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Thema: Altdeutschland Bayern: Schöne Belege
Das Thema hat 1482 Beiträge:
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Gernesammler Am: 17.12.2018 19:48:05 Gelesen: 7081# 1458 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Auslagen Brief vom 5.10.1847 aus Voerde in Preussen von der Firma "Piddinghaus & Altenloh" nach Mainstockheim bei Kitzingen über Würzburg an Herrn Stern.

Gestempelt wurde in Voerde mit Zweikreisstempel (Feuser 3704-02) verwendet ab 1840, dann am 7.10 in Würzburg wo auch der Würzburger Auslagenstempel (Feuser Supplement 651, rot verwendet ab 1841) und auf der Rückseite der Halbkreisstempel Würzburg (Winkler 11b) und der´Halbkreisstempel von Kitzingen (Winkler 11b) verwendet ab 1847 von dort mit Boten nach Mainstockheim da hier erst am 1.1.1861 eine Postexpedition eröffnet wurde.

Das Porto, welches der Empfänger zahlte waren 17 Kreuzer wovon Bayern 8 Kreuzer erhielt und Preussen 3 Groschen was 9 Kreuzern entsprach welche dann im Auslagenstempel vermerkt wurden.

Gruß Rainer




 
bayern klassisch Am: 17.12.2018 19:54:15 Gelesen: 7079# 1459 @  
@ Gernesammler [#1458]

Lieber Rainer,

darf ich ein wenig korrigieren? Preussen notierte 2 1/2 Silbergroschen in roter Tinte - das waren 9 Kreuzer. Dazu, das hast du richtig beschrieben, 8 Kreuzer für Bayern.

3 Silbergroschen vor dem DÖPV wären 11 Kreuzer gewesen (3 mal 3,5 Kreuzer gerundet).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 18.12.2018 20:12:49 Gelesen: 7034# 1460 @  
@ bayern klassisch [#1459]

Hallo Ralph,

danke für die Korrektur, ist schon im Ordner eingefügt.

Hallo Sammlerfreunde,

Brief als Partei Sache (PS) aus Freysing vom 3.9.1867 nach Rain über München, geschrieben vom Landgericht Freysing an das Landgericht Rain, mich würde das Wort über Frei interessieren.

Für das Franko nahm man eine Bayern Nr.15 ud gestempelt wurde mit offenem Mühlradstempel Nr.137 sowie Halbkreisstempel von Freysing (Winkler 12a mit Y geschrieben 1867-68)auf der Rückseite der Stempel von München (Winkler 8b 27,5x4,5mm) sowie der Ankunftsstempel von Rain (Winkler 12a).

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 18.12.2018 20:22:29 Gelesen: 7029# 1461 @  
@ Gernesammler [#1460]

Hallo Rainer,

der 137 ist ein geschlossener Mühlradstempel - die hatten dort gar keinen Offenen.

Über frei steht "erl." und die Erledigungs - Nummer der Parteisache des Empfängers.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 18.12.2018 21:39:48 Gelesen: 7018# 1462 @  
@ bayern klassisch [#1461]

Hallo Ralph,

bin davon ausgegangen, dass es 1867 keine geschlossenen Mühlradstempel mehr gab und Seminare erwähnt in seinem Buch auch 137 offen für Freising.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 18.12.2018 22:21:08 Gelesen: 7012# 1463 @  
@ Gernesammler [#1462]

Hallo Rainer,

wer ist "Seminare"?

Es gab eine dreistellige Zahl von geschlossenen Mühlradstempeln bis zum Ende im März 1869 im Einsatz.

Sehe gerade, kann es aber nicht mehr korrigieren, dass sie in Freising ganz zum Schluß noch einen offenen 137 hatten - war mir glatt entfallen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 18.12.2018 22:51:38 Gelesen: 7006# 1464 @  
@ bayern klassisch [#1463]

Hallo Ralph,

blödes Telefon schreibt aus, sollte Sem heißen, hatte ich nicht bemerkt.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 18.12.2018 22:54:28 Gelesen: 7005# 1465 @  
@ Gernesammler [#1464]

Hallo Rainer,

schau einfach bei der 8. Auflage vom Sem hinten die Orte der Mühlradstempel durch; wo kein offener Stempel genannt ist, gab es nur den Geschlossenen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 21.12.2018 09:27:06 Gelesen: 6835# 1466 @  
Liebe Freunde,

ein netter Dienstbrief wurde angeboten und ich habe angebissen.



