Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Schlechte Belege erzählen nette Geschichten
gabriele Am: 21.06.2018 14:32:18 Gelesen: 5795# 1 @  
Hallo,

es ist schon interessant, der eigenen Fantasie einmal zuzuhören. Dabei entstehen Geschichten, die es gar nicht gibt. Nehmt einfach eine unbedeutende Postkarte und erlebt, was sie zu erzählen hat:




Bibliotheca Salve, salvete terra philately.
Ich bin Manko, der Unvollkommene. Dieser Name wurde mir vom Puristen [1] verliehen, weil meine Lebensgeschichte Lücken aufweist. Du siehst es ja selbst, meine Frankatur wurde amputiert. Mit dem Alter habe ich mich daran gewöhnt, es tut nicht mehr weh. Meine Herkunft kann ich zum Glück ordentlich belegen, ich kann mich durch einen sauberen Maschinenstempel ausweisen.
Es gibt ein reges geistiges Leben in deinem Briefmarkenschrank. Alles was du aufschreibst und an uns weitergibst, können wir lesen. Wenn wir auf dem Schreibtisch liegen, können wir auch die elektronischen Daten vom Computer verstehen.
Wieder zurück im Schrank unterhalten wir uns dann über Neuigkeiten. Heute kann ich viel erzählen. Mein Geburtsort ist Stuttgart und ich gehöre zu den Ansichtskarten, die ein Bild im Rakeltiefdruck zeigen. In meiner Jugend reiste ich 270 Km von Stuttgart nach Partenkirchen [2]. Dort tauchten viele interessante Leute auf, am besten gefiel mir Michael Ende [3] (1929–1995).
Der hat auch das Leben in den Büchern verstanden. Wie bei euch in der Welt gibt es bei uns ebenfalls viele verschiedene Charaktere. Aber das weißt du ja selbst. Wir mögen es sehr, wenn wir durch dich unsere eigene Geschichte entdecken dürfen.
Für uns Belege bleibt nur zu hoffen, dass die grauen Herren der Zeitsparkasse aus dem Momo-Roman [4] niemals in unseren Schrank eindringen können ...

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Purismus_(Kunst)
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Garmisch-Partenkirchen
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Ende
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Momo_(Roman)

Ihr habt bestimmt auch Belege, die nicht bemerkenswert sind, aber trotzdem eine kleine Geschichte erzählen könnten, wenn das zugelassen wird. Nicht wissenschaftlich, sondern mit Spaß und einem Augenzwinkern.

Sollte dieses Thema/dieser Beitrag unerwünscht sein, kann gerne alles gelöscht werden. Es ist vielleicht wirklich zu unkonventionell.

Schöne Grüße, Gabi
 
Christoph 1 Am: 21.06.2018 15:42:40 Gelesen: 5767# 2 @  
Danke, Gabi,

mir hat's gefallen. :-)

Viele Grüße, Christoph
 
gabriele Am: 21.06.2018 17:51:34 Gelesen: 5716# 3 @  
@ Christoph 1 [#2]

Hallo Christoph :-)

das finde ich toll, danke! Dann müssen doch nicht alle Themen und Betrachtungen "bierernst" sein. Von Manko, dem Unvollkommenen, soll ich Dir auch Grüße ausrichten. Er ist ein wenig sauer, weil ich seinen gedachten Text ziemlich gekürzt habe. ;-)

Er wollte sein Kartenbild ganz genau beschreiben, weil das Stuttgarter Rathaus [1] so nicht mehr existiert. Dazu seine Vermutungen, welche Frankatur er mal hatte ... Jetzt glaubt er mir aber, dass nicht immer alles perfekt ausgearbeitet sein muß. *freu und grins*

Da widerspricht mir der Purist ganz entschieden, er erwartet eine ganz genaue, detailverliebte Auflistung aller seiner Besonderheiten, er ist sogar Inflageprüft (und mit schlechten Stempeln). Das erledige ich auch demnächst einmal.



Irgendwie ist mir der Manko als Beleg-Persönlichkeit viel lieber.
Nein, ich betrachte philatelistische Produkte nicht als Lebewesen! Es macht mir aber Spaß, die Beleg-Eigenarten auch fiktiv als Fantasie wahrzunehmen.

