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Thema: (?) (6/11/12) Frankreich: Grande Armee Briefe
Baldersbrynd Am: 27.02.2019 11:33:18 Gelesen: 4783# 1 @  
Hallo,

ich habe diesen Brief gefunden, gestempelt mit No 17 Grande Armée. Kein Datum.

Wo ist das gesendet zu? Ich kann nur Monsigneur lesen. Wer kann mir helfen? Auf der Rückseite nur ein Siegel. Leider kein Inhalt.

Hoffentlich kann jemand mir helfen.

Viele Grüße
Jørgen




 
Setubal Am: 27.02.2019 15:18:20 Gelesen: 4752# 2 @  
Hallo Jorgen,

schade, dass der Brief kein Datum hat.

Ich habe die Ortschaft gegoogelt und bekam als eine Antwort: Kirchberg in Tirol. Das könnte zum Einfall der Franzosen in Österreich passen. (Schlacht bei Wagram). Der vorderseitige Taxvermerk 2 entspricht einem unfreien Brief und war die Taxe für einen Brief innerhalb einer Zone.

Zur N° 17:

Es war das mit den Truppen ziehende Feldpostamt der 2. Division des 3. Corps. Der rote Stempelabschlag ist bisher nur aus Österreich bekannt.

Mit dem Vormarsch der Truppen --> Jena und Auerstädt wurde der Stempel in blau abgeschlagen. Befehlshaber der 2. Division war General Friant. Der Division gehörten folgende Regimenter:

15. Regiment Infanterie legere
33., 48., 108. und 111. Regiment de Ligne

Quelle: Portotaxen und Stempel der Grande Armee 1805 - 1813

Rolf-Dieter
 
Setubal Am: 27.02.2019 15:36:29 Gelesen: 4741# 3 @  
Habe ich doch ein Wort vergessen --sorry--:

33., 48., 108. und 111. Regiment INFANTERIE de ligne

Rolf-Dieter
 
Baldersbrynd Am: 27.02.2019 23:10:01 Gelesen: 4718# 4 @  
@ Setubal [#3]

Hallo Rolf-Dieter,

sehr vielen Dank für Deine Antwort.

Es ist ganz gut für mich mit dieser Information.

Viele Grüße
Jørgen
 
Setubal Am: 28.02.2019 08:44:35 Gelesen: 4694# 5 @  
Guten Morgen Jorgen,

es freut mich, dass ich Dir bei der Zuordnung und Beschreibung helfen konnte. Dein Brief ist eindeutig aus 1806.

Rolf-Dieter Wruck
 
Totalo-Flauti Am: 16.03.2020 22:08:18 Gelesen: 4244# 6 @  
Liebe Sammlerfreunde,

im März 1813 schrieb ein Sergent der 36. Division an seine Mutter aus Leipzig nach Straßburg. Der Brief wurde mit dem zweizeiligen Stempel B.au G.al / GRANDE ARMEE gestempelt. Laut dem Befund der RSP war der Stempel wohl in rot abgeschlagen. Kann jemand näheres über diesen Stempel sagen? Für die Bemühungen bedanke ich mich schon mal recht herzlich im voraus.

Im Brief bedankt sich der Absender über den erhaltenen Brief und die zugesandten 60 Franken. Weiter beschreibt er, das er mit Seiner Einheit am 4. März aus Berlin nach Leipzig abmarschiert sei. Dabei sind sie über die Elbe übergesetzt worden. Er berichtet auch über 4 noch von den Franzosen gehaltenen Festungen Spandau, Danzig, Magdeburg und Küstrin. Er bitte weiterhin um Zusendung weiterer 60 Franken. Am Schluß teilt er seiner Mutter die "aktuelle" Adresse in Leipzig mit.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.




 
Setubal Am: 17.03.2020 08:19:48 Gelesen: 4224# 7 @  
Guten Morgen Totali- Flauti,

der von Dir gezeigte Stempel Bau.Gal. / GRANDE ARMEE wurde vom zentralen, mit den Truppen ziehenden Feldpostamt der Grande Armee genutzt.

Nachgewiesen habe ich ihn:

1812 aus Posen (Aufmarsch gegen Rußland)
1812 08.07. aus Wilna
1812 25.09. aus Moskau
 

Das zentrale Postbüro der Grande Armee sammelte die Briefe der Truppenteile und schickte die abgehenden Briefe über die verschiedenen stationären Postämter nach (vorwiegend) Frankreich.

Rolf- Dieter
 

Totalo-Flauti Am: 17.03.2020 09:10:28 Gelesen: 4217# 8 @  
Lieber Rolf-Dieter,

vielen Dank für Deine Ausführungen. Dann mussten die Briefe auch ganz normal bezahlt werden oder galten hier bestimmte Tarife?

