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Thema: Neues von der BDPh Strukturkommission
Das Thema hat 35 Beiträge:
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WPhV Stuttgart Am: 24.10.2018 06:18:31 Gelesen: 2835# 11 @  
Nur zur Info:

Der Vortrag

Strukturwandel im BDPh – Mythos oder Wirklichkeit ?
Ein Info-Abend zu den Arbeitsergebnissen der Strukturkommission und dem Entwurf der neuen Satzung des BDPh e.V.

von Jürgen Häsler (Mitglied der BDPh-Strukturkommission 2018, Erster Voritzender des Briefmarkensammlerclubs Villingen (Schwarzwald) e.V. und Mitglied des Württembergischen Philatelistenvereins Stuttgart 1882 e.V.)

findet am

Freitag, 26. Oktober 2018, 19.00 Uhr, Konferenzraum III, Parkrestaurant, Stadthalle Sindelfingen, Schillerstr. 23/2, 71065 Sindelfingen

wie geplant statt.
 
drmoeller_neuss Am: 27.10.2018 14:30:39 Gelesen: 2628# 12 @  
Strukturwandel im BDPh – Mythos oder Wirklichkeit?

„Meine Seele hatte es eilig“. Mit diesem brasilianischen Gedicht startete der Vortrag von Jürgen Häsler über die Ergebnisse der Strukturkommission des größten deutschen Philatelistenverbandes. Der Referent hatte es nicht eilig, und so mussten sich die Hörer in der ersten dreiviertel Stunde so allerlei interessante oder weniger interessante Anekdoten über sich ergehen lassen. Der Bogen spannte sich von Töchterchen Clarissa und ihre Strichmännchen über die Märchenfigur Rumpelstilzchen oder die Vitamin C-Synthese. Irgendwo zwischen Konrad Adenauer und Emil Behring versuchte der Referent krampfhaft einen Bezug zum BDPh herzustellen. Die Hörer waren inzwischen zum Teil eingeschlafen und bekamen andere geistigen Ergüsse aus der Vergangenheit gar nicht mehr mit, so zum leidlichen Thema „Rumpelfaktor – oder schädigt der BDPh mit seinen Direktmitgliedschaften die Ortsvereine?“ oder zu kurze Umtauschfrist der DM-Marken, was zum Tod des Sammelgebietes Bund geführt haben soll.

Kommen wir zum interessanten Teil. Häsler lies die Kuh vom Eis und berichtete aus der Strukturkommission zur Zukunft des BDPh-Verbandes. Die Erlaubnis hatte er sich vom Vorsitzenden der Kommission, Jürgen Witkowski – seines Zeichens Beisitzer im BDPh – eingeholt. Der Satzungsentwurf bleibt hingegen unter Verschluss, bis die juristische Prüfung abgeschlossen und der offizielle Artikel in der Dezember-Ausgabe der „Philatelie“ erschienen ist.

Mit von der Partie waren in der Strukturkommission Werner Müller, Vorsitzender des Landesverbandes NRW, Gerhard Weiss vom „Consilium Philatelicum“ und ehemaliger Verbandsvorsitzender NRW, Dr. Klaus-Dieter Schult vom Landesverband Berlin-Brandenburg, Jürgen Herbst als Vertreter der Direktmitglieder aus der Stadt Allendorf und zum Schluss als einsamer Kämpfer für die Ortsvereine Jürgen Häsler. Welche Struktur ist sinnvoll, um den BDPh zukunftssicher zu machen? Diese Frage sollte die Kommission mit einem neuen Konzept beantworten.

Der Kerngedanke des Vorschlages ist es, dass alle Mitglieder direkt dem BDPh angeschlossen sind. Die bisherige indirekte BDPh-Mitgliedschaft über einen Ortsverein oder eine Arbeitsgemeinschaft entfällt. Die neuen und alten Direktmitglieder wählen aus ihren Reihen 50 Delegierte als Regionalvertreter, wobei jedes Mitglied gemäß seinem Wohnsitz einem bestimmten Stimmbezirk zugeordnet ist. Insgesamt wird unsere Republik in 5 Regionen eingeteilt, und der Bundesvorstand des BDPh bestimmt einen Wahlleiter pro Region, bei dem Wahlvorschläge einzureichen sind. Antragsrecht und das Stimmrecht liegen bei den Delegierten, die auf der Hauptversammlung neben dem Vorstand einen Aufsichtsrat wählen, der aus fünf Personen besteht und als zweites Organ neben dem Bundesvorstand über die Geschicke des BDPh wacht. Die Satzung wird festlegen, welche Beschlüsse durch den Aufsichtsrat zustimmungspflichtig sind, außerdem hat der Aufsichtsrat das Recht, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen.

Der bisherige Verwaltungsrat, der aus Vertretern vom Landesverband gebildet wurde, kommt im neuen Entwurf nicht mehr vor. Briefmarkenvereine, Arbeitsgemeinschaft und Landesverbände können eine „außerordentliche beitragsfreie Mitgliedschaft als juristische Person ohne Stimmrecht“ im BDPh beantragen. Der Aufgabenkatalog des BDPh bleibt beim Alten, geht aber in Richtung mehr Dienstleistung für Ortsvereine und Sammler. Fälschungsbekämpfung oder das Thema Folienproblematik sollen wieder einen höheren Stellenwert bekommen.

Pantha rhei – alles fliesst, aber nicht schnell genug zur nächsten Hauptversammlung und Philatelistentag in Bensheim im Jahre 2019. Der Vorschlag muss nun seinen steinigen Weg durch die Instanzen nehmen. Einen Vorgeschmack gab die anschließende Diskussion. Die Ortsvereine werden flexibler und können offiziell BDPh-freie Mitgliedschaften anbieten. Für den ein oder anderen Ortsverein ergeben sich Spielräume für Beitragssenkungen, da keine Zwangsabgaben mehr anfallen. Der Heimatverein von Häsler, der „BSC Villingen“ könnte den zukünftigen Jahresbeitrag auf 2 Euro reduzieren, von den derzeitigen 25 Euro pro Jahr müssen 15 Euro an den BDPh und 8 Euro an den Landesverband abgeführt werden. Die Landesverbände müssen sich neu definieren, wollen sie nicht in die Bedeutungslosigkeit versinken. Viele andere organisatorische Fragen gilt es zu klären – bleibt zu hoffen, dass der Vorschlag den BDPh fit für die Zukunft machen kann.
 
drmoeller_neuss Am: 27.10.2018 14:36:18 Gelesen: 2624# 13 @  
Die Diskussion ist eröffnet. Der Vorschlag der Strukturkommission geht in die richtige Richtung. Es gibt nur noch eine Sorte von Mitgliedern, und jeder Bürger der Welt kann frei entscheiden, ob er Mitglied des BDPhs werden kann oder nicht. Die Ortsvereine und Arbeitsgemeinschaften können machen, was sie wollen und es gibt keine Zwangsbeiträge mehr. Soweit so gut. Das habe ich schon seit Jahren vorgeschlagen. Der BDPh löst sich aus der Umklammerung der Landesverbände, die selbstständige Vereine sind, auf die der BDPh keinen Einfluss hat.

Warum bedarf es aber des Konstruktes des Aufsichtsrates und einer Delegiertenwahl? Hat man Angst, der Flut an Direktmitgliedern nicht mehr Herr zu werden? Kommen wir wieder auf den Boden der Realitäten zurück. Der BDPh wird vielleicht zukünftig 10.000 Direktmitglieder haben, wenn es überhaupt so viele werden. Bisher gibt es etwa 3.000 Direktmitglieder, von denen eine Handvoll den Weg zur Jahreshauptversammlung finden. Hochgerechnet auf 10.000 Mitglieder werden vielleicht 100 Mitglieder persönlich anwesend sein. Nehmen wir einmal als Vergleich den Haus- und Grundstückseigentümerverein Neuss. Mit etwa 6.000 Mitgliedern ist der Verein sehr bodenständig aufgestellt und viele Mitglieder können zu Fuß zur Jahreshauptversammlung gehen. Dort gibt es außerdem noch Getränke und Schnittchen und einen interessanten Fachvortrag und der ein oder andere setzt den Besuch auch noch von der Steuer ab. Das ganze ist viel attraktiver als eine BDPh-Jahreshauptversammlung. Trotzdem reicht der Sparkassensaal in Neuss, der gute hundert Leute fasst, vollkommen aus. Stehen muss niemand. Endlose Diskussionen gibt es auch nicht. Der Vorstand wird meistens einstimmig entlastet und nach einer Stunde ist der bürokratische Teil über die Bühne.

