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Thema: Altdeutschland Bayern: Schöne Belege
Das Thema hat 1918 Beiträge:
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Gernesammler Am: 25.06.2020 19:59:08 Gelesen: 8282# 1894 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 7.3.182? aus Ansbach an Herrn Ross in Rudolstadt in Thürngen, auf der Rückseite ist eine 6 vermerkt was der Anteil in Kreuzer für Bayern sein sollte, auf der Vorderseite sehe ich 1 1/2 in Rötel was Groschen sein sollten für Preussen, ich hoffe das war einigermaßen richtig wenn nicht gerne verbessern.
Gestempelt wurde mit R2 Zweizeiler von Ansbach "R3 Ansbach" (Winkler Nr.4 in rot), man muss zweimal hinschauen um nicht R4 zu sehen.

Einen Ankunftsstempel brauchte man um die Zeit noch nicht.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 25.06.2020 20:15:44 Gelesen: 8281# 1895 @  
@ Gernesammler [#1894]

Hallo Rainer,

6 x Barfrankatur in Bayern bis zur Grenze Bayern - Thurn und Taxis Postbezirk; dann 1 1/2 Sgr. für Taxis. Mit Preussen hatte der Brief nichts zu tun, da Rudolstadt Teil von Thüringen war und gehörte somit zum Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 03.07.2020 21:03:39 Gelesen: 7567# 1896 @  
Liebe Freunde,

wenn ein Brief von München 1860 auftaucht, der eine blaue Taxe hat, darf er meinen Löwenfängen natürlich nicht entgehen - Absender war die königliche Bergwerks- und Salinen Administration München, Empfänger war das königliche Salinen Forstamt in Tegernsee.



Der Absender war oben, der Empfänger unten, also musste man nicht frankieren und überließ die Zahlung des Portos gerne den Tegernseern. Bei 48 km Entfernung in direkter Linie war man unter 12 Meilen, womit wir wissen, dass der Brief über 1 bis 2 Loth inklusive schwer war (3x plus 3x Portozuschlag bis 1 Loth usw.).

Er wurde als P(artei) - S(ache) verschickt, hatte also einen privaten Ursprung und da man kein Geld vom Auftraggeber vorgeschossen bekommen hatte, wurde auch nicht frankiert.

Der Münchener Rahmenstempel ist häufig - nur nicht häufig so gut abgeschlagen wie hier. Zum Preis einer belaglosen Pizza darf man solche Briefe ruhig mal kaufen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 05.07.2020 10:30:48 Gelesen: 7356# 1897 @  
Liebe Freunde,





ein Brief unter Recommandation lief am 9.11.1817 von München an Herrn Baron von Malsen (hier phonetisch und damit falsch geschrieben) nach Bayreuth, für den der Absender 15 Kreuzer Franko und 4 Kreuzer Chargégebühr bezahlte. Die präzise Anschrift war "beym königlich bayerischen 2. Husarenregiment". Doch bei seiner Ankunft in Bayreuth war entweder das Regiment, oder nur der Herr Baron bereits nach Bamberg disloziert und daher musste der Brief unter anderer Reco-Nummer weitergeleitet werden. Da er in Bayreuth nicht dem Militär (oder sonst wem) ausgeliefert worden war, erfolgte die Weiterleitung kostenlos.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 06.07.2020 19:41:47 Gelesen: 7111# 1898 @  
Hallo Sammlerfreunde

Franko Brief vom 3.9.1845 aus Regensburg nach Triesdorf an Monsieur le comte Edrine (Sir Graf) ... Lieutenant de Chevaulegers einem Mitglied des Regiments, ich würde gerne genau wissen wie die Adresse genau heißt vielleicht kann ich dann heraus bekommen zu welchem Regiment der Herr gehörte.

Von Regensburg bis Triesdorf in der Nähe von Ansbach sind es über 20 Meilen auf der Rückseite ist eine 3 und eine 6 vermerkt und 6 Kreuzer hätten nur´für die Entfernung bis 18 Meilen gereicht, wie setzt sich hier das Franko zusammen.

Gestempelt ist der Brief mit L2 Zweizeiler von Regensburg (Winkler 8b) und als Ankunft der Halbkreisstempel von Triesdorf (Winkler 11b).

