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Thema: Österreich Ganzsachen Umschläge
Cantus Am: 27.06.2018 03:52:00 Gelesen: 312# 1 @  
Guten Morgen allerseits,

die Ganzsachenumschläge, die von der österreichischen Post, also von Amts wegen im Laufe vieler Jahrzehnte gedruckt und zum Verkauf gebracht worden sind, bilden ein recht kleines und überschaubares Gebiet innerhalb der österreichischen Ganzsachenphilatelie. Die ersten Umschläge und damit die ersten österreichischen Ganzsachen überhaupt erschienen im Jahr 1861, in der Zeit bis zum Jahr 1938 (Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich) und dann wieder nach 1945 bis heute sind nur rund 150 verschiedene Umschläge erschienen, wenn man denn die vielen kleinen Druckunterschiede bei den ersten Ausgaben zunächst außer Acht lässt.

Das entspricht statistisch etwa einem Umschlag pro Jahr, eine doch recht geringe Menge, wenn man diese Anzahl mit den Ausgaben an Postkarten oder auch an Privatganzsachen vergleicht. Viele Sammler und insbesondere Postgeschichtler werden sich vermutlich nur für die Verwendung der ersten Ausgaben interessieren, mich dagegen interessieren alle Ausgaben bis zum heutigen Tag, zumal es immer schwieriger wird, echt bedarfsgelaufene moderne Umschläge der letzten rund zehn Jahre zu finden. Die für Philatelisten unangenehme Vorliebe vieler Menschen, Mitteilungen nur noch per Mail oder SMS zu verschicken statt mit der Post, hat dazu geführt, dass moderne Umschläge in gelaufener Bedarfserhaltung heute bereits schwerer zu finden sind als die frühen Ausgaben, die zwar oft zu hohen Preisen gehandelt werden, aber immerhin zu finden sind, ganz im Gegenteil zu einzelnen modernen Ausgaben.

Die geringe Verwendung moderner Ganzsachenumschläge in Österreich hat noch eine weitere Ursache, für die die Post verantwortlich ist. Im Gegensaatz zu Deutschland kann man in Österreich Umschläge nicht einzeln, sondern in aller Regel nur in Posten per 10 Stück erwerben. Wer da nicht einen regelmäßigen Bedarf an Briefumschlägen hat, wird wohl kaum auf Ganzsachenumschläge zurückgreifen.

Die Vorstellung von Umschlägen aus der Zeit vor 1938 will ich erst einmal Sammlern überlassen, denen Portostufen oder Postwege wichtiger sind als die feinen Details mancher früher Umschläge herauszuarbeiten, und deshalb werde ich, soweit meine Bestände reichen, erst einml alle Umschläge aus der Zeit nach dem Ende des zweiten Weltkrieges zeigen. In einem weiteren Beitrag von mir folgen die ersten fünf Umschläge.

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 27.06.2018 05:01:25 Gelesen: 310# 2 @  
@ Cantus [#1]

Nach dem Ende des 2.Weltkriegs erscheint der erste Umschlag im Jahr 1980, also erst sehr spät. Er trägt einen Wertstempel zu 4 ÖS, der vom Bild her der gleichzeitig gültigen Briefmarke der Serie „Schönes Österreich“ entspricht. Links unten findet sich auf dem Umschlag ein stilisierter Vogel und die Inschrift „Schreib öfter ...“ .

Der von mir gezeigte Umschlag wurde erst sehr spät, also zehn Jahre später am 3.6.1990 verwendet. Wegen zwischenzeitlicher Portoerhöhung und auch wegen der Verwendung als Einschreiben war eine Zusatzfrankatur von 18 ÖS erforderlich geworden. Bei Michel wird dieser Umschlag als U 72 geführt.



Ab dem Jahr 1982 tragen alle zukünftig erscheinenden Umschläge einen Sonderwertstempel, der jeweils besondere Ansichten zeigt. Zunächst erscheint am 2.11.1982 ein Umschlag zu 6 ÖS für den Postverkehr mit den CEPT-Ländern. Links unten findet man ein Tintenfass und in vier Sprachen die Zeile „Willkommen in Österreich“. Bei Michel wird der Umschlag als U 73 geführt.



