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Thema: DPAG: Neuregelung des Warenversandes ins Ausland
Das Thema hat 57 Beiträge:
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London-Dieter Am: 20.01.2020 01:42:06 Gelesen: 2971# 33 @  
Eines habe ich scheinbar hier im Thread generell verpasst oder nicht richtig verstanden:

Wie lautet eingentlich die Begründung der D.P. AG dafür, warum "Waren" im Brief nicht mehr verschickt werden dürfen? Das riecht in erster Linie für mich nach Profit-Maximierung.

Da ich in England wohne, stellt sich mir diese Situation nicht - oder hat mein Postmaster Internationale oder EU-Bestimmungen verschlafen?

Mögliches Argument "Sicherheit für den Kunden"? Trifft präzise hier auf der Insel nicht zu, das Postpersonal klaut sprichwörtlich wie die Raben.
Einschreiben eingeschlossen (mehrere persönliche Erfahrungen).

Und der umgekehrter Transportweg?

Seit 4 Wochen ist ein Einschreiben (am 28.12.19 aufgegeben) mit Briefmarken eines ebay Händlers aus Deutschland an mich verschwunden. Tracking ist auf beiden Seiten widersprüchlich, die deutsche Seite erklärt:

"The item was handed over to the International Logistics Center on 06.01.2020 to be forwarded to the country of destination. Unfortunately the tracking and tracing of the destination country dös not offer a data interface with the tracking and tracing of Deutsche Post AG. Further information may be provided by the website of the country of destination."

(knapp: am 6.1.20 an das Int. Logistik Center übergeben zur Weiterleitung. Das Empfängerland bietet keinen Datenaustausch für Verfolgung von DP AG. Weitere Information auf der Website des Empfängerlandes).

Beachtlich, denn siehe was die englische Post an Daten hat:

Die englische Royal Mail antwortet auf die Verfolgung:
"In Transit - This item is now leaving the originating country. More information will be available when it arrives in the UK."
(knapp: Das Poststück verläßt nun das Ausgangs-Land. Weitere Information gibt es, wenn es in UK ankommt.
- Item Thursday 02 January
08:44pm Item received at Germany (Poststück empfangen in Deutschland)
- Updated on: Sunday 05 January
11:23pm Item Leaving overseas Germany (Poststück verläßt Deutschland)

Fazit und auf einen Nenner gebracht: Die Deutsche Post kann angeblich nicht nachprüfen, was mit dem Einschreiben passiert ist, weil der englische Datenaustausch für Tracking hier angeblich nicht geboten wird - die Engländer behaupten es verlässt seit nunmehr fast 3 Wochen Deutschland und wenn es kommt, können sie mir entsprechend Bescheid geben.

Es ist nicht feststellbar, auf wessen Seite die Sendung verschwunden ist. Vielleicht in den Ärmelkanal gefallen, Weiterbeförderung als Flaschenpost?

Und für Episoden dieser Art muss man auch noch entsprechend tief in die Tasche greifen. Da stellt sich die Frage: für was eigentlich?

Nachdem ich hier die Beiträge gelesen habe, muss ich der Deutschen Seite des Einschreibens klarmachen, dass die anstehende Verlustmeldung in Hinsicht auf den Inhalt des Einschreibens "Papiere" beinhalten sollte.
 
DL8AAM Am: 20.01.2020 05:39:30 Gelesen: 2954# 34 @  
@ London-Dieter [#33]

Das ist ein Ausfluß aus den aktuellen Bestimmungen der UPU, siehe [1].

Einige Länder sehen die neuen Regeln eben enger und genauer als andere bzw. setzen die neuen Regeln schneller um ;-)

Wobei die Hintergründe u.a. im verzerrenden Porto bzw. internationalen Verrechnungen für eCommerce-Sendungen, die als Briefpost versendet wurden, liegen. So konnte man sich ja z.B. 99 Cent-Artikel aus China für 99 Cent inklusive Porto schicken lassen. Im Prinzip heisst es jetzt, dass man nun Waren eben nicht mehr über die günstigen internationalen UPU-Verrechnungsverfahren für Briefpost austauschen (=exportieren) kann. Ein Brief soll eben auch ein Brief sein, die UPU nennt das halt etwas verwirrend "documents". Und "documents" werden in den UPU-Regelwerk, definiert als "... any piece of written, drawn, printed or digital information, excluding objects of merchandise". Für Waren soll eben der Warenversand genutzt werden, der im UPU-Austauschverfahren erheblich höher (fairer) untereinander verrechnet wird. Es soll so verhindert werden, dass sich Exportländer ihre Exportkosten durch die importierenden Länder sogar noch subventionieren lassen können. Speziell China, dass UPU-technisch noch immer als "Entwicklungsland" gilt und somit noch viel günstigere Verrechnungssätze für den UPU-Briefaustausch nutzen kann.

