Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Föderation Nigeria
Michael Mallien Am: 24.08.2018 10:53:43 Gelesen: 2105# 1 @  
Am 1.10.1960 wurde die britische Kolonie Nigeria als Föderation Nigeria unabhängig. Sie bestand in der Form genau 3 Jahre, bis am 1.10.1963 die Bundesrepublik Nigeria ausgerufen wurde. Für die Zeit als Föderation sind im Michel-Afrikakatalog 53 Marken (MiNrn. 88-140) und 2 Blocks verzeichnet.

Die erste Ausgabe Unabhängigkeitserklärung besteht aus 4 Werten (88-91) und erschien direkt am 1.10.1960. Sie trägt als einzige Ausgabe die Landesbezeichnung FEDERATION OF NIGERIA. Das Bild entstammt dem Michelkatalog Westafrika von 2014.



Alle nachfolgenden Ausgaben tragen die Landesbezeichnung NIGERIA.

Es folgte am 1.1.1961 die Freimarkenserie Landesmotive, bestehend aus insgesamt 13 Werten (92-104), sowie am 25.7.1961 die Ausgabe Zulassung zum Weltpostverein (UPU), bestehend aus 4 Werten (105-108). Diese drei Ausgaben erscheinen mir besonders erwähnenswert, weil sie Meilensteine der Postgeschichte des Landes markieren.

Ich habe dieses Thema eröffnet, weil mir ein Briefeposten in die Hände gefallen ist. Es handelt sich dabei um die Korrespondenz der nigerianischen Firma The Lagos Timber Co. Ltd. aus Yaba, heute ein Stadtteil von Lagos. Die Firma scheint auch heute noch zu bestehen. Zumindest findet sie sich in einigen Firmenverzeichnissen, ohne dass dort genaueres zum heutigen Geschäftsumfeld des Unternehmens zu erfahren ist.

Der Posten besteht aus 11 Belegen, die zwar nicht zu den schönsten gehören, aber, wie ich finde, einen kleinen postgeschichtlichen Schatz darstellen, den ich gerne vorstellen möchte.

Ich beginne mit einem Brief an die Barclays Bank in London, England vom 10.1.1961. Die Freimachung zu 15 Pence (1‘3 Shilling) erfolgte mit 5 Exemplaren der 3-Pence-Marke der Ausgabe Unabhängigkeitserklärung (MiNr. 89). Leider sind die Marken auf der Briefvorderseite ungestempelt geblieben, aber die rückseitig aufgebrachte Marke zeigt einen schönen Vollstempel
YABA / 11 AM / 10 JA / 61 / NIGERIA



Die erste Marke dieses Sammelgebiets (MiNr. 88) befindet sich auf diesem Einschreiben, welches nur einen Tag später, nämlich am 11.1.1961 an den selben Adressaten ging. Es ist mit insgesamt 21 Pence (1‘9 Shilling) frankiert, woraus ich schließe, dass die Einschreibegebühr 6 Pence betrug.

Die Frankatur auf der Vorderseite erfolgte mit Marken aus der Freimarkenserie Landesmotive. Neben dem REGISTERED-Stempel YABA ist rückseitig auch ein REGISTERED-Stempel LAGOS vom selben Tag abgeschlagen.



Bei diesen, wie auch bei vielen der anderen Belege gefällt mir die akribische Prozesskontrolle mit Signaturen der Bearbeiter des jeweiligen Beleges
Envelope typed by:-
Stamps affixed by:-
Registered by:- bzw. Posted by:-

Aus dem Januar 1961 kann ich ein weiteres Paar (Brief + Einschreiben) zeigen mit einer anderen Destination, nämlich den Bahamas.

Brief vom 30.1.1961 nach Mackey Street (Nassau), Bahamas, frei gemacht mit 16 Pence (1‘4 Shilling). Zur Frankatur wurde u.a. ein Viererblock der 2-Pence-Marke der Freimarkenserie verwendet und dieser auch sehr schön gestempelt. Der Brief erreichte sein Ziel am 3. Februar 1961, wie aus dem sehr schönen Stempel MACKEYSTREET / -3FEB61 / BAHAMAS ersichtlich ist.



