Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: (?) (18) Rumänien Marken und Belege 1928 bis 1947
Heinz 7 Am: 03.07.2018 21:23:18 Gelesen: 1785# 1 @  
Liebe Leser,

Ingo hat a.a.O. festgestellt, dass die Briefmarken/Belege aus der Zeit des 2. Weltkrieges bisher kaum behandelt worden sind. Wir können dies gut ändern. Wir haben bereits zwei "allgemeine" Rumänien-Themen (neben ein paar speziellen) und ich schlage vor, wir gruppieren dies so in Zukunft am besten wie folgt:

Rumänien für Sammler: offen für alle Beiträge, Schwergewicht von Anfang - 1927
Rumänien: Ausgaben 1928 - 1947
Rumänien: Belege nach 1945

Ich habe das neue Thema auf 1928 - 1947 gelegt, weil dies geschichtlich Sinn macht. 1927 starb König Ferdinand. Kronprinz Carol wurde zum Thronverzicht gezwungen und ging vorerst ins Exil und sein minderjähriger Sohn Mihai I. (Michael I.) wurde König (1927-1930). Carol bestieg aber drei Jahre später doch den Thron und war zehn Jahre lang König, bevor er 1940, geschwächt durch Niederlagen, sich wieder zurückzog und ins Ausland ging, ins Exil. Sein Sohn Michael wurde erneut König 1940–1947. 1948 wurde Rumänien zur Volksrepublik.

Der Rumänische Spezialkatalog CMPR '74 hat diese Einteilung (Einteilung vor/nach 1927) auch gemacht:

1. Teil: 1858-1927

Kapitel 1: Klassik 1858-1872
Kapitel 2: Postklassik 1872-1900
Kapitel 3: Moderne Zeit 1903-1927

2. Teil: 1928-1974

Diesen 2. Teil bearbeitete Aurel Surpateanu (während für den ersten Teil Kiriac Dragomir zeichnete).

Der 2. Teil umfasst die Marken:

CMPR 423 (16.3.1928) - CMPR 1148 (10.11.1947) Königreich
CMPR 1149 (25.1.1948) - CMPR 3323 (10.9.1974) Republik

In diesen knapp 20 Jahren 1928-1947 kamen also viele Briefmarken und auch die ersten Gedenkblocks heraus. Bei Michel haben diese Marken die Nummern 320 - 1092.

Anbei zeige ich die erste Marke des neuen Königs (16.3.1928), der damals erst siebenjährig war:

Mi Nr. 320: 25 Bani schwarz (CMPR 423)
Mi Nr. 322: 1 Leu lila (CMPR 425)



Heinz
 
nor 42 Am: 03.07.2018 21:45:54 Gelesen: 1777# 2 @  
Nur zur Info - Für die Zeitspanne 1922-1947 gibt es auch einen bescheidenen Versuch eines Briefe-Kataloges. Auf CD gibt es auch Albumblätter zum selbst ausdrucken. Man muss nur ein wenig suchen.

nor 42
 
Heinz 7 Am: 03.07.2018 22:09:53 Gelesen: 1775# 3 @  
@ Heinz 7 [#1]

Am 8. Juni 1930 kam es zur Thronbesteigung von Michaels Vater, Karl II. Doch zehn Jahre später kam Michel wieder auf den Thron. Er musste das Land in einer sehr schwierigen Zeit führen. Die erste Ausgabe des Königs Michael I. 1940 zeigte ihn denn auch in Uniform.

Zweifellos ist die Postgeschichte der Kriegsjahre besonders interessant. Die normalen Postwege mussten zum Teil geändert werden (z.B. Aufgabe von Flugpost-Linien). Und viele Karten/Briefe erhielten zusätzliche Stempel (Umleitungen oder Zensurstempel).

Anbei zeige ich eine Postkarte von 1941 mit einer Zusatzfrankatur. Die Karte wurde geschrieben am 17.9.1941 in Chiliseni, Judetul Suceava und am selben Tag abgestempelt. Die Karte hatte die Nominale von 4 Lei. Es ist wohl die Ganzsache P 101 (nach Michel). Da die Karte nach Wien geschickt wurde, war eine Zusatzfrankatur nötig: die zusätzlichen 6 Lei wurden bezahlt mit der Marke Michel Nr. 654 von 1940 (2 Lei, 3 Marken).



https://ro.wikipedia.org/wiki/Chili%C8%99eni,_Suceava

Die Postkarte erhielt dann 7 oder gar 8 Zusatzstempel, alle auf der Postkarten-Vorderseite. Für Spezialsammler können solche Stempel sehr interessant sein.

Schöne Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 04.07.2018 19:30:57 Gelesen: 1735# 4 @  
@ Heinz 7 [#1]

Am 20.10.1940 wurden die neuen Marken mit dem Bild des 17-jährigen Königs herausgegeben:

25 Bani dunkelblau (Mi Nr. 650)
50 Bani grün (Michel Nr. 652)
1 Leu blauviolett (Michel Nr. 653)

Michel Nr. 651 gibt es nicht.



