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Thema: Die ersten Briefmarken von 1840 bis 1899
Das Thema hat 106 Beiträge:
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Martin de Matin Am: 03.06.2019 19:53:53 Gelesen: 7739# 82 @  
Gemäß Michelkatalog verausgabte der mittelamerikanische Staat El Salvador im Mai 1867 seine ersten Marken. Es wurden vier Werte mit den Wertstufen 1/2, 1, 2 und 4 Real verausgabt.



Gruss
Martin
 
marc123 Am: 25.06.2019 20:43:55 Gelesen: 7614# 83 @  
USA (Unions-Ausgaben)



Laut Michel erschienen die ersten beiden Werte zu 5 und 10 C. am 1. Juli 1847.

Faltbrief von New York nach Hartford vom 29. Juni 1849 (Handschriftlich im Briefinnern vermerkt).

Liebe Grüße
Marc
 
marc123 Am: 10.08.2019 22:26:54 Gelesen: 7361# 84 @  
Neapel

Laut Michel erschienen die ersten sieben Marken (1/2; 1; 2; 5, 10; 20; 50 Grana) Neapels am 1. Januar 1858.



Hier drei Briefe mit den Werten 1, 2 und 5 Grana.

Liebe Grüße
Marc
 
marc123 Am: 11.08.2019 11:33:07 Gelesen: 7329# 85 @  
@ Martin de Matin [#76]

Hallo Martin,

als Ergänzung noch drei Briefe von Modena.





Wie Du schon bemerkt hast existieren die Marken mit und ohne Punkt hinter der Ziffer. Laut Michel existiert die 1 Lira nur mit Punkt, die 15 und 25 Cent nur ohne Punkt. Die 5, 10 und 40 Cent existieren in beiden Varianten.

Bei den von mir gezeigten Briefen hat nur die 5 Cent einen Punkt hinter der Ziffer.

Liebe Grüße
Marc
 
marc123 Am: 20.08.2019 11:05:44 Gelesen: 7161# 86 @  
Kirchenstaat

Laut Michel erschienen die ersten neun Marken (1/2; 1; 2; 3; 4; 5, 6; 7; 8 Baj) des Kirchenstaats zwischen dem 1. Januar und dem 1 Oktober 1852.




Hier Briefe mit den Werten zu 1, 2 und 5 Baj.

Liebe Grüße
Marc
 
Martin de Matin Am: 24.08.2019 14:32:08 Gelesen: 7073# 87 @  
Nach Kohlhandbuch verausgabte das Grossfürstemtum Finnland am 1.3.1856 (Michel schreibt 3.3.1856) seine ersten Marken. Es erschienen zwei Marken eine 5 Kopeken und eine zu 10 Kopeken. Die Währung in Kopeken ist dadurch bedingt, das Finnland unter russischer Herrschaft stand.Die Bogen bestanden gem. Kohlhandbuch aus zwei Reihen zu je 10 Marken, wobei die Reihen Kopfstehend zueinander standen. Dadurch sind senkrechte Paare immer Kehrdrucke. Die Kehrdrucke existieren nur noch in wenigen Stücken und sind sehr begehrt und werden hoch bezahlt. Waagerechte Paare sind eher zu finden aber trotzdem selten.



Das oben gezeigte Stück der 10 Kopeken soll als Warnung dienen. Ich habe die Marke vor circa 25 Jahren bei einem Händler mit Ladengeschäft(er existiert seit ca. 20 Jahren nicht mehr) als einwandfrei erworben. Auf den ersten Blick sieht sie gut aus, aber nur das Oval ist original und der Rest ist hinterlegt. Die ovale Einfassung ist teilweise nachgemalt. Oval geschnittene Marke sing deutlich weniger Wert als rechteckig geschnittene, deshalb werden die Ränder gerne ergänzt.

Gruss
Martin
 
Martin de Matin Am: 01.09.2019 18:24:29 Gelesen: 7000# 88 @  
Gemäß Michel verausgabte der indische Feudalstaat Dschammu und Kaschmir am 23.3.1866 seine ersten Marken. Es wurden Marken in den Wertstufen 1/2 Anna, 1 Anna und 4 Anna ausgegeben. Nach meinem Gibbonskatalog von 2003 wurden in grauschwarz die 1/2 Anna und die 1 Anna ausgegeben und in ultramarin alle drei Wertstufen. Über die Wertangabe, die im Zentrum des Bildes befindet, gab es immer wieder unterschiedliche Auslegungen welches die ein Anna und welche Angabe die vier Anna ist. Die Wertstufen habe ich untenstehend nach Gibbons abgebildet.



