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Thema: Realauktionen: Dokumentation von Fälschungen und unzulässigen Angeboten
doktorstamp Am: 20.08.2018 19:21:48 Gelesen: 2173# 1 @  
Heute erhielt ich einige Auktionskataloge der Firma Cavendish. [1]

Zwei davon waren mir uninteressant und wurden gleich in die Rundablage entsorgt.

Beim dritten Katalog habe ich reingeschaut, ein Los fiel mir auf, und zwar Los #2406. Die Auktion ist für den 26. 9.2018 angekündigt. Laut Beschreibung;

Lot 2406
GERMANY - SCARCE INFLATION PERIOD COVER: Oct 1923 env(elope). Gottingen-Hamburg with scarce single franking of 800,000m on 200m carmine SG 296 Cat. 750eu on cover. (1 item)
Estimate: £180 [2]

Folglich Mi303 als EF auf Brief. Abbildung auf der Webseite.



Eine Abbildung der Rückseite ist nicht vorhanden, und diese Tatsache erübrigt sich beim Betrachten des Belegs. Der Stempel ist grottenfalsch. Datum 7.10.23. (PP19) Für den einfachen Fernbrief war 2.000.000 Mk erforderlich. Ortsbriefe konnten für 800.000 Mk verschickt werden, es handelt sich aber wie ersichtlich um keinen Ortsbrief sondern um einen angeblichen Fernbrief.

Ich habe noch heute Nachmittag der Firma angerufen und ihnen alles erklärt. Er meinte vorläufig der Beleg könne unter Vorbehalt noch angeboten werden. Zitat, "Wir werden künftige Bieter darauf auf die mögliche Fälschung hinweisen". Worauf ich ganz klar ein, Nein, der Beleg wird zurückgezogen, und kommt nicht zum Verkauf erwiderte. Was er letzten Endes zustimmte. Bleibt abzuwarten ob er tatsächlich entfernt wird, immerhin kann man den Kataloginhalt online verfolgen.

Verantwortlich u.a. für den Kataloginhalt ist ein Ben Palmer, der neulich in den Reihen der A.I.E.P aufgenommen wurde.

mfG

Nigel

[1]http://www.cavendish-auctions.com
[2]http://www.cavendish-auctions.com/catalogue_search.asp
 
bayern klassisch Am: 20.08.2018 19:37:52 Gelesen: 2154# 2 @  
@ doktorstamp [#1]

Lieber Nigel,

ich bin Lichtjahre vom Infla - Experten entfernt, aber selbst ich hätte das als miese Fälschung enttarnt. Es ist sehr schade, wenn solche Gurken den Weg in Auktionskataloge finden.

Die Widerrede des Auktionators spricht auch nicht gerade für ihn und sein Haus. Ich befürchte, dass das "gute Stück" bald woanders auftaucht und dort einen Dummen sucht.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Fips002 Am: 18.07.2019 19:38:59 Gelesen: 1527# 3 @  
Heute erhielt ich den Katalog vom Auktionshaus Karl Pfannkuch & Co.

Unter der Losnummer 2196 wird für die Auktion am 8.8.19 folgendes Los, Deutsche Kolonien Marianen, angeboten [1]:

Prachtbrief mit Mi.Nr. 1II bis 6II mit Stempel "DEUTSCHE SEEPOST AUSTRALISCHE HAUPTLINIE f-3.2.01" nach Hamburg-Hohenfelde gelaufen mit Ankunftstempel 8.3..01", Ausruf 120 Euro.

Dieser Stempel wurde auf dem Postdampfer "GROSSER KURFÜRST" verwendet. Dieser angebotene Brief ist eine Fälschung.

Eine echte Verwendung unter diesem Datum gibt es nicht, denn das Datum beinhaltet die 191. Heimreise vom GROSSER KURFÜRST zwischen Fremantle und Colombo.

Dampfer der Linie AUSTRALISCHE HAUPTLINIE haben nicht die Marianen angelaufen. Saipan/Marianen wurde 1901 nur von den Schiffen der DEUTSCHEN SEEPOST/NEU/GUINEA/ZWEIGLINIE/HONGKONG angelaufen.