Viele Grüße, Gabi

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Rathaus_Stuttgart
 
Detlev0405 Am: 21.06.2018 18:21:58 Gelesen: 5702# 4 @  
@ gabriele [#1]

Hallo Gabi,

ich finde Deine Erzählweise zu Deinen Belegen gut - mir gefällt es. Es kommt auch meiner Art nahe, wie ich die Luftpost der Tschechoslowakei den Lesern näher bringen möchte. Zwar mit Faktenwissen aber eher unterhaltsam. Und Du triffst das noch mit einem Hauch Ironie - prima so.

LG Detlev
 
gabriele Am: 21.06.2018 20:13:38 Gelesen: 5666# 5 @  
@ Detlev0405 [#4]

Hallo Detlev,

zur Tschechoslowakei habe ich nur ein paar Marken ab der Hradschin-Serie, die sind wirklich interessant, auch die Stempel.



Aber die Luftpost flog an mir vorbei, nicht einmal die Bahnpost hat bei mir Station gemacht. ;-)

Hast Du denn einen Beleg, der seine Luftpost-Geschichte erzählen mag? Leichte Ironie ist ja schon akzeptabel bei der tschechoslovakischen Geschichte ab dem Königreich Böhmen [1].

LG, Gabi

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6hmen
 
mausbach1 Am: 22.06.2018 08:22:56 Gelesen: 5601# 6 @  
Hallo Gabi,

fein gemacht - bitte weiter so. Es ist nur schade, daß in der heutigen Zeit kaum noch jemand Sinn für feine Ironie und lächelnden Sarkasmus hat.

Einen schönen Tag!
Claus
 
Detlev0405 Am: 22.06.2018 09:22:19 Gelesen: 5578# 7 @  
@ gabriele [#5]

Hallo Gabi,

ein sehr schöner Stempel, was in dieser Zeit nicht gerade üblich war.

Damit die tschechischen Flieger an Dir nicht weiterhin lautlos vorbei fliegen, hier der Link dazu https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=11159&CP=1&F=1 . Da das Thema den Rahmen etwas lockerer steckt, kann man auch ohne Probleme Geschichten (ja fundierte) erzählen.

Nächste Woche werde ich in Deinen Thread mal einen Beleg einstellen, der eine Identitätskrise hat.

LG
Detlev
 
Saguarojo Am: 22.06.2018 09:35:19 Gelesen: 5567# 8 @  
@ gabriele [#1]

Deine Geschichte gefällt mir sehr gut.

Gruß Joachim
 
gabriele Am: 23.06.2018 10:51:20 Gelesen: 5484# 9 @  
Hallo, neue Geschichten aus dem Belegekasten. :-)

Bei den Belegen gibt es inzwischen diverse Diskussionen. Der liebe Manko berichtet mir manchmal, welche Themen momentan aktuell sind. Zur Zeit ist er ein wenig irritiert. Simpla, die Einfache, hat ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er nicht nur unvollkommen, sondern auch noch ziellos ist. Sie tröstete ihn aber gleich, der Purist könnte sein Ziel ja ebenfalls nicht mit einem Stempel belegen.

Oha, der Purist warf ein, er sei amtlich und müßte nichts beweisen. Er kann ja ein Siegel vorzeigen, das ist genug Legitimation. Zum Anderen gab es Stempel, die die Ankunft bescheinigen, für einfache Briefe und Postkarten nur zeitweise in der postalischen Urzeit.

Gleich ratterte er mit Daten los: Zwischen 1873-1894 und ab 1908 wurde immer nur die Herkunft mit Stempeln belegt. Nur die adligen Wertbriefe und Einschreiben sowie die eiligen Poststücke können ihre Ankunft meistens belegen. Für die profanen Sendungen war das viel zu aufwändig. Darauf meinte Simpla, dass der Purist auch nicht perfekt wäre. Niemand weiß über seinen Inhalt Bescheid und seine Dienstmarken-Frankatur könnte auch irgendwann abfallen. Danach wäre er höchstens noch amtlich unvollkommen und seine Inflaprüfung wäre Makulatur.

So ein Unglück kann ihr mit Sicherheit nicht passieren. Ein Bild kann der Purist auch nicht zeigen. Außerdem trage sie selbst ein königliches Wappen und einen echten Sonderstempel als Herkunftsnachweis. Durch die lange Reise in ihrer Jugend besitzt sie zusatzlich sehr viel Erfahrung.





Zum Abschluss kam noch eine Anmerkung vom Puristen an Simpla: Dein Empfänger war wohl ein Händler für philatelistische Mache, deshalb ist die Adresse partiell abgedeckt.

