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Thema: Schweiz: Frankaturen mit postalischen Antiquitäten
Das Thema hat 29 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 01.02.2019 10:27:19 Gelesen: 8723# 5 @  
@ merkuria [#1]

Lieber Jacques,

ich gratuliere zur Eröffnung dieses schönen Themas. Da gibt es wahrlich viel Interessantes zu sehen!

@ briefmarkenwirbler24 [#4]

Kevin, Du hast recht. Beide Briefe wurden von der Schweizer Post falsch behandelt. Der erste Brief ist immerhin teilweise gültig frankiert (CHF 2.00), das war vermutlich schon "mehr als genug", darum wären die 60 Rappen Pro Patria/Pro Juventute gar nicht nötig gewesen (=> hätten aber nicht abgestempelt werden dürfen - es ist ein Handstempel!). Der zweite Brief war völlig ungültig frankiert und hätte zu einer Nachtaxierung führen müssen.

Es ist interessant, wie solche ungültig frankierte Post im Laufe der Jahrzehnte verarbeitet wurde! Das wäre wirklich auch eine genauere Studie wert. "Gefühlsmässig" würde ich einmal folgende Behauptung aufstellen:

Im XX. Jahrhundert (das ist nun doch schon eine Weile her) sortierte die CH-Post frankatur-ungültige Marken noch recht zuverlässig aus. Das sehen wir an Tausenden von nachtaxierten Briefen. Wenn ein Absender früher solche Marken verklebte, machte er sich sehr unbeliebt, weil der Empfänger das Strafporto zahlen musste.

In den letzten Jahren aber ist die Verarbeitungsgenauigkeit bei der Post dramatisch gefallen, zu ihrem eigenen Schaden. Heute wird Post in der Schweiz unbeanstandet transportiert, vermutlich interessiert sich kaum ein Mensch mehr um die Frage, ob eine Sendung korrekt frankiert ist. Das ist aber auch nicht weiter erstaunlich, denn heute wissen selbst Poststellenleiter ja oft kaum mehr, was eine Briefmarke ist (zugegeben, das ist jetzt etwas polemisch, und - bitte! - wirklich nicht böse gemeint/augenzwinkernd). Ein Poststellenleiter oder -angestellter ist heute ja eher Coach eines Gemischtwaren-Ladens, der Kioskartikel und Lose verkaufen muss und nebenbei noch Versicherungen abschliessen sollte und anderen Unfug mehr erledigen muss, aber das ist ein anderes Thema.

(jetzt bin ich hoffentlich nicht in ein Wespennest getreten).

Bestimmt wird der Frankaturdisziplin heute weniger Beachtung geschenkt, als früher. Dabei sind die neuen Briefsortieranlagen bestens ausgerüstet und können dank der Digitalisierung ungültige Briefmarken mehr oder weniger problemlos aussortieren. Letztlich geschieht dies aber offenbar (trotz der Möglichkeit) nur selten, und so erreichen sehr viele unzulässig frankierte Briefe heute ihren Empfänger ohne jede Beanstandung.

Früher waren selbst die Brief-Austräger philatelistisch hellwach und meldeten der Poststelle, wenn ein Brief ungültig frankiert war. Es gab viele Pöstler, die kontrollierten jeden Brief mit Adleraugen, bevor sie ihn ablieferten! Heute darf man froh sein, wenn der Brief-Austräger den Weg zum Briefkasten noch findet und die Post zuverlässig verteilen kann. Briefmarkenkenntnisse hat heute von ihnen praktisch keiner mehr, das muss wohl nüchtern so konstatiert werden.

Ich wage einmal die Behauptung, dass heute von 100 unzulässig frankierten Briefen ca. 70 unbeanstandet durchschlüpfen. 1980 lag diese Quote vielleicht bei 5 %, eher noch tiefer. Bei vielen Gemeinden lag sie praktisch bei Null!

Aber, wie gesagt, das sind keine wissenschaftlich untermauerten Zahlen, sondern nur meine persönlichen Erfahrungszahlen.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 01.02.2019 22:35:50 Gelesen: 8664# 6 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#4]

Anbei zeige ich einen Brief, der vom Absender absichtlich attraktiv gestaltet wurde:



Pro Juventute Marke (Wohltätigkeitsmarke) mit Zuschlag, von 1975, 43 Jahre alt! Sogar mit Bogenrand mit Inschrift (= Zusatzwert), daneben noch eine Marke aus der Uralt-Serie "Technik und Landschaft", von 1949(!), also 69 Jahre alt, als der Brief versandt wurde (März 2018).