Einschreiben vom 24.1.1961 an die Barclays Bank in Nassau, Bahamas, frei gemacht mit 22 Pence (1’10 Shilling). Auch hier ist das Einschreiben um genau 6 Pence teurer als der einfache Brief. Ein weiterer Hinweis auf die Höhe der Einschreibegebühr.



Die Rückseite ist gespickt mit Stempeln, welche den Weg des Beleges dokumentieren:

REGISTERED / 24 JA 61 / YABA NIGERIA (3x)
REGISTERED / 24 JA 61 / LAGOS … NIGERIA (1x), wobei das Datum mehr zu erahnen ist
… / LONDON E. C. / 27 JA 61 / 51 (1x) schwacher Stempel in roter Farbe
REGISTERED NASSAU / 31JAN61 / BAHAMAS (2x)

Offensichtlich wurden Einschreiben aus Nigeria über London auf die Bahamas transportiert. Das Porto für die Destination Bahamas war um einen Penny höher als für die Destination England.

Die letzte Aussage lässt sich allerdings nicht erhärten, denn alle späteren einfachen Briefe aus Nigeria auf die Bahamas sind mit 15 Pence oder 1‘3 Shilling frankiert. Hier sind vier weitere dieser Briefe aus der Zeit vom 24.2. bis zum 3.5.1961:









Zwei Einschreiben aus dem April 1961 tragen höhere Frankaturen:

Einschreiben vom 14.4.1961 nach Mackey Street (Nassau), Bahamas, frankiert mit 21 Pence (1‘9 Shilling). Rückseitig ist anhand der Stempel sehr klar der Weg über London dokumentiert. Offen ist für mich die Bedeutung der eingekreisten Zahlen 1845 und 174 auf der Vorderseite, sowie die zusätzlichen Vermerke .060 und 3 (ebenfalls eingekreist) auf der Rückseite.



Einschreiben vom 19.4.1961 nach Mackey Street (Nassau), Bahamas, frankiert mit 2 Shilling. Auch hier finden sich vorne eingekreiste Zahlen 2330 und 196 sowie rückseitig eine 14, deren Bedeutung mir unbekannt sind.



Warum dieses Einschreiben nun mit 2 Shilling frankiert ist, kann gut und gerne praktische Gründe gehabt haben. Vielleicht waren die kleinen Werte gerade aus?!

Ich freue mich auf euer Beiträge zu diesem kleinen Sammelgebiet, möglicherweise mit weiteren postgeschichtlichen Hinweisen.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 25.05.2019 16:48:50 Gelesen: 1823# 2 @  
Ich freue mich wieder einen Beleg aus diesem kleinen Sammelgebiet präsentieren zu können. Der Brief vom 11.7.1961 trägt einen Stempel aus YABA, der Absender kommt aus Lagos (s. Rückseite). Der Brief ging nach Downsview, Ontario, Kanada. Die Buntfrankatur mit Marken der ersten Dauerserie Landesmotive beläuft sich auf 1'9 Shilling bzw. 21 Pence.



Mit einem Philaseitenfreund sprach ich neulich über die Seltenheit innerafrikanischer Belege. In dem Zusammenhang wies er mich darauf hin, dass Briefe aus Afrika mit afrikanisch klingenden Namen der Versender ebenfalls nicht häufig seien. Ich habe das noch nicht verifiziert, aber mir fiel bei diesem Brief aus Nigeria gleich der Name des Versenders "Bandele A. Alolagbe" auf, der sehr afrikanisch klingt. :)

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 17.06.2019 19:43:28 Gelesen: 1749# 3 @  
Heute kann ich eine weitere Destination belegen und zwar ein Einschreiben vom 5.6.1961 aus Lagos in die USA. Die Frankatur zu insgesamt 27 Pence bzw. 2'3 Shilling belegt einmal mehr die Einschreibegebühr in Höhe von 6 Pence, da sich der Beleg sehr gut mit dem in Beitrag [#2] gezeigten Brief nach Kanada vergleichen lässt.

Die postalische Behandlung in den USA ist durch die beiden Stempel aus Chicago vom 8. und 9.6.1961 dokumentiert.