Jetzt bin ich auf weitere Krisenkandidaten mit ihren Geschichten gespannt, bei mir sind die Kandidaten ziemlich standfest und geben nicht auf. ;-)

LG und schönes Wochenende, Gabi
 
gabriele Am: 23.06.2018 22:37:24 Gelesen: 5432# 10 @  
@ gabriele [#3]

Abend im Belegekasten ...

... nach dem Streitgesprach wurde es ruhig bei den Belegen, jede/r dachte über das Gespräch nach.

- Leise hörte der Purist eine Frage: Darf ich dich stören, ich habe eine Frage an dich.
- Wenn es eine interessante Frage ist, dann gerne. Aber sag mir, wer du bist, ich kenne dich bisher nicht. Du willst doch wohl nicht weiter sticheln, hoffe ich.
- Ich bin die D`Oro und total unwichtig. Du bist wichtiger und weißt viele Sachen über uns alle. Du hast auch so schöne Briefmarken, aber auf dir steht vereinfachte Zustellung. Und das für DREI Briefmarken! Könntest du mir bitte erklären, was dabei wie funktioniert hat.
- Das ist der Grund, weshalb ich keinen Stempel für meine Ankunft benötige. Schau dir links unten das Datum 28.4.(19)21 und die Unterschrift vom Zusteller an. Es bedeutet amtlich, dass ich als Postzustellungsauftrag ausgehändigt wurde. Das ging gar nicht so schnell, der Bote hat gemeinsam mit dem Briefempfänger ein Formular ausgefüllt. Das nahm er danach mit, soweit ich weiß wurde das Formular an den Absender zurückgeschickt.
- Toll, was du alles weißt! Das ist bei mir ganz anders. Ich hatte auch mal eine Briefmarke. Dann wurde ich eine Maschine gesteckt und umhergeschleudert, überall zerdrückt, geknittert und gerupft. Am Ende hatte ich schwarze Striche und keine Frankatur mehr. Noch nicht mal mein Bild ist schön. Unsere Sammlerin meinte, die schwarzen Striche kommen aus der Briefsortieranlage von 1965 in Pforzheim. Mein Kartenbild zeigt wohl das Reuchlinhaus von dem mein Werbestempel spricht.
- Dann sei doch stolz auf die kleine Anerkennung, auch ohne Briefmarke. Jeder von uns sollte mit den anderen über seine speziellen Eigenheiten reden. Der Streit vorher war so unsachlich und dumm.
- Danke Purist, es war schön mit dir zu reden. Den anderen sage ich, dass du gar kein unzugänglicher, überheblicher Einschreib-Adliger bist, sondern wirklich einer von uns!

D`Oro stellt sich vor:



Schönen Feierabend, Gabi
 
gabriele Am: 13.11.2018 21:51:00 Gelesen: 846# 11 @  
Hallo Detlev,

was soll ich noch schreiben? Du hast Dich mit Deinem Beleg auseinandergesetzt und viel dazu erforscht, irgendwann wirst Du ihn abschließend beschreiben können. Aber vielleicht wäre der Beleg in einem eigenen Thema doch besser aufgehoben, dann hätte ich mich rausgehalten! Von mir kamen dazu nur freundliche Worte/Ideen, aber kein Wissen. Höchstens im Beitrag mein Hinweis auf Studenka (Stauding), ist aber genauso egal, wie Deine Vermutung für 10 H als Postkarten-Verkaufspreis. Unsere Sammelgebiete, -Einstellungen und -Interessen passen einfach überhaupt nicht zusammen.

Wie Du an den Themen-Startbeiträgen siehst, wollte ich mich in diesem Thema zwanglos mit "jungem, wertlosem Zeugs" beschäftigen. Du bist ja mit Markus Pichl einig, dass ich gut bei den Buntdruck-Bildchen ohne geistige Anforderungen aufgehoben bin. So sei es. Deine Karte hat mir trotzdem Spaß gemacht und meine "Erinnerungskarte namens ODERBERG(Überwachung)" habe ich ja. Die gefällt mir immer noch gut.

Ist vielleicht rücksichtslos, aber ich lausche mal wieder in meinen Belegekasten. Wenn Du hier im Thema mal fertig meldest, erzähle ich eventuell auch einmal weiter.

Viele Grüße, Gabi
 
Detlev0405 Am: 14.11.2018 08:39:32 Gelesen: 790# 12 @  
@ gabriele [#11]

Fertig.