Nun zu den Marken; ich zeige hier eine grauschwarze 1/2 Anna und eine ultramarine 1 Anna. In Kaschmir wurde anfangs mit roter Stempelfarbe entwertet und in Jammu mit einem lila Farbton. Bei später Ausgaben wurde schwarze Stempelfarbe verwendet. Dies hilft einem die späteren neuen Auflagen in leicht anderer Farbe zu unterscheiden, denn das grauschwarz ist gar nicht so grau wie man vielleicht denkt. Ich habe bewust eine stärker beschädigte 1/2 Anna ausgewählt da man bei ihr den siegelartigen Stempel recht deutlich erkennen kann. Bei späteren Ausgaben erkennt man meist nur einen öligen rote Fleck.



Gemäß Handbuch der Briefmarkenkunde sind die Inschriften der Marken zweisprachig (persisch und dogra). Auf der rechten Seite ist auch in persisch die Jahreszahl 1923 der einheimischen Zeitrechnung abgebildet(siehe Pfeil), dies entspricht 1866 unserer Zeitrechnung.

Das besondere an den Marken ist, das sie in Wasserfarbe gedruckt wurden. Sie sind also extrem feuchtigkeits empfindlich.



Nun ein kleiner Überblick über die Marken von Dschammu und Kaschmir und ihre Seltenheit. Frits Staal hat sich mal grob über die Anzahl der existierenden Anzahl der einzelnen Marken in seinem Buch geäussert. Er hat die Marken in die untenstehenden Kategorien eingeteilt.

-gewöhnlich
-mindestens 100 Stück
-25 bis 100
-11 bis 25
-weniger als 10
-Unikat oder fast Unikat

Wenn manche meinen die ersten Marken von Rumänien wären Seltenheiten, so würde man aus Sicht von Dschammu und Kaschmir-Marken, die Marken von Rumänien als "Massenware" bezeichnen. Einige der Marken brauchen sich von der Seltenheit her, nicht vor den Erstausgaben von Mauritius, Hawaii oder Britisch Guyana verstecken, nein sie sind sogar seltener. Von den ersten 100 Katalognummern nach Gibbons, sind mehr als vierzig Stück, von denen jeweils weniger als hundert Exemplare bekannt sind.

Der Katalogwert ist aber nur ein Bruchteil von den hochgehandelten Gebieten.
Das Problem von Jammu und Kaschmir ist, man kann sie nur selten erwerben, und die meisten sind nur Neudrucke oder aber Fälschungen.

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 01.09.2019 19:04:07 Gelesen: 6993# 89 @  
@ Martin de Matin [#88]

Da kann ich dir recht geben. Es gibt tatsächlich mehrere Länder, die viele äusserst seltene Marken haben, und die indischen Staaten haben da vermutlich viele "Kandidaten" für Welt-Raritäten.

Ich erinnere daran, dass z.B. auch Afghanistan mehrere Grossraritäten hat, die im XIX. Jahrhundert auch sehr hoch bewertet waren! Wir können nachlesen, dass z.B. der "Briefmarkenkönig" Ferrary einst eine "Post Office-Mauritius" gegen eine seltene Marke von Afghanistan tauschte. Aus Sicht von heute war dies ein riesiges "Verlustgeschäft", denn die Mauritius-Marken waren immer teuer, die Afghanistan-Marken aber waren vor hundert Jahren teurer als heute (kaufkraftsbereinigt) und sind heute weit, weit weg von den Notierungen zu Mauritius.

Die Popularität des Sammelgebietes ist eben auch entscheidend.

Ich denke, auch die Semstvo-Marken (Russische Landpost) sind zum Teil weit unterbewertet, wenn man ihre Seltenheit in Betracht zieht.

Es gibt Philatelisten, die meinen, Lokalmarken seien "zu recht" weniger beliebt und weniger wert als Briefmarken von grossen Staaten. Aber da gibt es verschiedene Ansichten.