Fazit: Das Brimborium mit einer Delegiertenwahl und einer Delegiertenkonferenz kann man sich sparen. Das Porto für eine notwendige Briefwahl zur Delegiertenkonferenz kann besser ausgegeben werden. Die Satzung könnte vorsehen, dass ein Mitglied bis zu zehn andere Mitglieder vertreten kann. Dann würde sich die Delegiertenkonferenz ohne kompliziertes Wahlverfahren von alleine bilden. BDPh-Mitglieder können in ihrem Ortsverein fragen, wer zur Jahreshauptversammlung fährt und Fahrgemeinschaften bilden oder ihr Stimmrecht delegieren. Geht also ganz einfach. Und warum brauche ich einen Aufsichtsrat? Reicht ein demokratisch gewählter Vorstand nicht auch aus? Und dann kommt der Einwand, dass eine Flut von Anträgen die Versammlung sprengen könnte. An dieser Stelle könnte die Satzung eingreifen. Mein pragmatischer Vorschlag: Die Versammlung wählt eine Antragskommission für das nächste Jahr, die alle Anträge sichtet und gleiche Anträge zusammenfasst, und den ein oder anderen Blödsinn auch einmal zurückweist.

Der Gedanke ist gut, dass auch Vereine und Arbeitsgemeinschaften direkt im BDPh Mitglied werden können, Aber warum müssen sie beitragsfrei bleiben? Viele Vereine könnten sich durchaus einen kleinen Obolus leisten. Im Übrigen kann die Satzung vorsehen, dass juristische Personen als Fördermitglieder ohne Stimmrecht bleiben.

Wir sollten den Vorschlag nicht zerreden – und hoffen, dass die großen Frösche anpassungsfähig sind und sich auch in einem trocken gelegten, aber hübsch bepflanzten Teich wohlfühlen. Die Kommission hat großartige Arbeit geleistet und man kann sie zu dem einstimmig verabschiedeten Vorschlag nur gratulieren.

Bilder vom Vortragsabend kommen am Montag, wenn mein Computer und mein Handy hoffentlich wieder miteinander sprechen.
 
WPhV Stuttgart Am: 28.10.2018 00:17:43 Gelesen: 2471# 14 @  
@ drmoeller_neuss [#12]

Vielen Dank für die Zusammenfassungen des Vortrags und der anschließenden Diskussion zum Strukturvorschlag:

Bei der Diskussion gab es jedoch auch kritische Stimmen, von denen ein paar kurz hier vorstellt werden sollen:

Unser Erster Vorsitzender Dr. Feifel bemängelte beispielsweise, dass bei Umsetzung des Strukturkonzepts der dann ehemalige Dachverband BDPh noch stärker als bisher in den Wettbewerb um natürliche Personen als Mitglieder treten würde. Natürlich würden heute die meisten Ortsvereinsmitglieder nicht auch noch zusätzlich BDPh-Mitglied werden, doch der Blick müsste sich in die Zukunft richten: So würde bei Umsetzung des Strukturkonzepts künftig der BDPh noch viel mehr neue Mitglieder werben können als die Ortsvereine, die aufgrund ihrer strukturellen Probleme (Überalterung usw.) nicht genug "sexy" wären für neue jüngere Sammler, die zwar ihr Hobby gerne organisiert ausüben möchten, sich jedoch angesichts der vielen "ungeduschten Rentner" in Ortsvereinen lieber in eine anonyme, unverbindliche, nicht reale BDPh-Einzel-/ Direktmitgliedschaft flüchten würden. Die Ortsvereine als schwächstes Glied der organisierten Philatelie, die vom Referenten als „schützenswertes Kulturgut“ bezeichnet wurden, wären ungeschützt einem Wettbewerb um neue Mitglieder ausgesetzt, den die wenigsten überleben werden würden. Bezeichnend wäre auch für die Wertschätzung der Ortsvereine seitens des BDPh auch, dass Ortsvereine, die indirekt rund 90 % der BDPh-Mitglieder stellen, nur mit einem einzigen Vertreter in die sechsköpfige Strukturkommission berufen wurden.

Auch bemängelte Dr. Feifel, dass die Strukturkommission zwar das strukturelle Kernproblem des heutigen Dachverbands BDPh -nämlich die Einzel-/ Direktmitgliedschaften von natürlichen Personen- benennen konnte, dieses aber als gottgegeben hingenommen und nicht auf den Prüfstand gestellt hätte. So würde die Strukturkommission die Meinung vertreten, dass eine Abschaffung der Einzel-/ Direktmitgliedschaften (d.h. keine Neuaufnahme von Mitgliedern und Auslaufenlassen der Altmitgliedschaften) aus juristischen Gründen nicht möglich wäre. Dies wäre jedoch eine unbewiesene Behauptung. Über den Sinn und Nutzen der Einzel-/ Direktmitgliedschaften führte er weiter aus, dass von rund 2.500 Einzel- /Direktmitgliedern nur rund 10 die Hauptversammlung ihres Vereins, d.h. die BDPh-Hauptversammlung (HV) besuchen würden, von denen wiederum einige die HV permanent als Plattform zur Behandlung ihrer eigenen Anträge betrachten und so auch den Ablauf dieser blockieren würden. Ein Ortsvereinsmitglied mit Wunsch auf Behandlung eines Antrags auf der BDPh-HV müsste die übliche Ochsentour über Ortsverein und Landesverband gehen, was mühevoll wäre. Bezeichnend wäre auch, dass sich so gut wie kein Einzel-/ Direktmitglied direkt und unmittelbar für seinen Verein, den BDPh, engagieren würde, in dem es dort z.B. ein Amt übernehmen würde. Eigentlich wären Einzel-/ Direktmitglieder gar keine „Mitglieder“ sondern nur einfache Konsumenten bzw. Abonnenten der Zeitschrift "philatelie". Auch der Hinweis, dass es am Wohnort keinen Ortsverein geben würde und man daher Einzel-/Direktmitglied werden müsste, wäre nur ein Vorwand, da der BDPh seinen Sitz in Bonn hat und damit für die meisten Einzel-/Direktmitglieder weiter entfernt als ihr nächstgelegener Ortsverein.

Als letztes bemängelte Dr. Feifel, dass anscheinend keinerlei Vergleiche mit Strukturen von anderen Verbänden gemacht worden wären, sondern dass man isoliert einen total „verkopften Vorschlag“ ohne vergleichbare Praxiserfahrung ausgearbeitet hätte, der ungleich komplizierter wäre als die Ist-Situation und dazu auch noch mehr Aktive (z.B. 50 Regionalvertreter!) als bisher erfordern würde, obwohl Land auf Land ab es immer schwieriger werden würde, Aktive für ein Vereinsengagement zu finden.

Ein weiterer Diskussionsteilnehmer führte aus, dass beim BDPh künftig deutlich mehr Kosten anfallen würden, da er u.a. das Beitragsmanagement der Mitglieder leisten müsste, was bislang die Landesverbände machen würden. Allein schon unter Wirtschaftlichkeitsaspekten wäre der Vorschlag „höchst riskant“.

Ebenso zeigte sich ein Diskussionsteilnehmer aus NRW enttäuscht, weil er aus dem vorgestellten Strukturkonzept keine Impulse zur Werbung für unser Hobby allgemein und für eine Vereinsmitgliedschaft speziell erkennen konnte.

Soviel zu den kritischen Stimmen aus der Diskussion zum Strukturvorschlag.
 
umdhlebe Am: 28.10.2018 15:53:49 Gelesen: 2334# 15 @  
@ WPhV Stuttgart [#14]

Mich würde mal interessieren, was die Vorteile sind, das "Hobby organisiert auszuüben". In Zeiten vor dem Internet waren Vereine sicher als Informationsquelle und Tauschbörse interessant. Aber welchen Nutzen hat eine "organisierte Philatelie" für Sammler heute, wo mein Schrank voller Literatur ist und ich online Zugriff auf unzählige Händler und Auktionen habe?

Wovor mir graut, sind nicht "ungeduschte Rentner", sondern abendfüllende Hinterzimmertreffen, in denen über Strukturkommissionsvorschläge debattiert wird, manchmal garniert mit Vorträgen zu einem Sammelgebiet, das mich nicht interessiert. Und auf denen Neulinge unter 60 umgehend aufgefordert werden, doch bitte den Schriftführer- oder Kassenwartsposten zu übernehmen - denn wer kein Amt übernimmt, gilt als nicht gemeinschaftsfähig.