Das hier auch private Versender getroffen werden, ist lediglich ein Kollateralschaden.

Gruß
Thomas

[1] http://www.upu.int/uploads/tx_sbdownloader/actInThreeVolumesManualOfConventionEn.pdf
 
Journalist Am: 20.01.2020 08:56:50 Gelesen: 2918# 35 @  
@ London-Dieter [#33]

Hallo London-Dieter und alle:

bezüglich der Sendungsverfolgung ist die Deutsche Post beim internationalen Versand für ihre Kunden auf Steinzeitniveau - ein gutes Gegenbeispiel ist die Schweiz, wo es schon seit etlichen Jahren besser geht.

Nun aber noch mal zu der UPU-Nachfrage - dazu vielleicht eine interessante Grafik, die alles etwas anschaulicher darstellt:



Es handelt sich hier um einen Auszug aus dem aktuellen "Postal TRansport Guide" mit einer Infografik mit allen internationalen Versandarten

Ergänzend dazu noch ein Ausschnitt aus den selben Unterlagen mit dem Unterschied zwischen "small packets" (Warenpost International in Deutschland) und großen "parcels" (Paketen):



Sowie als letzter Ausschnitt noch eine weitere Info dazu:



Wie natürlich auch schon Thomas richtig schreibt, hat speziell China den bisherigen Weltpostvertrag gnadenlos ausgenutzt, da es dort noch als Entwicklungsland gilt. Wie auch folgender Auszug aus einer Grafik der Wirtschaftswoche zeigt:



Hier haben viele Länder, besonders die USA aber auch Deutschland und andere europäische Länder große Verluste eingefahren. Daher wollten die USA aus dem Weltpostvertrag austreten. Deshalb gab es letztes Jahr eine außerordentliche Vollversammlung, bei der man einen Kompromiss gefunden hat.

Dieser Kompromiss kann aber leicht durch eine Art des "Remailings" weiter umgangen werden. Wenn man sich die Warenströme aus China anschaut und sieht welche Freimachungsvermerke aufgebracht sind, so kommen hier Länder wie die Philippinen, Vietnam oder sogar Tonga vor. Diese Länder zählen aber weiterhin als Entwicklungsländer bei der internationalen Abrechnung und man macht hier weiter große Verluste beim Zustellen der Sendungen.

Ganz zu schweigen, von der mangelhaften Einbehaltung der MWST, so dass diese Verkäufer bis zu 40% Preisvorteil haben und so der heimischen Wirtschaft kräftig schaden.

Soweit einige ergänzende Infos zu dieser spannenden Materie.

Viele Grüße Jürgen
 
jmh67 Am: 20.01.2020 10:21:44 Gelesen: 2886# 36 @  
@ DL8AAM [#34]
@ Journalist [#35]

Nichtsdestoweniger scheint mir, dass die UPU mit der "merchandise"-Regel das Kind mit dem Bade ausgeschüttet hat und damit eigentlich alles nur komplizierter macht. Wozu gibt es eigentlich überhaupt noch die unterschiedlichen Abrechnungen für verschiedene Länder? Die erschließen sich mir nicht. "Normale" Post aus China oder Vietnam nach Europa ist ja so billig auch nicht mehr, z. B. umgerechnet etwa 70 bis 90 c für eine Postkarte, andere "Entwicklungsländer" haben sogar noch viel höhere Preise bis zu fast 3 EUR, und wenn da Otto Normalverbraucher schon so viel löhnen muss, warum nicht auch die Versandhändler?

-jmh
 
Peter aus Oststeinbek Am: 20.01.2020 13:25:40 Gelesen: 2851# 37 @  
@ Journalist [#35]

Hallo Jürgen,

sehr interessant, aber was hat das Ganze mit der Deutschen Post zu tun?
Wenn ich z.B. für eine simple Tafel Schokolade NACH Übersee 16 Euro Porto bezahlen soll, dann ist das für mich reinste Abzocke. Wenn "Waren" als Warensendung verschickt werden sollen, warum dürfen dann Privatkunden keine Warensendungen aufgeben?

Den Asiaten ist das völlig egal, die sind davon ja nicht betroffen.

Nebenbei bemerkt: Ich würde viele Dinge lieber aus deutscher Produktion kaufen wenn es sie denn gäbe!