Heinz
 
Martin de Matin Am: 24.11.2019 15:12:38 Gelesen: 5950# 90 @  
Im Jahr 1877 verausgabte der indische Feudalstaat Alwar seine ersten Marken. Es wurde eine blaue 1/4 Anna und eine braune 1 Anna Marke ausgegeben. Gemäß Kohlhandbuch wurden die Marken in Bögen zu 150 Stück (10 waagerechte Reihen zu 15 Stück) gedruckt; es wurden auch Bögen zu 70 Marken (10 Reihen zu 7 Stück) gefunden.



Gruss
Martin
 
Martin de Matin Am: 28.11.2019 22:15:21 Gelesen: 5875# 91 @  
Am 15. November 1850 erschienen die ersten Marken im Herzogtum Holstein. Es wurden Marken in den Wertstufen 1 Schilling und 2 Schilling verausgabt. Die Marken wurden mit einem kombinierten Druck aus Buchdruck und Prägedruck hergestellt. Das Papier enthielt einen Sicherheitsfaden. Die Auflage betrug 1.300.000 bzw. 700.000 Stück, wovon jeweils weniger als 1% verbraucht wurden.



Ungebraucht sind die Marken häufigerer auf Auktionen anzutreffen. Gebraucht sind diese Marken in einwandfreier Qualität Seltenheiten im vierstelligen Preisbereich. Für die Entwertung diente ein runder Rostnummernstempel. Es gibt insgesamt 42 verschiedene Nummern, wobei meiner Meinung nach vielleicht ein halbes dutzend davon häufig sind, und der Rest sehr selten bis extrem selten ist.

Als Besonderheiten gibt es die 1 Schilling mit doppelten Sicherheitsfaden und die 2 Schilling mit doppeltem Prägedruck.

Gruss
Martin
 
Martin de Matin Am: 28.11.2020 18:07:52 Gelesen: 2283# 92 @  
Zum bevorstehenden 1. Advent zeige ich nach einem Jahr wieder ein neues Gebiet.

Nach Michel und Kohlhandbuch verausgabte der Indische Feudalstaat Bhopal 1876 seine erste Marke (mein Gibbons von 2003 gibt das Jahr 1872 an).

Die Marke die Wertangabe von 1/4 Anna. Wertangabe steht unten im Wertkasten. Man darf diese nicht mit häufigen ähnlichen Marken von Bophal verwechseln. Das Achteck ist aussen doppelt eingefasst und der senkrechte Teilungsstrich im unteren Wertkasten verbreitert sich oben und unten zu einer Dreiecksform. Bei europäischen Schriftzeichen gibt es drei verschiedene Schreibfehler bei der Schreibweise von "BEGAM".



Ich habe diese Marke bisher immer gebraucht nur mit Federzugentwertung gesehen. Dieses Jahr habe ich das erste mal ein ungebrauchtes Stück auf einer Auktion gesehen. Im Michelkatalog von 2003 wurde die Marke mit 450 Euro jeweils für gebraucht und ungebraucht bewertet. Wenn man die Seltenheit dieser Marke betrachtet, sie wird in der Regel nur bei der Auflösung grösserer Sammlungen der indischen Staaten angeboten, ist dieser Katalogpreis lächerlich. Ich vermute, obwohl ich kein grosser Bhopalspezialist bin, das es von dieser Marke keine hundert Stück noch existieren.

Gruss
Martin
 
Pepe Am: 28.11.2020 23:00:33 Gelesen: 2235# 93 @  
@ Markus Pichl [#70]
@ marc123 [#71]

Die 4 Baj Marke auf den schönen Brief ist die Mi 5, schwarz auf rotbraun, aus dem Jahr 1859.



Das sind sicher seltene Marken mit sehr kurzer Verwendungszeit.

Nette Grüße Pepe
 
Martin de Matin Am: 29.11.2020 22:00:53 Gelesen: 2126# 94 @  
@ Pepe [#93]

"Das sind sicher seltene Marken mit sehr kurzer Verwendungszeit"

Wirklich selten sind diese Marken nicht, die Ausnahme sind die drei höchsten Werte (6, 8 und 20 Baj.)in gebrauchter Erhaltung. Unten zeige ich noch die ungebrauchten 5, 8 und 20 Baj.



Die Marken wurden in zwei senkrechten Gruppen zu 10 x 6 Marken gedruckt. Es können also theoretisch Zwischenstege davon existieren. In der Burrus-Sammlung war ein ungebrauchter zwanziger-Block der 4 Baj mit fünf Zwischenstegpaaren enthalten (Los 196).