Beide Marken waren 2018 voll frankaturgültig, siehe Beitrag 1 (Einführung von Jacques). Das Porto entsprach dem gültigen Tarif für B-Post (langsamer). A-Post hätte CHF 1.00 gekostet.

Viele Briefmarkenvereine frankieren ihre Post attraktiv für ihre Briefempfänger. In diesem Fall wurde der Brief an einer Poststelle aufgegeben, die noch von Hand stempelte.

Heinz
 
briefmarkenwirbler24 Am: 02.02.2019 19:05:16 Gelesen: 8605# 7 @  
@ Heinz 7 [#5]

Hallo Heinz,

ich bin diesbezüglich der gleichen Meinung wie Du, ich habe ja ebenfalls in meinem Post die These aufgestellt, dass sich die Postbeamten in der Schweiz (oder generell heutzutage) mittlerweile wohl eher weniger damit auseinandersetzen, welche Frankaturen bzw. welche Marken überhaupt noch gültig sind. Man könnte man ja im Urlaub dort mal versuchen eine Rayon zu verkleben, mal sehen, ob es dann wenigstens auffallen würde. :D

Liebe Grüße

Kevin
 
achim11-76 Am: 03.02.2019 10:14:14 Gelesen: 8558# 8 @  
Ich sehe das ganz anders. Für die Dienstleistung ist ja irgendwann mal bezahlt worden und die willkürliche Ausserkurssetzung ist eigentlich das Falsche. :)

Zu D-Markzeiten war es doch auch ein Volkssport, die ungültigen Berlin und Bundmarken zu verkleben. Die sind meistens durchgerutscht. :)
 
merkuria Am: 03.02.2019 18:24:15 Gelesen: 8517# 9 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#4]
@ achim11-76 [#8]

Dieser Thread soll keine "ertrogenen" Frankaturen zeigen, sondern Poststücke, die legal mit noch gültigen Uraltmarken der Schweiz ordnungsgemäss freigemacht wurden. Dazu zählen die Beiträge [#1], [#2], [#3] und [#6].

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 07.02.2019 19:13:25 Gelesen: 8418# 10 @  


Einfacher Inlandbrief C6, B-Post bis 250 g von Bern-Bethlehem nach Seltisberg, Aufgabe 18.-23.12.2003 mit Postgebühr 70 Rp.

Frankatur: 1x Mi Nr. 531 (10 Rp von 1949) und 1x Mi Nr. 700 (25 Rp von 1960) sowie 1x Mi Nr. 1103 (35 Rp von 1977)

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
briefmarkenwirbler24 Am: 31.03.2019 18:39:02 Gelesen: 8256# 11 @  
Hallo zusammen,

dieser Beleg wurde frankiert mit 2 x Mi.Nr. 739 (1961, aus dem Satz "Evangelisten") und Mi.Nr. 1745 (2000, "Freimarken Tourismus).

Liebe Grüße

Kevin


 
Seku Am: 11.05.2020 21:40:45 Gelesen: 7674# 12 @  
Schweiz Stempel Briefzentrum Härkingen 07.05.20 mit Marke aus 1964 (!)



Mi.-Nr. 602 - Ab Mi.-Nr. 791 sind zur Zeit alle Briefmarken in der Schweiz unbegrenzt frankaturgültig. Die hier gezeigte Mi.-Nr.602 ist und war zum Zeitpunkt ihrer Verwendung am 7.05.2020 nicht mehr gültig, hätte also von der PTT beanstandet werden müssen.

Die Absenderin schreibt nach Rückfrage dazu:

Ich habe noch relativ viele solche Briefmarken. Mein Grossvater hatte die gesammelt. Ja, in der Schweiz wären eigentlich Marken ab JG 1968 noch gültig. Es interessiert aber niemand auf der Post, habe schon X Briefe mit älteren Marken als 1968 versendet, nichts ist passiert. Schöne Tag und Grüsse K... D...