Der einzige Wehmutstropfen ist die nicht so pflegliche Behandlung des Umschlags nach dessen Ankunft. Er hat mehrere Löcher, was vermuten lässt, dass er eine Weile durchstochen an einem Pinbrett hing. Hinzu kommt noch etwas "Malerei" mit einem roten Kugelschreiber auf der Rückseite. Stempel und Marken sind zum Glück nicht betroffen.

Viele Grüße
Michael
 
Baber Am: 18.06.2019 11:32:16 Gelesen: 1716# 4 @  
Der Unabhängigkeitssatz auf Ersttagsbrief.



Luftpostbrief von 1961 mit Michel 99 mit dem Werbestempel: "Melde Dein Radio an".



Gruß
Bernd
 
Michael Mallien Am: 02.07.2019 20:45:36 Gelesen: 1650# 5 @  
@ Baber [#4]

Hallo Bernd,

ich freue mich über Deine Beteiligung an diesem Thema. Offenbar gibt es kaum Sammler in unserem Kreis, die dieses kleine Sammelgebiet pflegen. Ich zeige zwar meist nur Belege, weil ich eben diese sammle, doch kann hier sehr gerne auch anderes philatelistisches Material zur Föderation vorgestellt werden.

Heute freue ich mich über einen, wie ich finde, ausgesprochen schönen Beleg, mit wieder einer neuen Destination. Der Brief ging am 6.7.1961 von der Provinzhauptstadt Jos in Zentralnigeria nach Debrecen, Ungarn. Die Freimachung summiert sich auf das wohlbekannte Porto nach Europa in Höhe von 1'3 Shilling bzw. 15 Pence. Bei diesem Brief kamen auch Marken aus der Kolonialzeit zur Verwendung, nämlich zwei Exemplare zu 1 1/2 Pence der MiNr. 73 aus dem Jahr 1953.



Besonders gefallen mir auch die 5 sehr schönen Stempelabschläge JOS / 9.30AM / 6 JU / 61

Auf dem Brief befindet sich außerdem ein Blaustiftvermerk, bestehend aus einem Linkspfeil und einer "1". Weiß vielleicht jemand mehr über dessen Bedeutung?



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 12.07.2019 12:43:38 Gelesen: 1600# 6 @  
Heute freue ich mich über eine neue Destination eines Briefes aus Maiduguri vom 5.4.1961. Der Brief ging nach Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik. Wieder eine Buntfrankatur mit Werten der Freimarkenserie Landesmotive. Bedarfspost aus der Föderation ist sehr häufig mit diesen Marken frankiert.

Die Frankatur beträgt 1 Shilling, 9 Pence. Das ist mehr als für Briefe nach Europa.



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 08.03.2020 18:40:43 Gelesen: 1137# 7 @  
Ein einfacher Brief vom 26.5.1962 aus Lagos in die Schweiz ist mein neuestes Stück in diesem kleinen Sammelgebiet. Die Freimachung beträgt 1'3 Shilling.



Ein Goodie ist die Vignette mit dem Peugeot 404 auf der Rückseite.



Viele Grüße
Michael
 
Fips002 Am: 30.03.2020 20:42:02 Gelesen: 1039# 8 @  
Brief von einem Besatzungsmitglied des MS "Rosenort" von Port Harcourt, 19.9.1963, nach Haldensleben, Gebühr ! Shilling 3 Pence.

Port Harcourt ist die Hauptstadt und größte Stadt des Rivers State in Nigeria und liegt am Bonny River.



Dieter
 
Michael Mallien Am: 30.03.2020 21:54:45 Gelesen: 1027# 9 @  
@ Fips002 [#8]

Hallo Dieter,

das ist ein sehr schöner Beleg! Danke fürs Zeigen.

Er würde noch besser in das Thema Föderation Nigeria [1] passen.

Die Föderation bestand vom 1.10.1960 bis zum 1.10.1963. Dein Beleg ist frankiert mit der MiNr. 135 der Ausgabe Erforschung des Weltalls vom 21.6.1963. Belege mit den späten Ausgaben der Föderation aus der Zeit der Föderation sind nicht häufig.

Viele Grüße
Michael

[Beitrag [#8] und [#9] redaktionell aus dem Thema "Nigeria: Echt gelaufene Belege" in das beschriebene Thema kopiert.]
 
Fips002 Am: 31.03.2020 18:08:53 Gelesen: 995# 10 @  
Luftpostbrief von Apapa 03. September 1963 nach Köthen.