Gruß
Detlev
 
gabriele Am: 14.11.2018 22:31:46 Gelesen: 733# 13 @  
Hallo, es gibt neues aus der Belegekiste zu vermelden, verschiedene Welten treffen sich dort sozusagen:

"Howdy, I'm just in uniform ..." whisper, tuschel, grummel, räusper "Häh, wer-was, also wie, ja-nee, oder doch ?"
PURIST: "Leute, seid mal ruhig und hört zu. Der Neue heißt Justin Uniform und kommt aus Amerika. Er hat mir gesagt, die Wertzeichen in Amerika gelten jetzt beim weltweiten Versand für alle, egal ob Postkarte oder Brief. Die haben dort ein neueres Porto-System. Egal wohin auf der Welt ein leichtes Schreiben gesendet wird, alle bekommen die gleiche Frankatur ohne Wertangabe. Er ist stolz darauf, weil es ihn überall und ewig auf der ganzen Welt geben wird."
MANKO: "Aber er ist doch gar kein Brief sondern eine Ansichtskarte mit handschriftlicher Adresse und Text, wie sollte es ihn zweimal geben?"
ODERBERG (Überwachung): "Uniform? Kommt der auch aus einem Krieg?"
SIMPLA: "Er hat doch einen Stempel bzw. Spray mit Datum und er hat ein Bild, wie soll es ihn überall geben?"
PURIST: "Naja, die haben sich in Amerika ein neues System für die weltweite (GLOBAL) Ewigkeit (FOREVER) überlegt. Wenn dort heute ein Postwertzeichen für 1,15$ gekauft wird, gilt das in hundert Jahren auch noch.
Da könnten vielleicht im Lauf der Zeit schon ähnliche Postkarten auftreten. Bei den Briefen ohne Inhalt oder abgelösten Marken ist das aber viel schlimmer, die verlieren ein Stück Identität.
Bedenkt auch, dass viele von uns heutzutage ungültig sind."
D'Oro: "In Amerika gibt es wohl jedes Jahr (seit 2014 ?) neue Marken für die weltweite Ewigkeit? Dann warten wir doch mal ab, ob in hundert Jahren eine neue Karte mit diesem Markenbild vom Hauswurz (Sempervivum) zu uns kommt :) "



Viele Grüße, Gabi
 
gabriele Am: 15.11.2018 21:02:49 Gelesen: 670# 14 @  
@ gabriele [#13]

Hallo,

jetzt wird es schwieriger für mich und die Belege, was sagt der Justin Uniform eigentlich direkt aus?

Manko meint, dass der Neue überhaupt keine Ahnung und keine Aussage hat. Ganz expliziet sagt er weiterhin: "Du darfst uns Belegen nicht einfach immer nur alles glauben."

Nach meinem Versuch, die amerikanische Wertstufe GLOBAL FOREVER (mit Jahresangabe) zu entschlüsseln, bin ich auch nicht viel schlauer.

Die ersten dieser runden Selbstkleber gab es anscheinend ab 2013 für $ 1,10 pro Stück. Die Preise wurden mehrfach um jeweils 5 Cent erhöht und stehen jetzt auf $ 1,25 ?

Das könnte dann bedeuten, dass die runden Marken ab 2013 über die Jahre verschiedene Einkaufspreise zumindest für private Einzelfrankaturen hatten?

USA sammel ich nicht, ich habe weder Infos noch einen Katalog dazu. Aber meinen Belegen würde ich schon gerne erklären, was es mit der Frankatur bei dem Neuen auf sich hat.

Es wäre ganz lieb, wenn mir, den Belegen und uns allen ein Kenner der Materie USA weiterhelfen würde.

Viele Grüße, Gabi
 
Heinrich3 Am: 15.11.2018 22:01:15 Gelesen: 652# 15 @  
Hallo Gabriele,

ich muß kurz vom Thema abschweifen und erklären, wie man in den USA amtlich lange Zeiten verkürzt:

Ich bekam 1972 in meinen Pass ein Visum, das mein ganzes Leben gültig war.

Als ich 1980 wieder in die USA einreisen wollte, wurde das Visum mit INVALID (= ungültig) überstempelt und ich bekam in den Pass ein neues Visum, das für 6 Monate galt. Auf Rückfrage bekam ich zu wissen, daß sich die Vorschriften geändert hätten.

So mußt Du auch das mit FOREVER auslegen: Bis irgend jemandem die Idee kommt, daß es eben nicht für immer sein darf oder soll oder ....

