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Thema: Eine Blaue Mauritius für 100 Euro ?
DL8AAM Am: 13.03.2015 20:44:02 Gelesen: 15002# 1 @  
Passt nur am Rande, aber ich meine eine kurze Meldung sollte es trotzdem wert sein:

Die Online-Ausgabe von Linn's Stamp News meldete am 10.03.2015, dass die Originaldruckplatte der Mauritius "Post Office"-Ausgaben von 1847 nach über 80 Jahren wieder aufgetaucht ist. Sie wurde von den Erben von Maurice Burrus, der die Platte gegen 1930 erworben hat, an David Feldman (Genf) übergeben. Geplant sei, sie auf der "London 2015 Europhilex" [2] zu zeigen. Letztmalig wurden sie 1935 auf der Silver Jubilee Exhibition der Royal Philatelic Society London ausgestellt. Also eine Once-In-A-Lifetime Chance.



von [2]

Gruß
Thomas

[1]: http://www.linns.com/news/breaking-stamp-news/1518/Mauritius-1847-Post-Office-printing-plate-rediscovered
[2]: http://www.london2015.net/mauritius-post-office-printing-plate-will-be-displayed-at-london-2015
 
10Parale Am: 04.03.2019 14:45:56 Gelesen: 1325# 2 @  
@ DL8AAM [#1]

Diverse Händler bieten nun eine Blaue Mauritius von der Original-Druckplatte an. Preise sind verschieden, aber meisten so ab 100 Euro.

Was halten die Profis davon?

Lohnt es sich als Lückenfüller oder doch als etwas Besonderes, sofern diese Marken tatsächlich von der Original-Platte (siehe [#1]) stammen sollten?

Liebe Grüße

10Parale
 
10Parale Am: 06.03.2019 20:51:09 Gelesen: 1195# 3 @  
@ 10Parale [#2]

Um das Ganze zu untermauern hier ein solches Objekt der Begierde. Ich stelle mir ernsthaft die Frage ob es sich um die lang verschollene und wiederentdeckte Originalplatte handelt, mit der Joseph Osmond Barnard im September 1847 die 1000 der berühmtesten und teuersten Briefmarken der Welt formte.

95 Pfund soll’s kosten.

Gruß

10Parale


 
DL8AAM Am: 07.03.2019 03:22:23 Gelesen: 1120# 4 @  
Um nicht mit fremden Fotorechtsinhabern zu kollidieren, hier ein (auf Nachfrage genehmigtes) selbst gemachtes (Handy-) Foto von der New York Stamp Show 2016 dieser Druckplatte





Gruß
Thomas
 
10Parale Am: 07.03.2019 12:52:21 Gelesen: 1037# 5 @  
@ DL8AAM [#4]

Tolle Fotos!

Anscheinend ist diese Kupferplatte nur etwas größer als eine Visitenkarte. Im Jahr 1912 wurde die Original Druckplatte im Safe einer Londoner Bank entdeckt und ihr Wert auf ca. 5.000 Britische Pfund geschätzt.

Wie sie in den Safe dort kam und was mit der Druckplatte im Zeitraum ihrer kurzen Verwendung und der Wiederentdeckung geschah, darüber gibt es immer noch viele Geschichten, die man gerne auch nachlesen kann (z.B. HELEN MORGAN, Blue Mauritius The Hunt for the World´s Most Valuable Stamps, ATLANTIC BOOKS LONDON 2006).

So zeigte auch das Reichspostmuseum in Berlin um diese Zeit Interesse an der Druckplatte und bot 2.500 Britische Pfund. Ein Mr. Stocken verkaufte sie jedoch anderweitig.

Ich habe aber gelesen, dass um diese Zeit (1912) in jede Gravur auf der linken und rechten Seite Zeichen eingeritzt wurden, so dass alle möglichen Nachdrucke von den Original-Marken von 1847 unterschieden werden können. Bei der One Penny Marke soll dieses Zeichen einfacher zu erkennen sein als bei der TWO PENCE auf der rechten Seite.

1935 wurde die Original Druckplatte zuletzt in London ausgestellt (Silver Jubilee Exhibition- Royal Phiatelic Society). Nach 80 Jahren tauchte sie dann wieder auf.