Grosse Seltenheiten sind die drei höchsten Werte auf Brief oder auch die Halbierungen dieser Ausgabe.

Man muss auch beachten, das von dieser Ausgabe Nachdrucke/Fälschungen gibt.

Gruss
Martin
 
asmodeus Am: 30.11.2020 16:13:52 Gelesen: 2077# 95 @  
Die Penny Black wurde ja schon gezeigt. Nun die 2 Pence Blue Mi.Nr. 2.


 
10Parale Am: 12.12.2020 15:45:08 Gelesen: 1881# 96 @  
@ asmodeus [#95]

Ein wunderschönes Arrangement der 2 Pence Blue Michel Nr. 2. Ein waagrechtes Paar ist schon sehr teuer zu erstehen. Eine meiner Lieblingsmarken. Bislang konnte ich jedoch auf keiner Auktion als Gewinner hervorgehen.

Ich habe das Thema hier ein wenig vernachlässigt. Das liegt auch daran, dass der MICHEL Verlag vor einigen Jahren versprach mal einen entsprechenden Katalog herauszubringen, den ich dann auch bestellte. Aber entweder das Werk ist noch im Entstehen oder wurde auf Eis gelegt.

Eigentlich hat das Thema Zukunft, wie ich finde. Denn die klassischen Marken zwischen 1840 und 1899 sind heißbegehrt und nachgefragt.

Ich mach mal weiter mit den Ionischen Inseln. Die am 15. Juni 1859 verausgabten ersten Marken zeigen das Porträt der Königin Viktoria. Siehe auch die sehr interessante Beitragsreihe Thema: Ionische Inseln 1859, Englische Schutzherrschaft, MiNr. 1 bis 3, wo uns auch Fälschungen gezeigt werden.

Ich zeige hier die Michel Nr. 3 (rückseitiges Ziffernwasserzeichen vorhanden!) in der Farbe karmin.

Liebe Grüße

10Parale


 
Shinokuma Am: 12.12.2020 16:53:18 Gelesen: 1862# 97 @  
Liebe Freunde klassischer Briefmarken,

ich denke, ich kann hier heute Marken aus meinem Besitz zeigen, die wohl nur wenige Sammler in Deutschland ihr Eigen nennen können.

Es handelt sich um die Michelnummern 1, 3 und 4 aus dem Königreich Sizilien, verausgabt am 1.1.1859.

Die einzige Serie Siziliens, mit dem Kopfbild von König Ferdinand II., der bereits am 22.5.1859 starb, wurde laut Michel-Katalog am 17.7.1860 außer Gebrauch gesetzt, was etwas überrascht, da das Königreich Italien erst am 17.3.1861 gegründet wurde, zu dem Sizilien seitdem gehört und die ersten Briefmarken für das gesamte Königreich sogar erst im Februar 1862 verausgabt wurden.

Das heißt für mich, dass es ca. anderthalb Jahre lang keine Briefmarken gab.



Ebenfalls abgebildet ist der Befund eines italo-kanadischen Prüfers für die gezeigte Mi.Nr. 1.

Die scheinbare Farbabweichung mit dem Original liegt an der mangelhaften Farbwiedergabe meines Scanners. Das bitte ich zu entschuldigen.

Mit vorweihnachtlichen Grüßen

Gunther
 
Pepe Am: 12.12.2020 18:56:48 Gelesen: 1841# 98 @  
@ Shinokuma [#97]
@ Alle

Ich finde schade, hier diese alten Schnipsel so klein und unbedeutend präsentiert zu sehen. Hier ist doch wirklich ein jedes Stück ein Unikat. Und es werden ja Bücher drüber geschrieben. Und die Autoren Jener werden sich über jedes Bild erfreuen. So sind dann unsere Altpapiere plötzlich top Neuheiten, welche ja womöglich noch neue unbekannte Erkenntnisse aufweisen. Deshalb meinen Rat. Jede einzelne mit 1200 dpi einscannen. Wenn möglich auf grauem Hintergrund. Das lässt die Farben natürlicher erscheinen. Probiert es mal aus. Und schon beim einscannen so knapp wie möglich ausschneiden.

