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Thema: APHV: Erfolge beim Kampf gegen Vertrieb von Fälschungen
Richard Am: 25.11.2018 09:06:53 Gelesen: 1976# 1 @  
Briefmarken Hahn in Steinenbronn

Der weithin für den Vertrieb von falschen und/oder verfälschten Briefmarken bekannte Händler aus dem Baden-Württembergischen Steinenbronn hat in einem gerichtlichen Verfahren angekündigt, seinen Vertrieb nun endgültig einzustellen. Der Onlineshop ist seit Ende August 2018 offline. Mitte Oktober 2018 war der Laden für einige Tage nochmals online, wurde aber dann wieder geschlossen.

http://www.hahn-briefmarken.de oder http://www.hahn-stamps.com

Wie kam es dazu, daß der Händler seinen Vertrieb einstellte?

Der APHV hat Herrn Hahn im Juni 2018 wegen irreführender Geschäftspraktiken und wegen des Vertriebs von Fälschungen abgemahnt. Er hat daraufhin eine vertragsstrafenbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben. Das hat bei dem Händler jedoch nicht dazu geführt, daß er den Verkauf von gefälschten oder verfälschten Briefmarken einstellte.

Nachdem Testkäufer weiterhin falsche Marken erhielten, wurde von Hahn eine erneute Unterlassungserklärung verlangt und die verwirkte Vertragsstrafe eingefordert. Der Händler weigerte sich, die Vertragsstrafe zu zahlen und so kam es zum Prozeß vor dem Landgericht Stuttgart. Hier wurden auf Antrag des APHV sowohl Akten zu einem weiteren Verfahren vor dem Landgericht Stuttgart und eines Strafverfahrens vor dem Amtsgericht Ulm beigezogen. In dem weiteren Verfahren vor dem Landgericht Stuttgart fordert ein von Hahn geschädigter Briefmarkensammler 58.000 Euro. In dem Strafverfahren vor dem Amtsgericht Ulm war dem Händler bereits Ende 2017 aufgegeben worden, mehr als 23.000 Euro an denselben Geschädigten sowie weitere 5.000 Euro an die Bewährungs- und Straffälligenhilfe Ulm e.V. zu zahlen. Die vom APHV eingeforderte Vertragsstrafe muß Herr Hahn ebenfalls bezahlen.

In Foren wird seit weit über 10 Jahren über die Angebote und den Vertrieb von falschen und/oder verfälschten Briefmarken durch Hahn berichtet. Mehrfach ist der Händler an den Forenbetreiber herangetreten und hat die Löschung solcher Berichte gefordert. Offensichtlich fühlte er sich durch die Berichterstattungen in seinen Aktivitäten, gefälschte Briefmarken unter das Volk zu bringen, behindert.

Es besteht die Hoffnung, daß Herr Hahn seinen Laden diesmal tatsächlich dauerhaft geschlossen hat. Angekündigt hat er dies schon mehrfach. „Wegen der großen Nachfrage“ hat er sich jedoch in der Vergangenheit regelmäßig dann doch entschlossen, arglose Sammler weiter mit gefälschten Briefmarken zu versorgen.

Bleibt abzuwarten, wo die zahlreichen im Besitz von Herrn Hahn befindlichen falschen oder verfälschten Marken demnächst auftauchen werden. Das diesen Fälschungen eigentlich gebührende Schicksal, nämlich die Vernichtung, werden sie wohl nicht erleiden müssen. Der finanzielle Anreiz, diese doch noch irgendwie en bloc in den Verkehr zu bringen, dürfte für den Händler einfach zu groß sein. Da jedoch zahlreiche seiner Fälschungen dokumentiert sind, besteht für ihn die große Gefahr, auch dann entlarvt zu werden, wenn der Verkauf irgendwann durch heute noch unbekannte Dritte versucht werden sollte.
 
Briefmarkenburny62 Am: 25.11.2018 12:02:47 Gelesen: 1876# 2 @  
Klasse!

Meine Sichtweise zu diesem immer wieder aufkommenden Thema war und ist: Verbände müssen hier klagen. Der APHV als Verband des Briefmarkenhandels sollte aus ureigenem Interesse solchen dubiosen Angeboten von Händlern nachgehen!

Genauso sollte der BPP gegen die zahllosen völlig bedepperten Prüfstempelfälschungen vorgehen, welche den Markt geradezu überschwemmen.