Meistens ist nicht einmal der Hersteller angegeben, sondern der Importeur oder "hergestellt für ...". Aber das ist ein anderes Thema.

Schönen Gruß, Peter
 
saeckingen Am: 20.01.2020 13:59:55 Gelesen: 2836# 38 @  
Meine Güte, warum muss man alles so künstlich aufblasen?

Wenn ich als Privatkunde eine Tafel Schokolade im Brief versenden will, dann mache ich das doch einfach. Die Deutsche Post darf den Sendungsinhalt nicht prüfen und daher läuft der Brief ganz normal durch! Einfach frankieren und in den Briefkasten - fertig! Ich habe seit der Umstellung über 100 Bücher in alle Welt im Brief verschickt - nicht eine Sendung ging verloren und keine einzige kam zurück oder hat sonstige Probleme bereitet.

Das einzige, was sich faktisch verändert hat, ist die Tasache, dass man für Waren im Brief keine Haftung beim Einschreibe- bzw. Wertversand hat. Ersteres ist aber auch nicht wirklich problematisch, da die Haftung auch bisher nur bis zu einem Wert von ca. € 28 Euro bestand und wenn der Wert höher war, überhaupt nicht mehr gehaftet wurde. Für gerade einmal € 28 "Versicherungssumme" lohnt es sich auch nicht, € 3.50 Zuschlag zu bezahlen. Da statistisch zum Glück (noch) nicht jedes 8. Einschreiben verloren geht, trägt man dieses Risiko lieber gleich selbst und spart dabei! Normale Briefe haben dazu noch geringere Verlustquoten als Einschreiben!

Grüße
Harald
 
DL8AAM Am: 20.01.2020 15:34:48 Gelesen: 2796# 39 @  
@ Journalist [#35]

Wobei der angebebene Gewinn bzw. der Verlust (Stand 2019) durch eventuelle Konsolidiererrabatte nicht ganz richtig gerechnet ist, denn den angegebenen Referenzsatz von damals 1,45 zahlt in D (bis auf die handvoll von Privatversendern) kaum jemand, auch wenn in der Frankatur optisch 1,45 erscheint.

Für die Deutsche Post DHL kommt "verlustminimierend" (bzw. sogar gewinnbringend) noch hinzu, dass DHL selbst einer der größten Remailer weltweit ist. Wenn nicht sogar der größte - neben Spring/PostNL oder ASENDIA/La Poste/Swiss Post. In China betreibt unsere Deutsche Post DHL diverse Niederlassungen und Hubs. DHL sammelt ja auch selbst in China, und über entsprechende eCommerce (-Händler) unterstützende Logistiker ("eine Art von Waren-Konsolidierern"), eCommerce-Sendungen von chinesischen Online-Händlern (aber auch "document"-Post und "Express") ein, transportiert diese (mit eigenen Fliegern) nach Europa und schleust diese dann in D in das eigene DPAG-Netz oder auch über andere EU-Ländern in den UPU-Kreislauf ein. Für den Philatelisten kommen da oft sehr interessante Belege zustande, den Einzelhänder um die Ecke bricht das aber trotzdem das Genick.

Beste Grüße
Thomas
 
DL8AAM Am: 20.01.2020 22:37:03 Gelesen: 2718# 40 @  
Zum Thema "Warensendungen", zwar aus Deutschland - aber über die Österreichische Post, kam gerade etwas über die Postmaster Online Platform:

Austrian Post International weitet Deutschlandgeschäft aus

20.01.2020

Mehr Fläche, schnellere Anbindung, erweitertes Leistungsportfolio - das neue Operations Center der Austrian Post International Deutschland GmbH in Troisdorf-Spich ist Ausdruck des kontinuierlichen Unternehmenswachstums.

Insbesondere das Segment Warensendungen soll ausgeweitet werden. Das neue Operations Center hat Anfang Januar seinen Betrieb aufgenommen. Hier stehen jetzt 40 Prozent mehr Hallenfläche für die Verarbeitung von Geschäftspost, Werbesendungen und Bücher-/Warensendungen zur Verfügung. Die Sendungen werden innerhalb Deutschlands sowie in mehr als 200 Länder weltweit verschickt. (...) Auch am neuen Standort verarbeitet das Extraterritorial Office of Exchange (ETOE) Auslandssendungen im Namen der Österreichischen Post AG. Dadurch ist ein Versand direkt aus Deutschland in das jeweilige Zielland mit entsprechend kürzeren Laufzeiten möglich.

https://postmaster-magazin.de/index.php/top-news/sendung/19694-austrian-post-international-weitet-deutschlandgeschaeft-aus.html
 
London-Dieter Am: 21.01.2020 16:45:21 Gelesen: 2656# 41 @  
@ Journalist [#35]

Danke für die Informationen. Da steckt dann doch mehr dahinter, als man vor dem Schalter als Kunde vermutet.