Im Jahr 1988 wird der Umschlag, der zwischenzeitlich mit einem Text- und Bildzudruck versehen worden war, mit einer Lochung (oben Mitte) in eine Eintrittskarte verwandelt, wie man sie in anderen Jahren auch bei der Verwendung von Postkarten findet.



Am 17.6.1983 erscheint ein Umschlag zu 4 ÖS zur Verwendung im Inland. Der Wertstempel zeigt einen Blick auf Bad Aussee in der Steiermark. Links unten findet sich auf dem Umschlag eine Vase mit Blumen und die Inschrift „Willkommen in Österreich“. Bei Michel trägt der Umschlag die Bezeichnung U 74.



Wiederum ein Jahr später erscheint am 31.8.1984 ein Umschlag zu 4 ÖS für das Inland. Im Wertstempel findet man einen Blick auf Stockerau in Niederösterreich. Der Umschlag zeigt links unten das Bildnis von Nikolaus Lenau, einem österreichischen Dichter, sowie die Worte „Willkommen in der Lenau-Stadt“. Man findet den Umschlag bei Michel als U 75.



Am 6.9.1985 kommt ein Umschlag zu 4,50 ÖS zum Verkauf, der im Wertstempel einen Blick auf Kautschach am See in Kärnten zeigt. Auf dem Umschlag ist links unten eine Seerose abgebildet sowie ein Werbetext für das Kautschacher Vier-Seen-Tal. Dieser Umschlag wird als U 76 geführt.



Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 29.06.2018 15:14:33 Gelesen: 266# 3 @  
Am 11.8.1986 erscheint ein Umschlag zu 5 ÖS, der im Wertstempel das gemalte Bild vom Weinort Gols zeigt. Links unten auf dem Umschlag ist eine Art Vignette aufgedruckt mit den werbenden Worten "Gols, der bedeutende Weinort Österreichs".



Mi. U 77

Etwa ein Jahr später kommt am 20.10.1987 ein Umschlag zu 5 ÖS an die Postschalter, der im Wertstempel einen Blick auf den Klafferkessel, eine Seenlandschaft in den Schadminger Tauern, erlaubt. in diesem Jahr ziert das zweifabige Emblem des Fremdenverkehrsvereins Dachstein/Tauernregion links unten den Umschlag.



Mi. U 78

Am 10.6.1988 erscheint der nächste Umschlag zu 5 ÖS. Er ist dieses Mal der Kulturstätte Kloster Riedenburg in Bregenz gewidmet. Dazu passt auch die Abbildung links unten, die den Martinsturm in Bregenz zeigt.



Mi. U 79

Bereits am 10.2.1989 wird der nächste Umschlag zu 5 ÖS herausgegeben. Dieses Mal ist er der Marktgemeinde Reutte, einem Ort im Tiroler Lechtal, gewidmet. Der Wertstempel zeigt einen alten Blick auf's Dorf, die Abbildung links unten zeigt das Stadtwappen von Reutte mit der Umschrift "REUTTE - 500 JARE MARKT".



Mi. U 80

Viele Grüße
Ingo
 
Apn Am: 06.07.2018 13:07:09 Gelesen: 229# 4 @  
Den angehängten Beleg habe ich schon vor zwei Monaten für 1 € bei Delcampe eingestellt - bisher hat noch niemand das Angebot überhaupt nur angeschaut. Ich schliesse 'mal daraus, dass nicht nur das Angebot, sondern auch die Nachfrage nach solchen modernen Belegen eher gering ist.


 
Cantus Am: 07.07.2018 16:02:42 Gelesen: 200# 5 @  
@ Apn [#4]

Hallo,

das, was du zeigst, ist eine Ganzsache in Form eines Umschlages, bei Michel geführt als U 98, Ausgabe 1.6.2001. Es gibt solche Umschläge in verschiedenen Formaten für das Inland, dann findet man rechts neben dem Wertstempel senkrecht die Inschrift "Inland", sollen diese Umschläge für den Postverkehr mit dem europäischen Ausland dienen, dann lautet die senkrechte Inschrift "Europa".