Verfasst in Augsburg am 14.1.1828, sollte er als Königliche Dienstsache in Bayern portofrei nach Weiblingen laufen, was er wohl auch tat. Aber das war nicht ganz korrekt, denn richtig hätte man in Augsburg besser "Wiblingen" geschrieben, ein Ort bei Ulm und natürlich auch in Württemberg.

So hat Württemberg für die Weiterleitung zwar zuerst 4 Kreuzer angesetzt, später aber diese abgestrichen und den Brief auch in Württemberg als portofrei erkannt. Hat man ja auch nicht jeden Tag.

Hinten, wie damals üblich, alles blank.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 21.12.2018 09:46:26 Gelesen: 6834# 1467 @  
Liebe Freunde,

eine kleine Besonderheit sind 2 Stempel, die im 1. Semester des Jahres 1843 den Hauptbriefpostexpeditionen am Sitz der Oberpostämter testhalber verausgabt wurden und die Morgens und Abends zeigen. Damit wollte man dokumentieren, wann ein Brief abgegangen war, denn bei größeren Ämtern gab es mehrere Postabgänge und das bayerischer Publikum wünschte wohl genau zu wissen, ob ein Brief morgens und 08.00 Uhr, oder Abends um 20.00 Uhr auf seine Reise geschickt worden war.



Im Auslandsverkehr waren diese Stempel eher obsolet, denn mehrere Postabgänge Richtung Ausland gab es m. W. nicht, aber die Vorschrift, diese Stempel bei jedem Poststück abzuschlagen, ließ ein Weglassen bei der Auslandskorrespondenz nicht zu.

Am 27.3.1843 sandte man einen Portobrief aus Nürnberg früh am Morgen nach Bordeaux. Nürnberg lag zu Frankreich im 3. Rayon, also kam neben dem Ortsstempel und dem Morgens noch der C.B.R.3 - Stempel auf den Brief, wie es die Vorschrift war.

Frankreich wog ihn in Forbach (bei Saarbrücken) mit 8g ab und taxierte ihn damit für die 2. Gewichtsstufe mit 18 Decimes = 54 Kreuzer postalisch bis zum Empfänger. Über Paris ging die Reise zur Firma Vieu & Rietmann dort (richtig: Vieux & Rietmann).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 04.01.2019 19:48:11 Gelesen: 4002# 1468 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief aus Volkach vom 26.2.1875 nach Castell an die Gräfliche Credit Casse, verschickt wurde hier eine Quittung über 450 Gulden.

Verklebt für das Franko wurde eine Bayern Nr.23 und gestempelt mit Halbkreisstempel von Volkach (Winkler 12a) und auf der Rückseite der Ankunftsstempel von Castell Halbkreisstempel (winkler 12a).

Gruß Rainer




 
bayern klassisch Am: 05.01.2019 13:34:18 Gelesen: 3820# 1469 @  
Liebe Freunde,

vom Papst der bayerischen Plattenfehler gekauft, sich herzlich dafür bedankend, zeige ich ein typisches Damenkuvert, hier an Frau Dr. Opitz in Leipzig, Schulgasse, aus Fürth vom 18.11.1867, Ankunft am Folgetag, mit 3 Exemplaren der Nr. 15, wobei die obere rechte in der rechten oberen Ecke einen deutlichen Plattenfehler aufweist.



Aber deswegen habe ich ihn nicht gekauft, sondern weil natürlich der Herr Opitz zum Doktor promovierte und nicht seine Frau - aber im 19. Jahrhundert (und noch darüber hinaus!) war bei Briefanschriften der Titel des Mannes auch auf die Frau anzuwenden, so dass man hier alles richtig machte, in dem man den "Stand des Empfängers" korrekt notiert hatte.