Ich zitiere aus dem o.g. Buch nur einen Satz, der irgendwann vor dem 1. Weltkrieg in einer englischen Zeitschrift (Stamp Collecting) geschrieben wurde:
"It looks as though ´Post Office`Mauritius will soon be as plentiful as blackberries in August if copies continue to turn up at the rate they have been during the past few weeks".

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 08.03.2019 09:37:32 Gelesen: 938# 6 @  
@ 10Parale [#5]

Die Wiederentdeckung der Druckplatte 2015 (aus dem Nachlass von Burrus) wurde vom Auktionshaus natürlich als Werbemittel 1. Güteklasse eingesetzt. In London 2015 gab es einen schönen Stand, hoch interessante Veröffentlichungen und viele mediale Auftritte. Schliesslich wurde die Platte verkauft (ca. 2017?).



Die blaue Mauritius von 1847 ist, ebenso wie die "rote" (besser: orange) äusserst selten, und dies seit weit mehr als 100 Jahren. Anders als bei manch einer Weltrarität des XIX. Jahrhunderts sind in den letzten 100 Jahren nämlich keine weiteren Stücke aufgetaucht. Schon im XIX. Jahrhundert gab es genaue Verzeichnisse aller bekannter Stücke. Und - wie erwähnt - seither sind KEINE mehr dazugekommen (sauf erreur & omissions; vielleicht eine oder zwei; ich will mich da ohne meine Bibliothek nicht ganz genau festlegen). Da aber in den letzten 130 Jahren manch ein Stück in einem Museum "eingebunkert" wurde, sind heute fast keine Mauritius-Marken der ersten Ausgabe mehr für Sammler vorhanden! Der Verkauf der Sammlung Kanai 1993 war somit die letzte ihrer Art; ein Angebot, wie er es noch hatte, wird es nie wieder geben! Auf dem Foto oben sehen wie die 4 Lose "Mauritius Post Office" der Sammlung Kanai: 2 ungebrauchte, eine Ball-Karte und der Brief mit BEIDEN Marken... (!) => vgl. Rubrik "Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt".

Daran ändert natürlich ein Nachdruck aus dem XXI. Jahrhunderts überhaupt nichts. "Nachdruck" ist kein Original, und eigentlich wäre es besser, es würden gar keine Nachdrucke hergestellt (meine Meinung).

Viele Leute haben Kunstdrucke von einzigartigen Bildern bei sich zuhause hängen, ich auch. Die kosten ein paar Franken oder Euro. Wer sich an einem Bild einer blauen Mauritius erfreuen will, kann einen Auktionskatalog ansehen. Nachdrucke braucht es dazu eigentlich keine. Wobei ich zugebe, dass es schon faszinierend ist, Nachdrucke im selben Format wie die Originale bestaunen zu können.

Wie viel Geld einem ein solcher Nachdruck wert ist, ist pure Liebhaberfrage. Philatelistisch gesehen ist es meines Erachtens Null oder "Wenig".

Heinz
 
Hornblower Am: 08.03.2019 09:51:20 Gelesen: 926# 7 @  
Hallo zusammen,

wenn es sich - wovon ich jetzt einfach einmal ausgehe - um die Originaldruckplatte von damals handelt, sind Abzüge davon philatelistisch betrachtet Neudrucke, keine Nachdrucke. Und Neudrucke werden durchaus gehandelt. Ob nun 100 € viel oder wenig sind, muss der einzelne Käufer beurteilen. Gerade von der Blauen Mauritius gibt es sehr viele teilweise ausgezeichnete Kopien, z. B. von der Bundesdruckerei, die in meinen Augen durchaus gesammelt werden können und einer Abbildung im Auktionskatalog drucktechnisch natürlich weit überlegen sind. Das Original wäre mir aber trotz allem immer noch am liebsten.

Über die Platte und die Erkennungszeichen der Neudrucke ist übrigens in der philatelie ein guter Beitrag erschienen, leider weiß ich jetzt auf die Schnelle nicht mehr genau wann.

Beste Grüße
Michael
 
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