Fahrtverlauf vom GROSSER KURFÜRST: Sydney 15.01.01, Melbourne 171.01, Adelaide 22.1.01, Fremantle 26.1.01, Colombo 4.2.01, Aden 11.2.01, Suez 15.2.01, Port Said 16.2.01, Neapel 19.2.01, Genua 21.2.01, Southampton 28.2.01, Antwerpen 1.3.01, Bremerhaven 4.3.01.

Der Stempel wurde unter Missbrauch des Seepoststempels und Veränderung des Datums auf dem nicht beförderten Brief im Heimathafen des Schiffes vorgenommen und zusätzlich noch mit missbräuchlich angebrachten Eingangsstempel von Hamburg 8.3.01 versehen.

Auf diesen wertlosen Seepoststempel wird im Band 2 - Die Postwertzeichen und Entwertungen der deutschen Postanstalten in den Schutzgebieten und im Ausland hingewiesen- Friedemann/Wittmann.

Das Auktionshaus werde ich informieren.

Dieter



[1] https://katalog.karl-pfankuch.de/de/i_9241_40019/210_Deutsche_Kolonien_Marianen/A220-2196.html?set_sprache=de&set_gesetz_bestaetigt_jn=J&gesetz_bestaetigt_neu=J&pos_von=2196&pos_bis=2196&breadcrumbId=1563475257.4049
 
umdhlebe Am: 26.07.2019 19:27:57 Gelesen: 1324# 4 @  
Ein weiterer guter Name mit einem bedauerlichen Angebot:

Am 6. August 2019 bietet Cherrystone in New York angeblich einen grünen Souvenirblock aus Theresienstadt [1]. Davon gibt es nur noch sehr wenige, da viele davon nach dem Sieg über den Faschismus zerschnitten wurden und heute als "ungezähnte" Theresienstadtmarken angeboten werden (eBay und die Auktionskataloge sind voll davon).

Doch man sehe sich dieses seltene Exemplar an:



Es ist gummiert und gezähnt, und nicht nummeriert. Prof. Gilbert, der diese Blocks nach Auskunft von Theodor Möbs ("Theressientadt - Eine philatelistische Studie", Frankfurt a.M, ohne Jahr) nicht selbst besessen und wiederholt falsch beschrieben hat, soll 1978 ein Zertifikat dazu geliefert haben (das nirgends abgebildet ist).

Die Souvenirblocks waren jedoch allesamt ungummiert, ungezähnt (um eine spätere Verwendung als Marken zu verhindern, denn die Nationaloszialisten waren an einer strikten Beschränkung der Paketzustellung an ihre Opfer interessiert) und nummeriert (die grünen Blocks in roter Farbe). Es gab auch Probedrucke, aber nur in 5x5 Bögen, wie die eigentlichen Marken.

Von den echten Marken wurden 100.000 gedruckt und 78.000 ausgegeben, von den Souvenirblocks gab es in drei Farben jeweils 1000.

Das Auktionshaus habe ich freilich informiert, und die Antwort war: Das ist ein Spezial-Bogen - nicht im Michel-Katalog gelistet. Er ist sehr selten und wir haben schon früher einige davon verkauft ("This is a special sheet - not listed in the Michel catalog. It is very rare and we have sold several before.")

Nun hatte ich ja in meiner E-Mail alle möglichen Formen dieser Marke - mit Ausnahme weiterer Probedrucke, die in schwarzer Farbe erstellt wurden - genannt, und habe deshalb zurück gefragt: 1. aus welchem Druckvorgang diese Spezial Bögen stammen, 2. wann dieser stattfand, und 3. was eigentlich in dem Zertifikat von Gilbert steht. Im Auktionskatalog ist diese Marke wohlgemerkt als "#Mi.1" präsentiert. Eine Antwort steht noch aus.

Es ein weiteres bedauerliches Beispiel dafür, dass selbst manche renommierte Auktionshäuser ihrer Sorgfaltpflicht nicht einmal mehr ansatzweise nachkommen. Aber mal eben eine Fälschung für 4.500 US-$ ausrufen und 15 Prozent Kommission kassieren - null Problemo.