Jetzt fehlt mir nur noch ein markenfrankierte Brief an eine "Frau Professor ...", dann wäre die Seite komplett.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 07.01.2019 19:34:57 Gelesen: 3230# 1470 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief aus Buchhausen vom 16.10.1881 an das Königlich Bairisch Löbliche Stadt Pfarramt in Wemding und damit man den Laufweg nachvollziehen kann hat der Absender auch gleich mit aufgeschrieben welchen Weg der Brief nehmen soll. Hier war es dann über Landshut, Ingolstadt, Neuburg und Monheim nach Wemding, von Monheim nach Wemding wurde ein Kreuzer Bestellgeld gezahlt.

Auf der Rückseite stehen 9 Kreuzer Franko Gebühr die der Absender zahlte für einen Brief 12-18 Meilen Entfernung und 1/2-1 Loth Gewicht.

Was mir hier etwas unbegreiflich erscheint ist der extra Umweg über Landshut!

Gestempelt mit L1 Einzeiler "Buchhausen R4" (Winkler 3a) ansonsten ist auf der Rückseite noch ein sehr gut erhaltenes Siegel.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 07.01.2019 20:07:07 Gelesen: 3220# 1471 @  
@ Gernesammler [#1470]

Hallo Rainer,

der Brief stammt aus 1821, nicht aus 1881 - da sähe er ganz anders aus.

Der Laufweg, den ein Mensch bei einem innerbayerischen Brief aufschrieb, war uninteressant - die Postbeamten und Expeditoren hatten die Briefe so zu schicken, wie es die Vorschrift für sie war - egal, was da einer aufgemalt hatte oder nicht.

Mach dir also keinen Kopf über die Sinnvölle oder Sinnlosigkeit dieser Notationen - das hat keinen interessiert und ob es so war, weiß auch keiner.

Es ist aber immer interessant zu sehen, was die verehrliche Kundschaft wollte - manchmal war so ein Laufweg möglich, manchmal war er nicht möglich (weil es solche Postverbindungen gar nicht gab).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 07.01.2019 20:47:39 Gelesen: 3210# 1472 @  
@ bayern klassisch [#1471]

Hallo Ralph,

nur ein Verschreiber, es sollte 1821 heißen. Das mit der Laufwegserklärung Deinerseits macht Sinn, Danke.

Gruß Rainer
 
GR Am: 07.01.2019 20:50:44 Gelesen: 3207# 1473 @  
@ bayern klassisch [1469]:

Frauen waren erst ab 1903 in Bayern zum Studium zugelassen:

"Der starke Andrang ausländischer Akademikerinnen brachte schließlich die bayerische Landesregierung dazu, ein Gutachten über die Zulassung von Frauen zum regulären Studium einzuholen. In diesem Prozess war es letztlich das positive Votum der Universität Würzburg, das den Ausschlag für die Öffnung der Landesuniversitäten zum Wintersemester 1903/04 gab. In Würzburg gab es damals 1283 Studierende.

Die ersten offiziell zugelassenen Studentinnen in Würzburg waren Grete Ehrenberg, Barbara Heffner und Margarete Räntsch. Räntsch und Ehrenberg kamen aus Berlin und studierten Medizin, Heffner stammte aus Österreich und war für Biologie eingeschrieben." [1]

Auch wenn andere Länder in Deutschland früher das Studium für Frauen ermöglichten, könnte allenfalls eine in der Schweiz oder Österreich promovierte "Fr. Dr." als direkte "echte" Dr.-Adressatin möglich sein. Falls mir eine "Frau Professor" über den Weg läuft, melde ich mich bei Dir. :-)

Politische und soziale Geschichte an Hand von Briefen finde ich immer spannend. Danke fürs Zeigen, lieber Ralph.

Beste Grüsse
Gerhard

[1] zitiert nach: https://www.wuerzburgerleben.de/2013/09/18/110-jahre-studium-fuer-frauen-in-bayern/
 
bayern klassisch Am: 08.01.2019 06:19:32 Gelesen: 3099# 1474 @  
@ GR [#1473]

Lieber Gerhard,

ich danke dir - in meiner Familie gab es auch talentierte Damen, die hätten studieren und Dr. oder Prof. werden können, aber das ging im 19. Jahrhundert halt nicht und so waren sie dazu verdammt, Hausfrau zu werden, statt eine wissenschaftliche Karriere hinzulegen, was allein Privileg der Männer war. Schade!