Also nichts mit "in 100 Jahren"

Schöne Grüße aus Bayern sendet
Heinrich
 
gabriele Am: 16.11.2018 22:33:21 Gelesen: 573# 16 @  
@ gabriele [#11]

Hallo Richard,

vielen Dank an die Redaktion für die "Aufräum-Aktion" hier im Thema.

Viele Grüße, Gabi
 
gabriele Am: 16.11.2018 22:41:13 Gelesen: 571# 17 @  
@ Heinrich3 [#15]

Hallo Heinrich3,

bisher meinte ich, dass alle USA-Briefmarken seit 1890 bis heute immer noch gültig sind?

Viele Grüße, Gabi
 
jmh67 Am: 17.11.2018 09:47:10 Gelesen: 539# 18 @  
@ gabriele [#17]

Soweit ich weiß, gelten sogar noch alle US-Briefmarken, die nach dem Bürgerkrieg erschienen sind. Aber wer kann in die Zukunft sehen? Gesetze, auch solche, die die Gültigkeit von Briefmarken oder Geldzeichen betreffen, können jederzeit geändert oder neu erlassen werden, wenn sich dafür eine Mehrheit im Parlament findet. Mehr hat Heinrich wahrscheinlich nicht gemeint.

-jmh
 
gabriele Am: 17.11.2018 14:02:39 Gelesen: 511# 19 @  
@ jmh67 [#18]

Hallo jmh67 und Heinrich3,

das ist mir schon klar, dass Regierungen über Änderungen abstimmen können *lächel*.

Wenn die Briefmarken eines Staatsgebietes nun aber seit ca. 130 Jahren immerwährend gültig sind, kann diese "Tradition" dann so einfach mal beendet werden?

Deshalb stelle ich es mir ziemlich schwierig vor, die Zustimmung für Abweichungen davon zu erhalten.

Viele Grüße, Gabi
 
EdgarR Am: 16.12.2018 17:31:17 Gelesen: 310# 20 @  
Nein, viel macht er wirklich nicht her - dieser Beleg

Und obendrein ist es eigentlich nur ein "halber Beleg" weil nur diese Briefrückseite erhalten ist, die Vorderseite, die wahrscheinlich die meisten Sammler mehr interessiert haben dürfte ist "verschwunden worden".



Aber eine interessante Geschichte erzählt auch diese Briefrückseite: nämlich, wie vor knapp 50 Jahren in Westberlin die Eilbrief-Zustellung organisiert war.
Da kommt also am Nachmittag des 16.11.1971 ein Eilbrief im Bahnpostwagen aus der Bundesrepublik (von einem - die Vorderseite fehlt ja leider! - unbekannten Absendeort) nach Berlin. [Das dokumentiert der rote Stempel beim Pfeil 1.]



Dort angekommen, wird dieser Eilbrief zum Fernsprechamt 1 (FA 1) gebracht, erhält dort einen Ankunftstempel [grüner Pfeil 2], wird mit einer minutengenauen (!) Zeitmarke gestempelt [grüner Pfeil 2a] und mit der Eil- und Telegrafenboten-Runde 381 zugestellt [grüner Pfeil 2b].

Dummerweise muss der Bote beim Empfänger unverrichteter Dinge wieder abziehen, weil niemand aus sein Klingeln öffnet - was er handschriftlich [im gelben Oval 3] festhält.

Zurück im Fernamt 1 erhält der Brief einen 2. Ankunftstempel [blassgelber Pfeil 4], wird mit einer zweiten, minutengenauen Zeitmarke versehen - interessanterweise an einem anderen Stempelautomaten - [orange Pfeil 4a] und der Botenrunde 399 zum abermaligen Zustellversuch übergeben [orange Pfeil 4b].

So - allerdings im Regelfall beim ersten Zustellversuch gleich erfolgreich - wurden vor rund 50 Jahren alle Eilbriefe die aus der Bundesrepublik oder aus fast allen Ländern über die Bundesrepublik nach Berlin kamen behandelt, und zwar unabhängig davon ob sie mit der Bahn oder per Luftpost nach Westberlin gelangten.

Expressbriefe aus der DDR oder aus den sozialistischen Ländern über die DDR wurden von Ostberlin nach Westberlin geleitet, und dann entweder ebenfalls über das FA 1 (dann allderdings nicht über die "Abfertigung West"!) oder über die Postämter Berlin 11, manchmal auch Berlin 33 zugestellt.

Kann jemand vergleichbare Belege/ Belegteile zeigen, die die Zustellung in anderen Großstädten - Hamburg vielleicht, oder München oder Köln - dokumentieren?
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.