Und es ist ein weiteres Beispiel dafür, dass einen weder Renommee der Verkäufer noch Prüfzertifikate gesichert vor Schaden bewahren, sondern allein philatelistisches Wissen.

umdhlebe

[1] https://www.cherrystoneauctions.com/_auction/results.asp?auction=&country=GERMAN+WORLD+WAR+II+OCCUPATION+ISSUES+Bohemia+%26+Moravia+%2D+Theresienstadt
 
GSFreak Am: 10.08.2019 18:23:57 Gelesen: 1057# 5 @  
Vor ein paar Tagen habe ich erreicht, dass folgender Beleg von einer Auktion (22.08.) zurückgezogen wird.



Es ist eine am 17.09.1945 (blanko) gestempelte Ganzsache (Aufbrauchausgabe Amerik. Zone, Wertaufdruck A, P A609), die offensichtlich nachträglich beschriftet worden ist (häufig typisch bei so etwas ist der Einsatz einer Schreibmaschine), um einen echten Bedarf vorzutäuschen. Aber:

1. Der Interzonen-Postverkehr aus der RPD Nürnberg (hier Ochsenfurt) nach der französischen Zone (hier Saarbrücken) war erst ab 29.10.1945 zugelassen.

2. Der Sprachvermerk fehlt.

Im Übrigen ist der Text recht "läppisch" und Gruß/Unterschrift in Tinte wirken zudem sehr gekünstelt.

Gruß Ulrich
 
Heinz 7 Am: 10.08.2019 23:11:49 Gelesen: 948# 6 @  
@ doktorstamp [#1]
@ bayern klassisch [#2]

Ich komme recht spät auf diese zwei Beiträge zurück, weil ich sie vor knapp einem Jahr nicht kommentieren wollte. Nun aber möchte ich doch Folgendes zu bedenken geben.

1. Cavendish ist ein renommiertes britisches Auktionshaus, das schon mehrere Dutzend von guten Auktionen veranstaltet hat. Ich persönlich finde es sehr schade, Auktionskataloge dieser Firma wegzuwerfen, denn die meisten davon sind interessant. Eine Alternative zu "wegwerfen" wäre, die Kataloge einer Bibliothek zu überlassen. Ich sende Euch gerne Adressen von solchen Bibliotheken.

2. Los 2406 der erwähnten Auktion ist eine gut gelungene Fälschung, offenbar. Dass dies erkannt und anerkannt wurde, ist ja grundsätzlich positiv. Bravo Nigel. Dass der Stempel aber "grottenfalsch" sei, impliziert, dass der Beschreiber des Loses dies ohne Weiteres hätte selber feststellen müssen. Dies finde ich nun sehr anspruchsvoll. Viele Betrachter des Briefes würden wohl den Stempel nicht als falsch erkennen, er gleich meines Wissens doch ähnlichen (echten) Stempeln.

3. Ben Palmer ist ein hervorragender Philatelist. Auch als solcher kann er nicht jedes von Hunderten, ja Tausenden von Losen fehlerfrei beschreiben (bzw. beschreiben lassen/ das ist Teamarbeit). Dies umso mehr, als es sich um einen geringwertigen Beleg handelt (Estimate lediglich £ 180).

Warum nehme ich hier Cavendish & Ben Palmer in Schutz?

Ich finde, wir erfahrenen Philatelisten sollten nicht "Wunderdinge" erwarten/verlangen von Verkäufern/Philatelisten/Händlern/Auktionatoren oder auch Prüfern und wir sollten nicht negative Annahmen äussern, wenn wir dafür nicht einen wirklich triftigen Grund haben. Ben Palmer (oder Cavendish) zu verdächtigen, er würde Fälschungen wissentlich zum Schaden von gutgläubigen Sammlern verkaufen (lassen), halte ich für abwegig und rufschädigend. Ben Palmer, Mitglied der A.I.E.P., hat dies meines Erachtens nicht verdient. Ich bitte um Fairness.

