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Thema: Belege aus der Zeit von 1945-1949, die eine Geschichte erzählen
Das Thema hat 124 Beiträge:
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drmoeller_neuss Am: 06.10.2020 15:26:42 Gelesen: 12047# 100 @  
@ GSFreak [#99]

:D :D

Solche Schreiben sind schon fast Alltag eines Hausverwalters. Ich könnte moderne Beispiele zeigen, hätte Deutschland nicht so ein strenges Datenschutzgesetz.
 
alemannia Am: 06.10.2020 16:30:54 Gelesen: 12020# 101 @  
@ drmoeller_neuss [#100]

Hallo zusammen,

gleichwohl dürfte das sicherlich ungewöhnlich sein, angesichts der Wohnungsnot zu diesem Zeitpunkt kurz nach Kriegsende im zerbombten Berlin.

Gruß

Guntram
 
karrottil Am: 08.10.2020 22:05:51 Gelesen: 11856# 102 @  
Eine Fernpostkarte frankiert mit der MiNr. 7, aufgegeben am 18.3.46 in Bentheim, am 26.3.46 mit dem handschriftlichgen Vermerk "Empf. unbekannt

verzogen" aus Berlin zurückgeschickt und am 11.4.46 wieder beim Absender eingegangen.



Ein Spediteur versucht vergeblich, alte Geschäftsbeziehungen wiederzubeleben. Viel Spaß beim Lesen.

Beste Grüße
Karsten
 
GSFreak Am: 09.10.2020 23:42:41 Gelesen: 11713# 103 @  
Interessantes Tauschangebot im August 1945: angefangenes Schaubeck-Großdeutschlandalbum gegen Motorrad. Ob der Tausch so zustande gekommen ist?



Das alles auf einer Ganzsache P 695, Behelfsausgabe der Britischen Zone RPD Hamburg, mit Ausgabekontrollstempel LÜNEBURG 2 vom 17.08.1945 und Abgangsstempel LÜNEBURG 1 vom 20.08.1945.

Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 10.10.2020 23:27:39 Gelesen: 11582# 104 @  
Festsetzung der Brotpreise in Stade vom 10.07.1946

Hier eine Mitteilung der Bäckerinnung Stade an alle Mitglieder mittels rückseitigem Zudruck auf einer Ganzsache Britische Zone RPD Hamburg P 694a (5 Rpf.-Ortspostkarte), Ausgabekontrollstempel STADE 1 vom 10.07.1946, versendet als Drucksache (erforderliches Porto 6 Rpf).

Dasselbe Stempelgerät wurde als Abgangsstempel (11.07.1946) eingesetzt und bestätigt damit offenbar gleichzeitig die Bezahlung der fehlenden 1 Rpf.



Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 12.10.2020 23:21:17 Gelesen: 11428# 105 @  
Hier eine Behelfsganzsache P 706 der Britischen Zone RPD Hamburg mit Ausgabekontrollstempel LÜNEBURG 1 vom 01.02.1946, gelaufen LÜNEBURG 1 erst am 31.05.1946 (daher 6 Rpf. Auffrankatur wg. zwischenzeitlicher Erhöhung auf das doppelte Porto) nach Hamburg 20. Der Text gibt einen guten Einblick in die Lebensumstände in diesem Nachkriegsjahr 1946.



Beste Grüße
Ulrich
 
karrottil Am: 14.10.2020 20:01:58 Gelesen: 11313# 106 @  
Von mir ein Faltbrief als Drucksache gelaufen am 11.8.48 innerhalb von Berlin, nämlich von Schöneberg nach Charlottenburg. Frankert mit MiNr. 37I.



In diesen Brief geht es darum, daß Berliner Grundstücksbesitzer auf Grund der Währungsreform eine Nachzahlung an die Haftpflichtversicherung leisten müssen, um ihren

Versicherungsschutz im Schadensfalle nicht zu verlieren. Ein interressanter Aspekt der Währungsreform. Viel Spaß beim Lesen.

