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Thema: Ungarn Klassik bis 1900 - Marken und Belege
Pepe Am: 27.03.2019 21:59:45 Gelesen: 656# 1 @  
Hallo Ungarnfreunde und Freunde der Klassischen Philatelie,

die ersten ungarischen Marken wurden in Steindruck hergestellt. Das war im Mai 1871. Noch im September 1871 erschien die Nachauflage im Stichtiefdruck. Die Unterscheidung fällt nicht immer leicht und so tut es gut hier mal auf Vergleichsstücke zu treffen. Ich zeige mal die Nummer 1 und 8, so wie sie in meiner kleinen Sammlung zugeordnet worden war. Das war vor 1984 in Ost Berlin nach den Lipsia Briefmarkenkatalog. Ob die Angaben korrekt waren gilt es hier nun herauszufinden.

Ich scanne vorerst mit 800 dpi Auflösung auf grauen Untergrund.



1871 05 01, Michel 1b, gelb; 1871 09 .., Michel 8a, gelb

Beide wurden 1874 gestempelt.



Rückseite mit den Prüfzeichen Hartmann ? Prüfung vor 1984 nach Lipsia. Da stehen Fragezeichen in der Luft.

Nette Grüße Pepe
 
Arge-Ungarn Am: 27.03.2019 23:37:45 Gelesen: 641# 2 @  
Hallo Pepe,

schön mal was über klassisches Ungarn zu lesen.

Aber leider handelt es sich bei beiden Marken um eine Michel 8. Der Stichtiefdruck zeigt sich durch leuchtendere Farben und ein schärferes Bild aus. Die meisten Steindrucke wurden 1871/72 verwendet. Später ist sehr außergewöhnlich.

Ich versuche durch nachstehende Abbildungen die Unterschiede zu zeigen:

Steindruck:



Stichtiefdruck:



Schönen Abend

Martin Rhein
 
Thomas S. Am: 28.03.2019 20:38:23 Gelesen: 592# 3 @  
Hallo Zusammen,

2 Kreuzer orange, Steindruck, auf Drucksachenhülle nach Wien, Michel Nummer 1 a

Viele Grüsse
Thomas


 
Pepe Am: 28.03.2019 21:11:31 Gelesen: 580# 4 @  
@ Arge-Ungarn [#2]

Hallo Martin,

freue mich sehr hier den richtigen Experten zu treffen und hey, die gezeigten Marken werden sicher auch vielen anderen hier Freude machen. Mit der schlechten Nachricht kann ich gut leben, weiß ich nun wenigstens genau woran ich bei meinen Marken bin. Das wird bei der grünen Mi 2 sicher nicht viel anders werden. Das etwas später.

Ich will zum Vergleich hier noch eine 2 Kreuzer vorstellen



Mi 8, Farbe orangebraun ?

Auffälliger Strich in oberer rechten Ecke. Ist dies ein Plattenfehler ?

Nette Grüße Pepe
 
Pepe Am: 28.03.2019 21:29:44 Gelesen: 575# 5 @  
@ Thomas S. [#3]

Hallo Thomas,

vielen Dank für diesen tollen Brief. Ungarn, Michel 1 auf Brief bekommt man ja nicht all zu oft zu sehen. :)

Beim Stempel gehe ich vom Datum 15.08.1871 aus. Ich habe mich über die 11 VEC darunter gewundert. Dies wird wohl die Tageszeit 11 Uhr vormittags bedeuten?

Nette Grüße und hoffentlich noch mehr 'Altpapier'

Pepe
 
Thomas S. Am: 28.03.2019 22:38:24 Gelesen: 566# 6 @  
@ Pepe [#5]

Erwischt. Ich habe das mit der Uhrzeit auch nur so vermuten können, auf der Rückseite des Briefes ist mit Bleistift ebenfalls 11.00 notiert. Ich habe als Basis für die Bestimmung der Marke derzeit einen Ferchenbauer, 5 Auflage, Michel Klassik Europa 1. und 2. Auflage und leider nur einen alten Michel Europa Ost. Ferchenbauer führt zur Entwicklung der Stempel ab 1867 aus:

Das Jahr 1871 brachte die doppelsprachigen Stempel, bei welchen der Ortsname außer in der deutschen auch in der jeweiligen Landessprache angegeben war.

Das war´s an Info die ich mir organisiert hatte.

Mehr konnte ich leider auch noch nicht in Erfahrung bringen. Den Titel einer Veröffentlichung zu den Abstempelungen von 1867-1871 füge ich hier bei. ich würde mich auch sehr freuen, wenn die Arge Ungarn Deine Frage und jetzt auch meine Frage beantworten kann.

Viele Grüße
Thomas


 
Cantus Am: 28.03.2019 22:50:06 Gelesen: 564# 7 @  
Hallo zusammen,

ich zeige euch nachstehend einen Beleg aus meinem Bestand. Da ich weder etwas zur Portostufe noch zum exakten Postweg noch zu möglichen Unterschieden bei den verwendeten Briefmarken sagen kann, bilde ich alle Marken von Vorder- und Rückseite einzeln ab. Insgesamt wurde der Brief am 16.7.1874 in Pest aufgegeben, ich weiß aber nicht so genau, wo er letztlich ankam.