Übrigens: zur A.I.E.P. (zum Teil heute kopiert aus der Homepage der AIEP):
The “International Association of Philatelic Experts” is a non-profit organisation founded in Merano-Meran, Italy, on 10 October 1954.

Ben Palmer ist Experte für:
Australian States Postal History (to 1912)
Expert since: 2013 · AIEP member since: 2017

In der A.I.E.P. arbeiten viele hoch verdienten Philatelisten mit; einer, der hier bekannt ist, ist Lars Böttger. Man muss viel leisten, bevor man Mitglied wird in einer solchen Organisation.

Heinz
 
umdhlebe Am: 11.08.2019 11:54:36 Gelesen: 900# 7 @  
@ Heinz 7 [#6]

Dass der Stempel aber "grottenfalsch" sei, impliziert, dass der Beschreiber des Loses dies ohne Weiteres hätte selber feststellen müssen. Dies finde ich nun sehr anspruchsvoll. ... Ich finde, wir erfahrenen Philatelisten sollten nicht "Wunderdinge" erwarten/verlangen von Verkäufern/Philatelisten/Händlern/Auktionatoren oder auch Prüfern und wir sollten nicht negative Annahmen äussern, wenn wir dafür nicht einen wirklich triftigen Grund haben.

Dem möchte ich ganz entschieden widersprechen, aus zwei Gründen:

1. Auktionsfirmen berechnen Aufschläge zwischen 15 und 25 Prozent des Zuschlagpreises, und sie wälzen alle Zusatzkosten wie Verpackung, Porto und Versicherung ebenfalls auf die Käufer ab. Da bleibt - gerade angesichts der Existenz von internet-basierten Möglichkeiten wie eBay und Delcampe - die Frage: Wofür kassieren Auktionshäuser eigentlich eine solch enorme Profitmarge? Eine Antwort, die mich überzeugen würde, wäre: Sie tun alles Erdenkliche, um die Käufer vor Schaden und Betrug zu schützen. Wenn jedoch philaseiten-Mitglieder mit ihrem privat erworbenen Wissen wiederholt Fälschungen schon beim bloßen Anblick der Kataloge erkennen, dann wird in den Auktionshäusern offenkundig auch hier an Kosten gespart.

2. In den letzten Monaten wurden hier wiederholt nicht nur (Ver-)Fälschungen identifiziert, sondern die Auktionshäuser auch darauf aufmerksam gemacht. In den allermeisten Fällen wurden die Verkäufe trotzdem durchgeführt.

Der Verkauf von zweifelhaftem Material ist eine der größten Gefahren für die Zukunft der Philatelie, denn kaum etwas schreckt Sammler mehr von diesem Hobby ab, als Geld für Fälschungen auszugeben. Doch sehr viele Auktionshäuser sind offenkundig allein auf ihren augenblicklichen Umsatz fixiert und machen lieber den schnellen Euro als in den langfristigen Schutz der Philatelie zu investieren - selbst wenn das Ergebnis ist, dass sich ihre Käufer erschreckt vom Hobby abwenden.

Ich finde es absolut richtig und wichtig, hier jedes zweifelhafte Los öffentlich zu diskutieren, und im Falle von identifizierten Fälschungen klare Warnungen gegen die Auktionshäuser auszusprechen, damit die Sammler wissen, dass sie interessante Lose selbst intensiv prüfen müssen. Aber das heißt auch, dass diese Auktionshäuser qualitativ nicht besser sind als eBay, sondern nur viel teurer.

umdhlebe
 
Heinz 7 Am: 11.08.2019 14:16:53 Gelesen: 858# 8 @  
@ umdhlebe [#7]

Guten Tag,

einerseits haben Sie sicherlich recht mit Ihren Bemerkungen und auch ich wünsche mir, dass die Auktionatoren mit viel Sachverstand und kleinen Gebühren den Sammlern helfen einen fairen "Austausch" zu schaffen zwischen Käufern und Verkäufern. Es ist tatsächlich schade, dass die "alten Zeiten" für die Sammler vorbei sind (Aufgeld 10%, keine Mehrwertsteuer), aber das ist ein anderes Thema.