Aus meiner Altitalien Sammlung hier mal drei Altitalienische Staaten Sizilien



1859 01 01, Mi 2 c, olivgrün



1859 01 01, Mi 3 a, hellblau



1859 01 01, Mi 3 a, hellblau töne

Nette Grüße Pepe
 
Martin de Matin Am: 13.12.2020 19:05:12 Gelesen: 1802# 99 @  
@ Pepe [#98]

Als Ergänzung zu den Beiträgen noch ein paar Anmerkungen.

Es wurden sieben Marken mit den Wertstufen 1/2, 1, 2, 5, 10, 20, 50 Grana verausgabt.

Die Marken wurden im Bogen zun 100 Stück (10 mal 10) hergestellt. Spezialisten unterscheiden mehrere Farben von den einzelnen Werten, und auch verschiedene Platten. In der Burrus-Sammlung waren einige grössere Einheiten verschiedener Wertstufen enthalten. Durch die relativ kurze Verwendungszeit sind die Marken nicht gerade selten in ungebrauchter Erhaltung zu finden. Selten sind gebrauchte einwandfreie Stücke der 50Gr, wobei Briefe dieser Marken wirklich selten zu finden sind. In der Burrus-Sammlung war mit Los 388, der in Farbe abgebildet (nur besonderst seltene Stücke waren in dem Auktionskatalog in Farbe abgebildet) ist, nur ein Brief vorhanden.

Die Marken werden auch häufiger ohne Gummi angeboten, und sind entsprechend billiger. Dies führt dazu, das es sich lohnt falsche Stempel anzubringen. Bei der 50 Gr ist der Preisunterschied zwischen ungebraucht und gestempelt besonders mit 500 Euro zu 4500 Euro (Mi. 2005) deutlich.

Es wurden auch Ganzfälschungen von diesen Marken hergestellt. Dazu zeige ich eine 10 Gr.



Die Fälschung ist leicht am Druck zu erkennen. Die Originale sind im Stichtiefdruck hergestellt, wogegen die Fälschung im Flachdruck ausgeführt wurde.

Ein weiteres Merkmal ist der Stempel. Die echten Marken sollten mit einem Stempel entwertet werden der einen Türbogen ähnlich sieht, und das Portrait einrahmen sollte (siehe Abbildungen in den vorherigen Beiträgen).

Gruss
Martin
 
Shinokuma Am: 20.12.2020 17:26:14 Gelesen: 1616# 100 @  
@ Pepe [#98]

Hallo Pepe,

aufgrund Deiner berechtigten Klage: "Ich finde schade, hier diese alten Schnipsel so klein und unbedeutend präsentiert zu sehen" heute nun meine Sizilien Marken Mi.Nr. 1, 3 und 4 in voller Pracht und Größe:



Herzliche Grüße

Gunther
 
Pepe Am: 21.12.2020 18:21:10 Gelesen: 1564# 101 @  
@ Shinokuma [#100]

Und das ist gut so. Ich hoffe auch andere freuen sich darüber. Bei den Klassikern hilft jedes Bild. Mein Tipp fürs nächste mal. Jede Marke einzeln mit 800 dpi und sauber ausschneiden. Stell dir vor, bei der nächsten Philatelieaustellung hängt am Philaseitenstand ein großer Monitor und hunderte Interessierte sehen unter Umständen genau deine Bilder. Wie möchte man dann seine Marken präsentieren.



Altitalienische Staaten, Kirchenstaat, 1852 01 01, Mi 1 c, schwarz auf grau, rötlichgrau.

Marke signiert Friebe (vor 1984, DDR), weil angeschnitten Prüfzeichen höhergestellt. 168 Jährchen.

Gescannt mit 800 dpi auf grauem Grund.

Nette Grüße Pepe
 
marc123 Am: 30.12.2020 15:32:58 Gelesen: 1362# 102 @  
Spanien 1.1.1850

Hallo,



ich bin dabei einmal ein paar Seiten der ersten Ausgaben einiger europäischen Länder aufzumachen. Weil wir Spanien noch nicht haben, lass ich die Seite einfach einmal so wirken.

Was mir bei Spanien ausgefallen ist, ist die sehr geringe Auflagezahl der Michel Nummer 2-5 insbesondere der 4 und 5. Die folgenden Auflagezahlen und Bewertungen sind dem Michel Klassik-Katalog Europa 1840-1900 entnommen.