Viele Grüße
Ingo
 
Martin de Matin Am: 29.03.2019 09:29:22 Gelesen: 526# 8 @  
@ Cantus [#7]

Ich kann nicht viel zu deinem Brief sagen. Was ich sagen kann ist, das die verwendeten Marken zur Stichtiefdruckausgabe (MiNr. 8-13) gehören. Die zwei 5 Kr. auf der Rückseite ist die Einschreibgebühr von zehn Kreuzer. Der Brief wurde nicht in Pest aufgegeben, sondern in Haraszti einen Ort im Verwaltungsbezirk Pest, und er sollte nach Pest gehen. Eine Änderung der Anschrift war Gran, was sich auch rückseitig mit dem Stempel Esztergom zeigt. Gran ist die deutsche Bezeichnung für Esztergom und liegt nordwestlich von Budapest. Warum der der Brief nach Wien (Stempel auf der Rückseite) ging konnte ich noch nicht herausfinden. Falls ich mich täusche, bitte gerne korrigieren.

Gruss
Martin
 
Cantus Am: 29.03.2019 12:05:32 Gelesen: 507# 9 @  
@ Martin de Matin [#8]

Hallo Martin,

erst einmal besten Dank für deine Erläuterungen. Schauen wir mal, ob Anderen auch noch etwas dazu einfällt.

Viele Grüße
Ingo
 
bignell Am: 29.03.2019 18:21:54 Gelesen: 460# 10 @  
@ Martin de Matin [#8]

Hallo Martin,

Umleitung nach "Vienne" (steht über Gran).

Lg, harald
 
Arge-Ungarn Am: 29.03.2019 22:29:07 Gelesen: 441# 11 @  
@ Thomas S.
@ Pepe

Guten Abend geschätzte Ungarnfans,

nachfolgend versuche ich einige Antworten zu geben:

Die zweisprachigen Stempel von Karlovac-Karlstadt wurden 1869 eingeführt, andere wie Pécs-Fünfkirchen schon ab 1867.

Die Tageszeiten im Karlovac-Karlstadt Stempel werden foldermaßen übersetzt:
vec = abends und jut = morgens

Wer sich näher mit den Stempeln beschäftigen möchte, dem empfehle ich:

Tamas Gudlin "Die klassischen Poststempel von Ungarn"

@ Pepe

Bei den ersten beiden ungarischen Ausgaben gibt es sehr viele charakteristische Plattenmerkmale, die sehr gut in der "Monographie der ungarischen Briefmarken" dokumentiert wurden. Bei dem Strich handelt es sich aber eher um eine Zufälligkeit, denn ich habe kein entsprechendes Merkmal gefunden.

Bis demnächst

Martin
 
Thomas S. Am: 30.03.2019 11:07:01 Gelesen: 420# 12 @  
@ Arge-Ungarn [#11]

Hallo Martin,

herzlichen Dank für Deine Hilfe und Deine professionelle Erklärung.

Viele Grüsse
Thomas
 
Pepe Am: 14.04.2019 21:58:11 Gelesen: 328# 13 @  
@ Arge-Ungarn [#11]

Nach langer Zeit erst mal Danke für die Aufklärungen.

Zeige nun noch mal die 'Grünen', wohlweislich auch eine Enttäuschung zu erleben. Besser ist die Gewissheit auch für die Nachwelt.



Ungarn 1871, Mi 8 in Varianten

Der Altsammler hatte nach LIPSIA gesammelt und die Marken mit Nummer 2, 9a, 9c beschriftet. Auf die kleinen Zettelchen hat er jeweils noch ein P vermerkt. Das hieß, die Marken sollten geprüft werden. Und das bedeutet, er war sich seiner Sache nicht sicher. Bei mittlerer Marke fällt noch ein Strich auf der Stirn in Markenfarbe auf. Plattenfehler?

Die 5 Kreuzer Werte wurden ebenfalls mit dem 'P' vermerkt. Also auch hier Unsicherheiten.



Michel 3a 2mal und Michel 3b einmal. Alles mit ?



Michel 10a, Michel 10b

Die Mi 10a weist senkrechte Linien am Kopf oben links und unten rechts auf. Plattenfehler?

Gleichfalls möchte ich für den ausführlichen Artikel, [1], großen Dank an Markus Pichel senden. Vielleicht kann die Redaktion diesen hierher kopieren.

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=201199

Nette Grüße Pepe
 
Pepe Am: 14.04.2019 22:29:50 Gelesen: 318# 14 @  
@ Alle

Für Sammler hier mal die alten LIPSIA Seiten. Sind in mancherlei Hinsicht noch tiefgründiger wie der Michel. Man achte auf das Kleingedruckte.





LIPSIA lose Blatt Katalog von 1973, Seite 1-4

Nette Grüße Pepe
 
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