Diese Sinn-Frage einer "organisierten Philatelie" scheinen mir weder der BDPh-Vorschlag noch seine Kritiker stichhaltig beantworten zu können.
 
WPhV Stuttgart Am: 29.10.2018 07:38:23 Gelesen: 2171# 16 @  
@ umdhlebe [#15]

Zur Beantwortung Deiner Frage hier der von uns zur Briefmarkenbörse Sindelfingen 2018 inhaltlich-konzeptionell entwickelte und vom Landesverband Südwest umgesetzte Werbeflyer PRO Ortsverein:



Ein weiterer Vorteil, den wir jedoch bewusst nicht aufgelistet haben (weil dieser auch negativ interpretiert werden könnte), ist natürlich auch der Faktor "Geselligkeit mit Gleichgesinnten", weil der Mensch idR ein geselliges Wesen ist, das sich in sozialen Gemeinschaften am wohlsten fühlt.
 
22028 Am: 29.10.2018 09:17:51 Gelesen: 2140# 17 @  
@ umdhlebe [#15]

Ich habe schön öfters geschrieben dass sich das wirkliche Leben außerhalb des Internets abspielt. So wie schon vorher geschrieben, das Gespräch von Sammler zu Sammler (in) ist im allgemeinen viel interessanter als das schreiben in Foren. Und, nicht jeder erfahrene Sammler schriebt in Foren, Angesicht zu Angesicht erfährt man oft mehr.

Viele Sammler welche die organisierte Philatelie ablehnen gehen gerne auf Börsen und Tauschtage etc., aber, wer außer der organsierten Philatelie organisiert die ?

Nun kommen sicher wieder die welche auf privater Basis Treffen organisieren, aber die wenigen Sammler können nach meiner Meinung eine Messe/Börse/Ausstellung der organisierten Philatelie nicht ersetzen!
 
Richard Am: 29.10.2018 09:41:15 Gelesen: 2123# 18 @  
@ alle

Bitte hier zu den Vorschlägen der BDPh Strukturkommissionen, der geplanten neuen Satzung und der künftigen Struktur im Verhältnis BDPh / Arbeitsgemeinschaften / Landesverbände / BDPh diskutieren.

Zur Zukunft der Vereine bitte diskutieren im Thema

Zukunftssicherung deutscher philatelistischer Vereine

https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=11567&CP=0&F=1

Schöne Grüsse, Richard
 
umdhlebe Am: 29.10.2018 09:53:38 Gelesen: 2115# 19 @  
@ WPhV Stuttgart [#16]

Als Antwort auf meine Frage nach den organisatorischen Vorteilen mache ich vier Punkte aus:

1. Philatelistische Wettbewerbe, in denen die Aufbereitung philatelistischer Kontexte und der Vergleich von relativ gutem mit weniger gutem Material gelernt werden kann.
2. Benutzung von Prüfgeräten, Literatur, Katalogen und anderem Werkzeug, deren Anschaffung kollektiv leichter möglich ist.
3. Qualitätsprüfung und Fälschungsbekämpfung.
4. Tauschen statt kaufen.

Für wegweisend halte ich die Idee der Mobilität, also mit dem Angebot im Raum zu "wandern".

Für einen Fehler halte ich, die Vereinsarbeit als Geselligkeit verkaufen zu wollen. Jeder, der das schon mal gemacht hat, weiß, wie wenig das mit Geselligkeit zu tun hat: es ist Arbeit. Es kann aber durchaus als angemessene Gegenleistung für die kollektiven Vorteile herausgestellt werden. Die restlichen Punkte halte ich eher für Reklame.

Das ist freilich nur meine persönliche Meinung, aber was ich zeigen möchte ist: Wenn man den BDPh mit seinem gesamten Unterbau zukunftsfähig machen will, müsste man die tatsächlichen Vorteile der organisierten Philatelie herausarbeiten, und man dürfte die Nachteile und Kosten nicht verschweigen. Auf leere Versprechungen und Täuschungen sollte man verzichten.

Die Bestandsaufnahme müsste vor Ort bei den Aktiven in den Vereinen und Arbeitsgemeinschaften beginnen, nicht in geschlossenen Zentral-Kommissionen. Vereine, ArGen und andere Aktive müssten darauf verzichten, sich wechselseitig das Wasser abgraben zu wollen. Die Hauptaufgabe des Verbandes wäre, in die Bereitstellung der Vorteile zu investieren, und für die Nachteile Hilfestellung anzubieten. Und wenn man dann am Ende noch eine Vielfalt philatelistischer Arbeitsweisen zuließe - Geselligkeit für die, die's mögen und Spezialistentum für die, die's mögen - bekäme man vielleicht sogar eine mehrheitsfähige Reform.

Tatsächlich dürften die genannten Vorteile in kaum einem Verein außerhalb Württembergs zu finden sein - und genau das halte ich für den Kern des Problems. Man weiß gar nicht, wie schlecht es um die Bereitstellung lokaler Dienstleistungen steht.

Die Elefanten im Raum sind die Geschäftsinteressen von Messeveranstaltern, Herstellern und Verkäufern philatelistischer Werkzeuge, Händler- und Prüferinteressen sowie angestammte Privilegien.
 
drmoeller_neuss Am: 29.10.2018 19:09:05 Gelesen: 1979# 20 @  
Nun die versprochenen Bilder vom Vortrag des WPhV in Sindelfingen am 26. Oktober 2018



Von links nach rechts: Dr. Johannes Feifel aka Rumpelstilzchen, Jürgen Häsler (Mitglied der BDPh-Strukturkommission 2018, Erster Voritzender des Briefmarkensammlerclubs Villingen (Schwarzwald) e.V. und Siegfried Mistele



Jürgen Häsler stellt die Ergebnisse der Strukturkommission vor.

Jürgen Häsler hat die vorhandene Schärfe für seinen Vortrag eingesetzt. Diese Schärfe fehlt natürlich auf den Bildern. :)

Sorry, aber Herr E. aus L. ist mit einer leeren Kamera, d.h. mit einer leeren Batterie erschienen und so musste das Handy von Dr. M. aus N. als Zeuge der philatelistischen Zeitgeschichte herhalten.
 
briefmarken-hammer Am: 04.11.2018 13:26:29 Gelesen: 1569# 21 @  
Lange habe ich die Worte von Herrn Häsler auf mich wirken lassen. Auch die nachfolgende Diskussion der anwesenden Gäste habe ich versucht Revue passieren zu lassen und abschließend zu bewerten.

Zur Einordnung meiner Worte ein paar kurze Informationen. Ich selber bin ein einfacher Briefmarkensammler, der eigentlich nie wirklich in der Verbandsarbeit involviert war (kein BDPh, kein Landesverband/DPhJ, kein Landesring). Dafür war ich lange Zeit in einem Ortsverein aktiv. Mittlerweile bin ich aus beruflichen und privaten Gründen mehr oder weniger passives Mitglied und helfe aus soweit es die Zeit zulässt. Daher habe ich lange überlegt, ob meine Sicht der Dinge überhaupt relevant ist. Dennoch ist es mir ein Bedürfnis unser Hobby in der Öffentlichkeit bestmöglich zu vertreten.

Ich möchte noch kurz anmerken, dass ein Verlust von Mitgliedern kein typisches Problem unseres Hobbys ist. Auch andere Verbände und Vereine haben mit dieser Problematik umzugehen und Verbesserungen anzugehen.

Nun zur Diskussion zur vorgestellten Struktur.

Herr Häsler führte aus, dass die aktuellen Mitglieder der Ortsvereine alle direkt beim BDPh beitreten sollten. Dieses sei aber keine Pflichtvoraussetzung um bei einem Ortsverein Mitglied zu sein. Umgekehrt genauso (Direktmitgliedschaften beim BDPH seit 1996). Wer im Ortsverein organisiert ist, ist dann automatisch im zugehörigen Landesverband Mitglied (über den Ortsverein).

Bei der Umstellung der Struktur sollen die Ortsvereine helfen und Werbung für die Direktmitgliedschaft im BDPh machen. Ebenso sollen die Arbeitsgemeinschaften und Landesverbände Mitglieder von der Direktmitgliedschaft im BDPH überzeugen. Als Gegenleistung verlieren die Landesverbände und Arbeitsgemeinschaften aber ihre Rechte, da sie nun nur passive Mitglieder im BDPh sein sollen, ohne Anträge stellen zu können oder abzustimmen.