Beste Grüße aus London,
Dieter
 
ligneN Am: 21.01.2020 16:59:28 Gelesen: 2644# 42 @  
@ 22028 [#23]

https://www.deutschepost.de/de/b/briefe-ins-ausland/wertbrief-international.html#

https://www.deutschepost.de/de/b/briefe-ins-ausland/haeufige-fragen.html

1) Meines Wissens konnte man schon seit Jahren keine Briefmarken versichert (aka Wert) ins Ausland versenden, weil die Post sie in ihren Valorenklassen gestrichten hatte. Versteigerer haben stets private Versicherungen, das hat schon einen Grund.

Bei höherwertigem half nur Fdex o.ä. und die Hoffnung, daß keiner in einen flachen/platten 100g Umschlag reinschaut.

Mit der Angabe phil documents versende ich nur Kleinkram / aktuelle Briefausschnitte für Freunde im Ausland

2) Meine Anfrage ist betagt.

Vielleicht einfach mal selbst anfragen (mit Zitat betr. "philatelistische Dokumente") und einen aktuellen Stand herausfinden.
 
22028 Am: 21.01.2020 17:14:24 Gelesen: 2631# 43 @  
@ ligneN [#42]

Nein, Briefmarken und Briefe durften im Wertbrief ins Ausland versandt werden, ich hatte selbst mal 2 verlorene Wertbriefe nach Frankreich und bekam die Kosten erstattet, nun ist es aber anders.
 
Peter aus Oststeinbek Am: 10.02.2020 16:04:52 Gelesen: 2215# 44 @  
Hallo zusammen,

hier ist nun die Antwort der Deutschen Post, leider sehr nichtssagend wie gehabt.

Wenn schon eine Trennung von Briefen und Waren erfolgen MUSS, dann sollten für Päckchen auch mehrere Gewichtsstufen eingeführt werden, die gab es ja schon mal.



Denn zur Zeit müsste ich für wenige 100 Gramm statt 3,70 Euro satte 12 Euro berappen wobei der "billige" Brief auch noch geflogen wurde.

Vielleicht sollte ich das Auslandspäckchen als nächste "Mogelpackung" vorschlagen. denn ich muss für viel Luft bezahlen die ich noch nicht einmal versende.

Viele Grüße, Peter
 
DL8AAM Am: 10.02.2020 16:53:41 Gelesen: 2187# 45 @  
@ Peter aus Oststeinbek [#44]

leider sehr nichtssagend wie gehabt.

Hallo,

wieso nichtssagend? Es ist alles gesagt, was notwendig ist. Die Antwort ist hier doch wohl mehr als eineindeutig. Ich kenne zwar Deine Frage nicht, schliesse aber von Subject Deiner Email, dass es sich um den Versand von - der Sendung beigelegten - Briefmarken handelt.

Die Post bestätigt klar, dass sämtliche Inhalte, für die eine Zollinhaltserklärung notwendig ist, im internationalen Postverkehr als Waren gelten, d.h. inklusive (Beilage-) Briefmarken (für die bekanntlich theoretisch ja eine Zollinhaltserklärung notwendig ist, denn es sind ja ganz offensichtlich keine "Dokumente" -ed), d.h. im Umkehrschluß, das sämtliche Sendungen mit einer notwendig-angebrachten Zollinhaltserklärung per UPU-Defintion im internationalen Postverkehr inzwischen grundsätzlich immer Warensendungen sind, keine Briefsendungen. (Was passiert eigentlich, wenn ich "Dokumente" auf die CN22 schreibe? Denkbar z.B. sinnvoll-nötig bei USB-Sticks mit gespeicherten Dokumenten/Daten? Datenspeicher sollen ja weiterhin als Dokumente gelten? Aber das war ja nicht Teil der Anfrage. -ed)

Die Post bestätigt, dass Du natürlich weiterhin Briefsendungen über Briefkästen einliefern darfst, stellt aber klar, dass wenn dort Dinge enthalten sind, für die eine Zollinhaltserklärung hätte angebracht werden müssen, diese aber fehlt (um eine Briefsendung vorzutäuschen -ed), dass dann, wenn die übernehmende ausländliche Post den Nichtstatus Briefsendung erkennen sollte (auch Briefe gehen durch den Zoll -ed), sie die Annahme der Sendung abgelehnen kann und die Sendung dann ('wenn man Glück hat' -ed) an den Absender zurückgeschickt wird.