Ich gehe mal davon aus das der Brief eine Traueranzeige war da das Siegel in schawrz ist.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 06.07.2020 20:02:40 Gelesen: 7087# 1899 @  
@ Gernesammler [#1898]

Hallo Rainer,

das ist ein netter Brief an einen bekannten bayer. Würdenträger - auch dieser Korrespondenz gibt es ganz hervorragende Briefe und ich selbst habe auch ein paar davon im Laufe der letzten 30 Jahre schnappen können.

Anschrift: A Monsieur le Comte Edvine de Seyssel d`Aix, Lieutnant des Cheveauxlegers [1].

Regensburg - Triesdorf [2]

108 km : 7,5 km = über 12 - 18 Meilen, also 6 Kreuzer Franko. Die erst notierte 3 wurde "elegant" übermalt. Kann ja mal vorkommen.

Liebe Grüsse,
Ralph

[1] https://geneagraphie.com/getperson.php?personID=I443565&tree=1
[2] https://www.luftlinie.org/Regensburg,Bayern,DEU/Triesdorf,Weidenbach,Bayern,DEU
 
Gernesammler Am: 07.07.2020 19:44:51 Gelesen: 6899# 1900 @  
@ bayern klassisch [#1899]

Hallo Ralph,

danke für die Anschrift, sehr interessant auch die Links dazu das ist Geschichte pur.

Hallo Sammlerfreunde,

Porto Brief vom 27.2.1848 oder 49 (in der Zeit war der Stempel im Einsatz, danach erst wieder 1860) aus Lauterecken in der Pfalz nach Mainz an den Herrn Dr.Julius Crezenach Advokat & Anwalt.

Für das Porto waren bis Grenze Bayern 6 Kreuzer zu zahlen ab da bis Mainz nochmals 1 Silbergroschen. Gestempelt mit Halbkreisstempel von Lauterecken (Winkler 11b) und auf der Rückseite Ankunft der Einkreisstempel D1.

Haben die Geldwerten Zahlen auf der Rückseite eine Bedeutung?

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 07.07.2020 19:56:43 Gelesen: 6893# 1901 @  
@ Gernesammler [#1900]

Hallo Rainer,

das mit dem Stempeldatum kommt nicht hin - von Lauterecken nach Mainz waren es unter 10 Meilen im Postverein, daher zurecht von Lauterecken taxiert 6 Kreuzer als Portobrief. In Mainz unter dem Strich 1 Kreuzer Bestellgeld, so dass der Empfänger total 7 Kr. zu zahlen hatte.

Ein Brief vor dem DÖPV hätte 2 Portoteile aufgewiesen (vorne), oder 2 Frankonotationen hinten. Das Geschreibsel hinten war vom Empfänger und somit privat.

Damit kann man ihn datieren auf 1852 bis in die 1860er Jahre, weil Taxis erst ab 1.5.1851 in den DÖPV eintrat, dein Brief aber vom Februar datiert.

Diesen Stempelkatalogen kann man hinsichtlich ihrer Datierung nicht immer so glauben und die meisten sind viele Jahrzehnte alt.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 07.07.2020 21:20:03 Gelesen: 6866# 1902 @  
@ bayern klassisch [#1901]

Hallo Ralph,

alles klar dann habe ich mal wieder einen Portobrief in der Markenzeit ist doch auch nicht schlecht und gut für meine kleine Sammlung Portobriefe in der Markenzeit.

Gruß Rainer
 
Gernesammler Am: 08.07.2020 19:54:39 Gelesen: 6564# 1903 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Franko Brief als Rechnung vom 30.11.1864 aus Augsburg von der Sieberschen Maschinen Papier Fabrik an Herrn Wolf & Sohn in München. Für das Franko nahm man eine Bayern Nr.9 zu 3 Kreuzer und gestempelt wurde mit offenem Mühlradstempel Nr.28 und dem Zweikreisstempel mit Zierstücken von Augsburg (Winkler Nr.10) auf der Rückseite wurde Ankunft gestempelt mit L2 Zweizeiler von München (Winkler Nr.8 Buchstabenhöhe 6 mm) dieser ist schon sehr oft in Anspruch genommen worden wie man sieht. Als letztes wurde bei der Ausgabe der Briefträgerstempel Nr.5 im kleinen Kreis gesetzt.