Aufgrund dieser neuen Mitgliedschaft (für vorhandene Ortsmitglieder) rechnet der BDPh bzw. die Struktur-Kommission mit einem Einbruch der BDPH-Mitgliedszahlen auf 10.000 (diese Zahl wurde bei der Vorstellung stark diskutiert).

Im Gegensatz zu anderen fand ich den Vortrag von Herrn Häsler nicht einschläfernd, langweilig oder langatmig, sondern informativ und strukturiert, aufgelockert durch Anekdoten und Poesie. Herzlichen Dank für diesen informativen Abend.

Aus diesen vorgestellten Punkten (wie ich sie verstanden habe) habe ich noch ein wenig recherchiert und folgendes gefunden:

Aktuell hat der BDPh durch die Ortsvereine, Arbeitsgemeinschaften, DPhJ und Landesverbände etwa 39.000 Mitglieder (Zahlen von 2014 siehe Wikipedia). Die drei größten Landesverbände Südwest (etwa 8.200), Bayern (etwa 6.600) und NRW (etwa 6.400) (Zahlen aus Wikipedia von 2013) stellen mit etwa 21.000 mehr als 50% aller Mitgliedern.

Daraus ergeben sich für mich ein paar Fragen:

1. Warum sollten Ortsvereine, Arbeitsgemeinschaften, Landesverbände und DPhJ Werbung für eine Direktmitgliedschaft machen?

Wie Herr Dr. Feifel meiner Meinung nach richtig anmerkte, sind die Direktmitgliedschaften beim BDPh als Konkurrenz zur Mitgliedschaft im Ortsverein zu sehen. Auch die Aussage, dass es Gegenden ohne Ortsvereine gäbe, lasse ich nur bedingt gelten. In den Landesverbänden existieren "überörtliche Gruppen" oder ähnliches. Warum also benötigte man beim BDPh Direktmitgliedschaften? (In der Diskussion kam das Argument von Antragsstellungen und ähnliches einzelner Personen).

Warum sollten die Ortsvereine Werbung für etwas machen, was sie eigentlich nie wirklich wollten und ihnen die Mitglieder nimmt?

Die Landesverbände, Arbeitsgemeinschaften und ähnliches werden in der neuen Struktur „entmachtet und degradiert“. Mitglied ohne Rechte. Selbst wenn die Landesverbände mitstimmen würden und dürften, dann wären ihre Stimmen in der neuen Struktur deutlich weniger wert.

Warum sollten Landesverbände usw. für ein solches Vorgehen Werbung machen?
Warum gründen die Landesverbände mit anderen "Entmachteten Verbänden" dann nicht einen neuen Dachverband bzw. wer sollte diese daran hindern?

2. Was ist das Ziel des BDPhs?

Bisher war der BDPh für mich ein Dachverband, der die Interessen aller Philatelisten vertreten sollte (Beispiel Material der Klemmtaschen usw.). Wenn der BDPh sich durch die Einführung der Direktmitgliedschaften allerdings auf ein Viertel reduziert und damit nur noch halb so groß wie die drei größten Landesverbände wäre, stellt sich mir die Frage, auf welcher Grundlage der BDPH dieses Recht für sich beansprucht. Wenn die drei größten Landesringe etwas fordern würden, dann hätte es für mich deutlich mehr Gewicht als ein winziger Dachverband.

3. Welchen Vorteil haben die Mitglieder?

Wenn ich über meinen Ortsverein im Landesverband Südwest, Bayern oder NRW bin, fühle ich mich besser vertreten als über einen winzigen Dachverband ohne Mitglieder. Nur die Zeitschrift "Philatelie" kann es ja nicht sein, denn die meisten Informationen dort bekommt man auch von den entsprechenden Arbeitsgemeinschaften.

Ich für meinen Teil würde dann eher Mitglied in mehreren Arbeitsgemeinschaften und Ortsverbänden werden, als dem BDPh drei-mal Geld zu überweisen, weil jeder Ortsverein und jede Arbeitsgemeinschaft den BDPH-Beitrag für mich überweisen muss, obwohl ich nur eine natürliche Person bin (aber das ist wohl ein anderes Problem.

Sollte ich Fakten unwissentlich falsch wieder gegeben haben, so bitte ich diese zu benennen. Sollten bessere Mitgliedszahlen als Zahlen von 2013 und 2014 aus Wikipedia vorliegen, so können diese gerne aktualisiert werden. Vom Prinzip sollte es jedoch ähnlich bleiben.

Mein Fazit:

Ich gehe durch die Antworten auf die Fragen davon aus, dass sich mit dieser Struktur der BDPh schneller als gewollt selbst abschafft. In meinem Ortsverein werden sich viele über die Beitragsentlastung freuen und nicht als Direktmitglied dem BDPh beitreten werden. Aber vielleicht besteht darin dann die große Chance für Ortsvereine, Landesverbände und Co.

Ich weiß man kann die Zeit nicht zurückdrehen, aber wenn es damals nur um das Recht der Anträge ging bei den Direktmitgliedschaften, warum hat man nicht die Satzung geändert und jedem BDPh-Mitglied (auch über Landesverbände, Ortsvereine) das Antragsrecht gegeben. Abstimmungsbefugt wären weiter die Mitgliedsverbände des BDPhs gewesen.

Im Übrigen würde ich mich freuen auch die anderen Struktur-Möglichkeiten zu erfahren, denn erst dann kann man alle Vor- und Nachteile dieser erkennen und vielleicht auch verstehen, warum ausgerechnet dieser Vorschlag gewählt wurde.

Übrigens Mitglieder der DPhJ erhalten die Zeitschrift "Philatelie" nicht und werden dem entsprechend nicht informiert, obwohl die DPhJ ja auch Mitgliedsverband im BDPh ist und somit auch betreffen.


Mit freundlichen Grüßen

briefmarken-hammer
 
Richard Am: 06.11.2018 09:16:05 Gelesen: 1368# 22 @  
@ briefmarken-hammer [#21]

Sollte ich Fakten unwissentlich falsch wieder gegeben haben, so bitte ich diese zu benennen

Hallo hammer,

gerne äussere ich mich zu dem von Dir geschriebenen:

Herr Häsler führte aus, dass die aktuellen Mitglieder der Ortsvereine alle direkt beim BDPh beitreten sollten. Dieses sei aber keine Pflichtvoraussetzung um bei einem Ortsverein Mitglied zu sein. Umgekehrt genauso (Direktmitgliedschaften beim BDPh seit 1996). Wer im Ortsverein organisiert ist, ist dann automatisch im zugehörigen Landesverband Mitglied (über den Ortsverein)

Den letzten Satz habe ich schriftlich oder mündlich noch nicht bestätigt gesehen. Der neue Satzungsentwurf des BDPh - und nur um diesen und seine Struktur geht es - kann den Ortsvereinen und Arbeitsgemeinschaften nicht vorschreiben, ob die "Einzelmitglieder der Ortsvereine" über die Vereine Mitglied in einem Landesverband werden. Vermutlich ist das schon jetzt nicht der Fall - viele Ortsvereine melden einen Teil ihrer Mitglieder beim Landesverband an und andere Mitglieder werden nicht angemeldet, obwohl dies gegen die aktuelle Satzung des BDPh verstösst.

Aktuell hat der BDPh durch die Ortsvereine, Arbeitsgemeinschaften, DPhJ und Landesverbände etwa 39.000 Mitglieder (Zahlen von 2014 siehe Wikipedia).

Ende 2014 hatte der BDPh einschliesslich der Direktmitglieder 37.886 Mitglieder, inzwischen liegt die Zahl unter 30.000. Genaue Daten nenne ich in den nächsten Tagen.

Schöne Grüsse, Richard
 
olli0816 Am: 06.11.2018 14:56:42 Gelesen: 1281# 23 @  
@ briefmarken-hammer [#21]

Im Grunde wird doch gerade über etwas diskutiert, was noch gar nicht für die Allgemeinheit veröffentlicht ist. Es handelt sich um einen Vorschlag und die Einzelheiten sind für die Masse der Leute Stand heute noch gar nicht bekannt. Aufgrund der vielen verschiedenen Positionen und vor allem Interessen der einzelnen Partner (wovon Du sehr viele aus Vereinsseite/Landesverbände vorstellst), wird es sowieso nicht sehr einfach sein, eine neue Struktur aufzusetzen.