Ich wünsche einen schönen Abend

Günther
 
drmoeller_neuss Am: 11.05.2020 22:40:30 Gelesen: 7650# 13 @  
@ Seku [#12]

Die Schweizer Marken sind noch gültig, siehe hier die offizielle Liste der Schweizer Post mit allen gültigen Wertzeichen [1].

Es geht noch älter, die über 80 Jahre alten Franken-Werte sind auch noch gültig.

[1] https://www.post.ch/static/Post/PostDoc/medien/gueltige_wertzeichen.pdf
 
Seku Am: 12.05.2020 06:46:06 Gelesen: 7605# 14 @  
@ drmoeller_neuss [#13]

Guten Morgen am Niederrhein,

die Bemerkungen zur Gültigkeit der gezeigten Marke stammen von einem Mitglied (Schweizkenner) sowie dem Absender des Briefes aus Bern. Könnte es sein, dass Dein Verzeichnis der schweizer Post nicht mehr aktuell ist ? Ich sehe da eine Jahreszahl 2005.

Ich wünsche allen einen schönen Tag

Günther
 
drmoeller_neuss Am: 12.05.2020 08:54:48 Gelesen: 7590# 15 @  
@ Seku [#14]

Du kannst gerne einen Hinweis an die Schweizer Post schicken, das nach Deiner Meinung nach veraltete Dokument von ihrer Webseite zu nehmen. :)

Oder mache gleich eine Eingabe an den Nationalrat, dass dieses Verfahren zu viel Steuermittel kostet, und andere Nachbarländer auch nicht so grosszügig sind. :(

Im übrigen hat auch die "Baseler Taube" letztes Jahr die Gültigkeit der schweizer Marken bestätigt. Und mein Frankaturaufkäufer vor zwei Monaten auch. :)

Es geht ja noch weiter: Bis zu 50 Franken kannst Du alle alten gültige Marken gegen Marken aus der aktuellen Dauerserie am Postschalter in der Schweiz umtauschen, darüber hinaus geht es nur über ein Umtauschbüro der Post in Basel, die eine Gebühr von 10%, mindestens aber 25 Franken, einbehalten. Das ist natürlich praktisch für hohe Werte wie 10 oder 20 Franken.

Das führt zur Konsequenz, dass Schweizer Frankaturware zu einem anständigen Kurs angekauft wird, und die Wertstufen keine Rolle spielen.

Ich hätte auch kein Problem mit einer begrenzten Gültigkeit. Gutscheine aus dem Baumarkt und Strassenbahnfahrscheine sind auch nur drei Jahre gültig.
 
achim11-76 Am: 12.05.2020 16:00:01 Gelesen: 7538# 16 @  
Wer kann eine schweizer Marke aus den 30er Jahren aus der aktuellen Post zeigen ?
 
drmoeller_neuss Am: 12.05.2020 16:49:03 Gelesen: 7520# 17 @  
@ achim11-76 [#16]

Die hohen Frankenwerte aus dem Jahr 1938 werden auch mit Falz noch über dem Frankaturankaufspreis gehandelt. Ich hatte aber schon Briefe aus der Schweiz mit Werten der Dauerserie von 1941, von der einzelne Wertstufen nicht höher als Frankatur gehandelt werden. Sie sind der Schere zugunsten von Kiloware zum Opfer gefallen. Man kann nicht alles aufheben.

Off-topic: in USA Frankaturware hatte ich zuletzt einen Wert aus der Columbus-Serie von 1896 zu 5 Cent. Aus den USA ist Frankaturaufbrauch mit Marken aus den 30er Jahren keine Seltenheit.

Off-topic 2: Noch nach Einführung des Euros hat die französische Zentralbank auch ältere Geldscheine in Euro umgetauscht. Über eine Bekannte im Saarland hatte ich das genutzt und auch die vorherigen Serien wurden noch anstandslos eingelöst, wenn sie in den Listen der Zentralbank abgebildet waren.