Beste Grüße
Karsten
 
Baber Am: 15.10.2020 09:42:52 Gelesen: 11253# 107 @  
@ hannibal [#97]

Hallo Peter,

auch im Westen herrschte Mangel an Papier wie dieser Briefumschlag von 1948 zeigt. Er wurde aus einer Vordruckseite für ungarischen Briefmarken gemacht.

Verschickt wurde der Brief am 24.12.48 mit Notopfer Berlin, das am 1.12.1948 eingeführt wurde.



Gruß
Bernd
 
GSFreak Am: 16.10.2020 23:53:14 Gelesen: 11068# 108 @  
Hier eine Behelfsganzsache P 709 der Britischen Zone RPD Hamburg mit Ausgabekontrollstempel LÜBECK 7 vom November 1945 (Tag geblockt), gelaufen BAD SCHWARTAU am 03.12.1945 nach Neumünster an die Firma H.F.W. Mehrens, einer bedeutenden Wirkwaren-Fabrik, die Unterwäsche der Marke "Cimbria", Trikotagen und Decken herstellte.

Der Absender der Karte Karl Quitzau (betrieb ein Manufakturwaren-Geschäft in Bad Schwartau) fragt an, ob die Fa. ihm zu Weihnachten noch etwas zuteilen könne. Er habe kein Stück Unterzeug mehr. Es würde alles fehlen, für Kinder, Damen und Herren.



Beste Grüße
Ulrich
 
philast Am: 18.10.2020 15:56:15 Gelesen: 10948# 109 @  
Hallo,

anbei ein interessantes Formular von 1945.

Am 17.4.1945 wurde ein Betrag von 6 Rmk berechnet für Rundfunkgebühren vom Postamt Wilhelmshaven. Aufgrund der Kriegsereignisse (Wilhelmshaven wurde erst im Mai 1945 besetzt) und der anschliessenden Schließung der Postämter wurde der Betrag erst am 3.7.1945 beglichen, dann jedoch 8 Rmk, da inzwischen noch ein weiterer Monat Rundfunkbeitrag dazu gekommen ist.

Auch eine Art von 'Überroller'. ;-)



Grüße
philast
 
bovi11 Am: 18.10.2020 18:11:27 Gelesen: 10919# 110 @  
@ Baber [#107]

Die Notopfermarke dürfte eine Nr. 2 HW sein. Ich sehe nämlich eine Linienzähnung, auch wenn die linke Seite ramponiert ist.

Dieter
 
Baber Am: 18.10.2020 18:28:00 Gelesen: 10909# 111 @  
@ bovi11 [#110]

Hallo Dieter,

ich kenne mich mit Notopfermarken nicht aus. Was heißt Nr. 2 HW?

Gruß
Bernd
 
bovi11 Am: 18.10.2020 18:50:33 Gelesen: 10903# 112 @  
@ Baber [#111]

Hallo Bernd,

2 HW = Wasserzeichen W* und Linienzähnung 11 1/2 - siehe [1]

Dieter

[1] https://www.bautenserie48.de/bautenserie-typen-der-marken/
 
hubtheissen Am: 18.10.2020 19:46:04 Gelesen: 10885# 113 @  
Hallo,

auch die renommierte Fachzeitschrift "Angewandte Chemie" litt unter Papiermangel und musste ihre Streifbänder zusammenbasteln.



und einige Firmen mussten sich mit Reparationsforderungen aus dem Ausland auseinandersetzen.



Gruß

Hubert
 
GSFreak Am: 19.10.2020 18:37:53 Gelesen: 10810# 114 @  
Postkarte vom 26.06.1945 aus Lübeck nach Bad Schwartau. Weitergabe von Informationen eines Arztes, der durch russisches Gebiet gekommen ist:

Alle Krankenhäuser und Lazarette würden geschont und sich selbst überlassen. In Berlin herrsche jetzt gute Ordnung nach unruhigen Wochen.



Es ist eine Barfrankatur, keine Notganzsache, Ausgabekontrollstempel links unten: aptierter Stempelkopf von Lübeck 1, 26.06.1945, dazu Freivermerk.
Abgangsstempel von LÜBECK 1, ebenfalls vom 26.06.1945.

Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 22.10.2020 11:10:50 Gelesen: 10500# 115 @  
Hier eine Behelfsganzsache P 695 der Britischen Zone RPD Hamburg mit Ausgabekontrollstempel HAMBURG 5 (roter, ovaler Paketstempel mit integriertem Freivermerk "Gebühr bezahlt", Datumzeile bis auf eine !1! geblockt), gelaufen HAMBURG 1 am 03.08.1945 (Maschinenstempel UB a) nach Norby im Kreis Eckernförde. Typischer Nachkriegszeit-Text u.a. zu Arbeits- und Wohnsituation.



Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 24.10.2020 23:07:21 Gelesen: 10361# 116 @  
Hier eine Behelfsganzsache P 695g der Britischen Zone RPD Hamburg mit Ausgabekontrollstempel HAMBURG-BAHRENFELD vom 20.08.1945, Abgangsstempel (24) HAMBURG 1 vom 21.08.1945 nach Jüngsfeld über Oberpleis. Dort mit neuer Adresse in Köln-Bayenthal versehen und entsprechend weitergeleitet. Zugesetzt ist ein Poststelle II-Stempel von Uthweiler über Oberpleis, einem Nachbarort von Jüngsfeld, heute beide im Stadtteil Oberpleis von Königswinter. Es wird der Text einer Nachricht aus Berlin weitergegeben, die offenbar die Verwaltungsstelle der Margarine-Verkaufs-Union in Hamburg-Bahrenfeld erreicht hatte.

Solch ein Poststellen II-Stempel als "Weiterleitungsstempel" ist schon ein Highlight. Das toppt allerdings der Text allemal. Es werden Zustände in Berlin während und nach dem Krieg geschildert sowie Sorgen über das Schicksal naher Angehöriger geäußert.



Beste Grüße
Ulrich
 
Manne Am: 25.10.2020 18:05:42 Gelesen: 10242# 117 @  
Hallo,

zu dieser Zeit gab es sicher wichtigeres als Briefmarken.

Gruß
Manne


 
hubtheissen Am: 25.10.2020 19:51:43 Gelesen: 10222# 118 @  
Hallo,

hier ein Beleg, der die Aufräumarbeiten dokumentiert.



Gruß

Hubert
 
GSFreak Am: 06.11.2020 18:57:32 Gelesen: 9611# 119 @  
Hier eine Behelfsganzsache P 698I der Britischen Zone RPD Hamburg mit Ausgabekontrollstempel HAMBURG-ALTONA 6 vom 26.10.1945, Abgangsstempel LÜNEBURG 1 vom 08.11.1945 nach Berlin N113 (ab Ende Otober 1945 war der Interzonenpostverkehr wieder zugelassen).

Das Schreibdatum mit 1943 ist natürlich unrichtig, es muss 1945 lauten. Eine Tochter schreibt an ihre Eltern ob der Schwierigkeiten in Hamburg eine Arbeit zu finden und will "rüber machen nach Bayern zum Amerikaner".



So wie hier nummerierten oftmals die Absender ihre Karten, um später feststellen zu können, ob auch alle angekommen sind.

Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 30.04.2021 12:13:32 Gelesen: 2863# 120 @  
Die als Postkartenformblatt relativ spät genutzte geschwärzte Hitler-Ganzsache (Urkarte P 314IIa) ist am 10.01.1947 als Ortspostkarte mit 10 Pf. Mi.-Nr. 918 innerhalb von NORDHORN (GRAFSCHAFT BENTHEIM) gelaufen.

Der Adressat ist verzogen (Stempel: "Verzogen, wohin unbekannt") und die Karte ging zurück (Stempel: "Zurück") an den Absender, jeweils handschriftlich beigesetzt das Datum 10.01..

Eingeladen wurde zur Generalversammlung mit der Bitte etwas Heizmaterial mitzubringen. Ich vermute, dass es um die Generalversammlung des örtlichen Briefmarkensammlervereins ging und der Absender der Vereinsvorsitzende war. Dieser hatte offensichtlich auch den Stempel "Bitte philatelistisch frankieren !" abgeschlagen. Aber was gab es da am 10.01.1947 schon groß "philatelistisch" zu frankieren: nur Dauerserien (1. Kontrollratsausgabe oder AM POST).