Tatsache ist, wie Richard bereits sehr gut dargestellt hat, dass die Anzahl der Mitglieder im BDPh im freien Fall ist. Das liegt sicher nicht nur an den vielen Querelen der alten Amtsinhaber, sondern an der Veralterung der Vereine und damit einhergehend das Aussterben der Zwangsmitglieder. Daneben gibt es weniger Leute, die gerne in einem Verein dabei sein wollen aus den unterschiedlichsten Gründen. Zusätzlich werden die Briefmarkensammler immer weniger, weil es heute so gut wie keine Notwendigkeit mehr für Briefmarken gibt und die Leute damit immer weniger in Berührung kommen. Man kann davon ausgehen, dass ein immer größerer Anteil jüngerer Leute noch nie einen Brief geschrieben hat und auch keinerlei Veranlassung sehen, so etwas zu tun. Den Begriff "Schneckenpost" gab es schon in den 1990ern und heute ist Kommunikation ganz anders aufgebaut.

Im Gegensatz zu dir und auch einem anderen Vereinsmitglied aus Baden Württemberg sehe ich zumindest die Pläne, soweit sie bis heute bekannt sind, nicht ganz so kritisch. Warum sollte jemand, der in einem Verein ist, Zwangsmitgliedschaften abschließen? Andersherum: Warum sollte jemand, der in keinem Verein eintreten möchte, aber z.B. im BDPh aus den unterschiedlichsten Gründen sein möchte, eine Zwangsmitgliedschaft in einem Verein abschließen müssen? Wir leben heute sowieso in einer Gesellschaft, wo Festlegungen alleine aufgrund der äußeren Umstände einen immer geringeren Stellenwert hat. Flexibilität ist für viele eine Notwendigkeit und ich denke, auch wenn Briefmarken sammeln ein altes Hobby ist, dass die organisierte Philatelie nachziehen sollte.

Warum sollte also der BDPh Mitglieder für Vereine/Argen werben trotz Einzelmitgliedschaft? Weil das natürlich auch in seinem Interesse ist. Macht er das heute schon? Sicher doch, er listet z.B. alle Vereine, die mit dem BDPh verbunden sind auf:

https://www.bdph.de/index.php?id=5 [1]

Andererseits gibt es die Erwartungshaltung einiger weniger Vereinsfürsten, die glauben und/oder verlangen, dass der BDPh möglichst aktive Mitgliederwerbung für ihre Vereine machen. Das ist allerdings nicht realistisch, weil dazu der Verband sicher weder personell noch aufgrund der Organisationsstrukturen fähig ist. Das müssen die Vereine zu 95% selber bewerkstelligen, weil sie ihr Produkt "Vereinsmitgliedschaft" selber verkaufen müssen. Nicht jeder Verein ist gleich, hat gleiche Zielsetzungen. Die Vereinsmitglieder kennen ihren Verein und ihre Stärken und Schwächen sehr viel besser, als es eine externe Gesellschaft jemals könnte.

Und hier kommen wir zur Konkurrenz, die immer gerne genannt wird. Wenn ein Mensch selbstständig entscheiden darf, wo er gerne dazu gehören möchte, dann gibt es natürlich positive und negative Entscheidungen. Es wird nach wie vor Mitglieder geben, die in einem Ortsverein / einer Arge sind und im BDPh. Es wird einige geben, die aus dem BDPh austreten werden, weil sie für sich gesehen keinen Mehrwert finden. Es wird aber kaum jemand aus seinem Ortsverein austreten, wenn er dort aktiv ist oder den Verein passiv unterstützen möchte, egal was der BDPh macht. Andere, die niemals in einem Verein sein wollten, sich aber Geld sparen wollten durch den niedrigeren Jahresbeitrag, werden aus dem Verein austreten und in den BdPh direkt gehen. Die Vereine können das ziemlich locker auffangen, indem sie die Jahresbeiträge, die vorher an den BDPh gegangen sind, nur zu einem bestimmten Prozentsatz senken und damit die eventuellen Einnahmeverluste auffangen. So etwas lässt sich argumentieren. Die Vereine haben den Vorteil, durch niedrigere Beiträge neue Mitglieder zu gewinnen und wenn sie einen Teil des vorher abgeführten Beitrags an den BDPh für den Verein verwenden können, finanziell mit eigenen Sachen aktiver werden zu können wegen eines größeren finanziellen Spielraumes.

Was ergäbe sich für den BDPh daraus: Die Abhängigkeiten unter den einzelnen Organisationen werden aufgelöst. Das heißt, auch der BDPh könnte unabhängiger agieren und sich mit seinen Themen neu aufstellen. Es besteht sogar der Zwang, so attraktiv für Sammler zu werden, dass diese einen Mehrwert in der Organisation sehen und Mitglied werden wollen. Dazu gehört auch mehr Demokratie der Mitglieder, d.h. dass diese über die Themen mitbestimmen können und man vielleicht in Zukunft sogar digitale Abstimmungen schaffen könnte. Technisch ist das bereits heute ohne großen Geldaufwand möglich. Die Sammelstimmen-Abstimmungen durch anonyme Landesverbände gehören dann der Vergangenheit an. Jeder kann von zu Hause an solchen Entscheidungsprozessen teilnehmen. Wenn er es nicht macht, ist es auch OK. Nicht jeder geht zur Wahl, warum soll es hier anders sein?

Der Verband könnte zusätzliche Dienstleistungen anbieten. Ich denke z.B. an die heute vorhandene Literatur-Datenbank auf der BDPh-Seite. Warum keine Bereitstellung von Literatur für BDPh-Mitglieder? Das geht recht preisgünstig mit alter Literatur, die außerhalb den Urheberrechten sind. Daneben kann man Verträge mit Autoren neuerer Literatur aushandeln. Man kann Abstufungen für den normalen Sammler und für die Spezialisten preislich festlegen, die sehr viel Literatur abrufen möchten. Man kann auch mit Auktionshäusern über die Abbildungen sprechen, um nach und nach immer mehr Informationen zu Briefmarken über das Portal bereit zu stellen. Alles Dinge eben, die kein Verein alleine stemmen kann. Man kann aber die Vereine in Themen, was diese interessiert, mit einbeziehen. Genauso bei den Argen und natürlich bei den Mitgliedern des BDPh. Ich denke sowieso, dass der BDPh ohne mehr aktive Einbeziehung von Mitgliedern für aktive Projekte wenig Überlebenschancen hat. In seiner heutigen Struktur ist er in meinen Augen sowieso nicht überlebensfähig. Das gleiche gilt auch für viele Vereine, auch wenn das nicht jeder hören mag und es nicht populär klingt.

Andererseits gibt es, egal wie man den BDPh in Zukunft strukturieren möchte, keinerlei Garantie, dass er überlebt. Das ist abhängig davon, ob es überhaupt noch in 20 Jahren Briefmarkensammler in ausreichender Anzahl gibt. Und das haben weder Vereine noch Verbände in der Hand, auch wenn einige das ernsthaft glauben. Vor 40 Jahren, als ich das Sammeln angefangen habe, gab es bereits sehr viel mehr unorganisierte Sammler als solche in Vereinen. Und das, obwohl damals die Informationsfindung sehr viel schwieriger als heute war. Und heute ist das nicht anders. Ich denke, die organisierte Philatelie schafft es vielleicht, 2% der Sammler zu gewinnen. Mit besseren Strukturen sind es dann vielleicht 3%, wenn es gut läuft. Man braucht weder einen BDPh noch einen Verein, um auf hohem Niveau oder nur auf Spaßniveau (es ist ein Hobby) viel Spaß am Briefmarken sammeln zu haben. Man schafft lediglich durch einladende Strukturen, mehr Sammler zu gewinnen. Und Zwangsmitgliedschaften - egal welche Richtung - sind keine einladenden Strukturen. Auch hat kein Sammler irgendwelche "Pflichten" - nur weil er in irgendeiner Struktur angemeldet ist - um irgendwelche Ämter oder sonstige Arbeiten zu übernehmen. Das ist immer abhängig nach der Lust und Laune sowie den zeitlichen Möglichkeiten des Einzelnen. Von daher sehe ich die Änderungen als Versuch, es besser als in der Vergangenheit zu machen. Wenn die Mitgliederanzahl wie Richard schreibt von 2014 bis heute um ca. 25 % gefallen ist, dann muss man sich überlegen, ob diese Art von Struktur überhaupt noch interessant genug ist. In der jetzigen Form scheint das wohl nicht der Fall zu sein. Von daher sind Änderungen der einzige Weg, um die Situation zu verbessern.