Der älteste umtauschfähige Geldschein war ein 5-Franc Schein kurz nach der französischen Revolution (1789), für den es beim Umtausch etwa 0.8 Eurocent gab (100 alte Franc = 15 Eurocent). Freundlicherweise hatte die Zentralbank aber an dieser Stelle den Hinweis angebracht, dass Händler womöglich mehr als 0.8 Eurocent geben. :)
 
Christoph 1 Am: 12.05.2020 18:04:23 Gelesen: 7504# 18 @  
@ Seku [#12]
@ drmoeller_neuss [#15]
@ achim11-76 [#16]

ich verweise zu dieser Frage auf ein bereits bestehendes Thema der philaseiten:

[in welches verschoben wurde]

Dorthin könnten m.E. auch die Beiträge ab [#12] verschoben werden.

Viele Grüße
Christoph

[Beiträge [#12] bis [#18] redaktionell verschoben ais dem Thema "Kuriose Briefe, Postkarten und Frankaturen"]
 
drmoeller_neuss Am: 12.05.2020 18:42:56 Gelesen: 7475# 19 @  
An dieser Stelle sei auch der Kommentar angebracht, dass die Schweizer Dauerserien selbst zu den Langläufern gehören.

Besagte und noch gültige 10-Franken-Marke von 1938 findet sich noch auf Paketkarten aus den 60er Jahren, und die spätere 20-Franken-Marke Evangelisten gab es bei der Post auch fast 40 Jahre lang zu kaufen.

Man muss der Schweizer Post zu Gute halten, hier nicht die Philatelisten abgeschröpft zu haben, im Gegensatz zu anderen Ländern. Im Gegenteil, der kleinste Wert aus der Evangelisten-Serie zu drei Franken wurde irgendwann nicht mehr aufgelegt, mit der Begründung, dass man das Papier für den Nachdruck der 20-Franken-Marke möglichst lang aufsparen wollte.

Gegen die Schliessung der Schweizer Wertzeichendruckerei in den "Nullerjahren" war aber auch kein Kraut gewachsen.
 
Seku Am: 12.05.2020 20:05:23 Gelesen: 7454# 20 @  
@ [#12]

Sorry, die Mi.-Nr. der Marke war ein Tippfehler. Es ist richtig die Mi.-Nr. 802.

Habt alle einen schönen Abend

Günther
 
Heinz 7 Am: 26.06.2020 16:51:55 Gelesen: 7234# 21 @  
Vor 53 Jahren kostete ein gewöhnlicher Inland Brief in der Schweiz 10 Rappen. Ab 1.11.1967 verteuerte sich der Tarif auf 20 Rappen.

Vor 53 Jahren gab die Schweizer Post eine Serie Sondermarken "Pro Patria" heraus. Sie bestand aus 4 Werten: 10, 20, 30 und 50 Rappen. Die Marken wurden in sehr grossen Auflagen gedruckt und von unzähligen Menschen gekauft: zu Sammelzwecken und natürlich auch zum Frankieren! Damals gab es noch keine emails und SMS! Selbst der höchste Wert der Serie hatte damals eine Auflage von über 5,7 Millionen Stück!

Eine 50 Rappen-Marke der Serie "Pro Patria 1967" (Michel Nr. 857) als zeitgemässe Briefverwendung findet man heute trotzdem nicht ohne Weiteres.

2020, also 53 Jahre nach der Verausgabung der Briefmarke, erhalte ich nun diese Massensendung eines Philatelie-Hauses. Der Sondertarif (nur 50 Rappen; ein Normalbrief kostet heute 85 Rappen, A-Post sogar 1 Franken) macht es möglich, dass diese Marke nun als portogerechte Einzelfrankatur ankommt.



Da die Marke zufällig auch "richtig" aufgeklebt wurde, damit sie vom Maschinenstempel sauber getroffen wurde und daraus fast ein Vollstempel resultiert, freut jeden Philatelisten. Dies umso mehr, als der Brief nahezu makellos bei mir eintraf.

Eine Sammlung von schönen Bedarfsbriefen aufzubauen, darauf freue ich mich schon im Voraus. "Arbeit" für die nächsten 30 Jahre ist gesichert.