Gruß Rainer



 
bayern klassisch Am: 08.07.2020 20:00:10 Gelesen: 6562# 1904 @  
@ Gernesammler [#1903]

Hallo Rainer,

was man bei Zweikreisstempeln von München, Augsburg, Nürnberg, Regensburg und Würzburg hin und wieder sieht, ist der Ausfall einer Stelle im Jahr des Stempels. Offenbar gab es häufiger mal Schwierigkeiten, den Stempel zu stellen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 09.07.2020 12:19:59 Gelesen: 6423# 1905 @  
Liebe Freunde,



wenn man einen Brief sieht und nach Lesens der Adresse nicht sicher versteht, gibt es 2 Möglichkeiten:

1. Finger weg, weil keine Ahnung von dem Stück, oder

2. Kaufen, wenn der Preis moderat ist - hier also die Variante 2.

Der Absender bleibt im Dunkeln - weil das Behördensiegel hinten völlig unleserlich ist und der Inhalt mangelt.

Anschrift: An die Kaufmannsgattin Franziska Emmerich in Straßburg ins. mand. Herr Magistrats Rath Drexel in Augsburg

Taa (Taxa?) 38x (Kreuzer).

Leider habe ich keine Franziska Emmerich, Kaufmannsgattin, gefunden, weder in Bayern/Schwaben/Augsburg, noch in Straßburg (Bayern/Elsaß). Wer kann hier helfen?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Stone Am: 09.07.2020 13:27:43 Gelesen: 6411# 1906 @  
@ bayern klassisch [#1905]

Hallo bayern klassisch,

das Behördensiegel könnte etwas mit dem "Armenamt" in Augsburg zu tun haben.

In einem Eintrag von 1829 sind 2 Magistratsräte "Drexel" eingetragen.

https://books.google.de/books?id=PfFEAAAAcAAJ&pg=PA30&lpg=PA30&dq=Magistrats+Rath+Drexel+in+Augsburg&source=bl&ots=0U5_UuVUdP&sig=ACfU3U0G4cOC9gb08CX9WmCXKvZBExYtEw&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjY6__rhMDqAhU1URUIHYQYAxsQ6AEwAHoECAUQAQ#v=onepage&q=Magistrats%20Rath%20Drexel%20in%20Augsburg&f=false

Zur Franziska konnte ich leider auch nichts finden.

Viele Grüße

Stone
 
bayern klassisch Am: 09.07.2020 14:04:22 Gelesen: 6405# 1907 @  
@ Stone [#1906]

Hallo Stone,

vielen Dank - die Hälfte hätten wir schon mal. Mal sehen, ob wir noch die Tante geklärt bekommen und für Armensachen habe ich ja schon eine eigene, kleine Sammlung.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 11.07.2020 11:24:57 Gelesen: 6142# 1908 @  
Liebe Freunde,

wenn der Platzhirsch der Salegg - Briefe einen ausläßt, habe ich eine faire Chance und so war das auch hier:




Brief aus Saldenburg vom 27.4.1864 mit Postaufgabe im ca. 8 km entfernten Tittling an Salegg in Hengersberg, frankiert für die 1. Gewichts- und Entfernungsstufe mit 3 Kreuzer "frey mit Muster". Das Muster war laut Text inliegend, so dass es keine Portomoderation geben konnte.

Hinten ist der Brief blank, wie so oft.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 12.07.2020 17:49:36 Gelesen: 5863# 1909 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Portobrief vom 31.3.1843 aus Forchheim an die Jungfer Scharlotha Keitelin in Kleibers Haus in Meiningen,für den Brief waren bei Ankunft 10 Kreuzer zu zahlen wovon Bayern 4 Kreuzer bekam und 6 Kreuzer an Sachsen fielen.

Gestempelt wurde mit Fingerhutstempel Vorchheim (Winkler Nr.9) hier im Datum nur der Tag zu sehen die Monatsangabe fehlt.

Auf dem Brief selbst noch einmal der Vermerk der Dringlichkeit "Cito" welchen die Post aber meist nicht ernst nahm.

Interessant fand ich den beigelegten Zettel zum Brief der Absender hat mit Absicht den Brief nicht freigemacht sondern dies seiner Frau überlassen.