Grüße Oliver

[1] Liebe BdPh-Admins: Anstelle der id=5 könnte man auch z.B. id = Ortsvereine oder Briefmarken-ortsvereine verwenden. Damit wird das Listing in den Suchmaschinen verbessert. Nur so ein Gedanke. :)
 
Magdeburger Am: 06.11.2018 15:50:35 Gelesen: 1240# 24 @  
@ olli0816 [#23]

+ 1 !!!

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Wolfgang Lang Am: 06.11.2018 23:36:02 Gelesen: 1094# 25 @  
@ olli0816 [#23]

Vielen Dank für die wirklichkeitsnahe Einschätzung und die gute Strukturierung; das ist wirklich hilfreich.

Freundlichen Gruß

Wolfgang Lang
 
Richard Am: 08.11.2018 09:23:14 Gelesen: 874# 26 @  
Liebe Mitglieder,

es wird Zeit das mittlerweile in Kreisen der BDPh Funktionsträger weit verbreitete und diskutierte Konzept zur Zukunftsentwicklung des BDPh, versehen mit einigen redaktionellen Ergänzungen, zur Diskussion stellen.



Übersicht

Ziel des Konzepts ist zu einem Stichtag, vermutlich in 2022 oder 2023, also erst in 4 bis 5 Jahren, die Mitgliedschaften in Ortsvereinen, Arbeitsgemeinschaften und Landesverbänden von der Mitgliedschaft im BDPh zu trennen. An diesem Stichtag würden dem BDPh vermutlich weniger als 2.000 bisherige Direktmitglieder bleiben. Alle anderen bisherigen Mitglieder müssen erneut die (Direkt-) Mitgliedschaft direkt beim BDPh in Bonn beantragen, wenn sie diese wünschen.





1.1 Ortsvereine / Argen und regionale Verbände / Verhältnis zum BDPh

1.2 Verhältnis der Verbände zum BDPh


Vereine und Arbeitsgemeinschaften können als juristische Personen ohne Stimmrecht und ohne Bedingungen Mitglied beim BDPh Bonn werden. Dazu ist nicht notwendig, dass auch nur ein Mitglied des Vereins oder der Arbeitsgemeinschaft zeitgleich zahlendes Mitglied im BDPh ist. Dennoch erhalten die Vereine und Arbeitsgemeinschaften weitreichende Unterstützung, auch mit finanzieller Förderung ihrer Aktivitäten und Fortbildungsveranstaltungen. Die gleichzeitig vom BDPh erwartete Erfüllung von Aufgaben durch Vereine, Arbeitsgemeinschaften und Landesverbände ist genannt, unter anderem Mitwirken an der Arbeit übergeordneter Ebenen.



2 Stimmrechte

Vereine und Verbände (sowie Arbeitsgemeinschaften und VPhA) können Mitglied im BDPh werden, jedoch ohne Beitragszahlung und ohne Stimmrecht.

3 Mitgliederstimmrecht und Wahlverfahren

Bisher hatten die stimmgewaltigen Landesverbände, die VPhA, die Vereine, die ihr Stimmrecht von den Landesverbänden erhielten sowie im Durchschnitt rund 10 Anwesende der rund 2.000 Direktmitglieder einige Rechte auf der Hauptversammlung, insbesondere das Recht der Teilnahme, von Anträgen an die Hauptversammlung sowie der Wahl des BDPh Vorstands. Künftig werden die Rechte von 50 Delegierten ausgeübt werden, welche aus 5 Bezirken je 10 Delegierte durch Wahl der BDPh Direktmitglieder, die in diesen Bezirken gemeldet sind - vermutlich per Briefwahl - bestimmt werden. Aus dem Konzept geht nicht hervor, dass den Direktmitgliedern und künftigen Direktmitgliedern zur Hauptversammlung irgendwelche weiteren Teilnahme- oder Vorschlagsrechte bleiben würden. Auch die Delegierten haben nur Wahlrechte für den Vorstand und den neu zu bildenden Aufsichtsrat, aber kein Vorschlags- oder Antragsrecht auf den Hauptversammlungen. Vereine, Arbeitsgemeinschaften und Landesverbände haben keinerlei Stimmrechte mehr.



4 Aufsichtsrat / 5. Struktur Vorstand und Bundesstellen

Vorstand, Fachstellen und Fälschungsbekämpfung sollen erheblich / massiv erweitert werden. Da auch die Mitgliederverwaltung künftig in der Geschäftsstelle Bonn stattfinden wird, werden sich die entstehenden jährlichen Kosten möglicherweise erheblich erhöhen.
 
Richard Am: 11.11.2018 10:07:35 Gelesen: 549# 27 @  
@ olli0816 [#23]

Der Beitrag von Oliver stiess nicht nur hier im Forum, sondern auch auf StampsX auf eine starke Resonanz, so dass wir drei Beiträge mit Quellenhinweis und Verlinkung übernehmen.

(Quelle aller nachfolgenden Zitate: https://www.stampsx.com/forum/topic.php?id=10633&page=29&s=d8e707410212c6811aa7944cf9bca270#290969 )

11.11. um 08:09 Uhr von Altsax, Mitglied der Strukturkommission

Zitat von Hugo67:

In der Analyse liegt der Beitrag völlig richtig, aber zur Beantwortung der entscheidenden Frage, nämlich, wie der Mitgliederschwund aufzuhalten sein könnte, liefert er keinerlei messbaren Beitrag.

Hallo Hugo,

der Mitgliederschwund ist der Saldo aus Zugängen und Abgängen. Die Abgänge sind weit überwiegend altersbedingt und nicht zu beeinflussen. Zugänge bekommt jede Institution dann, wenn sie für die aktive Generation attraktiv ist. Sie hat sich also nach deren Interessen zu richten.

Genau das war der Ansatz der Strukturkommission: Was muß man tun, um den BDPh für die aktiven Sammler attraktiv zu machen? Ein wesentliches Ergebnis war die Entkoppelung der div. Mitgliedschaften mit der dadurch entstehenden Notwendigkeit für den BDPh selbst ebenso wie für Vereine, Verbände und Arbeitsgemeinschaften, ihre Aktivitäten (noch mehr) an den Bedürfnissen der Sammler auszurichten.

Absicht war es, durch eine Veröffentlichung der Gedanken, die zum Strukturvorschlag geführt hatten, eine breite Diskussion in Gang zu setzten. Das geschah in der Erkenntnis, daß eine wie auch immer zusammengesetzte kleine Gruppe wie die Strukturkommission nicht in der Lage sein kann, ohne feedback einen vollständigen Überblck über diese Bedürfnisse zu gewinnen.

Zitat von Hugo67:

Die divergierenden Interessen der verschiedenen Funktionärs- und Interessengruppen schildert er hingegen sehr lebensnah.

Das Mißverständnis zwischen Verwaltungsrat und Strukturkommission, so wie es sich mir darstellt, besteht in dem seitens der Verbände erwarteten "Interessensausgleich" zwischen BDPh, Verbänden, Vereinen und Arbeitsgemeinschaften. Die Kommission hat gar nicht erst versucht, irgendwelche Interessen auszugleichen. Sie hat den Sammler mit seinen Interessen in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt. Vereine, Verbände und Arbeitsgemeinschaften wurden als Institutionen gesehen, die zur Befriedigung der Interessen und Bedürfnisse der Sammler geschaffen wurden und diese Aufgabe zu erfüllen haben, was sie in Bezug auf die aktuelle Mitgliederschaft auch tun.

Eigene Interessen dieser Institutionen, soweit sie mehr den Selbsterhalt als ihre Ursprungsaufgabe im Blick haben, spielten bei der Zielsetzung der Strukturkommission keine Rolle.

In diesem Sinne läßt sich ein bekannter Spruch umwandeln:

Man muß zuerst die Frösche fragen, wenn man einen Teich neu gestalten will, nicht den Gärtner.