Der Brief wurde von einem Besatzungsmitglied des MS "Rosenort" geschrieben. Von Apapa/Lagos lief die Rosenort nach Port Harcourt.



Dieter
 
Michael Mallien Am: 07.05.2020 20:46:19 Gelesen: 848# 11 @  
@ Fips002 [#10]

Bezogen auf die Frankatur kann ich ein Geschwisterchen Deines Beleges zeigen. Neben der häufig verwendeten 3-Pence-Marke aus der Freimarkenserie Landesmotive fällt die dreieckige Marke zu einem Shilling auf. Die Marke mit der MiNr. 137 erschien am 1.8.1963 und konnte in der Föderation nur zwei Monate verwendet werden.

Mein Brief aus Port Harcourt vom 30.8.1963 ging nach Bergen in Norwegen.



Als Brief zwischen Banken gehe ich von reinem Bedarf ohne philatelistischen Einfluss aus.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 21.05.2020 11:07:12 Gelesen: 772# 12 @  
@ Michael Mallien [#11]

Aus der Korrespondenz der Bank of West Afrika mit der Fiskernes Bank in Norwegen kann ich einen weiteren Beleg zeigen. Dieser Brief vom 1.8.1963 kam nun allerdings von der Filiale in Calabar, einer Hafenstadt östlich von Port Harcourt.



Der Brief ist ebenfalls mit 1'3 Shilling frankiert. Rückseitig befindet sich ein Aufkleber (Verschluss) der Bank of West Afrika.



Was mir an dem Beleg besonders gefällt ist das waagerechte Paar der 6-Pence-Marke (MiNr. 134) mit dem perfekten Vollstempel. Ich kann mich kaum erinnern einmal einen Stempel in dieser Qualität auf einem Bedarfsbeleg aus Afrika gesehen zu haben.



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 08.09.2020 21:11:48 Gelesen: 313# 13 @  
Von der Ausgabe vom 1.8.1963 zum Weltpfadfindertreffen in Marathon, Griechenland wurde in Beitrag [#11] berichtet. Die dreieckigen Marken sind sehr auffällig und konnten nur kurze Zeit in der Föderation Nigeria verwendet werden. Zusammen mit den Marken erschien auch Block 1 mit einem Zusammendruck der Marken. Bedarfsbelege mit diesem Block stufe ich als selten ein.

Ich freue mich daher sehr, einen solchen Beleg vorweisen zu können. Es handelt sich um ein Einschreiben vom 12.8.1963 aus Lagos nach Santo Domingo, Dominikanische Republik. Zur Frankatur wurden die beiden Marken der Ausgabe und Block 1 verwendet.



Hier zunächst die Stempel auf der Rückseite. Links der REGISTERED-Stempel aus Lagos 18, der sich insgesamt acht mal auf dem Beleg befindet. Rechts ein Stempel CERTIFCADO vom 16.8.1963, der vermutlich aus dem Zielland, der Dominikanischen Republik stammt. Leider kann ich den unteren Teil des Stempels gar nicht entziffern.



Die Destination erfreut mich ebenfalls sehr und sie ist auch schlüssig, denn zu dem Versender Dr. Luis F. Thomen lässt sich im Internet einiges finden. Im British Medical Journal vom 16.11.1957 wird der Herr in den Medical News erwähnt. Ich zitiere:

In response, Sir HENRY DALE, O.M., observed that among those present was the Ambassador of the Dominican Republic, Dr. Luis THOMEN, who was professor of tropical medicine in Santo Domingo University.

Auch in einer früheren Quelle aus dem 1949 wird Luis Thomen schon als Botschafter der Dominikanischen Republik erwähnt. Möglicherweise war er in dieser Position 1963 in Nigeria tätig.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 16.11.2020 11:29:32 Gelesen: 83# 14 @  
Brief aus Onitsha nach Viersen, frei gemacht mit 1'3 Shilling unter Verwendung der MiNr. 107.



Brief vom 31.7.1963 aus Lagos nach München, ebenfalls frei gemacht mit 1'3 Shilling. Verwendet wurde die MiNr. 135.



Ein vergleichbarer Beleg wurde auch in Beitrag [#8] gezeigt.

Viele Grüße
Michael
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.