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Thema: Altdeutschland Thurn und Taxis Vorphila Belege
Mondorff Am: 27.08.2018 10:33:40 Gelesen: 2284# 1 @  
Thurn und Taxis gefällig?



Mit 8 (Decimen = 24 Kreuzer) austaxierter Faltbrief der 3. Gewichtsstufe vom 14. Dezember 1807 mit schwarzem Rayonstempel R.1 FRANCFORT nach Wiltz in Luxemburg.

Die Taxis-Post besorgte zu dieser Zeit den Postdienst der Freien Stadt Frankfurt a. M.

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Luxemburg Eingehende Briefe"]
 
Totalo-Flauti Am: 17.10.2018 22:56:33 Gelesen: 1333# 2 @  
Liebe Sammlerfreunde,

die Post in Frankfurt a.M. wurde bis Juli 1867 von Thurn und Taxis besorgt. Erst mit dem Sieg Preussens im Deutschen Krieg 1866 und mit einer Entschädigung von 3 Mill. Thaler ging die T.u.T. Post in die preussische Post auf. Seit ca. 1730 soll es bereits einzeilige Stempel mit dem Ortsnamen im T.u.T. Postgebiet gegeben haben. Von Frankfurt a.M. kann ich vom 23.02.1806 einen Franko-Brief nach Leipzig zeigen. Es wurde der Einzeler "--.FRANCFORT." abgeschlagen. Vor dem Ortsnamen müßte noch etwas stehen. Leider ist der Stempel scheinbar nicht vollständig abgeschlagen worden.

Das aus Frankfurt notwendige Entgelt kann ich leider nicht nennen. Ich weiß nur, das die Post aus Leipzig nach Frankfurt 5 Gute Groschen kostete.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.



[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Die Poststempel von Frankfurt am Main"]
 
bayern klassisch Am: 18.10.2018 06:20:20 Gelesen: 1312# 3 @  
@ Totalo-Flauti [#2]

Hallo Totalo-Flauti,

bis 30.6.1867 gab es eine Lehenspost von TT - ab 1.7.1867 hatte Preussen dann übernommen.

Vor Frankfurt kann nur "V." für "von", oder "De" als französisches Wort stehen, weil die Postsprache damals (und heute noch) Französisch ist.

Dieser Brief hier kostete den Absender 4 Batzen = 4 Gutegroschen = 16 Kreuzer.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bignell Am: 18.10.2018 17:12:18 Gelesen: 1290# 4 @  
@ bayern klassisch [#3]

Hallo Ralph,

ich hab einen Brief mit ähnlichem vielleicht selbem Stempel R.1.FRANCFORT (Rayon 1, vermute ich mal).





ca 1800 Frankfurt - Biebrich (Wiesbaden) Bettelbrief an den Fürsten zu Nassau-Usingen

Lg, harald
 
bayern klassisch Am: 18.10.2018 17:19:42 Gelesen: 1287# 5 @  
@ bignell [#4]

Hallo Harald,

es wurde ja von 1730 gesprochen und da gab es keine Rayonierung in Deutschland, die kam erst 1802/1803. Dein Brief zeigt einen Rayon 1 Frankfurt - Stempel, also lag der Ort im nähestliegenden Bezirk zu Frankreich, das damals ja den Rhein als Grenze hatte, so dass es damals verständlich war, während wir heute uns nicht vorstellen könnten, dass Frankfurt am Main "an der Grenze zu Frankreich" liegen könnte ... sic transit gloria mundi, würde der Franzose sagen. :-)

Liebe Grüsse und danke fürs Einstellen deines sehr netten Briefes,
Ralph
 
Totalo-Flauti Am: 18.10.2018 17:47:33 Gelesen: 1281# 6 @  
@ bayern klassisch [#3]

Lieber Harald,

vielen Dank für Deine Korrekturen. Dann ist die Rötelnotiz Siegelseitig eine echte 4. Ich hatte sie eher als Bestellgeld (1/2 Groschen) aber auch nur vermutet. Das Bestellgeld im Ortszustellbereich kostete eigentlich 3 Pfennige und nicht 6 Pfennige zu der Zeit in Sachsen. Wegen der Unsicherheit bin ich auf die Rötelnotiz auch gar nicht eingegangen.