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.
 
bayern klassisch Am: 17.03.2020 10:18:13 Gelesen: 4206# 9 @  
@ Totalo-Flauti [#8]

Der Brief wurde mit 4 Decimes taxiert, das war ein besonderer Tarif für Militärbriefe, die vergünstigt waren.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
SH-Sammler Am: 17.03.2020 14:26:37 Gelesen: 4182# 10 @  
@ Totalo-Flauti [#6], [#8]
@ bayern klassisch [#9]

Hallo Totalo-Flauti,
hallo Ralph,

nach meinem Wissensstand waren Briefe von Angehörigen der französischen Armeen insofern begünstigt, dass es eine Portobefreiung der Briefe vom Einsatzgebiet bis zur Eingangsgrenze des Mutterlandes Frankreich gab. In Frankreich selbst wurde dann die normale Inlandgebühr fällig, welche vom Empfänger bezahlt werden musste. Diese Inlandgebühren waren abhängig von der Distanz innerhalb Frankreichs und dem Briefgewicht.

Die Inlandtaxe Deines Briefes basierte auf dem Tarif vom 24.4.1806, siehe Tabelle (Schäfer, Band VIII).



So wie der Brief dreinschaut, war es kein einfacher Brief mit nur 6 Gramm Gewicht. Die Zahl 2 rechts oben könnte ein Hinweis auf die Gewichtsprogression geben. Also 2. Gewichtsstufe = Brief bis 8 g. Da der Brief mit 4 décimes taxiert wurde, könnte die Distanz 50km bis 100 km ab Austauschbüro Grenze bis Strassburg passen.

Jetzt müsste man nur noch den Postenlauf des Briefes und das Grenzbüro zum Mutterland Frankreich kennen. Aber da muss ich passen, da sind Militärhistoriker gefragt. Zum Stempel resp. der Stempelfarbe sind dieselben Leute gefragt.

Dafür habe ich durch Entfernen störender Farbklekse die Adresse hervorgehoben. Der Brief ging (nach damaliger Schreibweise):

A Monsieur Monsieur Brascher, Chef du Dept. Des Enfans de la patrie, etabli à L’ hopital Civil a Strabourg, Depardiment du Bas Rhin a Strabourg.



Liebe Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
Wachauer Am: 18.03.2020 09:54:58 Gelesen: 4154# 11 @  
Liebe Sammlerfreunde,

ich hoffe es ist keine allzu große Zumutung, wenn ich um Hilfe bei der Beschreibung dieses Briefes ersuche.

Für meine Heimatsammlung Krems an der Donau habe ich diesen Brief der französischen Armee erworben, leider ohne jeden Stempel. Meiner Auffassung nach handelt es sich um einen Militärbrief des 11. Corps an einen gewissen Monsieur Geislinger, der als Direktor des Transportwesens während der Besetzung durch die Franzosen in Krems tätig war. Der Taxvermerk 2 deutet auf einen Ortsbrief hin.

Auch schon beim Datum bin ich überfordert: der 17. (August oder September oder Oktober) 1809 ist für mich nicht genau lesbar, da ich der französischen Sprache natürlich nicht mächtig bin.





Kann mir bitte jemand etwas helfen, den Brief so zu beschreiben, dass ich diesen in mein postgeschichtliches Exponat einbauen kann?

Den Inhalt des Briefes kann ich natürlich auch nicht entziffern, etwas zum geschichtlichen Hintergrund habe ich bisher recherchiert:

Als in Mitteleuropa zu Beginn des Jahres 1809 die schon seit längerem latenten Spannungen mit Österreich offenkundig wurden, befahl Napoleon aus den östlich des Rheins vorhandenen Truppen die Gründung der „armée d’Allemagne“ (Armee von Deutschland) und ernannte am 8. April offiziell den Fürsten von Neuchâtel (Berthier) zu deren Major-General (Generalstabschef), der das Amt allerdings faktisch bereits seit Anfang März innehatte.

Nach dem Waffenstillstand von Znaim rückte ein französisches Armeekorps unter Marschall Marmont in das Waldviertel ein. Diese etwa 30.000 Mann starke Truppe war in Dalmatien stationiert gewesen und von dort in Eilmärschen herangerückt. Sie befand sich in einem denkbar schlechten Zustand und Napoleon selbst soll Marmont angewiesen haben, die Gelegenheit der Stationierung im besiegten Österreich dazu zu nützen, die Truppe sich erholen, neu formieren und frische Kräfte sammeln zu lassen. Marschall Marmont bezog zwischen Rohrendorf und Theiß sein Lager, auch Oberst Maucun, der zum Gouverneur für das Viertel ober dem Manhartsberg ernannt worden war, verwaltete von hier aus das Waldviertel. Die Marmont’sche Kavallerie überwachte das gesamte Viertel bis zur böhmisch-oberösterreichischen Grenze und stellte so die Versorgung für das Korps sicher.


Herzliche Sammlergrüße
Wachauer
 
dkcollector Am: 17.07.2021 10:07:15 Gelesen: 3154# 12 @  
GRANDE-ARMEE Hilfe zu Taxvermerke

Ich habe diesen Brief neulich gekauft, teilweise, weil er sehr viele interessante Taxvermerke hat. "37x" ist wohl 37 Kreuzer. "10g" vielleicht 10 Gute Groschen. Aber kann jemandem die Taxen erklären. Ich wäre für Hilfe sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüssen
Henrik Mouritsen (Däne, daher bitte ich Sie, die grammatischen Fehler zu ignorieren)


 
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