Ja, es wäre schön, mal einen Brief an eine solchermaßen talentierte Hausfrau zu finden, deren Gatte Professor war - und das, obwohl vielleicht sie mehr "drauf" hatte, als der Göttergatte, wer weiß?

Sehr nett von dir, da mal Ausschau zu halten - eingehend oder ausgehend ist egal, Hauptsache es hat eine bayerische Relevanz.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
jmh67 Am: 08.01.2019 08:48:51 Gelesen: 3076# 1475 @  
@ Gernesammler [#1438]

Späte Antwort, ich weiß, aber vielleicht doch von Interesse:

"ill" ist hier die Abkürzung für "illustris" oder eine seiner Formen, was soviel wie "leuchtend" oder "erleuchtet" (wie "Leuchte der Wissenschaft") oder "berühmt" bedeutet und manchmal auch als lateinische Form von "erlaucht" gebraucht wurde.

"Reverendissimo" bedeutet soviel wie "Dem verehrungswürdigsten", also wurde der Abt sinngemäß als verehrungs- und hochwürdigster Herr angeschrieben.

-jmh
 
bayern klassisch Am: 08.01.2019 15:49:49 Gelesen: 3008# 1476 @  
@ jmh67 [#1475]

Vielen Dank auch von mir - du solltest häufiger in Threads mit alten Briefen schauen bei deinen Kenntnissen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 08.01.2019 19:15:43 Gelesen: 2950# 1477 @  
@ jmh67 [#1475]

Da kann ich mich Ralph nur anschließen, vielen Dank für die aufschlußreichen Erläuterungen zu den Abkürzungen.

Gruß Rainer
 
Gernesammler Am: 09.01.2019 20:08:48 Gelesen: 2713# 1478 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 3.10.1861 aus Hof von Carl Wiessmath nach Leipzig "Hotel de Pologne" an Herrn Gebhardt & Herth, dieser war jedoch bei Ankunft des Briefes bereits abgereist und dieser wurde nachgesendet nach Frauenmühle bei Kohlfurt mit dem kleinen Hinweis "verte" (Wende).

Frankiert mit einer Bayern 4 II zu 6 Kreuzer wurde der Brief wie gewünscht nach Leipzig spediert, da dieser ab nach Frauenmühle nachgesendet werden musste wurden nochmals 3 Groschen fällig die dann der Empfänger zahlte.

Gestempelt mit L2 Zweizeiler HOF BE (Winkler 8a, ohne Jahr) und dem Mühlradstempel 211 für Hof.

Auf der Rückseite sind zwei Ausgabestempel vom 7.10. einmal ein Einkreisstempel N1 und ein Zweikreisstempel, wo in der Mitte der Tag als Römische Ziffer steht. Sowie einem Ra3 Rahmenstempel vom Post Speditions Büro IV Görlitz-Kohlfurt vom 6.10.

Gruß Rainer



 
bayern klassisch Am: 17.01.2019 16:16:39 Gelesen: 762# 1479 @  
Liebe Freunde,

Erlangen 31.8.1820 als Frankobrief mit 9 Kreuzern siegelseitiger Frankatur nach Ansbach. Der Absender vermerkte korrekt "frei gegen Postschein", wünschte also die Recommandation.



Nun wurde aber der Ortsstempel in Schwarz, ein Chargé - Stempel aber in rot abgeschlagen, was sicher eine gewünsche, auffällige Maßnahme war.

Dazu kam aber dann noch die Chargé - Eingangsstempelung von Ansbach ebenfalls in Rot, so dass wir hier 2 verschiedene rote Chargéstempel auf einem Brief sehen und das ist sicher außergewöhnlich.

Dass er ein bisserl teuer wurde, ist bei seinem Anblick aber schnell vergessen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 18.01.2019 14:49:54 Gelesen: 539# 1480 @  
Liebe Freunde,

es gibt kaum einen Ort in der Pfalz, dessen legitime Schreibweisen so vielschichtig sind, wie die des heutigen Kandel in der Südpfalz.