Gruß
Briefmarkenburny
 
bovi11 Am: 28.11.2018 07:43:11 Gelesen: 1680# 3 @  
Und ein weiterer alter Bekannter wurde beim Vertrieb von gefälschten und verfälschten Marken endlich gestoppt:

https://www.delcampe.de/de/sammlerobjekte/search?term=&excluded_terms=&country=DE&search_mode=all&show_type=all&display_ongoing=ongoing&started_days=&ended_hours=&min_price=&max_price=&order=price_desc&seller_localisation=world&blacklisted_sellers_included=0&seller_ids%5B%5D=359518

hobbywelt-celle hat zahlreiche gefälschte oder verfälschte Marken in Umlauf gebracht. Oft waren diese irreführend beschrieben wie in Sätzen Berlin 1-20 "viele geprüft" und bei näherem Hinsehen wurde eine Marke mit Kurzbefund näher beschrieben und weitere Höchstwerte waren erkennbar falsch:

https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/deutschland-berlin-west/gebraucht/berlin-mi-1-20-geprueft-schlegel-gest-e-2600-00-ansehen-280523615.html




 
Freiburger Am: 13.12.2018 15:08:36 Gelesen: 673# 4 @  
Hallo,

es ist sehr erfreulich, dass gegen den Händler, der mir auch schon mit breitem Angebot gefälschter Marken aufgefallen ist, vorgegangen wird.

Allerdings sollte auch bei der zuständigen Gewerbebehörde (Landratsamt) ein Gewerbeuntersagungsverfahren nach § 35 Gewerbeordnung angeregt werden. Rechtskräftige Verurteilungen, wären zwar für das Verfahren hilfreich, sind aber nicht erforderlich. Beim nachhaltigen Vertrieb gefälschter bzw. verfälschter Briefmarken ist "Unzuverlässigkeit" zweifellos gegeben, auf Grund des nicht unerheblichen finanziellen Schadens kann auch kein Zweifel vorliegen, dass eine Untersagung zum "Schutz der Allgemeinheit" erforderlich ist.

Mit Sammlergruß

Jürgen Weckerle
 
bovi11 Am: 13.12.2018 16:32:44 Gelesen: 625# 5 @  
@ Freiburger [#4]

Solche Verfahren machen Arbeit, bringen meist nichts.

Dann werden die Geschäfte halt über Dritte abgewickelt.

Viel interessanter und effizienter ist es, der Markt zu beobachten. Viele Fälschungen oder Verfälschungen von Hahn und auch Hobbywelt Celle sind dokumentiert.

Tauchen derart dokumentierte Sachen später irgendwo auf, ist der Weg nachverfolgbar und dann gibt es die nächsten schmerzhaften Schläge auf die Finger.

@ Briefmarkenburny62 [#2]

Die Sache mit gefälschten BPP-Prüfzeichen ist in der Tat längst überfällig. Ich habe diesbezüglich mit Christian Geigle gesprochen. Er wollte sich darum kümmern. Das ist aber jetzt auch schon wieder 2 Jahre her. Man fragt sich, warum man Marken registrieren läßt, sich aber dann nicht drum kümmert.

Vorgehen kann in dem Fall aber nur der Rechteinhaber.
 
Richard Am: 15.12.2018 09:12:43 Gelesen: 474# 6 @  
Von einem APHV Händler haben wir als Reaktion auf den Philaseiten Brief Dezember 2018 folgende Mail erhalten:

Sehr geehrte Damen und Herrn,

vielen Dank für Ihr Anschreiben.

Das spielt nur den Prüfern und nicht den Kunden in die Hände. Fälschungen gibt es seit dem es Briefmarken gibt.

Und nicht alles was sich als Falsch darstellt muß auch falsch sein. Es haben sich oft Erkenntnisse geändert aber deswegen muß man nicht alle unter Generalverdacht stellen. Und Händler zu bedrohen bringt nichts.

Wir sind ein freies Land, der Markt regelt das von ganz alleine. Die Sammler werden nun mal weniger und nicht mehr, das ist schon altersbedingt so.

Wir wünschen Ihnen Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr 2019.


Der Händler hat uns mit einer zweiten Mail mitgeteilt, dass er zum Ende dieses Jahres aus dem APHV und dem Münzhändlerverband austreten möchte, jedoch keine Gründe mitgeteilt.

Schöne Grüsse, Richard
 
Wolfgang Lang Am: 15.12.2018 13:33:16 Gelesen: 403# 7 @  
Hallo Richard,

danke für die Veröffentlichung.

Mit dieser Einstellung hat der Herr (und seine Familie) nichts im Verband verloren. Ich bin erleichtert, dass er von sich aus die Mitgliedschaft im APHV aufgibt und wir ihn nicht dazu auffordern müssen. Es handelt sich übrigens um einen alten Bekannten, der schon vor Jahren dadurch auffiel, Kosten für Auktionskataloge anzumahnen. Leider wurde dieser Vorgang nie justitiabel, sonst wären wir ihn bereits früher losgeworden.

Wenn er endlich nicht mehr im APHV sein wird, können wir uns ja mal seine Angebote anschauen, dann sieht er, was der Markt von ganz alleine regelt .

Es laufen übrigens noch weitere Verfahren wie oben beschrieben; eine Berichterstattung kann natürlich erst nach Abschluß der anhängigen Gerichtsverfahren erfolgen. Und die "Warteliste" wird immer länger.

Danke nochmals für die Berichterstattung; wir sind nicht so hilflos gegenüber Betrügern, wie manche es befürchten.

Brigitte und Dir sowie allen anderen schöne Feiertage.

Wolfgang (Präsident des APHV)
 
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