Beste Grüße

Altsax
 
Richard Am: 11.11.2018 10:08:58 Gelesen: 548# 28 @  
@ [#27]

Beitrag von olli0816 (Oliver) von 09:21 Uhr

Hallo altsax, hallo Hugo67,

ich finde es nett, dass ihr meinen Beitrag hier mit aufgenommen habt. Die Intention des Beitrages war primär, die nicht vorhandene Diskussion etwas zu beleben, was nicht geschehen ist. Das zeigt doch die Wertigkeit, wie wichtig die Leute draußen den Veränderungsprozess sehen. Es ist nur eine sehr kleine Gruppe, auch wenn sehr viele Leute nur passiv mitlesen.

Ich finde den von altsax geschriebenen Absatz am wichtigsten:

der Mitgliederschwund ist der Saldo aus Zugängen und Abgängen. Die Abgänge sind weit überwiegend altersbedingt und nicht zu beeinflussen. Zugänge bekommt jede Institution dann, wenn sie für die aktive Generation attraktiv ist. Sie hat sich also nach deren Interessen zu richten.

Genau hier hakt es. Die alten sterben immer schneller weg und es gibt einfach zu wenige neue, die einen Verein mit Zwangsmitgliedschaft, eine Arge oder eine Direktmitgliedschaft nicht interessant genug finden. Zum anderen muss man auch sehen, dass sich nicht wenige Vereine aus der BdPh-Mitgliedschaft verabschiedet haben, was mit Sicherheit auch zu einer starken Reduzierung der Mitgliedschaften führt.

Wie man das konsequent aufhalten kann, habe ich als einzelner Sammler nicht die ultimativen Antworten. Ich habe zwar ein paar Vorschläge gemacht, aber die sind mit Sicherheit nicht für jeden interessant und eigentlich müßte man die Mitglieder befragen, was sie möchten. Man sollte zusätzlich auch Nichtmitglieder fragen - sprich unorganisierte Sammler - die man gewinnen möchte.

Ich denke, wenn man die Mitglieder aktiver einbindet und nicht nur auf den passiven Erhalt der Zeitschrift Philatelie als einziges Lebenszeichen des BdPh reduziert, hat man Chancen. Das heißt, dass der BdPh mit den Mitgliedern, die sich aktiv beteiligen möchten, Projekte anpackt. Gleiches für das Bereitstellen erweiterter Serviceangebote, die ein einzelner Verein oder eine Arge nicht anbieten kann/will. Der BdPh ist ein Dachverband und von daher kann er übergreifende Themen aufnehmen und bereitstellen. Da gibt es mit Sicherheit so einiges, was man mit Hilfe der Mitglieder machen könnte. Aber das sind nur Themen, die ich interessant finde. Das muss längst nicht für andere gelten, die ganz andere Interessen haben oder die tatsächlich damit zufrieden sind, allmonatlich eine Zeitschrift zu bekommen (das ist nicht wertend).

Allerdings muss der BdPh sich dahin wenden, wo sich die jungen Mitglieder aufhalten. Das sind eben die entsprechenden Foren, die Facebookgruppen etc. Darüber hinaus sollte der BdPh zur Mitgliedergewinnung in diesen Medien aktiv und sichtbar sein, damit das Angebot wahrgenommen wird. Das BdPh-Forum habe ich mir mehrmals angeschaut und der Ruf scheint aufgrund der rigiden Löschungen und Sperrungen nicht gerade gut zu sein. Deshalb ist das Forum sehr still. Diskussionen sollte man nicht unterdrücken, auch wenn sie vielleicht für einen selber schmerzhaft oder lästig sind.

Trotz allem gebe ich dem BdPh langfristig nur eine 50%-Chance, das er überlebt. Begründung ist in meinem alten Beitrag. Gutes Beispiel dafür sind die Telefonkarten: Wo sie noch jeder brauchte (Bezug zum Sammeln) und gerne sammelte, ist heute das Interesse gleich null. Kein Mensch braucht heute eine Telefonkarte, gleiches gilt für eine Briefmarke. Für die Briefmarke spricht lediglich, dass alte Marken und Briefe sehr hübsch aussehen und dafür immer noch viel Geld gezahlt wird. Wäre die erste Briefmarke 1970 erschienen, wäre das Hobby wahrscheinlich heute schon tot. Das ist kein Garant, das Briefmarken sammeln als Hobby für eine größere Anzahl Leute überleben wird. Wenn das nicht der Fall ist, kann sich der BdPh ändern wie er will: Es nützt dann alles nichts.

Allein die geringe Anzahl der Sammler, die sich zu dem Aufruf, was man ändern bzw. besser machen könnte sich äussern zeigt, dass das Interesse bestenfalls mässig ist. Das ist kein gutes Zeichen und stimmt nicht gerade optimistisch.

Grüße Oliver
 
Richard Am: 11.11.2018 10:11:42 Gelesen: 544# 29 @  
@ Richard [#28]

Antwort Altsax von 09:56 Uhr:

Zitat von olli0816:

Allerdings muss der BdPh sich dahin wenden, wo sich die jungen Mitglieder aufhalten. Das sind eben die entsprechenden Foren, die Facebookgruppen etc. Darüber hinaus sollte der BdPh zur Mitgliedergewinnung in diesen Medien aktiv und sichtbar sein, damit das Angebot wahrgenommen wird. Das BdPh-Forum habe ich mir mehrmals angeschaut und der Ruf scheint aufgrund der rigiden Löschungen und Sperrungen nicht gerade gut zu sein. Deshalb ist das Forum sehr still. Diskussionen sollte man nicht unterdrücken, auch wenn sie vielleicht für einen selber schmerzhaft oder lästig sind.

Hallo Olli,

man sollte die Zielgruppe nicht vorwiegend oder gar ausschließlich bei der Jugend sehen. Ein mindestens so großes Potential besteht bei der Altersgruppe, die vor dem Ende ihrer Berufstätigkeit eine interessante Beschäftigung für "die Zeit danach" sucht. Ihre Angehörigen sind i.d.R. im Umgang mit dem Internet geübt, aber nicht unbedingt mit den Medien der "jungen Leute".

Wer von sich aus Kontakt zur organisierten Philatelie sucht, landet über kurz oder lang auf der BDPh-homepage. Sie äußerlich wie inhaltlich so interessant zu gestalten, daß Interessenten "hängen bleiben" ist eine Aufgabe, derer sich der BDPh-Vorstand bereits angenommen hat. Das Problemkind schlechthin ist seit Jahren das BDPh-Forum. Es hätte als Diskussionsplattform genutzt werden können, indem man auch offen mit neuen Ideen und Kritik hätte umgehen müssen. Das wurde von den dort maßgeblichen Akteuren mehr oder weniger rigide unterbunden.

Eine Wiederbelebung, so sie denn überhaupt angegangen wird, dürfte schwer, aber nicht unmöglich sein. Nach meiner Überzeugung steht und fällt die Bedeutung des BDPh in der Philatelie mit dem Ausbau der homepage zu einem allumfassenden Informations- und Kommunikationszentrum für alle philatelistischen Belange. Wenn das die Verbandsvorstände aber als Konkurrenz statt als Hilfe sehen, dürfte eine neue Struktur nicht zustande kommen.

Ob es in ein paar Jahren dazu noch eine Chance gibt, wage ich zu bezweifeln.

Beste Grüße

Altsax
 
Richard Am: 14.11.2018 09:07:34 Gelesen: 307# 30 @  
Jürgen Häsler, Mitglied der Strukturkommission, hat sich im StampsX Forum zu den Diskussionsbeiträgen auf den Philaseiten geäussert:

Wir können inzwischen gleich auf mehrere gelungene Diskussionsbeiträge zum Thema „Strukturkonzept“ auf dem Nachbarforum zurückblicken.drmoeller_neuss und briefmarken-hammer haben inhaltlich saubere Zusammenfassungen meines Sindelfinger Vortrages gegeben, briefmarken-hammer hat einige Fragen aufgeworfen, die noch einer ausführlichen Antwort harren. Hier werde ich noch eine detaillierte Stellungnahme verfassen. Auch Herr Ebert hat einen guten Beitrag hierzu geleistet. Oliver (olli0816) hat am 06.11.einen Beitrag verfasst, der aus meiner Sicht die Schulnote 1+ (oder 15 Punkte) verdient hat. Klar strukturiert, präzise in der sprachlichen Formulierung und schlüssig in der Argumentationskette zeigt er mögliche Perspektiven auf für einen BDPh und die organisierte Philatelie in 20 Jahren. In dieser „volldigitalisierten“ Zukunft wird sich der BDPh und die organisierte Philatelie behaupten müssen. Der Beitrag ist so gut, dass ich ihn bei Herrn Ebert für eine Auszeichnung vorschlagen werde. Ich verteile zu Weihnachten immer kleine Präsente z.B. die Steckkarte der Deutschen Post AG mit Marken zur Frankatur von Weihnachtspost.