Nr. 2: Auflage 512926
Nr. 3: Auflage 47863
Nr. 4: Auflage 13026
Nr. 5: Auflage 8443

Insbesondere die Nummer 4 und 5 haben eine sehr geringe Auflage. Bedenkt man, wie groß Spanien ist. Dann die Gültigkeit von einem Jahr bzw. 9 Monaten und wieviel dieser Marken bereits vernichtet wurden, dann müssten das doch äußerst seltene und teure Marken sein und vielleicht sogar an der Spitze der Klassik stehen.

Dies ist aber nicht der Fall. Der Katalogwert ist eher sehr gering im Vergleich mit anderen klassischen Marken. Ich habe einmal den schwarzen Einser aus Bayern und das berühmte Basler Täubchen genommen und deren Auflage und Katalogwerte verglichen. Ich bin sogar so frech zu behaupten, wenn man aktuelle Auktionskataloge durchblättert, man mehr schwarze Einser und Basler Täubchen findet als die 6 und 10 Reales von Spanien.

Hier der Vergleich:

Ungebraucht * Gestempelt Auflage
12 Quartos 2200 Euro 260 Euro 51926
5 Reales 2200 Euro 260 Euro 47863
6 Reales 3000 Euro 700 Euro 13026
10 Reales 4000 Euro 2000 Euro 8443

Bayern Nr. 1(a+b) 1300 Euro 1800-2600 Euro 832500
Baseler Täubchen 12000 Euro 11000 Euro 41400
 

Hat jemand hier im Forum eine Ahnung woran diese Preisunterschiede liegen? Die Beliebtheit der Sammelgebiete ist meine einzige Erklärung, diese allein kann es aber nicht sein?

Liebe Grüße
Marc
 

Pepe Am: 30.12.2020 20:24:31 Gelesen: 1329# 103 @  
@ marc123 [#102]

Hallo Marc,

erst mal großen Dank fürs Zeigen Deines schönen Blattes. Sehr schön anzusehen.

Dann die nächste gute Nachricht:

Im Michel Band 2 von 2018 finden sich für die ersten Spanier Preiserhöhungen wieder. Die Mi 1 ergänze ich mal:

6 Cuartos 500 Euro 20 Euro 6226727
12 Quartos 2500 Euro 300 Euro 51926
5 Reales 2500 Euro 300 Euro 47863
6 Reales 3500 Euro 850 Euro 13026
10 Reales 4500 Euro 2400 Euro 8443

Da hat sich also etwas getan. Dennoch denke ich, Spanien ist ein eher unbeliebtes Sammelgebiet. Merkt man hier im Forum auch. Ich wollte mal anfangen und habe auf meine erste Anfrage gleich eine demotivierende Antwort erhalten. Seit dem ruht dieser Thread. Das heißt viel Interesse ist sehr wenig vorhanden. Meine Altsammlung besteht aus weit über hundert Werte, schlummert Jahrzehnte und die Mühe des Digitalisierens lohnt nicht.

Die Mi 1 hat millionenfache Auflage, da helfen die zwei Typen nicht. Der Preis ist fast gleich.



1850 01 01, Mi 1, Typ II (T und O von CUARTOS nicht verbunden), Farbe laut Katalog schwarz. Ich denke grau wäre richtig. Schwarzer Punkt auf Nase stempelbedingt.

Nette Grüße und beste Wünsche für den Jahreswechsel
Pepe
 
buzones Am: 08.01.2021 13:49:35 Gelesen: 1145# 104 @  
@ marc123 [#102]

Hallo Marc,

dass Auflagenzahlen nicht zwingend mit der Katalogbewertung korrelieren, sieht man wohl am besten bei der Penny Black von 1840: Auflage 68.808.000 Stück – trotzdem muss man für ein einigermassen ansehnliches, gebrauchtes Stück 100-120 Euro hinlegen.