Ich erlaube mir aber an meinen Bemerkungen aus [#6] festzuhalten. Ich bitte lediglich um Augenmass und faire Behandlung der namentlich erwähnten Philatelisten/Auktionshäuser. Ben Palmer und Cavendish anzuschwärzen halte ich, aufgrund der mir bis jetzt vorliegenden Informationen, für nicht gerechtfertigt.

Ich bitte um Kenntnisnahme.

2. In den letzten Monaten wurden hier wiederholt nicht nur (Ver-)Fälschungen identifiziert, sondern die Auktionshäuser auch darauf aufmerksam gemacht. In den allermeisten Fällen wurden die Verkäufe trotzdem durchgeführt.

Ein solches Verhalten verurteile ich ebenfalls (ich habe übrigens auch schon auf Fälschungen aufmerksam gemacht, in diesem Forum). Ben Palmer/Cavendish haben sich aber diesbezüglich nicht falsch verhalten, soviel ich weiss.

Dass wir Briefmarkensammler einen schweren Stand haben gegen Verfälschungen und Fälscher ist ebenfalls ein weites Thema (leider). Dass selbst dreiste Fälscher kaum je juristisch belangt werden, ist ein grosses Problem. Darum sollten wir uns freuen, wenn sich hervorragende Philatelisten wie Ben Palmer in Prüfer-Organisationn engagieren.

Heinz
 
marc123 Am: 11.08.2019 16:27:23 Gelesen: 809# 9 @  
@ Heinz 7 [#8]
@ umdhlebe [#7]

2. In den letzten Monaten wurden hier wiederholt nicht nur (Ver-)Fälschungen identifiziert, sondern die Auktionshäuser auch darauf aufmerksam gemacht. In den allermeisten Fällen wurden die Verkäufe trotzdem durchgeführt.

Hallo,

ich kann hier eigentlich nur vom Gegenteil berichten.

https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=11731 ab Beitrag 13.

Aber auch im Thema: Neue Auktionsfirma: Classicphil Auktion Wien ist klar belegt, dass viele Lose zurückgezogen wurden.

https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=12688

Ich halte es für wichtig dass Sammler auf Fälschungen in ihrem Spezialgebiet aufmerksam machen. Auktionshäuser haben es meiner Meinung nach nicht gerne, wenn es öffentlich gemacht wird, dass sie Fälschungen anbieten. Immerhin ist dies negative Werbung, besonders wenn dies zu oft passiert.

Durch das Aufzeigen hier im Forum habe ich erreicht dass sie zurückgezogen wurden und ich erhoffe auch dass die Auktionshäuser in meinem Sammelgebiet vorsichtiger werden und die Lose genauer betrachten um negative Werbung zu vermeiden. Davon kann mein Sammelgebiet nur profitieren.

Positive und negative Erfahrungen habe ich bereits gemacht wenn ich Auktionshäuser angeschrieben habe um auf Fälschungen aufmerksam zu machen. Diese Antwort habe ich z.B. 2015 vom Bielefelder Auktionshaus erhalten, nachdem ich auf mehrere Fälschungen in einem Los hingewiesen habe:

wenn für Sie sowieso vieles falsch ist, dann verzichten Sie lieber auf ein Gebot!!! Bei Untergeboten sind nur 10 % möglich.

Liebe Grüße
Marc
 
umdhlebe Am: 12.08.2019 11:20:11 Gelesen: 688# 10 @  
@ marc123 [#9]

Auktionshäuser haben es meiner Meinung nach nicht gerne, wenn es öffentlich gemacht wird, dass sie Fälschungen anbieten. Immerhin ist dies negative Werbung, besonders wenn dies zu oft passiert.

Mit Verlaub, wenn Auktionshäuser fragwürdiges Material verkaufen, dann sind die Käufer die Opfer, und nicht die Auktionshäuser. Der Rufschädigung könnten sie einfach dadurch entgehen, dass sie eine Aufnahme von Material in Auktionskataloge solange vermeiden, bis die Echtheit intensiv geprüft wurde.