Im CMPR-Katalog sind die Marken nummeriert wie folgt:

723: 25 Bani
724: 1 Leu
...
778: 50 Bani.

Warum liegen denn da die Nummern so weit auseinander?

Der 50 Bani-Wert kam erst am 1.4.1942 als Ergänzungswert zur Ausgabe. Michel hat diese bildgleichen Marken "zusammengepackt". Aus dem Satz mit 11 Marken (CMPR 723-733) wurde so ein Satz mit 15 Marken.

Heinz
 
Hermes65 Am: 06.07.2018 00:04:34 Gelesen: 1695# 5 @  
1937, am 1. Sept. erschienen zu den 8. Leichtathletik-Meisterschaften der Balkanstaaten, Bukarest diese Sportmarken (Mi.-Nr. 538-42):

Gruß
Hermes65


 
wajdz Am: 06.07.2018 23:16:58 Gelesen: 1665# 6 @  
@ Heinz 7 [#1]

Endlich ein Thread, in den dieser Beleg passt. ;-)

Als Fensterkuvert leider kein Empfänger feststellbar, aber der Beleg gehört in eine Geschäftskorrespondenz zwischen rumänischen Lieferanten und einer Firma in Bad Liebenstein.

Rumänien MiNr 579, 492, 576



Zensuraufkleber des OKW und Zahlenstempel sowie Absender



MfG Jürgen -wajdz-
 
Heinz 7 Am: 03.08.2018 22:38:53 Gelesen: 1596# 7 @  
@ wajdz [#6]

Jürgen, Dein Brief war mit 12 Lei frankiert (1940).

Der nachfolgend gezeigte Brief wurde am 29.3.1947 abgestempelt.



Wie wir sehen, wurde er mit Luftpost befördert ("PRIN AVION"-Kleber) von Timisoara in die Schweiz (nach Solothurn). Die dafür notwendige Frankatur sehen wir auf der Rückseite!



Und wir wundern uns: 17'000 Lei war die aufgeklebte Frankatur, wunderschön zusammengesetzt aus den Michel Nrn. 966 (1000 Lei; 2), 967 (1500 Lei; 2), 968 (2400 Lei; 5).

Wir sehen also einen waschechten Rumänien-Inflations-Bedarfsbrief. Den Tarif müsste ich noch verifizieren, aber vielleicht nimmt mir Michael diese Arbeit ab.

;-)

Heinz
 
10Parale Am: 22.01.2020 09:14:20 Gelesen: 958# 8 @  
@ Heinz 7 [#7]

Ich habe meine schlauen Bücher zu den rumänischen Posttarifen leider verkauft, werde sie mir aber wieder besorgen, denn es war ein Fehler. Ich stelle fest, dass das Sammelgebiet mich weiter fesselt, wenn sich auch die Schwerpunkte ein wenig von der unbezahlbaren Klassik hin in die bezahlbare Semiklassik wandelt.

Sollte jemand wissen, wo man die schlauen Bücher erwerben kann, bitte ich um Mitteilung.

Ich zeige hier, - passend in die Ära der Nachkriegsinflation -, ein am 26. Oktober 1946 in Bukarest mit einem Maschinenstempel entwertetes Einschreiben nach New York. Das Einschreiben mit dem schönen Label kostete demnach 3.700 Lei. Ein Einschreibestempel vom Postamt Bukarest (3) ziert die Vorderseite, ebenso 2 sehr glasklare Ankunftsstempel von New York. Besonders gefällt mir der violette Stempel vom FLORAL PARK vom 26. November 1946.

Ich stelle fest, dass der Brief also exakt 1nen Monat unterwegs war. Da ein Luftpostaufkleber fehlt, gehe ich von einer Beförderung auf dem Seeweg aus.
Was die rote 13 auf der Vorderseite bedeutet, entzieht sich meiner Kenntnis.

Ein schöner Beleg wie ich finde.

Liebe Grüße

10Parale


 
buzones Am: 22.01.2020 16:39:48 Gelesen: 926# 9 @  
@ Heinz 7 [#7]

Bezüglich des Tarifs kann ich helfen, da ich im Besitz des entsprechnden Handbuchs [1] von C. Marinescu bin.

Tarifzeitraum 1.12.46-31.3.47: Auslandsbrief bis 20 g: 3,000 Lei + 1,800 Lei für jede weiteren 20 g
Tarifzeitraum 1.3.47-31.3.47: Luftpostzuschlag in die Schweiz pro 5 g: 2,000 Lei

Der Brief ist mit 17,000 Lei frankiert, müßte also über 20 g gewogen haben; also Briefgebühr <40 g = 4,800 Lei + Luftpostzuschlag bis 25 g - 5 x 2,200 Lei = 11,000 Lei,
macht zusammen 15,800 Lei. Es sind also entweder 1,200 Lei überfrankiert oder (bis 30 g) um 1,000 Lei unterfrankiert.

Mit philatelistischen Grüßen
Ralf

[1] Marinescu, Calin: Tarifele, Taxele si Gratuitatile Postale in Romania 1841-2008. 2 Bde. Bukarest, 2008.
 