Gruß Rainer




 
bayern klassisch Am: 12.07.2020 20:25:46 Gelesen: 5836# 1910 @  
@ Gernesammler [#1909]

Hallo Rainer,

die 6 Kreuzer fielen an Thurn und Taxis, nicht an die kgl. sächsische Postverwaltung, denn letztere hätte in Neugroschen gerechnet und nicht in rheinischen Kreuzern.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 18.07.2020 12:10:25 Gelesen: 4793# 1911 @  
Liebe Freunde,

zum 1.1.1868 änderte sich vieles in Bayern - nur die Routine nicht. Im pfälzischen Alsenz (ich bin mir mit der Ortsangabe nicht so sicher, wie der Verkäufer) wurde ein Recobrief nach Bad Bergzabern am 3.1.1868 aufgegeben, der portofrei war, aber die Recogebühr musste vom Absender entrichtet werden.



Bis zum 31.12.1867 existierte der DÖPV mit der Maßgabe, dass diese Recogebühr das Doppelte eines einfachen Briefes bis 10 Meilen kosten sollte, also 2 Silbergroschen, oder für die Südstaaten 6 Kreuzer.

Ab dem 1.1.1868 aber wurde die Währung des Norddeutschen Bundes / Preußens 1 zu 1 übernommen, so dass jetzt 2 Silbergroschen paritätisch 7 Kreuzer wurden. Das war für Bayerns Postexpeditoren deshalb schön, weiß man pro Einschreiben eine Kreuzer mehr verdiente, floss das Geld doch in die eigene Tasche und nicht ins Staatssäckel.

Nur in der Pfalz war der Routine von 1850 - 1867 noch so verhaftet, dass man am 3.1.1868 noch die alte Gebühr von 6 Kreuzern notierte und kassierte. Ob es später aufgefallen ist und man den Absender um Nachzahlung des fehlenden Kreuzers bat?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
DERMZ Am: 20.07.2020 16:52:37 Gelesen: 4266# 1912 @  
@ bayern klassisch [#145]

Guten Tag Ralph,

bitte nicht falsch verstehen, aber ich muss doch mal nachfragen, es geht um den "Transit-Stempel" von "W. Selters". Ich habe mal die Reiseroute versucht an der Karte nachzuverfolgen, Kaiserslauter-Mainz ist klar, aber ich denke es handelt sich nicht um Selters an der Lahn (da wo das Mineralwasser herkommt), sondern eher um Selters im Westerwald, dieses liegt etwa auf halber Strecke zwischen Montabaur und Marienhausen. Das macht meiner Ansicht nach mehr Sinn, als der Umweg über Selters an der Lahn.

Auf Deinen Beleg bin ich gestossen, weil ich über einen Stempel aus Selters recherchiere, siehe philastempel 327135. Ich vermute, daß dieser aus Selters im Westerwald stammt, aber auch da bin ich mir noch nicht ganz sicher. Meines Erachtens ein "alter" Stempel aus dem Norddeutschen Postbezirk, jedoch mangelt es mir hier an Literatur. Jedoch habe ich ein wenig Hoffnung, daß Du mir da eventuell ein wenig helfen kannst.

Beste Grüße aus dem südlichen Süden

Olaf
 
bayern klassisch Am: 20.07.2020 17:01:42 Gelesen: 4261# 1913 @  
@ DERMZ [#1912]

Hallo Olaf,

ich glaube du hast Recht - sorry, aber bei kleinen Orten außerhalb Bayerns bin ich nicht immer sattelfest. Danke fürs Aufpassen!

Der Brief stammt aber aus der Zeit vor dem NDP, insofern ist alter Stempel relativ, denn er muss ja älter sein (das Datum habe ich glaube ich angegeben).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 27.07.2020 11:01:45 Gelesen: 2931# 1914 @  
Liebe Freunde,

ein netter Brief aus Kraiburg vom 20.1.1854 lief bei mir ein, den ich jedoch nicht wegen der Marke, oder dem recht seltenen Stempel 505, hier recht gut abgeschlagen, erworben habe, sondern weil er von einem Armenpflegschaftsrat an einen anderen Armenpflegschaftsrat verschickt wurde und dergleichen Sendungen unterlagen dem Frankozwang.