Irrtümer sind nie auszuschließen, aber wie ich bereits ausgeführt habe: Die hier im Forum diskutierten Fälschungen haben ja nicht etwa Verbandsprüfer anhand vorliegender Marken und umfangreichen Vergleichmaterials sowie technischer Hilfsmittel identifiziert, sondern gewöhnliche philaseiten-Mitglieder bei bloßer Durchsicht der Kataloge. Das waren keine "Wunderdinge", sondern philatelistische Routine.

Die Durchsicht der entsprechenden Themen-Threads hier im Forum zeigt, dass nur eine Minderheit der angezweifelten Lose zurückgezogen wurde.

@ Heinz [#8]

Die positive Erwähnung von Palmer/Cavendish ist eine verdiente Auszeichnung des Unternehmens (an anderer Stelle wurde auch Veuskens positiv herorgehoben), und genau das tut dann ja seine Wikrung, weil man aufgrund dieser Hinweise weiß, dass es sich hier um vertrauenswürdige Auktionshäuser handelt. Ich persönlich zahle lieber einen höheren Preis bei solch vertrauenswürdigen Auktionshäusern als bitteres Lehrgeld für (Ver)Fälschungen (was mir auch schon passiert ist).

umdhlebe
 
Martin de Matin Am: 12.08.2019 19:30:59 Gelesen: 569# 11 @  
@ umdhlebe [#10]

Zu deinem letzten Abschnitt sage ich keinen Kommentar, sondern ich zeige nur ein paar Bilder die ich auf die schnelle am Monitor abfotografiert habe (deswegen auch leichte Verzerrungen der Bilder).

Veukensauktion vom 26.8.2019 auf Philasearch
Los 495 : kurze Zusammenfassung der Losbeschreibung
Württemberg 35a breitrandig geschnitten Pracht M 160 Euro Ausruf: Gebot



Zitat aus dem Michelspezialkatalog: Die Bewertungen gelten für Stücke mit einwandfreien Durchstich.

Über breitrandig kann man sich streiten, aber eine Marke die es nur durchstochen gibt, und deren Durchstich grösstenteils abgeschnitten wurde und so beschrieben wurde sage ich nur na ja.

Aber es geht ja noch weiter:

Los 20 : Japan 5, 6(2), 7

1/2S braun, 1 S blau(2) und 2 S zinober gezähnt 1872 in etwas unterschiedlicher Erhaltung, jeweils mit Bleistift-Altsignaturen. Bitte ansehen. Ausruf 225 Euro.



Unter dem Thema: Japan Marken bestimmen wird unter Nr. 121 ein wunderbarer Link gezeigt, mit dem man die echten von den falschen Marken aus der Klassizeit von Japan unterscheiden kann.

Speratifälschungen werden hoch gehandelt aber nicht diese Stücke.

Meine Antwort auf das Los: Bitte ansehen

Wer Lust hat kann sich auch das Los 22 (Japan 134/5) Flugzeugaufdrucke ansehen und vergleichen. Ohne Signaturen, Luxus, Auruf 315 Euro

Vielleicht habe ich mich ja vertan, und brauche eine neue Brille; dann bitte ich um Entschuldigung

Gruss
Martin
 
ligneN Am: 12.08.2019 23:29:51 Gelesen: 507# 12 @  
@ Martin de Matin [#11]

Los 20 Ganzfälschungen.

Los 22 miese Aufdruckfälschung, Los 21 (Aufdrucke echt) bietet da eine Vergleichsmöglichkeit.

Bei vielen Auktionen will man die Einlieferer "nicht mit Zusatzkosten verärgern", daher läßt man den "Kostenfaktor" Prüfungen: weg. Nicht nur am Lande, sondern auch etablierte Firmen beispielsweise in Oberkirch, Mühlheim/Ruhr oder Hamburg pflegen anscheinend diese Praxis.
 
Richard Am: 16.08.2019 09:44:34 Gelesen: 277# 13 @  
@ marc123 [#9]

Es ist Standard auf den Philaseiten, kritische Beiträge über Händler oder Autionsfirmen umgehend an diese zur Stellungnahme weiterzuleiten.