Auf Grund eines Straßendorfes, als eines kleinen Ortes mit langgezogener Struktur, wurde aus dem beschaulichen Kandel / Candel zur besseren Unterscheidung Langencandel bzw. Langenkandel.

Hett zu sehen ist eine Postkafte mit Halbkreisstempel LANGENCANDEL vom 13.10.1874 nach Ludwigshafen (Ankunft am selben Tag), bei dem der Absender seinen Wohnsitz mit "Kandel" angab.

Ich habe schon ca. 100 Postsendungen des 19. Jahrhunderts von und nach Kandel gesehen - interessanterweise nicht eine, die wegen der Namensproblematik falsch dirigiert worden wäre, oder bei der die involvierten Poststellen Probleme mit der Zuordnung bekommen hätten. Auch eine Leistung.

In diesem Zusammenhang nicht völlig uninteressant ist die Tatsache, dass alle Postkarten bei der Abgabe oben links Ankunft zu stempeln waren. Diese Vorschrift wurde auch durch die grafische Gestaltung des Avers klar, steht doch oben links "Post-Abgabe-Stempel". Da frontseitig kein Text notiert werden durfte, dann wurde es ein Brief mit höherem Porto, musste man als Absender allein die Rückseite (Revers) für seine Nachrichten nutzen. In Folge dessen sollte der Ankunftsstempel natürlich nicht mit seiner Anwesenheit die Nachricht überdecken und evtl. gar unleserlich machen und war vorn abzuschlagen. Aber nicht immer machte man, was man sollte und in Ludwigshafen hatte man als Eingangspoststempler nicht in Briefe und Karten unterschieden, sondern drehte einfach alle Poststücke um und legte mit seinem Eingangsstempel los. Dass man dann noch in den Text hinein gestempelt hat, zeugt von doppelter Ignoranz der Postvorschriften, aber dazu später einmal mehr in einem zukünftigen Rundbriefartikel der ARGE Bayern klassisch.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
olli0816 Am: 18.01.2019 16:03:30 Gelesen: 513# 1481 @  
Hallo zusammen,

ich habe vor kurzem u.a. zwei ähnliche Karten wie Ralf gezeigt hat, hier auf philaseiten ersteigert. Beide zeigen nur auf der Vorderseite die Entwertungsstempel, aber keine Ankunftsstempel. Ich weiß nicht, ob sie real verschickt wurden, auf der Rückseite ist jedenfalls Text, von daher besteht die Möglichkeit. Beide Karten sind aus recht kleinen Ortschaften.

Die erste wurde verschickt von Zeitlofs am 24.8.1876. Das Kaff ist so klein, das es noch nicht mal die Rechtschreibhilfe kennt. Leider kann ich die altdeutsche Schrift nicht gut lesen, von daher muss ich bei dem Ankunftsort noch passen. Hier die Vorder- und Rückseite der Karte:



Dann habe ich noch eine nette Karte von Fladungen nach Kassel. Sie wurde von der Apotheke in Fladungen am 16.3.1875 versendet (vielleicht). Auch hier auf der Rückseite normaler Text und der Apothekenstempel:



Beide sind komischerweise zweimal mit dem Aufgabeortstempel versehen worden. Vielleicht hat das eine höhere Bedeutung?

Nett anzusehen sind sie trotz allem durchaus.

Viele Grüße
Oliver
 
bayern klassisch Am: 18.01.2019 16:35:25 Gelesen: 500# 1482 @  
@ olli0816 [#1481]

Hallo Oliver,

keine Bange - beide sind Bedarf, da ist nichts getürkt worden.

Die 1. Karte lief nach Gelnhausen.

Im Reich hat man sehr selten oben rechts Ankunft gestempelt - vielleicht war das dort keine Vorschrift?

Dass der Werteindruck entwertet wurde, war normal (nur in den Anfangsmonaten nicht, da sollte unterhalb des Eindrucks gestempelt werden), ebenso das übliche Abschlagen des Aufgabestempels darunter (s. Text der 2. Karte).

Liebe Grüsse,
Ralph
 

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