Die Jahreszahl 1730 hab übrigens ich aus dem Michel Spezial übernommen. Im Bereich T.u.T. kenne ich mich "Stempeltechnisch" gar nicht aus.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.
 
bayern klassisch Am: 18.10.2018 18:51:38 Gelesen: 1277# 7 @  
@ Totalo-Flauti [#6]

Zu Michel Notierungen bzw. Anführungen der Vormarkenzeit wäre ich sehr skeptisch; dazu benötigt man enormes Wissen, das man von den Prüfern der Altdeutschen Staaten nicht erwarten kann.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Stamps99 Am: 26.05.2019 11:34:04 Gelesen: 791# 8 @  
Hallo,

der nachfolgende Brief an Carl von Isenburg-Büdingen stammt von seinem Vetter, Friedrich Günther von Schwarzburg-Rudolstadt. Es handelt sich um einen Trauerbrief, Friedrichs Bruder Bernhard war kurz zuvor gestorben, der Trauer entsprechend wurde in schwarz gesiegelt. Sowohl Carl als auch Friedrich waren regierende Fürsten ihrer Häuser und damit m.W. in Genuss der Portofreiheit.

Kann es an einem fehlenden Portofreiheitsvermerk liegen, dass der Brief trotzdem taxiert wurde?

Kann jemand die Taxierung deuten?





Gruß Ralf
 
bayern klassisch Am: 26.05.2019 11:46:28 Gelesen: 784# 9 @  
@ Stamps99 [#8]

Hallo Ralf,

dein schöner Brief wurde mit 12 Kreuzer von der Aufgabepost taxiert - damit hatte der Absender wohl keine Portofreiheit angesprochen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Stamps99 Am: 26.05.2019 12:15:45 Gelesen: 778# 10 @  
@ bayern klassisch [#9]

Danke, beim Lesen der Zahlen bin ich immer wieder unsicher.

Der Carl wird sich geärgert haben, seit Jahren lavierte er am Rand der Pleite: Er war nach dem Sturz Napoleons auf Werbe- und Ausrüstungskosten für Regimenter zu dessen Unterstützung sitzen geblieben und hatte weit über eine Million Gulden Schulden anghäuft - und dann schickt ihm sein Vetter durch Nachlässigkeit portobelastete Briefe.

Gruß Ralf
 
bayern klassisch Am: 26.05.2019 12:20:23 Gelesen: 775# 11 @  
@ Stamps99 [#10]

Tja, erst hat man kein Glück und dann kommt noch das Pech hinzu. :-)

Liebe Grüsse,
Ralph
 
volkimal Am: 18.10.2019 08:47:44 Gelesen: 334# 12 @  
Hallo zusammen,

ein Brief aus Darmstadt an "Sr. Wohlgeboren dem Herrn Obergerichts Anwalt und Consulenten Harscher" in Mannheim:





Wenn ich mich nicht irre, gehört der Stempel von Darmstadt vom 07.04.1842 zu Thurn und Taxis. Entsprechend des Ankunftsstempels kam der Brief am nächsten Tag in Mannhein an. Wer kann etwas zu den Tax-Vermerken sagen?

Viele Grüße
Volkmar
 
bayern klassisch Am: 18.10.2019 10:49:30 Gelesen: 324# 13 @  
@ volkimal [#12]

Hallo Volkmar,

8 Kreuzer für Thurn und Taxis und 8 Kreuzer für Baden ab Grenze bis Mannheim. Dein Brief war also über 1 bis 1,5 Loth schwer (drittes Gewicht).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
volkimal Am: 18.10.2019 11:36:37 Gelesen: 316# 14 @  
@ bayern klassisch [#13]

Hallo Ralph,

danke für die schnelle Auskunft.

Viele Grüße
Volkmar
 
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