Auf unsere Mail vom 11.8. an die Firma Bielefelder Auktion erhielten wir die Antwort von Hubert Stelzer am 12.8. und die Erlaubnis zur Veröffentlichung am 14.8.:

---

Sehr geehrter Herr Ebert,

vielen Dank für Ihre Mail. Da ich nicht zu den Lesern der Philaseiten gehöre, möchte ich Ihnen für diese Mitteilung danken.

Da es sich um eine negative Mitteilung aus dem Jahr 2015 handelt, kann ich dazu leider keine genaue Erklärung abgeben. Es wäre schon hilfreich, wenn ich wüsste, um welches Los bzw. Auktions-Nr. es sich handelt.

Grundsätzlich haben wir bei unseren Einzellosen einen sehr hohen Qualitätsanspruch.

Alle teueren und besonders fälschungsgefährdete Marken werden nur geprüft bzw. mit Fotobefund oder Fotoattest angeboten!

Wenn Sammlungen und Gelegenheiten fragliche Stücke enthalten, dann weisen wir darauf hin. Solche Stücke werden von uns auch nicht bewertet!

Bei der gerade abgeschlossenen 85. Auktion gab es keine einzige Reklamation!

Sollte trotzdem mal ein Los reklamiert werden, aus welchen Gründen auch immer, so nehmen wir selbstverständlich das Los zurück. Das gehört zu einem seriösen Haus!

Da es sich um einen oberflächlichen und firmenschädigenden Artikel handelt, behalte ich mir rechtliche Schritte gegen "Marc123" vor.

Mit freundlichen Grüßen

Hubert Stelzer - Bielefelder Auktion

---

Dass es bei einer Auktion keine einzige Reklamation gab, beweist nicht, dass alle Lose korrekt beschrieben waren, sondern vermutlich, dass die Käufer auf die Korrektheit der Beschreibungen vertraut haben, die Lose nicht weiter überprüft und Fehler nicht festgestellt haben.

Marc hat uns inzwischen mitgeteilt, dass er den Sachverhalt unserem Mitglied Lars Böttger, BDPh-Bundesstellenleiter Fälschungsbekämpfung und BPP Prüfer für Luxemburg, übergeben hat.

Von Lars kam gestern die Mitteilung, dass er die Lose - die noch immer nicht verkauft wurden und sich im aktuellen Auktionsangebot der Bielefelder Auktion befinden [1] - anhand von Scans prüfen und die Auktionsfirma anschreiben wird.

Wir werden berichten, wenn weiterführende Informationen erreichen.

Schöne Grüsse, Richard

[1] https://do.philasearch.com/de/i_9382_30026/4210_Luxemburg_Sammlungen/9382-A86-1650.html?treeparent=COSUBGRP-20360&set_sprache=de&set_anbieter=9382&set_auktionnr=5171&postype=PH&breadcrumbId=1565609065.6149
 
ligneN Am: 16.08.2019 10:56:08 Gelesen: 237# 14 @  
Zum verlinkten Los der Fa. Hubert Stelzer erfährt man bei philasearch:

Los 1650 Luxemburg
Beschreibung
15.08.2019: Los zurückgezogen!

 
marc123 Am: 16.08.2019 14:21:04 Gelesen: 178# 15 @  
@ ligneN [#14]

Auch das Los 1651 wurde zurückgezogen.

Liebe Grüße
Marc



Los 1651 Luxemburg - Beschreibung - 15.08.2019: Los zurückgezogen! -

Luxemburg 1852/1991: Vorwiegend ungebrauchte bzw. postfrische Sammlung (anfangs Gest.) in 2 Borek-Alben, über weite Strecken kpl. mit vielen besseren Werten, Sätzen und Blockausgaben, dabei Nr. 121 Klbg., 266-80, 478-83, 555-57 etc.. Mi. 10.500,-€ (* entsprechend gerechnet!)


https://do.philasearch.com/de/i_9382_30027/4210_Luxemburg_Sammlungen/9382-A86-1651.html?treeparent=COSUBGRP-20360&set_sprache=de&postype=PH&set_anbieter=9382&set_auktionnr=5171&breadcrumbId=1565958000.0945

[Beschreibungstext redaktionell hinzugefügt]
 
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