Wenn ich als Ganzsachensammler bei delcampe eine solche Ganzsache suche, dann gehe ich zuerst auf die Überschft Briefmarken, dann auf Österreich, dann auf Ganzsachen. Dieser Begriff steht auf der rechten Seite zwischen den Zeilen "Ganze Jahrgänge" und "Levante-Marken".

Alle Angebote bei den Ganzsachen anzuschauen macht keinen Sinn, weil ein Idiot, der nur niederländisch spricht, hunderte von Briefumschläge, die alle k e i n e Ganzsachen sind, bei den Ganzsachen hochgeladen hat und damit das Thema weitgehend blockiert. Also lasse ich delcampe im Bereich "Ganzsachen Österreich" zuerst nach dem Wort "Umschlag" und danach nach dem Wort "Briefumschlag" in der Beschreibung suchen. Delcampe bietet mir zwei verschiedene Übersichten mit nur Ganzsachenumschlägen an, aber weder in der ersten Übersicht noch in der zweiten ist der von dir gezeigte Umschlag zu finden. Da ich als Ganzsachensammmler Ganzsachen auch nur unter dieser Überschrift suche, falle ich als potentieller Käufer schon mal weg, falls du den Umschlag woanders und damit für mich unauffindbar eingestellt hast.

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 11.07.2018 01:37:53 Gelesen: 149# 6 @  
@ Cantus [#5]

Heute habe ich vermutlich den Umschlsag bei Delcampe gefunden, auch wenn die Abbildung etwas differiert. Hier wird ein sauberer Umschlag gezeigt, bei delcampe sieht es so aus, als sei unten ein Knick, vielleicht steckt der Umschlag aber auf einer Steckseite. Bei Delcampe beschrieben als U 108, was vermutlich auch stimmt, denn Umschlaginnendrucke kann ich nach dem Bild nur der Außenseite nicht unterscheiden. Ich habe mir den Umschlag in die Beobachtung gelegt, habe jetzt aber festgestellt, dass er bei mir schon vorhanden ist.

Dagegen fehlen mir noch gestempelte Exemplare von U 95, 96, 97, 99, 100, 104, 105, 107, 113, 114 und viele, viele weitere. Alle diese Umschläge sind so etwa nach 2000 erschienen und wer passendes Material hat, kann es gerne hier bei der PPA oder bei delcampe anbieten, ich werde es bemerken.

In ein paar Tagen zeige ich hier weitere Umschläge.

Viele Grüße
Ingo
 
Baber Am: 11.07.2018 11:08:27 Gelesen: 117# 7 @  
@ Apn [#4]

Hallo Apn,

diese Ganzsachenumschläge wurden ab 2002 als sog. "Bonusbriefe" als Paket mit 5 Stück verkauft, erfreuten sich bei den Postkunden aber keiner großen Beliebtheit. Die Restbestände wurden dann mit dem Aufdruck "Justiz" ab 2003/4 von den Justizbehörden aufgebraucht.



Gruss
Bernd
 
Cantus Am: 11.07.2018 13:42:23 Gelesen: 95# 8 @  
@ Baber [#7]

Hallo Bernd,

bei den Justiz-Umschlägen bin ich so gut wie komplett, aber mir geht es ja um die Originalumschläge, die echt gelaufen so gut wie gar nicht aufzutreiben sind. Das ist sicherlich ähnlich wie bei den Plus-Briefen der Deutschen Post, von denen nur ab und zu Umschläge im gebräuchlichsten dinC6-Format zu finden sind, aber Langbriefe ohne Zudruck - wer benutzt denn so etwas?

Viele Grüße
Ingo
 
Baber Am: 11.07.2018 14:19:03 Gelesen: 88# 9 @  
Hallo Ingo,

ich habe Dir eine Mail geschickt mit den Umschlägen die ich dir anbieten kann.

Gruss
Bernd
 
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