Ob also eine Briefsendung mit irregulären Wareninhalt im Ausland beim Empfänger ankommt, ist für unsere Post nicht steuerbar.

Das heisst aber auch (zwischen den Zeilen), dass unsere Post den Inhalt von Briefsendungen im Vorfeld selbst nicht prüft, sondern man auf "blauen Dunst" die vermeindlichen Briefsendungen als Briefsendungen ins Ausland ableitet (soweit der Warenpostcharakter für sie nicht sofort erkennbar ist -ed).

Ob für eventuelle Rücksendungen, auf Grund eines Verstosses gegen die AGB, eventuell eine Vertragsstrafe beim ursprünglichen Versender erhoben wird, wird nicht thematisiert (wäre für mich aber zumindest theoretisch denkbar) ;-)

Ich will auch nicht soweit gehen, dass hier sogar ein gezielter Betrugsversuch hineininterpretiert werden könnte, wenn jemanden der Unterschied zwischen einer Brief- und einer Warensendung im Vorfeld klar bewusst war ("Erschleichung eines persönlichen Vorteils durch eine vorsätzliche Vortäuschung einer unwahren Tatsache"). ;-)

Beste Grüße
Thomas
 
22028 Am: 10.02.2020 17:17:51 Gelesen: 2171# 46 @  
@ DL8AAM [#45]

Das was zumindest mich stört ist, dass wenn ich Briefmarken oder Briefe in Ausland versenden will dafür DHL Versand nehmen muss, das war früher anders und ist auch nach wie vor von vielen Postanstalten erlaubt.

Was Ware ist und was nicht entscheidet nicht die UPU, sondern die Post.

Die Zollinhaltserklärung (der berühmte CN22 Aufkleber), war früher auch schon nötig.
 
saeckingen Am: 10.02.2020 17:20:23 Gelesen: 2168# 47 @  
Wer kann denn eine Sendung zeigen, die auf Grund des Inhaltes von irgend einer Postverwaltung abgelehnt wurde? Ich habe davon noch nie etwas gehört.

Was ich allerdings sehr schwammig finde, ist die Berufung auf die Zollinhaltserklärung und der Voranmeldung aus Zollgründen. Dann sollten Warensendungen ins EU-Ausland ja kein Problem darstellen, oder?

Grüße
Harald
 
Peter aus Oststeinbek Am: 10.02.2020 18:30:43 Gelesen: 2130# 48 @  
@ DL8AAM [#45]

Hallo Thomas,

in Beitrag [#15] findest Du den Anfang der Geschichte.

Ich wollte wissen, ob ich weiterhin Briefmarken in einem Brief verschicken darf. Denn die Versandstelle versendet auch heute noch Briefmarken in das Ausland als Brief.

Das sämtliche Auslands-Sendungen zollgestellungspflichtig sind ist mir bekannt, ich lebe nicht erst seit gestern.

Und wenn Waren im Brief waren musste ich auch bisher einen Zollzettel aufkleben.
Eine Trennung Dokumente-Ware war also schon immer möglich!

Weiterhin wollte ich wissen, ob ich künftig meine Standardbriefe mit Markeninhalt als Päckchen für 2 Kg freimachen muss und wie diese Sendungen dann befördert werden. Die Frachtzentren können diese Sendungen gar nicht bearbeiten.
Warenpost International können Privatkunden nicht nutzen und ich wollte deshalb auch wissen, warum es denn keine Freigabe für Private gibt wenn der Sendungsstrom denn so strikt getrennt werden soll.

Die Vorgabe "nur als Päckchen" ist m. E. nichts als Geldschneiderei!

Schönen Abend, Peter
 
drmoeller_neuss Am: 10.02.2020 19:07:32 Gelesen: 2111# 49 @  
@ Peter aus Oststeinbek [#48]

Weiterhin wollte ich wissen, ob ich künftig meine Standardbriefe mit Markeninhalt als Päckchen für 2 Kg freimachen muss und wie diese Sendungen dann befördert werden. Die Frachtzentren können diese Sendungen gar nicht bearbeiten.

Die Mindestmaße für Päckchen National und International betragen

15 x 11 x 1 cm

Die Größe eines Briefumschlages ist nicht das Problem, die Sendung muss aber 1 cm dick sein. Mein Vorschlag: Ruhig großen Karton verwenden, der lässt sich nicht so leicht verstecken wie ein kleines Päckchen. Und der Wert steht ja meistens sichtbar auf der Sendung (siehe grüne Zolletikette).