Beste Grüße
Ulrich
 
ChristianSperber Am: 01.05.2021 10:38:56 Gelesen: 2777# 121 @  
Postkarte aus Britisch-Indien nach Wiederaufnahme des Postverkehrs



Hier möchte ich eine Karte zeigen, die heute vor 75 Jahren, am 1.5.1946, in Bombay abgestempelt wurde. Sie ist an die Firma John zum Felde & Classen im Bieberhaus in Hamburg adressiert. Das Bieberhaus ist ein 1909 erbautes Kontorhaus in unmittelbarer Nachbarschaft des Hamburger Hauptbahnhofs und heute u.a Sitz des Ohnsorg-Theaters [1].

Vorderseitig links ein Stempel der britischen Zensurstelle.

Die Post versuchte die Karte zunächst an anderen Adressen in der Hamburger Innenstadt zuzustellen (Mönkedamm). Die Zahlen 28/6 interpretiere ich als Datum 28. Juni (passend zu einer längeren Laufzeit auf dem Land- und Seeweg). Bei der 11 und der 8 bin ich mir nicht sicher, ob dies Hausnummern am Mönkedamm sind oder das Datum 11. August bedeuten sollen. Möglicherweise fand man doch noch einen Empfänger im Bieberhaus (Rücknahme der Streichung in der Adresse).

Der Text der am 30.4. geschriebenen Karte erwähnt im ersten Satz die Wiederaufnahme des Postverkahrs mit Deutschland. Wann dies in Indien genau bekannt gegeben wurde (1.4.46 oder später) weiß ich leider nicht; dies ist jedenfalls mein frühester Nachkriegsbeleg der normalen Post und dokumentiert wohl einen Versuch, mit einem früheren Geschäftspartner wieder in Kontakt zu treten.

Gruß
Christian

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburg-St._Georg#Bieberhaus
 
GSFreak Am: 20.05.2021 21:41:48 Gelesen: 1705# 122 @  
Hier eine 5 Pf. Ortsganzsache P 950 der Gemeinschaftsausgaben mit Auffrankatur zur Fernpostkarte, gelaufen am 08.08.1946 von TRAUNSTEIN (OBERBAY) 2 nach Tettau in Oberfranken. Erwähnt werden im ansonsten nachkriegstypischen Kartentext u.a. "neue Österreichische Marken" und dass der Handel damit streng verboten ist. Vor nicht allzu langer Zeit wären deswegen sieben hiesige Händler in Untersuchungshaft und gegen Kaution in Höhe bis zu 30.000 M aus der Haft entlassen worden.



Weiß jemand aus der Sammlerschaft über diese Verhaftungen wg. Handel mit neuen österreichischen Marken oder ist das eine Fake-Story?

Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 26.05.2021 23:07:25 Gelesen: 1262# 123 @  
Hallo,

hier eine Behelfsganzsache P 833 der Französischen Zone (Südbaden, OPD Freiburg), gelaufen am 22.11.1945 von STÜHLINGEN nach Schwäbisch Hall.

Ein Gartenbaubetrieb schildert Probleme mit seinem Gewächshaus (kein Glas zu bekommen) und fragt bei einer Samen-Großhandlung an, ob es überhaupt Wert hat, einen Samen-Bestell-Zettel auszufüllen.



Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 28.05.2021 08:49:03 Gelesen: 1121# 124 @  
@ GSFreak [#122]

Weiß jemand aus der Sammlerschaft über diese Verhaftungen wg. Handel mit neuen österreichischen Marken oder ist das eine Fake-Story?

Beim Durchlesen früherer Beiträge in diesem Thread bin ich auf eine in [#37] gezeigte Karte gestoßen. Hier informiert ein Briefmarkenhändler seine Kunden über das Verbot des Handels mit postgültigen ausländischen Marken. Meine Frage wäre damit mehr oder weniger geklärt.

Beste Grüße
Ulrich
 

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