Heinz
 
merkuria Am: 05.02.2021 13:08:23 Gelesen: 5964# 22 @  
Es gibt sie noch – aber ganz ganz selten: sauber entwertete und beim Transport nicht beschädigte Briefbelege der Schweizer Post! Hier ein Exemplar aus der heutigen Tagespost:



Einschreibebrief 9 g von 4460 Gelterkinden nach 4411 Seltisberg (beides Kanton Baselland), Aufgabe 4. Februar 2021

Frankatur CHF 5.30 in Briefmarken + CHF 1.00 im Einschreibe-Label = CHF 6.30

Frankatur mit 2x Mi Nr. 968 (1972), 2x 986 (1972) und 1x 1098 (1977)

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Heinz 7 Am: 13.02.2021 13:00:52 Gelesen: 5776# 23 @  
@ merkuria [#22]

Das altehrwürdige Briefmarken-Haus Zumstein hat auch eine nicht regelkonforme Frankatur verwendet.



Die 80 Rappen Pro Patria Marke von 1982 (= Michel 1226) ist okay, diese ist unbeschränkt frankaturgültig. Aber die Pro Juventute Marke 5 (+5) Rappen von 1948 (! - Michel Nr. 514) war nur gültig bis zum 31. Mai 1949. Also ist diese Marke seit mehr als 70 Jahren nicht mehr gültig.

Früher wäre eine solche Frankatur gnadenlos austaxiert worden, aber heute sind die Postdienste mit Anderem beschäftigt.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 19.06.2021 14:39:28 Gelesen: 4692# 24 @  
@ merkuria [#1]

Ich freute mich, als ich diese Post erhielt.

Die Frankatur besteht aus Schweiz 1941 - Zumstein Nr. 246 (Michel Nr. 380). Beim Eintreffen des Briefes war die Marke fast 80 Jahre alt!



Die Marken dieser Ausgabe "Historische Bilder" sind unbeschränkt frankaturgültig.

Sonnige Grüsse

Heinz
 
Bendix Gruenlich Am: 29.11.2021 10:47:42 Gelesen: 3631# 25 @  
In einem kleinen Nachlass fand ich folgenden bemerkenswerten Belegausschnitt.



Zuschlagsmarken aus den 1990ern, Freimarken aus den 1980ern und einen schönen Viererblock Heerführer aus dem Jahr 1941, verwendet 72 Jahre nach Erstausgabe (erhaben: prächtiger Stichtiefdruck auf gefärbten Papier).

Gut handgestempelt in Schaffhausen anno 2013, Einschreiben von der Schweiz nach Deutschland für fürstliche CHF 10,90.

1 Franken 1941 dürfte fünf Inlandsbriefen in der Schweiz entsprochen haben (die würden heute CHF 4,25 -B Post / CHF 5,00 A-Post kosten) – das waren also keine Kleinstwerte.

Höre ich da Kritik, dass sei ja gar keine zeitgerechte Verwendung?

Also, ich finde das nur gerecht, dass man für die gezahlte Leistung, dann auch mal die Gegenleistung (Verwendung) einfordern darf. Und Gerechtigkeit sollte ja allzeit am Platze sein. Schön, das so etwas möglich ist!

Bitte nicht mit vergleichbaren deutschen Briefmarken nachmachen! Denen ist leider spätestens 2002 die Puste ausgegangen („Superdeutschland“ macht mal wieder schlapp - würde ich übrigens sofort zurückdrehen, wenn ich König von Deutschland wär).

Und wenn Ihr heute die Freimarkenserie 1941 aufkleben würdet, könnte es auch ins Gefängnis gehen (zum Portobetrug käme noch die Verbreitung verfassungsfeindlicher Symbole / Inhalte hinzu - ob es in der Kombination dann noch Bewährung geben würde?).
 
Bendix Gruenlich Am: 12.12.2021 20:49:42 Gelesen: 3391# 26 @  
Dann fiel mir noch im Rahmen in einer großzügigen Zuwendung (das freut einen doch, dass da an einen gedacht wird) von ca. sechshundert frankierten Bedarfseingängen aus drei Haushalten in der Schweiz der letzten Jahre das folgende auf:

Wir haben ja schon festgestellt, dass Spätverwendungen in der Schweiz vorkommen können. Sie sind gemäß meiner Stichprobe auch häufig (ca. 4% im Posteingang dieser drei Haushalte, keine Briefmarkensammler), und zwar auch verwendet zu gewerblichen Zwecken (Prospekt- und Rechnungsversand durch Handwerker, Hotellerie etc.).

Dabei klebten die Marken gewerblicher Absender auf Selbstklebeetiketten. Die Etiketten wurden dann auf die Briefe geklebt.