Oder ziviler Ungehorchsam: einfach einen Brief verschicken.

Quelle: https://www.dhl.de/de/privatkunden/pakete-versenden/weltweit-versenden/paeckchen.html
 
Peter aus Oststeinbek Am: 10.02.2020 19:43:40 Gelesen: 2092# 50 @  
@ drmoeller_neuss [#49]

Da sieht man mal, wie unausgegoren das Ganze doch ist.

Als kleinen Brief darf ich nicht versenden "da ist eine Ware drin ..." und als Päckchen nicht, weil die Sendung zu klein ist. Vielleicht säge ich mir einige Spanplatten zurecht und nehme die als Umhüllung der Marken. Dann muss immerhin das Gewicht transportiert werden, für das ich auch bezahle.

Auf den Gedanken verschiedene Gewichtsstufen für Auslandspäckchen einzuführen kommt die Deutsche Post nicht, das schmälert nur den Gewinn. Aber dann wäre eine Trennung zwischen Dokumenten und Ware besser vermittelbar.

Schönen Gruß, Peter
 
DL8AAM Am: 10.02.2020 21:18:31 Gelesen: 2057# 51 @  
@ 22028 [#46]

Was Ware ist und was nicht entscheidet nicht die UPU, sondern die Post.

Doch, doch, genau das definiert UPU in ihrem aktuellen Manual (s.o.)

1.4 documents: .... consisting of any piece of written, drawn, printed or digital information, excluding objects of merchandise ...

1.5 goods: ... consisting of any tangible and movable object other than money, including objects of merchandise, which does not fall under the definition of “documents” as provided in paragraph 1.4 above ....

Für die UPU (wie auch die Post oben in ihrer Antwort schreibt) ist also jedes (!) anfassbare oder bewegliche Ding, welches nicht zufällig Geld ist und welches kein "document" (gemäß 1.4) ist, ein "good", d.h. eine Ware, und das ist ausdrücklich eben nicht beschränkt auf Handelsware. Handelswaren sind nur ein Teil der Ware. So einfach machen die es sich. Sie definieren nicht was eine Ware ist, sondern anders herum, alles was nicht ausdrücklich unter Nicht-Ware fällt, ist per UPU-Definition eine Ware. Aus die Maus.

Und documents sind geschriebene, gezeichnete, gedruckte und digitale Informationen, soweit diese nicht "Gegenstände des Handels" sind, d.h. übrigens auch, der USB-Stick oder die CD mit "käuflichen" Daten drauf, sind "Gegenstände des Handels" und fallen somit nicht mehr unter documents.

Ja, es stimmt zwar, dass die UPU-Bestimmungen nicht den einzelnen Bürger bzw. Postkunden binden, sondern das ist nur eine Vereinssatzung und gilt auch nur die Vereinsmitglieder (d.h. die nationalen Posten). Nur hat unsere Post die neuen UPU-Regeln bereits in ihre eigenen Vertragsbedingungen (recht unreflektiert) 1:1 übernommen. Somit sagt Dir die UPU, über den Umweg der DPAG, doch, was eine Ware im Sinne der internationalen Postverkehrs ist.

Ob wir (ich) das gut, in sich geschlossen logisch oder gar gerecht finden (finde), ist dabei vollkommen egal. Im Prinzip ist das aber alles ja eh nur dem ausuferenden (subventionierten) eCommerce-Geschäfts Chinas geschuldet. Die sehr simplifizierte (und für solche Institutionen sehr schnelle) Neuregelung der UPU-Regeln, sollte doch einfach nur den Zusammenbruch des gesamten Konstrukts der UPU bzw. des offen-freien internationalen Postverkehrs verhindern. Wir waren ja kurz davor, dass der Postaustausch über Grenzen hinweg, wieder auf die Ebene von "bilateralen" Einzelverträgen, auf dem Niveau des frühen 19. Jahrhundert zurückgefallen ist. Obwohl, wenn wir mal ehrlich sind, wer braucht (außer "Warenversender") denn überhaupt noch einen privaten, internationalen, physikalischen Brief-Postverkehr? Traditionelle private Briefkommunikation, insbesondere international, wird inzwischen doch zu 99% nur noch über das Internet geführt. Die Schaffung des Ausnahmetatbestandes documents ist doch nur noch eine bedeutungslose Hülle, ein Feigenblatt. Im Prinzip könnte, wenn die Post konsequent wäre, sie den gesamten document Briefpostsektor komplett einstellen und gleich alles auf den teureren, einträglichen Warenversand umlabeln. Wenn jetzt, wie angekündigt, in D die elektronische Krankenmeldung kommt, dann verschwindet ja auch national der letzte Grund eines privaten Briefversandes (zumindest zu 99%).