Aber zu deiner Frage:

In der neuesten Auflage des EDIFIL-Kataloges 2021 wird die Ausgabe 1850 – neuerdings differenziert nach den Erhaltungszuständen „Luxus” und „Normal” – ungebraucht und gestempelt folgendermaßen bewertet:

6 Cuartos Type I - 650/500 + 24/19
6 Cuartos Type II - 550/400 + 20/15
12 Cuartos 3200/2000 + 380/260
5 Reales 3400/2300 + 400/260
6 Reales 4400/3000 + 110/750
10 Reales 6000/4100 + 3100/2100

Zum Vergleich mal aktuelle, reale Zuschläge bei spanischen Auktionen für außergewöhnlich gute Stücke:

Die 5 Reales gebraucht 100 €; ungebraucht 1.500 €. Die 6 Reales gebraucht 250 €; ungebraucht 1.500 €. Die 10 Reales gebraucht 500 €.

Die 12 Cuartos brachte in Normalerhaltung ungebraucht 420 €, in Luxuserhaltung 1.500€.

Ungebrauchte 6 Cuartos (als Nr. 1 immer sehr gesucht!) brachten zwischen 440 € und 650 €. Gebrauchte Stücke mit gesuchten, seltenen Stempeln aus der Vormarkenzeit können weit über 1.000 € erzielen; Einheiten sind hier generell selten.

Der spanische Sammlermarkt schrumpft leider wie überall, aber gute Qualität hat auch gerade jetzt noch immer ihren Preis und wird gekauft. Grundsätzlich sind bei klassischen Marken der Erhaltungszustand und die Ästethik ausschlaggebend für den gewährten Preis; beim Sammelgebiet Spanien besonders.

In den allermeisten Sammlungen, die ich gesehen habe, finden sich klassische spanische Marken – selbst kleine Werte – nur in unterdurchschnittlicher Qualität. Die Topwerte wie beispielsweise die 2 Reales-Marken der Ausgaben 1851-53, die Madrider Stadtpost-Marken zu 3 und 1 Cuarto oder die besseren 19 Cuartos ab 1860 sind meist garnicht oder bloß als Fälschungen vorhanden. Dass eine "vollständige" und qualitätsvolle Sammlung der klassischen Isabella-Marken auch heute noch nur unter enormem finanziellen Aufwand zusammengetragen werden kann, schreckt sicher viele Interessenten ab, sich daran zu versuchen.

@ Pepe [#103]

Ich hoffe, dass die "demotivierende Antwort" nicht von mir kam. Du hattest mal wegen Plattenfehlern bei der Franco-Ausgabe 1955 angefragt und ich hatte dir darauf so gut ich konnte geantwortet; war eigentlich konstruktiv. :-)

Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
marc123 Am: 24.01.2021 11:00:51 Gelesen: 799# 105 @  
@ Pepe [#103

Spanien ist ein eher unbeliebtes Sammelgebiet Merkt man hier im Forum auch.

@ buzones [#104]

Dass eine "vollständige" und qualitätsvolle Sammlung der klassischen Isabella-Marken auch heute noch nur unter enormem finanziellen Aufwand zusammengetragen werden kann, schreckt sicher viele Interessenten ab, sich daran zu versuchen.

Hallo Pepe, hallo Ralf,

erst einmal vielen Dank für eure Einschätzungen. Ich denke, dass ihr leider beide recht habt. Ich habe in meiner Bibliothek nachgeschaut und die schönste klassische Spanien-Sammlung die ich finden konnte ist die von Maurice Burrus bei Willy Balasse. Interessant ist hier, dass Maurice Burrus 3 Marken und 2 Briefe von der von Ralf erwähnten 2 R von 1851 besaß. Das sind zusammen schon 7 Marken bei einer Auflage von 1432 Stück. Ich habe mir überlegt, nachher ein neues Thema aufzumachen um die 2 R zu zählen. Dies passt auch gut in das Thema "Prozentsatz erhaltener Marken" [1].

Ich bin gespannt auf wie viele Marken wir kommen werden. Ich würde mich freuen, wenn ihr euch daran beteiligen würdet.

Liebe Grüße
Marc



[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=15114
 
Shinokuma Am: 24.01.2021 13:50:11 Gelesen: 768# 106 @  
Liebe Klassik-Freunde,

es sind zwar schon einmal Briefe mit preußischen Marken gezeigt worden, aber ich möchte heute die komplette erste Ausgabe mit den Michelnummern 1 bis 4 zeigen.



Und da ja schon einige Mitglieder größere Aufnahmen angemahnt haben, sei nachfolgend auch eine solche Vergrößerung der Nr. 1 präsentiert.



Herzliche Grüße und noch einen schönen restlichen Sonntag

Gunther
 

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