Regis Am: 26.06.2020 18:18:07 Gelesen: 503# 10 @  
- Einschreiben aus Sibiu - Hermannstadt 1938



Brief Aufgab: Sibiu - 17 JAN 38 R-Vrermerk gestempelt; Einzelfrankatur 20 LEI; Bahntransport über Wien - Oderberg. Von dort mit Bahnpost (Ort nicht deutbar - im Reichskursbuch 1917 kein Ort HEY--ä- Beck zu finden) 19.1.38. Devisenkontrolle; Ankunft Chemnitz 1 19. 1. 38.

Gruß Regis
 
10Parale Am: 26.06.2020 20:58:24 Gelesen: 493# 11 @  
@ Regis [#10]

Von dort mit Bahnpost (Ort nicht deutbar - im Reichskursbuch 1917 kein Ort HEY--ä- Beck zu finden)

Der gesuchte Ort liegt irgendwo in ex OBERSCHLESIEN. Vielleicht kann uns ein Kenner schlesischer Ortschaftsnamen helfen?

Dies würde mich auch brennend interessieren. Ein hochinteressanter Beleg. Den würde ich sofort kaufen.

Liebe Grüße

10Parale
 
buzones Am: 26.06.2020 21:21:13 Gelesen: 490# 12 @  
@ 10Parale [#11]

Versuch's mal mit Heydebreck, Kreis Regenwalde, Pommern; polnisch "Potuliniec"

Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
Martin de Matin Am: 26.06.2020 21:26:35 Gelesen: 488# 13 @  
@ Regis [#10]

Ich würde es mit Hydebreck in der Region Oppeln versuchen [1].

Gruss
Martin

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/K%C4%99dzierzyn
 
buzones Am: 26.06.2020 21:36:36 Gelesen: 483# 14 @  
@ Martin de Matin [#13]

O morgendlicher Martin, du hast Recht: Es ist ja Heydebreck Oberschlesien, nicht Pommern! :-)

Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
10Parale Am: 26.06.2020 21:49:18 Gelesen: 477# 15 @  
@ buzones [#12]
@ Martin de Matin

Heydebreck in Oberschlesien. Ich habe mir das gerade mal auf google maps angeschaut und die Bahnlinie passt ins Schema dieses Briefes.

Vielen Dank. Regis wird sich auch freuen.

Liebe Grüße

10Parale
 
Regis Am: 27.06.2020 12:21:01 Gelesen: 464# 16 @  
Vielen Dank für die Beiträge.

Jetzt habe ich die Bahnlinie, die früher Kandrzin - Oderberg hieß und von Wien kommend über Breslau und Berlin nach Chemnitz führte. Damit ist die Belegbeschreibung komplett nachvollziehbar.

Gruß Regis
 
Regis Am: 27.06.2020 13:20:29 Gelesen: 459# 17 @  
Hier der Auszug aus dem Reichskursbuch 1917 Teil 2



Der Streckenplan und 2. die Stationsliste:

Gruß Regis
 
10Parale Am: 22.11.2020 15:30:14 Gelesen: 95# 18 @  
@ Heinz 7 [#1]

"Ingo hat a.a.O. festgestellt, dass die Briefmarken/Belege aus der Zeit des 2. Weltkrieges bisher kaum behandelt worden sind."

"Ad aquas Herculi sacras" ist der lateinische, aus der Römerzeit stammende Name von BAILE HERCULANE, wo am 20. September 1943 ein Einschreiben nach Luzern versandt wurde.

Freigemacht mit insgesamt 20 Lei aus den Serien Freimarken König Michael I. (Michel 661/662 + Luftfahrt 672). Der Brief wurde auf dem Landweg befördert und zuvor mit Zensurstempeln belegt (CENZURA INTERNA). Ankunft in Luzern am 29.IX.43, rückseitig glasklar belegt.

Was mir gerade auffällt: Auf den beiden Marken oben ein fünfstelliger schwarzer Stempel mit der Nummernfolge 11671....was bedeutet das?

Liebe Grüße

10Parale


 
Richard Am: 22.11.2020 18:43:14 Gelesen: 73# 19 @  
@ 10Parale [#18]

Ingo hat a.a.O. festgestellt, dass die Briefmarken/Belege aus der Zeit des 2. Weltkrieges bisher kaum behandelt worden sind.

Hallo 10Parale,

es ist doch ganz einfach:

Wer meint, dass Briefmarken/Belege auf einem Gebiet noch nicht behandelt wurden, eröffnet ein Thema und beginnt mit dem ersten Beitrag.

Und wer meint, das Gebiet wäre "kaum behandelt" worden, darf gerne jederzeit dafür sorgen, dies zu ändern, indem er/sie kräftig Marken oder Belege einstellt.

Schöne Grüsse, Richard
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 

Ähnliche Themen

329220 829 26.11.20 17:53nor 42
79900 285 22.11.20 10:56Heinz 7
86133 174 23.06.20 22:25Heinz 7
105441 242 20.06.20 19:38nor 42
82767 172 19.06.20 20:18Lars Boettger


Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.