Man (die Post) hätte das alles beim alten lassen können (wie bisher die meisten anderen Posten ja auch), CN22 drauf, in den Warenpostsack geworfen und gut ist es. Denn, wie gesagt einen nennenswerten (kommerziellen) Umfang, hat der private internationale documents Postverkehr doch sicherlich eh nicht mehr (zumindest ab Versandort D/EU). Wenn jetzt die Post die neuen UPU-Regeln dazu nutzt pflichtgemäß ihre Regeln so anzupassen, dann hat das auch den Sinn, es für den Privatnutzer so unspassig wie möglich zu machen, solche 'aufwändigen' Sendungen zu versenden. Das ist nicht unausgegoren, sondern das hat vielleicht sogar System.

Hmmm, aber vielleicht hätten, wenn die Post alles beim Alten gelassen hätte, die eCommerce-Händler das ja ausgenutzt, in dem sie ihre "Goods" per Massenfracht nach D schaffen, hier vereinzeln lassen und dann als günstige Briefpost versenden lassen. Ach, stop, das gibt's ja schon, nennt sich Remailing und da ist unsere Post, unter ihrer Marke DHL, sowieso schon einer der größten Player weltweit, wenn nicht sogar inzwischen der Größte?

Gruß
Thomas
 
Fridolino Am: 11.02.2020 07:38:05 Gelesen: 1987# 52 @  
Für mich ist es ein Problem, dass die Post die EU-Staaten genau so wie die Nicht-EU-Staaten behandelt.

Es gibt doch einen EU-Binnenmarkt, wo man auch keine Zollerklärung ausfüllen muss. Also könnten doch auch innerhalb der EU die gleichen Versandbedingungen gelten wie innerhalb Deutschlands. Vielleicht müsste man bei den Postregulierern mal in diese Richtung anfragen.

Gruß Fridolino
 
22028 Am: 11.02.2020 08:51:03 Gelesen: 1962# 53 @  
@ Fridolino [#52]

Nicht nur das, sondern dass andere EU Postverwaltungen die "Vorschrift" der UPU, wenn es denn eine ist, unterschiedlich umsetzen ist für mich unverständlich.

Für mich ist es auch nur Profitoptimierung, was die Deutsche Post da macht.
 
Journalist Am: 11.02.2020 09:31:42 Gelesen: 1945# 54 @  
@ Peter aus Oststeinbek [#44]

Hallo Peter und an alle,

1. Die Aussage, das eine getrennte Bearbeitung erfolgt von Briefsendungen und Warensendungen, trifft für kleinformatige Sendungen auf alle Fälle nicht zu - diese werden weiterhin über den Briefstrom ins Empfängerland geleitet. Laut Weltpostvertrag zählen Päckchen ja sowieso zu den Briefprodukten und nicht zu Paketen und damit zum Paketsendungsstrom. Sie fliegen also im selben Postbehälter ins Empfängerland an die selbe Übergabestelle.

2. Mir sind bisher keine Länder bekannt, die bei den hier üblichen kleineren Sendungen von der Größe her elektronisch Datenvoranmeldungen verlangen - denn wenn ich mir beispielsweise den Sendungsstrom der Chinasendungen anschaue, was für Daten müsste denn dann hier die Deutsche Post selbst bzw. der Zoll alles bearbeiten ????? und so wie hier bei den Chinasendungen mehr oder weniger falsche Inhaltsangaben und deutlich zu niedrige Warenwerte angegeben werden, passiert dies weltweit überall - dies ist natürlich den Zollbehörden aller Länder bekannt, aber das vorhandene Personal kann hier nur Stichproben machen - daher liegt hier je nach Empfängerland der Schwerpunkt der Kontrollen auf unterschiedlichen Themen, beispielsweise Drogen oder bestimmten Lebensmittel, die aus Seuchengründen nicht eingeführt werden sollen, mittelfristig soll es hier allerdings Änderungen geben - wie diese Umsetzung dann aussieht ist nicht bekannt.

3. Beanstandungen von Sendungen der Zielländer, das hier falsch deklariert wurde, sind mir bisher nicht bekannt - wer kann denn hier überhaupt eindeutige Sendungen zeigen - dies ist aus meiner Sicht derzeit einfach nur Angstmache um mehr einzunehmen.