Das war doch ein Hinweis auf eine organisierten / gewerbliche Aktivität. Ich bin der Sache nachgegangen (online-Recherche) und habe zwei Adressen gefunden, u.a. http://www.frankaturshop.ch.

Ergebnis: In der Schweiz werden vorsortierte Bestände gummierter Marken zu ca. 70% der Nominale angekauft.

Der Aufkäufer konfektioniert diese weiter und zwar auf die gewünschte Wertstufe (z.B. wie hier gezeigt Schweizer B-Post Inland) und versammelt die dazu nötigen Marken auf einer Klebeetikette. Die kann der Käufer dann wie eine selbstklebende Marke einfach auf den Brief draufkleben.



Die Etiketten gibt es auch für den Paketversand (davon können wir in Deutschland natürlich nur träumen, weil die Deutsche Post durch die künstliche Trennung der Deutsche Post AG vom Paketdienst, der von deren 100%-Tochter DHL wahrgenommen wird, die Verwendung von Briefmarken natürlich ausschließt. Ärgerlich).

Für die Marken muss der Käufer 92% der Nominale zahlen. Die Angaben sind Stand November 2021.
 
Heinz 7 Am: 26.05.2022 11:44:28 Gelesen: 1997# 27 @  
@ Bendix Gruenlich [#25]

Das ist eine schöne Verwendung (Michel 382). Schade, dass es nur noch ein Briefausschnitt ist, und kein ganzer Brief mehr.

Ich habe mich gefreut, als ich die unten gezeigte Post erhielt. Das liegt zwar in erster Linie am Inhalt des Briefes. Aber ich zeige hier nun den Umschlag.



Die drei Zehnermarken, Michel Nrn. 531, wurden 1949 herausgegeben, also vor 73 Jahren.

Es ist die Marke, die meines Wissens die grösste Auflage hatte aller Schweizer Briefmarken. Ihre Auflage betrug angeblich astronomische 2'209'363'000 Stück (circa). Das war bei der damaligen Bevölkerung eine Auflage von mehr als 500 Stück pro Einwohner.

Heinz
 
merkuria Am: 24.01.2023 12:30:14 Gelesen: 172# 28 @  
Und sie (10 Franken-Marke) werden doch noch auf Paketen gebraucht, wenn auch äusserst selten!

Aus der heutigen Tagespost:



Inland-Einschreibepaket bis 2 Kg mit Zustellung am nächsten Werktag nach der Aufgabe. Zustellporto = 9 Franken, Einschreiben mit Haftung bis 1.500 Franken = 2 Franken, ergibt 11 Franken.

Aufgabe Rothenburg/Luzern am Freitag 20.1.2023 um 17.53 Uhr. Auslieferung am Dienstag 24.1.2023 um 11.30 Uhr. Obwohl das Paket mit einem Porto-Zuschlag von 2 Franken für eine Zustellung am nächsten Werktag (Montag 23.1.) versehen war, wurde es erst am übernächsten Werktag zugestellt. Dies entspricht der Normalzustellzeit ohne Aufschlag von 2 Franken!



Das Paket wurde auf einer Unterlage vorfrankiert, bei der Aufgabe am Postschalter entwertet und die gestempelte Unterlage in die Schutzhülle eingefügt.

Frankatur: 1x Mi Nr. 740 (10 Franken von 1961) und 1x Mi Nr. 1600 (1 Franken von 2016)

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
drmoeller_neuss Am: 24.01.2023 12:54:21 Gelesen: 165# 29 @  
@ merkuria [#28]

Es wäre natürlich interessant, ob die 10-Franken-Marke heute noch am Schalter in Rothenburg/Luzern erhältlich ist.

Zur Ehrenrettung der schweizer Post ist zu sagen, dass die hohen Werte der Evangelisten konsequent nachgedruckt wurden und selbst in den 90er Jahren noch am Schalter erhältlich waren. Trotz der langen Laufzeit wurde nur eine Papiersorte verwendet.

Die Post war damals so anständig, und hat auf den Nachdruck des kleinsten Wertes der Serie zu 3 Franken verzichtet, damit noch genügend Papier für die anderen hohen Wertstufen zur Verfügung stand und die Sammler von einer Neuauflage auf anderem Papier verschont blieben.
 

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