Ich möchte alle bitten, sich auch weiterhin rege und konstruktiv an der Diskussion zu beteiligen. Die Behauptung, der BDPh sei „so tot wie Ramses II.“ (altägyptischer Pharao † 27. Juni 1213 v. Chr.) kann jedenfalls als widerlegt gelten.
 
uli Am: 14.11.2018 11:16:56 Gelesen: 251# 31 @  
@ [#29]

Zitat Altsax:

man sollte die Zielgruppe nicht vorwiegend oder gar ausschließlich bei der Jugend sehen. Ein mindestens so großes Potential besteht bei der Altersgruppe, die vor dem Ende ihrer Berufstätigkeit eine interessante Beschäftigung für "die Zeit danach" sucht. Ihre Angehörigen sind i.d.R. im Umgang mit dem Internet geübt, aber nicht unbedingt mit den Medien der "jungen Leute".

Doch, das sollte man meiner Meinung nach. Nicht ausschliesslich, aber auf jeden Fall vorwiegend. Denn sonst wird eine Strukturkommission in 40 Jahren feststellen, dass es niemanden mehr gibt, der nach der Berufstätigkeit an Briefmarkensammeln Interesse hat. Einen Großteil der Energie, den man jetzt in Maßnahmen steckt, die alleine mir und meinen Altersgenossen gelten, ist kein wirklich zukunfstträchtiges Handeln, weil nicht weit genug gedacht.
 
22028 Am: 14.11.2018 12:27:21 Gelesen: 211# 32 @  
In meinen Augen ist Werbung für ALLE Altersgruppen wichtig, das was Bodo in Sindelfingen immer veranstaltet ist nachahmungswürdig, aber auch die vielen kleinen Veranstaltungen mit speziellem Jugendprogramm sind sicher zielführend.

Aber auch Ausstellungen, seit es Rang 3, 2, 1 oder wie nun geplant eine FIP Ausstellung ist Werbung, wenngleich viele Nicht-Aussteller das anders sehen. Und dazu gehört dann auch die Nennung der Ausstellungserfolge der Sammler, ohne dass immer gleich kritisiert wird. Mir ist klar dass nicht jeder Sammler aus den verschiedensten Gründen keine Ambitionen zum Ausstellen hat, das akzeptieren die Aussteller, aber im Gegenzug sollten diese Sammler auch akzeptieren dass es Aussteller gibt und diese Ausstellungen vom BDPh bzw./evtl. der Stiftung unterstützt werden.

[Redaktioneller Hinweis: Die Ausstellungen haben mit der Struktur des BDPh absolut nichts zu tun. Bitte beim Thema BDPh und Strukturkommission bleiben]
 
Briefmarkenburny62 Am: 14.11.2018 16:42:17 Gelesen: 109# 33 @  
Zunächst einmal ist die Fragestellung: Wie soll eine Dachorganisation hier im speziellen der BDPh in 20 Jahren aufgestellt sein, um seinen Mitgliederauftrag gerecht zu werden,sehr sinnvoll.

Und hier kommt man dann zwangsläufig an den Punkt,wo man sagen muss.Die jetzigen Strukturen sind dem einfach nicht mehr zeitgerecht.Eine in allen Belangen ausgebaute Internetpräsenz wird nicht erst in 20 Jahren zur Pflicht, sondern man muss feststellen das diese Zukunft an sich schon gestern angefangen hat!

Ich für mein Teil denke, dass

1. Die Philatelie insgesamt noch viel globaler agieren wird.
2. Eine reduzierte Sammlergemeinde noch intensiver und vielseitiger die Briefmarkenwelt besammeln wird.
3. Die Investitionsbereitschaft von Geldanlegern zumindest gleichbleibend sein wird.
4. Zwischen Massenware und Raritäten noch viel deutlichere Gräben gezogen werden.
5. Belege,Postenkarten und ähnliches sammeln eher noch zunehmen wird.
6. Sogenannte E-Auktionen stark zunehmen werden.

Und letztens die Briefmarke als Bezahlmittel für den Postverkehr nicht mehr geben wird. Aber auch Münzen als Bargeld wird es in 20 Jahren wohl nicht mehr geben und trotzdem und gerade deshalb wird es wohl weitergesammelt werden. Man muss sich nur mal vorstellen es ist das Jahr 2118,also 100 Jahre später und jemand kann dann eine gut erhaltene Penny Black zeigen. Was wird wohl jemand dazu sagen wenn er ein Stückchen Geschichte als Papier in der Hand hält,welches knapp 280 Jahre alt ist. ^^

Zeit heilt alle Wunden und ich denke das gilt auch für unsere geliebte Zackenwelt.^^

Gruß an alle!
 
Richard Am: 14.11.2018 17:16:33 Gelesen: 80# 34 @  
@ Briefmarkenburny62 [#33]
@ alle

In diesem Thema geht es um die Struktur des BDPh, also den Aufbau von Bundesverband, Landesverbänden, Vereinen, Arbeitsgemeinschaften, Vereins- und Direktmitgliedern.

Siehe dazu Beitrag [#26] mit Texten der Strukturkommission an Anmerkungen von mir.

Die Punkte 1 bis 6 haben mit dem Aufbau des BDPh so gut wie gar nichts zu und dass die Internetpräsenz weiter ausgebaut wird hat der Vorstand bereits bekannt gegeben.

Bitte beim Thema Strukturreform bleiben und alle Nebenthemen in den dafür vorgesehenen oder neu angelegten Themen diskutieren.

Schöne Grüsse, Richard
 
drmoeller_neuss Am: 14.11.2018 18:33:36 Gelesen: 28# 35 @  
@ Richard [#34]

Bitte beim Thema Strukturreform bleiben und alle Nebenthemen in den dafür vorgesehenen oder neu angelegten Themen diskutieren.

Du kannst nicht das Thema Strukturreform losgelöst vom "gesellschaftlichen Umfeld" betrachten. Wenn man die Aufgaben eines BDPhs nur auf das Repräsentieren beschränkt, zum Beispiel die Mitarbeit im Kunstbeirat, reichen ein paar Grüssauguste aus. Die müssen noch nicht einmal besonders demokratisch gewählt sein, da sie ohnehin nichts zu sagen haben.

Zum Briefmarkensammeln braucht man keine besondere Infrastruktur. Mit Sammlerfreunden kann ich mich über das Internet und Foren austauschen oder man trifft sich im Ortsverein oder ist in einer Arbeitsgemeinschaft. Größere Verbände braucht man nicht. Der BDPh hat nur eine Überlebenschance, wenn er den Mitgliedern einen Mehrwert, sprich Gegenleistung, für den persönlichen Beitrag liefert. Und hier scheiden sich schon die Geister. Der "Groschenmarkensammler", der, wenn es hoch kommt, einmal bei ebay für einen einstelligen Eurobetrag einkauft, kann mit einem umfassenden Rechtsschutz nichts anfangen. Er freut sich aber über die Möglichkeit, in seinem Verein kostenlos einen Katalog ausleihen zu können. Der Klassiksammler braucht keinen Neuheitendienst und "personalisierte Briefmarken".

Der Beitrag von Briefmarkenburny62 (@ Briefmarkenburny62 [#33]) gehört somit zum Thema. Was erwarten die Sammler von einem BDPh in 10 Jahren? Das Thema "Internetpräsenz" wird meines Erachtens überbewertet. Es gibt einige gute Foren in Deutschland, die Philaseiten decken mehr die moderne Philatelie ab, während die Klassik bei stampsx beheimatet ist. Auch unmoderierte Verkaufsplattformen existieren bereits mit ebay und Delcampe. Wo soll der BDPh hier einsteigen?

Man muss zuerst das Aufgabenfeld eines zukünftigen BDPhs festlegen und dann die dazu passende Struktur entwerfen, und nicht umgekehrt, wir haben 50 altgediente Philateliefunktionäre, welche Posten können wir ihnen zuschachern? Zum Glück ist die Strukturkommission den ersten Weg gegangen, und hat sich keine Gedanken gemacht, wie man die Landesverbandsfunktionäre in einer neuen Struktur versorgen kann.
 

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