Soweit einige Anmerkungen von mir dazu für heute

viele Grüße Jürgen
 
uli Am: 11.02.2020 09:41:52 Gelesen: 1941# 55 @  
@ saeckingen [#47]

Wer kann denn eine Sendung zeigen, die auf Grund des Inhaltes von irgend einer Postverwaltung abgelehnt wurde?

Die Frage ist, ob man einer zurückgegangenen Sendung ansehen kann, warum diese nicht befördert wurde. Ein Bekannter von mir hat Ende letztes Jahr einen etwas dickeren C4-Brief (Luftpolstertasche) mit fühlbar sehr festem Inhalt über die DPAG in die Türkei gesendet. Frankierung und Adressierungen waren korrekt. Der Brief kam nach ein paar Tagen ohne jeden Hinweis wieder zurück. Im Paket bei der Postfiliale aufgegeben war das Zeug nach einer Woche beim Empfänger.

Gruß
Uli
 
drmoeller_neuss Am: 11.02.2020 10:16:44 Gelesen: 1922# 56 @  
Wir sollten wieder auf den Boden zurückkommen.

Briefmarkensammler und -händler waren schon immer pragmatisch (und nicht nur, wenn es um die Frage: Ladenkasse oder keine Ladenkasse? ging).

Einzelne Marken oder billige Belege wurden schon immer im Kleinbrief geschickt, ohne Versicherung und ohne Zollformalitäten. Jedenfalls kann ich mich an eine grüne Zolletikette auf solchen Sendungen nicht erinnern.

Die historische Postkarte ist ist nach der neusten Definition eben ein (Zeit-)Dokument.

Im übrigen geht die Briefmarkenversandstelle der Deutschen Post den gleichen pragmatischen Weg und schickt alles als Brief.

Am Gesamtaufkommen dürften die im Standard- oder Kompaktbrief verschickten Warensendungen zu vernachlässigen sein. Außer Briefmarken kommen vielleicht noch Warenproben wie der einzeln verschickte Dichtungsring in Frage.

Bessere Marken und Belege sollte man auf einer großen Steckkarte verschicken, mit einer zusätzlichen Pappe als Verstärkung und das ganze am besten noch in einer Kunststoffhülle wasserdicht verpackt. Das ist ein Großbrief Ausland für 3,70 EUR.

Nun muss ich das ganze offiziell per Warenpost Ausland verschicken. Die unversicherte Warenpost XS kostet 3,20 EUR, sogar 50 Cent weniger als der Großbrief. Ich sehe es nicht unbedingt als Nachteil, dass keine Briefmarken mehr verklebt werden können. Auch der vorgeschriebene einheitliche Aufkleber (Harmonised Label) ist ein Fortschritt.

Das eigentliche Problem ist, dass die Deutsche Post diese Leistung Warenpost nicht an Privatkunden anbietet und auf das teure Päckchen verweist. Das ist für die Aufgabe am Schalter sicher in Ordnung, da die Kontrolle einen zusätzlichen Zeitaufwand für das Personal bedeutet.

Warum aber über das Internet keine Aufkleber bestellbar sind, entzieht sich meiner Logik. Hier wären die Verbände aufgefordert, sich mit der Deutschen Post an einen Tisch zu setzen. Warum kann der BDPh keinen Vertrag mit der Deutschen Post über den Vertrieb von Warenpost-Ausland-Aufklebern schliessen? Der viel kleinere APHV schafft es ja auch mit den DHL-Paketmarken. Und für die BDPh-Mitglieder wäre es viel sinnvoller, als einen Vertrag mit Lieferanten von Kartonphilatelie und fragwürdigen Aufbewahrungssystemen.
 
22028 Am: 11.02.2020 12:11:32 Gelesen: 1890# 57 @  
@ drmoeller_neuss [#56]

Hier wären die Verbände aufgefordert, sich mit der Deutschen Post an einen Tisch zu setzen. Warum kann der BDPh keinen Vertrag mit der Deutschen Post über den Vertrieb von Warenpost-Ausland-Aufklebern schliessen? Der viel kleinere APHV schafft es ja auch mit den DHL-Paketmarken. Und für die BDPh-Mitglieder wäre es viel sinnvoller, als einen Vertrag mit Lieferanten von Kartonphilatelie und fragwürdigen Aufbewahrungssystemen.

Wobei wir wieder beim Lieblingsthema Verbände sind, aber, warum muss ein Workarround gesucht/erschaffen werden wenn die Post nicht in der Lage ist was kundenfreundliches für das es auch Bedarf gibt zu schaffen ?
 

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