Die Marke sollte eine 2II Platte 2b sein, wenn ich nicht irre.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 30.07.2020 10:24:37 Gelesen: 1879# 1915 @  
Liebe Freunde,

bei einer Einzelfrankatur von "Rhapsody in Blue" zu reden, dürfte i. d. R. reichlich übertrieben sein. Hier aber vlt. weniger:





Ein einfacher Brief wurde von seinem Absender Heinrich Hirschler (* 7.3.1824 in Heßheim, + 27.7.1887 in Mannheim) am 5.9.1872 an die Firma Wolff & Compagnie im nahen Ludwigshafen verschickt. Da Hessheim (heute: Heßheim) erst 1885 eine eigene Postexpedition erhielt, die jedoch schon 1898 zur Postagentur zurück gestuft werden musste, erfolgte die Aufgabe im nahen Frankenthal.

Die Nr. 23 war schnell aufgeklebt, doch der violette Halbkreisstempel von Frankenthal taugte hinsichtlich seiner Klar- und Lesbarkeit weder bei der Entwertung der Marke, noch als Aufgabestempel sonderlich gut, so dass der Expeditor wohl sein Stempelkissen auftanken musste, um endlich einen lesbaren Stempel zu fabrizieren. Es ist eigentlich sonderbar, aber diese blauen bzw. violetten Stempelabschläge sind in der Masse nicht sonderlich deutlich, wurden jedoch kaum "nachgebessert" wie hier, wiewohl man dergleichen viel häufiger zu erwarten hätte.

Im Inhalt schreibt Hirschler: "Belieben Sie gefälligst von der mir bemusterten Gerste sofort 2 Sack unter meiner Adresse St(ation) Frankenthal ergehen zu lassen".

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 05.08.2020 19:56:21 Gelesen: 362# 1916 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Franko Brief aus Langquaid (früher Langwaid)vom 22.8.1870 spediert über Wallersdorf nach Bamberg an Herrn Rost ... meister in Bamberg, dort kam der Brief noch am selben Tag an.



Für das Franko nahm man eine Bayern Nr.15, was diese oben zu viel beschnitten ist hat man dafür unten mehr gelassen.

Gestempelt wurde mit Einkreis Zierstempel von Langquaid (Winkler 18a mit Rauten) auf der Rückseite der Halbkreisstempel von Wallersdorf (Winkler 12a) sowie für die Ankunft den Einkreisstempel Bamberg Bahnh. (Winkler 19).

Da der Stempel von Langquaid 18a ab 1870 im Einsatz war und der Stempel von Wallersdorf bis 1870 deshalb ist meine Annahme das Jahr 1870 auch wenn ich dafür keine direkte Bestätigung habe.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 06.08.2020 10:22:16 Gelesen: 125# 1917 @  
@ Gernesammler [#1916]

Hallo Rainer,

"Herrn N. N. Koch Schieferdeckermeister" steht da als Adresse. Wenn man einen Namen (Vor- oder Zunamen) nicht wusste, schrieb man "nomen nescit" = N. N. für "Namen unbekannt". Sicherlich gab es mehrere Kochs und der Absender nahm an, über den Nachnamen und die Standesbezeichnung auch ohne Vornamen den Brief zugestellt zu bekommen, was ja dann auch so war.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 06.08.2020 16:35:13 Gelesen: 48# 1918 @  
Liebe Freunde,

ein echter Bischofsbrief vom Ordinariate Regensburg ging am 8.11.1871 ab dort nach Johannesbrunn per Vilsbiburg ab. Dass er erst spät ankam, verwundert bei 65 km doch ein wenig, aber egal.



Das teilvorgedruckte Schreiben zeigt die Franchise A.K.S.R.S. (Allgemeine Kirchen Sache / Regierungs Sache). Zur Info: AKS fielen unter den Oberbegriff RS und waren portofrei.

Doch hier hatte ein Pfarrer gebeten, umziehen zu dürfen und dieses Gesuch war kein obrigkeitlich dienstliches Gesuch, sondern jetzt als Partei Sache portopflichtig, wobei die Aufgabepost das mickrig geschriebene P.S. vlt. kaum gesehen hatte und den einfachen Brief daher mit 7 Kreuzern taxierte, statt korrekt mit nur 3 Kreuzern bei Partei - Sachen.

Schön die 3 Stempeltypen - Einkreisstempel mit Datum, Zweikreisstempel und Zierstempel - viel mehr ging wohl kaum.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 

Das Thema hat 1918 Beiträge:
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