braunschweig (Thema: Altdeutschland Preussen Ganzsachenumschläge).

Gruss
Martin
 
10Parale Am: 08.02.2020 12:47:33 Gelesen: 228# 24 @  
@ Martin de Matin [#23]

Vielen Dank für diese wichtige Korrektur. Vielleicht könnte Richard diesen Beitrag dem passenden Thema "Ganzsachen Braunschweig" zuordnen.

Vielen Dank.

10Parale
 
Lupo_73 Am: 14.02.2020 05:35:05 Gelesen: 139# 25 @  
Hallo,

hier ein Umschlag aus Hamburg nach Sachsen.


 
Magdeburger Am: 14.02.2020 06:57:48 Gelesen: 134# 26 @  
@ Lupo_73 [#25]

Guten Morgen,

ist nach Schönbach in Sachsen (Lausitz) gelaufen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 

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